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Examination Thesis, 2002, 48 Pages
Author: Helmut Kautz
Subject: Theology - Practical Theology
Details
Year: 2002
Pages: 48
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-05575-3
File size: 315 KB
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ZWEITE THEOLOGISCHE PRÜFUNG
Wissenschaftliche Arbeit
Analyse von angebotenen Glaubenskursen mit Blick auf ihre Eignung für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB.
Vorgelegt dem Theologischen Prüfungsamt
der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg
von
Helmut Kautz
Berlin, den 27. Oktober 2002
EINLEITUNG 3
1 DIE SITUATION DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN BERLIN-BRANDENBURG 4
1.1 Geografisch-Politisch 4
1.2 Geistlich-Religiös 5
1.3 Die Antwort der EKiBB 6
2 DIE ZIELGRUPPEN 10
2.1 Verhältnis zur Kirche 11
2.2 Verhältnis zu Gott 13
2.3 Die Voraussetzungen für gelingende Kommunikation 15
2.4 Was sind die häufigsten Einwände gegen das Christentum? 16
3 DIE ANGEBOTENEN KONZEPTE 16
3.1 ,,Alpha-Kurs" 17
3.2 ,,Christ werden - Christ bleiben" 19
3.3 ,,Stufen des Lebens" 22
3.4 ,,Fragen - Glauben - Feiern" 26
3.5 ,,Aufbrechen mit Fred" 28
3.6 ,,Impact" 30
4 DIE EIGNUNG VON GLAUBENSKURSEN FÜR ZIELGRUPPEN IN DER EKIBB 31
4.1 Was ist ein Glaubenskurs? 31
4.2 Kriterien der Eignung für verschiedene Zielgruppen 32
4.3 Die gemeindlichen Voraussetzungen für die Durchführung von Glaubenskursen 33
4.4 Analyse des ,,Alpha-Kurses" 33
4.5 Analyse des Kurses ,,Christ werden - Christ bleiben" 35
4.6 Analyse des Kurses ,,Stufen des Lebens" 36
4.7 Analyse des Kurses ,,Fragen - Glauben - Feiern" 37
4.8 Analyse des Kurses ,,Aufbrechen mit Fred" 38
4.9 Analyse des Kurses ,,Impact" 39
5 DER ERTRAG 40
LITERATURVERZEICHNIS 43
ANHANG: KURZÜBERSICHT ÜBER DIE EIGNUNG DER KURSE 1
Einleitung
,,Ich glaube an Gott! Wenn ich das meinem Mann erzähle."
Diesen aus dem tiefsten Herzen kommenden Satz sagte eine Frau zu mir, während sie einen Glaubenskurs besuchte. Sie erlebte eine ,,Intensivbegegnung"1 mit Gott. Das Zusammensein mit Christen, die darüber Auskunft gaben, was sie trägt, hatten zu dieser Begegnung beigetragen. Das ist ein Beispiel für Mission heute.
Der Ruf nach Mission und Evangelisation erklingt überall in unserem Land und in unserer Kirche ,,und zwar nicht um der Rettung der Kirche willen, sondern um der Rettung der Menschen willen"2.
Ein ,,Signal"3 geht aus von der ,,Missionssynode" der EKD in Leipzig 1999. Es sollen die ,,Herzrhythmusschäden"4 der Kirche angegangen werden. Der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste des Diakonischen Werkes in der EKD (AMD) spricht von einem ,,Wunder"5, dass Mission zum Thema in vielen Synoden, Gemeinden und Werken gemacht wird, mit der Absicht, ,,Menschen die Augen zu öffnen für die Wahrheit und die Schönheit der christlichen Botschaft"6.
Die Evangelische Kirche in Berlin - Brandenburg (EKiBB) hat in dieser Bewegung, mit ihrer schon 1998 erschienenen Schrift ,,Wachsen gegen den Trend"7 und den dann im Jahre 2000 beschlossenen ,,Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation"8 eine Vorreiterrolle eingenommen.
Zur Zeit befindet sich die EKiBB in einer Phase der ,,inhaltlichen Präzisierung des Missionsauftrages der Kirche ... (und auf der [H.K.]) Suche nach dafür geeigneten Handlungsformen"9.
Wie man die Menschen am besten erreicht, darüber kann man ,,trefflich streiten"10. Eins jedoch steht fest: die gute Nachricht von Jesus Christus muss mit der konkreten Lebenssituation der Menschen verbunden werden.11
Glaubenskurse als eine Handlungsform der Kirche spielen in der EKD bei diesem Ziel, seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle.12 Auch einige Gemeinden in unserer Kirche haben mit diesem Instrument gute Erfahrungen gemacht.13 Vielen ist aber meines Wissens nicht bekannt, welche Fülle von Glaubenskursen angeboten wird.
Die vorliegende Arbeit möchte interessierten Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich in kurzer, exemplarischer Form über verschiedene Konzepte von angebotenen Glaubenskursen und ihrer Eignung für verschiedene Zielgruppen zu informieren.
Die Arbeit bezieht sich auf die konkrete missionarische Situation der EKiBB (das missionarische Subjekt14).
Nach einer Darstellung der derzeitigen Lage der EKiBB wird der Frage nachgegangen, wie sie den ihr von Schrift (z.B.: Mt 28) und Bekenntnis (z.B. CA V und Barmen VI) her vorgegebenen Missionsauftrag15 heute und in Zukunft erfüllen will.
An zentraler Stelle soll dann gefragt werden, wen (das missionarische Objekt) die Kirche mit ihren missionarischen Bemühungen erreichen will. Ich beziehe mich dabei auf veröffentlichte Untersuchungen. Um die Fakten zu verdeutlichen, führe ich exemplarisch zur Illustration eigene Erfahrungen, Begegnungen und Erkenntnisse an.
Dann stelle ich dar, wie die Kirche Menschen missionieren kann. Gemäß meiner Aufgabenstellung beschränke ich mich auf Konzepte mit der Bezeichnung Glaubenskurs.
Nun erfolgt die Analyse der einzelnen Kurse im Blick auf ihre spezifische Leistungsfähigkeit und Eignung für die Zielgruppen der EKiBB.
Dann gebe ich eine zusammenfassende Antwort auf die Frage der Eignung von Glaubenskursen für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB. Das Ergebnis wird im Anhang in einer Vergleichstabelle dargestellt.
Am Schluss möchte ich Handlungsvorschläge für den weiteren Umgang der EKiBB mit Glaubenskursen vorlegen.
1 Die Situation der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg
1.1 Geografisch-Politisch
Die EKiBB ist eine Kirche, die allein durch ihre geografische Lage (ein hauptstädtisch geprägtes Bundesland umschlossen von einem eher ländlich geprägten Flächenland) voller Spannungen und Gegensätze steckt. Da ist zum Einen der Gegensatz von Stadt und Land und zum anderen der von Ost und West.
Das macht sich durch die Mitgliederzahlen pro Gemeinde und Kirchenkreis stark bemerkbar. So hat z.B. eine Kirchengemeinde in Lichtenrade (Berlin) mit knapp 20.000 Gemeindegliedern16 mehr Mitglieder als die Kirchenkreise Finsterwalde oder Lehnin-Belzig.
Die EKiBB hat 1,3 Mill. Mitglieder. Davon leben 850.000 in Berlin und 450.000 in Brandenburg. In Berlin gibt es 271 Gemeinden mit 245 Kirchengebäuden. In Brandenburg dagegen 1.335 Gemeinden mit 1.486 Predigtstätten. Das heißt also, dass etwa ein Drittel der Gesamtmitglieder über 75 Prozent aller Kirchen zur Verfügung haben. Allein aus diesen Zahlen wird deutlich, wie sehr manche Gemeinde zeitlich und finanziell mit dem Erhalt der ererbten Gebäude belastet ist, wenn man dazu noch bedenkt, dass über 500 Gemeinden weniger als 100 Mitglieder haben.
Ein weiterer Punkt ist, dass durch die reinen Verwaltungsaufgaben und Pflichten einer Gemeinde sehr viel psychische und physische Kraft gebunden wird. Wenn zu einer Gemeinde vier Friedhöfe mit je eigener Wasserrechnung, die von allen Grabstelleninhabern kassiert werden muss, gehören, sind die oft wenigen Getreuen schon fast ausreichend beschäftigt.
Der prozentuale Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung von Berlin-Brandenburg beträgt insgesamt 22,1%. Der Anteil in Brandenburg beträgt 20% und in Berlin 23,4%. Die Verteilung auf die Gebiete ist allerdings sehr unterschiedlich. So beträgt der Anteil der Kirchenmitglieder in bürgerlichen Bezirken im ehemaligen West-Berlin 40%. In weiter östlich gelegenen Bezirken wie Hellersdorf liegt der Anteil bei nur 7%. In Brandenburg gibt es allerdings auch Gebiete mit bis zu 30%.
Noch eine letzte Beobachtung zur Statistik: Der Anteil der Evangelischen in Berlin und Brandenburg an der Gesamtbevölkerung ist innerhalb von knapp 100 Jahren von ca. 85 Prozent auf 22 Prozent zurückgegangen.17 Der Anteil der Gottesdienstbesucher unter den Kirchenmitgliedern beträgt 2,5 Prozent. Es kommen, absolut gerechnet, 29 Gottesdienstbesucher auf einen hauptamtlichen Pfarrer.18 Und: in Berlin-Brandenburg kommen auf einen hauptamtlich bei der Kirche Beschäftigten 0,75 Gottesdienstbesucher.19
Schon allein an diesem kurzen und unvollständigen Gang durch die Zahlen und Fakten ist erkennbar, dass es äußerst dringlich ist, die bisherige Arbeitsweise der EKiBB, die als ihre ,,Mitte des Lebens"20 den Gottesdienst als Antwort auf das Tun Gottes in Christus benennt, daraufhin zu prüfen, ob sie noch weitere Elemente aufnehmen kann, die ihrer Mission dienen. Jede Form von Mission soll ja letztlich zum Glauben an Jesus Christus und damit zur Dankbarkeit gegenüber Gott führen.
1.2 Geistlich-Religiös
Die EKiBB hat eine lange Geschichte hinter sich und ist fest verwurzelt und etabliert in der Region. Nicht zuletzt deswegen hat sie durch die Gnade Gottes auch im Osten trotz Repression überlebt. Sie verfügt über eine flächendeckende Logistik (Ortsgemeinden, Pfarrer etc.) zur Ausbreitung des Evangeliums. Die EKiBB ist in der Öffentlichkeit anerkannt als Organisation, die sich gerade um die Belange der Schwachen, Kranken, Benachteiligten und am Rande der Gesellschaft Stehenden professionell und mit Erfolg bemüht. Die Beteiligung am RU zeigt, ,,dass auch nach einer langen Phase der Entkirchlichung ein Interesse für religiöse Fragen vorhanden ist"21. Wenn es eine Neigung für Fragen des Glaubens und des Lebens gibt, ist die Kirche immer noch ein gefragter Ansprechpartner. Der der Kirche allgemein weiterhin gegebene Vertrauensvorschuss (im Gegensatz zu den Freikirchen und anderen religiösen Anbietern) ist ein Pfund, mit dem gerade beim Thema Mission gewuchert werden kann.
Für das Glaubensleben ist in Berlin ,,immer ein kritischer Geist kennzeichnend gewesen ..., kritisch auch gegenüber Religion, während in Brandenburg eher eine unsentimentale, nüchtern-praktische Frömmigkeit herrschte"22. In Brandenburg wurde die Religion und die religiöse Praxis der Menschen meist im Konsens mit dem jeweiligen Landes- oder Gutsherrn bestimmt.23 In dieser Tradition stehend komplizierte sich natürlich das Verhältnis zur Kirche, als die ,,Herren" Nazis oder Kommunisten wurden. Kurz nach der Wende beobachtete ich eine kurze Unsicherheit bei den Menschen, wer denn wohl die ,,neuen Herren" seien. Einige vermuteten, dass es die Kirche wäre. Das hat sich aber nicht bewahrheitet und so treten aus diesem Grund die Menschen nicht wieder ein.
Das Verständnis, dass Kirche normal sei und zum Leben dazugehöre, ist in den vom Sozialismus geprägten Gebieten unserer Landeskirche fast vollständig weggebrochen. Der in Hellersdorf tätige Pfarrer Alexander Garth begegnet z.B. Menschen, ,,die erbost sind, dass jetzt die Kirche das Weihnachtsfest okkupiert, dass die Kirche den Menschen ihr Fest wegnimmt und daraus ein christliches Fest macht."24
Wer in so einem Umfeld neu zur Kirche hinzukommen will, entscheidet sich oft gegen die Mehrheitsmeinung der im Wohngebiet lebenden Menschen. ,,Die Entscheidung für einen Kircheneintritt ist also gewissermaßen eine Entscheidung gegen den Strom des seit 40 Jahren anhaltenden und auch nach der Wende nicht gestoppten gesellschaftlichen Bedeutungsverlustes der Kirchen. Dabei verlangt der Kircheneintritt vom einzelnen in besonderem Maße, daß er sich für diesen Schritt bewußt entscheidet."25
Ein Hemmnis für die Vermittlung der Kirche ist immer noch, dass Menschen die Kirche in jahrhundertelanger Tradition als ,,die da oben" oder ,,Moralaufsicht" verstehen. In dieser Denkweise hat das Evangelium seine ,,herzenwendende Kraft"26 verloren.
Soll die religiöse Situation der EKiBB beschrieben werden, bestimmen neben einigen ,,Inseln der Hoffnung" die Schlagworte Konfessionslosigkeit und Säkularisierung die Charakteristik. ,,Säkularisierung meint Leben ohne Gott bzw. Leben aus menschlichen Kräften und menschlichen Einsichten."27 Konfessionslosigkeit beschreibt die Menschen, die in keiner Kirche sind und auch keinen Kontakt mit ihr haben bzw. haben wollen. Sie erkennen entweder überhaupt keinen Bedarf an Religion oder befriedigen bzw. verdrängen auf anderen Wegen ihre Bedürfnisse nach Sinn und Antwort auf Lebensfragen.
In dieser Situation ist die ,,Tatsache prägend, dass sich in der evangelischen Kirche -nicht nur, aber natürlich auch in Berlin-Brandenburg- seit den Sechzigerjahren ein Prozess der Selbstsäkularisierung vollzogen hat"28 -im Westen durch praktisch-materialistische Moderne- im Osten Folge ,,des ideologischen Materialismus der SED-Kirchenpolitik"29. Oft fehlt den Gemeindegliedern die Kraft und der Mut angesichts von leeren Kirchenbänken oder als ,,Opfer eines epochalen moderngesellschaftlichen Säkularisierungsprozesses, in dessen Vollzug Religion und Kirche zunehmend an Bedeutung verlieren"30, nicht zu resignieren.
Hinsichtlich der Gefahr zu verzagen, gibt es keine Unterschiede zwischen Ost und West, Stadt und Land. Der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen schreibt: ,,Hinsichtlich der Kirchenmitgliedschaft sind Ost und West gar nicht so auffällig unterschieden wie angenommen..." und: ,,Wir müssen am Ende feststellen, wir sind genauso schwach und genauso menschlich, nur noch kräftig geschädigt."31
1.3 Die Antwort der EKiBB
Die Situation der EKiBB ist, wenn man die vorangegangene Beschreibung ernst nimmt, klar: ,,Es fehlen der Kirche Menschen, die Auskunft geben können über ihren Glauben, die den Gestus des Bekenntnisses zu Jesus Christus in dieser Gesellschaft mit einem lebendigen, zeitgenössischen Zeugnis erfüllen."32
Die EKiBB muss sich fragen, wie die Gemeindeglieder so auskunftsfähig werden können, dass sie die, die noch nicht in der Gemeinde sind, erreichen und ,,das, was nicht mehr selbstverständlich ist, neu verständlich machen"33.
,,Auf keinen Fall aber dürfen wir das Evangelium verdünnen, immer mehr `Rabatte´ gewähren und Gottes Geschehen, wie bei einer Geschäftsauflösung, verschleudern. Wenn wir es aller Schärfe berauben und nur zulassen, was den Menschen sowieso lieb ist und keine Entscheidungen fordert, könnte das doch nur die Antwort provozieren: Dann brauche ich mich ja nicht zu ändern. Dann bleibt eben alles beim alten, d.h. bei mir selbst."34
Die ,,Neubesinnung auf den Inhalt des christlichen Glaubens und eine geistliche Erneuerung der Kirche sind die entscheidenden Antworten"35 auf die Fragen, die die derzeitige Situation der EKiBB aufwirft.
Aus diesen Erkenntnissen heraus wurde in der EKiBB ein Prozess angestoßen, der die missionarische Kompetenz entscheidend verbessern soll.
Im Jahre 1998 wurde die Schrift ,,Wachsen gegen den Trend"36 als Grundlage für einen innerkirchlichen Dialog zum Thema ,,Mission" den Gemeinden übergeben. Sie sollte als Anregung auch zur Auseinandersetzung innerhalb der Gemeinden dienen.
Die Schrift nähert sich unter den Fragen: ,,Wo kommen wir her? Was hat sich verändert? Kirche - was ist das? Was ist zu tun? Kirche - wo ist ihr Platz?" dem Thema an.
Gleich zu Beginn (5) wird formuliert, was der Auftrag der Christen gegenüber dem Anderen ist: Dem ,,anderen die Kirche aufzuschließen, andere mit in die Kirche zu nehmen, anderen von der Kirche zu erzählen, wenn diese fragen: Wozu denn Kirche? oder: Was ist Euch heilig?" Diesen Auftrag zu erfüllen ist nicht Zugabe, sondern Wesen der Kirche. Alle Dinge, die die Gemeinde tut, ist als ,,Mission im Normalen" (20) zu verstehen. Es wird dazu aufgerufen, genau hinzuschauen, ob wir Menschen aufsuchen, einladen und begleiten oder nicht. Einer Analyse der Gemeinde sollen Konsequenzen folgen (22), die der Sendung dienen. Eine Voraussetzung für die Gesendeten ist dabei die eigene Begeisterung. Der Begeisterung von Jesus Christus sollen die Gemeindeveranstaltungen dienen.
Neben der Mission im Normalen sollte es aber auch spezielle missionarische Veranstaltungen geben (24). Es wird auf die breite Fülle der Möglichkeiten verwiesen. U.a. wird auch die Durchführung von Glaubenskursen ausdrücklich erwähnt (25).
Nach gut 2 Jahren der Diskussion beschloss die Herbstsynode der EKiBB am 18.11.2000 als Ergebnis der Erörterung ,,Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation"37.
Zwölf Leitsätze wurden vorgestellt, biblisch begründet, auf ihre Notwendigkeit und ihre Praktikabilität befragt.
Die Leitlinien gehen auf die Situation der EKiBB ein und stellen Mission und Evangelisation als die Hauptaufgabe der Kirche dar. Mit einer Vielzahl von ermutigenden Beispielen wollen sie Mitarbeiter neu motivieren. Mission wird dabei als ein dialogisches Prozessgeschehen verstanden (10).
Glaubenskurse werden unter dem Punkt ,,Die Auskunftsfähigkeit fördern" erwähnt. Sie sollen Christen befähigen, Antwort zu geben ,,auf die beiden Kernfragen: Was glaubt ihr Christen eigentlich? Und warum gehört ihr - noch oder wieder - dazu?" (13).
Wie aber entsteht christlicher Glaube, zu dem ja die ganzen ,,normalen" oder ,,speziellen" missionarischen Aktivitäten der EKiBB rufen?
1.3.1 Die Entstehung von Glauben
Christlicher Glaube ist eine Vertrauensbeziehung38 zur Person Jesus Christus. Vertrauen ist dabei der Mittelpunkt. Jeder Mensch ist herausgefordert, sich der Frage zu stellen: Vertraue ich im Leben und im Sterben auf Jesus Christus? Dafür, wie dieses Vertrauen zum Ausdruck kommt, gibt es verschiedene Formen. Ob es erlebt wird wie es die blutflüssige Frau (Mt 9), der sinkende Petrus (Mt 14), Paulus und Silas im Gefängnis (Apg 16), der Vater mit dem Sohn, der einen sprachlosen Geist hatte (Mk 9) oder die ganze Wolke der Zeugen (Hebr 12) erlebt haben, ist nicht wichtig, aber irgendwann sind alle anderen Sicherheiten, Traditionen und Gewissheiten aufgebraucht. Dann stellt sich die Frage: Hat Jesus jetzt und in meiner Situation Kraft, mir beizustehen, mich zu tragen? Es muss klar werden: ,,Was glauben wir wirklich?, d.h. so, dass wir mit unserem Leben daran hängen?"39
Dass aber ein Mensch dieses Vertrauen hat, ,,Jesus Christus als Heiland und Herrn der Welt und seines eigenen Lebens erkennt und sich zu ihm bekehrt, lebendiges Glied der Kirche und ein Zeuge Jesu Christi wird, daß ein Mensch also, wie wir es kurz sagen, zum Glauben kommt, dieses Geschehen ist allein das Werk des Heiligen Geistes."40
Das Werk des Heiligen Geistes aber ist kein magisches Geschehen. Sondern Gott wendet sich dem Menschen zu und der kann darauf reagieren, um so eine neue Wirklichkeit zu erfahren. Erkenntnis wird in der Bibel als Begegnung verstanden. ,,Es ist sehr aufschlussreich, dass das Alte Testament für Erkenntnis das gleiche Wort (jada) benutzt wie für `Geschlechtsverkehr´."41 Gott begegnet sowohl in der Schöpfung, als auch durch Jesus und lässt seine Wahrheit durch den Heiligen Geist in uns lebendig werden. Erkenntnis über die drei Begegnungsarten Gottes (Trinität) können aus der Wissenschaft, der Bibel und der Erfahrung gewonnen werden.42
Auf diesen drei Feldern dürfen wir Menschen mittun. Das geschieht in der Verkündigung.43 Christen können dabei sein, durch sie kann einem Menschen Christus begegnen. Glaubende können einen Menschen, der noch nicht glaubt, auf seinem Weg begleiten und in der Jüngerschaft anleiten.44 Die Aufgabe umfasst also glaubensweckende Verkündigung (Klaus Eickhoff beschreibt so Evangelisation45) und Lebensbegleitung (Karl Nipkow beschreibt so Bildung46).
