Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2000, 23 Pages
Author: Christian Vähling
Subject: Sociology - Law, Delinquency, Abnormal Behavior
Details
Institution/College: University of Bremen
Tags: Angst, Bildern, Medien, Kriminalität
Year: 2000
Pages: 23
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-06024-5
File size: 76 KB
Die Kampagnen gegen Comics in der BRD der Fünfziger Jahre waren geprägt von völliger Unkenntnis des Mediums. Die Argumente waren teils aus den Schunddiskursen der Kaiserzeit und Weimarer Republik, teils aus dem amerikanischen Comic-Diskurs übernommen und teils aus einem bildungsbürgerlichen Bewußtsein kultureller Werte entwickelt. Als Resultat hatte der Comic in Deutschland nie wirklich eine Chance, ernstgenommen zu werden und muß sich heute n och gegen weitverbreitete Vorurteile behaupten.
Other users also were interested in the following titles:
Fulltext (computer-generated)
Universität Bremen
Fachbereich 8
Studiengang Soziologie
VAK 8-872
Medien und Kriminalität
Sommersemester 2000
Veranstalter: Dr. Eduard Matt
Referat
Angst vor bunten Bildern
Comics und Jugendkriminalität
vorgelegt von Christian Vähling
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Was ist ein Comic, und warum ist er gefährlich?
3. Die Kampagnen der Fünfziger
3.1. USA
3.1.1. Vorgeschichte: die Decency Crusades
3.1.2. USA in der Nachkriegszeit
3.1.3. Fredric Wertham
3.1.4. Der Comics Code
3.2. BRD
3.2.1. Comics im Nachkriegsdeutschland
3.2.2. Ein Comic-Diskurs ohne Comics
3.2.3. Argumente gegen die Comics
3.2.4. Kontrolle und Vernichtung
3.2.5. Erkenntnisse folgen
4. Wirkungsforschung seitdem
5. Das Besondere an den Comics
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Jedes neue Medium macht, bevor es sich ganz etabliert, eine Phase durch, in der
es von breiten Teilen der Gesellschaft verpönt und verteufelt wird. Spätere
Generationen blicken auf fanatische Kampagnen zurück und fragen sich, was denn
der ganze Trubel sollte. Es fällt leicht, diesen Kampagnen im Nachhinein eine Art
kulturelle "Betriebsblindheit" zu attestieren, wenn man selber zu einer Generation
gehört, die mit dem einst verpönten Medium aufgewachsen ist, ohne spürbaren
Schaden zu nehmen. Etwas schwerer fallt es dagegen, diese Erkenntnis auf
aktuellere Diskurse über die jeweils neuesten Medien zu beziehen, die viel
gefährlicher erscheinen. Das bleibt offenbar wiederum späteren Generationen
überlassen.
Ein besonderes Medium in diesem Zusammenhang stellen die Comichefte dar, die
diese Phase in den späten Vierziger und frühen Fünfziger Jahren durchmachten.
Zu den Besonderheiten des Comics gehört, daß diesem Medium im Gegensatz zu
anderen bis heute nie ernsthaft "gestattet" wurde, den damaligen Vorbehalten zu
entwachsen. Auf ein Überbleibsel weist Knigge (1996, S. 7) hin, wenn er bemerkt,
daß es bei keinem anderen Medium eine Unterscheidung gibt wie bei den Comics
zwischen "Comics für Erwachsene" einerseits und den "eigentlichen" Comics
andererseits.
Die Stigmatisierung als Kindermedium verknüpft die Comics-Kampagne mit der
Frage des Jugendschutzes. Die Comics-Kampagnen bringen wie kaum eine andere
vorher die Themen Jugendschutz, Jugendgewalt und Jugendkultur auf eine
gemeinsame Ebene. Ferner zeichnet sich der Comic-Diskurs, zumindest in
Deutschland, durch eine völlige Kenntnislosigkeit der Akteure gegenüber dem
Medium aus; der Comic war ein Zeichensystem, zu dem vor allem die Kinder der
Nachkriegsgeneration Zugang hatten und die Eltern nicht. So gesehen, läßt sich der
Konflikt als Generationenkonflikt deuten, der sich um die Gültigkeit kultureller Codes
drehte. Auf jeden Fall aber läßt sich am Beispiel des Comic besonders gut
beobachten, wie Argumente aus früheren Diskursen einen neuen Diskurs
bestimmen - schon weil die Akteure dieses Diskurses nicht über die Erfahrung
verfügten, dem neuen Medium mit "eigenen" Argumenten zu begegnen.
2. Was ist ein Comic, und warum ist er gefährlich?
Der Comic ist eine Erzählform, die Schrift- und Bildelemente zu einer Einheit
verbindet. Dabei nimmt der Text Eigenschaften des Bildes an und das Bild
Eigenschaften des Textes: während der Text ins Bild hineinversetzt wird, erfährt das
Bild zumeist die zeilenweise Anordnung des Textes; jedenfalls wird das Bild und
nicht der Text zum Träger des Erzählflusses. Anders als beim Fließtext werden die
Informationen eines Bildes synchron und nicht in vorgegebener Reihenfolge erfaßt
und erst im Kopf zur sinnvollen Abfolge geordnet. Grünewald (2000, S.41) spricht
von verknüpfendem, synthetisierendem Lesen, das einige Übung erfordert. Der
ungeübte Blick sieht da erst mal gar nichts, nur Texte und Bilder, die aufgrund ihres
Charakters als Träger von Teilinformationen rudimentär erscheinen.
Der moderne Comic ist ein Kind der Massenmedien. Das mag bürgerlichen Kritikern
bereits als Geburtsmakel erscheinen, da es dem bürgerlichen Kunstbegriff
widerspricht
.
Vielleicht legen deshalb viele Autoren wie Scott McCloud (1994, S.9ff)
Wert darauf, die Geschichte des Comic von einer erweiterten Perspektive aus als
Geschichte der Bilderzählungen überhaupt darzustellen: von den Hieroglyphen der
Ägypter über mittelalterliche Wandteppiche bis hin zu den Bilderbögen des 18. und
19. Jahrhunderts. Im Rahmen dieser Arbeit erscheint es jedoch sinnvoller, diese
Bilderzählungen als lediglich als eine der Vorformen des Comic zu betrachten. Die
Vorgeschichte des Comic ist ebensogut die Geschichte der Massenmedien wie die
der Bildgeschichten.1
So gesehen, entstand der Comic erst 1896, als der Zeitungsverleger Joseph
Pullitzer neue Mehrfarbdruckpressen aufstellte und für diese eine Verwendung
suchte
Diese Farbseiten waren so beliebt, daß die Konkurrenz bald nachzog. Die ersten
Jahre des Zeitungscomic sind geprägt von der Konkurrenz der beiden
Zeitungszaren Pullitzer und Hearst. (vgl. Hesse-Quack 1969, S. 682)
1
Das bedeutet, der Comic hat alle Probleme der und Vorbehalte gegen die Massenmedien
geerbt, wie sie etwa Eco (1984, S. 19f) beschreibt.
