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Die öffentliche Wahrnehmung des Films "Das Leben der Anderen"

Termpaper, 2006, 24 Pages
Author: M.A. Bettina Goebel
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V110672
ISBN (E-book): 978-3-640-08834-8

File size: 121 KB
Notes :
Eine Auswertung von Rezensionen und Kritikerstimmen, mit Schwerpunkt auf die Debatte um die authentische Darstellung der Staatssicherheit.



Fulltext (computer-generated)

Hausarbeit

Bettina Goebel

European Master of Arts in Media, Communication and Cultural Studies

2. Studiensemester / Modul 3

Die öffentliche Wahrnehmung des Films " Das Leben der Anderen"

  Seminar: Kulturelle Bezüge und narrative Strukturen im „World Cinema“

Universität Kassel / SS 2006

 

 

Modulbegründung

Diese Hausarbeit wurde im Modul 3: „Medienästhetik und Medienanalyse“ erstellt und erkundet exemplarisch für einen aktuellen deutschen Film die Rezeptionswirkung und Beurteilung im deutschen Fachpublikum anhand von Rezensionen, beschäftigt sich mit dem gesellschaftspolitischen Zusammenhang der Filmerzählung, sowie mit Schwächen des Filmplots. Sie stellt damit kulturelle Bezüge her und beinhaltet Elemente von Medienanalyse und Medienästhetik. Inhaltlich gibt es Querverbindungen zum Seminar „Ulrich Plenzdorf im Kontext der Literatur- und Medienlandschaft zweier deutscher Staaten“, wo u.a. die Einwirkung der Stasi auf die Filmproduktion in der DDR ein Thema war. Das „Post-Wall- Cinema“, das deutsche Kino nach der Wiedervereinigung, bietet mit dem besprochenen Film ein besonders interessantes Feld der Vergangenheitsbewältigung durch Unterhaltungskino. Die spezifischen Ereignisse der deutschen Geschichte und deren Bearbeitung im Film tragen ihren Teil zum nationalen Selbstverständnis bei. Die Wahrnehmung in einem internationalen Umfeld, also durch das Ausland, macht den Film zu einem Teil des „World Cinema“.

 

INHALT

Einleitung 4

1. Der Film 6

1.1. Rahmendaten 6

1.2. Inhalt 6

2. Verortung – DDR und Stasi als Thema im Post-Wall Cinema 8

3. Kritikerstimmen 10

3.1. Einleitung 10

3.2. Kritikerstimmen Pro 11

3.3. Kritikerstimmen Contra 14

4. Die aktuelle Stasi-Debatte und die Reaktion der Opfer 18

5. Kleiner Nachtrag zum Hintergrund 20

6. Fazit und Ausblick 21

Literatur- und Quellennachweis 23

 

 

Einleitung

In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe zum Teil sehr erfolgreiche deutsche Filme gedreht worden, die zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik und deren Endphase spielen, darunter „Sonnenallee“ von Leander Haußmann und Thomas Brussig (1999), „Helden wie wir“ von Sebastian Peterson und Thomas Brussig (1999) und „Goobye Lenin“ von Wolfgang Becker (2003). Im Gegensatz zu diesen Filmen, die das Thema DDR komödiantisch verarbeiten, beschäftigt sich „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck mit der grausamen Seite des DDR-Regimes, der systematischen „Zersetzung“ von Künstlern durch die Bespitzelung der Staatssicherheit (Stasi). Sechzehn Jahre nach dem Fall der Mauer hat der Film eine erneute öffentliche Diskussion um die Stasi und ihre Methoden angestoßen1 und beschäftigt nicht nur die Kritiker der Feuilletons. Mitglieder des Bundestages wurden exklusiv zur Vorpremiere eingeladen, Personen des öffentlichen Lebens mit einschlägiger Kompetenz wie Joachim Gauck, Marianne Birthler und Wolf Biermann haben sich zum Film geäußert. Im Publikum hat er eine Fülle von z.T. sehr emotionalen Reaktionen ausgelöst, die sich in der Presse, wie auch im Fernsehen und in Internet-Foren niederschlagen. In der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ hieß es beispielsweise „der Film bedrücke seit Wochen hunderttausende Kinobesucher“2.

Das wirft eine Reihe Fragen auf: „Das Leben der Anderen“ ist keinesfalls der erste Film der Nachwendezeit, der sich kritisch mit der Stasi und ihren gesellschaftlichen Folgen auseinandersetzt. Warum also hat es so lange gedauert, bis nach all den Komödien (jüngstes Beispiel: „NVA“ von Leander Haußmann) ein Film, der sich mit der „dunklen“ Seite des Überwachungsstaates befasst, ein breites Publikum erreicht? Brauchten die Deutschen erst einmal einen ausreichenden Abstand durch den komödiantischen, „lockeren“, sogar albernen Umgang mit der Vergangenheit (z.B. in Ostalgie-Shows), bevor sie sich der unangenehmen Seite der Geschichte zuwenden konnten?3 „Filme sind Ausdruck eines zeitbedingten Selbstverständnisses und verraten indirekt vieles über uns: das Publikum“4. Eignet sich „Das Leben der Anderen“ zur Vergangenheitsbewältigung oder hat der Film gar eine Art „Deutungshoheit“ für das Thema erlangt, wie manche Kritiker vermuten?5 Wie nehmen die Ost-Zuschauer6 den Film wahr im Vergleich zu den Zuschauern im Westen? Während die ostdeutschen Zuschauer den Film mit ihren eigenen Erfahrungen abgleichen können, kann der Film bei West-Zuschauern ohne authentische Erinnerung an die DDR ein bestimmtes Geschichtsbild prägen, das sie unter Umständen zu einem ähnlichen Urteil kommen läßt wie Joachim Gauck („Ja, so war es!“)7 - trotz des Wissens, dass es sich um eine fiktive Erzählung handelt und nicht um einen Dokumentarfilm. Der Film erhebt einen Anspruch auf Authentizität, der sich unter anderem in der detailgetreuen Ausstattung der Filmkulisse und der aufwendigen Vorrecherche niederschlägt und hat dadurch bei Publikum und Kritikern eine Diskussion um wahrheitsgetreue Darstellung entfacht. Der Vorwurf einer Verfälschung von Geschichte muss angesichts der Vorführung vor Schulklassen durchaus ernstgenommen werden.

Natürlich können nicht alle der aufgeworfenen Fragen im Rahmen dieser Hausarbeit beantwortet werden. Um mich dem Thema anzunähern, habe ich ca. 30 Rezensionen, Interviews und Kritikerstimmen zum Film ausgewertet, darunter von prominenten Experten wie Joachim Gauck, Marianne Birthler, Wolf Biermann, Thomas Brussig, Hubertus Knabe (Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen) und Wolfgang Schmidt (ehemaliger Abteilungsleiter im Ministerium für Staatssicherheit). Ergänzt werden sie durch kritische Stellungnahmen aus dem Publikum, unter anderem aus dem Forum der Stasi-Opfer8. Eine vollständige Rezensionsanalyse würde den Rahmen sprengen, daher habe ich mich darauf beschränkt, die Hauptargumente der Kritiker zu extrahieren und sie gegenüber zu stellen. Zur Einführung folgen als Nächstes die Rahmendaten und eine Inhaltsangabe des Films, sowie eine kurze Einordnung in den Kontext anderer Nachwende-Filme über die DDR.

