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Nachhaltige Entwicklung durch Nonprofit-Organisationen als Ersteller wissensintensiver Dienstleistungen

Termpaper, 2001, 81 Pages
Author: Patrick Kiesch
Subject: Economics / Business, Miscellaneous

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 81
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V10970
ISBN (E-book): 978-3-638-17257-8
ISBN (Book): 978-3-638-84195-5
File size: 665 KB

Abstract

Das Ziel der vorliegenden Projektarbeit besteht darin, herauszufinden, welche Bedeutung Nonprofit-Organisationen als Ersteller wissensintensiver Dienstleistungen in der Gesellschaft zukommen und inwieweit sie dadurch einen Beitrag zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 leisten können. Da in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung Nonprofit-Organisationen (NPOs), der Leitgedanke der Nachhaltigkeit und das Konstrukt der wissensintensiven Dienstleistungen in dieser Kombination bisher nicht aufgegriffen wurde, ist uns bewusst, dass die Beantwortung der Fragestellung ein schwieriges Unterfangen darstellt. Jedoch kann dieser Ansatz auch als Chance aufgefasst werden, neue Wege zu eröffnen, die der Forderung einer Neuorientierung der Gesellschaft und Wirtschaftsweise sowie den Umgang mit unserer Umwelt näherkommen. Der Reiz dieser Ausarbeitung liegt darin, dass sie neben theoretischen Fundierungen hinsichtlich Dienstleistungen, Wissen, Nachhaltigkeit und NPOs auch die Verknüpfung in einem Praxisbeispiel findet.


Excerpt (computer-generated)

Universität Bremen
Studiengang: Wirtschaftswissenschaft
Projekt: Wissensintensive Dienstleistungen
Arbeitsvorhaben: Ökologische Dienstleistungen

Nachhaltige Entwicklung durch Nonprofit-Organisationen
 als Ersteller wissensintensiver Dienstleistungen

SoSe 2001
Patrick Kiesch

 

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG ...3

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN ...6
2.1 WISSENSINTENSIVE DIENSTLEISTUNGEN ...6
2.2 NACHHALTIGE ENTWICKLUNG ...7
2.3 NONPROFIT-ORGANISATIONEN ...7

3. DIENSTLEISTUNGEN UND DER PROZESS DER TERTIARISIERUNG ...9
3.1 DIE DREI-SEKTOREN-HYPOTHESE ...9
3.2 WAS SIND DIENSTLEISTUNGEN ? ...11
3.2.1 ÖKO-EFFIZIENTE DIENSTLEISTUNGEN ...13
3.2.2 DER FAKTOR WISSEN ...16
3.2.3 WISSENSINTENSIVE DIENSTLEISTUNGEN ...18

4. NACHHALTIGE ENTWICKLUNG ...20
4.1 UNGEAHNTE ÖKOLOGISCHE FOLGEN ...20
4.2 DIE ÖKO-FOLGEN KOMMEN NIE VON HEUTE AUF MORGEN ...22
4.3 WAS BEDEUTET EINE „NACHHALTIGE ENTWICKLUNG“ ? ...23
4.3.1 ÖKOLOGISCHE DIMENSION ...24
4.3.2 ÖKONOMISCHE DIMENSION ...25
4.3.3 SOZIALE DIMENSION ...26
4.3.4 INTEGRATION DER DREI DIMENSIONEN ...27
4.4 AGENDA 21 – EIN AKTIONSPROGRAMM FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG ...28
4.5 LOKALE AGENDA 21 ...30
4.5.1 EIN PRINZIP DER GESELLSCHAFTLICHEN KOMMUNIKATION ...31
4.5.2 NPOS IN LOKALEN AGENDA-PROZESSEN ...33

5. NONPROFIT-ORGANISATIONEN IM UMWELTBEREICH ...36
5.1 NONPROFIT-ORGANISATIONEN, DRITTER SEKTOR ODER NONPROFIT-SEKTOR? ...36
5.1.1 RAHMENBEDINGUNGEN UND STRUKTUR DES DRITTEN SEKTORS ...37
5.1.2 BESCHÄFTIGUNG UND FINANZIERUNG VON NPOS ...39
5.1.3 WELCHE BEDEUTUNG KOMMT DEM NONPROFIT-SEKTOR ZU? ...44
5.2 NPOS IM UMWELTBEREICH ...45
5.2.1 TÄTIGKEITSFELDER VON NPOS IM UMWELTBEREICH ...46
5.2.2 BESCHÄFTIGUNGS- UND FINANZIERUNGSSTRUKTUR ...47
5.2.3 ZWISCHENFAZIT ...51

