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Scholary Paper (Seminar), 2001, 12 Pages
Author: Michaela Müller
Subject: Latin
Details
Institution/College: University of Cologne (Institut für Altertumskunde)
Tags: Sallusts, Sicht, Geschichte, Proseminar, Sallust, Bellum, Iugurthinum
Year: 2001
Pages: 12
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17098-7
File size: 67 KB
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Excerpt (computer-generated)
SALLUSTS SICHT DER ÄLTEREN RÖMISCHEN GESCHICHTE
Hausarbeit für das Proseminar
„Sallust, Bellum Iugurthinum“
im WS 2000/ 2001
Michaela Weber
Köln, 5. 7. 2001
INHALT
1. Einleitung 2
2. Sallusts Geschichtsbild
a. in der „Coniuratio Catilina“ 2
b. im „Bellum Iugurthinum“ 6
c. in den „Historiae“ 8
3. Schluss 9
4. Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
C. Sallustius Crispus (86-35/34 v. Chr.) schlug zunächst die politische Laufbahn ein. Als Gegner der Nobilitätsherrschaft und Anhänger der Volkspartei schloss er sich eng an Cäsar an, von dem er eine Neuordnung der zerrütteten politischen Verhältnisse auf demokratisch-republikanischer Grundlage erhoffte. Er durchlief die römische Ämterlaufbahn, zog sich aber nach Cäsars Ermordung (44 v. Chr.) tief enttäuscht vom politischen Leben zurück und widmete sich ganz der Geschichtsschreibung. Mit seinen beiden historischen Monographien „Coniuratio Catilinae“ und „Bellum Iugurthinum“ und mit seiner Zeitgeschichte „Historiae“ hat er drei bedeutende historische Werke hinterlassen, in denen vor allem auch seine Geschichtsauffassung deutlich wird. Sallusts Geschichtsauffassung bleibt in seinen drei Werken allerdings nicht konstant gleich, sondern sie durchläuft eine Entwicklung. Diese Hausarbeit soll zeigen, wie sich Sallusts Geschichtsbild entwickelt hat und welche Bedeutung dies für seine Sicht der älteren römischen Geschichte hat.
2. Sallusts Geschichtsbild
a. in der „Coniuratio Catilinae“
Die „Coniuratio Catilinae“ ist Sallusts erstes Geschichtswerk. Sie handelt von der Verschwörung des Catilina im Jahre 63 v. Chr. und wurde von Sallust 42 v. Chr. verfasst. Besonders im ersten Exkurs ( Kapitel 6-13) über die Entwicklung des römischen Staates und der römischen Sitten wird Sallusts Geschichtsauffassung deutlich. Dabei bildet das zehnte Kapitel eine Zäsur: die erste Hälfte (Kapitel 6-9) handelt von der römischen Blütezeit bis zum Fall Karthagos, die zweite Hälfte (Kapitel 10-13) behandelt den anschließenden Verfall des weltbeherrschenden Volkes.1 Das sechste Kapitel stellt die Königszeit als einen sündlosen und darum glücklichen Urzustand dar; im siebten Kapitel wird die kriegerische Tüchtigkeit des römischen Altertums geschildert; Kapitel 9 beschreibt die musterhafte Haltung der Römer im Frieden. Als Fazit ist aus diesen Kapiteln zu ziehen, dass die kriegerische Kraft der Römer besonders darin hervor tritt, dass öfter gegen Ungehorsam aus zu großer Kampflust als gegen Feigheit eingeschritten werden musste und im Frieden war nicht die Furcht vor ihrer Macht, sondern die Wohltaten, die sie ihren Untertanen erwiesen, die Grundlage der Herrschaft der Römer.1
Im Catilina werden drei Epochen der römischen Geschichte unterschieden: vom Anfang bis zur Vertreibung der Könige (Cat. 6,7), von der Erringung der Freiheit bis zur Zerstörung Karthagos (Cat. 10,1) und von der Zerstörung Karthagos bis zu Sullas Herrschaft (Cat. 11,5). Das Gesamtbild des römischen Handelns unterscheidet sich zur Zeit der Könige (Kapitel 6) nicht von dem zur Zeit der frühen Republik (ab Kapitel 7).2 Nachdem die Königsherrschaft weggefallen ist, kann sich „die virtus frei und unverdächtig im Wettkampf um die gemeinsame Sache entfalten“3. Dies steht allerdings im Widerspruch zu dem Wegfall Karthagos als Rivalen, der Frieden und Reichtum mit sich bringt, „in welchem Zustand sich imperi cupido und avaritia ungehindert austoben können“4. Demnach verwirklichen die Menschen vorher durch die Güte ihrer Natur Gutes, aber Reichtum und Frieden stellen neue Aufgaben für sie dar, denen gegenüber die Menschen versagen5. Sallust sieht somit in der Vorzeit einen Idealzustand, der durch die gute menschliche Natur bedingt ist und durch den moralischen Verfall zerstört wird. Er führt diesen Idealzustand allerdings nicht nur auf die gute Anlage des Menschen zurück, sondern auch auf äußere Zwänge6.
[...]
1 vgl. Schur (1934: 79)
2 vgl. Heldmann (1993: 95)
3 Büchner (1960: 319)
4 Büchner (1960: 319)
5 vgl. Büchner (1960: 322)
6 vgl. Bauhofer (1935: 32)
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