 

1. Der Film

1.1. Rahmendaten

„Das Leben der Anderen“ ist der Debütfilm von Regisseur und Drehbuchautor Florian Henckel von Donnersmarck (Jahrgang 1973), der in Westdeutschland aufgewachsen ist und sich das Wissen über die Deutsche Demokratische Republik und die Stasi-Methoden durch eigene Recherche angeeignet hat. Insgesamt hat er von der Idee bis zur Fertigstellung acht Jahre an dem Film gearbeitet, der zugleich seine Abschlussarbeit an der Hochschule für Film und Fernsehen in München ist. Das Melodram wurde mit Preisen überhäuft, erhielt vier bayerische Filmpreise, sieben Deutsche Filmpreise („Lolas“)9 und schließlich im Juli 2006 noch den Friedenspreis des Deutschen Films. Kinostart war der 23. März 2006, im Juli 2006 hatten über 1,3 Millionen Zuschauer den Film gesehen10. In den Hauptrollen sind zu sehen Ulrich Mühe (Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler), Sebastian Koch (Schriftsteller Georg Dreyman), Martina Gedeck (Christa-Maria Sieland, dessen Lebensgefährtin), Ulrich Tukur (Oberstleutnant Grubitz) und Thomas Thieme (Minister Hempf).

1.2. Inhalt

Ost-Berlin, 1984. Der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler wird vom Kulturminister Hempf beauftragt, den Schriftsteller und Dramatiker Georg Dreyman zu überwachen. Ein Operativer Vorgang (OV) wird eingeleitet, Dreymans Wohnung wird verwanzt und auf dem Dachboden des Wohnhauses eine Abhörzentrale eingerichtet, in der Wiesler von nun an am Privatleben von Dreyman, seiner Lebensgefährtin Christa-Maria Sieland und deren Künstler- Freundeskreis teilnimmt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Hempf keine politischen, sondern private Gründe hat, Dreyman zu überwachen: er hat eine erzwungene Affäre mit der von ihm begehrten schönen Schauspielerin Christa-Maria, die er dazu benutzt, sie auch beruflich unter Druck zu setzen. Dreyman, der bisher den Balanceakt des anerkannten staatstreuen Dramatikers mit kritischem Bewusstsein meistert, wandelt sich nach dem Selbstmord eines Freundes, des mit Berufsverbot belegten Theaterregisseurs Jerska, zum Dissidenten und beschließt, für den „Spiegel“ einen Artikel über die hohe Suizidrate in der DDR zu schreiben. Wiesler gerät in seiner Abhörzentrale angesichts der Wandlungen Dreymans zusehends in einen Gewissenskonflikt. Durch das Lauschen gewinnt er Einblicke in eine Lebenswelt, die ihm bisher unbekannt war, und die im Gegensatz zu seiner eigenen eine Fülle an sozialen Kontakten, Gefühlen, künstlerischen und politischen Ambitionen beinhaltet. Der gefühlskalte, innerlich verhärtete und berechnende Stasi-Hauptmann nimmt zunehmend Anteil an den Konflikten des Künstlerpaares und wandelt sich so zum fühlenden Wesen (Schlüsselszene: Dreyman spielt nach dem Selbstmord seines Freundes auf dem Klavier die „Sonate vom guten Menschen“, die Wiesler zu Tränen rührt). Wiesler beschließt, Dreyman zu schützen und fängt an, die Abhörprotokolle zu seinen Gunsten zu fälschen. Er lässt ein Beweisstück, die Schreibmaschine, auf der Dreyman das Manuskript für den „Spiegel“-Artikel geschrieben hat, vor einer Durchsuchungsaktion der Stasi verschwinden. Durch eine weitere Aktion lässt er Dreyman Zeuge der heimlichen Affäre von Christa-Maria und Hempf werden. Die tablettensüchtige Frau Sieland wird aus fadenscheinigen Gründen verhaftet (der lange Arm des Ministers Hempf) und kurzerhand zum IM verwandelt. Sie kehrt in die gemeinsame Wohnung des Paares zurück, wo sie Dreyman, nun im vollen Bewusstsein des Vertrauens-bruchs, erwartet. Er überspielt jedoch sein Wissen. Beim Verlassen der Wohnung läuft Christa-Maria vor ein Auto und verunglückt tödlich. Wieslers Fälschungen fliegen auf, und er wird in die Poststelle strafversetzt, wo er zukünftig Briefe aufdampfen darf.

Epilog.

Jahre später, nach dem Fall der Mauer. Dreyman sitzt in der Gauck-Behörde und liest seine Stasi-Akten. Er entdeckt, dass er durch den Stasi-Spitzel mit dem Kürzel HGW XX/7 geschützt wurde, der, um die „Spiegel“-Aktion zu verdecken, eine komplette Geschichte über die Verfassung eines linientreuen Jubiläums-Theaterstückes erfunden hat. Er entdeckt auch zu seiner Erschütterung, dass Christa-Maria als IM angeworben wurde, und der Stasi das Versteck seiner „Spiegel“-Unterlagen und der verdächtigen Schreibmaschine verraten hat. Wiesler verdient unterdessen seinen mageren Lebensunterhalt durch das Austragen von Werbeprospekten. Er kommt zufällig an einem Buchladen vorbei und sieht im Schaufenster das Bild des mittlerweile erfolgreichen Dreymans aus Anlass der Veröffentlichung seines neuen Buches. Er geht in den Buchladen, um es zu kaufen. Als er die erste Seite aufschlägt, sieht er folgende Widmung: „HGW XX/7 gewidmet, in Dankbarkeit.“11

 

2. Verortung – DDR und Stasi als Thema im Post-Wall Cinema 12

Es gibt und gab eine Reihe Filme, die sich kritisch mit der DDR und der Wiedervereinigung beschäftigten, wie Ralf Schenk in seinem Artikel „Die DDR im deutschen Film nach 1989“ darlegt:13 schon gleich nach dem Mauerfall, 1990 und 1991 setzten sich ehemalige DEFARegisseure mit dem eben vergangenen Staat auseinander (z.B. „Letztes aus der Da Da eR“ von Jörg Foth, „Das Land hinter dem Regenbogen“ von Herwig Kipping oder „Verfehlung“ von Heiner Carow). Der ehemalige DDR-Schauspieler Michael Gwisdek drehte 1993 mit „Abschied von Agnes“ eine „Psychostudie über die Totalüberwachung eines Individuums“14. Später versuchten sich auch West-Regisseure mehr oder weniger erfolgreich an dem Thema DDR und Stasi, so Margarethe von Trotta („Das Versprechen“, 1995), Helma Sanders- Brahms („Apfelbäume“, 1992) und Connie Walther („Wie Feuer und Flamme“, 2001). Die Stasi spielte bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit in den Medien und auch in einigen Filmen eine Art Sündenbock-Rolle, die die Masse der ehemaligen DDR-Bürger von Schuld freisprach und die Stasi-Protagonisten wurden als brutal und hinterhältig dargestellt.15 Diese Filme hatten aber keinen kommerziellen Erfolg und blieben einem begrenzten Programmkino- Publikum vorbehalten, während die wirklich erfolgreichen Filme Kömodien wie „Helden wie wir“ (1999) waren, die das Thema ironisch-satirisch verarbeiten. Als mögliche Erklärung hierfür bemerkt Schenk: „Die Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher mit dem, was sie in und an der Bundesrepublik vorfanden, schlug sich unter anderem in einem verklärenden Blick zurück, einer vom Wende-Zorn längst abstrahierten, freundlicheren Sicht auf die DDR nieder. In dieser Situation kam Leander Haußmanns und Thomas Brussigs Film „Sonnenallee“ gerade recht.“ Aber auch in der Gunst der westdeutschen Zuschauer lagen Komödien wie „Goodbye Lenin“ (‚Die DDR als Traum, Refugium oder Fake’) bisher vorne. Warum also ist „Das Leben der Anderen“ der erste ernsthafte DDR-Film, der Zuspruch bei einem breiten Publikum bekommt? Der Historiker Ulrich Herbert erwidert im Interview auf die Frage: „Erst „Good Bye, Lenin!“, dann „Das Leben der Anderen“: Läuft Aufarbeitung eigentlich immer in bestimmten Phasen ab?“: „Nein, es gibt keine feste Rhythmisierung, auch wenn es nach Diktaturen oft erstmal das Bedürfnis gibt, zu vergessen und die neuen

