Einsatz von µControllern in der KFZ-Technik

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Details
Autor: Michaela Stadtegger
Fach: Fahrzeugtechnik
Veranstaltung: Diplomprüfung HTL Kolleg für Elektronik
Institut: HTL Bulme Graz
Jahr: 2002
Seiten: 50
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1001 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-07548-5
In dieser Arbeit wird auf grundlegende Einsatzmöglichkeiten von µControllern im KFZ-Technik eingegangen. Am Beginn der Arbeit werden Unfallursachen, Unfallverhütung, Bewertungsmethoden der Fahrzeugführung sowie die am Fahrzeug wirkenden Kräfte behandelt. Anschließend werden die aktiven Sicherheitssysteme wie ABS - Antiblockiersystem, ASR Antischlupfregelung und ESP Fahrdynamikregelung näher erläutert.
Volltext (computergeneriert)
Höhere Technische Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt,
Graz-Gösting
Kolleg für Elektronik
Fachspezifische Arbeit aus:
Technische Informatik
Thema:
Einsatz von
Controllern in der KFZ-Technik
Semester 4 ANK
Reife- und Diplomprüfung
Haupttermin 2000/01
Vorgelegt von:
Michaela Stadtegger
Betreuer:
Dipl.-Ing. Ortmann Othmar
Fachbereichsarbeit aus TINF
µController im KFZ-Management
EINSATZ VON µCONTROLLERN IN DER KFZ-TECHNIK 3
1. Einleitung 3
1.1
Bewertungsmethoden 3
1.1.1
Fahrzeugführung 3
1.2
Kräfte am Fahrzeug 4
2. Überblick µC-Einsatz im Kraftfahrzeug 5
2.1
Unfallursachen Unfallverhütung 6
3. Sicherheitssysteme 8
3.1
Passive Sicherheitssysteme 8
3.2
Aktive Sicherheitssysteme 8
3.2.1
Antiblockiersystem - ABS 9
3.2.1.1 Aufbau 9
3.2.1.2 Arbeitsweise 10
3.2.1.3 ABS-Regelkreis 12
3.2.2
Antriebsschlupfregelung ASR 13
3.2.2.1 Aufbau 13
3.2.2.2 Arbeitsweise 15
3.2.2.3 Ausführungen 17
3.2.3
Fahrdynamikregelung ESP 18
3.3
Datenverarbeitung 20
3.3.1
Systemübersicht 20
3.3.1.1 Eingangssignale 20
3.3.1.2 Signalverarbeitung im Steuergerät 21
3.3.1.3 Ausgangssignale 22
3.4
Datenübertragung zu anderen Systemen 23
3.4.1
Systemübersicht 23
3.4.2
Konventionelle Datenübertragung 23
3.4.3
Serielle Datenübertragung (CAN) 24
3.4.3.1 Steuergerätekoppelung 24
3.4.3.2 Inhaltsbezogene Adressierung 25
3.4.3.3 Priorisierung 26
3.4.3.4 Busvergabe 26
3.4.3.5 Nachrichtenformat 26
3.4.3.6 Integrierte Diagnose 27
3.5
Anforderungen an die Fahrdynamikregelung 28
4. µC im Motormangement 29
4.1
Funktionsprinzip des 4-Takt Motors 29
5. Elektronik im Motor 30
5.1
Prinzip der elektronischen Motorsteuerung 32
5.1.1
Grundfunktion 34
5.1.2
Zusatzfunktionen 35
5.1.3
Drehmomentführung 35
5.1.3.1 Momentenkoordination 36
5.1.4
Fahrzeugmanagement 36
5.1.5
Diagnose 36
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µController im KFZ-Management
6. Fachteil µC PCB83C552 37
6.1
Analog/Digital-Wandler 37
6.2
I/O Timing 38
6.3
Analogausgänge 39
6.4
Watchdog 39
6.5
Kraftstoffeinspritzung 40
6.6
Verteilerlose Zündung 42
6.7
Ventilsteuerung 44
6.8
Sensoren 46
6.9
Motorlast 47
Quellennachweiß: 48
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Einsatz von µControllern in der
KFZ-Technik
1. Einleitung
In dieser Arbeit wird auf grundlegende Einsatzmöglichkeiten von µControllern im
KFZ-Technik eingegangen. Am Beginn der Arbeit werden Unfallursachen, Unfall-
verhütung, Bewertungsmethoden der Fahrzeugführung sowie die am Fahrzeug
wirkenden Kräfte behandelt. Anschließend werden die aktiven Sicherheitssysteme
wie ABS - Antiblockiersystem, ASR Antischlupfregelung und ESP Fahrdynamik-
regelung näher erläutert. Weiters wird näher auf die Datenverarbeitung der ESP-
Fahrdynamikregelung und zu anderen Systemen eingegangen. Anschließend folgt
das Kapitel ,,Elektronik im Kraftfahrze ug" wo unter anderem das Prinzip der
elektronischen Motorsteuerung, die Kraftstoffeinspritzung, die Ventilsteuerung usw.
beschrieben wird.
1.1
Bewertungsmethoden
1.1.1
Fahrzeugführung
Das Verhalten eines Fahrzeuges im Straßenverkehr wird durch verschiedene Einflüsse
bestimmt, die sich grob in drei Bereiche einteilen lassen:
Ø Fahrzeugeigenschaften,
Ø Verhalten, Leitungsvermögen und Reaktionsfähigkeit des Fahrers und
Ø umgebende Bedingungen.
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Die Bauweise und Auslegung eines Fahrzeuges beeinflussen dessen Bewegung und
Fahrverhalten. Das Fahrverhalten ist die Fahrzeugreaktion auf Fahrerhandlungen (Lenken,
Gasgeben, Bremsen) und auf Störungen von außen (Fahrbahnzustand, Wind usw.).
Gutes Fahrverhalten zeigt sich in der Fähigkeit, den Kurs exakt zu halten und damit die
Aufgabe eines Fahrers voll zu erfüllen.
Dabei hat der Fahrer die Aufgaben,
Ø seine Fahrt den Verkehrs- und Straßenverhältnissen anzupassen,
Ø die geltenden Gesetze im Straßenverkehr zu befolgen,
Ø der Fahrstrecke, gegebenen durch den Straßenverlauf, bestmöglich zu folgen und
Ø vorausschauend und verantwortungsbewusst sein Fahrzeug zu führen.
So gleicht der Fahrer die Fahrzeuglage und die Fahrzeugbewegungen immer wieder
einem subjektiv empfundenen Idealzustand an. Er regiert vorausschauend, handelt gemäß
seiner Erfahrung und passt sich so dem aktuellen Straßenverkehrsgeschehen an.
1.2
Kräfte am Fahrzeug
Auf ein Fahrzeug wirken unabhängig von seinem Bewegungszustand Kräfte ganz
verschiedener Art:
Einerseits handelt es sich dabei um Kräfte in Längsrichtung, z.B. Antriebskraft, Luft-
widerstand oder Rollreibung, anderseits um Kräfte in Querrichtung, z.B. Fliehkraft bei
Kurvenverhalten oder Seitenwind.
Diese Kräfte werden auf die Reifen (und schließlich auf die Fahrbahn) entweder von
oben oder von der Seite übertragen. Dies geschieht über
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Ø das Fahrgestell (z.B. Windkraft)
Ø den Motor,
Ø das Getriebe (Antriebskraft) oder über
Ø die Bremsanlage (Bremskraft).
In der anderen Richtung wirken die Kräfte von unten von der Fahrbahn aus auf die
Reifen und damit auf das Fahrzeug. Grundsätzlich muss die antreibende Kraft des
Motors damit sich das Fahrzeug überhaupt in Bewegung setzen kann alle Fahr-
widerstände (alle Längs- und Querkräfte) überwinden, die durch Fahrbahnlängs- und
Fahrquerneigung verursacht werden.
Für die Beurteilung der Fahrdynamik oder auch der Fahrstabilität eines Fahrzeugs
müssen die Kräfte bekannt sein, die zwischen den Reifen und der Straße wirken,
also über diese Kontaktflächen (auch ,,Reifenaufstandfläche" oder ,,Latsch" genannt)
übertragen werden.
Mit zunehmender Fahrpraxis lernt ein Autofahrer, immer besser auf diese Kräfte zu
reagieren: Sie sind für ihn sowohl bei Beschleunigungen und Verzögerungen als
auch bei Seitenwind oder Glätte spürbar. Bei sehr hohen Kräften, also sehr starken
Bewegungszustandsänderungen, sind diese Kräfte auch gefährlich (Schleudern)
oder zumindest deutlich durch quietschende Reifen vernehmbar und erhöhen den
Materialverschleiß.