Kritiken an den Comic Strips wurden recht früh laut und erreichten ihren ersten
Höhepunkt zwischen 1906 und 1910. Zunächst bezogen sie sich vor allem auf den
groben Humor der Strips. Tatsächlich scheint der frühe Comic eher dem
Boulevardtheater nahezustehen als der hohen Kunst. Für viele der frühen Zeichner
schien es unvorstellbar, in Comics etwas anderes zu sehen als ein "Vaudeville aus
Papier". (McCloud 2000, S. 27)
Mit der Etablierung der großen Zeitungssyndikate veränderten sich anfang des
Jahrhunderts auch die Comics: waren vorher aufgrund der lokalen Verbreitung der
Zeitungen auch die Comics nur einem lokalen Publikum verpflichtet, versuchten die
Syndikate nun, Comics landesweit und zeitungsübergreifend zu vermarkten. Das
führte zu stärkerem Einfluß der Verleger auf die Gestaltung der Comics und zu einer
Standardisierung und Stereotypisierung der Inhalte.
In den Dreißiger Jahren schließlich erschienen die ersten Comichefte, zunächst
noch als Zusammenstellungen bereits erschienener Zeitungsstrips, später mit
neuem Material.
Die Comichefte waren schlechter gedruckt und allgemein billiger hergestellt als die
Zeitungsstrips. Frühe Kritiker der Hefte befürchteten unter anderem, daß sie
Sehschwierigkeiten hervorrufen könnten. (vgl. Nyberg 1998, S.11)
3. Die Kampagnen der Fünfziger
Kritik an Comics hatte es spätestens seit den Dreißiger Jahren immer wieder
gegeben, aber mit dem Aufkommen der Crime Comics nach 1945 verschärfte sich
das Klima. Auch war es in dieser Zeit, daß die Kampagnen eine internationale
Dimension bekamen. Aspekte der Kampagnen anderer Länder wurden dabei zwar
übernommen (vor allem aus Amerika), und es gab auch Austausch zwischen
Vertretern der Kampagnen verschiedener Länder, jedoch nahmen nicht nur die
Strategien, sondern auch die Argumente in verschiedenen Ländern unterschiedliche
Formen an.2 Unterschiede lagen nicht nur in der unterschiedlichen Verbeitung der
Comics begründet, sondern auch etwa im jeweiligen Verhältnis zu den Vereinigten
Staaten, die als Quelle nicht nur der Kritik, sondern auch des Übels angesehen
2
.Zu den unterschiedlichen Ausprägungen der einzelnen Kampagnen vgl. Lent 1999.
wurden. (vgl. von Uexküll.1955, S. 1)
Im Folgenden soll vor allem auf die Kontroversen in den USA und in der BRD
eingegangen werden.
3.1. USA
3.1.1. Vorgeschichte: die Decency Crusades
Ein Artikel von Sterling North, der auf den großen Erfolg der Comics und die damit
verbundene große Gefahr aufmerksam macht, leitet 1940 landesweit Kampagnen
ein, die vor allem von Bibliothekaren, Elternverbänden und der Kirche ausgingen.
Norths Artikel reflektierte und bestätigte die Ratlosigkeit, die viele Eltern angesichts
der Lesegewohnheiten ihrer Kinder hatten, und festigte zugleich das Image der
Comics als Kinderlektüre, was bis dahin nicht selbstverständlich war. (Nyberg 1998,
S. 4f) Damit war die Frage der Comics kein ästhetisches Problem mehr, sondern
eine Frage des Jugendschutzes. Eins der Hauptargumente Norths - daß Comics zu
Leseschwierigkeiten führen könnten - wurde bereits 1941 von Paul Witty widerlegt,
der weder in Bezug auf Leseverhalten noch auf Intelligenz Unterschiede zwischen
Comiclesern und -Nichtlesern feststellen konnte. Witty warnte trotzdem vor den
Gefahren der Comics, was darauf hindeutet, daß seine Ergebnisse nicht den
allgemeinen Vorstellungen über die Folgen von Comics entsprachen - nicht mal
seinen eigenen. (ebd., S.11) Auch sonst konnten Vorbehalte gegen Comics nicht
empirisch bestätigt werden. (vgl. Hesse-Quack 1969)
Es blieb nicht bei bloßer Kritik: bereits früh begannen Eltern, Bibliothekare und
Kirchenvertreter die sogenannten "Decency Crusades". Statt auf staatliche Schritte
zu warten, wurden Händler, die als anstößig klassifizierte Comichefte verkauften,
unter Druck gesetzt, bis sie die Titel aus dem Programm nahmen. Listen mit Titeln,
auf die zu achten sei, wurden vom kirchennahen National Office of Decent Literature
(NODL) herausgegeben. Diese Vorgehensweise hatte der Lobbyist Anthony
Comstock bereits in den Siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit einigem Erfolg
gegen die "Dime Novels" angewandt, gegen die er keine rechtliche Handhabe
erwirken konnte. (Nyberg 1998, S. 22f)
3.1.2. USA in der Nachkriegszeit
Mit dem Aufkommen des Kalten Krieges veränderte sich die Comiclandschaft
abermals - die optimistischen, teils auch zweckoptimistischen Geschichten der
Kriegsjahre entsprachen nicht mehr dem Lebensgefühl und den Leseerwartungen
des Publikums. Beliebter wurden die realistischeren und düstereren "Crime
Comics". Obwohl diese Comics Titel trugen wie "Crime Does not Pay" und "Crime
Must Pay the Penalty", sahen Kritiker in ihnen vor allem minutiöse Darstellungen
von Kriminalität und Gewalt mit allerhöchstens aufgesetzter Moral. (Legman, in:
Wertham 1948)
Ob es in den Vierzigern wirklich den Anstieg der Jugendkriminalität gegeben hat,
auf dem die neue Kontroverse aufbaut, ist mindestens umstritten. (Nyberg 1998,
S.19f) Gilbert nennt als Ausgangspunkt für die öffentliche Wahrnehmung von
Jugendkriminalität vor allem die größere Sichtbarkeit Jugendlicher im öffentlichen
Raum, die eigene Verhaltens- und Sprachcodes demonstrierten und die ältere
Generation verstörten. (vgl. ebd.) Die damit verbundenen Kontrollverlustängste auf
Seiten der Elterngeneration führten Gilbert zufolge zur Konstitution der
Jugendkriminalität als sozialem Problem: dazu gehörten zunehmende
Presseberichte, ein erweiterter Begriff von kriminellem Verhalten, mehr
Verhaftungen durch Erweiterung der Deliktspanne. (ebd.)
Mit der Verbindung zur Jugendkriminalität ging es bei den Comics nicht mehr nur
um die Bildung der Jugendlichen, sondern um die eigene Sicherheit und die
zukünftiger Generationen. Das Thema ging plötzlich alle an, und die Dringlichkeit
rechtfertigte in den Augen der Comics-Gegner auch radikale Maßnahmen wie 1949
die öffentlichen Verbrennungen konfiszierter Comics.
3.1.3. Fredric Wertham
Eine der zentralen Figuren des Diskurses zwischen 1948 und 1954 ist Fredric
Wertham. In McClouds "Reinventing Comics" wird er als dämonischer Racheengel
dargestellt, dessen Geist über den Comicverbrennungen jener Zeit schwebt.
