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Grundlagen und Realisierungsmöglichkeiten des Routing

Autor: Frank Ferlemann
Fach: Informatik - Technische Inf.

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Details

Veranstaltung: Informationssysteme
Institut: FOM Neuss (Fachhochschule für Ökonomie und Manag
Tags: Grundlagen, Realisierungsmöglichkeiten, Routing, Informationssysteme
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 18
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 109 KB
Archivnummer: V107252
ISBN (E-Book): 978-3-640-05526-5

Volltext (computergeneriert)

Hausarbeit im Fach Betriebsinformatik 3

Grundlagen und Realisierungsmöglichkeiten

des Routing

FOM Fachhochschule für Ökonomie und Management

Fachbereich:

Betriebsinformatik 3

Semester:

6. Semester

Student:

Frank Ferlemann

Abgabedatum:

23.05.2002


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung 3

2. Was ist Routing? 4

3. Arbeitsweise von Routern 6

3.1. Routingtabellen 6

3.2. statisches Routing 7

3.3. dynamisches Routing 7

3.4. Routing Protokolle 8

3.4.1. IGRP 8

3.4.2. RIP 8

3.4.3. OSPF 9

3.4.4. BGP 9

3.4.5. NLSP 9

4. Hardware Router 10

5. Software Router 11

5.1. MS Windows 98 SE / ME 11

5.2. Windows NT / 2000 11

5.3. Linux 13

5.3.1 Konfiguration des Routers 13

5.3.2 Konfiguration der Windows Clients 15

6. Fazit 16

2


Abkürzungsverzeichnis

BGP

Boarder Gateway Protoc ol

CPU

Central Processing Unit

DSL

Digital Subscriber Line

FAQ

Frequently Asked Question

IGRP

Interior Gateway Routing Protocol

IP-Adresse

Internet Protocol Adresse

IPX

Internetwork Packet Exchange

ISDN

Integrated Services Digital Network

ISO/OSI

International Organization of Standardization / Open System

Interconnection

ISP

Internet Service Providern

MPR

Multi Protocol Router

NLSP

NetWare Link Services Protocol

OSPF

Open Shortest Path First

RIP

Router Information Protocol

TCP/IP

Transmission Control Protocoll / Internet Protocoll

3


1. Einführung

In der Hausarbeit wird das Thema Router betrachtet. Es sollen unter anderem die Fragen

beantwortet werden, wofür Routing benötigt wird und wie Router arbeiten. Abschließend

soll auf die Realisierungsmögl ichkeiten von Routern eingegangen werden. Dabei soll

grundsätzlich die Möglichkeit eines Hardwarerouters und eines Softwarerouters ergründet

werden. Insbesondere soll das Linux Projekt ,,One Disk Router" vorgestellt werden.

2. Was ist Routing?

Routing ist die Wegfindung zwischen Netzwerken 1. Daten, die zwischen zwei Netzwerken

ausgetauscht werden sollen, werden von Routern auf einen ,,optimalen" Weg zum

Empfänger gelenkt. Der optimale Weg muss hierbei nicht unbedingt der Schnellste oder

Kürzeste sein. Es kann auch der kostengünstigste Weg vom Router gewählt werden. Dies

ist abhängig von der Routerkonfiguration.

Die Installation eines Routers wird erst dann erforderlich, wenn Stationen in

unterschiedlichen Netzwerken oder Subnetzen miteinander kommunizieren soll en.2

Ein Router sammelt während seines Betriebs ständig Informationen über den Zustand des

Netzwerkes. Diese Fähigkeit ermöglicht dem Router die Wegfindung dem

Netzwerkzustand anpassen. Bei Ausfall einer Route wird der Router die Pakete auf einem

alternativem Weg zur Empfängerstation senden.