Durch die zusammengesetzten Worte ,,Glauben" (Ziel der Evangelisation) und ,,Kurs" (ein Element der Bildung) sind bei den von mir zu untersuchenden Glaubenskursen die beiden in der gegenwärtigen Praxis der EKiBB oft noch getrennten Bereiche Evangelisation und Bildung scheinbar zusammengekommen. Die Frage ergibt sich, ob sie auch eine gelungene Synthese von Elementen der Evangelisation und der Bildung zur ,,evangelistischen Bildung" sind.
Im Folgenden sollen wichtige Merkmale von Evangelisation und Bildung aufgeführt werden, um daran zu überprüfen, ob im Konzept der Glaubenskurse tatsächlich die beiden Bereiche zusammenkommen oder es der Name nur verspricht.
1.3.1.1 Evangelisation
Der Begriff bedeutet die Verkündigung des Evangeliums in einer Form, die den Glauben elementarisiert predigt und den Hörer ermutigt, bewusste und öffentliche Glaubensschritte zu vollziehen. In solcher Verkündigung wird deutlich ,,was Christ- sein heißt, und vor allem: wie man Christ werden kann"47.
Evangelisation geht davon aus, dass es im Leben eines jeden Menschen einen ,,lebensgeschichtlichen Einschnitt" gibt, ,,von dem an ´einst` und ´jetzt`"48 in bezug auf das Vertrauensverhältnis zum Retter Jesus Christus unterschieden werden können (Gal 4,8; Eph 2,11-13).
Dabei steht der Verkündiger in der Nachfolge Jesu und kann mit ihm sagen: ,,Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat. Wenn jemand will des Willen tun, der wird innewerden (erkennen), ob diese Lehre von Gott sei oder ob ich von mir selbst rede. Wer von sich selbst redet, der sucht seine eigne Ehre; wer aber sucht die Ehre des, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und ist keine Ungerechtigkeit an ihm" (Joh.7,16 und 17).
Wenn wir verkündigen und Menschen uns zuhören, können sie ausprobieren, ob Jesus Christus sie trägt. Das ist das Erleben der Wahrheit des Glaubens. Dass die Menschen es hören und darauf reagieren, ist ein Geschenk Gottes, der den rechten Kairos für die Verkündigung schenkt.
Dabei beinhaltet die Verkündigung nicht nur Jesus Christus als Helfer und Stütze in Defizit-, Mangel-, Extrem-, Grenz- oder Noterfahrungen, sondern auch ganz bewusst die Herausforderung zum ,,Abenteuer Christsein" im normalen Leben. Denn nur bei diesem Wagnis gibt es einen Herrn, auf den man wirklich immer zählen kann (Gott), einen Auftrag, der wichtig ist (Reich Gottes) und eine Ausrüstung, die zur Aufgabe befähigt (geistliche Gaben).49
Sachgemäße Evangelisation verkündet die ,,Rettung des Menschen aus seiner Verlorenheit"50, sie lädt ein zur Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus ,,damit niemand die Rettung verpasst"51 und zu einem ,,verbindlichen Schritt in den Glauben"52.
1.3.1.2 Bildung
,,Bildung ist Lebensbegleitung, ist stetige lebensbegleitende Hilfe, um mit dem, was passieren kann und passiert, vorausblickend oder zurückblickend selbstständig zu Rande zu kommen"53, bringt es Karl Ernst Nipkow auf den Punkt.
Der Bildungsauftrag der Kirche lautet im Konzert der Bildungsträger, die Ermöglichung des Wissens über den Glauben. Denn wie sich ein Mensch ,,entscheidet und im einzelnen religiös fühlt, denkt und urteilt, ist seine Sache, aber er sollte möglichst eine begründete Haltung entwickeln"54.
Für die Bildung von Erwachsenen bedeutet das nun, sie ,,nicht nur fachtheologisch in Kenntnis (zu [H.K.]) setzen ..., sondern gleichzeitig auch Verstehen erschließen (zu lassen [H.K.]) und zu eigener, persönlicher Glaubenseinsicht"55 zu ermutigen.
Inhaltlich ist bei der Bildung von Erwachsenen sehr genau nach den Interessen, Problemen und Lebenszusammenhängen der Teilnehmer zu schauen.56 Im Bereich des Glaubens kann das nicht ohne die Beachtung der ,,Stufen des Glaubens"57 mit oder ohne Religion geschehen. Jeder Mensch ist in seiner Subjektivität beachtet, wenn nicht ,,binnentheologisch oder kirchlich Wichtiges, sondern für die Daseins- und Wertorientierung sowie die Lebensgestaltung Bedeutungsvolles"58 Thema ist.
Es muss zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung von Lehrenden und Lernenden kommen. Jede Form von Ersatzvornahme und Bevormundung ist zu vermeiden. Die Menschen haben alle ihre eigenen Lebensgeschichten. Der Rückbezug auf ihr Leben und die Deutung der Erlebnisse sollten durch ,,biographisches Lernen"59 ermöglicht werden.
Jede Bildungsaktivität ist darauf zu befragen, ob sie es dem Einzelnen ermöglicht, sich Geschichte anzueignen, Zusammenhänge zu erkennen, Macht und Herrschaft zu durchschauen, Standorte zu bestimmen, Handlungsmöglichkeiten einzuschätzen, Interessen zu erkennen, Erfahrungen aufzuarbeiten, Handlungsansätze zu entwickeln, Forderungen einzubringen, Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen.60
1.3.1.3 Evangelisation und Bildung - Bekehrung im Lebenslauf
Die Quelle von vielen unproduktiven Auseinandersetzungen zum Thema ,,Mission"61 auch in unserer Kirche ist die Verwechslung von Glaubensauffassung (faith) und dem Glaubensinhalt (belief), von Glaubensstufen und soteriologischen Stufen.62 Bei vielen Gesprächen verstehen sich die Teilnehmer nicht, weil beide Glauben sagen und die Einen Verstehen, Aneignung und Ausüben meinen und die Anderen das Geschehen der Rettung aus der Verlorenheit.
Fowler hat in seinem oben genannten Buch beschrieben, dass es einen Zusammenhang zwischen religiöser Entwicklung und dem Lebensalter gibt. Von dieser Theorie her kann jedes Handeln am Menschen als Begleitung an einem bestimmten Punkt der Glaubensentwicklung, die nicht unbedingt christlich sein muss, verstanden werden. Das ist das oben beschriebene Interesse von Bildung.
Bekehrung wird in diesem System als ,,bedeutungsvolle Neuausrichtung der früheren oder unbewussten Wert- und Machtbilder eines Menschen und die bewusste Übernahme einer neuen Reihe von ´master stories` bei dem Entschluß, sein Leben in einer neuen Interpretations- und Handlungsgemeinschaft neu zu gestalten"63, verstanden. Die Neuausrichtung ist das Ziel der Evangelisation.
Untersuchungen ergaben, dass in den meisten Fällen, die Bekehrung keine Veränderung der Glaubensstufe bewirkte. Nur die Glaubensinhalte hatten sich verändert.64
Die Unterscheidung von Glaubensinhalt und Glaubensstufe könnte eine Allianz65 von fundierter Bildung und Evangelisation bei der Durchführung von Glaubenskursen erleichtern. Die Menschen werden in ihrer jeweiligen Situation erreicht. Gott weckt den rettenden Glauben wann er will durch das glaubensweckende Wort, das der jeweiligen Stufe des religiösen Verstehens gemäß verkündet wird.
2 Die Zielgruppen
,,Zielgruppen" beschreiben in der wissenschaftlichen Pädagogik eine Anzahl von Menschen, die gleiche ,,sozialstrukturelle Merkmale"66 besitzen. Es handelt sich um Geschlecht, Beruf, Wohnort, Sprache, Religion etc..
Meine Arbeit hat konkret die Bevölkerung in ihrer ganzen Vielfalt in der EKiBB im Blick. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, eine Analyse aller sozialstrukturellen Merkmale in ihrer Bedeutung für die Religion der Menschen vorzunehmen.67 Solch eine Erhebung muss jede Gemeinde, die einen Glaubenskurs in ihrer spezifischen Situation in die Tat umsetzen will, unbedingt selber durchführen.
Bei den missionarischen Bemühungen der Kirche geht es darum, eine Veränderung des Verhältnisses der Menschen a) zu Gott und b) zur Kirche68 zu bewirken. Deshalb werde ich eine Bestandsaufnahme69 auf diesen Gebieten vornehmen.
Danach wird nach Voraussetzungen für das Gelingen von Kommunikation über den christlichen Glauben, in missionarischer Situation, gefragt.70
Zum Schluss möchte ich noch die im Gespräch von Christen und Nichtchristen am häufigsten gestellten Fragen auflisten. Meines Erachtens müssen sie bei allen Bemühungen, den Glauben zu vermitteln, aufgenommen werden.
2.1 Verhältnis zur Kirche
2.1.1 distanzierte Kirchenmitglieder
Distanzierte Kirchenmitgliedschaft ist "eine vor allem volkskirchliche Form praktizierter Kirchenmitgliedschaft, die sich nicht in den gemeinschaftlichen Lebensformen der Kirche äußert"71. Wir haben es hier mit der Mehrheit der Kirchenmitglieder in der EKiBB zu tun. Sie bleiben der Kirche treu, wollen aber in ihrem ,,normalen" Leben nichts mit ihr zu tun haben. Ihnen ist durch eine - wenn auch geringe - kirchliche Sozialisation das Evangelium ,,vertraut und fremd zugleich"72. Die ,,Menschen meinen längst zu wissen, was es sagt, und wenden sich ab, weil sie nichts Neues davon erwarten, oder sie wissen nichts davon und meinen, dabei auch nichts zu verpassen. So kommt Entfremdung in Gang"73. ,,Für einige hat die Kirche noch die Qualitäten einer `Ordnungsdistanz´, für andere ist es eine `gesellschaftliche Institution´, zu der man sich persönlich zustimmend oder ablehnend verhalten kann, die jedoch in ihren traditionellen Aufgabenbeschreibungen weitgehend nur als Kirche für die anderen erscheint."74 Die anderen sind die Schwachen, Alten und Behinderten.
Persönlich wird die Kirche vor allem in ,,Grenzsituationen und an den Knotenpunkten des Lebens"75 in Anspruch genommen. Ein Kennzeichen von distanzierter Kirchlichkeit ist auch die Praktizierung einer offiziellen christlichen Religion. An hohen Festtagen und bei Kasualien nehmen die Mitglieder gern den Dienst der Kirche in Anspruch. Aber das, was für das Herz gebraucht wird, suchen sie in der Esoterik oder anderen religiösen Strömungen - als ihrer inoffiziellen Religion. Diese Haltung ist mir immer wieder während meines Gemeindevikariates in Berlin-Zehlendorf begegnet. Die Menschen berichteten mir begeistert von ihren nichtchristlichen religiösen Erfahrungen.
Eine Form der Distanz gibt es auch bei kirchlichem Personal. Ich bin mehrfach frustrierten und teilweise zynisch gewordenen Mitarbeiter begegnet. Wie sie mir teilweise selbst berichteten, hatten sie entweder nie ein persönliches Verhältnis zum christlichen Glauben und betrachteten die Kirche nur als Arbeitgeber oder ihr positives Verhältnis wurde durch persönliche Enttäuschungen massiv gestört. Abstand zum christlichen Glauben habe ich auch bei Pfarrern erlebt. Bei einem Konvent beschwor ein Pfarrer seine Kollegen regelrecht, ihr Tun nicht aus der Bibel zu begründen, weil sonst die ganze Bibel ernst genommen werden müsste. Zu meinem großen Erstaunen widersprach niemand.
2.1.2 Konfessionslose
Als konfessionslos76 werden Menschen bezeichnet, die nie in einer christlichen Gemeinschaft Mitglied waren oder aus ihr ausgetreten sind.
Ein Großteil der Konfessionslosen sagt von sich, dass Glaubensfragen für sie keine Wichtigkeit haben. Sie sind davon überzeugt, dass Religion in ihrem Leben keine Rolle spielt. Religion wird kritisiert als Ablenkung von irdischen Gegebenheiten und Aufgaben, die Kirche gilt vielen als erstarrte bürokratische Organisation"77.
Von denen, "die der Kirche - in Ost- und Westdeutschland - den Rücken gekehrt haben, sind - unabhängig von Alter und Bildung - zu über 90 Prozent nicht zu neuen kirchlichen Kontakten bereit"78. Das liegt zum Teil auch an ihren Erfahrungen und Vorurteilen. Wann immer ich mit Konfessionslosen ins Gespräch komme, wird die Kirche oft als eine Institution, die vor allem Geld haben will, insgesamt verlogen und ohne jede Wichtigkeit ist, eingeschätzt. Wenn Erlebnisse berichtet werden, sind es Zeugnisse kirchlichen Lebens, die von Langeweile und Unwichtigkeiten erzählen.
2.1.2.1 Konfessionslose (Ost)
Im Ostteil der Landeskirche ist die Konfessionslosigkeit ein fest in der Bevölkerung verankertes Phänomen.79 Menschen gehören teilweise schon über drei Generationen keiner Kirche mehr an. Sie besitzen zu großen Teilen ,,keine Kenntnis über Grundlagen, Grundaussagen, historische Wurzeln und gegenwärtige Praxis des christlichen Glaubens ... (und sind [H.K.]) im Herzen tief davon überzeugt, es mit einer überholten, quasi musealen Weltanschauung zu tun zu haben, die keine Bedeutung für (ihr [H.K.]) zukünftiges persönliches wie gesellschaftliches Leben hat"80.
2.1.2.2 Konfessionslose (West)
Die Konfessionslosen im Westen sind meist aus der Kirche ausgetreten. Als Begründung gibt es neben der Gleichgültigkeit die Auffassung, dass man sein Christsein ganz gut ohne die Kirche leben könnte. Aber auch die Höhe der Kirchensteuer hat damit zu tun.81 Oft können die Menschen mit dem ihnen bekannten ,,Absolutheitsanspruch" des christlichen Glaubens nichts anfangen. Ein allgemeines Misstrauen gegenüber Institutionen spielt aber auch eine Rolle.82
2.2 Verhältnis zu Gott
Da es bei Glaubenskursen um die Frage des Glaubens an Gott und seine Vermittlung geht, verwende ich hier die Terminologie der Umfrage von Klaus-Peter Jörns. Es ist die einzige mir zugängliche Untersuchung, die nicht vorrangig vom Verhältnis der Menschen zu einer Institution (wie z.B. Fremde Heimat Kirche) ausgeht, sondern von Weisen, ,,wie Menschen sich Gott und/oder transzendenten Mächten gegenüber verhalten"83. Es wird angesetzt ,,bei dem, was die Menschen wirklich glauben, bei den religiösen Realitäten" (56).84
Aufgrund seiner Untersuchungen, vorwiegend in Berlin, unterscheidet er zwischen Gottgläubigen, Transzendenzgläubigen, Unentschiedenen und Atheisten. Die Gruppen sollen hier vorgestellt und bei der Analyse der Glaubenskurse verwendet werden.
2.2.1 Gottgläubige
Diese Gruppe85 ist ,,durch den Glauben an einen persönlichen Gott charakterisiert" (56). Die Gottesbeziehung der Gottgläubigen drückt sich in großem Zutrauen darauf aus, ,,daß Gott der Welt zugewandt bleibt und im Gebet angesprochen werden kann" (210). Sie haben ein selbstkritisches Menschenbild und sind zu ethischem Handeln bereit.
Im ,,Vordergrund der Gläubigen steht das Interesse daran, dieses Leben sinnvoll leben zu können - oder bescheidener: wenigstens nicht in Sinnlosigkeit versinken zu müssen" (211). Die Untersuchung zeigte, dass bei Gottgläubigen ,,das traditionell Christliche nicht mehr als nur noch einen Bodensatz ausmacht" (211). Das lässt sehr aufhorchen, da sich von den Befragten viele als bewusste Christen bezeichneten.
2.2.2 Transzendenzgläubige
Hier handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die ,,an transzendente Wesen oder Mächte, aber nicht ausdrücklich an einen persönlichen Gott" (56) glaubt.
Ihr ,,Menschenbild ist skeptisch-(selbst)kritisch" (213). Gott wird nicht benötigt im Leben und auch nicht im Sterben bzw. für ein Leben nach dem Tod. Mission muss unterbleiben. Die Kirchen sind ausschließlich für Alte, Kranke und Gebrechliche da. Für Transzendenzgläubige spielen übersinnliche Kräfte und Energien eine Rolle. Der Sinn des Lebens wird mit ,,seelischem Gleichgewicht gleichgesetzt" (214).
,,Der Glaube der Transzendenzgläubigen hat in seinem Zentrum nichts mit einer Erlösungsreligion zu tun. Die Bedeutung dieses Glaubenstyps bzw. neuen Gesichtes Gottes geht auch daraus hervor, dass 15% der Evangelischen und 13% der Katholiken zu den Transzendenzgläubigen gehören - und damit, theologisch gesehen, längst aus den Kirchen ausgewandert sind bzw. eine neue Konfession in der Kirche darstellen. Und immerhin finden sich auch bei den (mittlerweile) Religionslosen 16%, die (noch) zu diesem Glaubenstyp gehören" (215).86
2.2.3 Unentschiedene
Hier werden von Jörns Menschen eingeordnet, von denen er sagt, sie ,,wollen sich einerseits nicht positiv festlegen, schließen aber andererseits zumindest den einen oder bzw. und den anderen der bisher genannten Glaubenstypen für sich nicht aus" (57).
,,Wir haben es bei den Unentschiedenen ... mit jungen Leuten zu tun, die noch nicht oder nicht berufstätig sind und weit eher religionslos oder evangelisch als katholisch (gewesen) sind" (216). Zweifel und Skepsis spielen bei ihnen eine Rolle. Sie scheinen in einem Durchgangsstadium zu sein. Die ,,Natur ist das wirkliche Gegenüber". Zu Gott wollen sie kaum Kontakt haben, sie sagen am häufigsten, dass Gott nichts tun kann. Sie erwarten aber von ihm, ,,daß er für den Fortbestand der Welt und Gerechtigkeit in ihr sorge". Als Sinngeber wird Gott erst an dritter Stelle gesehen. Sinn sehen sie vor allem in personalen Beziehungen. Bei Fragen nach dem Menschenbild ,,kreuzen sie besonders häufig jene Aussage an, die die Abhängigkeit von anderen Menschen schlecht nennt" (217).
2.2.4 Atheisten
Unter diesem Begriff werden die Personen zusammengefasst, ,,die jeder Form von transzendentem Wesen oder transzendenter Macht eine ausdrückliche Absage" (57) erteilen.87
Für sie spielt Politik und Naturwissenschaft eine große Rolle. Es sind laut der Untersuchung mehr Männer als Frauen. ,,Ganz offenbar wird die Werteordnung im säkularen `Heiligen Kosmos´ der Atheisten von einem positivistischen Wissenschaftsverständnis regiert" (218). Die Urknallhypothese wird deutlich bevorzugt. Der Glaube an die technischen Möglichkeiten zur Erhaltung der Welt und zum Lösen der drängenden Zukunftsfragen ist stark ausgeprägt. Atheisten sehen sehr wohl die destruktiven Möglichkeiten des Menschen, üben aber grundsätzlich nicht an den Menschen, sondern an den äußerlichen Verhältnissen Kritik. Sie selbst ,,entscheiden darüber, was gerecht ist". Sie haben einen nüchternen Umgang mit Krankheit und Leid und am wenigsten von allen Gruppen Angst vor Krankheit und Unfall. Der Sinn des Lebens wird bei ihnen mit ,,Arbeit und berufliche(r) Zufriedenheit" benannt. Religiöse Erziehung wird mehrheitlich abgelehnt. Erlösung ist nicht notwendig. 63% der Atheisten glauben, ,,daß nach diesem Leben nichts mehr kommt" (219).
