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Scholary Paper (Seminar), 2002, 19 Pages
Author: Philipp Schall
Subject: Film Science
Details
Institution/College: Television and Film Academy Munich
Tags: Determinanten, Tausender-Kontakt-Preis, Unterschiede, TV-Anbietern, Seminar, Struktur, Medienwirtschaft
Year: 2002
Pages: 19
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-06283-6
File size: 320 KB
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HOCHSCHULE FÜR FERNSEHEN UND FILM MÜNCHEN
Abteilung V Produktion und Medienwirtschaft
Seminar: Struktur der Medienwirtschaft
Sommersemester 2002 / Kurs 2000
Thema:
Determinanten des Tausender-Kontakt-Preis:
Unterschiede zwischen
öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Anbietern
Abgabetermin: 22.04.2002
Vorgelegt von:
Philipp Schall Kurs V/2000
Gliederung :
Seite
1. Einleitung Das Werbefernsehen in Deutschland 2
1.1 Zeitliche Beschränkungen für deutsches Werbefernsehen 2
1.2 Basisdaten zur Werbung im deutschen Fernsehen 3
2. Determinaten des TKP Vergleich zwischen öffentlich-rechtlichen und
privaten Fernseh-Anbietern 4
2.1 Unterscheidung der Zeitschienen 5
2.2 Saisonale Schwankungen der Preise 6
2.3 Sonder-Werbeformen 8
2.3.1 TV-Sponsoring 8
2.3.2 Weitere Sonderwerbeformen 9
2.4 Rabatte 10
2.5 Sehbeteiligung eines Tages 11
2.6 Marktanteile der deutschen Fernsehsender 12
2.7 Betrachtung der TKPs von 2001 14
3. Schluss Abwägung zwischen privaten und öffentlichrechtlich TV-Sendern 16
Literaturverzeichnis 17
1
1. Einleitung Das Werbefernsehen in Deutschland
In den frühen Abendstunden des 03. November 1956, beim Bayerischen Rundfunk
schlägt die Geburtsstunde des deutschen Fernsehens. Produkte wie Persil, Blendax
und Dr. Oetker werden zum ersten Mal in der Lücke zwischen Kinderprogramm
und Abendprogramm vor einem staunenden Publikum in dem damals noch neuen
Fernsehen beworben.
Mit der Einführung der Privatfernsehens im Jahre 1983 wurde eine neue stark
expandierende Werbeplattform im deutschen Fernsehen geschaffen.
Von damals bis heute ist so die Anzahl der Werbetreibenden und der zu
bewerbenden Produkte rasant gestiegen. Zur Zeit werden rund 5.500 Produkte im
deutschen Fernsehen beworben. 2,4 Millionen Werbespots flimmern jedes Jahr
über unser Bildschrime. (vgl. IP: TV-Werbung für Einsteiger; S. 4)
1.1 Zeitliche Beschränkungen für deutsches Werbefernsehen
Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsendeanstalten ARD und ZDF sind durch die
rechtlichen Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrag in ihren Sendemöglichkeiten
stark eingeschränkt, da diese Werbung nur ,,jeweils höchstens 20 Minuten
werktäglich im Jahresdurchschnitt" und ,,nach 20.00 Uhr sowie an Sonntagen und
(...) Feiertagen (...) Werbesendungen" (§15 Abs.1 RStV) gar nicht ausstrahlen
dürfen.
Für die Privaten Fernsehsender, die ja ihre gesamten Einnahmen aus Werbung
beziehen müssen, gilt diese Einschränkung nicht. Lediglich ,,die Sendezeit für
Werbespots darf 15 vom Hundert der täglichen Sendezeit nicht überschreiten" (§45
Abs.1 RStV).
Bei allen Sendern muss die ,,Fernsehwerbung (...) zwischen den einzelnen
Sendungen eingefügt werden. (...)". (RStV § 44 Abs. 2) Außerdem kann ein
Programm, dass zur Unterhaltung dient, ausgenommen Kinderprogramm, und
länger als 45 Minuten dauert einmal durch eine Werbeinsel unterbrochen werden.