1 Vgl. Carsten Harnisch, Netzwerktechnik, bhv Verlag Kaarst, S. 201.

2 Vgl. Prof. Jürgen Plate, Grundlagen Computernetze, http://www.netzmafia.de/ , 01.04.2002.

4


Rechner 1

IP = 193.122.1.1

Netzadresse 193.12.1.0

Router 1

IP1 = 193.12.1.2

IP2 = 193.12.2.2

Router 3

IP1 = 193.12.1.3

Netzadresse 193.12.2.0

IP2 = 193.12.3.3

Router 2

IP1 = 193.12.2.1

IP2 = 193.12.3.2

Netzadresse 193.12.3.0

Rechner 2

IP = 193.12.3.1

Abbildung 1 geroutetes Computernetz

In obiger Abbildung soll zur Verdeutlichung ein erstes Beispiel für eine Netzkonfiguration

dienen. Im Beispiel sind drei Class C Netze abgebildet. Der Rechner 1 besitzt die IP

-

Adresse 193.122.1.1 und gehört somit zum

Netz 193.12.1.0. Mit dem Netz sind im

Beispiel Router 1 und Router 3 verbunden. Router 1 verbindet das Netz 193.12.1.0 mit

dem Netz 193.12.2.0 und Router 3 verbindet das Netz 193.12.1.0 mit dem Netz

193.12.3.0. Das Netz 193.12.2.0 ist wiederum durch Router 2 mit dem Netz 193.12.3.0

verbunden Im Netz 193.12.3.0 befindet sich der Rechner 2 mit der IP-Adresse 193.12.3.1.

Geht man nun von einer Kommunikation zwischen den beiden Rechnern aus, können die

Datenpakete über zwei mögliche Wege zu ihrem Ziel gesendet

werden. Die Pakete

können über Router 1 und Router 2 oder alternativ über den Router 3 zwischen den

Netzen transportiert werden.

5


3. Arbeitsweise von Routern

Router arbeiten auf der Ebene 3 des ISO/OSI

-Referenzmodell. Router können nur in

Netzwerken mit rout

baren Protokollen wie z. B. TCP/IP eingesetzt werden. Die

Wegfindung der Datenpakete in einem Netzwerk vom Sender zum Empfänger wird durch

Routing Tabellen, die in den Routern gebildet werden, festgelegt. Ein Router besitzt

mehrere Verbindungen zu untersch iedlichen Netzwerken. Diese Verbindungen werden

Netzanschlüsse oder Ports genannt. Jeder Netzanschluss bzw. Port besitzt bei

Verwendung des TCP/IP Protokolls jeweils eine eigene IP

-Adresse. Das empfangene

Datenpaket wird vom Router auf die Empfangsadresse

geprüft. Aus der

Empfangsadresse und mit Hilfe der Routingtabellen kann der Router das Paket in das

richtige Netz oder zum nächsten Router (next hop), der auf dem Weg zum Zielnetz steht,

schicken. Dies geschieht dadurch, dass das Datenpaket vom Empfangspor

t an den

entsprechende Sendeport des Routers weitergeleitet wird.

3.1.

Routingtabellen

Zur Weiterleitung der Datenpakete zwischen Netzen müssen die Router Regeln befolgen,

die in Routingtabellen hinterlegt sind. Die Routingtabelle enthält zu jedem Ziel -Netz (oder

Zielrechner) das zugehörige Routerinterface (Port), über welches das Paket

weiterzuschicken ist.3

Zu unserem obigen Beispiel sollen nun die entsprechenden (vereinfachten)

Routingtabellen dargestellt werden. Routingtabellen können zusätzlich für die Berechnung

des optimalen Weges weitere Parameter enthalten. Zu diesen Parametern gehören unter

anderem der nächste Hop, die Anzahl der Hops, Bandbreite, Auslastung, Delay

(Verzögerung), Verfügbarkeit und administrative Kosten. 4

Router 1

Ziel

Interface

193.12.1.*

IP1 193.12.1.2

193.12.2.*

IP2 193.12.2.2

3 Vgl. Uwe Hübner, http://iuk.in-chemnitz.de/iuk-demo/kap2/inetrout.htm, 24.03.2002.

4 Vgl. Frank Uhlig, http://www.frankuhlig.de/, was_ist_routing.pdf, S. 45.

6


Router 2

Ziel

Interface

193.12.2.*

IP1 193.12.2.1

193.12.3.*

IP2 193.12.3.2

Router 3

Ziel

Interface

193.12.1.*

IP1 193.12.1.3

193.12.3.*

IP2 193.12.3.3

Die obigen Routingtabellen geben dem jeweiligen Router Auskunft welche Zieladresse mit

welchem Interface des Router verbunden ist.