,,Atheistisch heißt also positiv gefasst, daß der Mensch sich selbst Maß und Gegenüber ist und den `Heiligen Kosmos´ mit seinen aus der Ideengeschichte stammenden Wertvorstellungen besetzt" (220).
Eine besondere Form ist der durch den Marxismus-Leninismus geprägte Atheismus der Menschen in den östlichen Bundesländern. Er wird vom Berliner Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker wie folgt beschrieben: ,,Zu den zentralen Glaubenssätzen des DDR-Atheismus gehört88:
,,1. Der Marxismus-Leninismus (ML) ist die einzige wissenschaftliche Weltanschauung.
12. Religion ist Ausdruck eines unwissenschaftlichen Weltbildes und eines falschen Bewußtseins. ...
17. Religion als Ausdruck eines falschen Bewußtseins hat negative Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf das Individuum (Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung)."89
Als ,,Gründe für die fortbestehende Immunisierung gegen den christlichen Glauben nach dem Zusammenbruch des Sozialismus"90 benennt Filker weiter:
,,1. Die ML-Ideologie der DDR mit ihrem Atheismus bietet nach wie vor für viele Menschen ein in sich stimmiges Weltbild, das Antworten zu allen wichtigen Fragen gibt und das anscheinend auf wissenschaftlicher Grundlage steht.
3. Die ML-Ideologie stiftet Gemeinschaft und Identität. Sie verbindet Menschen in einem gemeinsamen Freund- und Feindbild.
7. Mit dem Festhalten an der ML-Deutung des Lebens schützt man sich gegen die Entwertung der eigenen Lebensgeschichte (»Trotzdem war in der DDR vieles besser.«, »Die gegenwärtigen Probleme beweisen, daß wir doch recht hatten.«).
8. Die ML-Ideologie weiß sich mit Werten wie Moral, Gemeinschaft, Solidarität dem Christentum verwandt und ebenbürtig, aber man lehnt den »ideologischen« Überbau ab (Existenz Gottes, Sühnetod Jesu, Trinität, Sünde, Himmel usw.)."91
2.3 Die Voraussetzungen für gelingende Kommunikation
Wie können wir mit den oben beschriebenen Menschen ins Gespräch kommen?
Hier sollen die Vorbedingungen für die erfolgreiche Verständigung über den christlichen Glauben referiert werden. Ich beziehe mich dabei auf die Untersuchungen von Lee Strobel.92
Menschen, die die Kirche als einengend und festgelegt empfinden, brauchen Freiraum. Raum für ihre Fragen in einer Kleingruppe und für ihre Beobachtungen in der Anonymität. ,,Man muss ihnen versichern, daß sie ihre Meinungen frei zum Ausdruck bringen können, die Echtheit der christlichen Lehrsätze in Frage stellen dürfen und die Wahrheit über Christus erforschen dürfen, solange sie brauchen, um zu ihrem eigenen Schluss zu kommen."93 Es ist wichtig, dass sie auf ihrer Suche auf authentische Christen treffen, bei denen Glaube und Leben eine Einheit ist.
Menschen, die die Christen mit ihren Ansichten für völlig antiquiert halten, müssen in ihrer Sprache, mit ihrer Musik angesprochen werden. Die Qualität der Darstellung in Form und Inhalt muss so hoch sein, dass der Eingeladene merkt: Hier bin ich willkommen, hier bin ich etwas wert. Für einen Atheisten können spontane Erfahrungen der Nähe Gottes oft mehr bewirken als ein vom christlichen Gesprächspartner gewonnenes Rededuell. Das heißt aber nicht, dass das Ringen um Wahrheit nicht stattfindet. Es ist dabei immer zu beachten: ,,keine Wahrheit kann nur subjektiv sein. ... Meine Wahrheit kann nicht nur die meine sein. Wenn sie nicht zumindest grundsätzlich als Wahrheit für alle behauptet werden kann - obwohl das vielleicht kaum jemand sonst zu sehen vermag - dann hört sie unweigerlich auch für mich auf, Wahrheit zu sein."94
Die meisten Menschen sehnen sich nach echten Beziehungen. In der Umfrage von Jörns antworteten die meisten Menschen auf die Frage nach dem Sinn des Lebens: ,,Gute Beziehungen zu nahen Menschen"95. Daraus resultiert eins: Alle unsere missionarischen Bemühungen müssen beziehungsorientiert sein.
2.4 Was sind die häufigsten Einwände gegen das Christentum?
Immer wieder begegnen mir bei Gesprächen über den Glauben, in Gottesdienstgesprächen, beim Unterricht, bei Evangelisationen etc. bestimmte Fragekomplexe. Auf diese, aus unterschiedlichsten Motiven (z.B. ehrliche Frage, Provokation, Ablenkung von anderen Problemen etc.) gestellten Fragen, muss eingegangen werden, will man die Menschen ernstnehmen.
In dem Buch ,,So wird ihr Glaube ansteckend"96 sind sie gut zusammengefasst und sollen hier referiert werden.
,,1. Lehren nicht alle Religionen in den Grundzügen dieselben Dinge und verwenden nur unterschiedliche Namen für Gott? 2. Solange jemand ganz aufrichtig glaubt, ist es doch egal, was er glaubt, oder? 3. Sind Christen nicht engstirnig, wenn sie denken, daß sie recht haben und alle anderen unrecht? 4. Welche Referenzen untermauern die Behauptungen, die das Christentum aufstellt? Gibt es dafür wirklich gute Beweise? 5. Warum sind Sie so überzeugt davon, daß die Bibel wahr ist? Es gibt so viele Autoren, so viele Übersetzungen, die Bibel ist über so viele Jahre hinweg geschrieben worden - da muss es doch Fehler geben. 6. Woher wissen Sie, daß Gott existiert? 7. Wenn es wirklich einen liebevollen und mächtigen Gott gibt - warum läßt er dann all das Böse in der Welt zu? 8. Was ist mit den unschuldigen Menschen, vor allem den kleinen Kindern, die leiden müssen - warum hilft Gott ihnen nicht?"97
3 Die angebotenen Konzepte
Um das Evangelium von Jesus Christus verständlich den Zielgruppen zu vermitteln, sollte die kirchliche Arbeit ,,bewußt Programme entwickeln und anbieten, die Kirchenferne und dem christlichen Glauben distanzierte Menschen ansprechen, mit dem Glauben bekanntmachen, in die Gemeinschaft der Christen hineinführen und verbindliche Glaubensschritte ermöglichen"98.
Obwohl Glaubenskurse in der EKiBB an verschiedenen Stellen praktiziert werden, gibt es für Interessierte noch zu wenig Möglichkeiten, sich darüber zu informieren. Da das Material fast aller Kurse nur über Schulungsseminare vertrieben wird, ist es schwer zugänglich. Deshalb möchte ich die untersuchten Kurse etwas ausführlicher darstellen. Dazu gehört insbesondere die exemplarische Darstellung einer kompletten Veranstaltung.
Aus der Vielzahl von Kursen, die sich selbst als Glaubenskurs bezeichnen (,,Alpha-Kurs", ,,Fragen - Glauben - Feiern", ,,Aufbrechen mit Fred", ,,Impact") oder so bezeichnet werden (,,Christ werden - Christ bleiben" und ,,Stufen des Lebens"99), habe ich sechs ausgewählt100. Ich tat dies aus folgenden Gründen: 1. Sie sind alle bis auf einen (,,Impact") in ganz Deutschland verbreitet. 2. Das Material ist entweder über den Buchhandel oder über die AMD zu beziehen. 3. Für alle Kurse ist eine Schulung möglich, oder Voraussetzung. 4. Sämtliche Kurse (bei ,,Aufbrechen mit Fred" konnte ich es leider nicht nachweisen) wurden oder werden in der EKiBB durchgeführt.
Jeder Kurs wird nach folgendem Raster vorgestellt:
Als erstes frage ich nach dem Verfasser und der Geschichte des Kurses. Aus den dargestellten Motiven für die Entwicklung eines Kurses wird oft schon deutlich, welche inhaltlichen und methodischen Schwerpunkte gesetzt werden. Als zweites wird die Form des Kurses, also die Methoden, Sozialformen etc. dargestellt. Daran kann man erkennen, wie den Menschen der Inhalt vermittelt wird und in wieweit die Teilnehmer in ihrer spezifischen Situation auch wirklich beachtet werden.
Anschließend benenne ich die im Kurs behandelten Themen. An dieser Stelle wird deutlich, welche Inhalte der christlichen Lehre den Verfassern wichtig sind.
Nach diesen ersten Informationen, kann der Leser seinen Eindruck noch vertiefen durch die exemplarische Darstellung einer Kursveranstaltung. Da es in einem Glaubenskurs letztlich immer um das Verhältnis zu Jesus Christus geht, habe ich immer solch ein Thema herausgesucht, welches zentral Jesus behandelt. Das erleichtert auch den Vergleich.
Als letzte Information werden noch die Bezugsquellen für die einzelnen Kurse genannt. So kann der interessierte Leser sich unkompliziert weitere Materialien besorgen.
Für die Darstellung der Kurse wurden, wenn nicht anders angegeben, nur die am Ende angegebenen Quellen verwendet.
3.1 ,,Alpha-Kurs"
3.1.1 Verfasser und Geschichte
Um das Jahr 1978 entwickelte Charles Marnheim, Pfarrer der anglikanischen Gemeinde ,,Holy Trinity" in Bromton, die Idee des ,,Alpha-Kurses". Er wollte Menschen, die neu in seine Gemeinde kamen, einen Einstieg in die Nachfolge Christi ermöglichen. Abendbrot, Vortrag und Diskussion waren damals schon Bestandteil. Die Themen waren: Wer ist Jesus? Wie und warum bete ich? Wie führt uns Gott? Nach seinem Weggang wurde der Kurs von anderen weitergeführt. 1990 übernahm der aus dem Atheismus kommende ehemalige Anwalt und jetzige Pastor Nicky Gumbel die Leitung der Gemeinde. Er bemerkte, dass die meisten Kursteilnehmer dem Glauben fernstanden. Um diese Menschen noch besser zu erreichen, arbeitete er den Kurs konsequent für Nichtchristen um. Der Kurs sollte von der Atmosphäre und vom Inhalt her so anziehend wie möglich sein. Der Kurs ist weltweit verbreitet. Zur Zeit finden in 130 Ländern 21.000 Kurse statt. In Deutschland finden an über 550 Orten mindestens einmal im Jahr Kurse statt.101
3.1.2 Formales
Eine verbindliche Anmeldung der Teilnehmer ist wünschenswert wegen der Einteilung der Gruppen. Der Kurs kann ab 2 Teilnehmern bis zu einer unbegrenzten Anzahl durchgeführt werden. Ein Abend dauert drei Stunden. Der Aufbau ist immer gleich: 1. Eintreffen der Gäste, Begrüßung mit einem Witz, Essen in Kleingruppen; 2. Ansagen und kurzes Singen von (Anbetungs-) Liedern; 3. Referat; 4. Kleingruppen.
Der Kurs wird zu gleichen Teilen von der Qualität des Essens, dem Referat und der Atmosphäre in den Kleingruppen bestimmt.
Eine Besonderheit ist das ,,Alphawochenende" etwa in der Mitte des Kurses. Mitarbeiter und Teilnehmer fahren gemeinsam in ein Hotel oder Rüstzeitheim. Die Themen über den Heiligen Geist werden dort besprochen.
3.1.3 Themen
Folgende Themen werden an 11 Abenden und einem gemeinsamen Wochenende behandelt: 1. Wer ist Jesus? 2. Warum starb Jesus? 3. Wie finde ich Gewissheit im Glauben? 4. Warum die Bibel lesen? 5. Warum und wie bete ich? 6. Wer ist der Heilige Geist? 7. Was bewirkt der Heilige Geist? 8. Wie werde ich vom Heiligen Geist erfüllt? 9. Wie widerstehe ich dem Bösen? 10. Wie führt uns Gott? Warum soll ich anderen von meinem Glauben erzählen? 11. Heilt Gott noch heute? 12. Wozu ist die Gemeinde da? 13. Wie mache ich das Beste aus meinem Leben? 14. Alpha-Fest
3.1.4 Exemplarische Veranstaltung
Thema 1: Wer ist Jesus?
A. Die Gäste werden von ihren Gruppenleitern begrüßt und gemeinsam wird ein warmes Essen zu sich genommen. Der Tisch ist passend zum Thema dekoriert und jeder Teilnehmer bekommt ein selbstgebasteltes Kreuz.
B. Nachdem das Geschirr abgeräumt ist, wird noch einmal begrüßt und das Musikteam beginnt, Lieder zu spielen. Wer will, kann die Texte dank dem Tageslichtschreiber mitverfolgen und/ oder mitsingen.
Jetzt wird das Referat zum Thema des Abends gehalten. Alle Teilnehmer haben vom Veranstalter die gleiche Bibelausgabe zum Mitlesen der angeführten Texte bekommen. Die Seitenzahlen werden jeweils angesagt. Außerdem können sie im Teilnehmerheft die wichtigsten Aussagen des Referats mitverfolgen.
C. Referat
Der Referent legt dar, dass es einen Glaubensschritt erfordert, Christ zu werden. Es ist aber ein Schritt, der auf soliden historischen Grundlagen beruht. Als Begründung wird die Existenz von Jesus angeführt.
Dafür gibt es Hinweise außerhalb der Bibel (Tacitus, Suetonius, Josephus). Aber auch die Zuverlässigkeit der Angaben über Jesus im Neuen Testament wird genannt. Anhand eines Vergleiches mit anderen historischen Werken (Livius, Cäsar, Herodot) wird gezeigt, wie zuverlässig das Neue Testament überliefert wurde.
Dass Jesus ganz Mensch war, ist, so wird weiter ausgeführt, unbestritten. Er hatte einen menschlichen Körper, menschliche Gefühle und Erfahrungen.
Die Frage ist: War er mehr als nur ein menschlicher, religiöser Lehrer?
Hier wird zuerst gefragt: Was hat Jesus über sich selbst gesagt? Zunächst werden seine Aussagen über sich selbst herangezogen: Ich-bin-Aussagen (aus dem Johannesevangelium), Mein Königreich (Lukas 22,30), Folgt mir nach (Markus 1,17) usw..
Dann werden seine indirekten Ansprüche (Sünden vergeben, die Welt richten und seine direkten Ansprüche (Messias, Sohn Gottes, Ich und der Vater sind eins usw.) angeführt.
Hier wird die Frage aufgeworfen, wie denn diese Ansprüche zu prüfen seien. Es werden drei Möglichkeiten aufgeführt: 1. Jesus war ein Betrüger 2. Jesus war wahnsinnig oder 3. sein Anspruch stimmt.
Die drei Möglichkeiten müssen geprüft werden. Deshalb wird nach Belegen für den Anspruch von Jesus gesucht und danach gefragt, was wir über sein Leben wissen.
Der Referent spricht nun über Jesu Lehre, die Bergpredigt, Jesu Werke, seinen Charakter, über die erfüllten Prophezeiungen des Alten Testamentes und die Auferstehung Jesu von den Toten.
Die Tatsache der Auferstehung wird näher behandelt.
Für die Auferstehung spricht 1. sein leeres Grab (verschiedene Theorien wie: Leichnam von den Jüngern oder den Behörden gestohlen, Jesus starb nicht usw. werden widerlegt) 2. Die Erscheinungen vor seinen Jüngern (auch hier werden Gegenthesen angesprochen) 3. Die unmittelbare Auswirkung (Entstehung und Wachstum der christlichen Kirche) und 4. Die Erfahrungen der Christen in den folgenden Jahrhunderten.
Der Referent fasst zusammen, dass es völlig unrealistisch ist, Jesus für einen Verrückten oder Kriminellen zu halten. Er zitiert am Ende den ehemaligen Atheisten C.S.Lewis: ,,Wir sehen uns demnach einer beeindruckenden Alternative gegenüber. Der Mann, über den wir gesprochen haben, war (und ist) genau das, was er sagte oder er ist ein Verrückter oder etwas noch Schlimmeres. Nun scheint es mir aber offensichtlich, daß er weder ein Verrückter noch ein Betrüger war; folgerichtig muss ich akzeptieren, wie seltsam, erschreckend oder unvorstellbar mir es auch vorkommen mag, daß er Gott war und ist. Gott ist in menschlicher Gestalt in dieser, vom Feind beherrschten Welt gelandet."102
D. Kleingruppen
Die Runde beginnt mit der Aufforderung, als erstes Verstehensfragen zu stellen. Die Leitung weist immer wieder darauf hin, dass alle Fragen wichtig sind. Es geht nicht um richtige Antworten, sondern um das Gespräch. Folglich wird als nächstes gefragt, was heute dem Einzelnen aufgefallen ist, was ihm nicht passt oder nicht gefällt.
Im weiteren Verlauf können folgende Fragen vom Gesprächsleiter gestellt werden: Welche Antwort würden Sie jemandem geben, der meint, Christ zu werden sei ein ,,blinder Sprung ins Ungewisse"? Was halten Sie von Beweisen für die Auferstehung? oder: Wenn Jesus der Sohn Gottes ist, was bedeutet das dann für Sie?
Wenn es sich ergibt, kann am Ende der Runde gebetet werden.
Auf den pünktlichen Abschluss wird sehr geachtet.
3.1.5 Kontakte und Literatur
Gumbel, Nicky: Fragen an das Leben, Asslar 1999. (Hier findet man ausführliche Referate) |
Holy Trinity Brompton Church (Hg.): Der Alpha-Kurs, Wiesbaden 1996. (Teilnehmerheft und Trainingsheft für Leiter) |
http://alpha.tcf.de |
3.2 ,,Christ werden - Christ bleiben"
3.2.1 Verfasser und Geschichte
In Anlehnung an den Grundkurs des Glaubens von Wolfram Kopfermann103 entwickelte Burghard Krause (zur Zeit Superintendent im Kirchenkreis Rothenburg/Wümme) diesen Kurs. Er ging dabei von den mit anderen Kursen gemachten Erfahrungen aus und zeichnete ,,sie bewußt in einen (volks-)kirchlichen, lutherischen und norddeutschen Kontext"104 ein. Der Kurs wurde weiterentwickelt und wird nun von der AMD überregional angeboten und liegt inzwischen in 6 Sprachen vor und wurde von über 150.000 Menschen weltweit besucht.
3.2.2 Formales
Die Anzahl der Teilnehmenden ist nur durch die Räumlichkeiten und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Gesprächsgruppenleiter begrenzt (max. Gruppengröße 8 Personen).
Für den Kurs wird umfangreiches Material zur Verfügung gestellt (Leiterbuch und CD-ROM). Allerdings erhält man es nur nach vorheriger Schulung.
Ablauf
1. Eröffnung: Begrüßung/ Ansagen/ Singen
2. erstes Referat zum Thema (ca. 30-40 Min.)
3. Gruppengespräch (30 Min) in immer gleicher Zusammensetzung
4. zweites Referat zum Thema (ca. 30 Min.)
5. Singen
6. Verabschiedung
Gesamtdauer: 2 Stunden
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich. Der erste Abend kann allerdings als ,,Schnupperabend" angeboten werden. Den Abschluss bildet ein nichtöffentlicher Abendmahlsgottesdienst.
3.2.3 Themen
1. Vom Land des Glaubens - und wie es sich erkunden lässt
(Begrüßung, Vorstellung des Referenten, der Themen und des organisatorischen Ablaufs)
2. Vom Sinn unseres Lebens - und wie wir ihm auf die Spur kommen
(Verschiedene Aspekte der ,,Sinnfrage" werden behandelt und mögliche Umgangsweisen vorgestellt, ohne eine Antwort zu geben. Eine erste Fährte zur Beantwortung wird aber gelegt.)
3. Von Glaubenshindernissen - und wie wir damit umgehen lernen
(intellektuelle Einwände und existentielle Glaubensbarrieren; eingegangen wird im zweiten Teil auf den Umgang mit inneren Verletzungen)
4. Von der Krankheit des Misstrauens - und wie wir davon geheilt werden können
(Sünde als Beziehungsstörung und Gottes Entgegenkommen in Lukas 15)
5. Vom Himmel auf Erden - und wie er über uns aufgeht
(Wer ist Jesus? Rechtfertigung und Nachfolge)
6. Von Gottes Anfang mit uns - und wie wir Christ werden
(Wer ist ein Christ? Verhältnis Taufe und Glaube)
7. Von Gottes Treue zu uns - und wie wir Christ bleiben
(Geist Gottes als Kraftquelle in der Gemeinde)
8. Von Gottes Menschenfreundlichkeit - und wie sie sich feiern lässt (Abschlussgottesdienst: Umkehrliturgie, Entlastungsbrief an Gott, Antwortgebet des Glaubens und Segnung)
3.2.4 Exemplarische Veranstaltung
Das Leiterhandbuch bietet Folgendes für die Einheit 5 (Wer ist Jesus?):
A. Didaktische Hinweise
Hier wird kurz die Sehnsucht nach dem Himmel dargestellt und auf Jesus verwiesen, mit dem der Himmel auf die Erde kommt.