2. Überblick µC-Einsatz im Kraftfahrzeug
Ein geradezu atemberaubende Entwicklung verzeichnet die Elektronik in der
Motorentechnik. Schon frühzeitig musste im Bereich der Gemischaufbereitung der
altbewährte mechanische Vergaser der elektronischen Einspritzung weichen. Bei der
Zündanlage waren die Auswirkungen ähnlich. Hier wurde der kontaktgesteuerte
Zündverteiler von der vollelektronischen Zündanlage ersetzt. Den nächsten Schritt
läutete der geregelte Dreiwege-Katalysator ein. Seine Wirkungsweise steht in unmit-
telbarer Abhängigkeit von der sogenannten ,,Lambda-Regelung". Denn der geregelte
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Dreiwege-Katalysator kann seiner Aufgabe nur in vollem Umfange nachkommen,
wenn ein optimales Mischungsverhältnis von Luft und Kraftstoff vorliegt. Damit dieses
Idealverhältnis der Techniker spricht von Lambda = 1 zustande kommt, steuert
eine Lambda-Sonde als Sensor die Gemischregelung. Parallel zur Lambda-
Regelung wurden in den vergangenen Jahren die elektronischen Funktionen der
Gemischaufbereitung und der Zündanlage vervielfacht. Ein intelligentes und
leistungsfähiges Motormanagement ist heute die Voraussetzung für akzeptable
Abgas- und Kraftstoffverbrauchswerte. Solche Systeme sind in der Lage, auf
elektronischem Wege Luft-, Kraftstoff- und Zündanlage in mehreren Regelkreisen mit
der Lambda-Regelung für die Abgaskontrolle zu vernetzen.
Wenn in den letzten 20 Jahren die Zahl der Straßenverkehrsunfälle mit Personen-
schäden trotz einer Verdoppelung der Verkehrsdichte gesunken ist, so ist dies auf
die ständigen technischen Verbesserungen im Kraftfahrzeug zurückzuführen.
Mit der Fahrdynamikregelung ESP, elektronisches Stabilitätsprogramm oder DSC
Dynamisches Stabilitätsprogramm genannt, ist es gelungen, die Fahrsicherheit einen
weiteren Schritt voranzubringen. Die Verknüpfung der Funktionen ABS und ASR mit
den Bewegungsdaten des Fahrzeugs ermöglicht es, das Kraftfahrzeug in Grenz-
situationen zu stabilisieren und ungewolltes Ausbrechen oder Schleudern zu ver-
hindern.
Zusammengefasst sind ABS Antiblockiersystem, ASR Antischlupfregelung, ESP
Fahrdynamikregelung, Gurtstrammer und Airbag, Fahrgeschwindigkeitsregelung
(Tempomat), Boardcomputer, Diebstahlsicherung, Vierradlenkung, Allradsteuerung,
elektronische Wegfahrsperre (EWS), elektronische Getriebesteuerung, Navigations-
system und Klimaanlagen nur einige µC gesteuerte Systeme.
2.1
Unfallursachen Unfallverhütung
Im Straßenverkehr ist der überwiegende Teil aller Unfallursachen bei ,,Unfällen mit
Personenschaden auf personenbezogenes Fehlverhalten zurückzuführen. Dabei ist
eine nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.
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Weitere Ursachen sind:
Ø falsche Straßenbenutzung,
Ø Abstandsfehler,
Ø Vorfahrts-/Vorrangfehler oder
Ø falsches Abbiegen.
Der überaus größte Teil davon entfällt auf PKW-Fahrer. Technische Mängel wie Be-
leuchtung, Bereifung, Bremsen usw. bzw. fahrzeugbezogene Ursachen wurden in
nur geringem Maße registriert.
Andere vom Fahrer nicht beeinflussbare, unfallbezogene Ursachen (Wetter) waren
dagegen schon häufiger festzustellen.
Anhand dieser Fakten wird deutlich, dass die Sicherheitstechnik eines Fahrzeuges
(in besonderem Maße die dafür notwendige Elektronik) immer weiter verbessert bzw.
ergänzt werden muss, um
Ø den Fahrer in Extremsituationen bestmöglichst zu unterstützen,
Ø Unfälle zu vermeiden oder
Ø Unfallfolgen zu mildern.
In fahrkritischen Situationen gilt es deshalb, das Fahrzeugverhalten in Grenzbe-
reichen und extremen Fahrsituationen für den Fahrer ,,vorhersehbar" zu machen. Die
Erfassung verschiedener Parameter (Drehzahl der Räder, Querbeschleunigung,
Giergeschwindigkeit usw.) und deren elektronische Weiterverarbeitung in einem oder
mehreren Steuergeräten hilft, die Vorgänge in extrem kurzer Zeit durch geeignete
Maßnahme ,,beherrschbarer" zu machen.
Folgende Situationen oder Gefahren sind Beispiele für mögliche Erfahrungen mit
Grenzbereichen:
Ø verändernde Straßen-/Witterungsverhältnisse
Ø Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern,
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Ø Konflikte mit Tieren bzw. Hindernissen auf der Fahrbahn oder
Ø ein plötzlicher Schaden (geplatzter Reifen) am Fahrzeug.
3. Sicherheitssysteme
Auf die Fahrsicherheit im normalen Straßenverkehr gibt es viele Einflüsse:
Ø der Zustand des Kraftfahrzeuges (Ausrüstungsgrad, Reifenzustand,
Verschleißerscheinungen),
Ø die Wetter-, Straßen- und Verkehrsverhältnisse (z.B. Straßenbelag, Seitenwind
oder Verkehrsdichte) sowie
Ø die Qualifikation des Fahrers, also seine Fähigkeiten und seine Befindlichkeiten.
Aktive und passive Fahrsicherheitssysteme verbessern in hervorragender Weise die
Fahrsicherheit bezüglich des Fahrzeugs:
3.1
Passive Sicherheitssysteme
Die Systeme dienen dem Schutz der Insassen vor schweren Verletzungen. Sie senken die
Verletzungsgefa hr und mildern die Unfallfolgen. Ein Beispiel für passive Sicherheitsaus-
rüstung ist der Airbag, der die Insassen schützt, wenn ein Unfall trotz der aktiven Sicher-
heitssysteme nicht vermieden werden konnte.
3.2
Aktive Sicherheitssysteme
Diese Systeme helfen, Unfälle zu vermeiden und tragen damit vorbeugend zur Sicherheit
im Straßenverkehr bei. Beispiele für die aktiven Fahrsicherheitssysteme sind:
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Ø das Antiblockiersystem ABS
Ø die Antriebsschlupfregelung ASR und
Ø die Fahrdynamikregelung ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm).
Die Sicherheitssysteme stabilisieren das Fahrzeug in kritischen Situationen und erhalten
dabei dessen Lenkbarkeit.
3.2.1
Antiblockiersystem - ABS
Bei kritischen Fahrverhältnissen, wie nasser oder glatter Fahrbahn, schreckhafter
Reaktion des Fahrers oder Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer, kann es zum
Blockieren der Räder kommen, so dass das Fahrzeug nicht mehr lenkbar ist und ins
Schleudern geraten und/oder von der Fahrbahn abkommen kann. In einer solchen
Situation verhindert das Antiblockiersystem das Blockieren der Räder und stellt somit
die Lenkbarkeit des Fahrzeugs sicher und mindert die Schleudergefahr erheblich.
Auch in einem kritischen Fahr-/Bremszustand wie der Vollbremsung sind Aus -
weichmanöver dank ABS noch möglich, und Zusammenstöße können eher ver-
hindert werden.
3.2.1.1 Aufbau
Das Antiblockiersystem besteht aus folgenden Komponenten:
Ø Drehzahlsensoren,
Ø Steuergerät,
Ø Hydroaggregat,
Ø Radbremsen.
Drehzahlsensoren:
Die Drehzahlsensoren geben Signale an das Steuergerät
weiter, das die Radumfangsgeschwindigkeit bestimmt.
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Steuergerät:
ABS-Anlagen gibt es meist als 3- oder 4-Kanal-Systeme, da
2-Kanal-Sychrocontrollern, die die Information von je zwei
Rädern (Kanäle 1 und 2 bzw. 3 und 4) parallel verarbeiten und
die logischen Prozesse abarbeiten. Eine komplexe Reglerlogik
wandelt die Regelsignale zu Stellbefehlen für die Magnet-
ventiledes Hydroaggregates um.
Hydroaggregat:
Das Hydroaggregat setzt die Stellbefehle des Steuergerätes
um und steuert über Magnetventile den Radzylinder mit
optimaler Abbremsung, auch wenn bei Notbremsungen der
vom Fahrer vorgegebene Druck sehr viel höher ist. Es ist
zwischen dem Hauptzylinder und den Radzylindern ange-
ordnet.
Radbremsen:
Der vom Hydroaggregat übertragene Bremsdruck wirkt in den
Radbremsen als Spannkraft zum Anpressen der Bremsbeläge
an die Bremstrommeln bzw. Bremsscheiben.
3.2.1.2 Arbeitsweise
Das ABS regelt bei Vollbremsung den in die Betriebs-Bremsanlage einzusteuernden
Bremsdruck. Dies geschieht in den einzelnen Radzylindern in Abhängigkeit vom
Radschlupf und von der Radbeschleunigung bzw. der Radverzögerung.
Die Entwicklung der Digitalelektronik machte es möglich, die komplexen Vorgänge
beim Bremsen sicher zu überwachen und bei Bedarf in Bruchteilen einer Sekunde zu
reagieren. Dieses sehr flexible System, das eine Integration ohne Änderungen an der
Basis-Bremsanlage gestattet, arbeitet auf folgende Weise:
Bei eingeschalteter Zündung und beliebigen Fahrzeugstand erfassen Drehzahl-
sensoren an beiden Vorderrädern um am Hinterachsendifferenzial bzw. an allen vier
Rädern die Signale, die zur Errechnung der Radumfangsgeschwindigkeiten benötigt
und die an das Steuergerät weitergegeben werden. Erkennt das Steuergerät aus den
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empfangenen Signalen eine Blockiergefahr, steuert es im Hydroaggregat die Rück-
förderpumpe und die Magnetventile der betreffenden Räder an.