Verhältnisse zu etablieren. Dann gibt es das Bedürfnis, sich über die früheren Machthaber lustig zu machen: Hitler-Witze nach ’45 oder Honecker-Witze nach ’89 hatten etwas Befreiendes. Erst nach einer gewissen Zeit taucht der Schrecken wieder auf. Nehmen wir den Stasi-Film „Das Leben der Anderen“: Schon vor 15 Jahren gab es Stasi-Debatten, aber damals wurde das als fast normal, zum Teil gar als nervtötend empfunden. Die zeitliche Distanz ermöglicht es nun, dass Jüngere ihre Fassungslosigkeit angesichts des bis dahin historisch unbekannten und unvorstellbaren Maßes der staatlichen Bespitzelung von Privatleben zum Ausdruck bringen können.“16

Der Historiker, DDR- und Stasi-Experte Stefan Wolle schreibt dazu : „…offenbar hat es ein Defizit gegeben. „Das Leben der Anderen“ hat einen unsichtbaren Nerv getroffen. Er wirft Fragen auf, die durch die Wissenschaft nicht zu klären sind. Er zeigt, dass zwischen dem Alltag in der DDR und dem Stasi-System keine Grenze verlief, sondern dass im Gegenteil der Überwachungs- und Repressionsapparat tief in das Leben der Menschen eingegriffen hat. Die Stasi bekommt ihr menschliches Gesicht zurück, das sie in 16 Jahren der Versachlichung verloren hat.“17 Wolle bezieht sich hier auf die historische Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit und der SED-Diktatur wie z.B. durch die ‚Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur’ oder die Gauck-Behörde. Dazu zählen auch Dokumentarfilme wie „Keine verlorene Zeit“ von Dörte Franke, Christopher Bauder und Marc Bauder (2000) und „Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde“ von Jan Lorenzen und Christian Klemke (2003). Obwohl sich natürlich Fiktion und Dokumentarfilm als verschiedene Genres nicht miteinander vergleichen lassen, muss sich ein Film wie „Das Leben der Anderen“ nicht nur in Fragen der Publikumswirkung zu den DDR-Komödien, sondern auch in Fragen der Authentizität zu Dokumentationen in Bezug setzen, die einen Gegenpol zu den Komödien im weiten Feld der DDR-Vergangenheitsbewältigung darstellen.

 

3. Kritikerstimmen

3.1. Einleitung

Schon im Vorfeld des Filmstarts, besonders aber nach den Preisverleihungen, ging ein Sturm der Begeisterung durch die deutschen Feuilletons, der mitunter relativ kritiklos anmutete. Der Film „versetzt die Filmkritik in Verzückung, lockt das Publikum in hellen Scharen ins Kino, erhält Preise und beschäftigt nebenbei sogar noch die Klatschspalten der Zeitungen. Kurzum, ein Kultfilm wurde geboren.“18 „Viele junge Menschen und besonders auch Westdeutsche haben den Eindruck, jetzt endlich das wahre Herrschaftssystem des ostdeutschen Kommunismus vorgeführt zu bekommen“.19 Es meldeten sich anschließend aber auch kritische Stimmen von fachkompetenten Zeitzeugen zu Wort, die Vorwürfe von Verharmlosung und Geschichtsverfälschung laut werden ließen. So wirft z.B. Günter Jeschonnek dem Regisseur vor: „Er entmündigt seine Zuschauer und entlässt sie mit einer historischen Lüge. Ernstzunehmende Filmkritiker und Historiker haben sich vor allem deshalb nicht den pauschalen Lobeshymnen vieler Feuilletonisten angeschlossen“.20 Zur psychologischen Wirkung des Films schreibt Stefan Wolle: „Der Film ruft jenes untergründige und oft verdrängte Gefühl der Angst wieder hervor, jenes allgegenwärtige Gefühl des Misstrauens, das Bewusstsein der Doppelbödigkeit aller menschlichen Beziehungen. (…) Er zeigt eine Gesellschaft, die bis in die innersten Zirkel der Privatheit vom Stasi-Gift zersetzt war.“21 Diese Wirkung wurde jedoch für manche fachkundige Rezipienten durch erhebliche sachliche Fehler im Plot und eine unglaubwürdige Darstellung, ja, durch eine unglaubwürdige Erzählung insgesamt geschmälert. Im Folgenden werde ich zunächst die Statements der Befürworter, anschließend die Argumente der Kritiker auszugsweise zusammenfassen. Die Urteile von Stasi-Opfern und ehemaligen MfSAngehörigen (wie Wolfgang Schmidt), von DDR- und Stasi-Experten (wie Stefan Wolle, Günter Jeschonnek, Jens Gieseke) und westdeutschen Feuilletonisten unterscheiden sich dabei naturgemäß sehr stark, allerdings nicht immer in eine Richtung, die man vermuten würde.

3.2. Kritikerstimmen Pro

An positiven Pressestimmen herrschte kein Mangel, von denen ich hier nur einige erwähnen möchte: vom „bisher besten Nachwende-Film über die DDR“ und einer „Parabel über die Unmöglichkeit, sich vor den politischen Verhältnissen in einer Nische der Wohlanständigkeit zu verschanzen“ ist die Rede22, andernorts heißt es: „Der Film (…) vermittelt ein Gefühl für die DDR, wie man es so noch nicht im Kino erlebt hat, frei von Folklore und Ornamenten. (…) Florian Henckel von Donnersmarck legt die Mechanik der Macht bloß.“ Er „ist dabei, mit seinem Film eine Diskussion in Bewegung zu setzen, deren Tragweite er womöglich unterschätzt hatte.“23

Unter den Kritikern sind besonders jene Zeitzeugen interessant, die aufgrund ihrer Biografie und beruflichen Kompetenz ein ausgeprägtes Urteilsvermögen in Sachen Deutsche Demokratische Republik und Staatssicherheit mitbringen.24 Hier möchte ich Joachim Gauck, Marianne Birthler, Wolf Biermann und Thomas Brussig zitieren. Joachim Gauck, der ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, war von dem Film emotional sehr ergriffen und verstieg sich zu einem begeisterten „Ja, so war es!“. Er habe sich in die damalige Zeit zurück versetzt gefühlt, auch wenn es einen Stasi-Offizier wie Wiesler vermutlich nicht gegeben hat. Aber: „ein Spielfilm ist keine zeitgeschichtlicher Dokumentation, er kann freier mit Geschichte umgehen.“25 Marianne Birthler, seine Amtsnachfolgerin, kommt zu einem ausgewogenen, positiven Urteil: „Was die Authentizität des Falls betrifft, in dem ein Stasi-Offizier sich unter hohem eigenen Risiko auf die Seite seiner Opfer schlägt, seine Vorgesetzten das ahnen, ihn aber trotzdem gewähren lassen: Einen solchen Fall gab es nach unserer Kenntnis nicht.“26 Aber: „Vielleicht

