Die Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagements

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Details
Autor: Jan Gahde
Fach: Wirtschaft - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Institution/Hochschule: Universität Lüneburg (Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Jahr: 2001
Seiten: 98
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 348 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17116-8
ISBN (Buch): 978-3-638-93375-9
Zusammenfassung / Abstract
Die Arbeit zeigt auf, wie die Themen strategische Unternehmenssteuerung und Risikomanagement zu einem umfassenden Unternehmenssteuerungssystem verbunden werden können: Das Konzept der Balanced Scorecard ist ein relativ junges Instrument der Betriebswirtschaft. Es dient dazu, die Strategie einer Unternehmung in operative Handlungen zu übersetzen, indem der Aufbau langfristig wirksamer Erfolgspotentiale unterstützt wird. Die Balanced Scorecard stellt keine vollkommen neue Vorgehensweise dar, sondern verbindet in der Praxis bewährte Ansätze mit neuen Elementen, die einen ganzheitlichen Blick auf die Unternehmung ermöglichen. Dieser wird durch die Integration von nicht- finanziellen mit traditionellen Kennzahlen, die Ausgewogenheit von lang- und kurzfristigen, vor- und nachlaufenden Meßwerten sowie die Berücksichtigung der Kunden-, Prozeß- und internen Perspektive ermöglicht. Die Balanced Scorecard ist von ihrem Ansatz her primär chancenorientiert. Für den Unternehmenserfolg ist es jedoch wichtig, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, um zum einen Erfolgspotenziale ausschöpfen und zum anderen Gefahren abwehren zu können sowie den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Durch die Offenheit des Konzeptes der Balanced Scorecard erscheint ihr Einsatz als Instrument des Risikomanagements sinnvoll. Diese Diplomarbeit untersucht theoretisch, ob und wie das Modell der Balanced Scorecard dazu geeignet ist, die Ziele des Risikomanagements zu unterstützen. Dazu werden zunächst die Konzepte des Risikomanagements und der Balanced Scorecard vorgestellt. Daran anschließend wird erläutert, wie die Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagements verwendet werden kann. Insgesamt wird eine Problemstellung behandelt, der sich jede Unternehmung gegenübersieht. Durch den gewählten integrierenden Ansatz erfährt diese Ausarbeitung eine theoretische Relevanz auf den Forschungsgebieten des Risikomanagements und der Balanced Scorecard. Die Grundlage für diese Untersuchung bilden Artikel und Beiträge aus Fachzeitschriften und dem Internet sowie die einschlägige Literatur, die sich bisher mit der Thematik der Balanced Scorecard und dem Risikomanagement auseinandergesetzt hat. Damit ist der aktuelle Stand der Diskussion abgebildet.
Textauszug (computergeneriert)
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Rechnungswesen und Steuerlehre
Die Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagements
Ein risiken- und chancenorientierter Ansatz der Unternehmensführung
Diplomarbeit im Studiengang Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
der Universität Lüneburg
eingereicht von: Jan Gahde
Datum der Abgabe: 02.08.2001
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... I
Abbildungsverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... IV
1. Einleitung und Problemstellung ... 1
2. Risikomanagement ... 3
2.1 Der Risikobegriff ... 3
2.2 Der Begriff des Risikomanagements ... 9
2.3 Die Ausgestaltung des Risikomanagements ... 12
2.3.1 Die Risikostrategie der Unternehmung ... 12