B. Methodische Hinweise
Hier werden die Fragen für das Gruppengespräch formuliert.
C. Inhaltliche Hinweise zu den mitgelieferten 20 Bildern, Liedvorschläge: Ich lobe meinen Gott EG 272; Der Himmel geht über allen auf EG 588; Einer ist unser Leben (Menschenkinderlieder 70); Weißt du, wo der Himmel ist (Menschenkinderlieder 99); Alle Knospen springen auf (Menschenkinderlieder 112); Da berühren sich Himmel und Erde (Songbook KJG 3,5)
Textsammlung:
Texte von Rudolf Otto Weimer (Gott warum hast du mich verlassen); Martin Luther (Meine Hoffnung); Jesus du bist anders; Lothar Zenetti (Ein Mensch wie Brot)
D. Teilnehmerheft für Einheit Fünf
Es enthält alle besprochenen Bilder mit kurzen Erläuterungen, die Fragen für das Gruppengespräch, ein Gebet und die Texte.
Die Einheit 5 hat oben beschriebenen Ablauf.
Das Referat 1 hat folgenden Inhalt:
Mit ein paar Beispielen wird die These belegt, dass der Mensch ,,hoffnungslos religiös" ist. Unter dem Stichwort Himmel (B1)105 wird die Sehnsucht des Menschen nach dem Jenseits beschrieben. Mit der Beschreibung eines Kindergebetes und dem Lied ,,Der Mond ist aufgegangen" wird die Frage gestellt: ,,Möchten sie gern in den Himmel kommen?" (B2) Dann erklärt der Referent den Himmel: ,,Gottes Wirklichkeit berührt und verwandelt unsere Wirklichkeit." Man kann die Gewissheit bekommen, dass das wirklich so ist. Er verweist auf den falschen Weg eines ,,Klettermaxen". (B3) Durch stetes Bemühen kommt keiner näher zu Gott. (B4) Stufen dieser Leiter können ,,religiöse Pflichten, anständig leben oder Opfer bringen" sein. (B5) Der Mensch sehnt sich nach dem Himmel. Dem setzt der Referent die Sehnsucht des Himmels nach der Erde entgegen. Diese kommt in Jesus als dem ,,heruntergekommenen Gott" zum Ausdruck. (B6) Jesus wird als Wahrheit und Leben und als einziger Weg zu Gott beschrieben. (B7) Weihnachten wird als ,,vertrauensbildende Maßnahme" Gottes beschrieben. Der Himmel geht auf über den Menschen -Freude statt Angst. (B8) Als weitere Illustration der Güte und Liebe Gottes wird die Geschichte ,,Jesus und die Ehebrecherin" erzählt. (B9) Danach kommt eine ausführliche Darlegung des Todes von Jesus. (B10) Anschließend Ostern und die Auferstehung. Jesu Sterben wird als großer Versöhnungstag Gottes mit der Welt dargestellt. (B11) Jesus wurde zum Sündenbock gemacht. (B12) Es wird darauf hingewiesen, dass Gott selber sich am Kreuz ,,ins Leiden der Liebe" opfert. Jesus ist für uns gestorben. (B13) Der Schrei Jesu: ,,Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" wird als Beweis angeführt, dass Jesus in unsere ,,Hölle der Gottverlassenheit" gekommen ist und sie teilt. Durch dieses Teilen sind wir nicht mehr gottverlassen. (B14) Anhand einer Kreuzigungsszene von Marc Chagall spricht der Referent über die Leidfrage. Gott selbst ist an der Seite der Leidenden. Das ist für uns nicht zu verstehen.
Vor der Gesprächsrunde stellt der Referent die Frage: ,,Wenn Sie auf den gekreuzigten Jesus schauen: Haben Sie dann wirklich noch Grund, Gott zu misstrauen?"
Jetzt folgt das Gruppengespräch mit folgenden Fragen: ,,Wie erleben Sie die Sehnsucht nach dem Himmel auf Erden?" Danach erfolgt die Aufforderung, einen Text zu lesen. ,,Was haben Sie heute neu an Jesus entdeckt? Welche Fragen bleiben?"
Referat 2
Jetzt soll es um den Weg der Menschen zu Gott gehen.
(B2.1) Anhand von Johannes 3,16 wird erläutert, dass Christsein im Kern heißt, ,,Sich gefallen lassen, was Gott tut, was Jesus für uns tut". (B2.2.) Dieser Fakt wird anhand eines Lutherzitates als großer Trost für die Menschen dargestellt. (B2.3) Dasselbe wird mit einem Durchbruch Gottes durch die Mauer des Misstrauens beschrieben.
Jetzt folgt eine Zeichenhandlung:
Der Referent verschenkt an einen Teilnehmer einen 50 DM-Schein (jetzt wären es wohl eher 20€.). An den Reaktionen soll der Umgang mit Gottes Angebot erläutert werden. Alternative A: Ablehnung, Alternative B: Annahme und Danke.
(B2.4) Es geht um die Aussage: ,,Wer sich den Himmel nicht schenken lässt, der bekommt ihn nicht." Der Referent schwärmt weiter von der Liebe Gottes: ,,Sie macht alles neu. Wer sich den Himmel wirklich schenken lässt, für den verändert sich etwas hier auf Erden."
Am Schluss geht der Referent auf die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes ein. (B2.5) Das Vertrauen zu Gott schlägt tiefe Wurzeln und ,,wir bekommen auf einmal Freude daran, nach Gottes Willen zu fragen und ihn - so weit wir es können - auch zu tun". Der Unterschied zum ,,Modell Klettermaxe" oder einer ,,Versicherungsfrömmigkeit" ist die tiefe ,,Dankbarkeitsfrömmigkeit" die den Einzelnen zum Tun des göttlichen Willens anstiftet. ,,Auf das Motiv kommt es an beim Halten der Gebote."
Der Vortrag wird mit einem ,,Hingabegebet" abgeschlossen. Die Zuhörer können es sich anhören oder innerlich mitbeten.
Zum Abschied wird ein Lied gesungen.
3.2.5 Kontakte und Literatur
Leiter- und Teilnehmermaterial, inkl. CD-ROM, Hg.: AMD, Berlin 2001. Zu beziehen über Herrn Roschke, AMD, Altensteinstr. 51, 14195 Berlin. (Die ausformulierten Referate gibt es nur auf CD-ROM.) |
Krause, Burghard: Reise in das Land des Glaubens, Neukirchen-Vluyn 2000. |
3.3 ,,Stufen des Lebens"
3.3.1 Verfasser und Geschichte
Nach einer schweren Erkrankung entwickelte 1981 die Katechetin Waltraud Mäschle den Kurs. Er war eine Antwort auf die vielen Fragen und Probleme, die Menschen aus der Umgebung an Frau Mäschles Krankenbett getragen hatten.
Ihr war klar, dass die Menschen ,,wirkliche Lebenshilfe durch den Glauben"106 brauchen und nicht nur Informationen. Dabei halfen ihr schon im Religionsunterricht verwendete Bodenbilder, die noch von mir beschrieben werden.
Um Waltraud Mäschle sammelten sich sehr schnell Menschen, die durch den Kurs viele gute Erfahrungen gemacht hatten. Es entstand eine Bewegung, die die Kurse auch seit ihrem Tod 1999 weiterentwickelt und verbreitet.
3.3.2 Formales
Um einen Kurs zu beginnen, braucht im Prinzip nur ein auswärtiger Referent eingeladen oder ein Mitglied der Gemeinde ausgebildet werden.
Ich halte 10-15 Leute für ideal, da sonst nicht die Vertrauensebene einer Gruppe entsteht und jeder zu Wort kommen kann. Kleingruppen gehören nicht zum Konzept.
Material wird in gut ausgearbeiteter Form zur Verfügung gestellt.
Ein Kurs besteht immer aus 4 Einheiten und einem Abend der Begegnung.
Ein Abend (ca. 2 Stunden) hat biblische, seelsorgerliche und thematische Teile. Das Ganze wird über Bodenbilder vermittelt. Es findet ein Gespräch über ein Thema statt, das durch kurze Bemerkungen, Lesungen, Bilder, Musik, Figuren u.a. gelenkt wird. Nach der Hälfte der Zeit gibt es eine Pause.
Eine verbindliche Anmeldung ist im Vorfeld nötig. Der Kurs ist in hohem Maße von dem Können und der Sensibilität des Kursleiters abhängig.
Zum Abschluss des Kurses gibt es einen besinnlich-unterhaltenden Abend der Begegnung. Er wird von den Kursleitern unter inhaltlichem Bezug auf den Kurs gestaltet. Zu dem Abend können die Teilnehmer ihre Freunde und Bekannten mitbringen und so für den nächsten Kurs begeistern.
Einige Zeit nach dem Kurs erhalten die Teilnehmer eine sogenannte ,,Nachlese". Hier werden in schriftlicher Form die wichtigsten Gedanken, Bilder, Geschichten usw. zusammengestellt und den Teilnehmern als bleibende Erinnerung zur Verfügung gestellt.
,,Stufen des Lebens" versteht sich nicht als Therapieangebot, bringt aber oft seelsorgerliche Situationen hervor. Soweit die seelsorgerliche Kompetenz des Kursleiters ausreicht, steht er für Gespräche zur Verfügung. Er sollte aber in der Lage sein, für Seelsorge kompetente Leute zu benennen.
Der Kurs lebt von dem Material, das in einer Mappe zur Verfügung gestellt wird, bzw. -bei Sachgegenständen- vom Kursleiter besorgt werden müssen.
Der aber muss in der Lage sein, das Bodenbild geschickt und gekonnt einzusetzen und dabei auch die Stimmung in der Gruppe zu erspüren.
Das Material und auch der Verlauf des Kurses regen die Phantasie der Teilnehmer und des Leiters an.
3.3.3 Themen
Es gibt eine Vielzahl von Themen, für die ein Kurs entwickelt wurde.
z.B.: Abrahamgeschichten, Passion und Ostern, Paradies, Jesus Christus, Segen, Gleichnisse Jesu, Frauen, Liebe, Mose, David usw.107
3.3.4 Exemplarische Veranstaltung
In Vorbereitung auf die Arbeit nahm ich an einem Kurs teil. Diesen möchte ich an dieser Stelle als Beispiel darstellen. Meine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen sollen mit einfließen.
Ich nahm an Kurs 7 teil: ,,Weil du JA zu mir sagst"
Er bestand aus vier Einheiten:
1. Lukas 13,6-9 Ja ... das Leben spendet!
2. Johannes 8,1-11 Ja ... das aufrichtet!
3. Lukas 11,5-11 Ja ... das freisetzt!
4. Lukas 15,3-7 Ja ... das aufnimmt!
An dieser Stelle möchte ich die Einheit 2 darstellen. Hier kommt meiner Meinung nach die Stärke des Kurses, das darstellende, dramatische Erzählen, besonders gut zum Ausdruck.
Material: ein großer runder Spiegel, eine der Teilnehmerzahl entsprechende Anzahl kleiner Spiegel, 3 feste Tücher, ein Haufen Porzellanscherben, Bild junge/ alte Frau, Musikkassetten, Geschichte von Corrie ten Boom, weißer großer Punkt, schwarze Punkte, die hinten mit Spiegelfolie beklebt sind, Puppen (Jesus, Ehebrecherin und Pharisäer)
Die Ausgangsposition: Innerhalb eines Stuhlkreises liegt auf einem Tuch ein Spiegel. Um ihn herum sind lauter kleine Spiegel gelegt. Auf einem zweiten Tuch ist ein drittes gelegt. Was es verdeckt, ist nicht zu erkennen.
1. Spiegel/ Spiegelbild
Die Leiterin (L) fragte: ,,Haben Sie heute schon in den Spiegel geschaut? Was für eine Wahrheit offenbart mir der Spiegel?" Wir Teilnehmer (T) reagierten. L problematisierte das Thema: Lebensfassade. Sie fragte weiter: ,,Warum schauen wir in den Spiegel? Was ist auf meinem Gesicht zu lesen?" Mit Suggestivfragen wie: ,,Kennen wir unser Spiegelbild wirklich?", wurden wir persönlich in Frage gestellt.
2. Ansichtssache
Ziemlich abrupt forderte L uns auf, das Blatt unter unserem Stuhl aufzunehmen und zu betrachten. Es war ein Bild, auf dem man in einem Kopf eine alte und eine junge Dame erkennen konnte. Wir sollten darüber nachdenken, ob wir uns nicht auch öfter anders sehen, als wir sind.
3. Verdecken - Verstecken
Die L fragte uns, ob wir sie schon genau angesehen hätten. Was uns an ihr auffiel, wollte sie wissen. Sie war auffallend elegant gekleidet und trug viel Schmuck. (Mir war das nicht weiter aufgefallen.) Nach und nach legte sie mehr und mehr Schmuck ab und fragte uns, ob ihr Wert damit abnimmt.
Das Verdecken demonstrierte sie uns anhand eines löchrigen Strumpfes in einem Hochglanzschuh. L erzählte jetzt zum Thema: Unsere Darstellung nach außen und unser Innenleben (,,die Fassade muss stimmen, wir wollen anerkannt sein").
4. Du bist du: Ein Gedanke Gottes
,,Schauen Sie mal in den Spiegel!", forderte L uns auf. Jeder nahm sich einen kleinen Spiegel und schaute sich an. An der Rückseite war das Lied ,,Du bist du!", von Jürgen Werth befestigt. Wir sangen es alle zusammen.
,,Und was ist das?" L zog das Tuch von dem undefinierbaren Haufen weg und es kam ein Scherbenhaufen zum Vorschein. Sie fragte: ,,Was sehen Sie?" Wir assoziierten frei. L fragte uns, was diese Scherben in unserem Leben sein könnten.
,,Wie können wir damit umgehen?" Es wurden verdecken, beseitigen, verschieben und kitten angeboten und demonstriert. Ein Gespräch darüber schloss sich an.
Jetzt legte L schwarze Punkte um den Scherbenhaufen. Sie symbolisierten Punkte in unserem Leben, die uns immer wieder wehtun. ,,Wie geht es ihnen damit?", fragte L. Wir reagierten mit Aussagen wie: ich fühle mich bedrängt etc.. L erläuterte die Möglichkeit, Ja zu sagen zu unseren Scherben.
5. Bejahung
L legte einen großen weißen Punkt auf den Scherbenhaufen. Er sollte symbolisieren, dass wir JA sagen können und sollen zu unseren Scherben: Gott jedenfalls sagt Ja zu uns. L legte einen weißen Punkt unter die Scherben. Gott will uns tragen.
6. Pause
(L veränderte den Scherbenhaufen so, dass jetzt ein Scherbenkreis zu sehen war)
7. Ort und beteiligte Personen in der biblischen Geschichte
Johannes 8,1-11 wird vorgelesen. Wir sagten, was wir gehört hatten und trugen die vorkommenden Personen zusammen. L stellte die Ehebrecherin (als Puppe) in den Scherbenkreis und die Pharisäer ringsherum. Wir trugen zusammen, was wir mit den Pharisäern verbinden. Als letzte Person wird Jesus dazugestellt.
8. Ehebrecherin
V3+4 wurde gelesen. L fragte uns: Was war das für eine Frau? Das Problemfeld Beziehungsbruch wurde umrissen. L forderte uns auf, die Frau anzuschauen und darüber nachzudenken, was sie uns spiegelt. Wir sprachen über Aspekte tiefer Verneinung.
9. In die Mitte gestellt
,,Wo kennen Sie das von Jesus her?", fragte uns L. Wir hatten es sehr schnell raus: Jesus stellt die Kinder in die Mitte. Damit wertet Jesus auf. L legte einen weißen Punkt unter die Ehebrecherin.
V3 wurde verlesen. L legte einen schwarzen Punkt auf den weißen unter der Ehebrecherin. Wir erarbeiteten, dass die Pharisäer mit dem ,,in die Mitte stellen" den betreffenden Menschen abwerten, aussondern und ausgrenzen.
10. Anklage
V4+5a wurden vorgelesen. ,,Was hören sie?" Wir antworteten darauf. L las jetzt V5b vor.
L nahm Steine und legte sie laut klopfend vor den Pharisäern nieder und sprach dabei Anklagen wie: Wie kann man bloß! Des Todes schuldig!
11. Jesus in Augenhöhe mit der Frau
V6 wurde gelesen. Jesus geht auf die Ebene der Frau. Die Jesuspuppe wird in eine gebeugte Haltung gebracht. Die Pharisäer stehen aufrecht.
V7 wurde gelesen. L fragte: ,,Was fühlen die Pharisäer? Wie reagieren sie?"
12. Jesus in Augenhöhe mit den Pharisäern
Wie reagiert Jesus? L veränderte die Haltung von Jesus, so dass er auf Augenhöhe mit den Pharisäern war. V7b wurde verlesen. Dabei drehte L die schwarzen Kreise unter den Pharisäer-Figuren um. Eine Spiegelfolie wurde sichtbar. Jesus hält ihnen den Spiegel vor.
L fragte uns: ,,Womit konfrontiert Jesus sie?" Jesus konfrontiert sie mit sich selbst. L forderte uns wieder auf: ,,Schauen Sie sich das Bodenbild an! Was sehen Sie?" Jesus will zeigen: ,,Gesetzlichkeit blockiert die Liebe - das ist eure Schuld."
Ein Teilnehmer las V8. L änderte die Haltung von Jesus wieder. Jesus gibt Zeit zum Nachdenken.
13. Reaktion der Pharisäer
V9 wurde vorgelesen. L drehte die Pharisäer weg von dem Kreis. Uns fragte sie: ,,Was sehen Sie? Die Ankläger sind gegangen." L nahm einige Steine und legte sie klopfend näher zu der Frau. ,,Aber die Anklage lassen sie zurück. Haben Sie das schon mal erlebt?"
14. Jesus und die Angeklagte
V9b+10 wurde gelesen. Jesus steht allein mit der Frau da und wendet sich ihr zu. Es ist, als wollte Jesus damit ihren Blick wegziehen von den alten Erfahrungen und auf sich lenken und ihr so zu neuen Erfahrungen verhelfen.
15. Jesu Freispruch
V11 wurde gelesen. L räumte die Scherben so auseinander, dass ein Weg für Jesus frei wurde. Sie zog den weißen Kreis unter dem Schwarzen hervor und stellte Jesus zu der Frau. Nach einer Zeit der Stille fragte uns L: ,,Was spiegelt Jesus dieser Frau?" Wir antworteten: Bejahung und Vergebung. Es ist ein Ja zum Sünder aber ein Nein zur Sünde.
V11b wurde verlesen. L sagte: ,,Verlas deinen alten Platz der Anklage, auch der Eigenanklage! Auf dem Boden der Liebe kannst du hingehen." L fragte: ,,Wohin? In die Versöhnung."
L verlas jetzt eine Geschichte von Corrie ten Boom in der sie ihrem KZ-Aufseher vergab.
L stellte sich mit ausgebreiteten Armen in die Mitte des Scherbenhaufens und sagte: ,,Es ist, als würde Jesus sagen: ´Verlas diesen Platz, an dem sich so viele Trümmer, Groll, Rache ... angesammelt haben, steig aus! Ich warte auf dich mit meinen ausgebreiteten Armen. Deine Verletzungen, Vorwürfe und Anklagen verlieren an Gewicht, weil ich sie mit ans Kreuz nehme. Dort treffen sie nicht mehr dich, dort treffen sie mich. Vergib sie an mich.`"
L legte mit den Steinen ein Kreuz. ,,Das ist das Jawort Gottes."
16. Entscheidungsgeschichte
L verwies darauf, dass die Geschichte nicht zu Ende geschrieben ist. Die Frau muss eine Entscheidung für oder gegen die Liebesarme Jesu treffen.
Auch wir müssen diese Entscheidung zwischen ,,Verdammnis und Freispruch" treffen.
Als Abschluss wurde ein Gebet verlesen und ein Lied gesungen.
3.3.5 Kontakte und Literatur
Mäschle, Waltraud: Weil du JA zu mir sagst, Obersulm-Willsbach 1997 (Leiterhandbuch). |
Krause, Roland: Stufen des Lebens/RUE, Häusliche Prüfungsarbeit, Obersulm 1986, zu beziehen über: Stufen des Lebens - Pflanzschule des Religionsunterrichts für Erwachsene, Robert-Schumann-Straße 2, 74182 Obersulm-Willsbach. |
http://www.reli.de/ |
3.4 ,,Fragen - Glauben - Feiern"
3.4.1 Verfasser und Geschichte
Der Verfasser Gerhard Köhnlein ist seit Jahren mit dem missionarischen Gemeindeaufbau beschäftigt. In seiner Tätigkeit für das Amt für missionarische Dienste und Gemeindeaufbau in der Evangelischen Kirche von Hessen Nassau (EKHN) probierte er verschiedene Wege zum Menschen aus. Mit der Zeit erkannte er, dass sich die kirchlichen Feste sehr gut als Anknüpfungspunkt für ein Glaubensgespräch eignen. Er entwickelte einen Kurs, der anhand der Feste im Kirchenjahr alle wesentlichen Inhalte und Grundaussagen des christlichen Glaubens behandelt.