Jedes Vorderrad wird über ein ihm zugeordnetes Paar von Magnetventilen so be-
einflusst, dass es unabhängig von den übrigen Räder den bestmöglichen Beitrag
zum Bremsen leisten kann (Individualregelung). An der Hinterachse bestimmt das
Rad mit der kleineren Haftreibungszahl den gemeinsamen Druck in beiden Rad-
bremsen (Select-low-Prinzip). Hierdurch wird das Rad mit der größeren Haftreibungs-
zahl bei ABS geringfügig unterbremst. Als Folge davon ist der Bremsweg etwas
länger, was aber durch den Gewinn an Fahrzeugstabilität wieder aufgewogen wird.
Das Steuergerät schaltet die Magnetventile pro Rad in drei Verschiedene Zustände.
Erster Zustand:
Im ersten Zustand (stromlos) der beiden Ventile (Einlassventil
offen, Auslassventil geschlossen) werden Hauptzylinder und
Radzylinder miteinander verbunden; der Radbremsdruck kann
ansteigen.
Zweiter Zustand:
Im zweiten Zustand (Einlassventil bestromt und damit ge-
schlossen) wird der Hauptzylinder abgetrennt; der Radbrems-
druck bleibt konstant.
Dritter Zustand:
Im dritten Zustand wird zusätzlich noch das Auslassventil be-
stromt und damit geöffnet. Damit wird die Radförderpumpe ver-
bunden, so dass der Radbremsdruck sinkt.
Damit kann der Bremsdruck nicht nur kontinuierlich, sondern durch ein getaktetes
Ansteuern auch stufenförmig auf- oder abgebaut werden.
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3.2.1.3 ABS-Regelkreis
Abbildung 1
1 Hydroaggregat mit Magnetventilen
2 Hauptzylinder
3 Radzylinder
4 Steuergerät
5 Drehzahlsensor
Regelstrecke:
Fahrzeug mit Radbremse, Rad und Reibwertpaarung
Reifen/Fahrbahn
Störgrößen:
Fahrbahnverhältnisse, Bremsenzustand, Beladung des Fahr-
zeugs, Fahrmanöver und Bereifung (geringer Reifendruck, ab-
gefahrenes Profil)
Regler:
Drehzahlsensoren und ABS-Steuergerät
Regelgrößen:
Radumfangsverzögerung bzw. beschleunigung sowie
Bremsschlupf, die allesamt aus den Raddrehzahlen abgeleitet
werden
Führungsgröße:
Druck auf das Bremspedal
Stellgröße:
Bremsdruck
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Die Verarbeitung der einzelnen Regelgrößen hängt davon ab, ob z.B. die Räder mit
dem Motor gekoppelt sind oder nicht, oder ob die Fahrbahnoberfläche griffig oder
glatt ist. Bei bestimmten ABS-Ausführungen werden die Giermomentwirkung (durch
Bremsen auf inhomogenen Fahrbahnen) speziell bei kleinen PKW oder die be-
sonderen Bedingung bei Fahrzeugen mit Allradantrieb berücksichtigt.
3.2.2
Antriebsschlupfregelung ASR
Kritische Fahrsituationen (z.B. Übersteuern) entstehen nicht nur beim Bremsen,
sondern auch beim Anfahren und Beschleunigungen besonders auf glatter Fahrbahn
am Berg oder bei einer Kurvenfahrt. Solche Situationen können den Autofahrer über-
fordern, und Fehlreaktionen auslösen.
Diese Fahrsituationen können mit der Antischlupfregelung ASR bewältigt werden. Sie
bremst das zum Durchdrehen neigende Antriebsrad ab (oder bei Allradantrieb die
entsprechenden Räder mit Neigung zum Durchdrehen) und/oder passt das
Motordrehmoment rechzeitig an das auf die Straße übertragbare Antriebsmoment an
und stellt die Fahrzeugstabilität sicher.
Die ASR ist eine Erweiterung des Antiblockiersystems ABS. Sie entlastet den Fahrer
und sichert bei Beschleunigungsvorgängen die Lenkbarkeit des Fahrzeugs.
3.2.2.1 Aufbau
ASR nutzt die gleichen Komponenten wie ABS, die zum Teil um einige Funktionen
erweitert sind.
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Abbildung 2
1 Drehzahlsensoren
2 Radbremsen
3 ABS/ASR-Hydroaggregat
4 ABS/ASR-Steuergerät
5 Motronic-Steuergerät
6 Drosselklappe
Drehzahlsensoren:
Die Drehzahlsensoren geben Signale an das Steuergerät
weiter, das daraus die Radumfangsgeschwindigkeit bestimmt.
Steuergerät:
Die ABS-Elektronik ist um einen ASR-Teil erweitert. Wie bei
ABS erfasst die Eingangsschaltung des Steuergerätes die
Signale der Raddrehzahlsensoren. Daraus wird der Schlupf
der einzelnen Räder ermittelt. Ist der Schlupf an einem
Antriebsrad zu groß, wird die ASR-Regelung eingeleitet. Die
Signale werden in zwei parallel arbeitenden Mikrocontrollern
verarbeitet. In der Ausgangschaltung werden sie zu Stellbe-
fehlen für die Magnetventile und der Förderpumpe im Hydro-
aggregat umgewandelt, das die Bremsmomentregelung be-
wirkt.
Über eine zusätzliche Schnittstelle werden die Informationen
an das Steuergerät für das Motormanagement (Motronic)
übertragen.
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Hydroaggregat:
Das Hydroaggregat von ABS ist um einen ASR-Teil erweitert.
Es setzt die Befehle des Steuergerätes um und steuert, unab-
hängig vom Fahrer, über Magnetventile den jeweiligen hydrau-
lischen Druck in den Radbremsen. Während eines Regelvor-
ganges mit ASR schaltet ein zusätzliches Umschaltventil vom
normalen Bremsbetrieb auf ASR-Betrieb um. Die Rückförder-
pumpe des ABS saugt vom Hauptzylinder Bremsflüssigkeit an
und erzeugt den ASR-Systemdruck. Damit kann ohne Ein-
greifen des Fahrers Bremsdruck auf die Radzylinder der ange-
triebenen Räder wirken.
Radbremsen:
Der vom Hydroaggregat übertragene Bremsdruck wirkt in den
Radbremsen als Spannkraft zum Anpressen der Bremsbeläge
an die Bremstrommeln oder Bremsscheiben.
3.2.2.2 Arbeitsweise
Die ASR regelt bei zum Durchdrehen neigenden Rädern den Vortrieb des Fahrzeugs
in Abhängigkeit vom Radschlupf und der Radbeschleunigung bzw. -verzögerung.
Dieses sehr flexible System, das eine Adaption ohne Änderungen an der Basis-
Bremsanlage mit ABS gestattet, arbeitet folgendermaßen:
Während der Fahrt nehmen Drehzahlsensoren an allen vier Rädern Signale auf, die
sie an das Steuergerät weitergeben. Wenn der Fahrer das Gaspedal betätigt, steigt
das Motordrehmoment, und das Antriebsmoment erhöht sich. Kann dieses erhöhte
Moment auf dem Fahrbahnbelag vollständig übertragen werden, dann lässt sich das
Fahrzeug ungehindert beschleunigen. Übersteigt aber das Antriebsmoment das
physikalisch maximal übertragbare Drehmoment, so erhöht sich die Drehzahl von
mindestens einem Antriebsrad, es neigt zum Durchdrehen. Dadurch reduziert sich
die übertragbare Antriebskraft und das Fahrzeug kann durch den eintretenden
Verlust an Seitenführungskraft instabil werden. ASR wird hier aktiv und regelt die
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Antriebsmomente der angetriebenen Räder bzw. bremst sie ab und verhindert das
Durchdrehen bzw. eine Instabilität.
Damit ASR, unabhängig davon wie stark der Fahrer das Fahrpedal betätigt, ein-
greifen kann, muss grundsätzlich anstelle der mechanischen Verbindung zwischen
Fahrpedal und Drosselklappe des Ottomotors oder zwischen Fahrpedal und der
Dieseleinspritzpumpe des Dieselmotors ein elektronisches Gaspedal (EGAS) treten.
Das EGAS behandelt Stellbefehle von ASR mit Vorrang gegenüber der Vorgabe des
Fahrers.
Die Stellung des Fahrpedals wird über einen Fahrpedalsensor in ein elektrisches
Signal umgewandelt, das in einem Steuergerät für EGAS oder in einem Steuergerät
für Motronic mit integriertem EGAS unter Berücksichtigung von vorprogrammierten
Größen und von Signalen anderer Sensoren (z.B. Temperatur, Motordrehzahl) in
eine Steuerspannung für einen elektrischen Stellmotor umgesetzt wird. Dieser Stell-
motor betätigt die Drosselklappe des Ottomotors oder den Verstellhebel der Diesel-
einspritzpumpe und beeinflusst das Antriebsmoment.
