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Vom natürlichen Monopol zum regulierten Wettbewerb - Der Briefdienst der Deutschen Post

Diploma Thesis, 2001, 60 Pages
Author: Claudia Krengel
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2001
Pages: 60
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V10882
ISBN (E-book): 978-3-638-17187-8

File size: 180 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Paderborn
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Diplomarbeit

Vom natürlichen Monopol zum regulierten Wettbewerb
- der Briefdienst der Deutschen Post -

eingereicht von

Claudia Krengel

beim
 Lehrstuhl für Regionalökonomie,
Konzentration und Wettbewerb, Ressourcenökonomie

November 2001

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1

2. Die Entwicklung der Post: von der Entstehung bis zum bundeseigenen Unternehmen ... 4
2.1 Die Geschichte der Post in Deutschland ... 4
2.2 Die Geschichte der Privatisierungsdebatte ... 6
2.3 Die jüngste Privatisierungsdebatte ... 9
2.4 Zusammenfassung ... 11

3. Die normative und die positive Theorie der Regulierung ... 12
3.1 Die normative Theorie der Regulierung ... 12
3.1.1 Das natürliche Monopol ... 13
3.1.1.1 Das Lehrbuchmodell: Der Einproduktfall ... 13
3.1.1.2 Das realistischere Modell: Der Mehrproduktfall ... 18
3.1.2 Contestable markets und sunk costs ... 24
3.1.3 Cross subsidization und cream skimming ... 28
3.2 Die positive Theorie der Regulierung ... 30
3.3 Zusammenfassung ... 36

4. Die Entwicklung der Post: vom bundeseigenen Monopol- unternehmen zur Aktiengesellschaft im regulierten Wettbewerb ... 38
4.1 Monopol versus Wettbewerb - Argumentationen ... 38
4.2 Die schrittweise Reform der Deutschen Bundespost ... 41
4.3 Der Stand der Regulierung in Deutschland ... 47
4.4 Zusammenfassung ... 48

5. Die Endstufe der Umgestaltung: funktionsfähiger Wettbewerb im Briefdienst ... 51

Literaturverzeichnis ... 54

1. Einleitung
Veränderungen bestimmen das Wirtschaftsleben zu jeder Zeit. Die derzeit wohl präsenteste Veränderung ist das Zusammenwachsen Europas. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Märkte und Wettbewerbsbedingungen. Immer wieder wird - und das nicht nur von Ökonomen - angemahnt, den Standort Deutschland im sich verschärfenden Wettbewerb zu sichern bzw. seine Wettbewerbsposition zu verbessern. In diesem Kontext wurde auch ein Potential an Effizienzsteigerungen (und Kosteneinsparungen) in der Privatisierung bundeseigener Unternehmen festgestellt, diskutiert und in den letzten Jahren umgesetzt.

Besondere Bedeutung hat in einer Volkswirtschaft der Postsektor als Grundlage des Wirtschaftslebens. Er ist Schnittstelle für alle Bereiche und sichert die Kommunikation. Traditionell gehört dieser Markt zu den am stärksten regulierten Wirtschaftssektoren. Gleichzeitig wird seine Leistungsfähigkeit seit langer Zeit als ungenügend angesehen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch der Postsektor in Deutschland eine Veränderung bzw. einen Wandel durchlebt nämlich die Privatisierung.

Der Postsektor umfasst drei Postmärkte, auf denen Transportdienstleistungen für schriftliche Mitteilungen (Briefe, Zeitschriften und Zeitungen) und Güter (Pakete) bis zu bestimmten Gewichtsgrenzen gehandelt werden. Auf den Märkten für schriftliche Mitteilungen werden die Beförderungsdienstleistungen mit wenigen Ausnahmen aufgrund eines gesetzlich definierten Monopols ausschließlich von der aus der Deutschen Bundespost hervorgegangenen Post AG angeboten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Postmarkt für Briefe bzw. mit dem Briefdienst der Deutschen Post AG - also einem bis heute weitestgehend monopolisierten Markt.

Bis vor wenigen Jahren bestand auf den europäischen Postmärkten kein Wettbewerb. Die Postunternehmen befanden sich im Besitz des Staates oder Landes, wodurch sie die Stellung eines Monopols inne hatten. Die Bürger des Landes - also die Kunden - bezogen die Postdienstleistungen bei einem Anbieter in gegebener Qualität zu einem fixen Preis. Wahlmöglichkeiten gab es keine.

Mit der Schaffung des europäischen Wirtschaftsraumes wurde und wird versucht, diesem Dilemma ein Ende zu setzen. Mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes wurde im europäischen Parlament auch die Öffnung der Postmärkte beschlossen. Nachdem die Privatisierung des Telekommunikationsmarktes weitestgehend vollzogen ist, steht nun der Postmarkt an.

Die Aufhebung des Monopols in Deutschland erfolgte, indem zunächst übergangsweise per Exklusivlizenz ein exakt abgegrenztes Monopol (wieder) hergestellt wurde, das im weiteren Verlauf wieder aufgehoben werden soll, um den Markt so dem freieren (aber nach wie vor regulierten) Wettbewerb auszusetzen. Die Regulierung des Postmarktes ist notwendig, da er einen Teil der volkswirtschaftlichen Infrastruktur darstellt.

In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, die Begriffe "Privatisierung" und "Regulierung" näher zu betrachten. Mit der "Privatisierung" ist die Überführung von Unternehmen aus der staatlichen in die private Hand gemeint. Diese Privatisierung kann nicht ohne weitere Eingriffe des Staates zumindest für eine Übergangszeit erfolgen, wie noch gezeigt wird. Mit anderen Worten: Der Staat privatisiert das bisher staatliche Monopol bzw. das staatlich regulierte (natürliche) Monopol, indem er es zunächst rereguliert, um es später zu deregulieren. Wird im Folgenden von Regulierung gesprochen, so ist die Regulierung für die Übergangszeit gemeint.

Aufbau der Arbeit
Im dem Abschnitt - "Die Entwicklung der Post: Von der Entstehung bis zum bundeseigenen Unternehmen" wird zunächst fragmentarisch die Geschichte der Post sowie die Geschichte der Privatisierungsdebatte in Deutschland, ihre Entstehung und Entwicklung, gezeigt. Implizit zeigen sich hier die mit der Marktform "Monopol" verbundenen Probleme, die im Unterabschnitt 2.3 nochmals explizit aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit dargestellt werden.

Um die vom Staat im Rahmen der Privatisierung vorgenommenen (Re-) Regulierungsmaßnahmen besser verstehen und auch beurteilen zu können (Abschnitt 4), wird in Abschnitt "Die normative und die positive Theorie der Regulierung" der theoretische Analyserahmen aufgezeigt.

Im Anschluss werden zunächst die Argumente, die für die Post als (natürliches) Monopol sprechen, entkräftet. Es wird die Situation in Deutschland anhand der bereits vollzogenen Reformschritte (Privatisierungsschritte), dem derzeitigen Bild des Monopolbereiches, also dem aktuellen Stand der Regulierung sowie der sich abzeichnenden und noch ausstehenden vollkommenen Marktöffnung unter bewertender Einbeziehung der vorangegangenen Abschnitte gezeigt.

[...]


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