Eine weitere Unterbrechung ist jeweils zulässig, wenn das Programm einen oder
mehrere weitere Zeiträume über 45 Minuten zuzüglich 20 Minuten umfasst. Für
Nachrichten, Dokumentarfilme und ähnliches gilt dies bereits ab 30 Minuten
Programmdauer. (vgl. RStV §§ 44ff)
2
1.2 Basisdaten zur Werbung im deutschen Fernsehen
Rund 33 Millionen Haushalte in Deutschland haben mindestens ein
Fernsehempfangsgerät. Insgesamt verbringen die Fernsehzuschauer
durchschnittlich 190 Minuten, die über 14 Jährigen sogar 203 Minuten, pro Tag
vor dem Bildschirm. 90, 2 % nutzen ihre Freizeit mehrmals pro Woche zum
Fernschauen (vgl. ARD.de: Medien Basisdaten)
Dem entsprechend hat die werbetreibende Wirtschaft auch ein Hauptaugenmerk
auf die Bewerbung ihrer Produkte im Fernsehen gelegt. Im letzten Jahr betrugen
die TV-Werbeumsätze 7,5 Milliarden und hatten damit den größten Anteil (44,4
%) an den 17 Milliarden , die insgesamt 2001 für Werbung ausgegebene worden
sind.
Marktanteile der Sender am TV-Werbeaufwand
2001
2000
Sender
T
MA in %
T
MA in %
RTL
2.159.847 28,5
2.176.472 27,3
SAT.1
1.494.824 19,8
1.656.231 20,8
Pro Sieben
1.527.474 20,2
1.518.996 19,0
RTL II
468.999
6,2
495.162
6,2
VOX
307.117
4,1
296.012
3,7
Kabel1
414.291
5,5
415.837
5,2
Super RTL
185.011
2,4
168.000
2,1
DSF
206.810
2,7
201.555
2,5
N-TV
91.542
1,2
134.808
1,7
NEUN LIVE*
12.010
0,2
172.653
2,2
MTV
113.372
1,5
136.325
1,7
VIVA
147.276
1,9
101.150
1,3
ARD
229.714
3,0
272.343
3,4
ZDF
194.566
2,6
232.255
2,9
N24*
13.545
0,2
0
0,0
* = N24 wird seit Januar 2001 erfasst
Total
7.566.397 100,0
7.977.801 100,0
* = NEUN LIVE seit dem 01.09.2001, vorher tm3
3
2. Determinaten des TKP
Vergleich zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernseh-Anbietern
Diese gewaltige Mengen an Geldmitteln, die jedes Jahr in die Fernsehwerbung
gesteckt werden, sollen natürlich mit dem größtmöglichen Erfolg eingesetzt
werden.
Um das gewünschte Ergebnis, nämlich eine wirtschaftliche und effektive
Bewerbung seines Produktes zu erreichen, muss der Werbetreibende die Schaffung
eines möglichst hohen Bekanntheitsgrades gegen die Wirtschaftlichkeit der
Werbeunternehmung abwägen.
Er muss sich entscheiden, auf welchem Sender, zu welcher Uhrzeit, zu welchem
Tarif die Werbung für welche Zielgruppe geschaltet werden soll
Mittels des sogenannten Tausender-Kontakt-Preis (TKP) wird die
Wirtschaftlichkeit eines Werbeprogramms bestimmt. Es wird immer ein möglichst
niedriger TKP angestrebt.