Abbildung 3
1 ABS/ASR-Steuergerät
2 Motronic-Steuergerät mit EGAS
3 Fahrpedalsensor
4 Stellmotor
5 Drosselklappe (oder Dieseleinspritzpumpe)
6 Drehzahlsensor
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Erkennt das Steuergerät aus den empfangenen Sensorsignalen eine bedeutsame
Abweichung der Sollradgeschwindigkeit, wird ein zum Durchdrehen neigendes Rad
ohne Zutun des Fahrers abgebremst. Parallel dazu greift z.B. das Motronic-Steuer-
gerät über einen elektronischen Drosselklappensteller ein, um das überschüssige
Antriebsmoment zu reduzieren. Die ASR regelt den Schlupf der Antriebsräder auf
den bestmöglichen Wert. Die Bremsdruckmodulation (Druck aufbauen, Druck halten,
Druck abbauen) in den Radzylindern steuert das Abbremsen des zum Durchdrehen
neigenden Rades über die ABS-Ventile und zusätzliche Ventile des Hydro-
aggregates. Die Steuerung des Antriebsmoments geschieht bei Fahrzeugen mit
Ottomotor über das Steuergerät für EGAS bzw. für Mototronic mit integriertem
EGAS. Beeinflusst werden:
Ø Drosselklappenstellung (Verstellung mit EGAS),
Ø Zündanlage (Zündwinkelverstellung mit Mototronic),
Ø Einspritzanlage (Ausblendung einzelner Einspritz- und Zündsignale mit
Mototronic).
Bei Fahrzeugen mit Dieselmotor wird das Antriebsmoment über den Eingriff am
Verstellhebel der Dieseleinspritzpumpe beeinflusst (Reduzierung der Einspritz-
menge). ASR lässt sich durch eine zusätzliche Motorschleppmomentregelung MSR
ergänzen. Beim Zurückschalten oder bei abruptem Gaswegnehmen auf glatter Fahr-
bahn können die Antriebsräder durch die Bremswirkung des Motors einen zu hohen
Bremsschlupf aufweisen. Die MSR hebt das Motordrehmoment durch leichtes Gas-
geben etwas an, um so die Abbremsung der Räder auf ein für die Fahrstabilität noch
zulässiges Maß zu verringern.
3.2.2.3 Ausführungen
Die Ausführung einer ABS/ASR-Einheit ist von der Antriebsart des Fahrzeugs (Otto-
oder Dieselmotor) und von der Art des gewählten Regeleingriffes auf Bremsen,
Drosselklappe, Zündung und/oder Einspritzung abhängig.
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3.2.3
Fahrdynamikregelung ESP
Die Fahrdynamikregelung ist ein System, das die Bremsanlage eines Fahrzeugs be-
nutzt, um das Fahrzeug zu ,,lenken". Die eigentliche Aufgabe der Radbremsen, das
Fahrzeug zu verzögern oder zum Stillstand zu bringen, tritt bei aktiver Fahrdynamik-
regelung hinter die Aufgabe, das Fahrzeug unter allen Umständen stabil und in der
Spur zu halten, zurück.
Das gezielte Bremsen einzelner Räder, z.B. des linken Hinterrades bei Unter-
steuerung oder des rechten Vorderrades bei Übersteuerung, trägt dazu bei, dieses
Ziel bestmöglich zu erfüllen.
Hierfür kann ESP die Antriebsräder durch bestimmte Motoreingriffe auch be-
schleunigen, um so die Stabilität des Fahrzeugs zu gewährleisten.
Mit dieser Individualregelung ist ein Fahrzeug dirigierbar, indem einzelne Räder
gebremst oder die Antriebsräder beschleunigt werden. ESP mindert so in kritischen
Situationen die Gefahr einer Kollision oder eines Überschlags; ein Abkommen von
der Fahrbahn wird innerhalb der physikalischen Grenzen vermieden. Der Autofahrer
kann damit gezielt unterstützt und die Sicherheit im Straßenverkehr gesteigert
werden.
Zum Vergleich der Fahreigenschaften im Grenzbereich eines Fahrzeugs mit und
eines Fahrzeugs ohne ESP sind nachfolgend vier Beispiele aufgeführt.
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Querdynamik bei einem PKW mit ESP
Abbildung 4
1 Fahrer lenkt, Seitenkraftaufbau
2 drohende Instabilität, ESP-Eingriff vorne rechts
3 PKW bleibt unter Kontrolle
4 drohende Instabilität, ESP Eingriff vorne links. vollständige Stabilisierung
MG Giermoment
FR Radkräfte
ß Fahrrichtungsabweichung von der Fahrzeuglängsachse (Schwimmachse)
Bremskrafterhöhung
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3.3
Datenverarbeitung
3.3.1
Systemübersicht
Das Regelungssystem der ESP baut auf bewährten ABS- und ASR-Komponenten
auf. Es enthält Sensoren zur Bestimmung der Reglereingangsgrößen, ein Steuer-
gerät mit hierarchisch strukturierten Reglern und Stellglieder zur Beeinflussung der
Brems- und Antriebskräfte. Die Fahrdynamikregelung gestattet auch einen Daten-
austausch mit anderen elektronischen Systemen und damit eine Integration in das
Fahrzeug-Gesamtsystem.
3.3.1.1 Eingangssignale
Die Signale der Sensoren werden dem Steuergerät über Schutzbeschaltungen und
gegebenenfalls über Signalwandler und Verstärker zugeführt:
Ø Analoge Eingangssignale (z.B. Druck im Hauptzylinder) werden von einem
A/D-Wandler im Mikroprozessor des Steuergeräts in digitale Werte
umgeformt.
Ø Digitale Eingangssignale (z.B. Lenkradwinkel) können vom Mikroprozessor
direkt verarbeitet werden.
Ø Das Signal des induktiven Raddrehzahlsensors wird in einem Schaltungsteil
im Steuergerät aufbereitet, um Störimpulse zu unterdrücken und in ein
Rechtecksignal umgewandelt.
Je nach Integrationsstufe kann die Signalaufbereitung teilweise oder auch ganz
bereits im Sensor stattfinden.
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µController im KFZ-Management
3.3.1.2 Signalverarbeitung im Steuergerät
Die Mikroprozessoren im Steuergerät verarbeiten die Eingangssignale (siehe Ab-
bildung 5). Sie benötigen dafür ein Programm, das in einem Festwertspeicher (ROM,
EPROM oder Flash EPROM) gespeichert ist.
Signalverarbeitung im Steuergerät
Abbildung 5
Zusätzlich sind fahrzeugspezifische Daten sowie Abgleich- und Fertigungsdaten in
einem nichtflüchtigen Schreib-/Lesespeicher (EEPROM) gespeichert.
Wegen der Vielzahl von Motor- und Ausstattungsvarianten der Fahrzeuge, die unter-
schiedliche Daten erfordern, sind Steuergeräte mit einer Variantencodierung ausge-
stattet. Im EPROM sind mehrere fahrzeugspezifische Datensätze abgespeichert. Die
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21
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µController im KFZ-Management
Variantencodierung wählt den richtigen Datensatz aus. Die Information, auf welchen
Datensatz das Programm zugreifen soll, erhält das ESP-Steuergerät über den CAN-
Bus von einem anderen Steuergerät oder aus dem EEPROM.
Bei der EEPROM-Codierung wird beim Fahrzeughersteller oder in der Werkstatt das
EEPROM mit einem Diagnosetester programmiert.
Mit der Variantencodierung reduziert sich die Anzahl der beim Fahrzeughersteller
benötigten Steuergerätetypen. Ein flüchtiger Schreib/Lesespeicher (RAM) ist not-
wendig, um veränderliche Daten, wie Rechenwerte und eventuell auftretende Fehler
im Gesamtsystem, zu speichern (Eigendiagnose). Das RAM benötigt zu seiner
Funktion eine ständige Stromversorgung. Beim Abklemmen der Fahrzeugbatterie
verliert dieser Speicher den gesamten Datenbestand. Die Adaptionswerte (erlernte
Werte, die im Programm berücksichtigt werden) müssten in diesem Fall nach An-
schluss der Batterie vom Steuergerät wieder neu ermittelt werden. Um das zu ver-
hindern, werden die benötigten Adaptionswerte in einem EEPROM gespeichert.
3.3.1.3 Ausgangssignale
Die Mikroprozessoren steuern mit den Ausgangssignalen Endstufen an, die ge-
nügend Leistung für den direkten Anschluss der Stellglieder (Aktoren) liefern. Diese
Endstufen sind gegenüber K urzschlüssen gegen Masse oder der Batteriespannung
sowie gegen Zerstörung durch elektrische Überlastung geschützt. Zusätzlich werden
einige Ausgangssignale über Schnittstellen an andere Systeme weitergegeben.
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Fachbereichsarbeit aus TINF
µController im KFZ-Management
3.4
Datenübertragung zu anderen Systemen
3.4.1
Systemübersicht
Der verstärkte Einsatz von elektronischen Steuer- und Regelsystemen im Kraft-
fahrzeug, wie
Ø Fahrdynamikregelung,
Ø elektronische Motorsteuerung,
Ø elektronische Wegfahrsperre (EWS),
Ø Bordcomputer usw.
erfordert eine Vernetzung dieser einzelnen Steuergeräte. Der Informationsaustausch
zwischen den Systemen verringert die Anzahl der Sensoren und verbessert die Aus-
nutzung der Einzelsysteme.
Die Schnittstellen der speziell für Kraftfahrzeuge entwickelten Kommunikations-
systeme können in zwei Kategorien unterteilt werden:
Ø konventionelle Schnittstellen und
Ø serielle Schnittstellen (CAN)
3.4.2
Konventionelle Datenübertragung
Die konventionelle Datenübertragung im Kraftfahrzeug ist dadurch gekennzeichnet,
dass jedem Signal eine Einzelleitung zugeordnet ist. Binäre Signale können nur
durch die zwei Zustände ,,1" oder ,,0", z.B. Bremslicht ,,Ein" oder ,,Aus" übertragen
werden.