(McCloud 2000, S. 86) So oder ähnlich sieht ihn zumindest die heutige Comic-
Gemeinde. Anderen Darstellungen zufolge war Wertham ein kritischer,
humanistischer Psychoanalytiker, Mitbegründer der Lafargue-Klinik in Harlem, der
ersten, in der Farbige und Weiße gleichermaßen psychiatrisch betreut wurden, und
in seiner Eigenschaft als forensischer Psychologe ein engagierter Gewaltforscher,
der entgegen dem "Mainstream" der Psychiatrie die gesellschaftlichen Hintergründe
für individuelle Gewalt in den Vordergrund stellte und für eine sozialpsychiatrische
Öfnung der Psychiatrie eintrat. Daß Wertham heute vor allem für ein Buch erinnert
wird, das ihn in eine Allianz mit Konservativen, Zensurbefürwortern und
Bücherverbrennern gebracht hat, mit denen er ansonsten gar nicht übereinstimmte,
mag mit Reibman (in Lent 1999, S. 238) als Ironie verstanden werden, ist aber
durchaus sein eigener Verdienst.
Wertham hatte sich in München bei Emil Kraepelin dessen "Klinische Methode" der
Theoriebildung aufgrund von Fallbeschreibungen zu eigen gemacht, die auch
seinen Betrachtungen über Comics zugrunde liegt. 1922 emigrierte er in die USA,
wo er unter Anderem als forensischer Gutachter arbeitete, bis 1946 die Lafargue-
Klinik gegründet wurde.
Wertham verstand bereits früh die Neigung zur Gewalt als Ergebnis eines
engmaschigen Systems von sozialen Bedingungen, das er später (1966) als "Kult
der Gewalt" bezeichnen würde. Individuelles gewaltsames Handeln sei in diesem
Kult aufgefangen, der es fördert, positiv sanktioniert und Alternativen verbaut. Ein
Teil dieses Netzes von Einflüssen seien die Massenmedien, und davon besonders
diejenigen, die sich an Kinder richten, bei denen das Erlernen sozialer Fertigkeiten
noch nicht abgeschlossen sei; und das wiederum umso mehr, wenn Im Verlauf der
"Kommerzialisierung der kindlichen Freizeit" (Nyberg 1998, S. 90) Medien die
Funktionen eines sozialen Umfeldes mittragen. Comics seien deshalb zwar nicht die
Ursache delinquenten Handelns, aber ein Faktor in der Festigung gewaltorientierter
Werte.
Zur Gewaltprävention gehört für Wertham vor allem die Erziehung zur
Gewaltlosigkeit. Die Gewaltdarstellungen in Comics seien in dem Sinne kein Spiegel
kindlicher Vorstellungen, sondern ein "Spiegel der Gesellschaft", (ebd., S.96) vor
der es die Kinder zu schützen gelte. Dem Zensurgegner Wertham schwebte dabei
kein generelles Verbot vor, sondern eine Altersbegrenzung, was anhand der
Marktlage aber auf das gleiche hinausgelaufen wäre.
Was Wertham gegen Comics aufgebracht hatte, war seine Praxis mit straffälligen
Jugendlichen, bei denen er einen ungewöhnlich hohen Comics-Konsum
festzustellen meinte. (Reibman, ebd., S. 235) Weitere Untersuchungen, an denen
auch seine Kollegin Hilde Mosse beteiligt war, die später für den deutschen Diskurs
eine aktive Rolle spielte, ließen ihn einen direkten Zusammenhang vermuten.
Werthams Ergebnisse waren auch damals schon nicht unumstritten. Fast ebenso
weit verbreitet wie die These der gewaltfördernden Wirkung des Comic ist die
sogenannte Katharsisthese, nach der Gewaltdarstellungen ein Ventil für
Aggressionen darstellen, die dann nicht mehr in der Wirklichkeit ausgelebt werden
müssen. Aus Sicht Werthams und Mosses hätte dieser Gedanke bedeutet,
Aggressionen als angeboren zu betrachten und nicht mehr als soziales Phänomen.3
Die Katharsisthese, die heute meist mit einem liberalen Verständnis von
Massenmedien assoziiert wird, hätte also genau dem reformerischen Ansatz
Werthams entgegengestanden und war schon deshalb abzulehnen.
Mit einigem Geschick im Umgang mit Medien (Savage 1990, S.96) schrieb Wertham
Artikel, organisierte 1948 ein Symposium namens "Die Psychopathologie der Comic
Books", trat im Radio auf und unterhielt Kontakte zu mehr oder weniger
Gleichgesinnten, auch international. Nicht zuletzt dank Werthams Engagement
befaßte sich 1949 auch der Senat zum ersten Mal mit den Comics. Die Industrie
reagierte auf diesen Druck mit mehreren kurzlebigen Versuchen der
Selbstregulierung, was vielen der Kritiker, allen voran Wertham, nicht reichte.
1954 veröffentlichte Wertham schließlich "Seduction of the Innocent", teilweise auch
um der inzwischen erlahmten Kampagne zu neuem Schwung zu verhelfen. Es gilt
als das wichtigste Buch, das in diesem Zusammenhang erschienen ist, als wüster
3
Dieser Einwand ist nicht zwingend logisch, weil auch angeeignete Aggressionen
abgebaut werden können, wurde aber trotzdem vertreten. (vgl. etwa Mosse in Wertham
1948)
Rundumschlag oder tiefgreifende Analyse, je nachdem, wen man fragt.4 Kritisiert
wurde vor allem der Mangel an empirisch überprüfbaren Daten. Es ging Wertham
aber nicht darum, ein wissenschaftliches Buch über Comics zu schreiben. Er wollte
die Öffentlichkeit aufrütteln und scheute dabei nicht das Mittel der Dramatisierung.
(Nyberg 1998, S. 93)
Das Buch faßt gewissermaßen die Höhepunkte von Werthams bisherigen
Veröffentlichungen über Comics zusammen: zum einen stellte er das Ausmaß der
"Gefahr" anhand der Verbreitung der Crime- und Horrorcomics dar, gewürzt mit
ausgewählten Beispielen, psychoanalytisch aufbereitet.5 Der Kern des Buchs waren
aber die - ebenfalls ausgewählten - detaillierten Falldarstellungen aus seiner
psychiatrischen Praxis. (ebd., S. 94) Die ohnehin überwältigende Plausibilität von
Einzelfällen wird hier dadurch übersteigert, daß Gegenbeispiele völlig fehlen.
Was allerdings auch fehlt, ist eine These, auf die Wertham gerne reduziert wird: daß
Comics allein für Jugendkriminalität verantwortlich seien. Es handelt sich dabei um
ein Mißverständnis, das wohl auf die einseitige Stoßrichtung des Buches
zurückzuführen ist und darauf, daß andere Akteure der Anti-Comics-Kampagnen,
von denen sich Wertham, wohl aus taktischen Gründen, nicht distanziert hat, (vgl.
ebd., S. 97) ein einfacheres Bild der Wirkung von Comics vertraten. Wertham hatte
seit den Dreißigern eine differenziertere Theorie von Medien und Gewalt vertreten,
von denen "Seduction..." nur eine grobe Vereinfachung darstellte.