2.3.2 Risikoidentifikation und -erfassung ... 13
2.3.3 Risikobewertung ... 16
2.3.4 Risikobewältigung ... 18
2.3.5 Risikocontrolling ... 21
2.4 Die Anforderungen des KonTraG ... 21
3. Die ursprüngliche Balanced Scorecard ... 26
3.1 Die Balanced Scorecard als Kennzahlensystem ... 26
3.1.1 Der Grundgedanke der Ausgewogenheit ... 26
3.1.2 Die Art der Kennzahlen ... 28
3.1.3 Die Perspektiven und ihre Verbindung mittels Ursache-Wirkungs-Ketten zu einem Kennzahlensystem ... 31
3.2 Die Balanced Scorecard als Managementsystem ... 39
3.3 Voraussetzungen für den Erfolg einer Balanced Scorecard ... 43
3.4 Kritik an der Balanced Scorecard ... 44
4. Die integrierte Risiken- und Chancen-Balanced Scorecard als Mittel der risiken- und chancenorientierten Unternehmensführung ... 50
4.1 Die Verwendung der Balanced Scorecard als Frühwarnsystem im Rahmen des Risikomanagements ... 50
4.2 Verschiedene Modelle zur Integration ... 56
4.2.1 Die Balanced Chance- and Risk-Card ... 56
4.2.2 Die Balanced ScorecardPLUS ... 60
4.2.3 Balanced Scorecard im Kontext einer wertorientierten Unternehmenssteuerung ... 62
5. Fazit ... 66
Literatur ... 68
Anhang ... A 1
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Spekulatives Risiko ... 4
Abb. 2: Wertschöpfungskette und Einflußfaktoren ... 6
Abb. 3: Risikokategorien ... 8
Abb. 4: Risikoportfolio ... 18
Abb. 5: Dimensionen der Risikofinanzierung ... 20
Abb. 6: Risiko-Managementsystem nach KonTraG ... 24
Abb. 7: Abb. des Realsystems durch Kennzahlen ... 30
Abb. 8: Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard ... 33
Abb. 9: Die Strategiepyramide ... 36
Abb. 10: Ursache-Wirkungs-Kette in der Balanced Scorecard ... 37
Abb. 11: Die Balanced Scorecard als strategischer Handlungsrahmen ... 41
Abb. 12: Aufbaustufen eines betrieblichen Frühwarnsystems ... 54
Abb. 13: Balanced Chance- and Risk-Card ... 59
Abb. 14: Die Balanced ScorecardPLUS ... 60
Abb. 15: Balanced Scorecard im Kontext einer wertorientierten Unternehmenssteuerung ... 65
Abb. A-1: Abbildung der relevanten Ursache-Wirkungsbeziehungen eines Dienstleistungsunternehmens ... A 5
Abb. A-2: Beispiel einer Risiken- und Chancen Balanced Scorecard eines Dienstleistungsunternehmens ... A 15
1. Einleitung und Problemstellung
Aufgrund veränderter wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen hat in den letzten Jahren das Risikomanagement eine deutliche Aufwertung erfahren. Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (im folgenden KonTraG) schreibt zum Beispiel vor, daß geeignete Frühwarnsysteme implementiert werden müssen. Damit können Gefahren für das Unternehmen1 erkannt und bewältigt werden. Sowohl der Begriff des Risikos als auch des Risikomanagements unterliegen jedoch keiner allgemeingültigen Definition, so daß dessen konkrete
Ausgestaltung den Unternehmen Freiräume läßt. Damit ist dieser Ansatz offen für integrierende Konzepte, die das Risikomanagement in den Kontext der generellen Unternehmensführung stellen. Dieses erscheint sinnvoll, weil ein Risikomanagement, welches sich nur auf die Vermeidung von Risiken konzentriert, das Ziel der Sicherung der Unternehmensexistenz verfehlen muß. Der Aufbau langfristiger Erfolgspotentiale ist zwangsläufig mit Unsicherheiten verbunden, was das Eingehen von Risiken notwendig macht. Werden Risiken gemieden, können ebenso Chancen, die sich einer Unternehmung bieten, nicht genutzt werden. Unternehmen, die nur von früheren Erfolgen leben, werden somit in der Zukunft nicht überleben können. Das Ziel muß es daher sein, Chancen zu suchen und gleichzeitig die Risikosituation unter Kontrolle zu haben.