Die Routingtabellen sind um einen weiteren Eintrag für dem Router unbekannte

Netzwerke zu ergänzen. Beim sogenannten Default Routing werden Pakete an für den

Router unbe kannte Netze an einen Router weitergeleitet, der in der Routingtabelle als

Default-Router eingetragen ist.

In unserem Beispiel wäre der Default

-Router in der Routingtabelle des Routers 1 der

Router 2 und entsprechend der Router 1 in der Routingtabelle des Routers 2. So könnten

dann auch Pakete zwischen Rechner 1 und Rechner 2 über die Strecke Router 1 und

Router 2 ausgetauscht werden.

3.2.

statisches Routing

Beim statischen Routing werden die Routingtabellen manuell im Router angelegt.

5 Der

Administrator pflegt die Routen selber. Diese Vorgehensweise wird heutzutage nur selten

angewendet. Es ist bei sich ständig verändernden Netzen wie z.B. dem Internet aufgrund

des hohen Administrationsaufwand nicht möglich. Auch in Firmennetzen finden ständige

Veränderungsprozesse statt, die zur Anpassung der Routingtabellen führen können.

Desweiteren können eventuelle Ausfälle von Netzbestandteile nicht durch eine kurzfristige

alternative automatischen Routenfindung kompensiert werden.

3.3.

dynamisches Routing

Beim dynamischen Rou ting werden die Routingtabellen automatisch vom Router nach

bestimmten Algorithmen selbst gebildet und aktualisiert. Die Router tauschen dazu

5 Vgl. Frank Uhlig, http://www.frankuhlig.de/, was_ist_routing.pdf, S.20.

7


Informationen über spezielle Routing

-Protokolle aus. Diese liefern Informationen zu

unterschiedlichen Netzwerkpara metern, wie Übertragungsdauer, Last und Bandbreite.

Der Weg eines Paketes ist beim dynamischen Router nicht festgelegt. Er kann sich

abhängig vom Netzzustand und den davon abhängigen Router Informationen ändern.

Der Vorteil der Selbstverwaltung der Router

wird mit einem Overhead neben dem

normalen Datenverkehr erkauft. Unter Overhead versteht man hier den Datenaustausch

zwischen den Routern, der für den Informationsaustausch über den Netzzustand benötigt

wird. Er beeinträchtigt die tatsächliche Bandbreite d

es Netzes für die eigentlichen

Nutzdaten.

3.4.

Routing Protokolle

Häufig eingesetzte Routing Protokolle sind das IGRP (Interior Gateway Routing Protocol),

das RIP (Router Information Protocol), OSPF (Open Shortest Path First), BGP (Boarder

Gateway Protocol) und das NLSP (NetWare Link Services Protocol).

3.4.1. IGRP

Das Interior Gateway Routing Protocol (IGRP) wurde Mitte der 1980er Jahre von Cisco

Systems Inc. Für das Routing innerhalb eines autonomen System entwickelt. 6 Das IGRP

beruht auf dem Distance Vector Verfah ren, das Router auffordert ihre Routingtabellen in

regelmäßigen Abständen an benachbarte Router zu versenden. Dadurch können Router

Distanzen zu sämtlichen Knoten innerhalb des Netzwerkes berechnen.

3.4.2. RIP

Das klassische Routing ­Protokoll für den Ip -Bereich ist RIP, wobei RIP als Abkürzung für

Routing Information Protocol steht.

7 RIP verschickt Routing

-Update-Nachrichten in

regelmäßigen Abständen und wenn die Netzwerk -Topologie sich ändert. Die maximale

Anzahl von Hops (Rechnerknoten) ist auf 15 beschränkt. E in Zielnetzwerk, das mehr als

15 Hops entfernt ist, gilt als unerreichbar. Der maximale Durchmesser eines RIP

-

Netzwerkes ist damit auf kleiner 16 Hops festgelegt.