Über Tastverhältnisse können kontinuierlich veränderliche Größen übertragen
werden, wie die Ansteuerung von Magnetventilen.
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Fachbereichsarbeit aus TINF
µController im KFZ-Management
Die Zunahme des Datenaustausches zwischen den elektronischen Komponenten im
Kraftfahrzeug kann mit konventionellen Schnittstellen jedoch nicht mehr sinnvoll be-
wältigt werden. Die Komplexität der Kabelbäume ist schon heute nur mit großem Auf-
wand beherrschbar, und die Anforderungen an den Datenaustausch zwischen den
Steuergeräten steigen.
3.4.3
Serielle Datenübertragung (CAN)
Die Probleme beim Datenaustausch über konventionelle Schnittstellen können durch
den Einsatz von Bussystemen (Datensammelschienen) gelöst werden, z.B. CAN,
einem speziell für Kraftfahrzeuge entwickelten Bussystem. Sofern die elektronischen
Steuergeräte eine serielle Schnittstelle CAN besitzen, können die oben genannten
Signale über CAN übertragen werden.
Es gibt drei wesentliche Einsatzgebiete für CAN im KFZ:
Ø Steuergerätekoppelung,
Ø Karosserie- und Komfortelektronik und
Ø mobile Kommunikation
Die folgende Beschreibung beschränkt sich auf die Steuergerätekoppelung.
3.4.3.1 Steuergerätekoppelung
Bei der Steuergerätekoppelung werden elektronische Systeme wie Fahrdynamik-
regelung, Motorsteuerung, elektronische Getriebesteuerung usw. miteinander ge-
koppelt. Die Steuergeräte sind dabei als gleichberechtigte Stationen über eine
lineare Busstruktur verbunden.
Diese Struktur hat den Vorteil, dass das Bussystem bei A usfall einer Station für alle
anderen weiterhin voll verfügbar ist. Im Vergleich zu andern logischen Anordnungen
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24
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µController im KFZ-Management
(Ring- oder Sternstrukturen) wird damit die Wahrscheinlichkeit für einen
Gesamtausfall wesentlich verringert.
Lineare Busstruktur
Abbildung 6
Bei Ring- bzw. Sternstrukturen führt der Ausfall eines Teilnehmers bzw. der Zentral-
einheit zum Gesamtausfall.
Typische Übertragungsraten liegen zwischen ca. 125 kBit/s und 1 MBit/s. Die Über-
tragungsraten müssen so hoch sein, damit das geforderte Echtzeitverhalten
garantiert werden kann.
3.4.3.2 Inhaltsbezogene Adressierung
Das Bussystem CAN adressiert nicht die einzelnen Stationen, sondern ordnet jeder
Nachricht einen festen, 11 oder 29 Bit langen Identifier zu. Dieser Identifier kenn-
zeichnet den Inhalt der Nachricht (z.B. Raddrehzahl).
Eine Station verwertet nur diejenigen Daten, deren zugehörige Identifier in der Liste
entgegenzunehmender Botschaften gespeichert sind (Akzeptanzprüfung). Alle
anderen Daten werden ignoriert.
Die inhaltsbezogene Adressierung ermöglicht es, ein Signal an mehrere Stationen zu
senden, indem ein Sensor sein Signal direkt bzw. über ein Steuergerät auf das Bus-
netz schickt und dieses dort dann verteilt wird. Außerdem lassen sich so viele Aus-
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25
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stattungsvarianten verwirklichen, weil weitere Stationen zu einen bereits bestehen-
den Bussystem hinzugefügt werden können.
3.4.3.3 Priorisierung
Der Identifier bestimmt neben dem Dateninhalt gleichzeitig die Priorität der Nach-
richten beim Senden.
Ein Signal, das sich sehr schnell ändert, muss auch sehr schnell weitergeleitet
werden und bekommt deshalb eine höhere Priorität als ein Signal, das sich ver-
hältnismäßig langsam ändert.
3.4.3.4 Busvergabe
Wenn der Bus frei ist, kann jede Station beginnen, ihre Nachricht zu übertragen. Be-
ginnen mehrere Stationen gleichzeitig zu senden, dann setzt sich die Botschaft mit
der höchsten Priorität durch, ohne dass ein Zeit- bzw. Bitverlust eintritt. Die Sender
mit Botschaften niedriger Priorität werden dann automatisch zu Empfängern und
wiederholen ihren Sendeversuch, sobald der Bus wieder frei ist.
3.4.3.5 Nachrichtenformat
Für die Übertragung auf dem Bus wird ein Datenrahmen (Data Frame) aufgebaut,
dessen Länge maximal 130 Bit (Standard Format) bzw. 150 Bit (erweitertes Format)
beträgt.
Damit ist sichergestellt, dass die Wartezeit bis zu nächsten, möglicherweise
dringlichen Übertragung stets kurz gehalten wird.
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Ein Data Frame besteht aus sieben aufeinanderfolgenden Feldern, die
Ø den Beginn der Nachricht (Start of Frame),
Ø den Identifier (Arbitration Field),
Ø die Byte-Anzhal der Nachricht (Control Field),
Ø die Nachricht selbst (Data Field),
Ø ein Sicherungssignal zur Erkennung von Übertragungstörungen (CRC Field),
Ø ein Bestätigungssignal für fehlerfreien Empfang (Ack Field),
Ø das Ende der Nachricht (End of Frame)
umfassen und markieren.
3.4.3.6 Integrierte Diagnose
Das Bussystem CAN verfügt über eine Reihe von Kontrollmechanismen zur Stö-
rungserkennung. Dazu gehört z.B. das Sicherungssignal im Data Frame und das
Monitoring, bei dem jeder Sender seine eigene Nachricht wieder empfängt und dabei
eventuelle Abweichungen erkennen kann.
Stellt eine Station eine Störung fest, so sendet sie ein Fehlerflag, das die laufende
Übertragung stoppt. Dadurch wird verhindert, dass andere Stationen die fehlerhafte
Botschaft annehmen.
Im Falle einer defekten Station könnte es dann allerdings auch vorkommen, dass alle
Botschaften, also auch die fehlerfreien, mit einem Fehlerflag abgebrochen werden.
Um dies zu verhindern, ist das Bussystem CAN mit einem Mechanismus ausge-
stattet, der gelegentlich auftretende Störungen von anhaltenden Störungen unter-
scheiden kann. Dies geschieht über eine statistische Auswertung der Fehlersituation.
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27
Fachbereichsarbeit aus TINF
µController im KFZ-Management
3.5
Anforderungen an die Fahrdynamikregelung
Die Fahrdynamikregelung ESP ist ein Regelsystem zur Verbesserung des Fahrverhaltens,
das einerseits in das Bremssystem und anderseits in den Antriebsstrang eingreift:
Durch ABS können die Räder beim Bremsen nicht blockieren, durch ASR können die
Räder beim Anfahren nicht durchdrehen.
ESP als Gesamtsystem gewährleistet darüber hinaus, dass das Fahrzeug beim Lenken
nicht schiebt oder instabil wird und seitlich ausbricht.
ESP verbessert die Fahrsicherheit in folgenden Punkten:
Ø Aktive Unterstützung des Fahrers beim Lenken auch in kritischen Situationen, in
denen querdynamische Kräfte wirksam werden.
Ø Erweiterte Fahrstabilität; Spur- und Richtungstreue werden in allen
Betriebszuständen wie Vollbremsung, Teilbremsung, Freirollen, Antrieb, Schub und
Lastwechsel gewahrt.
Ø Erweiterte Fahrstabilität auch im Grenzbereich, z.B. bei extremen Lenkmanövern
(Angst und Panikreaktionen), und damit Reduzierung der Schleudergefahr.
Ø In verschiedenen Situationen noch weiter verbesserte Nutzung des Kraftschluss-
potentials bei ABS/ASR-Funktionen und bei MSR- Funktionen (Motorschlepp
momentregelung; automatische Anhebung der Motordrehzahl bei zu hohem Motor-
bremsmoment) und dadurch Bremsweg- und Traktionsgwinne sowie verbesserte
Ø Lenkarbeit und Stabiliät.
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4. µC im Motormangement
4.1
Funktionsprinzip des 4-Takt Motors
Der 4 Takt-Ottomotor wurde von Niklaus Otto erfunden; der erste Motor 1874 ent-
wickelt.
Aufbau und Wirkungsweise:
Im Vergaser wird aus Benzin und Luft ein Benzin-Luft-Gemisch hergestellt man
unterscheidet folgende Schritte:
1. Takt:
Der Kolben geht abwärts, deshalb entsteht im Zylinder ein Unterdruck. Das Benzin-
Luft-Gemisch wird angesaugt, das Einlassventil ist dabei offen, das Auslassventil
geschlossen.
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29
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2. Takt:
Es wird verdichtet; beide Ventile sind geschlossen; der Kolben wird hochgedrückt,
dadurch wird das Benzin-Luft-Gemisch auf 1/8 seines Volumens verkleinert und die
Temperatur steigt auf 400° C.
3. Takt:
Das Benzin-Luft-Gemisch wird mit der Zündkerze entzündet, die Temperatur steigt
und das Volumen vergrößert sich; der Kolben wird dadurch nach unten bewegt, das
ist der einzige Takt, in dem mech. Arbeit geleistet wird. Die Zündung erfolgt kurz vor
dem oberen Totpunkt, weil die Zündung eine gewisse Zeit braucht, (sonst klopfen
des Motors).