Werthams wesentlicher Fehler war, sich zu sehr auf die Comics einzuschießen,
denn damit entwertete er die anderen gewaltfördernden Faktoren, deren Erkenntnis
eigentlich die Stärke seines Ansatzes war. Das führte zu einer
Verantwortungsverschiebung weg vom gesellschaftlichen Zusammenhang und hin
4
Viele Mythen ranken sich um den Inhalt und die Form, die hier leider nicht mehr ohne
weiteres überprüft werden können, da der Text seit Jahren nicht mehr aufgelegt wird und
auch in Bibliotheken kaum noch zu finden ist. Dieser Aufsatz orientiert sich vor allem an
den Darstellungen von Nyberg (1998 und in Lent 1999) und Reibman (in Lent 1999)
sowie an anderen Veröffentlíchungen Werthams (1948 und 1966).
5
Auf Wertham geht zum Beispiel die Erkenntnis zurück, daß Batman und Robin
wahrscheinlich ein pädophiles Verhältnis haben. Außerdem hebt er die faschistischen
Züge Supermans hervor, während Wonder Woman als Verunsicherungsfaktor für Jungen
erscheint (die Figur wurde von einem anderen Psychologen 1942 als emanzipiertes
Rollenvorbild für Mädchen geschaffen).Was Wonder Womans magisches Lasso angeht,
das jeden, der damit umschlungen wird, zwingt, die Wahrheit zu sagen - so etwas sollte
man einem Freudianer wohl besser nicht zeigen. "For a man of Wertham′s background
and training, the possibilities were very nearly endless." (Savage 1990, S.97)
zum individuellen Handeln skrupelloser Comicverlage. Damit bekamen die Verlage -
womöglich unbeabsichtigt - eine Sündenbockfunktion zugeschrieben, während
Werthams Anspruch, gesamtgesellschaftliche Ursachen für Gewalt zu identifizieren,
in Vergessenheit geriet.
3.1.4. Der Comics Code
Der Senatsausschuß über Jugendkriminalität 1954 stand unter dem Eindruck von
Werthams Arbeit, was dazu führte, daß die Gutachterinnen Josetta Frank und
Lauretta Bender, die für die Comics aussagten, nicht anerkannt wurden, nachdem
Wertham ihre Verbindung zur Comicindustrie dargelegt hatte.6 Trotzdem wurde die
Pressefreiheit in diesem Fall höher gewertet: eine Altersbegrenzung wurde nicht
ausgesprochen, stattdessen wurde der Industrie nahegelegt, einen verbindlichen
Moralkodex für Comics zu entwickeln, der noch im selben Jahr in Kraft trat. Die
Einhaltung der Regeln wurde von der neu eingerichteten "Comics Code Authority"
überwacht, ohne deren Siegel kein Comic mehr an die Großhändler ausgeliefert
werden durfte.
Der "Comics Code" war im Wesentlichen eine Neuauflage des Hays Code, der 1934
für Filme eingeführt worden war. Neben Regelungen zur Gewalt finden sich hier
auch solche, die die Darstellung von Familien und der Rolle der Frau betreffen. Das
mag an der Geschichte des Hays Code liegen, dem eine reine Moralkampagne
vorangegangen war, aber auch die Comics-Kampagnen hatten breite Unterstützung
der Kirchen, und so mögen solche Regelungen als Absicherung nach allen Seiten
gedacht sein. Insgesamt boten sie eine Art inhaltliche Zwangsjacke, was zu einer
erzählerischen Verflachung führte. Durch das Verbot, Verbrecher in irgendeiner
Weise sympathisch und ihre Handlungen nachvollziehbar darzustellen, verloren die
strahlenden Helden ihr Gegengewicht, was die Geschichten tendenziöser wirken
ließ und eine kritische Auseinandersetzung mit sozialen Verhältnisse anderen
6
Wertham sah in den Versuchen von Wissenschaftlern, Comics zu rehabilitieren, eine
Intrige der Industrie. Eine solche Intrige läßt sich allerdings nicht nachweisen. (vgl.
Nyberg 1998, S. 98)
Medien überließ.7
Die Jugendkriminalität ließ nach 1954 nicht nach, und Gewalt blieb, in den Comics
und außerhalb, ein anerkanntes Mittel zur Problemlösung. Aber der öffentliche
Druck auf die Comicindustrie ließ nach, sehr zum Ärger Werthams, der den
Verlagen nicht zutraute, sich selber im Zaum zu halten, und ein scharfer Kritiker des
Comic-Mainstreams blieb. Viele Comicfreunde staunten deshalb, als er in seinem
späteren Buch "The World of Fanzines" die aktive Fan-Szene positiv beleuchtete
und sahen darin eine späte Wendung. Wenn wir aber im Auge behalten, daß
Wertham "nur" die Kinder schützen wollte und die Comics vor allem in ihrer
Eigenschaft als Jugendlektüre angriff, ansonsten aber immer als strikter Gegner
jeder Zensur auftrat, kann sein positives Urteil der Fanzines, die ein
Kommunikationsmittel erwachsener Fans sind, nicht verwundern.
3.2. BRD
3.2.1. Comics im Nachkriegsdeutschland
In Europa wurden Comics anfangs in der Folge der Bilderbögen, wie sie
beispielsweise von Wilhelm Busch bekannt waren. als eine Art Kinderliteratur
gesehen, deren Verbreitung und Bedeutung vor allem auf die Kinderseiten von
Zeitschriften beschränkt war. Während sich dies in den Dreißiger Jahren in den
meisten europäischen Ländern, nicht zuletzt durch den Einfluß amerikanischer
Comic Strips in europäischen Zeitungen änderte, fielen diese in Deutschland dem
Antiamerikanismus der Nationalsozialisten zum Opfer. Als der Krieg vorbei war, gab
es keine deutsche Comic-Kultur. Erste Zeitungscomics knüpften eher an der
Erzähltradition an, die in den Dreißigern "eingefroren" worden war, und waren meist
nur von sehr kurzer Dauer. Beliebter waren bei den Jugendlichen die
amerikanischen Hefte, die ihnen amerikanische Soldaten überlassen hatten. Trotz
der Sprachbarriere wurden diese Geschichten von deutschen Kindern
"verschlungen" - sie galten wie alles, was aus Amerika kam, als modern und
7
Spätere Kritiker des Mediums haben auf das starre Gut-Böse-Schema hingewiesen,
ohne diesen Aspekt zu berücksichtigen. (etwa Baumgärtner 1965)
befreiend.
Erst anfang der Fünfziger Jahre etablierten sich Comics in Deutschland, und zwar
ausschließlich als Kinderlektüre, anders als in den USA, wo die Comics zunächst
auch von Erwachsenen konsumiert worden waren.8
3.2.2. Ein Comic-Diskurs ohne Comics
Noch bevor die ersten erfolgreichen Comic-Hefte in Deutschland erschienen,
erschienen Berichte über die Comic-Kontroversen in den USA. (etwa Mühlen 1949)
Doch erst ab 1952, als Comics in Deutschland stärkere Verbreitung fanden, nahmen
sich die Medien wirklich des Themas an. Während Mühlen 1949 noch recht
ausgewogen über die Kontroversen berichtet hatte, verschärfte sich der Ton
angesichts der eigenen Betroffenheit. (vgl. Hesse-Quack 1969, S.684f) Zeiger
(1952) etwa sieht eine Flut "Verbrecherschriften" (ebd., S.66) auf den Rest der Welt
zukommen, die dem Westen im Kalten Krieg zu schaden vermag und es seinen
Gegnern ein Leichtes sein läßt, die Verderbtheit Amerikas anzuprangern: man
müsse nur auf die Comics verweisen, die ja aus Amerika kommen und voller
Verbrechen seien. Für Schückler (1954) sind Comics unabhängig vom Inhalt
schlecht, weil sie das geschriebene Wort entwerten zugunsten kunstloser Bilder.