erzählt der Film auch mehr von der Sehnsucht danach. (…) „Das Leben der Anderen“ zeigt in bedrängender Weise, wie auch in einer eher unblutigen Diktatur wie der späten DDR Menschen eingeschränkt und des Vertrauens zu ihren Mitmenschen beraubt werden.“27 Auch Wolf Biermann bescheinigt dem Film trotz historischer Ungenauigkeiten einen authentischen Bezug und lobt die gelungene emotionale Vermittlung des Gewissenskonflikts: „Die Grundgeschichte in „Das Leben der Anderen“ ist verrückt und wahr und schön – soll heißen: ganz schön traurig. Der politische Sound ist authentisch, der Plot hat mich bewegt.“ Gewisse, von Freunden bekrittelte „Unschärfen“ hält er für nebensächlich und lobt die künstlerische Leistung des Films, den gesichtslosen Stasi-Schergen seiner Vergangenheit, durch die auch er „zersetzt“ werden sollte, in Gestalt von Ulrich Tukur endlich ein Gesicht verliehen zu haben. Er räumt aber ein, dass sein verstorbener Freund und Stasi-Opfer Jürgen Fuchs wahrscheinlich anders über den Film geurteilt hätte.28 Regisseur und Schriftsteller Thomas Brussig bezeichnet die Geschichte vom Stasi-Spitzel, der seine Opfer beschützt, als „Kinolüge“, die vermutlich kaum auffallen wird: „Denn sein Film ist in den Details so realistisch, dass man wie von selbst glaubt, er beruhe auf Tatsachen.“ Dennoch: „Er lässt Spielraum für die verbreitete Auffassung, in der DDR hätten stolze, freie Menschen gelebt, die nur durch die Stasi und die Verbreitung nackter Angst niedergehalten wurden“, was jedoch eine Illusion sei. Zu seiner eigenen Verteidigung als Co- Autor des Films „Sonnenallee“ sagt er: „Nicht die DDR-Komödien haben das Bild verzerrt, sondern das schlichte Nichtvorhandensein solcher Filme wie „Das Leben der Anderen“.29 Der ehemalige DDR-Journalist Martin Sachse identifiziert sich so sehr mit der Geschichte, dass er den Filmtitel in „Mein eigenes Leben“ ummünzt und ihn zum Anlass nimmt, seine eigene Leidensgeschichte zu erzählen. Er wurde beim DDR-Fernsehen und den DEFAStudios mit Berufsverbot belegt, und durch die Stasi-Verfolgung privat und beruflich „erfolgreich zersetzt“ – allerdings ohne Happy-End. Im Gegensatz zu den obigen Zeitzeugen sagt er: „Die Geschichte könnte sich so zugetragen haben, hat sie doch viele Analogien zu Schicksalen verfolgter Intellektueller und Künstler.“ Er wertet den Film als „wichtigen Beitrag, den politikmüden Menschen in unserem Land die jüngste deutsche Diktatur näher zu bringen.“30

Welche historische Tragweite das Thema hat und wie ernst der Film genommen wird, zeigt die mehrfache Erwähnung im Pressespiegel zum Votum der Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes „Aufarbeitung der SED-Diktatur“31, mit der eine neue Etappe der Vergangenheits-Aufarbeitung eingeleitet werden soll. Auf die Frage: „Wie weit sind Ost- und Westdeutschland noch voneinander entfernt, wenn es um eine Einschätzung und Haltung zu den Ereignissen in der ehemaligen DDR geht?“ antwortet Tobias Hollitzer im Interview mit Telepolis: „Unter diesem Gesichtspunkt sind Filme wie " Das Leben der Anderen" , (…) bei allen Einwänden, die man im Detail oder von Seiten der Wissenschaft erheben könnte, wichtige Momente staatspolitischer Bildung. Sie bauen eine Brücke von dem Teil des Landes, der die kommunistische Diktatur hautnah erlebt hat, zu dem Teil, der sich darunter nichts Genaues vorstellen kann.“32 Dies weist wiederum auf das von Wolle erwähnte Defizit hin, das es offenbar bei der ernsthaften und dennoch unterhaltsamen und spannenden Vermittlung von menschlichen Trägodien aus der Deutschen Demokratischen Republik gegeben hat. Nach der wissenschaftlichen Aufarbeitung und der humoristischen Distanzierung fehlte offensichtlich noch der emotionale Bezug zu den tausendfach erlittenen Schicksalen und „zersetzten“ Existenzen.33

3.3. Kritikerstimmen Contra

Bei den Kritikern, die den Film negativ beurteilen, überwiegen hauptsächlich die Vorwürfe der sachlich-historischen Fehler, der mangelnden Authentizität oder sogar der Verharmlosung. Es gibt, so die „Junge Welt“, den Unterschied zwischen den Wissenden und den Unwissenden,34 also den Zuschauern, die den Stasi-Terror selbst erlebt haben, und denjenigen, die ihn nur medial vermittelt kennen. Innerhalb der „Wissenden“ muss man natürlich unterscheiden zwischen den Reaktionen von Stasi-Opfern und denen von ehemaligen MfS-Mitarbeitern, den „Stasi-Insidern“.35 Als weitere Gruppe sind abermals kritische Experten vertreten.

Florian von Donnersmarcks Fachberater waren Manfred Wilke (Leiter im Forschungsverbund SED-Staat an der FU Berlin) und Wolfgang Schmidt (ehemaliger Stasi-Oberstleutnant und zuletzt Leiter der Auswertungsgruppe der Hauptabteilung XX, die auch für Kultur zuständig war). Dennoch finden sich im Plot eine Reihe sachlicher Fehler, die die Geschichte unglaubwürdig machen:

- Hauptmann Wiesler ist im Film Dozent an der Stasi-Hochschule, Leiter des Operativen Vorgangs und Spitzel in einer Person. In Wirklichkeit waren diese Funktionen streng getrennt und auf verschiedene Personen verteilt. „Der Kardinalfehler in Bezug auf die historischen Fakten liegt darin, dass es einen Stasi-Mann, der gleichzeitig Dozent an der Stasi-Hochschule, persönlicher Überwacher und Leiter der Verhöre von Verdächtigen war, nicht gab. Tatsächlich praktizierte gerade die Stasi strenge Arbeitsteilung.“36

- Auch das Abhören und die Abschrift der Bänder (die Abhörprotokolle) wurde von zwei verschiedenen Personen durchgeführt, so dass ein Betrug unmöglich gewesen wäre: Abhörbander und Abschrift lagen dem MfS immer gemeinsam vor.37

- Diese Arbeitsteilung bewirkte auch, dass der Überwachte nicht als Mensch, sondern als „Objekt“ oder Feind wahrgenommen wurde, dass es „eine organisierte Distanz zwischen Opfer und Täter gab“38, die eine gefühlsmäßige Annäherung wie im Film zwischen Wiesler und Dreyman verhindert hätte: „Die Möglichkeit, dass ein Verfolgter als Mensch unmittelbar auf den für seine Verfolgung verantwortlichen Stasi-Offizier einwirken konnte, war faktisch nicht vorhanden. Und das war kein Zufall, sondern System. Es war einer der entscheidensten Wirkungsmechanismen der Stasi“.39

- Kulturminister Hempf hätte kraft seines Amtes nicht die Anordnung eines Operativen Vorgangs veranlassen können: „Ein Kulturminister, der mit diesem Amt nicht einmal Mitglied im DDR-Politbüro war, konnte einem Stasioffizier übrigens auch keine Befehle erteilen oder seine Karriere beeinflussen. Kein Funktionär konnte auch die Stasi mal eben so auf einen x-beliebigen DDR-Bürger ansetzen, schon gar nicht aus derlei persönlichen Motiven.“40

