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Der South Sea Bubble

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 19 Pages
Author: Patrick Avato
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V11043
ISBN (E-book): 978-3-638-17311-7

File size: 247 KB


Excerpt (computer-generated)

Der South Sea Bubble

Hausarbeit im Rahmen des Hauptseminars
„Zur Geschichte der Kapital- und Terminmärkte“
im SS 2002
Patrick Avato
Betriebswirtschaft
6. Fachsemester

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung .. 1

2. Geschichtlicher Rahmen .. 2
2.1. Europa Anfang des 18. Jahrhunderts .. 2
2.2. England Anfang des 18. Jahrhunderts .. 3
2.3. Wirtschaft und Kapitalmärkte .. 4

3. Die South Sea Company .. 4
3.1. Gründung und Anfagsjahre .. 4
3.2. Aufstieg .. 5
3.3. Höhepunkt .. 8
3.4. Untergang .. 10

4. Speculative Bubbles ..11
4.1. Definition und Ursachen ..11
4.2 South Sea Bubble: Spekulationsblase oder nicht? .. 13

5. Schlußwort .. 16

 

1. Einleitung

Unter dem sogenannten South Sea Bubble versteht man einen der bekanntesten und größten Börsencrashs der Geschichte. Er ereignete sich im Jahre 1720, als die Aktie der South Sea Company innerhalb kürzester Zeit einen verblüffenden Höhenflug erlebte, noch im selben Jahr jedoch ebenso schnell wieder abstürzte. Im folgenden soll zunächst ein Bild der geschichtlichen Rahmenbedingungen des South Sea Bubble gezeichnet sowie sein genauer Ablauf beschrieben werden. Anschließend soll auf die Natur von spekulativen Blasen eingegangen und versucht werden, diese anhand der Theorie der Behavioral Finance zu erklären. Ebenfalls anhand der Behavioral Finance soll schließlich die Frage diskutiert werden, ob es sich beim South Sea Bubble wirklich um eine spekulative Blase gehandelt hat oder ob der Crash nicht eher auf Veränderungen der Fundamentaldaten zurückzuführen ist.

2. Geschichtlicher Rahmen 

2.1. Europa Anfang des 18. Jahrhunderts

Der Beginn des 18. Jahrhunderts war in Europa durch eine regelrechte Euphorie bezüglich der Schätze der Kolonien in Amerika und Indien charakterisiert. Jeder hatte schon einmal von den scheinbar unerschöpflichen Gold- und Silberminen in Peru und Mexiko gehört, und Handelswaren aus den Kolonien wurden in den Hafenstädten und Handelszentren Europas rege gehandelt. Durch den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) und den Nordischen Krieg (1700-1721) hatte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts das politische Gewicht zugunsten von England, Österreich, Rußland und Preußen und zu ungunsten von Frankreich und Spanien verschoben.1

Frankreich steckte in einer ernsthaften Finanzkrise. Um dieser zu begegnen, vertraute Phillipp von Orléans dem schottischen Finanzexperten John Law nach und nach die wichtigsten Funktionen im französischen Finanzwesen an. 1716 begann Law, ein revolutionäres Programm zur Sanierung des Staatshaushaltes zu verwirklichen, das aber 1720 im Zuge des Missisippi Bubble kollabierte.

2.2. England Anfang des 18. Jahrhunderts

Als 1714 Queen Anne, die seit 1701 regiert hatte, starb und George I. aus dem Hause Hannover zum König gekrönt wurde, befand sich England sowohl wirtschaftlich als auch politisch im Umbruch. Es hatte eine besondere gesellschaftliche Entwicklung stattgefunden, wobei das Kräfteverhältnis zwischen Hochadel und Bürgertum nach vielfältigen Spannungen einen Zustand des Gleichgewichts erlangt hatte.2 Die Tudors waren gezwungen, dem Unterhaus (House of Commons) mehr Macht zuzugestehen, um die Kirche, der sie große Teile ihres Landes weggenommen hatten, in Schach zu halten. Das Unterhaus wurde von reichen Kaufleuten dominiert, die an der Erweiterung des Handels und an einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen interessiert waren. Außerdem herrschte sowohl persönliche als auch religiöse Freiheit.3

Diese Umstände trugen zu einem gewaltigen Aufschwung der englischen Wirtschaft bei, welcher die ganze Welt beeindruckte. London entwickelte sich rasend schnell: Seine Einwohnerzahl stieg um 1700 auf etwa 500 000, womit es selbst Paris überholt hatte. Bereits zu Anfang der 18. Jahrhunderts kann man in London von einem ausgeprägten Börsensystem sprechen . 1697 waren der erste private und 1714 der erste amtliche Kurszettel erschienen. Ungefähr seit dem Jahr 1700 gab es eine erste Nachrichtenagentur, die regelmäßig die Kurse veröffentlichte sowie Informationen zu den wichtigsten Börsenplätzen verbreitete. Auch die Zahl der Zeitungen, die täglich in London erschienen, stieg von einer einzigen im Jahre 1702 auf 18 im Jahre 1709: Ein weiteres Zeichen für die Entwicklung Londons zu einer wirtschaftlichen und politischen Metropole!4

[...]


1  Vgl. Weismantel, Wolfgang (1996) S.65
2  vgl. Mandrou, Robert (1982) S. 170ff.
3  vgl. North, Douglas, Thomas, Robert Paul (1973) S.146ff.
4  vgl. Encyclopedia Britannica (2001)


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