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Das Peiniger-Opfer-Verhältnis in Mary Shelleys Frankenstein

Hausarbeit, 2001, 22 Seiten
Autor: Carmen Trappenberg
Fach: Anglistik - Literatur

Details

Veranstaltung: Hauptseminar: Frankenstein - Text und Film
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Englisches Seminar)
Tags: Peiniger-Opfer-Verhältnis, Mary, Shelleys, Frankenstein, Hauptseminar, Frankenstein, Text, Film
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 22
Note: Gut
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V10809
ISBN (E-Book): 978-3-638-17141-0

Dateigröße: 240 KB


Textauszug (computergeneriert)

Das Peiniger-Opfer-Verhältnis in Mary Shelleys Frankenstein

von Carmen Trappenberg


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 3

II. Die Entwicklung des Peiniger-Opfer-Verhältnisses 
in der Gattungsentwicklung 3

A. Der archetypische Schurke 5

B. Das reversible Peiniger-Opfer-Verhältnis 6

III. Das Peiniger-Opfer-Verhältnis 
von Frankenstein und seiner Kreatur 7

A. Victor Frankenstein 8

B. Frankensteins Kreatur 11

C. Das Doppelgängermotiv 
bei Frankenstein und seiner Kreatur 15

IV. Schlußzusammenfassung 19

V. Literatur 20



I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt das Peiniger-Opfer-Verhältnis in Mary Shelleys Frankenstein. Der Roman erschien erstmals 1818 in London und kam 1831 in einer von der Autorin überarbeiteten Neuauflage erneut auf den Markt. Die hier verwendete Ausgabe ist eine Neuauflage der Edition von 18311. Aus der benutzten Sekundär-Literatur sind insbesondere die Arbeiten von Ingeborg Weber hervorzuheben2, die die Thematik ausführlich behandeln. Als weitere Informationsquellen dienten die Vorlesung „Der englische Schauerroman“ sowie das Hauptseminar „Frankenstein: Text und Film“ von Frau Prof. Dr. Ingeborg Weber im Sommersemester 2001 an der Ruhr-Universität- Bochum. Im Folgenden soll zunächst ein Überblick über die Entwicklung des Peiniger- Opfer-Verhältnisses im englischen Schauerroman gegeben werden. Danach sollen die Charaktere von Victor Frankenstein und dem Monster daraufhin untersucht werden, inwiefern ihre Rollen dem Schema des Peinigers bzw. des Opfers entsprechen. Schließlich wird ihre wechselseitige Beziehung zueinander unter Berücksichtigung des ,Doppelgängermotivs′ untersucht.

II. Die Entwicklung des Peiniger-Opfer-Verhältnisses in der Gattungsentwicklung

Der erste Schurke des gotischen Romans begegnet dem Leser in Horace Walpoles Roman Castle of Otranto, der 1764 das Genre des Schauerromans einleitete. Im Allgemeinen wird die Gattung der Gothic novel in zwei Phasen unterteilt, die Phase der sogenannten “Terror School“ und die der “Horror School“. Die “Terror School“ nimmt mit Walpoles o.g. Roman 1764 ihren Anfang und reicht bis 1796. Weitere populäre Vertreter dieser Periode sind Clara Reeves The Old English Baron von 1778, William Beckfords 1786 entstandener Roman Vathek sowie Ann Radcliffes The Mysteries of Udolpho von 1794. Folgende Charakteristika zeichnen diese erste Phase der Gothic novel aus: Zum einen wird das weibliche Opfer von seiner Unschuld davor geschützt, ernsthaft von dem Schurken bedroht zu werden. So bleibt das von seinem Peiniger verfolgte Opfer unversehrt und kommt meist mit dem Schrecken davon. Zum anderen wird ganz klar zwischen Gut und Böse unterschieden, es herrscht eine „Schwarz-Weiß-Moral“3, die eindeutig definiert, wer Täter und wer Opfer ist. Dieses geradlinige Peiniger-Opfer-Verhältnis bleibt vom Anfang bis zum Ende des Romans der ersten Phase so bestehen. Des Weiteren [...]


1 Mary Shelley, Frankenstein; or The Modern Prometheus; edited by Maurice Hindle (Penguin Books, 1992; 11818).

2 Ingeborg Weber, Der englische Schauerroman. Eine Einführung (München und Zürich, 1983).
--- , „Leser und Schurke: Überlegungen zur Gothic Novel“, Trierer Studien zur Literatur. Bd. 7 (Bern und Frankfurt a.M., 1983), S. 241-252.
--- , „,Doch einem anderen mag es gelingen‘: Unvergeßlicher, unverbesserlicher Frankenstein“, Mary Shelleys „Frankenstein“. Text, Kontext, Wirkung, Günther Blaicher (Hg.), Studien zur englischen Romantik, Bd. 8 (Essen, 1994), S. 12-24.

3 Weber, „Frankenstein“, S. 17.

4 Weber, Der englische Schauerroman, S. 79.


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