Unter dem TKP versteht man den Kostenaufwand, den der Werbetreibende
betreiben muss, um mit der jeweiligen Platzierung eines beispielsweise 30-
sekündigen Spots innerhalb eines bestimmten Werbeblocks 1000 Fernsehzuschauer
einer Zielgruppe zu erreichen.(
vgl. TV-Werbung für Einsteiger, S.41
)
Tarif für
einen
30-Sekunden-TV-Spot
x
1000
=
TKP
durchschnittliche Sehbeteiligung
während
des
Werbeblock
So ist jeder TKP von zwei Faktoren abhängig:
- von der vom Sender bestimmten Tarifgruppe des jeweiligen Werbeblocks
- der ermittelten Sehbeteiligung (Einschaltquote)
Ist also die durchschnittliche Sehbeteiligung eines Programms und eines damit
verbundenen Werbeblocks sehr hoch, dann ist der Werbeaufwand pro Tausend
Zielpersonen geringer als bei einer niedrigen Sehbeteiligung.
Natürlich fällt bei einem niedrigeren Sende-Tarif für die Ausstrahlung des
jeweiligen Spots der TKP geringer aus.
4
Die Schaltungskosten und die Ermittlung der Sehbeteiligung ist wiederum durch
eine Vielzahl weiterer Kriterien bedingt.
2.1 Unterscheidung der Zeitschienen
Bei der Zeit-Planung für den Einsatz eines Werbespots ist die Sendezeit und das
Programmumfeld zu bedenken. Zwar liegen auf den sogenannten Zeitschienen, den
täglichen zeitlich gleichen Programmabläufen, die sich horizontal über das
Sendeschema einer Woche erstrecken, immer die selben Tarife für eine
Spotaustrahlung. Es ändern sich die Werbepreise aber während des vertikalen
Ablauf des Sendeschemas, also innerhalb des Ablaufs eines Tages. Manche Sender
haben bis zu 60 verschiedene Tarifgruppen.
Sendeschema mit 30-Sekunden*-Werbepreisen
Sendeschema mit 30-Sekunden-Werbepreisen
für ein Werktag im Januar 2002 auf ARD (in )
für ein Werktag im Januar 2002 auf ZDF (in )
37500
29400
* nur 20sek.
24990
22650
22650
20850
20850
23400
21770
18300
12450
12750
10800
10800
7050
8100
6000
l
.
hr
T
hr
hr
hr
hr
hr
hr
hr
hr
i
(1)
i
(2)
(1)
(2)
l
iege
eis)
orts.
etter
etter
F
16:58
18:24
erien
19:17
19:48
heute
O
O
W
19:53
19:59
uizshow
alo D
rim
rim
W
IS
I
S
rog.w
arienhof
18:49
S
K
K
agesschau
17:53
M
agesschau
Q
16.59 U
17.50 U
18.20 U
18.55 U
heute-U
18.59 U
19.19 U
19.25 U
W
19.50 U
W
T
erien F
S
T
erbotene Liebe
18:21
(P
Quelle: ARD Werbe-Preise 2002
V
heute / H
Sendeschema mit 30-Sekunden-Werbepreisen
Sendeschema mit 30-Sekunden-Werbepreisen
für ein Werktag im Januar 2002 auf RTL (in )
für ein Werktag im Januar 2002 auf RTL II (in )
27300
25800
25800
4650
4650
17100
15600
3390
11100
12300
12300
12300
2460
1800
960
ns
ns
Z
Z
TL
TL
17:10
anny
ueens
18:10
ueens
18:40
i
nchan
19:10
17:20
17:35
17:55
18:10
18:25
ZS
ZS
S
xclusiv
18:40
19:45
xplosiv
19:25
G
G
er und...
17:40
m
i
e N
nter U
nter U
E
L aktuel
19:05
E
ragonbal Z
19:40
ragonbal Z
D
U
U
bend R
bend R
T
D
D
R
i
ng of Q
i
ng of Q
K
K
uten A
uten A
uf schlim
A
G
G
Jeder Sender zeigt in dem betrachtetem Zeitraum von 16:55 Uhr bis 20:00 Uhr
über die einzelnen Zeitschienen und den darauf liegenden Werbeinseln hinweg
5
eine ähnliche Tendenz bezüglich der Werbepreise: In Richtung Abendprogramm
steigen die Preise.
