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50 Jahre saudiarabische Geschichte - Die Entwicklung des Königreichs Saudi-Arabien von der Gründung 1932 bis zum Tod König Khaleds 1982

Scholary Paper (Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Stefan Erl
Subject: Politics - International Politics - Region: Near East, Near Orient

Details

Event: PS "Die Entwicklung des modernen mittleren Orients"
Institution/College: University of Rostock
Tags: Jahre, Geschichte, Entwicklung, Königreichs, Saudi-Arabien, Gründung, König, Khaleds, Entwicklung, Orients
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V107904
ISBN (E-book): 978-3-640-06117-4

File size: 238 KB
Notes :
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Entwicklung Saudi Arabiens von 1932-1982 und geht auch näher auf die Ölpolitik, das Arbeitskräfte-Problem und den Aufbau der Streitkräfte im Königreich ein.



Fulltext (computer-generated)

Universität Rostock
Institut für Politik- und
Verwaltunswissenschaften
Wintersemester 2002/2003
GK/PS Internationale Politik:
Entstehung und politische Entwicklung
des Modernen Mittleren Orients

50 Jahre saudiarabische Geschichte
-
Die Entwicklung des Königreichs Saudi-Arabien von der Gründung 1932 bis zum Tod König Khaleds 1982

Stefan Erl

Dipl.-Informatik (5)
Nebenfach Politik (2)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung . . . . . . . . . 3

1 Saudi-Arabien unter König Ibn Saud (1932-1953) . . . . 4
1.1 Von der Gründung des Königreichs Saudi-Arabien bis zum Zweiten Weltkrieg 4
1.2 Saudi-Arabien zur Zeit des Zweiten Weltkriegs . . . . 5
1.3 Die Verwaltung des jungen Königreichs . . . . . 6
1.4. Die Nachkriegszeit bis zum Tod Ibn Sauds . . . . . 7

2 Saudi-Arabien unter König Saud (1953-1964) . . . . 10

3 Saudi-Arabien unter König Faisal (1964-1975) . . . . 13

4 Saudi-Arabien unter König Khaled (1975-1982) . . . . 16
4.1 Der Aufstand von Mekka . . . . . . . 17

5 Die Ölpolitik Saudi-Arabiens seit 1960 . . . . . 19

6 Das Problem der Arbeitskräfte in Saudi-Arabien . . . . 21

7 Der Aufbau der saudiarabischen Streitkräfte . . . . 23

Schluss . . . . . . . . . 25

Literaturverzeichnis . . . . . . . . 26

Einleitung

Nach dem Terroranschlag der El-Kaida auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 wurde das Königreich Saudi-Arabien von der Weltöffentlichkeit mit anklagenden Blicken betrachtet. Ein Großteil der Attentäter war saudiarabischer Abstammung und Osama Bin Laden, der Führer der El-Kaida, wurde nachweislich finanziell von Mitgliedern des Königshauses unterstützt. Aus den Medien wusste man bis dahin kaum mehr, als dass dort noch ein Monarch regiert, Saudi-Arabien "etwas mit den Ölpreisen zu tun hat" und dass die Prinzen des Reiches sprichwörtlich im Geld schwimmen. Doch wie kam das Königreich überhaupt zu seinem Reichtum? Und wie konnte dort die Monarchie überleben, während aus anderen arabischen Königreichen Republiken wurden?
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll ein Überblick gegeben werden über Saudi-Arabien von der Staatsgründung 1932 durch den legendären König Ibn Saud bis zum Tod König Khaleds im Jahr 1982. In den ersten Kapiteln werden nacheinander die Epochen der einzelnen Könige näher beleuchtet. Anschließend gehe ich auf die Bereiche saudiarabischer Politik ein, die sich im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt haben. Diese Themen werden separat behandelt, da eine gesplittete Zuordnung zu den Regierungszeiten der einzelnen Könige nur der Übersichtlichkeit geschadet hätte.
Bei meinen Recherchen musste ich überwiegend auf englischsprachige Bücher zurückgreifen, die den Mittleren Osten unter verschiedenen Gesichtspunkten näher beleuchten. Die wichtigsten darunter sind "The Modern Middle East" von Albert Hourani, Philips S. Khoury & Mary C. Wilson und "A History of the Modern Middle East" von William L. Cleveland. Doch auch ein deutschsprachiges Buch war mir sehr hilfreich: "Der Golf" von Gerhard Konzelmann. Letzteres kann als Hauptlektüre angesehen werden, da es mir sehr beim Verstehen der "jüngsten" Entwicklungen im Mittleren Osten, und besonders in Saudi-Arabien, geholfen hat.

Rostock, März 2003

1. Saudi Arabien unter König Ibn Saud (1932-1953)

1.1 Von der Gründung des Königreichs Saudi-Arabien bis zum Zweiten Weltkrieg

Als der König der Hedschas, Abdul Aziz bin Abdul Rahman Al Saud (kurz: Ibn Saud), am 18. September 1932 seinem Königreich den Namen Saudi-Arabien gab, war eben dieses Königreich noch weit entfernt vom immensen Reichtum, für den es in den späteren Jahren bekannt wurde. Im Gegenteil: Der König war arm. Bevor sich die ersten Ölfirmen beim König vorstellten, machten die Einnahmen aus den Pilgerfahrten der Moslems zu den heiligen Stätten in Mekka und Medina anlässlich des alljährlichen Hadsch den Großteil der Staatsfinanzen aus. Die Masse der Pilger kam aus den ostasiatischen Agrarländern, vor allem Pakistan und Bangladesch. Durch die Weltwirtschaftskrise setzte ein enormer Verfall der Weltmarktpreise für Getreide und auch Reis ein, was dazu führte, dass sie nicht das nötige Kapital aufbringen konnten, um die weite Reise nach Saudi-Arabien auf sich nehmen zu können. Infolge dessen sank die Zahl der Pilger von 116000 (1930) bis zum Jahr 1933 um mehr als 80 Prozent. Dieser Rückgang der Pilgerzahlen bedrohte nahezu die Existenz des Königreichs. Der König war dadurch gezwungen, Schulden zu machen.
Geldgeber erhoffte er sich in Europa zu finden. Dazu schickte er seinen Sohn Prinz Faisal auf eine Rundreise durch die dortigen Hauptstädte, um Kontakte zu den jeweiligen Regierungen aufzunehmen. Schließlich wurde ein Staatschef gefunden, der bereit war, der königlichen Familie finanziell unter die Arme zu greifen: Stalin. Der Außenminister der Sowjetunion, Molotow, schlug schließlich sogar vor, einen Freundschaftsvertrag zwischen dem kommunistischen Staat und Saudi-Arabien abzuschließen. Molotow versprach dem jungen Prinzen, dass ein ewiges Bündnis zwischen Riad und Moskau dem Nahen Osten die nötige Stabilität bringe und Arabien aufblühen lassen werde. Auch mit Berlin besprach Faisal den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Seit 1937 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten noch intensiviert, was Verhandlungen über Waffenkäufe und die Akkreditierung eines deutschen Botschafters in Jeddah zum Ziel hatte. Von einem guten Verhältnis zum Deutschen Reich erhoffte sich der König, dass dieses diplomatisch die Rolle einer "Dritten Macht" einnehmen und entsprechenden Einfluss auf Italien und Großbritannien ausüben würde. Diese Länder sorgten zur damaligen Zeit in der arabischen Welt durch ihre expansionistische Politik für große Unruhe.
Auf seiner Reise durch Europa wurde Prinz Faisal bewusst, wie bedeutend das Öl für die westliche Welt ist. Doch in Großbritannien ließ sich keine Ölgesellschaft finden, die bereit war, Bohrungen in der saudiarabischen Wüste zu finanzieren. Die wenigen britischen Geologen, die die saudischen Wüstengebiete durchritten hatten, waren der Meinung, dass im Königreich kein Öl zu finden sei. Ein Vertreter von Shell ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen, er wäre bereit, jeden Tropfen Öl, der je in saudiarabischem Boden gefunden werde, persönlich trinken zu wollen.1 Der amerikanische Ingenieur Karl S. Twitchell kam nach ersten geologischen Untersuchen allerdings zu der Annahme, dass in der Bohrungen in der Küstenregion der Provinz Hasa Erfolg haben könnten. Da jedoch weder er noch König Ibn Saud über das notwendige Kapital verfügten, musste eine Ölgesellschaft gefunden werden, die bereit war, die hohen Kosten zu tragen. Schließlich gelang es, die amerikanische Gesellschaft Standard Oil of California (SOCAL) für das Projekt zu begeistern. Für den Verkauf der Bohrrechte erhielt der König 35000 Pfund und konnte dadurch erstmals über einen handfesten Betrag verfügen.
Doch die Bohrungen blieben während des gesamten Jahres 1935 erfolglos. Als sich abzeichnete, dass auf im folgenden Jahr keine Erfolge erzielt werden könnten, wurden die Verwaltungschefs von SOCAL bereits unruhig. Als schließlich auch die Finanzreserven versiegten, musste man mit Texaco kooperieren, um die Bohrungen weiterführen zu können. Nach 3 erfolglosen Jahren war es am 4. März 1938 endlich soweit: Auf der Bohrstelle Damman Nr. 7 kam es zu einem Ölausbruch, der ein riesiges Ölvorkommen vermuten ließ. Von diesem Tag an gehörte Saudi-Arabien zu den ölproduzierenden Ländern.