6 Vgl. Handbuch Netzwerktechnologien, Markt & Technik Verlag, S. 705 f..

7 Vgl. Dirk Larisch, Netzwerktechnik, Verlag moderne Industrie Buch AG & Co. Kg, Landsberg, S.

126.

8


3.4.3. OSPF

Das OSPF Protokoll, das für Open Shortest Path First steht und übersetzt so viel wie

,,Nimm zuerst den kürzesten Weg!" bedeutet, kann ebenfalls im IP

-Umfeld eingesetzt

werden. OSPF bietet gegenüber RIP die Vorteile, das Netz geringer zu belasten,

schneller auf Topologieänderungen zu reagieren, effizienter in hierarchischen

Netzstrukturen zu s ein und größere Entfernungen überbrücken zu können. 8 Der Einsatz

von OSPF erfordert jedoch enorme Konfigurationsvorgaben und wird daher seltener

eingesetzt.

3.4.4. BGP

Das Border Gateway Protocol (BGP) dient dem Routing zwischen autonomen Systemen,

wobei ein autonomes System ein einheitlich administriertes Netzwerk darstellt. 9 BGP wird

zwischen Internet Service Providern (ISP) eingesetzt, um Routing

-Informationen im

Internet auszutauschen. In Firmennetzwerken wird BGP nicht eingesetzt.

3.4.5. NLSP

Das NetWare Link Serv ices Protocol wurde von Novell entwickelt. NLSP

-basierende

Router garantieren eine Zustellug der Daten und ein verbessertes Routing, weil die

Router eine vollständige Abbildung des Netzwerkes speichern.

10 NLSP wurde für den

Einsatz mit IPX von Novell optimiert.

8 Vgl. Dirk Larisch, Net zwerktechnik, Verlag moderne Industrie Buch AG & Co. Kg, Landsberg, S.

126.

9 Vgl. Handbuch Netzwerktechnologien, Markt & Technik Verlag, S. 669.

10 Vgl. Handbuch Netzwerktechnologien, Markt & Technik Verlag, S. 734.

9


4. Hardware Router

Hardwarerouter sind speziell für den Einsatz als Router hergestellt Geräte. Sie

unterstützen meistens mehrere Routingprotokolle.

Wie ein Computer besteht ein Router auch aus CPU und Speicher. Zusätzlich besteht ein

Router aus mehreren Netzwerkadaptern, die eine Verbindung zu jenen Netzen herstellen,

die mit dem Router verbunden werden sollen. Dies können Ethernet

-Anschlüsse, ISDN -

Anschlüsse oder auch DSL

-Anschlüsse sein. ISDN

- und DSL

-Router bestehen

normalerweise aus einem Anschluss z

um öffentlichen Netz (ISDN oder DSL) und

mehreren Anschlüssen zum Ethernet -Netz.

Die Netzwerkadapter sind meist über einen Systembus mit der CPU des Routers

verbunden. Der Hauptspeicher wird von der CPU benötigt um die Programme zur

Berechnung der Routen u nd die Routingtabellen selbst aufzubewahren. 11

Abbildung 2 Komponenten von Routern12

Der oben beschriebene und abgebildete Aufbau eines Router ist für den Einsatz in

Hochgeschwindigkeitsnetzen im Gigabitbereich nicht geeignet.

Die zu verarbeitende

Datenmengen würden den Systembus und die CPU überlasten. Bei Hochleistungsrouter,

die für solche Einsatzzwecke hergestellt werden, erhält jeder Netzwerkadapter zusätzlich

eine eigene CPU und Speicher. Im Speicher wird eine Kopie der ze ntralen Routingtabelle

abgelegt. Der so ausgerüstete Netzwerkadapter kann eintreffende Datenpakete direkt

analysieren und an den entsprechenden Ausgangsadapter weiterleiten. Die zentrale CPU

des Routers wird nur noch für die Ausführung der Routingprotokoll e und der Verwaltung

11 Vgl. Prof. Jürgen Plate, Grundlagen Computernetze, http://www.netzmafia.de/ , 01.04.2002.

12 Vgl. Prof. Jürgen Plate, Grundlagen Computernetze, http://www.netzmafia.de/ , 01.04.2002.

10


der zentralen Routingtabelle benötigt. Bei Änderungen der zentralen Routingtabelle wird

diese in den Arbeitspeicher der Netzwerkadapter kopiert.