Bei RTL beispielsweise liegt der Sendetarif für einen Werktag im Januar 2002
nach der ersten Daily Soap vor ,,Guten Abend RTL" bei 15.600,- für 30
Sekunden Werbezeit auf der 17:55 Uhr Werbeinsel.
Bei einem Vergleich ist zu beachten, dass im Gegensatz zu den Privatsendern die
öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten wie bereits oben erwähnt aus rechtlichen
Gründen nur bis 20.00 Uhr und auch nur 20 Minuten an Werktagen konventionelle
Werbespots senden dürfen.
2.2 Saisonale Schwankungen der Preise
Als ein weiteren Faktor, der den an den Sender zu entrichtenden Tarif und damit
den TKP beeinflusst, muss man den Zeitraum betrachten, in dem der Spot
geschaltet werden soll. Die Tarife, die die Fernsehsender für die Ausstrahlung von
Werbeprogrammen erheben, variieren über das ganze Jahr.
30-Sekunden-Preise 2002 für den 18:20-Uhr-Block (in )
29430
29430
ARD
29430
24930
ZDF
22650
22650
RTL
21510
22650
19260
18120
VOX
15870
15750 15750
14250 14760
15870
12750
14250
13050
14160
14250
12750
15240
14160
15240
11430
12660 10320 9000 9000 12750
12750
10080
9000 8250 8250
1860 2100 2700 2580 2310 1890 1500 1500 2400 2790 2790 2580
r
r
i
r
ua
ril
st
er
Ma
Juni
Juli
gu
Janua
br
Ap
tober
Fe
Au
ptembe Ok
vember
Se
No
Dezemb
Quellen: Das Erste am Vorabend Preisliste 2002 ; ZDF Werbe Preise 2002 ; IP/RTL Pr
eise 2002
Bei RTL beispielsweise beginnt ein 30-Sekünder im Januar 2002 mit 10.080,-
pro Schaltung auf der 18:20 Werbeinsel, steigt dann bis im März auf 14.760,- ,
fällt danach wieder immer weiter ab, bis mit 8250,- im Juli/August ihren
Tiefststand erreicht. Ab September steigen die Gebühren für Werbekunden wieder,
6
bis sie im Oktober/November ihren Höchststand haben. In Richtung
Weihnachtszeit fallen die Preise wieder.
Im Vergleich dazu kann man bei ARD und ZDF eine ähnliche Preisstaffelung
erkennen, wenn auch bei ARD die Werbepreise im 18:20h-Bereich erheblich höher
sind.
30-Sekunden Werbezeit kosten im Januar bereits 19.260,- und werden bis März
teurer bis 25.930,- . Dann fällt der Tarif stetig bis August auf 15.870,- , um dann
im September wieder zu steigen , bis er für den Zeitraum Oktober bis Dezember
den teuersten Stand, mit 29.430,- für eine halbe Minute haben.
Sowohl für das private, als auch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen gilt:
Die Sender reagieren ohne Unterschied auf die Osterzeit und auf Herbst bis
Weihnachten, wenn die Zuschauer vermehrt an den Fernsehempfängern in ihren
warmen Stuben bleiben, mit erhöhten Preisen. Das selbe gilt für das sogenannte
Sommerloch, bei dem die Zuschauer wegen des guten Wetters und Sommer-
Urlaubs-Saison seltener einschalten und die Sender dies mit Preissenkungen
ausgleichen müssen.
7
2.3 Sonder-Werbeformen
Neben den konventionellen Werbespots innerhalb der normalen Werbeinseln
bieten die TV-Sender als Innovation zusätzlich Sonderwerbeformen an. Diese
werden meistens an für die Werbetreibenden attraktiven Stellen mit der Aussicht
auf besonders viele Kontakte im Tagesprogramm wie beispielsweise direkt vor
Blockbuster-Spielfilmen oder sogar innerhalb angesagter Serien oder Sportevents
platziert . ,,Special Ads werden immer stärker nachgefragt. (...) Die klassischen
seien (laut der Media-Agentur IP) ,Business Class′, die Special Ads dagegen ,First
Class′." (IP: TV-Werbung für Einsteiger S.32)
2.3.1 TV-Sponsoring
Die klassische Sonderwerbeform ist das Sponsoring. Bei dieser wird
beispielsweise exklusiv vor einer Fußballspielübertragung, die hohe
Zuschaltquoten verspricht, das Produkt eines Werbekunden ausserhalb eines
üblichen Werbeblocks präsentiert. Meist wird dieses Produkt nochmals auch
innerhalb und direkt als einziger Werbebeitrag nach der gefeaturerten
Fernsehsendung beworben.
Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt des TV-Sponsoring ist, dass dieses auch
die Öffentlich-Rechtlichen als Werbeform nach der 20-Uhr-Werbe-Sperre anbieten
dürfen.
Die Preise bei ARD und ZDF sind im Einzelfall Verhandlungssache, da ,,die
Preiskalkulationen sehr entscheidend auf die zu erwartenden Reichweiten und
Zielgruppen ab(heben), ebenso wie auf Programmplätze und die Qualität der
Programme selbst." (ARD Sales & Services)
Bei RTL, RTL II und VOX errechnet sich der Preis pro geschaltetem 7-Sekünder
,,aus dem Sekundenpreis eines 30´´-Spot x 7 Sekunden +
mindestens
20 %
Aufschlag für die Exklusivstellung" (IP/RTL Werbepreise 2002 S.25)
8
2.3.2 Weitere Sonderwerbeformen
Die neueste Form der ,,Special-Ads" werden direkt in das Fernsehprogramm
integriert.
Beim Logo-Morphing verwandelt sich beispielsweise das Sender-Logo in das eines
Werbetreibenden. Beim Abspann-Spot werden die redaktionellen Informationen
auf einen schmalen Streifen komprimiert, während der Rest des Bildschirms mit
einer 20 bis 30-sekündigen Werbeinsel belegt ist. Ähnlich wird auch beim
Splittscreen der Bildschirm geteilt, mit dem Unterschied, dass dies inmitten des
laufenden Programms geschieht. So erreichte RTL mit dem Einsatz von
,,Splittscreen-Werbeinseln in der Formel 1 in der Saison 2000 fast 20 Prozent mehr
Männer zwischen 14 und 49 Jahren (...) als die Werbeblöcke im Vollbild." (IP:
TV-Werbung für Einsteiger S.33) Tarife für diese erhöht-kontakt-trächtigen
Werbeinseln beruhen auf Verhandlungsbasis, sind aber auf jeden Fall mindestens
25% höher als die konventionellen Werbetarife. Die Öffentlich-Rechtlichen bieten
diese Formen der Sonder-Werbung nicht an.
Anderes gilt jedochbei der Verwendung von Werbeuhren. Bereits 1963 zeigte das
Zweite Deutsche Fernsehen vor seinen Abend-Nachrichten eine mit
Werbebotschaften belegbare Werbeuhr. Diese ,,beginnt um 18.59′30, also 30
Sekunden vor der
"heute"-Nachrichtensendung
.
Dann steht oder bewegt sich die
Werbung 20 Sekunden klang mit der ZDF-Uhr im linken oberen Bildschirmteil."
(Treffpunkt ZDF) Für den festen Buchungszeitraum von mindestens 6 Tagen, muss
der Werbekunde durchschnittlich ca. 152.200,- aufwenden. Die ARD bietet
ebenfalls vor ihrem Nachrichten-Dauerbrenner ,,Tagesschau" eine ,,Best-Minute"
mit Uhreinblendung in der 3 Werbespots á 20 Sekunden für jeweils 29.400,- im
Jahresdurchschnitt. ,,Die Nachrichtenkombi soll vor allem junge, männliche,
berufstätige, höher gebildete und kaufkräftige Hörer erreichen. Bei den
Erwachsenen ab 14 Jahren erzielt die Nachrichtenkombi eine Bruttoreichweite von
bis zu 4,3 Millionen Erwachsenen." (w&v online 05.02.01) Auch RTL, RTL II und
VOX bieten einen über einen Rahmen harmonisch in das Design der
Nachrichtensendung eingebetteten Platz, den sogenannten ,,News-Watch" (IP: TV-
Werbung für Einsteiger S. 40), für eine 20-sekündige Werbung mit erhöhter
Reichweite und Tarif.