Seit 1994 liegt der Kurs in ausgearbeiteter schriftlicher Form vor.
3.4.2 Formales
Der Kurs läuft gut ab 10 Personen. Nach oben ist die Teilnehmerzahl nur durch äußere Begebenheiten begrenzt. Die Teilnehmer sitzen an Tischen (je 6 Leute). Sie bleiben alle immer in einem Raum.
Ablauf
1. Einstieg mit einer Lebensfrage
2. Die Glaubensaussage, vermittelt durch einen kurzen, zentralen Bibeltext des entsprechenden Festes.
3. Vertiefung
4. Imbiss, wenn möglich mit Speisen und Schmuck des jeweiligen Festes.
5. Der Bezug zum eigenen Leben
6. Zusammenfassung und Abschluss mit Elementen der Frömmigkeits- bzw. Gottesdienstpraxis
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich. Es gibt feste Gesprächsgruppen.
Die tragende Rolle dieses Kurses haben die Kleingruppen. Die Fähigkeiten des Kleingruppenleiters sind sehr gefordert, soll der Kurs für die Teilnehmer ein Gewinn sein.
Obwohl der Verfasser darauf hinweist, den Kurs in seinen Grundzügen zu erhalten, ist es sehr gut möglich, eigenes Material, Gedanken oder örtliche liturgische Besonderheiten einzubringen.
3.4.3 Themen
1. Wo Gott zu finden ist - Weihnachten
2. Was uns bedrückt: Leid und Schuld - Karfreitag
3. Wenn der todsichere Tod überwunden ist - Ostern
4. Was uns lebendig macht - Pfingsten
5. Warum ich wichtig bin - Trinitatis/ Taufe
6. Wovon wir leben - Erntedankfest
7. Was auf uns zukommt - Ewigkeitssonntag/ Advent
Am Ende des Kurses steht ein Fest mit ,,konfirmierendem" Charakter.
3.4.4 Exemplarisches Thema
Ich beschreibe wegen seiner zentralen Bedeutung und der Vergleichbarkeit mit den anderen Kursen das Thema Nr.3: Ostern.
1. Nach der Begrüßung und der Eröffnung beginnt der Referent mit einem kurzen Statement zum Thema: Nichts ist so sicher wie der Tod. Die Zuhörer werden immer wieder zum Nachdenken aufgefordert. Es ist aber noch kein Gespräch da. Am Ende des Kurzreferats wird die unumschränkte Herrschaft des Todes in Frage gestellt. Diese Aussage ist für das Christentum zentral.
2. Gruppenthema: Begegnung mit dem Auferstandenen (Lukas 24,13-35)
Die Gruppenleitung kann sich entsprechend den Interessen und Fähigkeiten der Gesprächsgruppe zwischen einer Bildbetrachtung oder einem Bibelgespräch entscheiden.
A) Bildbetrachtung
Es stehen die Kunstwerke von Thomas Zacharias und Karl Schmidt-Rottluff zum Thema ,,Der Gang nach Emmaus" zur Verfügung.
Das Bild wird still betrachtet. Jeder kann sagen, was ihm einfällt. Danach werden mit einer Betrachtungshilfe die Eindrücke sortiert. Als nächster Schritt wird der Lukastext gelesen und mit der Künstlerdarstellung verglichen.
B) Bibelgespräch
Nach dem Lesen des Textes werden folgende Fragen von den Teilnehmern beantwortet: Welche Veränderung geht in den Jüngern vor sich? Welche Erfahrung machen sie? Wie deuten sie diese Erfahrung?
Im Plenum werden nach der Möglichkeit zur Rückmeldung aus den Gruppen die wichtigsten Aussagen des Textes zusammengefasst: Enttäuschung der Jünger, Begegnung mit dem Fremden, Erkennen, Deutung.
3. Es schließt sich ein ausführliches Referat zum Thema an: ,,Was wissen wir von der Auferstehung?" Es wird anhand von verschiedenen Zeugen darauf hingewiesen, dass ,,die biblischen Berichte von Jesu Auferstehung historisch ernstzunehmen sind". Der Glaube an den Auferstandenen kann allerdings so nicht begründet werden.
4. Die ca. 30 min lange Pause wird zu einem Imbiss mit Anregungen aus Osterbräuchen genutzt. Dabei gibt es Osterbrot, Pascha und Ostereier.
5. In einer Gruppenarbeit zum Lied: ,,Auf, auf, mein Herz mit Freuden" von Paul Gerhardt soll die Frage behandelt werden: ,,Was bedeutet Ostern, Auferstehung für mich?"
Das Lied wird am Anfang entweder gesungen oder vorgelesen. Der Gruppenleiter erzählt kurz die wichtigsten Fakten zum Dichter, der Melodie und dem Text. Jetzt werden folgende Fragen beantwortet: Wie beschreibt der Dichter den Ostersieg Jesu? Welche Bilder fallen mir dazu ein? (Verse 1-3) Wie verändert sich für Paul Gerhardt die Sicht der Welt? Was könnte sich für mich ändern? (Verse 4-5) Wie redet Paul Gerhardt von der Zukunft? Was erwarte ich?
Im Plenum fasst der Referent seine Gedanken zusammen.
6. Abschluss mit einem Rückblick auf Lukas 24,13-35 oder einer Meditation des Wandbehanges aus Selbitz.
Die Einheit kann mit einem Gebet oder Lied beendet werden.
3.4.5 Kontakte und Literatur
Köhnlein, Gerhard: Fragen - Glauben - Feiern, Darmstadt 1994.
Das Material umfasst einen Ablaufplan (Raster), Arbeitsblätter für Mitarbeiter und Arbeitsblätter für Teilnehmer.
Zu beziehen ist der Kurs nur nach der Teilnahme an einem Multiplikatorenseminar.
Ansprechpartner: Gerhard Köhnlein, Elisabethstraße 51, 64283 Darmstadt.
3.5 ,,Aufbrechen mit Fred"
3.5.1 Verfasser und Geschichte
Der Kurs ist im Jahre 1999 erschienen und wurde von einer Arbeitsgruppe erstellt, in der Mitarbeiter von der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) und von der Aussiedlerseelsorge der EKD zusammenarbeiteten.
Fred ist eine erdachte Figur, die die Teilnehmer durch den Kurs begleitet.
3.5.2 Formales
Nach meinem Dafürhalten wäre eine Anzahl von 15-20 Personen möglich. Der Stil der Vermittlung ist stark am schulischen Religionsunterricht orientiert und geht von Klassenstärke aus.
Das zur Verfügung gestellte Material ermöglicht eine interessante Vermittlung.
Die Vorbereitung auf den Kurs ist äußerst gering, dank dem vom Verfasser zur Verfügung gestellten guten Material.
Ablauf:
1. Begrüßung und Einstieg
2. Hinführung zum Thema
3. Kreativphase
4. Pause
5. Vertiefung
6. Meditativer Abschluss
Eine verbindliche Anmeldung der Teilnehmer ist erforderlich, um entsprechend viel Material zu bestellen. Der Kurs ist für die Teilnehmer nur dann gewinnbringend, wenn sie untereinander Vertrauen entwickeln. Dafür ist eine Geschlossenheit der Gruppe erforderlich.
Der Abschluss des Kurses ist ein Gottesdienst, an dem die Teilnehmer als Zuhörer bzw. Lesende teilnehmen.
Da der Kurs immer wieder Erfahrungen der Teilnehmer anspricht und auf sie zurückgreift, ist es sehr wahrscheinlich, dass seelsorgerliche Hilfe benötigt wird. Durch das Beschäftigen mit der eigenen Lebensgeschichte brechen oft Dinge auf, bei deren Bewältigung ein anderer Mensch helfen kann oder muss.
Es wird eine große Vielzahl an Methoden verwendet: Singen, Gruppengespräch, Vortrag, Gemeinschaftsarbeit, Bildbetrachtung, Vorlesen, Plenumdiskussion, Meditation, Gebet, Einzelarbeit, Spiele, Dias, Stillarbeit, Lesen und Tanz.
3.5.3 Themen
1. Ich will leben -Ich bin das Brot des Lebens (Joh 6,35)
2. Ich bin ich -Ich bin das Licht der Welt (Joh 8,12; 9,5)
3. Ich bin hier -Ich bin die Tür (Joh 10,7.9)
4. Ich bin doch kein Schaf -Ich bin der gute Hirte (Joh 10,11.14)
5. Ich will′s wissen -Ich bin die Auferstehung und das Leben (Joh 11,25)
6. Ich weiß, wo′s lang geht -Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6)
7. Ich bin super! -Ich bin der wahre Weinstock (Joh 15,1.5)
8. Gottesdienst feiern
3.5.4 Exemplarisches Thema
Der ganze Kurs beschäftigt sich mit Jesusworten. Joh 14,6 ist für das Verstehen der Person, des Auftrages und des Werkes von Jesus zentral und gleichzeitig eine Herausforderung für jeden, der Christ ist oder werden will.
Deshalb entscheide ich mich für die Darstellung der Einheit 6.
Die Materialsammlung bietet Folgendes:
1. Theologische Überlegungen zu Joh 14,6
Hier wird Jesus als ,,einzig möglicher Weg" herausgestellt. ,,Vor Jesus hatte Gott andere Wege." Immer könne der Mensch sich auf Gottes Wege verlassen. Zum Schluss wird ziemlich abrupt Abraham eingeführt als ein Mensch, der sich auf Gottes Weg verließ.
2. Didaktisch-methodische Überlegungen
Hier werden die aktuelle Situation der Spätaussiedler, ihre den Verfassern wohlvertrauten Ängste, Erfahrungen, Träume, Enttäuschungen etc. aufgezeigt und mit der Abrahamsgeschichte verbunden.
Jesus wird allerdings hier eher aus dogmatischen Gründen plötzlich eingeführt. Die Verbindung zwischen den ,,zur Sprache gekommenen Erfahrungen" werden ,,durch die Kursleitung zusammengefasst und in Beziehung gesetzt zu der Selbstoffenbarung Jesu".
3. Eine Zielformulierung für die Einheit
Als Ziel wird formuliert: ,,Die Teilnehmenden werden ermutigt, Vertrauen zu Jesus zu entwickeln und mit ihm ihre Wege zu gehen."
4. Ablauf der Einheit (Verlaufsplan Raster)
Am Anfang wird zur Begrüßung ein Lied gesungen und es werden von der Gruppe kurz die wichtigsten Inhalte der vorhergehenden Einheit genannt.
Jetzt beginnt die Phase ,,Hinführung zum Thema". Nach dem Hören eines Musikstücks sollen die Teilnehmer frei zum Thema Weg assoziieren. Jetzt sollen sie auf einer Landkarte ihren Weg vom Herkunftsland bis zu ihrem jetzigen Wohnort einzeichnen und ihre eindrücklichste Erfahrung auf diesem Weg beschreiben. Als Höhepunkt dieser Phase können sie ihre Erfahrungen in einem Satz zusammenfassen und auf einen aus Tapete ausgelegten Weg schreiben.
In der ,,Kreativphase" wird ein Vertrauensspiel durchgeführt. Der Leiter baut einen Weg mit verschiedenen Hindernissen auf, den sich die Spätaussiedler einprägen sollen, den sie mit verbundenen Augen gehen und den sie sich - in einem dritten Schritt - führen lassen.
Jetzt kommt die Pause mit Keksen oder Imbiss.
Anschließend können die bei dem Spiel erlebten Gefühle benannt werden.
Die Phase ,,Vertiefung" dient der Einführung der Abrahamsgeschichte. Sie wird vorgelesen und die Hörer sollen wiedergeben, was ihnen an der Geschichte wichtig ist.
Ein weiterer Teil ist der persönliche Bericht eines Gastes darüber, ,,wie er durch das Vertrauen und die damit verbundene persönliche Beziehung zu Jesus Christus den Weg aus einer individuellen Lebenskrise gefunden hat"108.
Anschließend legt der Leiter in einem ,,kurzen Impuls" Joh. 14,6 aus.
Der Abschluss bildet die Phase ,,Meditativer Abschluss". Nach gemeinsamen Gesang gibt es eine Diameditation, der Leiter spricht einen Gebetstext und den Segen.
5. Anlagen (Landkarten, Arbeitsblatt, Anleitung für ein Spiel, Text und Dia für eine Diameditation, Abschlussgebet und Liedvorschläge)
3.5.5 Kontakte und Literatur
AMD (Hg.): Aufbrechen mit Fred, Stuttgart 1999. (Leiterhandbuch)
Zu beziehen ist der Kurs über die AMD, Frau Inge Bühner, Postfach 101142 70010 Stuttgart
amd.Buehner@diakonie.de
3.6 ,,Impact"
3.6.1 Verfasser und Vorgeschichte
Alexander Garth ist evangelischer Pastor, der zur Zeit eine Gemeinde in Berlin Hellersdorf aufbaut. In diesem von der Kirche wenig erreichten Gebiet wendet er sich vor allem an von einem atheistischen Weltbild geprägte Jugendliche.
Der Kurs ,,Impact" (dt. Zusammenstoß) ist in den letzten Jahren entstanden. Bei der Erstellung wurde auf den Kurs von Kopfermann109 zurückgegriffen. Garth wendet sich an Menschen ,,die noch nicht aufgehört haben, Fragen an das Leben zu stellen" (Titelblatt des Kurses).
3.6.2 Formales
Bestandteile des Abends sind immer Vortrag und Gespräche in Kleingruppen. Zur Anwendung kommen aber auch Meditationen, Lieder, Gebete, Folien und erlebnisunterstützende Elemente, Arbeitsblätter, Videos, Musik-CDs.
Der erste Abend wird als öffentlicher Vortrag zum Thema: ,,Schöpfung oder Zufall" gestaltet. Wer daraufhin an den weiteren 6 Abenden beteiligt sein möchte, muss sich verbindlich anmelden.
Einen besonders gestalteten Abschluss gibt es nicht.
Das Material des Kurses kann in beliebigen Variationen verwendet werden. Es ist als Ergänzung bei anderen Kursen gut geeignet. Garth selber hat Formulierungen und Zitate von anderen reichlich verwendet.
3.6.3 Themen
1. Schöpfung oder Zufall? Entstehung von Welt und Leben.
2. Mensch ohne Gott oder Warum ist Gott so weit weg?
3. Der Weg zu Gott - wer ist Jesus Christus?
4. Online mit Gott - Wie kriege ich das hin?
5. Wie kann ich Gott erfahren? Wer ist der Heilige Geist?
6. Wozu Kirche? Die Berufung unserer Church.
7. Wie mache ich das Beste aus meinem Leben?
3.6.4 Exemplarisches Thema
Am 3. Abend kommt der Kurs zum Thema ,,Jesus Christus". Nachdem am ersten Abend die Alternative: zufälliges, sinnloses Leben oder Leben mit Sinn aus der Hand des liebenden Schöpfers erklärt und am 2. Abend die Trennung von eben diesem Schöpfer thematisiert wurde, kommt nun die Frage nach der Wiederherstellung der Gottesbeziehung.
In folgenden Schritten wird das Thema behandelt:
1. Das Wesen der Sünde
Der Begriff der Sünde wird als Beziehungsstörung des Menschen zu Gott dargestellt. Hierbei wird betont, dass Sünde kein moralischer Begriff ist.
2. Historizität Jesu?
Hier werden die historischen Fakten und Erkenntnisse vorgetragen.
3. Wer war Jesus wirklich?
Die Menschlichkeit Jesu, seine Taten und sein Selbstzeugnis werden in Auswahl skizziert.
4. Warum starb Jesus?
Bei diesem theologischen Zentralthema wird der Vortragsstil unterbrochen.
Ein Erfahrungselement wird eingeschoben: Das Licht wird ausgemacht und die Frage in den Raum gestellt: ,,Was bedeutet es für uns Menschen, wenn Jesus das Licht der Welt ist?" (Ob das eine rhetorische Frage ist oder die Zuhörer zu Antworten aufgefordert werden, ist mir nicht klar.) Dann wird eine Kerze angezündet.
Auf dieses Erlebniselement folgt ein Video mit der Darstellung der Kreuzigung von Jesus.
Danach wird ein Arbeitsblatt zur Bedeutung des Todes Jesu anhand von Jesaja 53 bearbeitet.
5. Wie eine gestörte Beziehung wieder hergestellt wird: Der stellvertretende Kreuzestod Jesu.
In Vortragsform wird das Problem der Stellvertretung erläutert. Der Referent greift dabei auf das Beispiel ,,Pater Kolbe und eine Frau mit Selbstmordgedanken" zurück.
6. Jesus - Gottes Weg über den Abgrund
Am Ende wird Jesus als Brücke über den Abgrund zu Gott dargestellt.
3.6.5 Kontakte und Literatur
Die Arbeitsmaterialien (Leiter- und Teilnehmerheft) sind nur über Alexander Garth zu beziehen: alexander.garth@gmx.de. Der Vortrag ,,Schöpfung oder Zufall" ist im Internet unter http://www.heartbeat-berlin.dezugänglich.
4 Die Eignung von Glaubenskursen für Zielgruppen in der EKiBB
Im Folgenden soll erläutert werden, was für alle der oben dargestellten Glaubenskurse kennzeichnend ist.
Danach werden Kriterien für die Analyse der einzelnen Kurse in Frageform aufgestellt. Bezugspunkte sind dafür, die Darlegungen in Punkt 1 und 2 dieser Arbeit.
Die Kriterien sind dann erkenntnisleitend für die folgende Analyse der Kurse.
4.1 Was ist ein Glaubenskurs?
Es geht darum, in Kursform die Grundlagen des Glaubens an Jesus Christus zu verdeutlichen. Der Kurs möchte dazu beitragen, dass die Teilnehmer ihr persönliches Verhältnis zu Jesus Christus, erstmalig oder neu bedenken. Glaubenserneuerung oder der Beginn einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus soll ermöglicht werden.
Glaubenskurse wollen einen Kontakt mit dem christlichen Glauben vermitteln. Es wird wenig Vorwissen vorausgesetzt.
,,Zum Glauben kommen" wird als ein Prozessgeschehen verstanden, in welchem ein Glaubenskurs ein wichtiger Faktor sein kann. Der Kurs ist in dem Prozess kein absichtsloses, rein informierendes Unternehmen. Das wird schon daran deutlich, dass eine Gemeinde ihn trägt und durchführt.110 Sie tut das mit dem Ziel, Menschen in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen.
Ein äußerliches Kennzeichen ist die zeitliche Begrenzung. Menschen wissen vorher, auf welchen zeitlichen Rahmen sie sich einlassen. Das Wissen, keine weitere Verpflichtungen einzugehen, erleichtert es, sich auf die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben einzulassen. Die Möglichkeit, weiter in eine Gemeinde hineinzuwachsen (z.B. Hauskreis) besteht aber.
Die Inhalte eines Glaubenskurses orientieren sich am Bekenntnis zum dreieinigen Gott. Sie werden in den Zusammenhang des aktuellen Lebens der Teilnehmer gesetzt. So kann der Glauben im persönlichen Leben jedes Einzelnen auch konkrete Gestalt annehmen. Den Teilnehmern soll es ermöglicht werden, Veränderung in den Bereichen ,,Spiritualität, Selbstannahme, Charakter, Gemeinschaft, Weltbild, Lebensstil und Mission"111 zu erleben.
Geschichtlich knüpft die Form Glaubenskurs dabei an den Taufunterricht der frühen Kirche an. In ihm wurden dem Täufling die wichtigsten Aussagen der christlichen Lehre beigebracht und auch das praktische christliche Leben eingeübt. Auch die reiche Auswahl von Katechismen ist ein Vorbild. Die Erkenntnis, dass die bloße Information über den Glauben zu wenig ist, vielmehr das praktische Einüben und die damit verbundenen Glaubenserfahrungen notwendig sind, ist konstituierend für das Konzept Glaubenskurs.
Durch Glaubenskurse sollen vor allem Erwachsene, die sich neu oder wieder mit dem Thema Glauben an Jesus Christus auseinandersetzen wollen, angesprochen werden.
4.2 Kriterien der Eignung für verschiedene Zielgruppen
An dieser Stelle sollen aus der oben vorgenommenen Beschreibung der Situation der EKiBB, den Anmerkungen zu Evangelisation und Bildung und der Zielgruppen Kriterien aufgestellt werden. Die Kriterien dienen dann als Maßstab für die Frage der Eignung für die EKiBB.