1.2 Saudi-Arabien zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

König Ibn Saud hatte gehofft, dass durch die erfolgreiche Ölbohrung seine finanziellen Schwierigkeiten endlich ein Ende finden. Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges machte diesen Wunsch zunichte, da die Ölförderung auf amerikanischen Feldern für die Ölgesellschaft Vorrang hatte. Infolge dessen blieben die Einnahmen des Königreichs aus dem Ölgeschäft gleichbleibend gering. Um die amerikanische Kriegsmaschinerie gegen Japan voranzutreiben, wurde 1943 die Ölförderung kurzzeitig gesteigert. In dieser Zeit lernten Amerikaner und Briten das saudiarabische Öl zu schätzen, da es verlässlich und leistungsstark gefördert werden konnte. Allerdings wurde 1944 die Förderleistung wieder auf 30000 Barrel pro Tag reduziert. In der heutigen Zeit entspricht diese Menge nicht einmal der saudiarabischen Ölförderung von 5 Minuten. Der König warf den Amerikanern daraufhin vor, sie würden seine Einnahmen absichtlich gering halten, um ihn und sein Königreich auf einem niedrigen Lebensstandard zu belassen. Außerdem sahen durch den Weltkrieg viele Moslems in aller Welt davon ab, nach Mekka zu pilgern. Ein Umstand, der die königlichen Einnahmen zusätzlich schmälerte.
Während des Weltkriegs wuchs in der königlichen Familie die Hoffnung, ein Sieg Nazi-Deutschlands über England würde die britische Oberherrschaft über Arabien beenden und den Weg frei machen zur Vereinigung Arabiens. Ibn Saud sah sich bereits als der kommende starke Mann Arabiens. Die Hoffnung musste allerdings aufgegeben werden, als abzusehen war, dass ein deutscher Sieg unmöglich ist.

1.3 Die Verwaltung des jungen Königreichs

Die Administration des gesamten Königreichs stellte Ibn Saud vor neue Probleme, da dies mit einigen syrischen Schriftgelehrten und Stammesvertretungen kaum möglich war.
Die erste Herausforderung stellte sich dem König bereits 1926 mit der Einverleibung der Provinz Hijaz. Die Bewohner waren sich ihrem im Vergleich zum restlichen Reich hohen Zivilisationsstandard durchaus bewusst. Als Ibn Saud 1926 Hijaz in sein Königreich aufnahm, fand er dort bereits eine Verfassung, kommunale Räte und eine reguläre Armee vor. Alles Dinge, von denen das Haus Saud fast nichts wusste. Große Veränderungen der administrativen Strukturen in Hijaz hätten womöglich zu einer Rebellion geführt, so dass er sich für einen Kompromiss entschied. Während den Bewohnern einige ihrer Gesetze und Institutionen erhalten blieben, ernannte der König seinen Sohn Prinz Faisal zum Gouverneur dieser Provinz.
1932 teilte der König sein Reich in verschiedene Provinzen auf. Nach dem Vorbild von Hijaz wurde jede von einem durch ihn eingesetzen Gouverneur verwaltet, wobei diese beachtliche Freiheiten behielten. Dies folgt nicht zuletzt aus dem Umstand, das der Informationsfluss im Land nur sehr schleppend war.
Bei der Größe des Reiches wurde dem König bald klar, dass er auch die zentrale Administration nur schwerlich alleine bewältigen könnte. Schließlich konnte er sich nicht um jede kleine Angelegenheit kümmern, obwohl er dies noch lange Zeit versucht hat. Infolgedessen wurde 1932 das Außenministerium gegründet. Neuer Außenminister wurde Prinz Faisal. Besonders schwerfällig tat sich das Königreich in der Folgezeit mit der Zulassung von Botschaften, da dies dem König weitgehend fremd war.
Ebenfalls im Jahr 1932, angetrieben durch die Ölgesellschaften, wurde das Finanzministerium gegründet. Hier stellten sich die Probleme, dass die Ausgaben des königlichen Hauses nicht von den Staatsausgaben getrennt wurden. Zu den Aufgaben des Finanzministers Abdallah al-Suleiman gehörte die Aufrechterhaltung der Währung, Buchhaltung und die Verteilung von Reis, Mehl, und später auch Dollars an die Verbündeten und Untergebenen des Hauses Saud.
Als die USA 1944 zur Sicherung der Ölfelder einen Stützpunkt in Dahran errichteten, entschloss sich der König, das Verteidigungsministerium zu gründen. Dieses besaß aber anfangs kaum Bedeutung, da es vom König weitgehend ignoriert wurde.