Wolfgang Schmidt bezeichnet einige Darstellungen im Film als „völlig absurd“41 und kommt damit zu einem teilweise ähnlichen Urteil wie Stefan Wolle: - die Sexualmoral im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war eher spießig42:„Gerade im Parteiapparat war die Atmosphäre von kleinbürgerlicher Spießigkeit und nicht von morbider Sinneslust geprägt.“43 Vor diesem Hintergrund war eine Affäre wie die zwischen Hempf und Sieland unwahrscheinlich: „Mitarbeiter, die sich auf intime Beziehungen zu IM’s eingelassen hatte, wurden in aller Regel aus dem MfS entfernt.“ - Auch gab es laut Schmidt und Wolle keine Berufsprostituierten, die Mitarbeitern des MfS Hausbesuche auf Kosten des Arbeitgebers abstatteten: „…die Behauptung, das MfS hätte einen kostenlosen Service zur Befriedigung der erotischen Bedürfnisse einsamer Mitarbeiter unterhalten, ist schlichtweg albern.“44

- die zur „Raumüberwachung“ benötigte Technik sei, wie alles in der DDR, Mangelware gewesen und nur „in Ausnahmefällen“ eingesetzt worden. Für das Einleiten eines Operativen Vorgangs hätte es konkrete Verdachtsmomente geben müssen, keinesfalls sei ein OV aus Eifersuchtsmotiven, wie im Film, denkbar. - kaum vorstellbar sei, dass Margot Honecker dem Schriftsteller Dreyman Alexander Solschenizyns Buch „Archipel Gulag“ schenkt.

- abwegig sei auch, daß einem neuen inoffiziellen Mitarbeiter erklärt wird „Sie sind jetzt IM!“. Das Kürzel „IM“ (Inoffizieller Mitarbeiter) war eine rein MfS-interne Bezeichnung und wurde erst 1990 öffentlich bekannt.

- 40 Stunden dauernde Verhöre, so wie sie von Wiesler im Film demonstriert werden, habe es nicht gegeben, denn „der Achtstundentag galt auch im MfS“.45 Schmidt relativiert allerdings die sachlichen Fehler angesichts der künstlerischen Freiheit und der Botschaft, die von Donnersmarck vermitteln will. Einwände wie von Jens Gieseke, dass es so eine Figur wie Wiesler im wirklichen Leben nicht gegeben hat bzw. geben konnte, („reale Vorbilder für Wiesler muss man schon sehr gewaltsam an den Haaren herbeiziehen“46) seien irrelevant, da es sich um eine fiktive Figur handelt, die den Gewissenskonflikt eines Stasi-Spitzels verdeutlichen soll. „Nun wäre es Schwachsinn, eine fiktive Handlung am Maßstab der Realität zu messen. Überhöhung von Konflikten oder die Komprimierung von Eigenschaften in einzelnen Personen sind legitime Mittel künstlerischer Gestaltung. So lohnt es sich nicht darüber zu polemisieren, ob und inwieweit ein Kulturminister Weisungsrechte gegenüber MfS-Mitarbeitern besaß, oder wie die damit angedeutete führende Rolle der SED im MfS konkret umgesetzt wurde“47. Ein Mitglied aus dem Forum der Stasi-Opfer stellt fest, dass die Erzählung des Plots durch die historischen Ungenauigkeiten erst möglich wird.48

Ein weiterer Kritikpunkt ist die persönliche Motivation von Minister Hempf, Dreyman überwachen zu lassen: damit wird ein eigentlich politisches Thema entschärft, denn „er (von Donnersmarck) rechnet die Ideologie einfach auf das Private herunter.“49 Aus einem Politwird ein Eifersuchts-Drama, das erst später durch Dreymans Wandlung zum Dissidenten einen politischen Anstrich bekommt. „Das ist das eigentlich Kuriose an diesem Film: Die Überwachung, von der er erzählt, und mit dem er die wahre Natur des Überwachungsstaats bloßlegen will, ist rein persönlich durch Eifersucht motiviert und gar keine politische.“50 Diese Schwäche im dramaturgischen Gerüst erscheint umso unverständlicher, als es reale Vorlagen zuhauf gibt, in denen Künstler aus politischen Gründen abgehört wurden. „Die hoch dramatischen und schmerzhaften Geschichten der deutsch-deutschen Vergangenheit liegen quasi auf der Straße. Man muss sie nicht in mehrjähriger Recherchearbeit gegen die Fakten erfinden wollen wie von Donnersmarck.“51 Warum also hat von Donnersmarck nicht eine reale Begebenheit verfilmt?

Peter Körte bezeichnet den Film in der FAZ als Konsensfilm: „So sieht der Konsensfilm aus, den sich die Branche bestellen müsste, wenn er nicht schon da wäre. (…) Er tut niemandem weh, er organisiert Einverständnis, indem er noch im Scheitern (…) einen Sinn findet.“52 Im Wandel des bösen Stasi-Spitzels zum Gutmenschen und dem versöhnlichen Ende des Films - Dreyman ist auch im Westen erfolgreich, während Wiesler sein Leben als Zeitungsausträger fristen muss, jedoch durch Dreymans Widmung getröstet wird – sehen einige Kritiker ein „Entlastungsbedürfnis“ als mögliches Motiv der Vergangenheitsbewältigung. " Dass von Donnersmarck (…) gerade diese Figur erfunden hat, kann für Knabe bei aller ernsthafter aufklärerischer Absicht nur einen Grund haben: ‚Die Suche nach Entlastung.’ “53 Rüdiger Suchsland fragt: „Henckel von Donnersmarck erfindet sich den guten Stasi-Menschen - und man möchte schon wissen, woher das Entlastungsbedürfnis eigentlich kommt, das sich in solchen Szenarien befriedigt?“54

Noch weiter geht Jan Schulz-Ojala, der im „Tagesspiegel“ die These aufstellt, dass der Film in eine Reihe zu stellen sei mit den Filmen „Der Untergang“ und „Der freie Wille“, die allesamt Täter zu Opfern stilisieren, indem sie die menschliche, die menschelnde Seite des Bösen entdecken. Schulz-Ojala diagnostiziert dies als Teil eines allgemeinen gesellschaftlichen Trends, in dem sich die Betonung in der medialen Darstellung der Deutschen vom einstigen Tätervolk zur Darstellung eines Volks von Opfern verschoben hat.55

Günter Jeschonnek spricht angesichts des überschwenglichen Lobs der Kritiker und der verharmlosenden Filmerzählung von einem „Faustschlag ins Gesicht“ der Stasi-Opfer. Als Beispiel nennt er die Strafmaßnahme, die gegen Hauptmann Wiesler angeordnet wird, nachdem seine gefälschten Abhörprotokolle auffliegen (er wird in die Postkontrolle versetzt, um Briefe aufzudampfen) – und setzt dem ein berüchtigtes Zitat von Stasi-Chef Erich Mielke entgegen, in dem dieser jedem Abtrünnigen die Todesstrafe androht: „ …hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil.“56 Ein Verrat der Staatssicherheit wurde mit Todesstrafe geahndet, und nicht mit derlei harmlosen Sanktionsmaßnahmen wie im Film57.