5. Software Router

Man spricht von Softwareroutern, wenn eine Applikation das Routing mit ei

nem

,,normalen" PC ermöglicht. Die Intelligenz, die bei den Hardwareroutern eingebrannt ist,

wird hierbei durch die Software implementiert.

5.1.

MS Windows 98 SE / ME

Mit der Internetverbindungsfreigabe hat Microsoft für Heimnetzwerke eine einfache

Möglichkeit geschaffen, eine Internetverbindung in einem Netzwerk zu teilen.

13 Die

Internetfreigabe gehört seit Windows 98 SE zum Installationsumfang. ,,Die

Internetverbindungsfreigabe (ICS, Internet Connection Sharing) ermöglicht es, die

Computer eines Heimnetzwerks fü r die gemeinsame Nutzung eines Internetanschlusses

einzurichten. [...] Jeder angeschlossene Computer kann praktisch alle Internetdienste in

Anspruch nehmen, die ihm normalerweise bei direktem Zugang zum Internet zur

Verfügung stehen würden." 14 Der ICS -Host, der Rechner der die Internetdienste im

Netzwerk bereitstellt, benötigt den Adapter für die Internetverbindung und einen Adapter

für den Anschluß an das Heimnetzwerk. Wird die Internetverbindung über ein externes

Kabelmodem (DSL), das an den Netzwerkadapte r angeschlossen wird, hergestellt muss

der ICS Host über eine zusätzliche Netzwerkkarte für das Heimnetzwerk verfügen.

Aufgrund der geringeren Hardwareansprüche, der höheren Stabilität und der entfallenden

Lizenzkosten ziehen ambitionierte Nutzer den fli4

l-Router (siehe 5.3) der Windows

Internetfreigabe vor.

5.2.

Windows NT / 2000

Unter Windows NT / 2000 ist Routing durch Aktivieren des "IP

-Forwarding" in der

erweiterten TCP/IP -Konfiguration zu ermöglichen. Daraufhin sorgt Windows NT

für das

13 Vgl. MS Windows ME Hilfe.

14 MS Windows Me Hilfe.

11


Routing zwischen den Teilnetzen.15 Der Rechner kann dazu mit mehreren Netzwerkkarten

ausgestattet sein, die an unterschiedliche physikalische Subnetze angeschlossen sind. 16

Abbildung 3 IP-Forwarding

Der Windows NT -Router kann für statisches Routing eingerichtet werden. Die Definition

einer statischen Route erfolgt auf der Kommandoebene mit dem Befehl Route Add.

Es folgt ein Beispiel für die Definition einer statischen Route:

Route Add 199.199.41.0 MASK 255.255.255.0 199.199.40.1 METRIC 2

Die Route in diesem Beispiel bedeutet folgendes: Um in das Teilnetz 199.199.41.0 mit der

Maske 255.255.255.0 zu gelangen, muss Gateway 199.199.40.1 verwendet werden. Das

Teilnetz ist 2 Abschnitte (Hops) weit entfernt. Eine statische

Route muss auch für den

nächsten Router hinzugefügt werden, um diesem mitzuteilen, wie der Weg zurück in

Teilnetze verläuft, die über den ersten Router zu erreichen sind. Umfasst ein Netzwerk

mehrere oder gar viele Router, können statische Routen sehr kom pliziert werden.