1.4 Die Nachkriegszeit bis zum Tod Ibn Sauds

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs unter den arabischen Monarchen die Angst vor einer wachsenden sowjetischen Macht und die mit ihr größer werdende Gefahr einer kommunistischen Revolution. Darum versuchte man Anschluss zu finden an eine starke westliche Nation. Für König Ibn Saud kam in dieser Hinsicht nur Amerika in Frage, da Großbritannien auf Dauer nicht mehr in Lage schien, eine Schutzfunktion auszuüben. Ein gutes Verhältnis zur USA war für den König eine Selbstverständlichkeit, da ihn das Ölgeschäft ohnehin mit den amerikanischen Ölgesellschaften verband. Erschwert wurde das gute Verhältnis durch die Unterstützung eines jüdischen Staates durch die USA. Auch die Ölgesellschaften, die um ihre Konzessionen fürchteten, konnten den amerikanischen Präsidenten nicht zu einem Kurswechsel bewegen. Doch Präsident Truman konnte sich darauf verlassen, dass der Groll der Königsfamilie mehr als besänftigt wird durch die steigenden Staatseinnahmen durch das Ölgeschäft. Bereits im Jahr 1946 zahlte die amerikanische Ölgesellschaft Arab-American Oil Company (ARAMCO) zehn Millionen Dollar an das Haus Saud. Begeistert von dem Wohlstand, der sich in der Königsfamilie wie ein Lauffeuer ausbreitete, wurde die Kritik an der pro-israealischen Politik der USA immer leiser. 1950 stiegen die Einnahmen aus dem Ölgeschäft sogar auf 50 Millionen Dollar an. Als ein Jahr später die Einnahmesteigerung hinter den königlichen Erwartungen zurückblieb, begann das Königshaus Forderungen zu stellen und erhob erstmals Steuern auf die Gewinne der ARAMCO. Dadurch erhielt Saudi-Arabien 50 Prozent der Gewinne der Ölgesellschaften, sodass die Staatseinnahmen 1951 auf über 100 Millionen Dollar antiegen.
Unter der Kurzformel "Saudi Arabia′s Vital Link to the West" sollten einerseits das Öl der Arabischen Halbinsel beschleunigt gefördert werden und andererseits eine strategische Vorratshaltung für militärische Zwecke in einem möglichen nächsten Krieg gesichert werden. Um das wichtige saudi-arabische Öl militärisch zu schützen, fehlte dem König eine schlagkräfitige Armee. Darum boten die USA, besorgt um die Sicherheit ihrer Ölquellen, an, eine Militärbasis zu errichten. Obwohl König Ibn Saud der Umstand nicht gefiel, dass sich ausländische Ungläubige in der Nähe der heiligen Stätten Mekka und Medina längerfristig niederlassen wollen, willigte er schließlich ein. Das Versprechen der USA, Waffen zu liefern und den Aufbau einer saudi-arabischen Luftwaffe zu ermöglichen, wirkte sicherlich positiv auf die Entscheidung des Monarchen.
Wenige Wochen vor seinem Tod stimmte der König der Bildung weiterer Ministerien zu. Der Hauptgrund dürfte darin liegen, dass Ibn Saud nicht wollte, dass einer seiner Söhne über so viel Macht verfügt, wie er es tat. So wurde das Innenministerium gegründet, dem der Sohn seines Bruders Faisal, Abdallah al-Faisal, vorstand. Der stärker werdende Verkehr im Land sowie der sich entwickelnde Luftverkehr machte die Schaffung eines Verkehrsministeriums notwendig. Leiter dieses Ministeriums war der dreiundzwanzigste Sohn des Königs, Talal. In der nächsten Zeit entstanden noch Ministerien für Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit, Industrie, Kommerz, Öl und Informationen. Das neugegründete Wirtschaftsministerium wurde allerdings bereits ein Jahr später wieder geschlossen.
Obwohl die Einnahmen aus dem Ölgeschäft ständig stiegen, geriet das Königshaus in Schulden. Im Juli 1953 betrugen sie bereits 150 Millionen Dollar. Um Ordnung in den Finanzhaushalt zu bringen, wurde der deutsche Dr. Hjalmar Schacht, der in den zwanziger Jahren Reichsbankpräsident gewesen war und der bereits die deutsche Währung stabilisiert hatte, um Hilfe gebeten. Nachdem dieser sich jedoch über die Zustände im Königreich informierte, sagte er dankend ab. Aber auch ohne seine Hilfe blieb die Währung, der Riyal, relativ stabil. Dies war aber eher dem Umstand zu verdanken, dass der König eine Abneigung gegen Papiergeld hatte und in Saudi-Arabien noch Gold- und Silbermünzen im Umlauf waren.
Als Ibn Saud am 09. November 1953 starb, gab es im Königreich weder eine richtige Verfassung noch politische Parteien. Der Islam war die Ideologie, mit der das Haus Saud seinen Führungsanspruch legitimierte, der Koran war die Verfassung und die Scharia war das Gesetz.