9
2.4 Rabatte
Ein den TKP-Aufwand reduzierender Faktor ergibt sich für den Werbetreibenden
erst nach der Ausstrahlung seines TV-Spots. Die Sender gewähren nämlich ihren
Kunden Rabatte und Preisnachlässe, gestaffelt nach dem jeweiligen Umsätzen
innerhalb eines Jahres. Auch hier gilt der Grundsatz, je höher das Umsatzvolumen,
desto größer der Preisnachlass.
Dieser Rabatt wird dem Kunden als Gutschrift für zusätzliche Ausstrahlungen des
jeweiligen Spots angerechnet.
RTL Rabattstaffel für Werbespot 2002
Jahresumsatz
Rabatt
Jahresumsatz
Rabatt
in T ab
in %
in T ab
in %
1.000 0,5
8.000 8,0
1.500 1,0
9.000 9,0
2.000 1,5
10.000 10,0
2.500 2,0
12.000 10,5
3.000 2,5
14.000 11,0
4.000 3,5
16.000 11,5
5.000 4,5
18.000 12,0
6.000 6,0
20.000 12,5
7.000 7,0
Quelle: IP / RTL Preise 2002
ZDF Rabattstaffel 2002
Jahresumsatz
Rabatt
Jahresumsatz
Rabatt
in T ab
in %
in T ab
in %
400 1,0
4.000 9,0
500 1,5
5.000 12,0
750 2,0
8.000 15,0
1.000 3,0
10.000 20,0
1.500 4,0
20.000
n. V.
2.000
5,0
Quelle: Treffpunkt
ZDF
Hier fällt auf, dass im direkten Vergleich ZDF wesentlich höhere Rabatte erteilt.
Das mag damit zusammen hängen, dass die Werbekunden gar nicht soviel
Werbung in dem 20 Minuten-Fenster bei einem öffentlich-rechtlichen Sender
unterbringen und schnell hohe Summen umsetzen können.
10
2.5 Sehbeteiligung eines Tages
Durch die Sehbeteiligung wird die durchschnittliche Reichweite des Programms
oder des Werbeblock ermittelt. Sie ist der zweite wichtiger Faktor zur Berechnung
des Tausender-Kontakt-Preis.
Im letzten Jahr, wie auch in den Jahren zuvor, fällt die Sehbeteiligung
Frühmorgens bzw. Vormittags eher gering aus. Erst ab Mittags lässt sich eine
Steigerung in allen Zielgruppen bemerken. Mit Beginn des Vorabendprogramms
lässt sich dann eine starke Steigerung besonders in der werberelevanten Gruppe
der 14-49 Jährigen verzeichnen. Die Boomphase mit 35 % der 14-49 Jährigen
beziehungsweise 58% bei der Gesamtheit der Zuschauer wird gegen 21:45 Uhr,
dem Ende der meisten Abend-Hauptfilme, erreicht. Danach fällt die Sehbeteiligung
stark ab. (vgl. AGF TV-Forschung)
Sehbeteiligung im Tagesablauf 2001 in %
Quelle: AGF/ GfK Fernsehforschung, pc#tv
Obligat für die Ermittlung des korrekten TKP muss die Zapping-Quote, der Anteil
der Zuschauer, die während einer Werbeunterbrechung wegschalten, rausgerechnet
werden.
Mittels des Marktanteils wird der relative Anteil der Sehdauer einer Sendung
und/oder eines Werbeblocks auf einem bestimmten TV-Sender in einem
festgelegten Zeitintervalls an der Gesamtsehdauer aller Programme zum jeweiligen
Zeitintervall angegeben.