"Folgende wichtige Befehle stehen zur Verfügung:

· route print: Druckt die Routing-Tabelle

· route add: Fügt eine Route zur Routing -Tabelle hinzu

· route delete: Löscht eine Route

· route change: Verändert eine bestehende Route" 17

15 Vgl. http://www.microsoft.com/intlKB/germany/support/kb/D34/D34991.htm, 22.05.2002.

16 Vgl. http://www.galad.com/certify/mcse/texte/tcpip.htm, 22.05.2002.

17 Stephanie Schuh, http://www.uni-trier.de/urt/user/schuh/winnt/kap_12/kap_12.html, 22.05.2002.

12


Durch In stallation des MPR (Multi Protocol Router) kann der Windows NT

-Router auch

dynamisches Routing realisieren.18 Der MPR besteht unter anderem aus der Komponente

RIP (Router Information Protocol).

RIP wird von Routern zum dynamischen Austausch von Routing

-Informationen

verwendet. RIP-Router geben ihre Routing-Tabellen per Broadcasting standardmäßig alle

30 Sekunden bekannt. Andere RIP

-Router überwachen diese RIP

-Broadcasts und

aktualisieren ihre eigenen Routing -Tabellen.

5.3.

Linux

Ein Linux -basierender ISDN -, DSL - und Ethernet -Router ist fli4l. 19 Dieser Router findet

bereits auf einer herkömmlichen Diskette Platz und wird im Internet auf der Seite

http://www.fli4l.de/ zum kostenfreien Download angeboten.

Seinen Betrieb kann der Ro uter bereits auf einem Computer mit 486er CPU und 16 MB

Arbeitsspeicher aufnehmen. Es ist keine Festplatte erforderlich. Im extremsten Fall kann

auf jegliche Peripherie bis auf das Diskettenlaufwerk und die Netzwerkinterfaces

verzichtet werden. Sogar auf die Grafikkarte kann verzichtet werden. Wegen den geringen

Hardwareansprüchen ist der fl4l Router in vielen Privathaushalten mit der wachsenden

Verbreitung von DSL im Einsatz. Ausrangierte Hardware kann mit dieser Software die

Funktionen eines Hardwareroute rs, der für Preise ab ca. 150

im Computerhandel

erstanden werden kann, übernehmen. Der DSL Anschluss kann mit Hilfe eines DSL

Routers von mehreren Stationen genutzt werden.

5.3.1 Konfiguration des Routers

Der Router basiert auf Linux 2.2.19. Zur Erstell ung der Bootdiskette kann ein Windows

Rechner genutzt werden. Die Konfiguration erfolgt durch das Setzen von Parametern in

einer einzigen Textdatei. Die Textdatei kann mit jedem beliebigen Texteditor bearbeitet

werden. Im Internet steht zu diesem Zwecke ei

ne ca. 70 Seiten umfassende

Dokumentation zur Verfügung.

18 Vgl. S

tephanie Schuh,

http://www.uni-trier.de/urt/user/schuh/winnt/kap_12/kap_12.html,

22.05.2002.

19 Vgl. http://www.fli4l.de/german/extern/docu/stable/doc/deutsch/text/readme.txt, 24.03.2002

13


Abbildung 4 Screenshot Konfigurationsdatei

Mit entsprechenden Grundlagenkenntnissen über Routing kann man die Konfiguration

und den Anschluss an das Netzwerk innerhalb weniger Stunden realisieren. Abbildung 3

zeigt einen Ausschnitt aus der Konfigurationsdatei.

Nach abgeschlossener Konfiguration erstellt der Anwender die Bootdiskette. Dazu wird für

Windowsanwender im Download eine Stapelverarbeitungsdatei mitgeliefert, d ie lediglich

in einem Dos -Fenster ausgeführt werden muss. Der Rechner kann nun mit Hilfe dieser

Bootdiskette seinen Betrieb als Router aufnehmen.

Für Windows Anwender steht im Internet ebenfalls ein Tool mit grafischer Oberfläche zur

Konfiguration bereit. Das Tool fliwiz ist ebenfalls kostenfrei und kann auf der fli4l

Homepage heruntergeladen werden. Abbildung 4 zeigt den ersten Installationsschritt mit

Hilfe des grafischen Installationstools. Die Benutzerangaben werden von dem

Installationstool wiederum i

n die Konfigurationsdatei geschrieben und es besteht

anschließend die Möglichkeit, die Diskette zu beschreiben.