6. ECONTUR - AKTEUR FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG? ...53
6.1 ENTSTEHUNGSGESCHICHTE ...53
6.2 WELCHE WISSENSINTENSIVEN DIENSTLEISTUNGEN ERBRINGT ECONTUR? ...55
6.2.1 BERATUNGSDIENSTLEISTUNGEN ...58
6.2.2 MODERATION ...60
6.2.3 SOZIALFORSCHUNG ...65
6.3 ECONTUR ALS ERSTELLER WISSENSINTENSIVER DIENSTLEISTUNGEN ...66
6.4 UNTERSTÜTZT ECONTUR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG ? ...67

7. AUSWERTUNG ...72

LITERATURVERZEICHNIS ...76

 

1. Einleitung

Das Ziel der vorliegenden Projektarbeit besteht darin, herauszufinden, welche Bedeutung Nonprofit-Organisationen als Ersteller wissensintensiver Dienstleistungen in der Gesellschaft zukommen und inwieweit sie dadurch einen Beitrag zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 leisten können. Da in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung Nonprofit-Organisationen (NPOs), der Leitgedanke der Nachhaltigkeit und das Konstrukt der wissensintensiven Dienstleistungen in dieser Kombination bisher nicht aufgegriffen wurde, ist uns bewusst, dass die Beantwortung der Fragestellung ein schwieriges Unterfangen darstellt. Jedoch kann dieser Ansatz auch als Chance aufgefasst werden, neue Wege zu eröffnen, die der Forderung einer Neuorientierung der Gesellschaft und Wirtschaftsweise sowie den Umgang mit unserer Umwelt näherkommen. Der Reiz dieser Ausarbeitung liegt darin, dass sie neben theoretischen Fundierungen hinsichtlich Dienstleistungen, Wissen, Nachhaltigkeit und NPOs auch die Verknüpfung in einem Praxisbeispiel findet.

Im ersten Teil stellen wir die für uns grundlegenden Begriffe dar. In einem zweiten Schritt soll die Entwicklung der Produktions- zu einer Dienstleistungsgesellschaft nachvollzogen werden, um somit die enorme Bedeutung des Dienstleistungssektors für unseren Wohlstand, unseres Wachstums, unsere Arbeitsplätze und Sozialsysteme sowie Natur- und Umweltbelange herauszuarbeiten. In diesem Zusammenhang galt auch über viele Jahre die Tertiarisierung als Hoffnung für die Lösung unterschiedlichster gesellschaftlicher Probleme. Doch wie an verschiedenen Stellen sichtbar wird, kann der dritte Sektor den erhofften Erwartungen nicht gerecht werden. Die Ursache für eine solche Fehlprognose liegt im Wesen der Dienstleistungen selbst. Besonders Faktoren wie Nichtlagerbarkeit und - transportierbarkeit, Immaterialität oder auch geringes Produktivitätswachstum, die ehemalig als wesentliche Bestimmungskriterien galten, besitzen keine Gültigkeit mehr. Der Strukturwandel hat die Übergänge zwischen Produkten und Dienstleistungen immer fließender werden lassen. Aus diesem Grunde ist in den wissenschaftlichen Diskursen verstärkt das alternative Abgrenzungsmodell der „öko-effizienten Dienstleistungen“ eingebracht worden. Nach dieser Vorstellung verwandeln sich alle Produkte in „Dienstleistungserfüllungsmaschinen“1, sodass sich eine völlig neue Perspektive von Produkten und Dienstleistungen ergibt. Ökologische Dienstleistungskonzepte stellen hierbei Lösungsansätze zu gesellschaftlichen Konflikten dar, wobei aber auch ein sozialer und kultureller Wandel mit einhergehen muss. Als notwendige Ressource bei diesem Prozess wird immer mehr der Faktor „Wissen“ einbezogen. Deshalb ist in dieser Arbeit von Bedeutung Kriterien aufzustellen, mit denen eine Abgrenzung von „wissensintensiven Dienstleistungen“ möglich wird. Sie stellen das Potential dar, um ökologische Probleme bewältigen zu können und eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Damit befasst sich auch der dritte Teil dieser Ausarbeitung. Es wird versucht aufzuzeigen, wieso es zu einer ökologischen Krise gekommen ist, wie es mit unserem Planeten derzeitig bestellt ist und warum sich ein Leitgedanke der „Nachhaltigkeit“ entwickeln muss. Dieser wird meistens über drei Dimensionen definiert: die ökologische Dimension (Erhalt der Evolutionsfähigkeit der natürlichen Mitwelt), die ökonomische Dimension (Erhalt der Wertschöpfungspotentiale) und die soziale Dimension (Erhalt der Gesellschaft durch Demokratie und Partizipation). Es gilt alle drei Dimensionen integrativ zu behandeln. Ziel ist das Bild der Nachhaltigkeit für heute und zukünftigen Generationen und zwischen heute lebenden Generationen zu verwirklichen.