Das Argument, daß Schundhefte wenigstens gelesen, Comics aber nur "beschaut"
(Giehrl 1953) werden, und das aufgrund der niedrigen Qualität der Bilder auch nur
flüchtig, zieht sich durch viele der frühen Kritiken. Dieser sachlich falsche Gedanke
zeugt von der völligen Unerfahrenheit deutscher Erwachsener im Umgang mit
Comics und ist typisch für die Verständnislosigkeit, mit der zunächst auf die Comics
reagiert wurde, von Bildungsbürgern, die die Bildsprache der Comics nicht, wie ihre
amerikanischen Zeitgenossen, von klein auf gelernt,9 aber die Trennung zwischen
hoher und niederer Kultur verinnerlicht hatten. (vgl. Lent 1999, S.106)
8
Der Umstand, daß die amerikanischen Soldaten die Comichefte, die sie den deutschen
Kindern schenkten, nicht in erster Linie für diese mitgebracht hatten, ist im deutschen
Diskurs übrigens meines Wissens nie richtig thematisiert worden.
9
Es fällt in diesem Zusammenhang auf, daß die frühen Kritiker des Mediums nicht
vorauszusetzen scheinen, daß alle ihre Leser wissen, worum es geht, und eine kurze und
oft tendenziöse (etwa Schückler 1954, S.2) Beschreibung des Mediums voranstellen.
Anders als die Comiclektüre hatte die pädagogisch motivierte Ablehnung von
Medien in Deutschland Tradition: In der Kaiserzeit und der Weimarer Republik hatte
es breite Bewegungen gegen die sogenannte Schundliteratur gegeben, bei denen
die wesentlichen Argumente, die später gegen Comics geltend gemacht wurden,
bereits vorkamen. Auch nach dem Krieg kam die Anti-Schundbewegung wieder auf.
Es ist durchaus anzunehmen, daß die deutschen Pädagogen zwar keine ausgereifte
Vorstellung von Comics hatten, aber doch von der Gefahr, die sie bedeuteten - und
daß sie diese Vorstellung nicht nur aus der Lektüre von Comics entwickelt hatten.
Einige Autoren knüpfen direkt am Schunddiskurs an - so schreibt Schückler (in
bestem Bildungsbürgerdeutsch): "Diese schundigen Comics sind gefährlicher als
gewöhnliche Schundhefte ohne Bilder. Sie regen durch ihre schundigen Bilder
ungeordnete und verwirrte Triebkräfte an und überreizen die keineswegs schon
geklärte Phantasie der Jugendlichen." (Schückler 1954, S. 18) Mit der Vorstellung,
daß Comics noch gefährlicher seien als die Schundliteratur, stand Schückler nicht
allein da. Sie ist auch praktisch: diese Darstellungsweise reiht die Comics in einen
bestehenden Zusammenhang ein, der wohl einige Erklärungen ersparte.
Tatsächlich gibt es Parallelen zwischen Comics und den früheren
Kolportageromanen: es handelt sich in beiden Fällen um schnell produzierte
Druckwerke, die vor allem von Jugendlichen gelesen wurden, und zwar bevorzugt
von Jugendlichen der unteren Schichten. Inhaltlich sprachen beide vor allem die
Sensationslust an, weniger die subtileren, "literarischen" Bedürfnisse.10 Was aber
am wichtigsten war: der Vertrieb beider Medien ging an der elterlichen Kontrolle
vorbei, weil die Hefte so billig waren, daß Jugendliche sie sich vom Taschengeld
leisten konnten.11 In beiden Fällen waren es dann auch Pädagogen, die mit als
erstes vor den Folgen der Lektüre warnten, und die Verbreitung des Mediums allein
10 Diese These ist natürlich gewagt, wenn wir bedenken, daß der Comic kein einzelnes
Genre, sondern ein Medium ist, innerhalb dessen die verschiedensten Ausdrucksformen
möglich sind, während der von vornherein wertende Begrif Schundliteratur "alles, was
schlecht geschrieben, bunt, reißerisch, billig, abenteuerlich und kitschig war" (Jekeli
1997, S. 2) bezeichnet. Aber obwohl sich einige der subtileren Ausdrucksformen des
Comic in den Fünfzigern längst entwickelt hatten, können wir hier davon ausgehen, daß
dies den deutschen Kritikern jener Zeit nicht bewußt war.
11 Im Gegensatz dazu versuchte die Redaktion der Micky Maus, Unbedenklichkeit zu
demonstrieren, indem das Editorial der allerersten Ausgabe 1951 extra darauf hinwies,
daß Kinder sich das Heft ruhig von ihren Eltern wünschen könnten.
war schon ein Argument für sich in diesen Warnungen (Schultze 1909, S9f.; Giehrl
1954, S. 190), Der Konsum von Comics oder Schund war gleichbedeutend mit
Kontrollverlust für die Erwachsenen und auch für die herrschenden Eliten (vgl. Jekeli
1997, S.7) Heinrich Wolgast (1950, S. 259) bringt noch eine weitere Parallele ein,
indem er betont, daß die Schundliteratur von Amerika ausgehe.
3.2.3. Argumente gegen die Comics
Anders als in den USA, wo sich die Kampagnen gegen bestimmte Comics gerichtet
hatten, standen in der BRD alle Comics auf dem Prüfstand - eine
Undifferenziertheit, die im Zusammenhang stehen mag mit der mangelnden
Vertrautheit der Kritiker mit dem Medium. Entsprechend konzentrierte sich die Kritik
zunächst nicht auf einzelne inhaltliche Besonderheiten, sondern auf allgemeine
Charakteristika des Comic.
Es wurde befürchtet, daß der "rudimentäre" Text der Comics zu Lesestörungen
führen könne. Baumgärtner (1965, S. 91f) unterscheidet zwischen zwei
Dimensionen des Leseverlusts: Lesen als Kulturtechnik (also als Tätigkeit, die eine
gewisse Übung erfordert) und Lesen als kognitiver Prozeß. Diese Befürchtung geht
zum Teil auf die Erkenntnisse der Lafargue Clinic zurück, die dank des
Engagements von Lafargue-Psychiatrin Hilde Mosse in Deutschland bekannt waren.
Es ist aber anzunehmen, daß die deutschen Comic-Gegner auch von selber auf den
Gedanken gekommen wären, daß das Lesen von Sprechblasen dem
Sprachgebrauch schade.
Empirisch konnte ein solcher Verlust in Deutschland ebensowenig festgestellt
werden wie zuvor in den USA. Baumgärtner (1965, S. 97f) beobachtet eher eine
allgemeine Zunahme der Lesefreude, die auch irgendwann (mit ca. 14 Jahren) von
den Comics weg und zu Büchern hinführt.