14


Abbildung 5 Screenshot des grafischen Konfigurationstool für flil

5.3.2 Konfiguration der Windows Clients

Die Kon figuration der Windows Rechner im Netzwerk ist abschließend anzupassen. Sie

müssen im gleichen Netzwerk wie der Router mit einer eindeutigen IP

-Adresse

identifizierbar sein. Die Domain muss mit der Domain des fli4l

-Rechners identisch sein.

Damit die Window s Rechner bei Anfragen in fremde Netze (insbesondere das Internet)

ihre Anfrage an den fli4l -Rechner senden, ist dessen IP -Adresse als Standard Gateway

anzugeben. Die Namensauflösung übernimmt ebenfalls der fli4l -Rechner. Daher ist seine

IP-Adresse auch al s DNS -Server einzutragen. Mit Hilfe der Namensauflösung können

Anfragen innerhalb des Netzwerkes bereits ohne Internetzugang beantwortet werden.

Dem flil-Router unbekannte Namen werden ins Internet geleitet.

Das Netzwerk ist nun vollständig konfiguriert un

d funktionsfähig. Sollte es zu Fehlern

kommen steht auf der fli4l Homepage eine ausführliche FAQ und eine unterstützende

Community bereit.

15


6. Fazit

Im Rahmen der Hausarbeit wurden die Grundlagen von Routing beleuchtet. Im Hauptteil

wurde insbesondere die Ver wendung von Hardware - und Softwareroutern erläutert. Das

Linux Projekt ,,One Disk Router" stellt eine gute Alternative gegenüber der Internetfreigabe

von Windows dar. Die gute Performance wie auch die benötigten Ressourcen und die

entfallenen Lizenzkosten ü

bertreffen die Lösung von Microsoft. Ein Einsatz eines

Hardwarerouters ist allerdings in den meißten Fällen vorzuziehen. Hierbei ist der

Administrationsaufwand geringer (Plug & Play Router) und die dedizierte Hardware kann

eine noch höhere Leistung, Zuverl ässigkeit und sicherheit als ein Sotwarerouter bieten.

Die Unterhaltkosten sind durch den geringen Stromverbrauch ebenfalls geringer. Daraus

resultierend würde man den Hardwareroutern den Vorzug geben. Allerdings wird der

Linux ,,One Disk Router" von Tüftlern wahrscheinlich auch aus ideellen Gründen geschätzt

und weiterentwickelt.

16


Literaturverzeichnis

Cisco Press

(2001): Handbuch Netzwerktechnologien

Markt & Technik Verlag

galad.com

TCP/IP mit Windows NT 4.0

http://www.galad.com/certify/mcse/texte/tcpip.htm

Harnisch, Carsten

Netzwerktechnik

bhv Verlag Kaarst

Hübner, Uwe

Routing

http://iuk.in-chemnitz.de/iuk-demo/kap2/inetrout.htm

Larisch, Dirk

(2000): Netzwerktechnik

Verlag moderne Industrie Buch AG & Co. Kg Landsberg

Meyer, Frank

fli4l the on(e)-disk-router

http://www.fli4l.de/ge rman/extern/docu/stable/doc/deutsch/text/readme.t

xt

Microsoft GmbH

MS Windows Me Hilfe

Microsoft GmbH

Grundlagen zum TCP/IP-Routing für Windows NT

http://www.microsoft.com/intlKB/germany/support/kb/D34/D34991.htm

Plate, Prof. Jürgen

Grundlagen Computernetze

http://www.netzmafia.de/

Schuh, Stephanie

Windows NT - Grundlagen und Netzwerkkonzept

Schuh, Axel

http://www.uni-trier.de/urt/user/schuh/winnt/index.htm

Uhlig, Frank

Grundlagen der Datnekommunikation

http://www.frankuhlig.de/

was_ist_routing.pdf

17


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