4. Takt:
Das Gas wird über das Auslassventil ausgesto ßen. Im Ottomotor gibt es 4 Zylinder.
Die Takte arbeiten immer um eins versetzt; sie treiben die Kurbelwelle an, die
wiederum das Schwungrad antreibt; da es 4 Zylinder und 4 Takte gibt, treibt ein
Zylinder immer die Kurbelwelle an.
5. Elektronik im Motor
Die Elektronik eröffnet dem Kraftzeugbau neue Perspektiven. Viele verschiedenste
Forderungen an die Kraftfahrzeuge können durch Einsatz der Mikroelektronik gelöst
bzw. optimal aufeinander abgestimmt werden. Die folgende Tabelle zeigt einige an
einen Verbrennungsmotor gestellten Anforderungen.
Anforderungen des Kunden:
Ø gute Fahrleistung
Ø hohe Betriebssicherheit
Ø geringer Kraftstoffverbrauch
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Ø niedrige Emissionen
Ø gutes Anspringverhalten bei allen Temperaturen
Ø lange Lebensdauer
Ø niedriges Geräuschniveau
Ø geringe Servicekosten
Ø großes Servicenetz
Anforderungen des Gesetzgebers:
Ø niedrige Emissionen
Ø niedriges Geräuschniveau
Ø Verbrauchslimitierung (wie etwa in den USA)
Die moderne Mikroelektronik wird heute in vielen anderen Bereichen des Kraftfahr-
zeugs eingesetzt. Steigendes Sicherheits- und Komfortbedürfnis der Kunden und im-
mer leistungsfähigere Bauteile sind dafür verantwortlich. Die folgende Tabelle soll
einen Auszug aus den heute möglichen Einsatzbereichen von elektronischen Steuer-
ungen zeigen.
Motor bzw. Antriebsdrang:
Ø Zündwinkelsteuerung
Ø Schließwinkelsteuerung
Ø Kraftstoffmessung
Ø Steuerung von Zusatzgeräten
Ø Getriebesteuerung
Ø Kuppelsteuerung (Porsche)
Ø Geschwindigkeitsregulierung
Ø Allradsteuerung
Ø Verteilerlose Zündung
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Fahrwerk:
Ø Computergesteuerte Radaufhängung
Ø Antiblockiersysteme
Ø Antischlupfregelung
Ø Vierradlenkung
Sicherheit und Komfort:
Ø Abstandsregelung (z.B. Warner)
Ø Gurtstrammer und Airbagausrüstung
Ø Bordcomputer
Ø Navigationssysteme
Ø Klimasteuerung
Ø Diebstahlsicherung
5.1
Prinzip der elektronischen Motorsteuerung
Die Aufgabe der elektronischen Motorsteuerung besteht darin, abhängig von ver-
schiedenen Eingangsgrößen, etwa Drehzahl, Drosselkapselung, Motortemperatur
usw. die Ausgangsgrößen, z.B. den Zündzeitpunkt, die Einspritzmenge usw. so zu
steuern, dass der Motor die vorgegebenen Anforderungen bestmöglichst erfüllt.
Ein Kraftfahrzeugmotor wird im Gegensatz zu einen Stationärmotor fast ständig in
verschiedenen Betriebspunkten betrieben. Als Parameter solcher Motorkennfelder
werden meist die wichtigsten Betriebsgrößen eines Verbrennungsmotors, nämlich
Last und Drehzahl verwendet.
Da es nicht möglich ist in allen Kennfeldpunkten alle gestellten Anforderungen gleich
gut zu erfüllen, versucht man, einen Kraftfahrzeugsmotor so einzustellen, dass für
verschiedene Betriebsarten (Leerlauf, Teillast, Volllast) verschiedene der oben ge-
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32
Fachbereichsarbeit aus TINF
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nannten Zielsetzungen Priorität genießen. Beispielsweise wäre es sinnlos, den Leer-
lauf nach maximaler Leistung zu optimieren, oder die Vollastkurve nach minimalen
Verbrauch.
Der Einsatz der Elektronik im Kraftfahrzeug entwickelte sich von der einfachen
elektronischen Zündung bis zum modernen geschlossenen System, das im Betrieb
unter extremen Bedingungen Fehleinstellungen und Unterschiede des Treibstoffs
kompensiert um damit auch den Motorverschleiß zu verringern. Aus Rücksichtnahme
auf die Umwelt wurden die zugelassenen Grenzwerte von Emissionen für neue Kraft-
fahrzeuge herabgesetzt. Diese reduzierten Emissionswerte müssen während der
gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs eingehalten werden.
Die zur Verringerung der Emissionswerte eingesetzten Katalysatoren verringern die
Motorleistung und können nur bei verbleitem Kraftstoff eingehalten werden. Eine
echte Lösung bietet jedoch die verbesserte Zündung mit der gesteuerten Kraftstoff-
einspritzung. Moderne Motorsteuerungs-Systeme erfordern genau arbeitende A/D-
Wandler, ein genaues Timing für die Zündung und eine exakte Steuerung der Ein-
spritzung in Bezug auf Einspritzbeginn und Einspritzdauer.
Das System (Motronic) das in Abbildung 7 dargestellt ist beinhaltet alle Steller
(Aktoren), die benötigt werden, um die am Ottomotor gewünschten Stelleingriffe
vorzunehmen. Messfühler (Sensoren) erfassen die aktuellen Betriebsdaten von
Motor und Fahrzeug. Die Eingangsschaltung eines zentralen elektronischen Steuer-
gerätes bereitet die Signale der Sensoren auf und stellt dem Mikroprozessor
(Funktionsrechner) des Steuergerätes z.B. folgende Informationen zur Verfügung:
Ø die Fahrpedalstellung,
Ø die Motordrehzahl,
Ø die Zylinderfüllung (Luftmasse),
Ø die Motor- und Ansauglufttemperatur,
Ø die Gemischzusammensetzung und
Ø die Fahrdynamikgeschwindigkeit.
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Der Mikroprozessor erkennt aus diesen Informationen den vom Fahrer gewünschten
Betriebszustand und berechnet daraus das erforderliche Moment, um die vom Fahrer
angeforderte Leistung zu Verfügung stellen zu können. Die ebenfalls leistungsbe-
stimmende Motordrehzahl wird durch die vom Fahrer oder von der Getriebe-
steuerung gewählte Übersetzung bestimmt.
Abbildung 7
Um den gewünschten Betriebszustand einzustellen, berechnet der Mikroprozessor
die erforderlichen Stellsignale. Endstufen verstärken diese Signale und steuern über
die Stellglieder den Motor. Die Bereitstellung der erforderlichen Zylinderfüllung mit
der dazugehörenden Einspritzmenge, sowie die zeitgerechte Zündung ermöglichen
eine optimale Gemischaufbereitung und Verbrennung.
5.1.1
Grundfunktion
Die Hauptaufgabe der Motronic ist, den vom Fahrer gewünschten Betriebszustand
einzustellen. Im Mikroprozessor wird dazu die Stellung des Fahrpedals in einen
Sollwert für das Motormoment übersetzt. Dieses Moment wird dann unter Berück-
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sichtigung der zahlreichen verfügbaren aktuellen Betriebsdaten der ME-Motronic in
die Größen umgerechnet, die bestimmend für das Motormoment sind:
Ø die Füllung der Zylinder mit Luft,
Ø die Masse des eingespritzten Kraftstoffs und
Ø der Zündwinkel.
5.1.2
Zusatzfunktionen
Neben diesen Grundfunktionen beinhaltet die ME-Motronic eine große Anzahl von
zusätzlichen Steuerungs- und Regelungsfunktionen. Beispiele dafür sind:
Ø Leerlaufdrehzahlregelung,
Ø Lambda-Regelung,
Ø Steuerung des Kraftstoffverdunstungs-Rückhaltesystems,
Ø Abgasrückführung zur Senkung von NOx-Emissionen,
Ø Steuerung des Sekundärluftsystems zur Senkung von HC-Emissionen und
Ø Fahrgeschwindigkeitsregelung.
Diese Funktionen sind notwendig geworden durch die Gesetzgebung zur Senkung
der Abgasemissionen, die Forderungen nach Fortschritten zur Reduzierung des
Kraftstoffverbrauchs, aber auch durch erhöhte Anforderungen an den Fahrkomfort
und die Fahrsicherheit.
5.1.3
Drehmomentführung
Ziel der Drehmomentführ ung ist die Entflechtung dieser vielen, teilweise sehr unter-
schiedlichen Aufgaben. Nur dann ist es möglich, flexibel also abhängig vom Motor-
oder Fahrzeugtyp die jeweils benötigten Funktionen auszuwählen und in die je-
weilige Variante der Motronic zu integrieren.
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Fachbereichsarbeit aus TINF
µController im KFZ-Management
5.1.3.1 Momentenkoordination
Die meisten dieser zusätzlichen Steuer- und Regelfunktionen beeinflussen ebenfalls
das Drehmoment des Motors. Häufig entstehen daraus gleichzeitig auftretende,
sicher aber gegenseitig widersprechende Forderungen. In einem drehmoment-
geführten System verhalten sich alle diese Funktionen wie der Fahrer: sie fordern ein
Motordrehmoment. Die drehmomentgeführte ME-Motronic kann die widersprüch-
lichen Anforderungen sortieren und die wichtigste Anforderung verwirklichen. Hier
zeigt sich der Vorteil der Momentenstruktur. Alle Funktionen äußern unabhängig
voneinander ihre Forderung nach einem Drehmoment.