Der Eindruck, daß es in Comics nichts zu lesen gebe, sowie die Beobachtung, daß
Jugendliche sehr viele Comics konsumierten, führte zu dem Bild, daß Comics
"verschlungen" werden, wogegen richtiges Lesen Muße erfordere (vgl. Schückler
1954, S.9). Das führe zu Verhaltensstörungen: "Das zuchtlose Verschlingen von
Lesestoff mit aufregenden Geschichten entnervt den Menschen, insbesondere aber
den jungen Menschen und macht ihn auf die Dauer untüchtig, an die Aufgaben des
Lebens mit dem Mut der Bereitschaft und Offenheit und der Geduld heranzugehen."
(ebd., S. 11) Die Qualität der Bilder, beurteilt nach ästhetischen Kriterien aus der
bildenden Kunst, erschien auch nicht geeignet, den Verlust von ästhetischem
Empfinden aufzufangen.
Eine weitere Befürchtung war, daß die Inhalte der Comics die Kinder emotional
abstumpfen und sie geistig unterfordern, sowie reizüberfluten und moralisch
verwirren und damit empfänglich machen für allerlei Irrwege, von denen Kriminalität
nur einer ist: andere sind Kommunismus, (Zeiger 1952, S. 66) Verlust der Religion,
(Schückler 1954, S. 12) aber auch Vereinsamung, Aggression, Rassismus und
Autoritätshörigkeit könnten Folgen des Comiclesens sein. Hier entsteht ein wenig
der Eindruck, die Autoren hätten ihre jeweils schlimmsten Ängste auf die Comics
projiziert.
Jovanovich und Koch (in Lent 1999) weisen auf eine Besonderheit des deutschen
Diskurses hin, der möglicherweise die Schärfe der Ablehnung erklärt: Nach dem
Krieg sei die faschistische Vergangenheit in Westdeutschland zunächst nicht
wirklich aufgearbeitet, sondern eher verdrängt worden. Die Comics erschienen in
einer Situation der politischen Unsicherheit, in der die Deutschen sich auf zwei
Seiten vom Totalitarismus bedroht sahen: im Osten des Landes und in der eigenen
Vergangenheit. (ebd., S. 95)
Der Comicdiskurs, der sich gegen ein neues, fremdes Medium richtete, das von
außen auf Deutschland einwirkte, mag ein Resultat der Verdrängung der eigenen
totalitären Vergangenheit und gerade in einer Zeit politischer Unsicherheit ein Mittel
gewesen sein, die gesellschaftliche Neuordnung mit Sinn zu füllen. Formulierungen
etwa bei von Uexküll (1955), Doetsch (1958) und Baumgärtner (1965) deuten darauf
hin. Daß sich die Proteste gegen Comics später unter anderem in Form von
Bücherverbrennungen entlud, erscheint vor diesem Hintergrund als traurige Ironie.
2.2.5. Kontrolle und Vernichtung
Auf das Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften (GjS), das 1953
nach vierjährigen Auseinandersetzungen verabschiedet wurde, hatte der noch junge
Comic-Diskurs wahrscheinlich nur geringen Einfluß. Aber daß Comics von Anfang
an in hohem Maß der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften vorgelegt
wurden, (Dolle-Weinkauff 1990, S. 99f) mag ein Resultat der Comics-Kampagnen
sein. 12
Eine Indizierung der BPS konnte zur Folge haben, daß das entsprechende Heft für
drei bis zwölf Monate vom Markt genommen wurde. Spätestens als 1955 neunzehn
Indizierungen auf einmal ausgesprochen wurden, war die Zeit reif für eine freiwillige
Selbstkontrolle nach Vorbild der FSK der Filmwirtschaft. Die "Freiwillige
Selbstkontrolle für Serienbilder" (FSS) wurde Mitte 1955 ins Leben gerufen. Die
Praxis der FSS war um einiges rigoroser als die der BPS, die Comics erst nach dem
Erscheinen indizieren konnte und als öffentliche Einrichtung begründungspflichtiger
war. Die FSS übte eine Vorzensur aus und ließ größere Strenge walten: als
jugendgefährdend wurden nicht mehr nur Gewaltszenen angesehen, sondern zum
Beispiel auch die schulterlangen Haare des Urwaldhelden Akim (ebd., S.111)
Trotzdem befürchteten engagierte Comics-Gegner, daß mit der Gründung der FSS
ihr Einfluß auf die Comics, den sie über die öffentliche BPS indirekt noch hatten,
schwinden würde. (ebd., S.112) In der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre flammte
die Anti-Comic-Bewegung buchstäblich noch einmal auf; der Höhepunkt waren
Umtauschaktionen, in denen Comics durch "gute" Bücher ersetzt und dann zum Teil
öffentlich verbrannt oder vergraben wurden. Es handelte sich um die ersten
Bücherverbrennungen seit der Nazizeit, was Anlaß zu einiger Kritik bot, die aber
den Punkt verfehlte: es ging den Menschen nicht um die Vernichtung von Literatur,
sondern um den Schutz ihrer Kinder. Das Verhalten läßt sich eher mit dem heutiger
Eltern vergleichen, die Kindergärten per Video überwachen, weil sie für ihre Kinder
nur das Beste im Sinn haben und gar nicht sehen, daß das für irgendjemanden ein
Problem sein könnte. Die Unverhältnismäßigkeit der Mittel sollte trotzdem zu
12 Die BPS war auf diesen Ansturm von Comics erst nicht vorbereitet, richtete sich aber
schnell darauf ein und erweiterte ihren Zuständigkeitsbereich auch auf Schriften, die nicht
direkt unzüchtig sind, aber dennoch eine "geistige Gefährdung" (Dolle-Weinkauff 1990, S.
101) darstellen könnten - wie dies eben von den Comics angenommen wurde.
denken geben. Der Umstand, daß die Comics nicht einfach in den Müll geworfen,
sondern rituell vernichtet wurden (sowohl Vergraben als auch Verbrennen haben
eine lange Geschichte als Rituale), deutet darauf hin, daß sich die Eltern nicht nur
einiger Schundhefte entledigen wollten, sondern ein tiefergehendes Problem mit
den Comics hatten.13
2.2.6. Erkenntnisse folgen
Es fällt auf, wie wenig die Auswirkungen von Comics tatsächlich untersucht wurden;
möglicherweise wurden diese Wirkungen als so selbstverständlich angesehen, daß
dies nicht nötig schien. Hesse-Quack (1969) kann eine Generation später nur auf
zwei größere Untersuchungen verweisen, die beide nach 1955 entstanden sind.