Dabei beziehen sich die unter 4.2.1 genannten besonders auf den Punkt 1.3. Die unter 2 verhandelte Beschreibung der Zielgruppen wird in 4.2.2 einfließen.
Praktische Erfahrungen mit den Kursen aus der EKiBB sollen soweit vorhanden in die Überlegungen einbezogen werden.
4.2.1 Allgemein
Jeder angebotene Kurs ist danach zu befragen, ob der Glaube sachgemäß und ausreichend dargestellt wird. Wird Gott als der beschrieben, der als Vater, Sohn und Heiliger Geist den Menschen begegnet? Möchte der Kurs den Teilnehmern Glaubenserneuerung bzw. einen Beginn im Glauben ermöglichen? Geht der Kurs auf Einwände gegen das Christentum ein? Wird der Kurs allgemeinen Grundregeln der Erwachsenenbildung gerecht? Nimmt er die Teilnehmer in ihrer speziellen Lebenssituation wahr? Wird in der Sprache und Kultur der angesprochenen Menschen der Inhalt vermittelt? Ist der Kurs beziehungsorientiert? Trägt der Kurs zur Sprachfähigkeit und Begeisterung der Menschen über den Glauben bei? Wird geistliches Leben eingeübt?
4.2.2 Speziell
1. distanzierte Kirchenmitglieder
Knüpft der Kurs an punktuelle Begegnungen mit der Kirche an? Können die Teilnehmer ihre Erfahrungen mit der Kirche einbringen? Tragen die angewandten Methoden dazu bei, das ,,verstaubte" Image der Kirche aufzubessern?
2. Konfessionslose
Wird die Wichtigkeit der christlichen Praxis des Glaubens dargestellt? Haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen und Vorwürfe in bezug auf die Geschichte der Kirche vorzubringen? Wird Konfessionslosen ohne Vorwissen Kenntnis über Grundlagen, Geschichte und Praxis des christlichen Glaubens vermittelt? Geht der Kurs auf die Aktualität der christlichen Weltanschauung ein? Wird die Notwendigkeit der christlichen Gemeinde thematisiert?
3. Gottgläubige
Beantwortet der Kurs die Frage, warum es nicht reicht, einfach nur an einen persönlichen Gott zu glauben? Wird in angemessener Form die Notwendigkeit der Rechtfertigung durch Jesus Christus aufgezeigt?
4. Transzendenzgläubige
Wird das Leben nach dem Tod thematisiert? Werden die Gründe für die christliche Nächstenliebe dargelegt? Wird Christus als der Erlöser dargestellt? Werden Esoterik und Aberglaube thematisiert?
5. Unentschiedene
Wird Gott als der Schöpfer und Erhalter dieser Welt dargestellt? Ist die Möglichkeit gegeben, auf skeptische Fragen Antwort zu finden?
6. Atheisten
Wird die Frage Glaube und Naturwissenschaft, Schöpfung und Evolution behandelt? Werden überzeugende Argumente für ein Leben mit Jesus gegeben?
4.3 Die gemeindlichen Voraussetzungen für die Durchführung von Glaubenskursen
Im Rückgriff auf die unter 1.1 und 1.2 dargestellte Situation der EKiBB sind folgende Fragen an die Kurse zu stellen:
Welcher zeitliche Aufwand ist für die Mitarbeiter erforderlich? Wie viele Mitarbeiter werden gebraucht? Welche Rolle spielt der Pfarrer?
Welche Räume sind erforderlich? Welche Schulung der Mitarbeiter ist notwendig? Führt der Kurs in die Gemeinde? Ist er beziehungsorientiert?
4.4 Analyse des ,,Alpha-Kurses"
4.4.1 Zielgruppen
Der ,,Alpha-Kurs" möchte Menschen am Rand und außerhalb der Gemeinde Zugang zu den Inhalten des christlichen Glaubens vermitteln. Weil er keine Vorkenntnisse voraussetzt (sogar für die Bibelstellen werden Seitenzahlen benannt) ist er für distanzierte Kirchenmitglieder (zur Erneuerung des Bezuges zum Glauben) wie auch Konfessionslose (oft als Erstinformation) geeignet. Gottgläubigen eröffnet er durch seine starke Christuszentriertheit den Blick für eben diesen Jesus. Auch die Fragen und Themen der Transzendenzgläubigen und Unentschiedenen werden aufgenommen. Allein für Atheisten ist der ,,Alpha-Kurs" nur bedingt geeignet. Er behandelt zwar ausführlich die historischen Fragen um Jesus. Auf den Komplex Glaube und Naturwissenschaft, Schöpfung und Evolution geht er allerdings nur unter dem Gesichtspunkt ,,Jesus" ein.
4.4.2 Gemeinde
Der Kurs kann nur von Gemeinden durchgeführt werden. Denn nur eine Gemeinde kann die Menschen aufnehmen, die weitere Schritte im Glauben gehen wollen.
Die Durchführung und Vorbereitung eines ,,Alpha-Kurses" sind sehr zeit- und personalintensiv. Neben den möglichst zwei Referenten werden pro Kleingruppe (6-9 Teilnehmer) ein Gruppenleiter und zwei Helfer benötigt.
Gemeindeglieder können sich bei Gebet, Seelsorge, Organisation, Küche, Musik, Dekoration, Begrüßung, Finanzverwaltung einsetzen.
Thematisch und methodisch (aus den Gesprächsgruppen können Hauskreise werden) führt der Kurs in die Gemeinde.
4.4.3 Erfahrungen in der EKiBB
,,Alpha-Kurse" werden zur Zeit im Sprengel Mertensdorf (Prignitz), in einer Gemeinde in Reinickendorf (Apostel-Petrus-Gemeinde [APG]) und in einer Gemeinde in Berlin-Spandau (Evangelische Kirchengemeinde Pichelsdorf) angeboten.
In Mertensdorf und Reinickendorf werden die Kurse regelmäßig durchgeführt. In Spandau beginnt in diesem Jahr der erste Kurs.
Die APG versteht sich als Multiplikator des Kurses für die EKiBB und hat auch schon eine Multiplikatorenkonferenz durchgeführt.
Das interessante ist, dass das Konzept sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum Frucht bringt. In seinem Buch ,,Fundsachen"112 beschreibt Lothar Petzold einen ,,Alpha-Kurs" in Berlin und einen in Grabow (Prignitz). Obwohl der eine in der Kirche und der andere im ,,Dorfkrug" stattfand, wurde erlebt, wie Menschen sich einladen ließen über Jesus, Gott und die Bibel nachzudenken und zu erleben, wie Gottes Kraft sie verändert.
Mich persönlich hat bei ,,Alpha-Kursen" immer wieder begeistert, dass Menschen die reale Kraft Gottes erfahren haben. Da war Horst113, der ohne dass er etwas merkte oder jemand für ihn betete, spontan von einer Paprikaallergie geheilt wurde. Oder Manfred, der seinen Hass auf den Therapeuten verlor, nachdem er sich für Jesus öffnete.
4.4.4 Würdigung
Der Kurs ermutigt Menschen, Schritte im Glauben zu tun. Durch konkrete, persönliche Erfahrung der Gegenwart Gottes können Menschen zu einem neuen Verhältnis zu Gott kommen.
Christwerden und Christsein wird dabei als ganzheitlicher Prozess verstanden. ,,Christsein baut in diesem Kurs auf gründlich durchdachten Glaubensschritten auf, die auf historischen Tatsachen beruhen. ... Der Alpha-Kurs kombiniert ganz bewusst solide Grundinformation mit einer stark beziehungs- und erfahrungsorientierten Praxis in Gruppengesprächen und gemeinsamen Mahlzeiten. So werden die Teilnehmer nicht nur über den Kopf, aber auch nicht nur über die Emotion angesprochen. Ob jemand durch die postmoderne Erlebniskultur geprägt wurde oder lieber den Zugang zum Glauben über die Vernunft sucht - hier kann er über die Erklärung zur Erfahrung finden und umgekehrt." ,,Gäste respektiert man, ohne sie in seine Richtung verändern zu wollen."114
Methodisch ist der Kurs bemüht, alle Fragen der Teilnehmer wichtig zu nehmen. Die Hauptfragen sind: ,,Was denkst du?" (rational) und ,,Was empfindest du?" (emotional). Fragen von Teilnehmern werden nicht unbedingt von Mitarbeitern beantwortet, sondern weitergegeben in die Kleingruppe. Eine langsame Einführung in die christliche Glaubenspraxis (z.B. Gebet) findet statt. Der ,,Alpha-Kurs" hat sich in der EKiBB als durchführbar erwiesen. Jeder Gemeinde, jedem Pfarrer oder Mitarbeiter wird allerdings bei diesem Konzept die Herausforderung zugemutet, ,,daß das Wirken des Heiligen Geistes heute noch spürbar erlebt werden kann. ... Wer Erfahrungen in diesem Bereich für gefährlich hält oder theologische Probleme damit bekommt, daß der Heilige Geist heute noch Menschen direkt berührt, beraubt sich selbst einer Dimension, die in der christlichen Tradition immer vorhanden war und die elementar zum Alpha-Konzept gehört."115
Inhaltlich wird in den Abschnitten über den Heiligen Geist eine ,,Darstellung der pfingstlich-charismatischen Theologie von der sich immer wiederholenden Erfüllung mit dem Heiligen Geist"116 gegeben. Im Vorfeld der Durchführung eines ,,Alpha-Kurses" muss unter den Mitarbeitern und Trägern Klarheit über die Verantwortbarkeit dieser Theologie herrschen.117
In diesem Zusammenhang muss noch erwähnt werden, dass der erste Artikel des Credos (Gott als Schöpfer) bei der Betonung auf den Heiligen Geist und Christus mit seinen Ämtern zu kurz wegkommt. Das kann, wie schon oben erwähnt, zu einem einseitigen Glauben führen. Denn ,,wo auch immer nur eine der drei Dimensionen ausgeblendet wird, führt das zu einer unvollständigen Gotteserfahrung."118
4.5 Analyse des Kurses ,,Christ werden - Christ bleiben"
4.5.1 Zielgruppen
Durch die starke Betonung der Taufe ist der Kurs für Kirchendistanzierte und Konfessionslose westlicher Prägung (die meist aus der Kirche austraten) gut geeignet. Bei Konfessionslosen (Ost), die über Generationen keine Berührung mit der kirchlichen Taufpraxis hatten, ist eine Umstellung des Kurses erforderlich. Der Kurs ist gleichzeitig für Gottgläubige, Transzendenzgläubige und Unentschiedene sehr dienlich, da klar über den Gott der Bibel und seine Offenbarung in Christus gelehrt wird. So kann das bisherige Gottesbild in der Auseinandersetzung mit den Referaten oder im Gespräch überprüft und gegebenenfalls verändert werden. Auf Atheisten geht der Kurs fast nicht ein, die Auseinandersetzung Glaube und Naturwissenschaft wird nur gestreift.
4.5.2 Gemeinde
Der Kurs kann nur dort durchgeführt werden, wo ihn eine Gemeinde trägt, vorbereitet und nachbereitet. Der Kurs darf nur von einem vorher geschulten Kursleiter durchgeführt werden, der aber als Gast eingeladen werden kann. Von dessen Können und seelsorgerlichen Kompetenz hängt es ab, inwieweit die Inhalte ihren Adressaten erreichen.
Mitarbeiter werden in der Vorbereitungsphase zum einladen benötigt. Auch die Gesprächsgruppen werden von den örtlichen Gemeindegliedern nach Vorbereitung moderiert.
Die Notwendigkeit der Gemeinde als Ort für geistliches Wachstum wird herausgearbeitet. Innerhalb des Kurses haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Beziehungen zur Gemeinde zu knüpfen.
4.5.3 Erfahrungen in der EKiBB
Edgar Schwarz (ein missionarischer Mitarbeiter des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg [DW]) hat den Kurs 25mal im DW und zweimal in dörflich geprägten Gemeinden durchgeführt.119
Inzwischen führt er den Kurs nicht mehr in Einrichtungen des DW durch. Das Eingebettetsein in eine Gemeinde ließ sich nicht ersetzen.
Die Teilnehmer hatten zu 80% eine Beziehung zur Gemeinde. Aber es waren immer welche dabei, die nichts vom Glauben wussten und teilweise aufgrund von Presseinformationen dazukamen.
Ein Knackpunkt bei der Durchführung des Kurses war die Frage: Wer ist eigentlich Christ? Oft fingen die anwesenden Gemeindeglieder und vor allem die leitenden Pfarrer mit ,,wilden" Diskussionen an, so Edgar Schwarz. Sehr zur Verwunderung der Menschen ohne Beziehung zum Glauben und der Kirche.
4.5.4 Würdigung
Der Kurs knüpft an der Sinnfrage ,,Woher? Wohin? Wozu?" an und geht stark auf die volkskirchliche Praxis der Kindertaufe ein.
Er möchte die Fragen beantworten: Wie wird man Christ? Wie bleibt man Christ? Zentrale Inhalte des christlichen Glaubens werden vermittelt. Ein Ziel ist die Hilfe zum Einstieg bzw. Wiedereinstieg in den christlichen Glauben.
Es wird ein ganz starker Akzent auf die Wissensvermittlung (Referat und Gesprächsgruppe) gelegt. Durch die Wissensvermittlung soll die Sehnsucht nach Erfahrung des Gehörten geweckt werden. Das Ganze ist als Reise in das Land des Glaubens konzipiert.
Die Einheit 3 geht auf Hindernisse für den Glauben ein. Auffallend dabei ist, dass nur mit vier Bildern auf die Frage nach der Beweisbarkeit Gottes, der Anfrage des Selbstbetrugs und der Frage nach dem Leid eingegangen wird. Im Gegensatz dazu wird das Thema ,,Innere Verletzung und Heilung" mit 17 Bildern und der ganzen Gesprächszeit behandelt. Das Problem Glaube und Vernunft wird damit klar untergewichtet. Menschen atheistischer Prägung werden so zwar wahrgenommen, aber ihre Fragen ausgeblendet.
Problematisch ist aus meiner Sicht die etwas verengte Christologie des Kurses. Obwohl der Autor ,,das Grundanliegen der neutestamentlichen Kreuzesbotschaft unverkürzt"120 aufnehmen will, reduziert er Jesus auf eine ,,vertrauensbildende Maßnahme"121 Gottes. Ganz bewusst lässt er den Gedanken des Opfers weg. Das ist aber meiner Meinung nach eine unzulässige Verkürzung der Deutung von Kreuz und Auferstehung, wie sie uns das Zeugnis des gesamten Neuen Testaments bietet. Jesus ist als König, Priester und Prophet den Menschen begegnet. Auch um der Verständlichkeit willen dürfen keine Abstriche an der Torheit des Kreuzes gemacht werden. Andere Kurse (z.B. ,,Alpha-Kurs") zeigen sehr wohl Wege, wie das schwierige Thema der Sühne verständlich und logisch dargestellt werden kann.
4.6 Analyse des Kurses ,,Stufen des Lebens"
4.6.1 Zielgruppen
Der Kurs ist für distanzierte Kirchenmitglieder und Konfessionslose, die gottgläubig sind, geeignet. Ein gewisses positives Verständnis der Bibel wird vorausgesetzt (Formulierungen wie ,,an welche biblische Geschichte erinnert Sie das" kommen vor). Das Ergebnis der Einheiten ist immer wieder die große Liebe Gottes, die er zu den Menschen hat. Um das zu akzeptieren, muss aber ein persönlicher Gott für die Teilnehmer akzeptabel sein.
Der Teilnehmerkreis ist auf Menschen um die Lebensmitte beschränkt. Wie mir eine Mitarbeiterin versicherte, ist die Bereitschaft, auf sein Leben zurückzuschauen und es zu reflektieren, bei jüngeren Menschen nicht sehr ausgeprägt. Das aber ist gerade das Ziel des Kurses: das eigene Leben im Licht Gottes zu sehen.
Ältere Menschen lassen sich erfahrungsgemäß nur sehr langsam auf die im Kurs verwendeten Methoden ein.
4.6.2 Gemeinde
,,Stufen des Lebens" will in die Gemeinde hineinführen. Wie das allerdings geschieht, ist unklar. Denn es geht im Kurs vor allem immer um die Person des Einzelnen.
,,Stufen des Lebens" ist inzwischen eine Laienbewegung geworden. Jeder, der begabt ist, kann Kursleiter werden. Der Kursleiter bestimmt, wie der Kurs abläuft. Bei der Gestaltung ist er aufgrund der rechtlichen Bestimmungen sehr stark an die Vorgaben der Verfasser gebunden. Mitarbeit ist ansonsten nur noch für den äußeren Rahmen notwendig.
4.6.3 Erfahrungen in der EKiBB
Die Evangelische Kirchengemeinde Pichelsdorf führt den Kurs seit Jahren durch. Dort ist es gelungen, genau in der von mir beschriebenen Zielgruppe Menschen zu erreichen. Viele Teilnehmer melden sich, wenn ein neuer Kurs angeboten wird, wieder an und genießen die Möglichkeit des freien, unverbindlichen Austausches. Ein Teilnehmer sagte mir: ,,Ich suchte die Atmosphäre der Anonymen Alkoholiker, die fand ich hier".
4.6.4 Würdigung
Der Kurs ist ,,lebensweltorientiert, knüpft an die Alltagserfahrungen der Teilnehmer/-innen an und arbeitet die ihnen zugrundeliegende Tiefenstruktur (Deutemuster) heraus."122 Durch die Verwendung von sehr ausdrucksstarken Bildern, Figuren und anderen Materialien schafft es der Kurs, den Bibeltext ins Gespräch zu bringen. Dabei dient der Text nicht zur Lehre, sondern eher als Reflexionsfläche für Gefühle und Erfahrungen.
,,Stufen des Lebens" ist für seine Zielgruppe eine gute Möglichkeit, Sprache für eigene Erlebnisse, Probleme und auch Erfahrungen im Glauben zu finden. Etwas verengend ist der Ansatz bei den von den Menschen empfundenen Defiziten. Der Glaube wird ganz stark als Hilfe in Not, Schmerz, Leid und Bedrängnis dargestellt. Dabei werden Jesus als Retter und die Perspektive des Reiches Gottes ziemlich vernachlässigt. Innerhalb des Kurses gibt es keine Anleitung für eigene Glaubenserneuerung oder einen Anfang im Glauben. Auf intellektuelle Einwände gegen den christlichen Glauben reagiert das Kurskonzept nicht. Für ihn sind die aktuellen oder in der Tiefe schlummernden Probleme der Teilnehmer ausschlaggebend.
Durch die straffe Methodenwahl ist praktisch nur der vorgesehene Pfad möglich. Einen eigenen Weg zu gehen, ermöglicht der Kurs nicht. Auf den Verlauf des Kurses kann nur durch den Leiter Einfluss genommen werden. Teilnehmer können entweder der Anleitung folgen oder sich völlig ausklinken. Wer aber einmal auf die Methode reagiert, kann sehr viel über sich, einiges über Jesus und ein wenig von den Teilnehmern lernen.
Die Stärke des Kurses ist die sehr schnell aufkommende Offenheit der Teilnehmer, mit der der Kursleiter verantwortlich umgehen muss.
4.7 Analyse des Kurses ,,Fragen - Glauben - Feiern"
4.7.1 Zielgruppen
Menschen, ,,die bereit sind, ein Stück Weg mit dem Glauben zu gehen"123 werden angesprochen. Besonders: Erwachsene, die in die Kirche eintreten wollen, Konfirmandeneltern, junge Erwachsene, Menschen, zu denen durch Kasualien Kontakt entstanden ist. Um in der Begrifflichkeit zu bleiben: distanzierte und konfessionslose Gottgläubige und begrenzt Transzendenzgläubige, können durch den Kurs ihr Wissen über die Praxis und den Sinn des kirchlichen Lebens auffrischen. Menschen, die grundsätzliche Anfragen und Probleme mit dem christlichen Glauben haben, werden durch den Kurs, der ja im Prinzip das Vorgegebene erklärt, nicht angesprochen.
4.7.2 Gemeinde
Der Kurs soll von einem Team verantwortet werden. Mindestens 3 Leute sind notwendig. Es gibt Aufgaben in der Organisation und Moderation.
Alle Mitarbeiter müssen vorher mit dem Kurs vertraut gemacht werden.
Das Thema Gemeinde wird nicht explizit behandelt. Einzelkontakte sind durch die Begegnung Teilnehmer - Mitarbeiter möglich.
4.7.3 Erfahrungen in der EKiBB
Edgar Schwarz (Mitarbeiter bei der Diakonie) hat den Kurs mit Mitarbeitern beim Diakonischen Werk durchgeführt. Er hatte es dort mit der Kirche durchaus offen und positiv gegenüber stehenden Leuten zu tun. Sie wollten die Begrifflichkeiten und Traditionen, welche dem Arbeitgeber Kirche wichtig sind, verstehen. Ansonsten konnte ich keine weiteren Anwender ermitteln.