5.1.4
Fahrzeugmanagement
Über das Bussystem CAN (Controller Area Network) kann die Motronic mit den
Steuergeräten anderer Fahrzeugsysteme kommunizieren. Die Motronic ermöglicht
damit unter anderem im Verbund mit dem Steuergerät des Automatikgetriebes ein
Schalten, das durch Momentenreduzierung beim Schaltvorgang das Getriebe schont.
Ein vorhandenes ASR-Steuergerät (Antriebsschlupfregelung) informiert bei durch-
drehenden Rädern die Motronic über diesen Zustand, damit diese das erzeugte
Drehmoment reduziert. Somit kommen auch hier die Vorteile der Drehmoment-
führung zum tragen.
5.1.5
Diagnose
Die ME-Motronic wird durch Komponenten zur On-Board-Überwachung ergänzt.
Daher kann sie zur Erfüllung der strengen Abgasgrenzwerte und der Anforderungen
an die integrierte Diagnose eingesetzt werden.
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Fachbereichsarbeit aus TINF
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Abbildung 8
6. Fachteil µC PCB83C552
6.1
Analog/Digital-Wandler
Da der A/D-Wandler des PCB83C552 eine Auflösung von 10 Bit hat, kann für die
Kraftstoffsteuerung ein offenes System (Open-Look) verwendet werden. Die A/D-
Umwandlung kann sowohl durch Hardware als auch durch Software initiiert werden.
Die acht zur Verfügung stehenden Analogkanäle dürften für die meisten Motor-
steuerungen ausreichen.
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6.2
I/O Timing
Der 16-bit-Timer T2 ist mit vier 16-Bit-Auffang- und drei 16-Bit-Vergleichsregistern
verbunden. Übergangsweise kann der Inhalt des Timers T2 vom dazugehörigen Auf-
fangregister übernommen werden. Ein Vergleichsregister kann zur Durchführung
eines Set, Reset oder zur Umschaltung der Anschlüsse von Ausgang 4 in program-
mierbaren Zeitintervallen verwendet werden. Die Timer T2 und die Auffang- und Ver-
gleichs-Logik sind im folgenden Bild dargestellt.
Abbildung 9
Der Timer kann für folgende Funktionen eingesetzt werden:
Ø Bestimmung der Motordrehzahl
Ø Timing für bis zu 6 Injektoren (Einspritzbeginn und Einspritzdauer
Ø Zündung, Unterbrechung und Schließdauer für eine oder zwei Zündspulen
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Der Timer T2 kann über einen Vorteiler mit einem Zwölftel der internen Oszillator-
frequenz oder durch ein externes Signal getaktet werden. Der Vorteiler ist in den
Teilungsverhältnissen 1, 2, 4 oder 8 programmierbar. In der Funktion als Timer kann
T2 die absoluten Zeitpunkte von bestimmten Ereignissen (z.B. Durchlaufen der Be-
zugspunkte von Kurbel- oder Nockenwelle) festhalten, die dann im Auffangregister
gespeichert werden können. Damit kann das Auffangregister zur Bestimmung von
Motordrehzahl, Zylindererkennung usw. verwendet werden. Die Komparatoren kön-
nen zum Set, Reset und Umschalten von Port P4.0 bis P4.7 verwendet werden.
6.3
Analogausgänge
Der PC83C552 ist mit zwei impulsbreitenmodulierten 8-bit-Ausgängen PWM0 und
PWM1 versehen. Diese beiden Ausgänge liefern e ntweder eine Gleichspannung
(logisch 1 oder 0) oder eine Rechteckschwingung. Die Ausgangsfrequenz ist
zwischen 92 Hz und 23,5 kHz programmierbar, wobei sich das Tastverhältnis
zwischen 0/255 und 255/255 in Schritten von 1/255 verändert. Diese Ausgänge
können zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl (Bypass der Drosselklappe) oder für die
Abgasrückführung (EGR) verwendet werden. Durch die Integration mit Standard-OP-
Verstärkern können die Ausgangssignale PWM0 und PWM1 in entsprechende
Analogsignale umgewandelt werden.
6.4
Watchdog
Der Watchdog-Timer T3 des PCB83C552 entspricht in seiner Funktion der Tot-
Mann-Einrichtung bei einer Lokomotive. Wenn das User Programm ein Reload des
Watchdog-Timers innerhalb der vorgesehenen Zeit dem Watchdog-Intervall
verabsäumt, wird der Watchdog aktiv und bewirkt ein System-Reset. Dieses Watch-
dog-Intervall ist zwischen 2 ms und 510 ms programmierbar. Vor dem Reload des
Watchdog-Timers muss ein Watchdog-Enable-Bit gesetzt werden.
Stadtegger Michaela 4 ANK
39
Fachbereichsarbeit aus TINF
µController im KFZ-Management
6.5
Kraftstoffeinspritzung
Eine optimale Verbrennung bringt höhere Leistung bei geringere Treibstoffverbrauch
und weniger Emissionen. Die Verbrennung ist vom Luft/Treibstoff-Verhältnis ab-
hängig und kann durch extreme Zerstäubung des Treibstoffes verbessert werden.
Der Zerstäubungsprozess wird auch von der Strömungsgeschwindigkeit der Luft
beeinflusst.
Da bei modernen Motoren mit mehreren Ventilen bei geringerer Drehzahl die
Strömungsgeschwindigkeit der Luft sehr gering wird, ist das Timing für die Ein-
spritzung besonders wichtig.
Der zeitliche Ablauf der Kraftstoffeinspritzung ist auf die Öffnungszeit der Einlass-
ventile bezogen. Dies bedeutet, dass der Beginn der Einspritzung, bezogen auf den
Referenzpunkt der Kurbelwelle, für jeden Zylinder individuell bestimmt werden muss.
Nachstehend wird beschreiben wie der sequenzielle Ablauf der Treibstoffein-
spritzung, mit möglicher Überlappung, erreicht wird. Im folgenden Bild wird ein
vollständiger Zyklus für jeden Zylinder (zwei Umdrehungen der Kurbelwelle)
dargestellt.
Abbildung 10
Beginn und Ende der Einspritzung sind auf den Referenzpunkt der Kurbelwelle be-
zogen dargestellt. Die Nummerierung der Zylinder entspricht der Reihenfolge der
Einspritzung.
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Fachbereichsarbeit aus TINF
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Der Beginn der Einspritzung wird üblicherweise durch den Kurbelwellen-Drehwinkel
gegenüber dem oberen Totpunkt definiert. Dieser Winkel muss in einen Zeitwert, be-
zogen auf den Referenzzeitpunkt, umgewandelt werden. Der Stopp-Zeitpunkt wird
durch Addition der errechneten Einspritzdauer errechnet.
Die Treiber für die Einspritzung sind mit den Anschlüssen vo n Ausgangs-Port 4 ver-
bunden. Die Steuerung dieses Ausgangs erfolgt durch den Timer T2 und die Ver-
gleichslogik siehe Abbildung 8. Das Referenzsignal ist mit dem Eingang des Auf-
fangregisters 0 (CTIO) verbunden. Beim auftreten einer positiven Flanke am
Eingang wird der Inhalt des Timers T2 in das Auffangregister 0 (CTO) eingelesen
und ein Interrupt herbeigeführt. Damit ist die Absolutzeit des Referenzpunktes für den
jeweiligen Zylinder durch Software definiert.
Um die Einspritzung einzuleiten, wird in das Vergleichsregister 0 (CMO) der für den
Zylinder bestimmten Wert der Referenzzeit eingegeben und das korrespondierende
Bit des STE-Registers auf logisch 1 gesetzt. Wenn der Komparator 0 feststellt, dass
der Timer T2 den in CMO gespeicherten Wert erreicht hat, erfolgt ein Set des ent-
sprechenden Ausgangs von Port 4 und ein Interrupt. In diesem Stadium muss in
CMO die Startzeit für den nächsten Injektor, bezogen auf die neue Referenzzeit, ge-
speichert werden. Für den nächsten Injektor muss ein Set des entsprechenden STE-
Bits und ein Reset für das korrespondierende Bit des vorherigen Injektors durchge-
führt werden.
Um die Einspritzung zu beenden wird im Vergleichsregister 1 (CM1) der Relativwert
zur Referenzzeit des Zylinders gespeichert und das korrespondierende Bit des RTE-
Registers auf logisch 1 gesetzt. Wenn der Komparator 1 feststellt, dass der Timer T2
den in CM1 gespeicherten Wert erreicht hat, erfolgt ein Reset des entsprechenden
Ausgangs von Port 4 und ein Interrupt. In diesem Stadium muss in SM1 die Stopp-
zeit für den nächsten Injektor, bezogen auf die neue Referenzzeit, gespeichert wer-
den. Für den nächsten Injektor muss ein Set des entsprechenden RTE-Bits und ein
Reset für das korrespondierende Bit des vorherigen Injektors durchgeführt werden.