 

4. Die aktuelle Stasi-Debatte und die Reaktion der Opfer

Hier lässt sich ein Zusammenhang herstellen zum aktuellen Stand der DDR-Vergangenheitsaufarbeitung und dem Verhalten ehemaliger Stasi-Offiziere, die sich durch ihr Auftreten in der Gedenkstätte Hohenschönhausen diskreditiert haben: anlässlich einer Podiumsdiskussion zur Aufstellung eines Gedenksteins am 14.3.2006 kam es zum Eklat, als 200 ehemalige MfS-Offiziere erschienen, von denen einige das Wort ergriffen, sich gegen die Gedenkstätte und die Formulierung „kommunistische Diktatur“ wandten und jede Schuld abstritten. „Der langjährige Gefängnischef schimpfte über die Museumsführer, die größtenteils früher selbst bei ihm in Haft waren: „Sie stellen sich als Opfer dar und deklarieren uns zu Tätern.““58 Der Eklat hat zu Rücktrittsforderungen gegenüber Kultursenator Flierl (PDS) geführt, der sich nicht deutlich von den Provokationen distanzierte. Dazu Günter Jeschonnek: „Bis heute hat sich nicht ein einziger Stasi-Offizier mit seiner Arbeit und Schuld kritisch und öffentlich auseinandergesetzt – im Gegenteil: In Berlin traten in diesen Tagen die einstigen Amtsträger der Stasi selbstbewusst auf unf verkündeten schamlos die Rechtmäßigkeit ihres Tuns.“59 Am selben Tag fand übrigens auch die Vorführung von „Das Leben der Anderen“ für Mitglieder des Deutschen Bundestags statt60. Der Filmstart und der Eklat von Hohenschönhausen haben sich so in ihrer Wirkung als Anstoß zu einer neuen Stasi-Debatte verstärkt.61

In dieser gereizten, aufgeladenen Atmosphäre fallen dann auch die Reaktionen von Opferverbänden auf den Film dementsprechend aus: In einer Pressemitteilung im Vorfeld der Verleihung des Deutschen Filmpreises erklärt die „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ (VOS), dass der Film eine solche Würdigung nicht verdient hätte, weil von ihm ein „falsches Signal“ ausgehe: „Dem unbedarften Kinobesucher, also der großen Masse schlechthin wird hier suggeriert, dass die Stasi-Verbrecher im Grunde doch bedauernswerte Leute sind, die nach 1990 ihre Existenz verloren haben und nun zum Sozialfall geworden sind. Und sie waren ja auch Menschen wie wir, was man an dem Sinneswandel eines Stasi- Hauptmannes ersehen kann.“62 Die VOS wertet dieses Signal als eine Demütigung und Beleidigung der Opfer und schlägt damit in dieselbe Kerbe wie Stasi-Opfer M. Falcke, der in einem Kommentar auf der Website der „Zeit“ zum Filmboykott aufruft: „In einer Mischung aus dokumentativer Kamera und eher literaturtypischer Sprache, gaukelt der Autor/Regisseur dem Publikum eine Stasi vor die es so nie gab.“ Zu der Aufzählung der sachlichen Fehler sagt er: „Was für den einen oder anderen als Erbsenzählerei anmuten dürfte ist für Menschen, die bis zum Erbrechen durch derartige konspirative Methoden geschädigt wurden, keine Lappalie.“63 Hubertus Knabe, Leiter der Gedenkstätte für Stasi-Opfer im ehemaligen MfS-Gefängnis Hohenschönhausen, verweigerte von Donnersmarck die Drehgenehmigung mit der Begründung, dass der Film die „Heroisierung eines Stasi-Mannes“64 betreiben würde. „Die Opfervertreter haben das (die Drehgenehmigung, Anm. d. Verf.) kategorisch abgelehnt, weil ihre Erfahrung mit der Staatssicherheit diametral anders war”, so Knabe. Man könne „einen Ort, in dem Menschen gelitten haben und den sie vielleicht im Kino wiedererkennen, nicht als Kulisse für einen Film missbrauchen, der so lässig mit dieser Vergangenheit umgeht.”65

 

5. Kleiner Nachtrag zum Hintergrund: Die Stasi-Vergangenheit der Jenny Gröllmann

Es gibt eine beklemmende Parallele des Films zur Biografie des Hauptdarstellers Ulrich Mühe: Jahre nach dem Fall der Mauer fand er heraus, dass seine frühere Frau Jenny Gröllmann als „IM“ für die Stasi gearbeitet hatte. In einem Interview, das im Buch zum Film veröffentlicht wurde, spricht er darüber und über seine Erfahrungen beim Lesen der eigenen Stasi-Akten.66 Frau Gröllmann hat daraufhin im April 2006 eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Berlin erwirkt, wonach das Buch nur noch mit geschwärzten Textpassagen vertrieben werden darf.67 Sie streitet eine Mitarbeit für das MfS bis heute ab, obwohl laut Marianne Birthler der Fall nach Aktenlage völlig unstrittig ist.68 Ihre Biografie ähnelt „fatal Donnersmarcks Film, dem sie eine besondere Authentizität zu verleihen scheint“69 und auf den sie nun einen wahrscheinlich unbeabsichtigten, aber willkommenen Werbeeffekt ausübt. Die Geschichte des ehemaligen DDR-Schauspieler-Traumpaars Mühe/Gröllmann liest sich dabei wie eine Vorlage zum Filmstoff und wird sich in der Wahrnehmung der Zuschauer mit der fiktiven Figur der Christa-Maria Sieland verbinden.70

 

6. Fazit und Ausblick

Zusammenfassend möchte ich noch einmal die Kritiker zu Wort kommen lassen und ihre Antworten auf die Fragen nach gelungener oder misslungener Vergangenheitsbewältigung, der zugesprochenen Deutungshoheit und den Anspruch auf angemessenen Umgang mit Geschichte durch den Film. Die zahlreichen Kritikpunkte lassen den Schluss zu, dass es sich bei „Das Leben der Anderen“ entsprechend seinem Schöpfer doch um ein Werk mit einem westdeutschen Blick auf ein fiktives Einzelschicksal in der Geschichte der DDR handelt. „Der Film ist künstlerisch ein Meisterwerk, historisch ein Märchen“, so fasst Rainer Eckert die entgegengesetzten Pole der Kritik zusammen. Wolfgang Schmidt fragt: „Ist diesem Film tatsächlich der Durchbruch zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR gelungen?“ und als offene Antwort darauf könnte man die Aussage von Jens Gieseke anfügen: „Doch ob sie (Filme wie Sophie Scholl, Der Untergang, Das Leben der Anderen) die öffentliche Reflexion über Geschichte wirklich befördern, ist noch nicht entschieden. Die Authenzität des nahen Blicks ist nur scheinbar und hinterlässt ein historisches Bewusstsein, das durch die Eindringlichkeit der Bilder kontaminiert ist.“71

Zur Frage der Deutungshoheit gibt es so kontroverse Meinungen wie die von Schmidt: „Eine angemaßte Deutungshoheit mündet zwangsläufig in Entmündigung eines Teils der Gesellschaft“72, womit er die bevorzugte Sichtweise aus der Position der Opfer meint. Dagegen konstatiert das NPD-Blatt „Deutsche Stimme“: „Vor allem das Publikum ist dankbar, daß mit diesem Film die vielleicht entscheidende politische Schlacht im Kampf um die Deutungshoheit über die DDR geschlagen ist.“73 – entschieden im Sinne der nationalen Rechtsaußen, weil die DDR in dem Film als nicht lebenswertes Land und damit auch nicht als erstrebenswertes Gesellschaftsmodell erscheint. Zum Umgang mit Geschichte meint Anke Westphal, Berliner Zeitung: „Denn längst wird die DDR-Geschichte als ein einziges großes Materiallager begriffen, aus dem sich jeder bedient, so gut es sich eben auszahlt.“ Aber: „ob es einem nun passt oder nicht: Auch dieser Umgang mit Geschichte ist Ausdruck einer Demokratie.“74 – soweit die Anerkennung künstlerischer Freiheit und Ausdrucksformen. Rüdiger Suchsland bescheinigt dem Film einen Umgang mit Historie, der nichts zur kritischen Reflexion der Gegenwart beiträgt: „Während die