11
2.6 Marktanteile der deutschen Fernsehsender
Mit seinem tagesdurchschnittlichen Marktanteil von 17,9 % führt RTL die
Beliebtheitsskala bei der Zielgruppe der 14-49 Jahre alten Zuschauer an. Die
öffentlich-rechtlichen Sender ARD (9 %) und ZDF (7,8 %) können nicht mal
zusammen diese Quote erreichen. Wenn man aber nur das Vorabendprogramm von
17:00-20:00 Uhr betrachtet, holen diese auf und können zusammen sogar 19,7 %
erreichen.
durchschnittliche Marktanteile 2001 14-49 Jährige
zu verschiedenen Zeitabschnitten in %
20,2
20,0
17,9
17,8
RTL
SAT.1
Pro Sieben
13,3
12,7
13,0
13,3
ARD
11,7
11,4
12,2
12,2
10,8
9,7
ZDF
9,5
9,0
8,9
8,9
RTL II
7,8
8,3
VOX
5,7
6,1
5,3
5,9
4,9 4,9
4,3
4,4
Kabel1
4,3
3,8
4,0
4,2
2,4
2,9
2,5
2,3
Super RTL
3.00-3.00h
17.00-20.00h
19.00-23.00 17.00-23.00
h
Quelle: IP Deutschland
Betrachtet man aber jetzt die Gesamtgruppe aller Zuschauer, auch die ab 50 Jahre,
ändert sich der Marktanteil doch sehr zu Gunsten der Öffentlich-Rechtlichen.
durchschnittliche Marktanteile 2001
alle Zuschauer in %
14,7
RTL
13,9
13,2
SAT.1
Pro Sieben
10,1
ARD
8,0
ZDF
RTL II
5,0
4,0
VOX
3,1 2,8
Kabel1
Super RTL
Quelle: IP Deutschland
12
So können ARD jetzt 13,9 % und ZDF 13,2 %, zusammen also über
27 %, Markanteil für sich verbuchen. Nur RTL hält weiterhin mit 14,7 % die
Spitzenposition. Erst viel später folgen die beiden Sender ProSieben mit 10 % und
danach SAT.1 mit 8,0 %. Die anderen Privatsender bewegen sich alle unterhalb der
5 %-Marke
So auch eine Emnid-Studie, der ,,zufolge (...) ARD und ZDF vor allem von
Personen in einem Alter von mehr als 50 Jahren genutzt" werden. (FAZ 14.11.98
S.15)
So geht ein beträchtlicher Teil der 14-49 Jährigen für das Erste und Zweite
Programm und deren Werbekunden verloren.
,,Noch nicht einmal 20 Prozent dieser Altersgruppe schalten zumindest
gelegentlich von den Privaten auf die öffentlich-rechtlichen Programme um."
(FAZ 14.11.98 S.15)
13
2.7 Betrachtung der TKPs von 2001
Betrachten wir die Tausender-Kontakt-Preise des Jahres 2001.
Es fällt sofort auf, dass die beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD mit
31,58 und ZDF mit 31,19 die höchsten TKPs in der Zielgruppe der 14-49
Jährigen im Jahresdurchschnitt 2001 aufwiesen.
Auf RTL, SAT.1 und ProSieben ließen sich die werberelevanten Zielpersonen
bereits wesentlich günstiger erreichen (RTL: 19,63 ; SAT.1 19,67 ; ProSieben:
20,58 ). Als geradezu preisgünstig erwiesen sich RTL II mit15,90 , VOX mit
13,26 oder auch Kabel1 mit 13,60 für eintausend Kontakte.
TKP 14-49 Jährige, Mo.-So. in
31,58
31,19
19,63
19,67
20,56
15,90
13,26
13,60
LT
.1
D
T
R
DF
II*L
OX
T
abel1
R
Z
K
SA
V
R
Quelle: IP Deutschland
ProSieben
A
Die hohen TKPs bei den beiden Öffentlich-Rechtlichen lassen sich damit erklären,
dass diese weit hinter den drei großen Privatsendern RTL, SAT.1 und ProSieben in
der Gunst der werberelevanten Zielgruppe stehen.
