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Die Rolle der Vergangenheit für die Hauptcharaktere in Virginia Woolfs Mrs Dalloway

Scholary Paper (Seminar), 2001, 14 Pages
Author: Michaela Müller
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 14
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V10750
ISBN (E-book): 978-3-638-17096-3

File size: 71 KB


Excerpt (computer-generated)

DIE ROLLE DER VERGANGENHEIT FÜR DIE HAUPTCHARAKTERE
IN VIRGINIA WOOLFS MRS DALLOWAY

Hausarbeit für das Einführungsseminar Literaturwissenschaft 
“Virginia Woolf“
im WS 2000/2001
Michaela Weber

 

INHALT

1. Die Bedeutung der Vergangenheit für die persönliche Entwicklung der Charaktere in Mrs Dalloway   2

2. Die Rolle der Vergangenheit für

a. Mrs Clarissa Dalloway   2
b. Septimus Warren Smith   7
c. Peter Walsh   9

3. Schlussbetrachtung   11

4. Literaturverzeichnis   12

 

1. Die Bedeutung der Vergangenheit für die persönliche Entwicklung der Charaktere in Mrs Dalloway

Virginia Woolf benutzt in Mrs Dalloway verschiedene Fokalisierer, um die Gedanken der betreffenden Personen darzustellen.

Clarissa Dalloway, Septimus Warren Smith und Peter Walsh werden dazu besonders häufig herangezogen. Ihre Gedanken schweifen dabei immer wieder in die Vergangenheit zurück. Die vorliegende Arbeit versucht zu zeigen, dass diese Charaktere durch ihre Vergangenheit besonders geprägt worden sind und sie ihr Leben in der Gegenwart völlig nach den Erlebnissen der Vergangenheit ausrichten.1 Auch sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Erlebnisse, die die Charaktere beeinflussen, hervorgehoben werden, die bei Clarissa zu einer Lebensbejahung, bei Septimus zum Selbstmord und bei Peter dazu führen, dass sein ganzes Leben als Fehler angesehen wird.

2. Die Rolle der Vergangenheit für

a. Mrs Clarissa Dalloway

Gegenstände und Geräusche rufen Erinnerungen an die Vergangenheit in den Charakteren hervor (vgl. Erzgräber 1982: 66). Gleich zu Beginn des Romans wird Clarissa durch den schönen Morgen und das Quietschen der Türangeln an ihre Jugendzeit in Bourton erinnert:


What a lark! What a plunge! For so it had always seemed to her when, with a little squeak of the hinges, which she could hear now, she had burst open French windows and plunged at Bourton into the open air. How fresh, how calm, stiller than this of course, the air was in the early morning; like the flap of a wave; the kiss of a wave; chill and sharp and yet (for a girl of eighteen as she then was) solemn, feeling as she did, standing there at the open window, that something awful was about to happen; […] (MD, 5).

Clarissa betont hier vor allem die Stille und Geborgenheit der Natur, die „calm“ ist, im Vergleich zur ständigen Unruhe und Geschäftigkeit des modernen Londons und erinnert sich an die „Unbekümmertheit und Frische der glücklichen Jugendjahre“, die durch „tiefe und reine Empfindungen geprägt war“ (Schwank 1975: 73).

 Clarissas Gefühl, dass „something awful was about to happen“, stellt die wichtigste Eigenschaft ihrer Persönlichkeit dar: Einerseits führt sie ihr Leben äußerst enthusiastisch, andererseits fürchtet sie sich vor einer Unterbrechung ihres Lebens, so wie sie es in der Gegenwart lebt. Die Ursache für diese Angst ist Clarissas Erinnerung an die Unterbrechung des „most exquisite moment of her whole life“, als Peter Walsh ihren Kuss mit Sally Seton unterbrochen hat. Sie gingen zusammen spazieren als


she and Sally fell a little behind. Then came the most exquisite moment of her whole life passing a stone urn with flowers in it. Sally stopped; picked a flower; kissed her on the lips. The whole world might have turned upside down! The others disappeared; there she was alone with Sally. […] ‘Star-gazing?’ said Peter. It was like running one’s face against a granite wall in the darkness! It was shocking; it was horrible! Not for herself. She felt only how Sally was being mauled already, maltreated; she felt his hostility; his jealousy; his determination to break into their companionship. […] ‘Oh this horror!’ she said to herself, as if she had known all along that something would interrupt, would embitter her moment of happiness. (MD, 40-41).

[...]


1  Die Gegenwart ist für alle Charaktere die Gleiche: ein Mittwoch, im „June“ 1923, in „London“ (Mrs Dalloway=MD, 6), fünf Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges.


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