Vergangenheit für die Gegenwart völlige Verfügungsmasse ist, darf die Vergangenheit die Gegenwart nicht in Frage stellen, darf die DDR keinesfalls wieder zur „Alternative“ werden.“75 Soll heißen: „Das Leben der Anderen“ hinterläßt den Zuschauer mit dem Gefühl: „das mit der bösen Stasi ist ja jetzt zum Glück vorbei“, ohne die Perspektive auf eine Kritik der gegenwärtigen Verhältnisse in der Bundesrepublik zur eröffnen (z.B. die jüngsten Skandale des Bundesnachrichtendienstes oder die Überwachung von Politikern wie Oskar Lafontaine durch den Verfassungsschutz). Denn, so Suchsland: „Ein Film über die Überwachung könnte uns etwas über die Verhältnisse, in denen wir leben, erzählen, in denen im „Kampf um die innere Sicherheit“ die Freiheit des Bürgers ausgehöhlt wird.“ Als Ausblick auf zukünftige Filme möchte ich noch ein Zitat von Ralf Schenk anbringen: „Es bleibt zu wünschen, dass es ihnen (den zukünftigen Filmen über die DDR) gelingt, differenziert und gerecht über Menschen zu erzählen, die in Aufstieg, Stabilisierung und Verfall jenes Halb-Landes integriert waren (…). Filmische Abbilder der DDR, die weniger auf Äußerlichkeiten und Klischees zurückgreifen, sondern innere Prozesse des Landes und seiner Bewohner subtil rekonstruieren, haben weiterhin Seltenheitswert.“76

 

Literatur- und Quellennachweis

Tim Bergfelder, Erica Carter, Deniz Göktürk (Hrsg.): The German Cinema Book. The British Film Institute Publishing, London 2002

Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der anderen; Filmbuch; Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006

Filmheft „Das Leben der Anderen“; Hrsg. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn,März 2006; erhältlich als PDF-Dokument unter http://www.bpb.de/files/NSUEAK.pdf

Jens Gieseke: Der traurige Blick des Hauptmanns Wiesler. Ein Kommentar zum Stasi-Film „Das Leben der Anderen“, in: Zeitgeschichte-online. Zeitgeschichte im Film, April 2006,
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol/portals/_rainbow/documents/pdf/gieseke_lbda.pdf

Pressestimmen zum Kinofilm „Das Leben der Anderen“

Pressedossier, zusammengestellt von der Redaktion „Zeitgeschichte-Online“,Stand 21.4.2006; aktualisierte Fassung als PDF unter http://www.zeitgeschichteonline.

de/portals/_rainbow/documents/pdf/presse_leben_der_anderen.pdf

Ralf Schenk: Die DDR im deutschen Film nach 1989; in: „Film und Gesellschaft“.

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 44/ 2005 vom 31. Oktober 2005, S. 31 – 38; Hrsg.Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn (Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“)

Stefan Wolle: Stasi mit menschlichem Antlitz;

Günter Jeschonnek: Die Sehnsucht nach dem unpolitischen Märchen;

Rainer Eckert: Grausige Realität oder schönes Märchen? in: Deutschland Archiv; Zeitschrift für das vereinigte Deutschland Nr. 3/2006; Hrsg. W. Bertelsmann Verlag im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn;

Inhaltsverzeichnis und Begleittext unter http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/zeitschriften/
id=257& count=1& recno=1& ausgabe=2784

Alle anderen Quellen sind direkt im Fußnotentext nachgewiesen.


1 zeitgleich mit dem „Eklat von Hohenschönhausen“, wie weiter unten näher ausgeführt wird

2 Sendung vom 9.5.2006, ARD: „Im Schatten der Stasi: Hexenjagd oder späte Gerechtigkeit?“.

Der Film wird dort als einer der Anlässe für die Talkshow-Diskussion genannt. Video der Sendung unter

http://www.daserste.de/maischberger/sendung_dyn~uid,i8jhtbgjjlgabj9fj5sxxpdr~cm.asp.
Schade als Methode der „Schamabwehr“ bezeichnet.“ Mariam Lau: Schluss mit Lustig. „Die Welt“ v. 22.3.2006

3 Das Ostalgie-Phänomen und die „seltsame Verniedlichung der SED-Diktatur hat der Psychoanalytiker Jochen

4 Andreas Kötzing, Editorial zu „Film und Gesellschaft“, Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 44/2005 vom 31. Oktober 2005

5 Knut Elstermann: „Mit großer Gester überschätzt“; Neues Deutschland v. 15.5.2006

6 Mit „Ost-“ bzw. „West-Zuschauer“ ist hier das Publikum gemeint, das zur Zeit der deutschen Teilung in den jeweiligen Landesteilen lebte

7 Stern vom 24.3.2006, http://www.stern.de/unterhaltung/film/558074.html

8 www.stasiopfer.de

9 Die Preisverleihung wird auch auf der Website der deutschen Bundesregierung erwähnt: siehe

http://www.bundesregierung.de/nn_23686/Content/DE/Artikel/2006/05/2006-05-
13-deutscher-filmpreis-fuer-dasleben-der-anderen-.html

10 1,35 Millionen Zuschauer im Juli 2006 (Quelle: International Movie Database, imdb Business Data, http://german.imdb.com/title/tt0405094/business)

11 zum Inhalt vgl. u.a. das Buch zum Film und das Filmheft der Bundeszentrale für politische Bildung

12 engl. Begriff für das deutsche Nachwende-Kino, so u.a. verwendet in „The German Cinema Book“

13 in: „Film und Gesellschaft“; Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 44/2005 vom 31. Oktober 2005, S. 31-38

14 ebd., S. 36

15 vgl. ebd., S. 35; lt. G. Jeschonnek kamen auf sechzig DDR-Bürger ein hauptberuflicher oder inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit (Deutschland Archiv Nr. 3/2006, S. 503)

16 „Geteilte Erinnerung“; Interview: Christiane Peitz; Der Tagesspiegel vom 16.05.2006

17 Stefan Wolle: „Stasi mit menschlichem Antlitz“; in: Deutschland Archiv; Zeitschrift für das vereinigte Deutschland Nr. 3/2006, S. 498

18 Wolle, a.a.O.

19 Rainer Eckert: Grausige Realität oder schönes Märchen? Entfacht „Das Leben der Anderen“ eine neue Diskussion um die zweite deutsche Diktatur?“ in: Deutschland Archiv; Zeitschrift für das vereinigte Deutschland Nr. 3/2006, S. 500

20 Günter Jeschonnek: „Die Sehnsucht nach dem unpolitischen Märchen“; Ein kritischer Kommentar zum Stasi-Film „Das Leben der Anderen“. in: Deutschland Archiv; Zeitschrift für das vereinigte Deutschland Nr. 3/2006, S. 503

21 Wolle, a.a.O.

22 Evelyn Finger: „Die Bekehrung“; DIE ZEIT Nr. 13/06 vom 23.03.2006

23 Frank Junghänel: „Fürsorglicher Beobachter“; in: Berliner Zeitung v. 18./19.3.2006

24 „Drei starke und zugleich fachkompetente Sympathisanten des Films unterstützen diese Botschaft. Sie scheinen wegen ihrer Biografien über jeden Zweifel erhaben: Die Literaten Wolf Biermann und Thomas Brussig sowie der ehemalige oberste Stasi-Aufklärer Joachim Gauck finden den Film hervorragend und authentisch.“ (Günter Jeschonnek, a.a.O.)