Das Konzept der Balanced Scorecard ist ein relativ junges Instrument der Betriebswirtschaft. Es dient dazu, die Strategie einer Unternehmung in operative Handlungen zu übersetzen, indem der Aufbau langfristig wirksamer Erfolgspotentiale unterstützt wird. Die Balanced Scorecard stellt keine vollkommen neue Vorgehensweise dar, sondern verbindet in der Praxis bewährte Ansätze mit neuen Elementen, die einen ganzheitlichen Blick auf die Unternehmung ermöglichen. Dieser wird durch die Integration von nicht- finanziellen mit traditionellen Kennzahlen, die Ausgewogenheit von lang- und kurzfristigen, vor- und nachlaufenden Meßwerten sowie die Berücksichtigung der Kunden-, Prozeß- und internen Perspektive ermöglicht. Die Balanced Scorecard ist von ihrem Ansatz her primär chancenorientiert.
Für den Unternehmenserfolg ist es jedoch wichtig, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, um zum einen Erfolgspotenziale ausschöpfen und zum anderen Gefahren abwehren zu können sowie den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Durch die Offenheit des Konzeptes der Balanced Scorecard erscheint ihr Einsatz als Instrument des Risikomanagements sinnvoll. Diese Diplomarbeit untersucht theoretisch, ob und wie das Modell der Balanced Scorecard dazu geeignet ist, die Ziele des Risikomanagements zu unterstützen. Dazu werden zunächst die Konzepte des Risikomanagements und der Balanced Scorecard vorgestellt. Daran anschließend wird erläutert, wie die Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagements verwendet werden kann.
Insgesamt wird eine Problemstellung behandelt, der sich jede Unternehmung gegenübersieht. Durch den gewählten integrierenden Ansatz erfährt diese Ausarbeitung eine theoretische Relevanz auf den Forschungsgebieten des Risikomanagements und der Balanced Scorecard. Die Grundlage für diese Untersuchung bilden Artikel und Beiträge aus Fachzeitschriften und dem Internet sowie die einschlägige Literatur, die sich bisher mit der Thematik der Balanced Scorecard und dem Risikomanagement auseinandergesetzt hat. Damit ist der aktuelle Stand der Diskussion abgebildet.
2. Risikomanagement
Spätestens seit der Einführung des KonTraG am 01.05.1998 sind Unternehmungen gezwungen, ein explizites Risikomanagementsystem einzuführen. Ein Minimum an Risikomanagement wird somit vom Gesetzgeber gefordert. Aufgrund sich ständig verändernder interner und externer Rahmenbedingungen durch technologische, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen2 ist die Überwachung und Steuerung der Gefahren, denen eine Unternehmung ausgesetzt ist, neben der Berücksichtigung der Erfolgspotentiale sinnvoll und daher nicht neu. Der sich stetig weiter verbreitende Shareholder Value-Gedanke trägt ebenso hierzu bei.3 Die gesetzlichen Anforderungen des KonTraG sind allerdings nur allgemein gefaßt, so daß die inhaltliche Ausgestaltung die Unternehmungen vor Probleme stellt. Die Freiheiten, die der Gesetzgeber bietet, ermöglichen es aber andererseits, den Risikoaspekt in den Prozeß der Unternehmenssteuerung mit aufzunehmen und zu integrieren. Dazu ist es notwendig, im Rahmen dieser Arbeit die Verwendung der Begriffe des Risikos und des Risikomanagements zu erläutern, da sie keiner allgemeingültigen Definition unterliegen. Im Anschluß werden die Ausgestaltung des Risikomanagements sowie die Anforderungen des KonTraG aufgezeigt.
[...]
1 Die Begriffe der Unternehmung und des Unternehmens werden im Rahmen dieser Arbeit - wie in der Betriebswirtschaftslehre üblich - in übereinstimmender Bedeutung verwendet (vgl. Wöhe: Einführung, S. 6).
2 Vgl. Hölscher: Gestaltungsformen, S. 297-299.
3 Vgl. Vogler/Engelhard/Gundert: Risikomanagementsysteme, S. 1425.
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