2. Saudi-Arabien unter König Saud (1953-1964)

Da der älteste der 37 Söhne des Ibn Saud bereits 1919 gestorben war, wurde Saud Bin Abd al-Aziz Bin Abd ar-Rahman Bin Faisal as-Saud (kurz: Saud), sein zweitältester Sohn, zum neuen König ernannt. Der neue König war selbst schon über 50 Jahre alt und gilt im Nachhinein als der Unfähigste unter den Nachfolgern des Ibn Saud. Im Gegensatz zu vielen seiner Brüder wurde ihm nie Verantwortung übertragen, sodass er völlig unvorbereitet sein hohes Amt antrat. Seine geringe Menschenkenntnis sorgte dafür, dass er von Beratern umgeben war, die nur ihren eigenen Profit, nicht aber das Wohl des Landes im Sinn hatten.
Die Staatseinnahmen, die meist aus Entschädigungen für das Recht, Öl zu fördern, bestanden, wurden weiterhin als Eigentum der königlichen Familie betrachtet. 1954 belief sich dieser Betrag immerhin schon auf 240 Millionen Dollar. Alle Prinzen des Hauses hatten Zugriff auf das Geld und finanzierten sich so ihren unvorstellbaren Luxus. In der Bevölkerung wuchs der Unmut gegen die Lebensweise der Mitglieder der königlichen Famlie. Für die Untertanen galten immernoch die Vorschriften des Scheichs Mohammed Bin Abd al-Wahhab aus dem 18. Jahrhundert. Er prägte die besonders puritanische Form des Islam, den Wahhabismus. Demnach sind jegliche Art von Musik (außer Trommeln), Alkohol, Rauchen und Gebetsketten oder andere dekorative Elemente an den Moscheen verboten. Frauen haben so gut wie keine Rechte. Während die Bevölkerung noch immer nach diesen Regeln lebte, war sehr wohl bekannt, dass einige Prinzen ein Alkoholproblem hatten und sich auch sonst kaum an die Regeln der Wahhabiten hielten. Die Klage vieler Untertanen "Wir sind in der Hand von Dieben" wurde immer berechtigter, da das Haus Saud offensichtlich den Reichtum des Landes verschleuderten.
Die Regierungszeit von König Saud fiel mit dem Aufstieg des Gamal Abdel Nasser zusammen. Dieser war auch bei der saudischen Bevölkerung überaus beliebt, und hätte Nasser zu einem Aufstand gegen das Königshaus aufgerufen, wären die Massen ihm sicherlich gefolgt. König Saud war sich dieser Lage durchaus bewusst, und versuchte sich durch großzügige Geldzahlungen an Nasser zu profilieren und ihn so dazu zu bringen, nicht zum Sturm auf den Feudalismus zu blasen.
Bei einem Treffen mit Nasser 1956 machte dieser erstmals den Vorschlag, im Fall eines Krieges mit den Großmächten die Ölproduktion einzuschränken und damit "Öl als Waffe" einzusetzen. Dieser Gedanke gefiel dem schwachen König gar nicht, da er sich außerstande sah, ARAMCO Bedingungen zu diktieren. Die amerikanische Ölgesellschaft sorgte für den Bau von Siedlungen, Flughäfen, Krankenhäusern, Schulen, Straßen, gründete Bildungszentren, errichtete Brunnen und betrieb landwirtschaftliche Forschung. König Saud kannte seine eigene Machtlosigkeit und war auch nicht daran interessiert, das Öl als Waffe einzusetzen. Während Nasser die Annäherung an die Sowjetunion suchte, erklärte sich Saud als strikter Antikommunist. 1958, nach der Vereinigung der Staaten Syrien und Ägypten, konnte der syrische Staatschef nachweisen, das der saudische Herrscher fast zwei Millionen Pfund zur Finanzierung eines Komplotts bezahlt hatte, das die Ermordung Nassers zum Ziel hatte. Dadurch war das Haus Saud in eine schlimme Krise geraten. Das Vertrauen der Araber, für die Nasser als Volksheld galt, war verspielt. Der amerikanische Präsident Eisenhower erkannte richtig: "Der Mann, den wir zum Rivalen Nassers aufbauen wollten, hat seine Dynastie an den Rand des Abgrunds geführt!"2
Ab 1955 ließ es sich nicht mehr vor der Bevölkerung geheim halten, dass der König dem Alkohol verfallen war. Er trank Cointreau in großen Mengen. Die Folge waren große Magenschmerzen, hoher Blutdruck und Einschränkung der Bewegungsmotorik in den Beinen. Seine Pflicht, das Königreich zu regieren, vernachlässigte er fast vollständig. Die Staatsschulden stiegen auf 800 Millionen Dollar, obwohl die Einnahmen durch das Ölgeschäft stetig stiegen. Der Halbbruder des Königs, Faisal, erarbeitete von sich aus eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben, doch der König lehnte es ab, auch nur einen Blick darauf zu werfen. Ebenfalls dem Einfluss Faisals war es zu verdanken, dass im Königreich nach und nach organisatorische Stukturen zu erkennen waren. Eine königliche Anordnung vom 12. Mai 1958 stellte endlich Klarheit über die Pflichten und Rechte der Minister her. Demnach waren die Minister für den Staatshaushalt und innere Angelegenheiten zuständig, aber nur der König selbst konnte Gesetze erlassen, Recht sprechen, Verträge schließen und Konzessionen erteilen. Darüberhinaus konnte der König einen Antrag der Minister ablehnen, jedoch musste er seinen Einspruch rechtfertigen.
Um der Stagnation im Reich entgegen zu wirken, entschied sich schließlich der königliche Famlilienrat, den König zu entmachten und einen Teil der Führung der Staatsgeschäfte auf Kronprinz Faisal zu übertragen. Zu seinen ersten Handlungen zählte am 06. November 1962 die Abschaffung der Sklaverei, die bis dahin im Königreich nicht verboten war. 1963 erlaubte Faisal den Empfang von Fernsehsendern. Da sich die Geistlichkeit gegen diese Neuerung stellte, musste Faisal ihr zugestehen, das Programm überwachen zu dürfen.
Ende 1963 forderten einige der Prinzen den Rücktritt des Königs. Nachdem sie König Saud sogar drohten, seinen Palast mit Artillerie zu beschießen, sah sich der König gezwungen, 800 Soldaten der Nationalgarde zum Schutz seines Palastes und seiner Macht aufzustellen. Im März 1964 sorgte die islamische Geistlichkeit für Klarheit und erließ eine Fatwa, die zum Inhalt hatte, dass König Saud nicht mehr in der Lage sei, zu regieren, und dass ihm die Macht entrissen werden müsse.

