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Referat / Schulaufsatz, 2003, 13 Seiten
Autor: Manfred Böhm
Fach: Mathematik - Algebra
Details
Tags: Näherungsweise, Berechnung, Nullstellen, Iterationsverfahren, Newton, Verfahren)
Jahr: 2003
Seiten: 13
Note: 1-
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-06015-3
Dateigröße: 379 KB
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Staatliche FOS/BOS Ingolstadt
Fachreferat
Erstellt von: Böhm Manfred
Lehrfach: Mathematik
Thema: Näherungsweise Berechnung von Nullstellen mit dem
Iterationsverfahren von Newton
(Newton Verfahren)
Inhaltsverzeichnis
1. Herleitung der Iterationsvorschrift über die Tangentengleichung
2. Beschreibung des Newton Verfahrens
3. Hinweise auf das Newton Verfahren
4. Beispiele
5. Handout
6. Literaturverzeichnis
1
. Herleitung
Die Lösung einer Gleichung
f
(x) = 0 gehört zu den wichtigsten mathematischen Aufgaben.
Doch dies ist nicht ohne weiteres möglich, z.B. bei Polynomen höheren Grades. Um auch bei
solchen Gleichungen die Lösungen (Nullstellen) zu erhalten, brauchen wir ein
Näherungsverfahren.
· Halbierungsverfahren (Bisektion)
· Regula Falsi
Eine weitere mögliche Methode entwickelte Isaac Newton, dass
Newtonsche Näherungsverfahren.
Der Grundgedanke dabei ist, dass der Schnittpunkt einer Kurventangente mit der x-Achse
eines beliebigen Startpunktes der gesuchten Nullstelle einen genaueren Näherungswert liefert
als der Startwert.
Wiederholt man unter Anwendung einer bestimmten Rechenvorschrift diesen Vorgang, so
erhält man unter bestimmten Voraussetzungen einen Wert der gegen die gesuchte Lösung
konvergiert.
Ist x0 ein geeigneter Startwert für die Nullstellenberechnung der Funktion y = f(x), so ersetzt
man den Funktionsgraph y = f(x) durch die im Kurvenpunkt
P
(
x
/
y
) erstellte Tangente,
0
0
0
mit der Funktionsgleichung.
Y
Y
-
Y
0
f
x
=
=
( 0)
X
X
-
X
0
2.
Beschreibung des Newton Verfahrens
Durch auflösen der Gleichung nach
x
1 erhält man den neuen (genaueren) Schnittpunkt mit
der X-Achse.
0 -
Y
0
=
f
(
x
0) y = 0 (Schnittpunkt mit X-Achse)
X
-
X
1
0
y
0
x
=
x
-
1
0
f
(
x
0 )
Es muss unbedingt vorausgesetzt sein, dass
f
(
x
0 )
x
=
x
-
f
x
1
0
( 0) 0
f
(
x
0 )
Den so neu ermittelten Schnittpunkt mit der X-Achse betrachten wir nun als neuen Startwert
für die Berechnung der Nullstelle der Kurventangente im Punkt
P
(
x
/
y
) . Mit diesem neuen
1
1
1
Startwert
x
1 wird nun die 2. Näherung für die gesuchte Nullstelle ermittelt.
0 -
Y
y
f
(
x
1 )
1
1
=
f
(
x
x
=
x
-
x
=
x
-
1 )
X
-
X
2
1
f
(
x
2
1
f
(
x
1 )
1 )
2
1
Nun wird
x
2 als neuer Startwert betrachtet und das oben beschriebene Verfahren solange
wiederholt, bis nach n-Schritten die n-te Näherung
xn
erreicht ist. Die allgemeine
Iterationsvorschrift für diesen Vorgang lautet
f
(
xn
1-)
x
=
x
-
n
n
1
-
f
(
x
n
1
- )
3.
Hinweise auf das Newton Verfahren
Um beim Newton Verfahren möglichst schnell zum Erfolg zu kommen, müssen bestimmte
Voraussetzungen erfüllt sein.
· Die Funktion y = f(x) muss in dem Intervall der gesuchten Nullstelle, stetig und
mindestens zweimal differenzierbar sein.
· Die erste Ableitung
f
(
x
) 0
· Desto näher der erste Startwert an der gesuchten Nullstelle liegt, desto schneller führt
in der Regel das Newtonsche Tangentenverfahren zum Erfolg. Geeignete Startwerte
können durch verschiedene Methoden ermittelt werden.
· In dem man den Funktionsgraphen zeichnet und daraus die ungefähre Position der
Nullstelle ermittelt.