4.7.4 Würdigung
Der Kurs knüpft an die Begebenheiten im Kirchenjahr an, die als Quellen verstanden werden, die vom Ja Gottes zu uns gespeist werden. Der Teilnehmer soll dazu ermutigt werden, aus diesen Quellen auf seinem Lebensweg zu trinken. Er soll ,,Amen auf Gottes Ja zu uns sagen und zwar immer wieder."124 Durch den Bezug zum Kirchenjahr werden alle für den Glauben wichtigen Themen angesprochen.
Der Kurs möchte Wissen über den Glauben vermitteln. Glauben und Leben werden ganz stark aufeinander bezogen. Das Gemeinschaftserlebnis und das gemeinsame, dem jeweiligen kirchlichen Fest angepasste Essen spielen eine große Rolle.
Auf Einwände gegen das Christentum wird nur indirekt beim Thema ,,Glaubwürdigkeit der biblischen Berichte über Jesus" eingegangen.
Als Einstiegskurs für Menschen, die der Kirche- und ihrer Tradition gegenüber fern stehen, kann ich ihn mir schwer vorstellen. Die Informationen über die Festtage und ihre Traditionen sind meines Erachtens zu schwach gewichtet. Da kann leicht bei unbefangenen Teilnehmern der Verdacht einer ,,Mogelpackung" aufkommen. Der Verfasser geht davon aus, dass alle schon auf dem ,,Taufweg" sind, da Gott schon gehandelt hat. In diesem Sinne gestaltet er auch den Kurs. Es besteht dabei die Gefahr, dass sich Menschen, die sich ganz bewusst als ,,nicht auf den Weg zum Christen" verstehen, vereinnahmt und nicht ernstgenommen fühlen. Auf ungetaufte, moderne Skeptiker geht der Kurs nicht ein.
Bildbetrachtung und Lesen von Texten erfordern bestimmte Fähigkeiten, die diesen Kurs intellektuell sehr anspruchsvoll erscheinen lassen. Er scheint mir für Mitarbeiterweiterbildung im kirchlichen Raum, Lehrerfortbildung und dergleichen gut geeignet.
4.8 Analyse des Kurses ,,Aufbrechen mit Fred"
4.8.1 Zielgruppen
Junge Spätaussiedler sind die eindeutigen Adressaten dieses Kurses. Ihr Verhältnis zur Kirche und zu Gott ist durch die starke Fixierung auf die Aussiedlerproblematik gut berücksichtigt. Meiner Meinung nach können alle von mir beschriebenen Zielgruppen, wenn sie denn Aussiedler sind, an dem Kurs mit Gewinn teilnehmen.
4.8.2 Gemeinde
Der Gemeinschaftsaspekt mit einer Gemeinde ist viel zu wenig berücksichtigt. Sie spielt im Verlauf des Kurses, so weit ich es überschaue, keine wichtige Rolle. Der Kurs ist ganz auf die Gruppe fixiert. Die Aussiedler bleiben unter sich. Einzig die ,,Gäste des Abends" müssen gefunden werden und könnten aus einer Gemeinde kommen. Der Kurs ist sehr von dem Einfühlungsvermögen und dem pädagogischen Geschick des Kursleiters abhängig.
4.8.3 Erfahrungen in der EKiBB
Es ist der einzige Kurs, der nach meinem Wissensstand nicht in der EKiBB durchgeführt wurde. Als Beispiel für einen konsequent zielgruppenorientierten Glaubenskurs habe ich ihn aber doch aufgenommen.
4.8.4 Würdigung
Der Kurs wendet sich insbesondere an junge Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Diese sind nach den Erfahrungen der Aussiedlerseelsorge zu einem gewissen Maße auf den christlichen Glauben ansprechbar, da sie sich mit der Ankunft in Deutschland, herausgerissen aus ihrer bisherigen Umwelt und Sicherheit, sowieso mit den Fragen des Lebens auseinandersetzen müssen.
Sie suchen nach Kontakt und Geborgenheit. Der Kurs ,,Aufbrechen mit Fred" möchte den Gemeinden ein Instrument in die Hand geben, sich besser auf die Aussiedler einzustellen.
Inhaltlich versucht der Kurs die sieben ,,Ich-bin-Worte" von Jesus mit den Fragen der jungen Aussiedler zu verbinden. Der Einstieg erfolgt dabei über allgemeine Sinnfragen und führt dann zur Antwort des Glaubens.
Der didaktisch gut durchdachte Kurs vermittelt Wissen über Jesus und den christlichen Glauben in einer Mischung aus lehrmäßiger und erlebnisorientierter Unterrichtsweise. Erfahrungen werden immer wieder durch Gäste oder schriftliche Zeugnisse vermittelt. Von allen angebotenen Kursen ist dieser der am klarsten an einer Zielgruppe ausgerichtete. Kenntnisreich und konsequent wird die Botschaft für die jungen Aussiedler aufgearbeitet.
Der Kurs macht einen sehr verschulten Eindruck. Ich bin mir nicht sicher, ob der wirklich angenommen wird von erwachsenen Russlanddeutschen.
Ein gewisser Widerspruch fällt auf: Die Verfasser gehen davon aus, dass die Aussiedler, vor allem am Anfang ihres Hier seins in Deutschland, ansprechbar sind. Allerdings suchen die jungen Leute erst bei den Christen nach dem Sinn, wenn sie andere Sinnstiftungsangebote (Auto, Kleidung etc.) ausprobiert haben. Wenn sie aber erst andere Angebote ausprobieren, sind sie beim Glaubenskurs nicht mehr am Anfang ihrer Zeit in Deutschland.
Eine andere Frage stellt sich mir: Sind nicht die sprachlichen Anforderungen zu hoch für die jungen Aussiedler? Die Leute, die ich kenne, wären bei solch einem Kurs sprachlich stark überfordert.
Die Frage, wie man Christ wird, wird nicht beantwortet.
4.9 Analyse des Kurses ,,Impact"
4.9.1 Zielgruppen
In seiner Form und Aufmachung ist er geeignet für junge Menschen, deren Leben von einem atheistischen Umfeld geprägt sind. Das sind insbesondere Konfessionslose (Ost), Transzendenzgläubige, Atheisten und Unentschiedene. Auf ihre Fragen werden Antworten gegeben. Die Antworten können von den Teilnehmern hinterfragt und diskutiert werden. Für Distanzierte und Konfessionslose (West) könnte der Kurs eine Unterforderung sein, da kein Erfahrungshorizont der Kirche vorausgesetzt wird.
4.9.2 Gemeinde
Es werden Leute benötigt, die die Technik bedienen, Gesprächsgruppen leiten und bereit sind, Zeugnis von ihren Erlebnissen mit Jesus zu geben. Für die einzelnen Aufgaben müssen die Mitarbeiter geschult werden.
Die Teilnehmerzahl ist im Prinzip unbegrenzt. Es müssen nur ausreichend Mitarbeiter und Räume zur Verfügung stehen.
Innerhalb des Kurses wird die Notwendigkeit gerade der Jugendgemeinde in Hellersdorf betont. Der ganze Kurs lädt ein, in der Gemeinde heimisch zu werden. Das wird eher verbal vermittelt. Die Beziehungsorientierung ist durch den überwiegenden Vortragsstil, nicht so stark ausgebaut.
4.9.3 Erfahrungen in der EKiBB
Er ist für die besondere Situation Jugendlicher in Berlin Hellersdorf entwickelt worden. Dort wird er immer wieder angeboten und viele haben ihn als große Bereicherung erlebt.
4.9.4 Würdigung
Der Untertitel ,,Sinn suchen - Gott finden" verweist auf den Anknüpfungspunkt bei den existentiellen Fragen: Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?
Der Kurs zielt mit seinem ersten Thema: ,,Schöpfung oder Zufall" ganz stark auf Menschen, für die der scheinbare wissenschaftliche Beweis der Nichtexistenz Gottes eine große Hürde ist, sich überhaupt mit dem Thema Glaube zu beschäftigen.
Ziel des Kurses ist es, Menschen zu einem ,,hingegebenen Leben" mit Jesus zu führen. Der Kurs dient nicht der Vermittlung von Wissen allein. Er möchte ganz klar dazu herausfordern, sich für ein Leben mit Gott zu entscheiden. Der Kurs ist sehr stark lehrmäßig aufgebaut. Die Einübung in eine christliche Glaubenspraxis hat nicht den Stellenwert. Er ist eine gute Information und fordert zur geistigen Auseinandersetzung heraus.
Der Kurs ist für die Gemeinde nicht sehr aufwändig. Es kommt vor allem auf den Referenten an, da der vortragende Stil überwiegt.
Ich persönlich habe den Kurs erst durch meine Beschäftigung mit der Situation der EKiBB für diese Arbeit kennengelernt. Spontan nahm ich ihn in meine Untersuchung auf, da er am stärksten auf die größte Gruppe, die in der EKiBB vom Glauben unerreicht ist, die Atheisten, eingeht.
Durch das starke Gewicht auf den vortragenden Stil sind Fähigkeiten der intellektuellen Auseinandersetzung Voraussetzung. Der Autor selber sagte mir, dass seine Hauptansprechgruppe Jugendliche mit Abitur oder auf dem Weg dorthin sind. Für diese Gruppe ist die Form des Kurses allerdings sehr geeignet.
Eine Schwäche des Konzeptes ist, dass dem Gemeinschaftsaspekt zu wenig Beachtung geschenkt wird.
5 Der Ertrag
Es gibt Glaubenskurse, die für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB geeignet sind.
Durch die Kurse wird die unverlierbare Botschaft von Jesus Christus der Sprache der Menschen und ihrem spezifischen Verhältnis zu Gott und der Kirche angepasst. Auf diesem Wege wird ohne menschliche Druckmittel und im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes das Evangelium freimütig verkündet. Damit kommt es im Konzept der Glaubenskurse zu einer beispielhaften Verbindung von Bildung und Evangelisation. Mit diesen Merkmalen entsprechen die Glaubenskurse den Leitlinien kirchlichen Handelns der EKiBB125.
Inhaltlich gehen die Kurse auf verschiedene Zielgruppen der EKiBB und ihre Fragen ein. Diese werden aus spezifisch christlicher Sicht behandelt. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Alle Glaubenskurse beachten die Lebenssituation der Menschen und wollen Lebenshilfe sein. Auch zur Reflexion des eigenen Lebens wird angeregt (z.B. ,,Stufen des Lebens"). Die Menschen werden in keinem Kurs zu Entscheidungen gedrängt. Sehr wohl geben aber einige Kurse (z.B. ,,Alpha-Kurs" und ,,Christ werden - Christ bleiben") die Gelegenheit, auf das Versöhnungsangebot Gottes zu reagieren.
Festzuhalten ist, dass die meisten angebotenen Glaubenskurse (,,Christ werden - Christ bleiben", ,,Stufen des Lebens", ,,Fragen - Glauben - Feiern") vor allem für distanzierte Kirchenmitglieder und ausgetretene Konfessionslose geeignet sind. Sie gehen alle von einem mehr oder weniger vorhandenen Wissen oder Restwissen über den christlichen Glauben aus.
Es ist auffallend, dass es bis auf den Kurs ,,Aufbrechen mit Fred" kaum Kurse mit spezifischen sozialen Zielgruppen (z.B. gutverdienende Singles, Familien, Handwerker etc.) gibt.
Auf die meist atheistisch geprägten Konfessionslosen aus dem östlichen Teil (die größte Zielgruppe der EKiBB) scheint nur bedingt der ,,Alpha-Kurs" (durch seinen Versuch, harte Fakten für die Vernünftigkeit des christlichen Glaubens mit einer starken Erfahrungsebene zu verknüpfen) und für Jugendliche ,,Impact" (durch das offensive Eingehen auf die Frage: Evolution oder Schöpfung) einzugehen.
Hat Axel Noack also recht, wenn er sagt, dass alle bekannten missionarischen Projekte und Methoden ,,für den Osten relativ ungeeignet"126 sind?
Ja, wenn einfach ein Konzept ohne Veränderung angewendet wird. Nein, wenn die vorhandenen Konzepte den verschiedenen Zielgruppen insbesondere den Atheisten und ,,den ganz und gar säkularisierten Menschen"127 angepasst werden.
Für die Anwendung des Konzeptes Glaubenskurs in der EKiBB schlage ich deshalb folgendes Handeln vor:
1. Die kirchlichen Arbeitsbereiche Bildung und Mission treten in einen intensiven Dialog und Austausch ein und arbeiten gemeinsam am Projekt ,,Glaubenskurs für die EKiBB".
2. Es wird gründlich erforscht, warum Menschen neu oder wieder in die EKiBB eingetreten sind. So wird eine Basis geschaffen, einen konsequent den konkreten Bedingungen der EKiBB angepassten Kurs zu entwickeln, der die noch nicht zur Gemeinde Gehörenden anspricht.
3. Konkret könnte bei den umfangreichen Daten der 1,3 Mill. Mitglieder angesetzt werden. Über einen Filter ist es möglich, alle in den letzten 10 Jahren in die EKiBB eingetretenen Menschen (durch Taufe oder Wiedereintritt) zu ermitteln, die bei Eintritt über 18 Jahre alt waren (bei Jüngeren hängt der Eintritt oft noch mit der Konfirmation zusammen).
Diese Menschen werden im Blick auf die Entwicklung eines Glaubenskurses befragt (Welche Fragen hatten sie? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie hat sich ihr Gottesbild, Menschenbild usw. verändert? Was war anziehend an den Gemeinden? etc.).
4. Gleichzeitig wird eine Datenbank angelegt, in der von den Befragten diejenigen Menschen registriert werden, die öffentlich Zeugnis ablegen wollen von ihrem Weg zum christlichen Glauben. Das ist für Kurse sehr wertvoll, wenn man dort Menschen treffen kann, die einen Weg gegangen sind, der auch der Eigene werden kann.
5. Inhaltlich integriert der zu entwickelnde Kurs die Ergebnisse der Forschung. Die Methoden und Medien werden ohne Abstriche auf die Zielgruppen abgestimmt.
Natürlich sind die vorhandenen Modelle von Glaubenskursen bei der Entwicklung eines neuen Kurses heranzuziehen. Mir erscheinen der Dreischritt des ,,Alpha-Kurses" (essen, hören, reden), das Bildmaterial von ,,Christ werden - Christ bleiben" und der kreative Ansatz von ,,Stufen des Lebens" sehr nützlich zu sein. Bei der bruchstückhaften Verwendung der einzelnen Kurse müsste über die Autorenrechte verhandelt werden.
6. Davon unbenommen werden die vorhandenen Kurse in der EKiBB populär gemacht und Gemeinden zur Durchführung motiviert. Dazu tragen verschiedene Maßnahmen bei:
a) Konkrete Ansprechpartner für den Bereich Glaubenskurse werden benannt. Sie sind für die Koordination der Aktivitäten und die Ausbildung von Mitarbeitern zuständig.
b) Durch den intensiven Gebrauch der kirchlichen Kommunikationswege werden Glaubenskurse unter den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern128 bekannt gemacht (z.B.: die Kirchenzeitung stellt in einer Reihe verschiedene Konzepte vor; bekannte Persönlichkeiten übernehmen Aufgaben bei Glaubenskursen; Menschen, die entscheidende Erfahrungen mit Glaubenskursen gemacht haben, schreiben darüber; in dem Forum www.wachsen-gegen-den-trend.de werden Glaubenskurse per Internet bekannt gemacht etc.).
c) Es findet eine ,,Fachmesse Evangelisation" ähnlich den bestehenden ,,Tagen der Ermutigung" statt. Dort können verschiedene Konzepte vorgestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Neben der Information und dem Austausch gibt es Veranstaltungen, die der Begeisterung und Motivation der gegenwärtigen und zukünftigen Mitarbeiter dienen.
d) Die Kirchenleitung stellt sich ausdrücklich hinter das Konzept Glaubenskurs und stellt dafür finanzielle Mittel zur Verfügung. Die Höhe könnte der Summe der Ausgaben für die Erwachsenenbildung entsprechen.
7. Alle die von mir oben genannten Schritte werden nur gegangen, indem sie vom gemeinsamen hörenden Gebet für unsere EKiBB und die Menschen, die wir erreichen wollen, umrahmt und durchdrungen sind.
Denn das Hauptziel der Glaubenskurse ist die Weckung von Glauben an Jesus Christus. Den kann aber Gott allein durch seinen Heiligen Geist schenken. Um der Versuchung nicht zu erliegen, dass wir ihn doch machen wollen (Ps 127,1), brauchen wir ,,das Gebet: das Gebet um den Heiligen Geist, der uns Einsicht und Klarheit schenkt, das Gebet um Kraft und Geduld angesichts vielfältiger Enttäuschungen und Entmutigungen. Aus dem Gebet als dem Gespräch mit Gott und aus dem Gespräch miteinander kann Klarheit wachsen über den nächsten Schritt, den wir gehen."129
Literaturverzeichnis
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4. ,,Aufbrechen mit Fred"
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6. ,,Impact"
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Noack, Axel: Die meisten Rezepte für Mission sind in Ostdeutschland unbrauchbar, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.247-257.
Petzold, Lothar: Fundsachen, Berlin 2000.
Pickel, Gert: Konfessionslose in Ost-und Westdeutschland - ähnlich oder anders?, in: Pollack, Detlef; Pickel, Gert (Hg.): Religiöser Wandel in Ostdeutschland 1989-1999, Opladen 2000, S.206-235.
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Riewe, Wolfgang: Stufen des Lebens, in: Brennpunkt Gemeinde, Studienbrief A44, Hg.: AMD, Stuttgart 1995.
Schalk, Annette und Christoph und Scheunemann Kai S.: Glaubensgrundkurse, in: praxis 67, 4/96, Hg.: Arbeitsgemeinschaft für Gemeindeaufbau, S.39-42.
Schönherr Albrecht: Zeugnis und Dienst an dem Ort, an den uns der Herr geführt hatte, in: Freiheit verantworten, Festschrift für Wolfgang Huber, Hg.: Lütcke, Karl-Heinrich, Gütersloh 2002, S.23-35.
Schwarz, Christian A.: Die dreifache Kunst Gott zu erleben, Emmelsbühl 1999.
Simson, Wolfgang: Gottes Megatrends, Emmelsbühl 1995.
Statistisches Bundesamt (Hg.): Statistischen Jahrbuch 2001, Wiesbaden 2001.
Strobel, Lee: Beim Wort zum Sonntag schalt ich ab, Wiesbaden 1995.
Zeddies, Helmut: Konfessionslosigkeit im Osten Deutschlands, in: Pastoraltheologie 4/2002, S.150-167.
Anhang: Kurzübersicht über die Eignung der Kurse
(Aufbrechen mit Fred mit seiner sehr speziellen Zielgruppe wurde ausgespart.)
Alpha- Kurs | Christ werden - Christ bleiben | Stufen des Lebens | Fragen - Glauben - Feiern | Impact | |
Material | Holy Trinity Brompton Church (Hg.): Der Alpha-Kurs, Wiesbaden 1996. (Teilnehmer- heft und Trainingsheft für Leiter) | Leiter- und Teilnehmer- material, inkl. CD-ROM. Bezug: AMD, Altensteinstr 51, 14195 Berlin. (Die ausformulierten Referate gibt es nur auf CD-ROM) | Stufen des Lebens - Pflanzschule des Religions- unterrichts für Erwachsene, Robert- Schumann- Straße 2, 74182 Obersulm- Willsbach. | Köhnlein, Gerhard: Fragen - Glauben - Feiern, Darmstadt 1994 Bezug: Amt für missionarische Dienste und Gemeindeaufbau in der EKHN, Elisabethstraße 51, 64283 Darmstadt | Die Arbeits- materialien (Leiter- und Teilnehmerheft) sind nur über Alexander Garth zu beziehen: alexander.garth @gmx.de |
Internet | http://alpha.tcf.de | http://www.reli.de/ | www.heartbeat- berlin | ||
Zielgruppe | alle Altersstufen | alle Altersstufen | mittleres Lebensalter | alle Altersstufen | Jugendliche |
distanziert | ***** | ***** | ***** | ***** | *** |
konfessionslos Ost | ***** | *** | *** | *** | ***** |
konfessionslos West | ***** | ***** | **** | *** | *** |
gott- gläubig | ***** | ***** | ***** | ***** | ***** |
transzendenz- gläubig | ***** | ***** | ** | *** | ***** |
unentschieden | ***** | ***** | ** | ** | ***** |
atheistisch | *** | ** | * | * | ***** |
Inhalte: | umfassend bis auf Gott den Schöpfer | umfassend; etwas einseitige Christologie | nur punktuelle christliche Lehre | Inhalte durch den Lauf des Kirchenjahres abgedeckt | umfassend |
Gemeindebezug | sehr stark | sehr stark | gering | gering | stark |
Kommentar | In 15 Einheiten wird der christliche Glauben dargestellt. Besonders wird das Wesen und Werk des Heiligen Geistes herausgestellt. Der Veranstaltungen verlaufen im Dreischritt: Essen, Referat, Gespräch. | In acht Einheiten wird der christliche Glauben vermittelt. Die Taufe hat für den Kurs eine zentrale Bedeutung. Die Veranstal- tungen verlaufen nach dem Schema: Referat, Gespräch, Referat. | In vier Einheiten wird eine Lebens- oder an Hand von biblischen Geschichten bearbeitet. Das Gespräch wird durch kurze Bemerkungen, Lesungen, Bilder, Musik, Figuren u.a. gelenkt. | In sieben Einheiten wird anhand des Kirchenjahres die christliche Lehre entwickelt. Die Veranstaltungen verlaufen nach dem Schema: Einstieg, Gruppenarbeit, Referat, Pause, Gruppenarbeit, Abschluss. | In sieben Einheiten wird die christliche Lehre elementarisiert vermittelt. Die erste Einheit ist ein öffentlicher Vortrag ,,Schöpfung oder Evolution". Erst dann erfolgt die Anmeldung. Die Einheiten verlaufen unterschiedlich, enthalten aber immer Referat und Gespräch. |
Eignung:
*****vorbildlich;
****gut; ***befriedigend;
**lieber nicht verwenden;
*unbrauchbar (Kautz 11. November 2002)
Erklärung:
Die Arbeit wurde ohne fremde Hilfe und lediglich unter Benutzung der angegebenen Hilfsmittel angefertigt.