3. Saudi-Arabien unter König Faisal (1964-1975)

Am 02. November wurde Kronprinz Faisal bin Abdul Aziz Al Saud, ebenfalls ein Sohn des Ibn Saud, zum neuen König ernannt. Im Gegensatz zu seinem älteren Halbruder Saud lebte Faisal enthaltsam. Er trank weder Alkohol, noch rauchte er. So konnte er reinen Gewissens beim Koran schwören, das Königreich gemäß den Gesetzen Allahs zu führen.
Die schlechten Beziehungen des Königs zum ägyptischen Staatspräsidenten waren dafür verantwortlich, dass Faisal weder vom Beginn noch vom Verlauf des Junikrieges 1967 unterrichtet wurde. Wie viele andere war er auf die Radioberichte angewiesen, und auf die kurze Euphorie folgte am dritten Tag, dem Verlust Jerusalems, das Entsetzen über den Verlust des Felsendomes. Dieses Heiligtum lag dem Monarchen sehr am Herzen. Er versprach daraufhin allen, die um Jerusalem kämpfen würden, große finanzielle Unterstützung. Durch den Verlauf des Krieges stieg der Hass König Faisals auf Israel noch weiter. Er nahm den Waffenstillstand nicht zur Kenntnis, für ihn dauerte der Krieg an. Mit dieser Haltung war er auf einer Linie mit Yassir Arafat, dem Führer der PLO. Nach einem Treffen versprach der König, dass sich Arafat in Zukunft keine Sorgen mehr um die Finanzierung der Befreiungsfront machen müsste.
Der Ausgang des Junikrieges brachte König Faisal in eine seltsame Lage gegenüber den USA. Die Rolle, die die Amerikaner im Königreich spielten, war riesengroß. In der Ölgesellschaft ARAMCO, verantworlich für den Luxus der Königsfamilie, steckte amerikanisches Kapital. Die Waffen, die die Armee Saudi-Arabiens brauchte, wurden in den USA gekauft. Die Militärberater, die die saudiarabischen Soldaten an diesen Waffen ausbildeten, gehörten zur amerikanischen Armee. Weiterhin besaß die US-Regierung das Recht, Soldaten und Flugzeuge im Stützpunkt Dahran zu stationieren. Die Königsfamilie sah in den USA ihren Freund und Beschützer. Um so bestürzender war es für den König, dass die USA die besten Freunde der Israelis waren und sein Einfluss nicht ausreichte, sie umzustimmen.
Als Folge suchte König Faisal engeren Kontakt zu den arabischen Ländern und gab den Anstoß zu einer islamischen Gipfelkonferenz. Durch dieses Bemühen stieg das Ansehen des saudischen Königs unter den Führern der arabischen Staaten, nachdem der frühere König Saud eher verspöttet als geachtet wurde. Im Gegenteil, König Faisal repräsentierte Würde. Der Schah von Iran, Mohammed Reza Pahlawi, unterstütze den Wunsch des Königs, sodass es am 22. September 1969 in der marokkanischen Stadt Rabat zum Gipfeltreffen der islamischen Staatschefs kam.
Während der König die PLO lange Zeit finanziell unterstützte, störte es ihn immer mehr, dass auch terroristische Methoden von den sogenannten Befreiungskämpfern angewandt wurden. Nachdem die Volksfront zur Befreiung Palästinas am 06. September 1970 vier Flugzeuge entführte, war für den König das Maß voll und er stellte die Zahlungen an Yassir Arafat ein. Die Verurteilung des Terrorismus′ war um so verständlicher, da das Königshaus selbst befürchten musste, Opfer terroristischer Anschläge zu werden. Immer wieder betonte die PLO, dass Israel nicht besiegt werden könnte, solange die Freunde der USA in den arabischen Palästen sitzen. Das Haus Saud begriff den Ernst der Lage und nahm mit Befriedigung die Nachricht entgegen, dass der jordanische König die PLO aus seinem Königreich vertreiben konnte.
Auch den Geschehnissen auf der arabischen Halbinsel musste der König seine außenpolitische Aufmerksamkeit schenken. Die jüngsten Ereignisse im Jemen waren für das Haus Saud höchst unbehaglich. Unterstütz durch den äyptischen Präsidenten Nasser stürzten Angehörige der jemenitischen Streitkräfte im September 1962 den Monarchen Imam Muhammad al-Badr und riefen die Arabische Republik Jemen aus. Doch der Monarch fand im Norden des Landes loyale Stämme, die für ihn kämpften. Während Nasser die Republik mit einer 70000 Mann starken Armee unterstützte, sah es König Saud als seine Pflicht an, Imam Muhammad zu unterstützen. Doch aus Angst vor einer Niederlage der saudiarabischen Truppen entschied sich der König, Hilfe nur in Form von Geldzahlungen und Waffenlieferungen zu leisten. 1965 trafen sich der Nasser und König Faisal zu einer Konferenz bezüglich der Beilegung des Bürgerkrieges. Sie erarbeiteten eine Übereinkunft, der zufolge sich beide Länder verpflichten sollten, den Krieg zu beenden. 1967 zogen sich schließlich die ägyptischen Streitkräfte aus der Republik zurück, doch der Bürgerkrieg wurde erst 1970 durch den engültigen Sieg der republikanischen Truppen beendet.
Nach dem Abzug britischer Truppen setzte sich in der Südarabischen Föderation 1967 die marxistische nationale Befreiungsfront durch. Sie wandelten das monarchische System in ein sozialistisches um, auf dessen Grundlage 1970 die Demokratische Volksrepublik Südjemen entstand. Außerdem erklärten sie, den Sturz der traditionellen Monarchien auf der arabischen Halbinsel zu unterstützen.
Dadurch sah sich das Haus Saud im Süden zwei feindlichen Staaten gegenüber. Beide von radikalen Kräften regiert und beide von der Sowjetunion unterstützt. König Faisal reagierte auf diese neue Lage, in dem er die die Grenze zum Nordjemen stärker bewachen ließ und versuchte, Streit zwischen den beiden jemenitischen Republiken zu schüren.3
Am 25. März 1975 wurde die Regentschaft König Faisals durch ein Attentat jäh beendet. Sein Neffe Faisal Bin Musaid erschoss den Monarchen während eines Treffens mit dem kuwaitischen Ölminister. Erleichtert wurde sein Vorhaben dadurch, dass der Königspalast unbewacht war. Dies geschah auf Anordnung des Königs selbst, der überzeugt war, der Tod sei dem Menschen von Allah für einen genau festgelegten Zeitpunkt vorher bestimmt. Über die Motive des Attentäters wurde lange Zeit spekuliert in der arabischen Welt. Während die PLO den amerikanischen Geheimdienst als Drahtzieher vermutete, ging der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat davon aus, der sowjetische Geheimdienst habe den Mord veranlasst. Das Haus Saud gab schließlich bekannt, ein alter Streit zwischen den Familien des Opfers und des Täters seien der Grund für die Ermordung gewesen.

4. Saudi-Arabien unter König Khaled (1975-1982)

Kronprinz Khaled bin Abdul Aziz Al Saud wurde daraufhin zum neuen König ernannt. Auch er war ein Sohn des legendären Ibn Saud. Der neue König, oft krank und relativ unerfahren im Regierungsgeschäft, delegierte bereits im Laufe seiner Regentschaft einen Großteil seiner Macht an Kronprinz Fahd, den späteren König. Während Faisal der letzte König der Familie Saud war, der volle Entscheidungsgewalt ausüben konnte, musste Khaled seine Entscheidungen mit den führenden Köpfen der Königsfamilie abstimmen. Dies machte es für den König schwer, klare Richtlinien in der Politik vorzugeben.4 Er war der Meinung, dass es in der damaligen Zeit nicht mehr angebracht war, dass Familien mit Herden und Zelten durch die Steppe ziehen. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft waren derart gewachsen, dass sich der König jegliche Form von Entwicklungsprogrammen leisten konnte. Der König dachte sogar an einen Siedlungsplan für Millionen von Beduinen. Doch nach Gesprächen mit einigen Stammesvertretern erfuhr der König, dass diese nichts davon hielten, künftig sesshafte Bauern in künstlich angelegten Dörfern zu werden. Daraus folgerte Khaled, er sei gut beraten, das Leben der Wandersippen unbeeinflusst zu lassen. In die Städte Jeddah und Riad zog jedoch modernes Leben ein. So entstanden Hochhäuser, Schnellstraßen, Kaufhallen, Universitäten und betonierte Wassertürme. Klimatisierte Räume und Fahrzeuge wurden zur Normalität. Die neuen Lebensbedingungen lockten immer mehr Europäer und Amerikaner in die Großstädte. Nach und nach gewöhnten sich die Einheimischen an die neuen Gesichter, begegneten diesen aber mit großer Arroganz.
Große Bedeutung in der Außenpolitik hatte nach wie vor der israelisch-arabische Konflikt. Obwohl König Khaled sich um Frieden im Nahen Osten bemühte, musste er feststellen, dass der Druck, den er auf die USA ausübte, nicht ausreichte, um Veränderungen zu bewirken. Die amerikanische Regierung wünschte zwar ungestörten Ölfluss aus Saudi-Arabien, war allerdings nicht bereit, dem Königreich durch eine ausgeglichenere Nahostpolitik entgegenzukommen. Als König Khaled für den jordanischen König Flugabwehrraketen vom Typ Hawk in Amerika kaufen wollte, kam die US-Regierung aufgrund israelischen Druckes der Forderung nicht nach. Seine Machtlosigkeit wurde um so deutlicher, als amerikanische Zeitungen die Königsfamilie als eine Versammlung fauler Prinzen darstellten, die das Lebensrecht jüdischer Menschen im Nahen Osten in Frage stellen wollten.5 Die Zeitungen hatten insofern nicht unrecht, da es den fremden Firmen in Saudi-Arabien verboten war, jüdische Arbeitskräfte zu beschäftigen.
In der Mitte der siebziger Jahre wurde die saudiarabische Außenpolitik in zunehmendem Maße von den Differenzen mit dem iranischen Schah bestimmt. Dieser hatte im März 1975 vorgeschlagen, einen Sicherheitspakt für alle Golfstaaten zu vereinbaren. König Khaled erkannte, dass sich der Schah damit als Mittler am Persischen Golf einzuführen versuchte in der Absicht, letztlich zum Kontrolleur dieser Region aufzusteigen. Der König lehnte die Unterzeichnung des Sicherheitspaktes schließlich ab, da er nicht zum Helfer des iranischen Herrschers werden wollte.
Auch die Verstärkung des sowjetischen Einflusses auf den arabischen Raum beängstigten das Königshaus. Um wenigstens den Nordjemen davon freizuhalten, finanzierte Saudi-Arabien 30 Prozent des Staatshaushaltes der Regierung.
Saudi-Arabien, das noch immer als gemäßigte politische Kraft im Israelisch-Arabischen Konflikt galt, war kein Anhänger des vom ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat Israel 1977 unterbreiteten Friedensangebots. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen beiden Ländern 1979 stellte das Königreich die finanzielle Unterstützung Ägyptens ein und brach die diplomatischen Beziehungen ab.
Nach dem Sturz des iranischen Schah und der Ausrufung der Islamischen Republik Iran bemerkten die führenden Köpfe des Hauses Saud mit Entsetzen, dass die dortige Geistlichkeit davon sprach, den Gedanken der Islamischen Revolution exportieren zu wollen. Der Ayatollah verkündete, Monarchien entsprächen nicht dem Geist des Islam. Die Königsfamilie fühlte sich im Visier der iranischen Geistlichkeit.