25 Stern vom 24.3.2006, http://www.stern.de/unterhaltung/film/558074.html

26 „Widerliches Treiben“ – Interview mit Marianne Birthler vom 7.5.2006, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

27 Mishra / Neubauer: „Das gute Leben im Schlechten“; Interview mit M. Birthler, Rheinischer Merkur v. 25.5.2006

28 Wolf Biermann: „Die Gespenster treten aus dem Schatten“. in: „Die Welt“ v. 22.3.2006

29 Thomas Brussig: „Klaviatur des Sadismus“; in: Süddeutsche Zeitung v. 21.3.2006

30 Martin Sachse: „Das Leben der Anderen – Mein eigenes Leben“, Beitrag auf der Website der Medienfabrik Berlin vom 30.3.2006;
http://www.medienfabrik-b.de/beta01/texte/sites/kultur/kultur05.html

31 Pressespiegel vom 06.05.2006 – 01.06.2006, als PDF-Dokument unter www.zeitgeschichte-online.de/zol/portals/_rainbow/documents/pdf/presse_votum.pdf

32 Thorsten Stegemann: „Unterm Schlussstrich kommt der Neuanfang“; Telepolis v. 19.05.2006, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22698/1.html

33 lt. des Dokumentarfilms „Jeder schweigt von etwas anderem“ gab es schätzungsweise 250.000 politische Gefangene in der DDR. http://www.bauderfilm.de/jeder_schweigt.html

34 Jürgen K. Klaus: „In falschen Hälsen“; Junge Welt v. 23.3.2006

35 siehe hierzu das „Insider-Komitee zur Förderung der kritischen Aneignung der Geschichte des MfS“ http://www.mfs-insider.de/

36 Rüdiger Suchsland: „Mundgerecht konsumierbare Vergangenheit“; Telepolis v. 28.3.2006; ähnlich äußern sich Wolfgang Schmidt und Jens Gieseke.

37 Mario Falcke, Forum der Stasi-Opfer, Beitrag v. 18.4.2006, www.stasiopfer.de

38 Hubertus Knabe, zitiert nach Mario Falcke, Beitrag im Forum der Stasi-Opfer vom 22.5.2006

39 ebd.

40 Suchsland, a.a.O.; ähnlich W. Biermann, a.a.O.

41 Wolfgang Schmidt: „Zum Film ‚Das Leben der Anderen’ – Ein Bericht in eigener Sache“; 21.03.2006, MfS-Insider-Forum, http://www.mfs-insider.de/Erkl/Zum%20Film.htm

42 ebd.

43 Wolle, a.a.O.

44 Wolle, ebd.

45 „Der Achtstundentag galt auch im MfS“; Interview mit Wolfgang Schmidt, Junge Welt v. 1.4.2006; allerdings ist zu bedenken, dass es sich hierbei nicht um eine neutrale Sichtweise handelt.

46 Jens Gieseke: „Der traurige Blick des Hauptmanns Wiesler“. Zeitgeschichte online, April 2006.
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol/portals/_rainbow/documents/pdf/gieseke_lbda.pdf

47 Schmidt, a.a.O.

48 Beitrag von Dr. Dietrich Koch vom 22.05.2006, www.stasiopfer.de

49 Anke Westphal: „Unsere liebe Stasi“; Berliner Zeitung v. 22.3.2006

50 Suchsland, a.a.O.

51 Jeschonnek, a.a.O.

52 Peter Körte: „Der Unberührende. ‚Das Leben der Anderen’ ist der ideale Konsensfilm“, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.03.2006, S. 27

53 Sonja Boerdner: „Macht und Ohnmacht“; Märkische Allgemeine Zeitung v. 22.3.2006; gemeint ist Hubertus Knabe.

54 Suchsland, a.a.O.

55 Jan Schulz-Ojala: „Die Täterversteher“; Der Tagesspiegel v. 22.3.2006

56 s. Jeschonnek, a.a.O., S. 502; ein historischer Fall ist der 1981 zum Tode verurteilte und unter Geheimhaltung durch Genickschuss hingerichtete Stasi-Offizier Werner Teske.

57 Knabe, Leipziger Volkszeitung v. 06.04.2006

58 vgl. den Gastkommentar von Hubertus Knabe: „Die Diffamierung des Gedenkens“; Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, http://www.stiftung-hsh.de/ und Jürgen Schreiber: „Die Schatten werden wieder

länger“, Tagesspiegel v. 13.4.2006; Es ging um die Einweihung eines Gedenksteins mit der Aufschrift „Den Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft 1945 - 1989“.

59 Jeschonnek, a.a.O., S. 502

60 „Kinopremiere für den deutschen Bundestag“, Regierung Online, Meldung v. 14.3.2006,
www.bundesregierung.de/nn_25226/Content/DE/Artikel/2006/03/2006-
03-14-kinopremiere-fuer-den-deutschenbundestag.html

61 vgl. Christina Tillmann: „Das andere Leben“. Über die neue Stasi-Debatte. Tagesspiegel v. 21.3.2006 und Claus Löser: „Wenn Spitzel zu sehr lieben“, taz v. 22.3.2006

62 Pressemitteilung der Vereinigung der Opfer des Stalinismus vom 9.5.2006,
http://www.medienfabrik-b.de/beta01/texte/sites/kultur/kultur05.html

63 M. Falcke: Kunst versus Dummheit – Aufruf zum Filmboykott. Kommentar zum Artikel „Die Bekehrung“ von Evelyn Finger, 03.04.2006;
 http://zeus.zeit.de/comments/2006/13/Leben_der_anderen?comment_id=13996 & base=/2006/13/Leben_der_anderen

64 Wolfgang Schmidt, 21.3.2006; http://www.mfs-insider.de/Erkl/Zum%20Film.htm

65 Leipziger Volkszeitung vom 06.04.2006 – zitiert nach Saskia Weneit: „Kritik an „Das Leben der Anderen“,
http://www.meinberlin.de/nachrichten_und_aktuelles/26603.html

66 „Es hat ja schon viele Versuche gegeben, die DDR-Realität einzufangen“. F.H. v. Donnersmarck und Christoph Hochhäusler im Gespräch mit Ulrich Mühe. In: F.H. v. Donnersmarck, Das Leben der Anderen. S. 182-204

67 vgl. Markus Deggerich: „Gericht stoppt Suhrkamp-Buch“; Spiegel Online Meldung v. 13.4.2006

68 Interview im „Rheinischen Merkur“ vom 25.5.2006, s.o.

69 Daniel Kothenschulte: „Die Sünden der Anderen“; Frankfurter Rundschau v. 19.4.2006; Pressedossier Zeitgeschichte Online

70 Frank Pergande: „Sie waren einmal ein Traumpaar“; Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.4.2006; vgl. Kothenschulte, ebd.

71 Gieseke, a.a.O.

72 Interview mit Robert Allertz, Junge Welt v. 1.4.2006

73 Rita Hoffmann: „Keine Sonate vom schlechten Menschen“; Deutsche Stimme, Mai 2006; http://www.deutschestimme.

de/Ausgaben2006/Sites/05-06-Film.html

74 Anke Westphal: „Unsere liebe Stasi“; Berliner Zeitung vom 22.3.2006

75 Suchsland, a.a.O.

76 Schenk, a.a.O.; Der Text wurde nach der Fertigstellung, aber noch vor dem Filmstart von „Das Leben der Anderen“ verfasst.


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