· Eine Funktion f(x) hat nach dem Nullstellensatz mindestens eine Nullstelle in dem
Intervall [A;B], wenn
f
(
A
) > 0 und
f
(
B
) < 0
oder
f
(
A
) < 0 und
f
(
B
) > 0
· Dagegen als völlig ungeeignet sind Startwerte, in deren Umgebung Wendestellen oder
Extremstellen vorhanden sind. Da die Kurventangente in Ihrer Nähe nahezu parallel
zur x-Achse verläuft. Durch die nur wenig von Null verschiedene Steigung, ist der
Schnittpunkt mit der x-Achse in weiter Entfernung zum Startwert zu erwarten. Es
kann zu einem Versagen des Newton Verfahrens kommen.
· Die hinreichende Konvergenzbedingung muss für den Startwert und jeden weiteren
x-Wert
x
,
x
,
x
x
gelten, so dass mit Sicherheit gewährleistet ist, dass sich die
0
1
2
n
Näherungswerte der gesuchten Nullstelle annähern.
f
(
x
)
f
(
x
) <
[
f
(
x
)]
1
2
Beispiel
3
x
+ 2
x
+1
3
2
x
- 3
x
+ 6
x
+ 2
( 3
2
2
x
- 6
x
+15
x
+ 2)
f(x) =
f´(x) = -
f´ (x) =
4
(
x
+ )
1
(
x
+ )5
1
(
x
+ )6
1
Der Startwert sollte so nah wie möglich an der gesuchten Nullstelle liegen, um ein Versagen
des Verfahrens zu verhindern.
Startwert x0 = -0,5
- 2 48
Die Konvergenzbedingung ist mit [
=
< für
x
erfüllt.
60]
02666667
,
0
1
2
0
f
(
xn
1-)
Der Startwert wird nun in die Iterationsvorschrift
x
=
x
-
eingesetzt.
n
n
1
-
f
(
xn
1-)
n
Xn-1
f(Xn-1)
f ´(Xn-1)
Xn
1
-0,5
-2
60
-0,46666667
2
-0,46666667 -0,432128906 36,0351563
-0,4546748
3
-0,4546748
-0,0378148
29,9059035 -0,45341034
4
-0,45341034 -0,000371905 29,3194419 -0,45339765
5
-0,45339765 -3,69715E-08 29,3136127 -0,45339765
Nach 6 Iterationsschritten steht das Ergebnis fest.
x = 0,45339765
Beispiel
f(x) = cosx + 2sinx f `(x) = 2cos x sin x
x
[ ]
5
;
0
Wie aus dem Graphen ersichtlich liegt die gesuchte Nullstelle ca. bei x = 2,5
f
(
xn
1-)
Der Start wert wird nun in die Iterationsvorschrift
x
=
x
-
eingesetzt.
n
n
1
-
f
(
xn
1-)
(
cos 5
,
2 )+ 2sin( 5
,
2 ) - 0,80114362 + 1,19694429
x
= 5
,
2 -
=
=
1
2
(
cos 5
,
2 )- sin( 5
,
2 )
2,67984732
-1,60228723 - 0,59847214
cos(2,67984732 ) + 2sin( 67984732
,
2
) - 0,8952763 + 0,89102268
x
= 2,67984732 -
=
=
2
2cos(2,67984732 )- sin( 67984732
,
2
)
67794504
,
2
-1,79055259 - 0,44551134
cos(2 67794504
,
)+ 2sin( ,267794504) - 89442719
,
0
+ 8944272
,
0
x
= 67794504
,
2
-
=
=
3
2cos( ,
2 67794504 )- sin( 67794504
,
2
)
67794504
,
2
- ,
1 78885438 - ,
0 4472136
Ergebnis: x = 2,67794504
Die gesuchte Nullstelle ist bereits nach der dritten Näherung bis auf die achte Stelle hinterm
Komma genau.
Schlechtes Beispiel
f(x) = 4 3
x
-12 2
x
+ 12
x
- 3 f´(x) = 12 2
x
- 24
x
+12 f´´(x) = 24
x
- 24
Nullstelle x = 0,37003948
f
(
xn
1-)
Startwert
x
= 1,5 in Näherungsformel einsetzen
x
=
x
-
0
n
n
1
-
f
(
xn
1-)
n
Xn-1
f(Xn-1)
f ´(Xn-1)
Xn
1
1,5
1,5
3
1
2
1
1
0
#DIV/0!
Überprüfung mit der Konvergenzbedingung
f
(
x
)
f
(
x
)
[
f
(
x
)] <1
2
f(1,5) = 1,5 f´(1,5) = 3 f´´(1,5) = -12
5
,
1 (-12)
-18
(
=
= < Konvergenzbedingung ist nicht erfüllt, Startwert ist
3)
2 1
2
9
ungeeignet.
Setzt man dagegen den Startwert
x
= 0,5 in die Formel der Konvergenzbedingung ein, so
0
erhält man
f(0,5) = 0,5 f´(0,5) = 3 f´´(0,5) = -12
f
(
x
)
f
(
x
)
5
,
0 (-12)
[
- 6
2
f
(
x
)]
<1
2
(
=
= <
3)
1
2
9
3
Konvergenzbedingung ist für
x
= 0,5 erfüllt. Startwert ist geeignet.