4.1 Der Aufstand von Mekka

Die iranischen Pilger, die jedes Jahr nach Mekka aufbrachen, waren zur Zeit des Schah eher ruhige Besucher gewesen. Diesmal hatten diese Pilger allerdings eine religiös-psychologische Behandlung durch die iranische Geistlichkeit erfahren, die sie dazu aufrief, lautstark Progaganda zu machen für die iranische Republik. Im Herbst 1979 brachen zwei Millionen Schiiten nach Mekka auf. Die Polizei des Königreichs war gut gerüstet und griff hart durch, wenn die Möglichkeit bestand, die Menge einzuschüchtern. Um keine Märtyrer zu schaffen, war sie andererseits nachgiebig, wenn Eskalation drohte und es zu Blutvergießen hätte kommen können. So gelang es, alle Zwischenfälle zu meistern. Die Königsfamilie war beruhigt.
Doch mit dem Beginn eines neuen Jahrhunderts nach islamischer Zeitrechnung stand noch ein wichtiger Tag bevor. Der 20. November war der erste Tag des Jahres 1400. Der Prophet Mohammed hatte verkündet, zu jedem Jahrhundertanfang werde ein Mann erscheinen, der sich Mahdi, "der Geleitete", nenne und den Moslems den Weg für die anbrechende Zeit weise.
Am Morgen des 20. November fielen in der Großen Moschee von Mekka Schüsse und ein junger Mann namens Mohammed Bin Abdallah al-Qahtani erklärte der Masse, er sei der neue Mahdi. Er klagte das Haus Saud an, es bringe fremde Gedanken, die den Islam zerstören, in das Land und forderte den Sturz der Königsfamilie. Doch die meisten der Gläubigen wollten sich nicht auf eine Auseinandersetzung mit dem Haus Saud einlassen und der Sturm auf die Monarchie blieb aus. Nicht alle konnten aus dem Innenhof der Großen Moschee fliehen, sodass einige hundert Gläubige von den rund 400 Anhängern des Mahdi als Geiseln gehalten wurden. Da die Besetzer gut bewaffnet waren und sich mutig verteidigten, waren die Verluste unter den saudiarabischen Sicherheitskräften hoch. Daher hielt es der König für klug, vorerst eine Nachrichtensperre über den Verlauf der Befreiung der Großen Moschee in Mekka zu verhängen. Er erkannte, dass seine Armee aufgrund der schlechten Ausbildung nicht in der Lage sein würde, den Widerstand der Anhänger des Mahdi zu brechen. Darum bat man die französche Regierung um Unterstützung, und mit Hilfe der erfahrenen Antiterrorgruppe Giscard d′Estaings gelang es schließlich, den Aufstand nach zwei Wochen zu beenden. Den König schmerzte es sehr, dass er als Wächter über die heiligen Stätten fremde Hilfe brauchte, um eben diese zu beschützen. Darum gehört der Einsatz der französischen Spezialkräfte zu den Geheimnissen, über die im Königreich geschwiegen wird.
Im Juni 1982 starb König Khaled. Kronprinz Fahd wurde sein Nachfolger.

5. Die Ölpolitik Saudi-Arabiens seit 1960

Um den Ölgesellschaften und ihren willkürlichen Preisen einen starken Block entgegenstellen zu können, entschieden sich die fünf größten ölexportierenden Staaten, zu denen auch Saudi-Arabien gehörte, sich zusammenzuschließen. So entstand 1960 die "Organization of Petroleum Exporting Countries". Hatten die Ölgesellschaften bis dahin den Staaten erklärt, sie sollten dankbar sein für die Dollars, die ihnen für die "schwarze Brühe" gezahlt würde, traten den Ölkonzernen jetzt selbstbewusste Männer entgegen, die wussten, wie wichtig das Öl für den Westen ist.
Das Königreich war in der OPEC durch einen ausgezeichneten Ölminister, Ahmed Zaki al-Yamani, vertreten. Im Gegensatz zu vielen anderen Ministern war er kein Mitglied der Königsfamilie. In früheren Verhandlungen mit den Ölgesellschaften bewies er bereits sehr viel Geschick. In den sechziger Jahren zwang er die Konzerne, Beteiligungen abzutreten und Mitsprache bei der Preisgestaltung zu gestatten. Doch während der libysche Führer al-Kathafi nur durch Drohungen seine Preisvorstellungen durchsetzen konnte, gelang es al-Yamani die Ölgesellschaften davon zu überzeugen, ihr Vorteil sei durch Nachgiebigkeit zu erreichen. Bis Mitte der siebziger Jahre stieg der Verbrauch von Öl dermaßen an, dass die Industrienationen abhängig wurden von den Ölquellen im Mittleren Osten. 1972 kamen 21,6 Prozent des Öls, das in Europa verbraucht wurde, aus Saudi-Arabien. Der Anteil saudiarabischen Öls am Gesamtölimport in den USA betrug 1973 immerhin 8,1 Prozent.6
Mit steigender Abhängigkeit der Industriestaaten vom Öl der OPEC-Staaten, wuchsen auch die Preise, die für das Öl bezahlt werden sollten und die Bedingungen, die den Gesellschaften diktiert wurden. So kam es, dass im Laufe der Zeit die Mehrheit des Aktienkapitals der Ölgesellschaften in Saudi-Arabien der Königsfamilie gehörten, obwohl die US-Regierung dies als Eingriff in seine strategischen Bereiche missbilligte.
Erschwert wurde das Verhältnis zur USA auch durch das Verhalten Saudi-Arabiens während des arabisch-israelischen Krieges von 1973. Der König wies ARAMCO an, die Förderleistung um 22 Prozent zu drosseln um damit "Öl als Waffe" anzuwenden. Dieses Vorgehen verdeutlichte den Amerikanern, dass das Königshaus durchaus bereit war, Position gegen die Interessen der USA zu beziehen. Doch mit der Zeit setzte sich auch in der amerikanischen Regierung die Ansicht durch, dass das Königshaus in seiner Ölpolitik eigenständig handeln wollte um sein Überleben zu sichern und trotzdem ein verlässlicher Partner sein konnte.
Durch die Ereignisse des Krieges stiegen die Preise für Öl enorm an, um so Druck auf die Industriestaaten auzuüben. Betrug der Preis für ein Barrel Öl Anfang 1973 noch 2,74 Dollar, so legte die OPEC für 1974 einen Preis von 11,65 Dollar für das Barrel Öl fest. Die Staatseinnahmen Saudi-Arabiens stiegen dadurch ebenfalls ins unermessliche. In dem Jahr vor der Preiserhöhung beliefen sich die Einnahmen aus dem Ölgeschäft auf 6,4 Milliarden Dollar. Bereits ein Jahr später wuchs dieser Betrag auf 27,7 Milliarden Dollar. Als der Ölpreis 1981 auf 34 Dollar pro Barrel festgelegt wurde, nahm das Königshaus sogar 102 Milliarden Dollar ein.7
Die Politik, "Öl als Waffe" einzusetzen, war insofern erfolgreich, da sich mit den steigenden Preisen Europa und Japan für die Rechte der Palästinenser und den Rückzug der israelischen Truppen aus den seit 1967 besetzten Gebieten stark machten.
Mitte der siebziger Jahre, als sich die Sowjetunion mit zunehmendem Maße für die arabischen Ölquellen zu interessieren begann, war Amerika zunächst irritiert, gab aber als Richtlinie seiner arabischen Politik an: "Wenn die Sicherung der Ölversorgung uns dazu zwingt, werden wir militärisch im Ölgebiet intervenieren." Diese Aussage wurde von einigen Prinzen des Königshauses als Bedrohung der Souveränität des Königshauses verstanden, und auch der Schah von Iran, der bis dahin eine aggressive Ölpolitik verfolgte, änderte seinen Kurs. Er verlangte, dass die OPEC-Staaten sich mit Preisen begnügen sollten, die von den Industriestaaten nicht als Belastung empfunden werden könnten. Die wirtschaftliche Existenz der Industrienationen müsse deshalb gesichert werden, weil ihr Niedergang auch Chaos im Mittleren Osten nach sich ziehen würde. Das saudische Königshaus war von dieser Haltung sehr überrascht, da es bis dahin als einziges Mitglied der OPEC eine gemäßigtere Ölpolitik verfolgte und der Ansicht war, die Ölstaaten hätten Rücksicht zu nehmen auf die westlichen Staaten und vor allem auf die USA.