1 Kruse, Martin: Distanz und Nähe, in: Freiheit verantworten, Festschrift für Wolfgang Huber, Hg.: Lütcke, Karl-Heinrich, Gütersloh 2002, S.23-35, S.42.
2 Herbst, Michael (Hg.): Emmaus - auf dem Weg des Glaubens, Neukirchen-Vluyn 2002, S.6. (Bei Mehrfachzitierung werden die unterstrichenen Worte verwendet.)
3 EKD (Hg.): Reden von Gott in der Welt, Hannover 2000, S.41.
4 A.a.O.: S.15.
5 Bärend, Hartmut: Worte ,,von oben" in der Praxis vor Ort, in: Brennpunkt Gemeinde, Studienbrief A 60, Stuttgart 2000, S.2.
6 EKD: Das Evangelium unter die Leute bringen, Texte 68, Hannover 2000, S.44.
7 EKiBB (Hg.): Wachsen gegen den Trend, Berlin 1998.
8 EKiBB (Hg.): Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation, Berlin 2001.
9 A.a.O.: S.8.
10 Noack, Axel: Die meisten Rezepte für Mission sind in Ostdeutschland unbrauchbar, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.247-257, S.255.
11 Vgl. dazu: Leitlinien, S.6, Leitsatz Nr.3.
12 Die meisten der von mir analysiertenGlaubenskurse werden im ,,Lesebuch" der EKD (Hg.): Ermutigung zur Mission, Hannover 1999, auf den Seiten 55-59, kurz erwähnt.
13 Immer wieder konnte ich Hinweise in diversen Gemeindeblättern auf Glaubenskurse finden (so z.B. im Gemeindeblatt der Ev. Matthäuskirche Berlin-Steglitz (1/2002) und der Ev. Gemeinde Schlachtensee (5/2002).
14 Nur die Kirche als ,,Ort der Gegenwart Jesu Christi" kann in die Nachfolge rufen, in der es [H.K.] ,,immer um die Entscheidung für oder gegen Jesus Christus" geht. (Zitiert aus: Bonhoeffer, Dietrich: Nachfolge, in: DBW 4, Hg.: Bethge, Eberhard u.a., Gütersloh 1994, S.215f.).
15 Vgl. dazu: EKD/ Texte 68, S.17-22, (Hier wird in kurzer und treffender Weise der Missionsauftrag als grundlegend für die Kirche dargestellt. Den Ausführungen schließe ich mich an und verzichte daher auf eine eigene theologische Begründung von Mission.).
16 Ich beziehe mich hier und im Folgenden auf: Lütcke, Karl-Heinrich: Bericht aus der Region, unveröffentlichtes Manuskript, vorgetragen auf der Präsidialversammlung des DEKT in Goslar am 21.9.2001 (keine Numerierung der Seiten).
17 Vgl. dazu die Angaben in: Henkel, Reinhard: Atlas der Kirchen und der anderen Religionsgemeinschaften in Deutschland, Berlin Köln 2001, S.88 u. 94.
18 Eigene Berechnungen, die sich auf Angaben aus dem Statistischen Jahrbuch 2001, Hg.: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2001, S.97, beziehen.
19 In der Zahl der hauptamtlich Beschäftigten sind die bei Kirche und Diakonie Beschäftigten zusammengefasst, weil beide einen Auftrag haben, ,,die Liebe Gottes zu seiner Welt, wie sie uns im Wirken Jesu Christi begegnet" zu bezeugen. Die hier von mir verwendeten Zahlen und das Zitat stammen aus der Broschüre: EKiBB (Hg.): EKiBB -Entwicklungen, Aufgaben und Inhalte, Berlin 52001, S.19f. und S.42.
20 Evangelische Kirche der Union (Hg.): Ordnung des kirchlichen Lebens, Berlin 1999, S.23.
21 Huber, Wolfgang: Protestantisches Profil muss in der Öffentlichkeit erkennbar sein, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.148-159, S.157.
22 Lütcke/ Region.
23 So war der Kirchgang oft davon abhängig, ob der Gutsherr es seinen Arbeitern verbot, am Sonntag zu arbeiten oder nicht.
24 Garth, Alexander: Die missionarische Herausforderung der Großstadt, in: IDEA-Dokumentation 1/2001, S. 14-24, S.15.
25 Hartmann, Klaus: Wider den Strom - Kircheneintritte in Ostdeutschland, in: Pollack, Detlef; Pickel, Gert (Hg.): Religiöser Wandel in Ostdeutschland 1989-1999, Opladen 2000, S.276-293, S.278.
26 Krummacher, Bernd Dietrich: Kirche auf dem Pommerschen Dorf, in: Kirche ohne Zukunft?, Hg.: Schmoll, Heike, Berlin 1999, S.94-115, S.95.
27 Hempel, Johannes: Menschen werden auch in Zukunft nach einem verlässlichen Halt suchen, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.95-106, S.95.
28 Huber/ Protestantismus: S.157.
29 Ebd..
30 Kretzschmar, Gerald: Distanzierte Kirchlichkeit, Neukirchen-Vluyn 2001, S.3.
31 Noack: S.249.
32 EKD/ Ermutigung: S.42.
33 Huber, Wolfgang: Kirche in der Zeitenwende, Gütersloh 1998, S.11.
34 Schönherr Albrecht: Zeugnis und Dienst an dem Ort, an den uns der Herr geführt hatte, in: Freiheit verantworten, Festschrift für Wolfgang Huber, Hg.: Lütcke, Karl-Heinrich, Gütersloh 2002, S.23-35, S.31.
35 Huber/ Protestantismus: S.157.
36 Die nachfolgenden Seitenzahlen beziehen sich auf diese Schrift.
37 Die nachfolgenden Seitenzahlen beziehen sich auf diese Schrift.
38 Vgl. dazu: Wachsen S.28f..
39 Bonhoeffer/ Widerstand: S.559.
40 Hahn, Horst: Wie wird jemand Christ? Wie bleibt jemand Christ?, in: Teschner, Klaus (Hg.): Die Botschaft von der freien Gnade, Neukirchen-Vluyn 1990, S.111-116, S.112.
41 Schwarz, Christian: Die dreifache Kunst Gott zu erleben, Emmelsbühl 1999, S.6.
42 Vgl. dazu: a.a.O.: S.11.
43 Vgl.: Römer 10, 14-17.
44 Vgl.: Emmaus: S.11.
45 Vgl.: Eickhoff, Klaus: Gemeinde entwickeln, Göttingen 1992, S.84.
46 Vgl.: Nipkow, Karl Ernst: Bildung als Lebensbegleitung und Erneuerung, Gütersloh 1990, S.601.
47 Wachsen: S.25.
48 Christenson, Larry: Komm Heiliger Geist, Neukirchen-Vluyn 1989, S.68.
49 Vgl.: Strobel, S.126-136.
50 EKD/ Texte 68, S.18.
51 A.a.O.: S.18f..
52 Ebd..
53 Nipkow/ Begleitung: S. 601.
54 Nipkow, Karl Ernst: Bildung in einer pluralen Welt, Bd.2 Religionsunterricht im Pluralismus, Gütersloh 1998, S.243.
55 Hungs, Franz-Josef: Handbuch der theologischen Erwachsenenbildung, München 1991, S.22.
56 Vgl.: Faulstich, Peter; Zeuner, Christine: Erwachsenenbildung, München 1999, S.47ff..
57 Vgl. dazu: Fowler, James W.: Stufen des Glaubens, Gütersloh 1991.
58 Grethlein, Christian: Gemeindepädagogik, Berlin/New York 1994, S.39.
59 Faulstich: S.167.
60 Vgl.: a.a.O., S.163.
61 Vgl. dazu: Pastoral-Theologie 4/2002 mit dem Heftthema: Mission!? - Reizwort in der praktisch-theologischen Diskussion.
62 In meiner Arbeit zum 1.Examen habe ich den Konflikt ausführlich beschrieben. ,,Evangelisation oder Lebensbegleitung", Berlin 1997, unveröffentlicht, aber in der Bibliothek der EKiBB erhältlich.
63 Fowler: S.299.
64 Vgl.: a.a.O., S.302.
65 Diese Verbindung ist außerhalb des staatlichen Bildungssystems kein Problem. Die Kirche kann hier ihre Weltanschauung parteilich vertreten.
66 Faulstich: S.99.
67 Ein Einstieg in das Thema gibt sehr gut, auch mit statistischen Material: Pickel, Gert: Konfessionslose in Ost- und Westdeutschland - ähnlich oder anders?, in: Pollack, Detlef; Pickel, Gert (Hg.): Religiöser Wandel in Ostdeutschland 1989-1999, Opladen 2000, S.206-235.
68 Hier konzentriere ich mich auf Konfessionslose als größte und auf die distanzierten Mitglieder als zweitstärkste Gruppe. Die sich bewusst und aktiv zur Gemeinde zählenden Mitglieder der Kirche sind eher als Mitarbeiter im Blick. In der Frage des Gottesverhältnisses werden sie aber sehr wohl bedacht.
69 Vgl. dazu: Wachsen, S.29.
70 Vgl. dazu: Strobel, Lee: Beim Wort zum Sonntag schalt ich ab, Wiesbaden 1995, S.45.
71 Kretzschmar: S.23.
72 EKD/ Texte 68: S.12.
73 Ebd..
74 Engelhardt, Klaus; Loewenich, Herrmann von; Steinacker, Peter: Fremde Heimat Kirche, Gütersloh 1997, S.189.
Dass an dieser Stelle der von Bonhoeffer verwendete Begriff ,,Kirche für andere" auftaucht, ist interessant. Denn aus Bonhoeffers Sicht kommen ja gerade erst durch eine Begegnung mit Jesus die ,,Anderen" in den Blick. (Vgl. dazu z.B.: Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, DBW 8, Hg.: Bethge, Eberhard u. a., Gütersloh 1998, S.558.).
75 A.a.O.: S.11.
76 Der Begriff ,,Konfessionslosigkeit" ist nicht unumstritten. (Vgl. dazu: Zeddies, Helmut: Konfessionslosigkeit im Osten Deutschlands, in Pastoraltheologie 4/2002, S.150-167, besonders S.151-154.) Das Wort unterstellt erst einmal einen Mangel, der von der angesprochenen Personengruppe auch wahrgenommen wird. Auf seiner Homepage beklagt ein Humanist, dass er mit seinem Glauben an die Menschlichkeit nicht ernst genommen wird, obwohl er sehr wohl alle seine Daseins und Zukunftsfragen beantworten kann. Vgl.: Kuhr, Rudolf: Konfessionslos oder humanistisch?, in: http://www.home.t-online.de/home/humanist.aktion.
Ein anderer Aspekt ist, dass Forschungen ergeben haben, dass die meisten Menschen, die heute weltweit Christen werden, keiner Konfession angehören und sich auch keiner anschließen werden. Aus dieser Sicht ist das Wort Konfessionslosigkeit dann fast positiv besetzt. Vgl. dazu: Simson, Wolfgang: Gottes Megatrends, Emmelsbühl 1995, S.68ff..
Ich verwende den Begriff trotz aller Anfragen, weil er allgemein gebräuchlich und anerkannt ist.
77 EKD/ Texte 68: S.11.
78 Huber/ Zeitenwende: S.60.
79 Beispielhaft für diese Gruppe ist mir der Teenager im Gedächtnis, der mich, als ich vor einer Dorfkirche im Land Brandenburg die Straße fegte, fragte: ,,Das ist doch das Gefängnis, oder?" (Die Kirche hatte als Schutz für die Bleiglasfenster Gitter vor den Fenstern.) Oder der Bauer, der mir erklärte: Der Hund jachzt (umgangssprachlich im Fläming für verkrampftes Bellen) an der Kette und der Pfarrer von der Kanzel. Beide kriegen ihr Fressen dafür.
80 Bärend, Hartmut: »Sie haben vergessen, daß sie Gott vergessen haben« Konfessionslosigkeit - eine missionarische Herausforderung, Bericht über eine Konsultation in Berlin am 7./8. Mai 2001 in: http://www.a-m-d.de/schritte.
81 Vgl.: Fremde Heimat, S.326f..
82 Eindrücklich war mir die Begegnung mit einem sehr gebildeten Konfessionslosen: Sein RU-Lehrer hatte ihm ausführlich erklärt, wie man aus der Kirche austritt. Als er 18 wurde probierte er es aus. Die Reaktionen von seiten der Kirche haben bei ihm den Eindruck hinterlassen, dass der Schritt richtig war.
83 Jörns, Klaus-Peter: Die neuen Gesichter Gottes, München 1997, S.56, (Die folgenden Seitenzahlen beziehen sich auf dieses Buch.).
84 Ob wirklich ,,realer" Glaube, durch soziologische Untersuchungen aussagekräftig ermittelt werden kann, ist umstritten, da immer ganz persönliche und einzigartige Erfahrungen verallgemeinert werden. (Vgl. dazu: Giering, Matthias: Rezension zu "Gottes neue Gesichter" von Jörns, Klaus-Peter, in: Die Zeichen der Zeit 3/98, S.115.).
85 Jörns setzt sich meines Wissens nicht mit der Geschichte des Begriffes in der Zeit der Nationalsozialismus auseinander. Dort bezeichneten sich bekennende Nazis als ,,Gottgläubig" im Gegensatz zu dem Gott der Offenbarung, den die Juden und Christen anbeten (mündliche Information vom Pfarrer i.R. Wackwitz). Hier in der Arbeit soll der Begriff aber im Sinne von Jörns gebraucht werden.
86 Der Glaube an irgendein transzendentes Wesen oder eine Macht, kann manchmal auch merkwürdige Formen annehmen. Im Pfarrsprengel meines Vaters (Reetz) wurde noch in den 60er Jahren ein Hexenprozeß geführt. Und zwar von den Verwandten einer Frau gegen die Mitbürger im Ort. Die hatten sie als die Frau verleumdet, die die Schweine im Ort verhext hätte. (Zu der Zeit gab es ein unerklärliches Schweinesterben.)
87 Im Gespräch mit Atheisten östlicher Prägung stieß ich immer wieder auf die große Angst, wieder enttäuscht zu werden. In einem Gesprächskreis in Halle mit jungen Leuten, die noch an der Arbeiter- und Bauernfakultät (einer sozialistischen Kaderschmiede) ihr Studium begannen, kam es öfter zu dem Punkt, an dem die mir sehr verbundenen Studenten sagten: ,,Helmut wir glauben dir, aber wir können nicht mehr einer Weltanschauung vertrauen. Wir haben schon einmal vertraut."
88 Die Nummerierung der Aussagen wird übernommen.
89 Filker, Hans-Georg: Geistliche Entgiftung nötig!, in: SCHRITTE (Zeitschrift der AMD) 3/01, S.22-24, S.24.
90 Ebd..
91 Ebd..
92 Strobel, Lee: Beim Wort zum Sonntag schalt ich ab, Wiesbaden 1995.
93 A.a.O.: S.177.
94 Pannenberg, Wolfhart: Systematische Theologie Bd. 1, Göttingen 1988, S.60.
95 Jörns: S.262.
96 Hybels, Bill; Mittelberg, Mark; Strobel, Lee: So wird ihr Glaube ansteckend!, Wiesbaden 1996, S.277-284 (jeweils die Fragen werden zitiert, nicht die Antworten).
97 Ebd..
98 Wachsen: S.24.
99 So in: Matthes, Inge; Micheel, Rosemarie; Roschke, Volker: AMD-Projekte zum Gemeindeaufbau, in: Studienbriefe A57, Hg.: AMD, Stuttgart 1999, S.1.
100 Durch die Auswahl bleiben einige empfehlenswerte Kurse unberücksichtigt. So z.B. der schon zitierte Kurs ,,Emmaus", der sich nicht als reiner Glaubenskurs, sonder als ganzes Projekt zur Integration von Nichtchristen in die Gemeinde versteht. Wegen der Fülle auf CD-ROM mitgelieferten Materialien ist der ,,Starterkurs" von Benner, Tilo und Böckner Michael, Emmelsbühl 2001, zu empfehlen. Der Kurs ist aber selber schon ein Extrakt aus verschiedenen Glaubenskursen. Eine nun schon etwas ältere Übersicht von Kursen wird geboten von: Schalk, Annette u. Christop und Scheunemann Kai S.: Glaubensgrundkurse, in: praxis 67, 4/96, Hg.: Arbeitsgemeinschaft für Gemeindeaufbau, S.39-42.
101 Vgl.: http://alphacourse.org/leaders/index.htm.
102 in: Gumbel, Nicky: Fragen an das Leben, Asslar 1999, S.43.
103 Kopfermann, Wolfram: Farbwechsel - Ein Grundkurs des Glaubens, Emmelsbühl 1991.
104 Puttkammer, Detlef: Glaubenskurse, in: Studienbriefe A30, Hg.: AMD, Stuttgart 1989, S.10.
105 B1 bedeutet Bild 1. Ich richte mich nach der Reihenfolge im Teilnehmerheft. Diese Bezeichnung wird fortgeführt. Die Bildnummern gehören immer zum folgenden Satz. Die Bilder konnten aus Platzgründen nicht beschrieben werden. Es handelt sich meist um Zeichnungen. Wo es für das Verständnis notwendig war, habe ich es ansatzweise getan.
106 Riewe, Wolfgang: Stufen des Lebens, in: Studienbriefe A44, Hg.: AMD, Stuttgart 1995, S.8.
107 Vgl. dazu: Riewe, S.4.
108 AMD (Hg.): Aufbrechen mit Fred, Stuttgart 1999, S.6.3.
109 Siehe: Fußnote 103.
110 Leitlinien: S.12.
111 Emmaus: S.41.
112 Petzold, Lothar: Fundsachen, Berlin 2000, S.7-9 u. 61-64.
113 Namen sind geändert.
114 Ranke, Stefan: Dem persönlichen Glauben neues Leben geben, in: Deutsches Pfarrerblatt 5/1997, S.236-239, S.238.
115 Ranke: S.238.
116 Denker, Steffen: Der Alpha-Kurs, http://www.bibelbund.christen.net/htm/2000-3-185.htm.
117 Der Kurs wird auch, wie die Alpha-Homepage es eindrücklich zeigt (http://www.alpha.tcf.de) von nichtcharismatischen Gemeinden und Gruppen durchgeführt.
118 Schwarz: S.9.
119 Zur Zeit wird der Kurs in der EKiBB nach Auskunft von Herrn Roschke (Verantwortlicher für den Kurs bei der AMD Deutschland) im Gegensatz zu anderen Landeskirchen (z.B. Sachsen) nicht durchgeführt.
120 Krause, Burghard: Glaubenweckende Verkündung als Wort vom Kreuz, in: Leiterhandbuch Christ werden - Christ bleiben, Hg.: AMD, Berlin 2001, S.1-10, S.4.
121 Ebd..
122 Mäschle, Waltraud: Ob Vertrauen sich lohnt, Kurs 8, Reutlingen 1997, S.10.
123 Ebd..
124 Köhnlein, Gerhard: Fragen - Glauben - Feiern, Darmstadt 1994, S.2.
125 Besonders deutlich wird der Zusammenhang in den Leitlinien S.11f. (Mission als Gespräch), S.18f. (Glaubenswissen weitergeben, S.20f. (Den Menschen beistehen) und S.30f. (Kirchliche Berufe missionarisch profilieren).
Noack, S.255.
127 Ebd..
128 Vgl.: EKiBB/ Entwicklungen: S.42.
129 Leitlinien: S.34f..
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