Die folgende Abbildung zeit ein Diagramm der verschiedenen Software-Bereiche. Im
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Fachbereichsarbeit aus TINF
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Abbildung 11
Hauptprogramm wird die Einspritzdauer und der Beginn der Einspritzung, bezogen
auf die Referenzzeit mit Hilfe von Algorithmen errechnet. Die Parameter für diese
Algorithmen kommen über verschiedene Eingänge, deren Werte (für Drehzahl, Luft-
menge, Temperatur etc.) aus Tabellen entnommen werden können. Zeitkritische
Handlungen, wie z.B. das Speichern in CMO, sollten sofort nach dem begleitenden
Interrupt durchgeführt werden. Da Interrupt-Routinen nicht unterbrochen werden
können, müsse diese so kurz wie möglich sein. Durch die Verwendung von ,,Flag-
Routinen" wird eine Unterbrechung ermöglicht.
Während der Interrupt-Routine erfolgt ein CALL zu einem Unterprogramm, welches
nur eine RETI-Instruktion enthält. Dies veranlasst die Rückkehr zur Interrupt-Routine.
Die Interrupts können nun wieder enabeld werden, und die Rückkehradresse für das
Hauptprogramm befindet sich noch immer im STACK. Dann erfolgt ein Sprung zur
Flag-Routine. Am Ende der Flag-Routine erfolgt ein RET-Befehl zum Rücksprung an
die richtige Stelle des Hauptprogramms.
6.6
Verteilerlose Zündung
Bei einem konventionellen Motor mit mechanischen Unterbrecher und einfacher
Spule wird ein Verteiler eingesetzt, um die Zündkerzen in der richtigen Reihenfolge
mit dem Hochspannungsanschluss der Zündspule zu verbinden.
Der Unterbrecherkontakt kann durch Elektronik ersetzt werden. Außer bei Zwei-
zylinder-Motoren ist bei Verwendung von nur einer Zündspule ein Verteiler erforder-
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lich. Bei einem Zweizylinder-Motor sind beide Enden der Zündspule mit je einer
Zündkerze verbunden, die gleichzeitig zünden, wie in der folgenden Abbildung
dargestellt.
Abbildung 12
Der Zeitpunkt der Zündung ist für einen Zylinder richtig. Für den anderen Zylinder
erfolgt die Zündung am Ende des Ausstoßens der Verbrennungsprodukte und hat
somit keine Wirkung.
Beim Vierzylinder-Motor können zwei Zündspulen mit je zwei freien Enden benützt
werden. Die folgende Abbildung zeigt das Timing für eine Vierzylinder-Motor mit zwei
Zündspulen.
Abbildung 13
Der Referenzzeitpunkt muss vor dem oberen Totpunkt liegen, um sicherzustellen,
dass die Zündung immer nach dem Referenzzeitpunkt erfolgt.
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Die Vorzündung ist immer in Winkelgraden der Kurbelwelle, bezogen auf den oberen
Totpunkt, angegeben. Ebenso wie bei Einspritzung muss dieser Winkel als Zeit, be-
zogen auf den Referenzzeitpunkt, angegeben werden. Die Zeit zwischen dem Ein-
schalten und dem Ausschalten der Spule heißt Ladezeit (DWELL oder LOAD TIME).
Am Ende dieser Zeit muss ein genügend großer Strom fließen, um bei der Unter-
brechung einen ausreichenden Zündfunken zu erzeugen. Der Einschaltzeitpunkt für
die Spule wird durch Subtraktion der Ladezeit vom Zündzeitpunkt errechnet (Tign).
Die Ansteuerung für die Spulen sind mit den Bits 5 und 6 von Port 4 verbunden.
Diese beiden Bits werden umgeschaltet und ein Interrupt-Flag gesetzt, wenn Über-
einstimmung zwischen dem Timer T2 und dem Vergleichregister CM2 besteht, vor-
ausgesetzt, dass die korrespondierenden RTE-Bits gesetzt sind.
Im Hauptprogramm werden die Ein- und Ausschaltezeiten für beide Spulen in Bezug
auf die spezifischen Referenzpunkte errechnet. Nach jedem CM2-Interrupt müssen
das Register CM2 wieder geladen und die Bits 6 und 7 von TRE invertiert werden.
Die beiden Spulen können unabhängig voneinander gesteuert werden. Falls eine
Spule eingeschaltet und die andere innerhalb der Interrupt-Latenz plus Handling-Zeit
ausgeschaltet werden muss, werden beide Handlungen gleichzeitig durchgeführt.
6.7
Ventilsteuerung
Der PC83C552 kann auch zur Stabilisierung des Leerlaufs und der Abgasrück-
führung (EGR = Exhaust Gas Recirculation) verwendet werden. Der Leerlauf wird
über ein Bypassventil durch die Menge der bei geschlossener Drosselklappe ein-
gelassenen Luft geregelt. Die Luftmenge wird gemessen und die erforderliche Treib-
stoffmenge für jeden Zylinder errechnet. Die Leerlaufdrehzahl kann durch Justierung
des Bypassventils eingestellt werden.
Abgasrückführung verbessert den Wirkungsgrad des nicht voll belasteten Motors und
reduziert die Stickoxyd-Emission. Die Menge des rückführenden Abgases ist von
mehreren Parametern einschließlich Motorbelastung abhängig und wird über ein
Ventil gesteuert.
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Die Einstellung für das Bypassventil oder das Ventil zur Abgasrückführung wird durch
die angelegte Spannung bestimmt. Diese beiden Spannungen müssen vom Mikro-
controller gesteuert werden. Der PCB83C552 hat zwei Ausgänge mit Impulsbreiten-
Modulation. Die folgende Abbildung zeigt das Block-Diagramm der Impulsbreiten-
Modulation.
Abbildung 14
Die Impulse der Ausgangsspannungen können in Länge und Intervall programmiert
werden. Durch Integration und Puffern der Impulsspannungen mittels einfacher OP-
Verstärker werden die Analogspannungen für die Ventilsteuerung erzeugt. Die Im-
pulse können auch über die mechanische Trägheit der Ventile integriert werden.
Die Wiederholungsfrequenz wird durch den 8-bit-Vorteiler PWMP definiert, der die
Taktimpulse für einen 8 -bit-Zähler liefert. Vorteiler und Zähler sind für beide PWM-
Kanäle zu verwenden.
Der 8-bit-Zähler zählt Modulo 255 von 0 bis einschließlich 254. Der Wert im 8 -bit-
Zähler wird mit dem Inhalt der beiden Register PWMO und WWM1 verglichen. Wenn
der Inhalt von einem der beiden Register größer als der Zählerwert ist, wird der be-
treffende Ausgang von PWMO oder PWM1 auf logisch 0 gesetzt.
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Abbildung 15
Wenn der Inhalt der Register gleich oder kleiner als der Zählerwert ist, ist der Aus-
gang logisch 1. Das Impulsbreiten-Verhältnis wird somit vom Inhalt der Register
PWM0 und PWM1 bestimmt. Das Impulsbreitenverhältnis ist zwischen 0 und 255/255
in Inkrementen von 1/255 programmierbar.
6.8
Sensoren
Die Sensoren erfassen den Betriebszustand des Motors, und sind daher für die
Funktion des Systems von ausschlaggebender Bedeutung. Ihre Signale müssen vom
Steuergerät leicht zu verarbeiten sein und sie müssen zuverlässig arbeiten.
Voraussetzung für zuverlässige Systeme ist der Einsatz von qualitativ hochwertigen
Steckern. Die meisten Motorsteuerungen verursacht die Verbindung zwischen
Sensorik und Elektronik.
Die beiden wichtigsten Motorparameter zur Steuerung eines Verbrennungsmotors
sind die Motorlast und die Drehzahl. Aus diesen Werten können optimale Werte für
Einspritzbeginn, Einspritzdauer und Zündzeitpunkt für den Betrieb ermittelt werden.
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6.9
Motorlast
Zur Aufnahme der Last gibt es mehrer Möglichkeiten:
Ø Luftmassenmessung
Ø durch Ultraschall, Hitzdrahtsonde
Ø Luftmengenmessung
Ø mittels Stauscheibe
Ø Saugrohrunterdruckmessung
Ø Messung der Drosselorganstellung
Die technisch beste Lösung ist die Hitzdrahtmessmethode, bei dem die Abkühlung
eines beheizten, im Luftstrom liegenden Drahtes ein Maß für die druchströmende
Luftmasse ist, da damit der tatsächliche Luftbedarf des Motors erfasst wird.
Der Sensor wäre jedoch gleich wie der Luftmengenmesser für eine Zweitakt-
anwendung viel zu teuer und von der Bauart und Baugröße nicht optimal.
Die Messung des Saugrohrunterdruckes gestaltet sich bei Zweitaktanwendungen als
schwierig, da durch Schlitzsteuerung und Kurbelgehäuse eine gute Auswertung nicht
möglich ist.
Somit wurde auf die einfache und billige Lösung der Bestimmung der Stellung des
Drosselorgans zurückgegriffen, wodurch sich aber einige Nachteile ergeben:
Der tatsächliche Luftbedarf des Motors wird nicht gemessen, deshalb werden
Änderungen am Motor, z.B. durch Verschleiß, oder Umbau (Auspuff) nicht erfasst.
Solche Änderungen werden von den anderen erwähnten Messmethoden großteils
erfasst.
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Quellennachweiß:
Motormanagement ME-Motronic
Bosch / Ausgabe 1999
Motor-Elektronik
Bosch / Ausgabe 1983
Fahrdynamikregelung
Bosch / Ausgabe 1998/99
Ekektronik Report
Ausgabe Juli/August 1989
Internet
www.fh-muenchen.de
www.tu-graz.at
www.fh-aschaffenburg.de
www.bosch.de
www.steyr-daimler-puch.at
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