6. Das Problem der Arbeitskräfte in Saudi-Arabien

Bezüglich der Arbeitskräfte gab es im Königreich zwei grundlegende Probleme. Zum einen mussten sich die Herrscher mit streikenden Arbeitern auseinander setzen, und zum anderen stellte die Beschaffung von Fachkräften, die fast ausschließlich aus dem Ausland kamen, ein Problem dar.
Die Forderung saudiarabischer Ölarbeiter nach höheren Löhnen im Jahre 1953 rief bei der Königsfamilie Bestürzung hervor. Zum ersten Mal stellten die Untertanen Forderungen an das Haus Saud. Die harte Haltung des Monarchen führte schließlich zur Arbeitsniederlegung. Daraufhin ließ König Ibn Saud die Rädelsführer verhaften und einsperren, und verbot der Geschäftsleitung von ARAMCO mit den Streikführern zu verhandeln. Als die Lage zu eskalieren drohte, Zehntausende protestierten bereits gegen das Königshaus, bekam das Haus Saud Angst um seine Macht und versprach den Arbeitern, höhere Löhne zu zahlen.
Im März 1977 protestierten südkoreanische Hafenarbeiter in Jubail gegen ihre schlechten Unterkünfte und legten die Arbeit nieder. Mit Hilfe der japanischen Baugesellschaft, für die die Südkoreaner arbeiteten, gelang es, die Gemüter rasch zu beruhigen und größere Demonstrationen zu verhindern. Kurze Zeit später beklagten sich türkische Arbeiter im Landesinneren über schlechte Behandlung durch die Polizei. Sie wollten nur dann weiter arbeiten, wenn sich die Zustände verbessern würden. In diesem Falle ließ das Königshaus nicht mit sich verhandeln und flog die Streikenden mit Unterstützung der Luftwaffe außer Landes.
Anfang der siebziger Jahre hatten Planer errechnet, dass zur Erreichung einer gewissen Entwicklungsstufe 500000 ausländische Arbeitskräfte gebraucht würden. Dies war für die königliche Familie zunächst undenkbar. Sie befürchteten, dass die auländischen Arbeiter sich nicht ohne weiteres der Autorität des Hauses Saud beugen würden und es schließlich sogar zu Streiks kommen könnte. Wie oben beschrieben, hatte das Königshaus mit seinen Vermutungen recht, war aber trotzdem auf die ausländischen Fachkräfte angewiesen.
Nach Angaben der Königsfamilie hielten sich 1975 314000 ausländische Arbeitskräfte im Königreich auf. Andere Schätzungen gehen davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt aber bereits mindestens 600000 Ausländer den 900000 einheimischen Arbeitern gegenüber standen. "Le Monde" ging für das selbe Jahr sogar von einer Million ausländischer Arbeiter aus.8
Eineinhalb Jahre später vermutete Eric Rouleau sogar schon 1,5 Millionen nichtsaudiarabische Arbeiter. Er nannte einen Industriellen, der 1040 Angestellte hatte, von denen nur vier einheimisch waren. Auch die Merzedes-Fabrik nahe Jeddah beschäftigte, außer den Vorstand selbst, keine saudiarabischen Arbeitskräfte. Die Fabrik wurde von 15 Westdeutschen Managern geleitet und 250 türkische Arbeiter standen am Fließband.
1981 ging man davon aus, dass die ausländische Arbeiterschaft bereits die Zwei-Millionen-Marke überschritten hätte. Diese verteilten sich schätzungsweise folgendermaßen: über eine Million Jemeniten, jeweils 100000-300000 Sudanesen, Ägypter, Palästinenser und Libyer und weiterhin viele Inder, Pakistanis, Südkoreaner und Malaysier. Die Zahl der Amerikaner wurde auf 40000 geschätzt, die der Westeuropäer auf 20000.9
Um möglichen Gefahren für das Königshaus durch die hohe Zahl der Ausländer im Reich vorzubeugen, diktierte der König im März 1976 den ausländischen Firmen, die mehr als 50 Arbeiter beschäftigten, dass diese für Beschaffung der nötigen Fachkräfte und deren Unterbringung selbst verantwortlich seien. Außerdem mussten die Firmen die Loyalität der Arbeiter gegenüber dem Königshaus garantieren. Das führte dazu, dass viele asiatische Firmen ausgediente Armeeoffiziere anstellten, um unter den Arbeitern für Ordnung zu sorgen.