0
Beispiel
Die Funktion f(x)=x³-2x-5 soll mit Hilfe des Newton Verfahren gelöst werden.
Suche nach geeignetem Startwert.
x-Wert
0
1
2
3
f(x) =
-5
-3
-1
16
Durch den Nullstellensatz wissen wir dass im Intervall [2; 3] eine Nullstelle liegen muss.
Ersten Startwert
x
= 5
,
2 in die Newtonsche Iterationsvorschrift einsetzen.
0
2 5
, 625
,
5
Die Konvergenzbedingung ist mit
[
=
< für
x
erfüllt.
15]
,
0 0625 1
2
0
f
(
xn
1-)
x
=
x
-
n
n
1
-
f
(
xn
1-)
n
Xn-1
f(Xn-1)
f`´(Xn-1)
Xn
1
2,5
5,625
16,75
2,1641791
2
2,1641791 0,80794513 12,0510136 2,09713536
3
2,09713536 0,02888172 11,1939301 2,09455523
4
2,09455523 4,1865E-05 11,1614849 2,09455148
5
2,09455148 8,8407E-11 11,1614377 2,09455148
Bereits nach dem vierten Iterationsschritt steht die Nullstelle bis auf die achte Stelle hinter
dem Komma fest. Würde der erste Startwert x=10 lauten bräuchte man 8 Iterationsschritte um
auf die gleiche Genauigkeit zu kommen.
Um auch ohne Zeichnung festzustellen, ob noch andere Nullstellen vorhanden sind, trennen
wir x - 2,09455148 mit Hilfe der Polynomdivision ab.
( 3
x
-2
x
-5):(
x
- 09455148
,
2
) 2
=
x
+ 09455148
,
2
x
+ 3871459
,
2
Die neue Funktion lautet x² + 2,09455148x + 2,3871459
Keine weitere Nullstelle vorhanden, da diese Funktion nie null werden kann.
Das Newtonsche Tangentenverfahren
(Newton Verfahren)
Beim Newtonschen Tangentenverfahren geht man von der Überlegung aus, dass die im
Kurvenpunkt P0 (y0 /x0) errichtete Kurventangente, einen Schnittpunkt mit der x-Achse
besitzt, der im allgemeinen eine bessere Näherung für die gesuchte Nullstelle hat als der
Startwert.
Durch Umstellung der Tangentengleichung nach x erhält man den Schnittpunkt mit der
x-Achse
Y
-
Y
0 =
f
(
x
0)
X
-
X
0
0 -
y
y
f
(
x
0 )
0
0
=
f
(
x
x
=
x
-
x
=
x
-
0 )
x
-
x
0
f
(
x
0
f
(
x
0 )
0 )
0
Die errechneten Näherungswerte werden dann als Startwerte verwendet, bis das Verfahren
nach n-Schritten zur n-ten Näherung xn führt.
f
(
xn
1-)
x
=
x
-
n
n
1
-
f
(
x
n
1
- )
Iterationsvorschrift von Newton
Hinweise auf das Newton Verfahren
· Die hinreichende Konvergenzbedingung muss für den Startwert und jeden weiteren
x-Wert
x
,
x
,
x
x
gelten, so dass mit Sicherheit gewährleistet ist, dass sich die
0
1
2
n
Näherungswerte der gesuchten Nullstelle annähern.
f
(
x
)
f
(
x
) <
[
f
(
x
)]
1
2
· Die Funktion y = f(x) muss in dem Intervall der gesuchten Nullstelle, stetig und
mindestens zweimal differenzierbar sein.
· Die erste Ableitung
f
(
x
) 0
· Das Newtonsche Tangentenverfahren führt in der Regel umso schneller zum Erfolg,
je genauer die Startwerte sind. Geeignete Startwerte können durch den Nullstellensatz
f
(
A
) > 0 und
f
(
B
) < 0
oder
f
(
A
) < 0 und
f
(
B
) > 0
oder durch Zeichnen des Funktionsgraphen ermittelt werden.
· Dagegen ungeeignet, sind Startwerte in deren Umgebung Wendestellen oder
Extremstellen vorhanden sind.
6.
Literaturverzeichnis
Verwendete Fachbücher
· ,,Einführung in die Höhere Mathematik" von Karl Strubecker Oldenbourg Verlag
· ,,Mathematik 12 Analysis" von H. Schneider und G. Stein Winklers Verlag
· ,,Mathematik für Ingenieure" von Lothar Papula Vieweg Verlag
· ,,Mathematisch Formeln und Definitionen" Bayerischer Schulbuch-Verlag
Verwendete Internetseiten
· http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/hausarbeit/mat/4058.html
· http://sites.inka.de/picasso/Dueser/page.htm
· http://www.mbfosbos.odn.de/fachbereiche/mathe/daten/referate/ref_newton.pdf
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