Hohe Tarife und ein geringere Anzahl von Zuschauern ergeben, in Formel zur
Ermittlung des TKP eingesetzt, hohe Kosten für den Kontakt mit den Zuschauern
im Ersten und Zweiten Deutschen Fernsehen.
Wenn wir jetzt auch noch die Zuschauer ab 50 Jahren berücksichtigen, ändert sich
die TKP-Situation immens.
14
TKP ab 14-Jährige, Mo.-So. in
16,01
11,76
10,67
9,84
9,67
8,18
5,83
5,92
L
F
1
T
.1
D
X
T
R
D
IIL
O
T
abel
R
Z
K
SA
V
R
Quelle: IP Deutschland
ProSieben
A
Der Preis von 9,67 für eintausend Kontakte in dieser Gesamt-Zielgruppe beträgt
bei ARD nicht einmal mehr ein Drittel des der vorigen Gruppe. Beim ZDF ist es
noch drastischer. Hier schlägt der durchschnittliche TKP nur noch mit 5,83 zu
Buche. Bei den Privatsendern, die mehr jüngeres Publikum an sich binden können,
fällt die Erweiterung der Zielgruppe bei Weitem nicht so sehr ins Gewicht. Bei
RTL und SAT.1 fallen zwar die TKPs um in etwa die Hälfte auf 10,67 bzw. auf
9,84 , dafür bei ProSieben und RTL II um knapp 4,- auf 16,01 bzw. auf
11,76 .
15
3. Schluss Abwägung zwischen privaten und öffentlichrechtlich TV-Sendern
Es ist also für den Mediaplaner gar nicht so einfach den oder die richtigen Sender
für seine Werbekampagne ausfindig zu machen, um seine drei Ziele hohe Affinität
in der Zielgruppe, hohe Reichweite und ein niedriger Tausender-Kontakt-Preis zu
erreichen.
Es ist immer wichtig, die richtigen Sender für die gewünschte Zielgruppe zu
finden.
Um die Zuschauer aller Alterstufen zu erreichen liegen auch ARD und ZDF gut im
Rennen.
Wenn es aber auf Kontakte in der wichtigsten Zielgruppe, nämlich der 14-49
Jährigen, ankommt, dann ist man bei Privatsendern bei Weitem besser aufgehoben,
als bei Öffentlich-Rechtlichen. Zusätzlich erschwerend für die Öffentlich-
Rechtlichen wirkt sich außerdem die 20-Uhr-Sprerre für konventionelles
Werbefernsehen.
Das Erste und das Zweite Deutsche Fernsehen müssen aufpassen, dass die Ihnen
vielmals vorgeworfene Überalterung des Publikums nichtzusätzliche Einbussen
ihrer Werbeeinnahmen kostet.
16
Literaturverzeichnis
- Rundfundstaatsvertrag RStV vom 09.01.01
- Volker Nickel: Mehrwert Werbung: Verlag Edition ZAW, Bonn 1999
- IP Deutschland GmbH: TV Werbung für Einsteiger: Edition IP August 2001
- GfK-Wirtschaftswoche: Werbeklima-Studie I/2002 mit Nachbefragung 10/2001
- Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), 14. November 1998, Nr. 265, S. 15
- RTL, RTL II, VOX, SuperRTL Preise 2002 Edition IP 2001
- ARD Werbung SALES & SERVICES GmbH: Sales TV / Services / Media
Perspektiven: http://www.ard-werbung.de (18.04.02)
- Treffpunkt ZDF: Werbetarife / Zahlen, Daten Fakten: http://werbung.zdf.de
(20.04.02)
- w&v online: Newsarchiv:
www.wuv.de/servlet/wuv/news/archiv_newsdisplay.html (18.04.02)
- Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung: TV-Daten: http://agf.de/daten (19.04.02)
- IP Deutschland Cool Club Geschäftspartnerbereich: IP Studie 2001:
http://coolclub.de (05.04.02)
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