Doetsch (1958) untersuchte mit verschiedenen Tests, ob sich Unterschiede
zwischen Comiclesern und Nichtlesern in bezug auf Milieu und Herkunft, Intelligenz,
Phantasie, Sozialverhalten, Gefühlsansprechbarkeit und Vorbilder ergeben. Es
stellte sich heraus, daß die Unterschiede, was Intelligenz, Phantasietätigkeit,
Gefühlsansprechbarkeit und in Maßen die Wahl der Vorbilder angeht, minimal
waren. Auch aggressive Tendenzen waren bei den Comiclesern nicht in höherem
Maße festzustellen, allerdings gab es nach dem Urteil der Lehrer Unterschiede im
Sozialverhalten, besonders bei Mädchen. (ebd., S.102) Ferner wurde bei
Comiclesern selbstbewußteres Auftreten festgestellt, wiederum besonders bei
Mädchen im Gegensatz zu Nichtleserinnen. (ebd., S. 103) Der
geschlechtsspezifische Unterschied mag in einer stärkeren Diskrepanz zur
weiblichen Rollenerwartung liegen. Doetsch fragte ferner bei der Polizei nach -
keiner der Comicleser war bislang straffällig geworden. (ebd., S. 116)
Diesen Ergebnissen zum Trotz warnt Doetsch davor, die Comics auf die leichte
Schulter zu nehmen. Der Untersuchung voran geht eine Beschreibung der Form
und Inhalte der Comics. Von früheren Kritikern hebt sie sich insofern ab,als sie die
Sprache des Comic als integriertes System erkennt, wenn sie auch beide Elemente
13 Dieser Zusammenhang ist aber weder bislang ausreichend untersucht worden, noch ist
hier Platz dafür.
je für sich untersucht, mit dem Ergebnis, daß sie die Bilder als minderwertig
identifiziert (ebd., S. 46f), während die Texte gerade noch durchgehen (ebd., S.51).
Ihre Kritik ist aber vor allem inhaltlicher Art: sie attestiert den Comics ein
eingeschränktes, verarmtes und vor allem barbarisches Weltbild. (ebd., S. 62)
Auch Baumgärtner (1965) sieht die Gefahr der Comics nicht mehr in der
Bildhaftigkeit, sondern in ihren Inhalten, die nicht von gesellschaftlichen Idealen
geprägt sind, sondern vom "kommerziellen Grundcharakter" (ebd., S.17) des Comic:
um den Erwartungen des Publikums zu genügen, werden immer die gleichen Inhalte
wierdergegeben, die auch vorher schon erfolgreich waren. Eine Weiterentwicklung
traut Baumgärtner den Comics nicht zu. Die Rede ist dabei vor allem von den
Abenteuercomics, auf die sich sein Buch konzentriert.14
In der stereotypen Darstellung von Helden, Bösewichtern, aber vor allem auch
"Normalbürgern", sieht er ein totalitäres Weltbild repräsentiert, in dem keine
wirkliche Entwicklung stattfindet und die Gesellschaft völlig von den Handlungen
einzelner Helden abhängt. Er nimmt nicht an, daß die Comics das Weltbild ihrer
Leser formen, aber doch, daß es eine Übereinstimmung gibt, weil die Comics den
Vorstellungen der Leser entsprechen müssen. (ebd., S.90) Diese Übereinstimmung
hält er für bedenklich.
Die Hefte, die Doetsch und Baumgärtner betrachten, mögen Produkte der
schlimmsten Phase deutscher Comicsproduktion sein: nach der Einführung der
Selbstzensur, die nicht zuletzt kritische und ambivalente Töne, zumindest im
kommerziellen Comic, für eine Weile praktisch unmöglich machten, und vor der
nächsten Innovationswelle, die Ende der Sechziger Jahre aus der Untergrund-
Bewegung kam und viele dieser Inhalte innerhalb des Mediums in Frage stellte.15
Die Kritik an der Stereotypisierung hatte es auch zuvor schon gegeben, aber erst
nach 1954 kommt sie richtig zum Tragen. Das mag auch mit einem
Generationenwechsel bei den Akteuren zusammenhängen: nicht nur waren spätere
14 In späteren, überarbeiteten Auflagen (1979) hieß das Buch auch nicht mehr "Die Welt der
Comics", sondern "Die Welt der Abenteuer-Comics".
15 Zumindest Baumgärtner hat die Änderungen des Comicmarktes noch in späteren
Auflagen seines Buches berücksichtigt und betont, daß er sich nicht auf diese Comics
bezieht. (Baumgärtner 1979, S. 66)
Pädagogen selber als Kinder Comic-Leser gewesen, die Generation nach 1968 sah
die Gefahren für die Jugend auch weniger in subversivem Lesestoff als in
autoritären Strukturen. Es wurde festgestellt, daß die Comics, denen man zuvor die
Gefährdung der bürgerlichen Werteordnung zugetraut hatte, auch zu deren
Festigung beitragen konnten. (vgl. v. Doetinchem/Hartung 1974)
4. Wirkungsforschung seitdem
Empirisch ist die Wirkungsforschung heute nicht viel weiter als in den Fünfziger
Jahren; ein direkter Einfluß von Massenmedien ist, wenn überhaupt, immer nur für
Einzelfälle und in Bezug auf die Ausführung, aber nicht auf Motiv und "Neigung"
festgestellt worden. Andererseits ist auch die Harmlosigkeit von Massenmedien
nicht empirisch belegt worden. (vgl. PSB 2001, S. 337) Angenommen wird heute
meist eine mögliche Verstärkung vorhandener aggressiver Tendenzen, nicht aber
deren Auslösung (ebd.) Dagegen halten Forscher wie Werner Glogauer (1990) am,
aus Einzelfällen abgeleiteten, ursächlichen Einfluß der Medien fest. Die Beispiele,
die Glogauer nennt, bestätigen aber gerade nicht diesen Kausalzusammenhang:
jedesmal sind noch andere Einflüsse dokumentiert, was Glogauer einräumt, und der
Einfluß der jeweiligen Medien bezieht sich auf die Art der Ausführung einer Tat und
nicht auf zugrundeliegende aggressive Neigungen, die sonstwoher kommen können
- eine Differenzierung, der Glogauer nicht ausdrücklich nachgeht. Er begnügt sich
mit der Feststellung, daß keins der von ihm besprochenen Delikte ohne den Einfluß
von Medien stattgefunden hätte, was eine Tautologie ist, denn nach dem Kriterium
hatte er die Fälle ursprünglich ausgesucht (ebd., S. 82)
Es wäre jedoch falsch zu behaupten, es gäbe nur die leicht widerlegbaren
"mechanischen" Wirkungstheorien. So entwickelt zum Beispiel Bok (1998) ein sehr
dynamisches Modell der Erfassung und Verarbeitung von Medien in vier Stufen, in
dem alle gesellschaftlichen Bereiche auf allen vier Verarbeitungsstufen verstärkend
oder mildernd wirken können. Aber auch sie klagt über den Mangel an empirischen
Belegen für ihre Theorie.
Nach der Theorie des Modellernens, wie sie von Bandura in den Sechziger Jahren
entwickelt wurde, lernen Kinder den Umgang mit Situationen durch Nachahmung
von erfolgreichen Vorbildern. Einschränkend muß hier gesagt werden, daß Kinder
selten nur ein Vorbild haben, und daß persönlich nahestehende Menschen
normalerweise einen größeren Einfluß haben als Comicfiguren. Andere Einflüsse
können den der Comics also überdecken. Wenn diese Vorbilder die stereotypen,
gewalttätigen Comic-Helden sind, mag das Auswirkungen auf die Verhaltensweisen
der Kinder haben. Allerdings ist dies nie nachhaltig untersucht worden, wohl auch,
weil die Comics spätestens in den Siebzigern aus dem Blickfeld solcher
Untersuchungen verschwunden sind: andere Medien, wie Fernsehen, Video,
Computerspiele, Internet sind nacheinander in den Fokus der Wirkungsforschung
gerückt, und die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind nicht unbedingt auf
Comics anwendbar.