Neben dieser theoretischen Abhandlung entstand ein Aktionsprogramm namens „Agenda 21“, welches ein Handlungsleitfaden für die Umsetzung der Nachhaltigkeit darstellt. Dabei geht es in erster Linie um einen gesellschaftlichen Kommunikationsprozess, einen Dialog der zwischen verschiedenen Akteuren geführt werden soll, um somit eine nachhaltige Entwicklung zu verfestigen. Als Motor und Antreiber eignen sich hierbei besonders NPOs, die mit Hilfe von wissensintensiven Dienstleistungen den Anforderungen gerecht werden sollen. Daher ist im vierten Kapitel ihre Stellung in der Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Es soll den Fragen nachgegangen werden: Wie sich die Struktur, die Beschäftigung und die Finanzierung bei diesen Organisationen zusammensetzt. Wo ihre Tätigkeitsfelder liegen und wie der Aufbau von NPOs speziell im Umweltbereich beschaffen ist. Neben dieser theoretischen Auseinandersetzung über Nonprofit-Organisationen wird im letzten Teil des Projektberichts eine Organisation stellvertretend für diesen Sektor vorgestellt.

Anhand der Agentur „econtur“ als Praxisbeispiel wird geprüft, inwieweit sich Nonprofit-Organisationen als Ersteller wissensintensiver Dienstleistungen für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 21 eignen. Als Vorbereitung auf das Gespräch mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern2 sowie dem Geschäftsführer haben wir verschiedene Begrifflichkeiten abgegrenzt und sie dann vertieft.

2. Theoretische Grundlagen

Im Rahmen unseres Projektes „Wissensintensive Dienstleistungen“ wurden innerhalb der vergangenen zwei Semester eine Vielzahl von Begriffen erarbeitet, die auch in der folgenden Ausarbeitung verwendetet werden. Diese sollen kurz eingeführt und zum Teil gleich oder in den angeführten Kapiteln im Zusammenhang dargestellt werden. Oft sind es Schlagwörter, die im täglichen Gebrauch oder in den Medien vielfach gehört und genutzt werden, ohne dass eine allgemeingültige oder gar allgemein bekannte Definition existiert. Die Autoren wollen dem in diesem Abschnitt entgegenwirken, um eine einheitliche Verwendung in der Arbeit zu ermöglichen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Begriffe: Wissensintensive Dienstleistungen, Nachhaltigkeit und Nonprofit-Organisationen. 

2.1 Wissensintensive Dienstleistungen

Der Begriff wissensintensive Dienstleistungen wurde vor allem durch einen steigenden Wettbewerb aufgrund der zunehmenden Globalisierung und die Liberalisierung innerhalb des Handels geprägt. Innovative und individuelle Leistungsangebote sind von Nöten, um sich von Mitwerbern absetzen zu können.3 Um dem zunehmenden Konkurrenzdruck stand halten zu können, ist es für Unternehmen und Organisationen wichtig, sich der Ressource Wissen bewusst zu werden. Das Besondere an dieser ist, dass sie sich nicht verbraucht, sondern beim Gebrauch anreichert.4 Auch, wenn das Wesen wissensintensiver Dienstleistungen in der Wirtschaftswissenschaft noch unzureichend erforscht ist, reicht es dem Stand der Literatur nach nicht aus, Arbeitsleistungen als wissensintensiv einzustufen, wenn „Wissen“ der Haupteinsatzfaktor zur Erstellung einer Leistung ist. Unserer Kenntnis nach, vereinigen diese Leistungen mehrere Sachverhalte in sich. So ist ein hoher Grad an Interaktion zwischen Anbieter und Nachfrager ebenso von Bedeutung wie ein beträchtliches Maß an Individualität, Kooperation und Koordination. 5

 

[...]


1  Vgl. Bullinger, Hans-Jörg (1997), S. 557
2  Das Gespräch fand am 29.05.01 im Rahmen des AV „Ökologische Dienstleistungen“ statt.
3  Vgl. www.pm.iao.fhg.de/projekte/wik.pdf, 30.08.01
4  Vgl. Ausgabe März: siam-newsletter.de, 30.08.01
5  Vgl. www.pm.iao.fhg.de/projekte/wik.pdf, 30.08.01


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