7. Der Aufbau der saudiarabischen Streitkräfte

Als Saudi-Arabien gegründet wurde, hatte das Königshaus eigentlich keinen Sturz seiner Macht von außen zu befürchten, da sich das Reich umgeben sah von einem britischen Schutzgürtel, da Großbritannien Stützpunkte um die gesamte arabische Halbinsel herum errichtete. In den ersten Jahrzehnten des Königreiches verließ sich die Königsfamilie deshalb auf die verschiedenen Beduinenstämme, die dem König bewaffnete Männer zur Verfügung stellten. Während die anfangs geringen Staatseinnahmen den Aufbau einer Armee nicht zuließen, bestand auch die gerechtfertigte Angst vor einem Putsch aus den Kreisen der Offiziere.
Der Reichtum an Erdöl, verantwortlich für den Wohlstand der Königsfamilie, hat auch gleichzeitig die Verwundbarkeit des Reiches erhöht. Eine schlagkräftige Armee zum Schutz des Öls und der Förderanlagen war dringend erforderlich. Finanziert durch die ersten Einnahmen aus dem Ölgeschäft wurde zunächst eine kleine königliche Nationalgarde rekrutiert. Später entstand dann eine richtige Armee, deren Soldaten von den Amerikanern ausgebildet wurden. Während die Nationalgarde vornehmlich zum Schutz der Städte und Ölquellen eingesetzt wurde, gehörte die Sicherung der Grenze und Niederschlagung von Aufständen zum Aufgabenbereich der Armee. Der König investierte riesige Summen in den Kauf der modernsten Waffensysteme und den Bau von Kasernen und Militärkrankenhäusern. Doch mit den steigenden Militärausgaben wuchs nicht unbedingt das Vertrauen des Königs in seine Armee. Als Ägypten 1962 die republikanischen Kräfte im Jemen mit 70000 Soldaten unterstützte, sah der König Faisal davon ab, militärische Hilfe zu leisten. Er begründete diese Entscheidung mit der Angst, seine Armee könnte besiegt werden. Das Königshaus war daran gewöhnt, politische Auseinandersetzungen eher durch umfangreiche Geldzahlungen beizulegen, als die miliärische Konfrontation zu suchen.
Um sich die Loyalität der Streitkräfte zu sichern, wurden viele Offiziersposten, sowohl in der Nationalgarde als auch in der Armee, mit Prinzen besetzt. Aber auch ausländische Offiziere sind in der Armee zu finden. Am stärksten vertreten sind Offiziere pakistanischer Herkunft (ca. 1500), aber auch Offiziere jordanischen, syrischen, irakischen, palästinensischen und ägyptischen Ursprungs dienen in der Armee. Eine andere Stellung nehmen die Offiziere ein, die sich aufgrund von Abkommen mit anderen Staaten im Königreich aufhalten. Hier sind besonders die amerikanischen, britischen und französischen Truppen zu erwähnen.
Die personelle Stärke der Streitkräfte stieg im Laufe der Zeit kontinuierlich an. Gehörten der Armee 1966 noch 30000 Soldaten an, so waren es 1975 bereits 43000. Die Stärke der Nationalgarde lag 1966 bei 20000 Mann und stieg bis 1975 auf 32000.10 Da das Königshaus neben der Vergrößerung seiner Streitkräfte auch darauf aus war, seine Streitkräfte immer mit den modernsten Waffensystemen auszurüsten, stiegen auch die Militärausgaben immens an. Sie betrugen 1982 beachtliche 26 Milliarden Dollar. Ein Großteil dieses Betrages floss in die USA als Bezahlung für Waffen, Ausrüstung und Ausbildungspersonal.

Schluss

In den 50 Jahren nach der Gründung des Königreiches Saudi-Arabien durch Ibn Saud ist es der Monarchenfamilie gelungen, an der Macht zu bleiben und diese auch zu festigen. Verantwortlich für die Machterhaltung sind verschiedene Gründe. Ohne den Ölreichtum der saudiarabsichen Wüste wäre das Königshaus niemals zu dem Reichtum gekommen, der ihm nicht nur den Wohlstand gesichert hat, sondern es ihm auch ermöglichte, sich aus politisch brenzligen Situationen "freizukaufen". Einerseits wurde "Schweigegeld" an einflussreiche Monarchiegegner gezahlt, andererseits wurden sich durch Geldzahlungen Freunde in der arabischen Welt gekauft. Außerdem dienten die Petrodollars dazu, eine umfangreiche und mit modernsten Waffen ausgerüstete Armee aufzubauen, auf wenn die Soldaten nicht immer in der Lage waren, diese Waffen optimal zu bedienen. Durch die große Abhängigkeit der Weltmacht USA von den Ölreserven des Reiches sorgte dafür, dass sich die Amerikaner als Schutzmacht der Königsfamilie verstanden. Der amerikanische Präsident Jimmy Carter unterstrich die enge Beziehung beider Staaten mit der Aussage "Saudi-Arabien ist für uns so wichtig wie Texas."11
Um einem Sturz des Königshauses duch die eigene Bevölkerung entgegenzuwirken, wurden einflussreiche Positionen in Verwaltung und Militär mit königlichen Prinzen besetzt, um sich so die Loyalität dieser Einrichtungen zu sichern.
Zu erkennen ist auch der Wille des Königshauses zu Veränderungen im Reich hin zu moderneren Verwaltungsformen. Angestoßen von König Faisal, wurden erste pluralistische Institutionen im Staat eingeführt, wie beispielsweise der Ministerrat. Auch liegt die Entscheidungsgewalt im Staat nicht mehr allein beim König, wie es unter Ibn Saud noch der Fall war, sondern verteilt auf verschiedene Ministerien, die im Laufe der Jahrzehnte gegründet wurden.
Solange die USA eine schützende Hand über Saudi-Arabien halten und die Ölquellen im Reich nicht versiegen, und davon gehen Geologen vorerst nicht aus, wird die Königsfamilie auf absehbare Zeit nicht vom Thron gestoßen werden können.

Literaturverzeichnis

Cleveland, William L.: "A History of the Modern Middle East", Boulder, 1994
Haarmann, Ulrich: "Geschichte der arabischen Welt", München, 1991
Halliday, Fred: "Nation and Religion in the Middle East", London, 2000
Hourani, Albert / Khoury, Philip S. / Wilson, Mary C.: "The Modern Middle East", London 1993
Konzelmann, Gerhard: "Der Golf", München, 1993
Owen, Roger: "State, Power & Politics in the making of The Modern Middle East", London, 1992
www.saudinf.com, 26.02.2003
Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002


1 Konzelmann, Gerhard: "Der Golf", S. 207

2 Konzelmann, Gerhard: "Der Golf", S. 224

3 Cleveland, William L.: "A History of the Modern Middle East", S. 380

4 Cleveland, William L.: "A History of the Modern Middle East", S. 384

5 Konzelmann, Gerhard: "Der Golf", S. 269

6 Cleveland, William L.: "A History of the Modern Middle East", S.383

7 A History of the Modern Middle East, S. 383

8 Hourani, Albert / Khoury, Philip S. / Wilson, Mary C.: "The Modern Middle East", S. 591

9 Hourani, Albert / Khoury, Philip S. / Wilson, Mary C.: "The Modern Middle East", S. 592

10 Owen, Roger: "State, Power & Politics in the making of The Modern Middle East", S. 207

11 Konzelmann, Gerhard: "Der Golf", S.359


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