5. Das Besondere an den Comics
Wie es scheint, ist es nicht wichtig für den Erfolg einer Kampagne, ob ihr empirische
Erkenntnisse zugrunde liegen oder nicht: die empirischen Ergebnisse über die
Wirkungen von Comics widersprechen sogar den Argumenten ihrer Gegner. Wie wir
am Beispiel von Paul Witty oder Marietheres Doetsch gesehen haben, kann sich
dieser Widerspruch sogar innerhalb eines einzigen Textes finden. Die Plausibilität
der Argumente gegen die Comics überwiegt für Autoren wie Witty und Doetsch also
die der empirischen Hinweise. Unter Plausibilität sei hier die Vereinbarkeit eines
Argumentes oder Forschungsergebnisses mit bestehenden Vorstellungen
verstanden. So gesehen, muß der Comicdiskurs in einem größeren Zusammenhang
betrachtet werden, denn wenn wir nur die Daten über das Medium zugrunde legen,
erscheinen die Vorbehalte gegen Comics nicht plausibel.
Einen erweiterten Rahmen bietet der Zusammenhang zwichen Comics und
Jugendkriminalität, der von den Comicskampagnen hergestellt wurde. Dieser
Zusammenhang wird vor allem durch Einzelbeispiele gestützt, deren Aussagekraft
aber bezweifelt werden kann, wie die Beispiele von Glogauer zeigen. Im
Spannungsfeld zwischen Schutz der Jugend und Angst vor der (kriminellen) Jugend
drücken sich vielmehr Ängste aus, die weit über die Wahl des Lesestoffes
hinausgehen: die Angst vor fremder Kontrolle der eigenen Kinder und damit der
Zukunft der eigenen Gesellschaft war gerade zur Zeit des ausbrechenden Kalten
Krieges akut und äußerte sich in diversen "Brunnenvergifter"-Szenarien, von denen
die Comics-Kampagnen, die teilweise den Charakter von Hexenjagden annahmen,
nur ein Teil waren. Die Comics wurden für kurze Zeit zum Fixpunkt einer Debatte,
die eigentlich eine Kontrolldebatte war. ("wer kontrolliert unsere Jugend?")
Der Comic bot sich für solche Kampagnen an wie kaum ein anderes Medium: sein
zumeist kommerzieller Charakter, der direkte Zugriff auf die Kinder und der
zweifelhafte Inhalt weckten nicht nur das Mißtrauen der Akteure, sie sahen darüber
hinaus keinen einzigen bügerlichen Wert in den Comics verwirklicht, der durch die
Beseitigung der Comics in Gefahr gebracht werden könnte, außer vielleicht der
Pressefreiheit. Die Debatte in den USA der Vierziger Jahre läßt sich auch als
Debatte darüber beschreiben, ob ein Verbot der Comics nun als Jugendschutz oder
als Zensur zu begreifen sei - ob es also gerechtfertigt wäre oder nicht.
Jugendschutz erscheint dann nur noch als Vehikel, mit dem sich die Vorbehalte
gegen ein Medium füllen lassen. Die Frage nach der Gewalt in den Medien
erscheint vor diesem Hintergrund nebensächlich gegenüber der Frage, wer aus
welchen Interessen heraus etwas gegen das neue Medium hat. Gerade beim
pädagogisch aufgeladenen Comic-Diskurs zeigt sich, daß das Medium, dessen sich
die Kinder an ihren Eltern vorbei bedienten, in diesem Sinne austauschbar war. Als
jene sich anderen Medien zuwandten, gründeten diese neue Kampagnen.
6. Literatur
Baumgärtner, Alfred Clemens: Die Welt der Comics. Probleme einer primitiven
Literaturform, Bochum: Kamp, 1965
derselbe: Die Welt der Abenteuer-Comics, Bochum: Kamp, 1979
Bok, Sissela: "Violence, Free Speech, and the Media", in: National Institute of
Justice (Hg.): Perspectives on Crime and Justice: 1998-1999 Lecture Series,
Washington DC, 1999
Doetsch, Marietheres: Comics und ihre jugendlichen Leser, Meisenheim: Verlag
Anton Hain, 1958
Dolle-Weinkauff, Bernd: Comics: Geschichte einer populären Literaturform in
Deutschland seit 1945, Weinheim, Basel: Beltz, 1990
Eco, Umberto: Apokalyptiker und Integrierte. Zur kritischen Kritik der Massenkultur,
Frankfurt: Fischer, 1984
Giehrl, Hans E.: "Comic Books - komische Bücher?", in: Welt der Schule, 6. Jg.,
Heft 4, 1953
Glogauer, Werner: Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen durch Medien:
Wirkungen gewalttätiger, sexueller, pornographischer und satanischer
Darstellungen, Baden-Baden: Nomos, 1990
Grünewald, Dietrich: Comics, Tübingen: Niemeyer, 2000
Hesse-Quack, Otto: "Der Comic-Strip als soziales und soziologisches Phänomen",
in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Bd. 21, 1969
Jekeli, Ina: "Erregte Zeiten - Schmutz und Schund im Kaiserreich", in: parapluie
(Online-Zeitschrift), 1997
Knigge, Andreas C.: Comics. Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer,
Reinbek: Rowohlt, 1996
Lent, John A. (Hg.): Pulp Demons. International Dimensions of the Postwar Anti-
Comics Campaign. Cranbury, London, Mississauga: Associated University Presses,
1999
McCloud, Scott: Understanding Comics, New York: HarperPerennial, 1994
McCloud, Scott: Reinventing Comics, New York: HarperPerennial, 2000
Mühlen, Norbert: Brief aus Amerika: "Comic Books als Sorgenkinder", in: Der
Monat. Eine internationale Zeitschrift, 1. Jg., 1949
Nyberg, Amy Kiste: Seal of Approval. The History of the Comics Code, Jackson:
University Press of Mississippi, 1998
PSB (Periodischer Sicherheitsbericht der Bundesregierung), Berlin 2001
Savage, William W.: Comic Books and America, 1945 - 1954, Norman and London:
University of Oklahoma Press, 1990
Schückler, Dr. Georg: Jugendgefährdung durch Comics!, Köln: Volkswartbund, 1954
Schultze, Ernst: Die Schundliteratur. ihr Wesen, ihre Folgen, ihre Bekämpfung,
Kassel: Verlag des Waisenhauses, 1909
v. Doetinchem, Dagmar/Klaus Hartung: Zum Thema Gewalt in Superhelden-Comics
(Basis Theorie Bd. 2), Berlin: Basis Verlag 1974
v. Uexküll, Günda: "Opium fürs Kind", in: Die Zeit Nr. 9/1955
Wertham, Fredric (Moderator): The Psychopathology of Comic Books. A
Symposium, 1948 (verfügbar im Internet)
derselbe: A Sign For Cain. An Exploration of Human Violence, London: Robert Hale
Ltd., 1966
Wolgast, Heinrich: Das Elend unserer Jugendliteratur, 7. Auflage, Worms: Verlag
Ernst Wunderlich, 1950
Zeiger, Ivo: "Comic books", in: Stimmen der Zeit, 77. Jg., Nr.7, 1952
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: