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Termpaper, 2007, 33 Pages
Author: Jenny Gentz
Subject: Sociology - Age and Aging
Details
Institution/College: University of Rostock (Institut für Soziologie und Demographie)
Tags: Altsein, Betrachtung, Risikos, Multivariate, Analysemethoden
Year: 2007
Pages: 33
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-09091-4
File size: 166 KB
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Fulltext (computer-generated)
Universität Rostock
Institut für Soziologie und Demographie
Semester: Wintersemester 2006/07
Seminar: Demographische und sozio-ökonomische Datenquellen;
Multivariate Analysemethoden
Art der Arbeit: Hausarbeit
,,Altsein und sich jung fühlen."
Betrachtung des Risikos sich jünger zu fühlen als man tatsächlich ist.
Eine Sekundärstudie auf Basis des Altersuveys von 1996.
Vorname Name:
Jenny Gentz
Angestrebter Abschluss: Master
Fachsemester: 1.
Hochschulsemester: 7.
Abgabedatum: 02.04.2007
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
3
II. Datensatz Alterssurvey
5
1. Beschreibung der Alterssurveys 5
2. Studien mit den Alterssurveys 9
III. Multivariate Analyse
11
1. Hypothese
11
2. Überblick über die abhängige und die unabhängigen Variablen
12
3. Analyse
14
3.1. Logistische Regression 14
3.2. Gütetest logistische Modelle 19
3.3. Interaktionseffekte 20
4. Interpretation
23
4.1. Logistische Regression 23
4.2. Interaktionseffekte 25
IV. Management Summary
27
V. Literaturangaben
28
VI. Anhang
29
VII. Selbständigkeitserklärung
32
2
I. Einleitung
Das Thema Altern betrifft einen immer größeren Teil unserer Bevölkerung. Sinkende
Fertilitätsraten und eine stetig steigende Lebenserwartung tragen dazu bei, dass der Anteil
älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung konstant anwächst. Somit wird die
Beschäftigung mit dem Alter und der alternden Bevölkerung immer wichtiger.
Bereits im Jahre 2020 wird jeder zweite Deutsche über 50 Jahre alt sein, 2030 wird die
Mehrheit demzufolge über 60 Jahre alt sein.1 Diese drastischen Veränderungen, der
Altersaufstellung der deutschen Gesellschaft, führen zu einem erhöhten Bedarf an
Informationen über das Thema Alter und Altern um so damit umgehen zu können. Der für
diese Arbeit genutzte Datensatz, Alterssurvey 1996, beschäftigt sich mit Personen, die sich in
der zweiten Hälfte ihres Lebens befinden.
Der Titel dieser Sekundärstudie ,,Altsein und sich jung fühlen" bezieht sich auf ein Phänomen
der wissenschaftlich und medizinisch vorgeschrittenen Gesellschaften. Menschen fühlen sich
weitaus länger als früher (z.B. durch bessere medizinische Versorgung und dem Trend zu
einer bewussten Lebensweise) noch fit und jung. Diese Differenz zwischen dem tatsächlichen
und gefühlten Lebensalter steht in dieser Arbeit im Mittelpunkt. Es soll nun also der
Forschungsfrage nachgegangen werden, wovon das Risiko einer Person sich jünger zu fühlen
abhängt. Sich jünger zu fühlen als sein tatsächliches Alter wird dabei als Indikator für
Wohlbefinden und Lebensqualität dienen. Fühlt sich dabei jemand jünger, ist dies demzufolge
für das persönliche Wohlbefinden positiv zu werten; fühlt sich jemand gleich alt oder älter, ist
dies für das persönliche Wohlbefinden eher negativ zu werten.
Aufgabe dieser Arbeit besteht darin Einflussfaktoren aufzudecken, welche sich auf das Risiko
sich jünger zu fühlen auswirken. Diese werden mit Hilfe multivariater Analysemethoden
ermittelt.
Das erste Kapitel dieser Arbeit ist deskriptiv angelegt. Es erfolgt eine Beschreibung des
Alterssurveys, bei dieser wird kurz auf die Kernfragen und inhaltlichen Schwerpunkte des
Surveys sowie die Methodik eingegangen. Daran schließt sich eine Ausführung über zwei
verschiedene Studien, die mittels des Alterssurveys getätigt wurden.
Das zweite Kapitel beinhaltet eine eigene Sekundärstudie. Voran wird eine
Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Annahmen durchgeführt, im Anschluss
daran erfolgt ein Überblick über die abhängige und die unabhängigen Variablen. Auf diese
Vorbereitungen erfolgen die multivariaten Analysen. Zu diesen gehört die logistische
1 http://www.bpb.de/files/NEJNL8.pdf, S.2 [25.02.2007]
3
Regression, der Gütetest für die Modelle der logistischen Regression (Maximum Likelihood
Schätzung) und der Interaktionseffekt.
Im Anschluss an die Analyse der Ergebnisse aus der logistischen Regression und des
Interaktionseffekts werden Interpretationsansätze für die gewonnenen Resultate geliefert.
Das Ende dieser Arbeit wird eine Management Summary bilden, in der die Essenz dieser
Sekundärstudie überblicksartig geboten wird.
4
II. Datensatz ,,Alterssurvey"
In Kapitel II werden Erläuterungen zum Alterssurvey erfolgen. Dazu gehören Informationen,
wie Kernfragen, inhaltliche Schwerpunkte und methodisches Arbeiten (wie bspw.
Stichprobendesign). Weiterhin werden 2 Studien, die mit dem Alterssuvey durchgeführt
wurden angeführt. Dazu gehört eine Studie mit dem Titel: ,,Zur Gesundheit älter werdender
Menschen: Erfahrungen aus dem Alterssurvey" von C. Tesch-Römer und S. Wurm (2006)
und eine weitere Untersuchung mit dem Titel: ,,Geplantes und realisiertes Austrittsalters aus
dem Erwerbsleben" von H. Engstler (2004).
1. Beschreibung der Alterssurveys
Der Alterssurvey ist eine Befragung, in deren Mittelpunkt ältere Menschen stehen. Er soll in
umfassender Weise die Lebensbedingungen von älteren und alten Menschen betrachten, und
deren Lebensveränderung mitverfolgen.
Erstmals wurde der Alterssurvey 1994 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend in Auftrag gegeben wurde. Die Durchführung der ersten Befragung wurde 1996
realisiert. Es entstand ein erster Eindruck über die Lebenssituation älterer und alter Menschen.
Die zweite Befragung wurde im Jahr 2002 durchgeführt und dient dazu Veränderungen dieser
Bevölkerungsgruppe ermitteln zu können. Die Studien wurden inhaltlich geleitet vom
Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) in Berlin und durchgeführt vom Institut für
angewandte Sozialwissenschaft in Bonn.
Der Alterssurvey ist eine repräsentative Befragung von Menschen im Alter von 40 Jahren
(1996) bzw. 45 Jahren (2002) bis 85 Jahren (1996) bzw. 91 Jahren (2002). Es werden soziale
Netzwerke und gesellschaftliche Teilhabe, materielle Bedingungen, sowie gesundheitliche
und psychische Gesichtspunkte betrachtet.2
Wichtige Fragestellungen die mittels dieser Befragung untersucht werden sollten sind: 1.
,,Nimmt in Zukunft die Altersarmut zu?"; 2. ,,Werden Ältere stärker auf professionelle Hilfe
angewiesen sein, da weniger Angehörige helfen können oder wollen?" und 3. ,,Stellen sich
ältere Erwerbstätige darauf ein, länger zu arbeiten und sind sie hierzu in der Lage?".3
Die Themenbereiche des Alterssurveys sind vielfältig und umfassen vier Hauptaspekte. So
gehört dazu 1. die Lebensqualität in der zweiten Lebenshälfte, 2. die Entwicklungsprozesse
und Entwicklungsübergänge, 3. der Einfluss objektiver Ressourcen wie Bildung, Beruf,
materielle Lage sowie 4. der Einflussfaktor Altsein in der Zukunft.
2 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): Seminarunterlagen Demographische und sozio-ökonomische
Datenquellen. Der_Alterssurvey.pdf, S.1 ff
3 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): S.5
5
Für den Bereich Lebensqualität wurden objektive Bedingungen und subjektive
Empfindungen der Befragten betrachtet. Weiterhin die Entwicklung der Lebensqualität mit
zunehmendem
Alter.
Innerhalb
des
Bereichs
Entwicklungsprozesse
und
Entwicklungsübergänge wurden nach typischen Entwicklungen für bestimmte Lebensphasen
geforscht. Des Weiteren war der Umgang älterer und alter Menschen mit vorhersehbaren und
unvorhersehbaren Veränderungen wichtig. Der dritte Bereich soll erfassen wie sich objektive
Ressourcen auf das Leben des Befragten auswirken. Darüber hinaus dient dieser Teil auch
zur Beantwortung der Frage ob und in welchem Ausmaße die sozialen Unterschiede im Alter
zunehmen. Schließlich wird innerhalb des vierten Bereichs die Frage danach, was Altsein in
der Zukunft ausmacht und auch danach, ob es Differenzen in der Alterung und dem Altsein,
im Vergleich verschiedener Geburtskohorten gibt, gestellt? 4
Inhaltlich sind in der Studie sieben Schwerpunkte gesetzt worden, die hier kurz betrachtet
werden. Dazu gehören: 1. Soziale Netzwerke und wechselseitige Hilfeleistungen; 2.
Erwerbstätigkeit und Übergang in den Ruhestand; 3. Materielle Lebensbedingungen; 4.
Gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitaktivitäten; 5. Wohlbefinden; 6. Psychische Aspekte
und 7. Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Pflegebedürftigkeit.5
Der Schwerpunkt ,,Soziale Netzwerke und wechselseitige Hilfeleistungen" soll dazu dienen
die Art und Größe der sozialen Netzwerke zu erforschen, dazu wurden Fragen bezüglich
Familienmitgliedern, Freunden und Bezugspersonen gestellt. Ferner war es von Interesse
Informationen über die Art von geleisteten bzw. selbst in Anspruch genommenen
Hilfeleistungen herauszufiltern.
Erwerbsstatus und materielle Lage werden in Schwerpunkt 2 und 3 erfragt und ermöglichen
so einen Einblick in die Lebenssituation. Mittels des Schwerpunkts ,,Erwerbstätigkeit und
Übergang in den Ruhestand" konnten Auskünfte über die gegenwärtige Erwerbssituation der
Befragten bzw. zum Übergang in den Ruhestand eingeholt werden. Durch den dritten
Schwerpunkt ,, Materielle Lebensbedingungen" ist eine Aussage über die finanzielle Lage
also das Erwerbs- bzw. Renteneinkommen, Ersparnisse, Immobilienbesitz und die
Wohnsituation der Befragten möglich.
Außerdem lassen sich durch den vierten gewählten Schwerpunkt ,,Gesellschaftliche Teilhabe
und Freizeitaktivitäten" Erkundigungen zum Engagement in Vereinen, Verbänden, Initiativen
und anderen Gruppen einholen.
4 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): S.6 ff
5 http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte,did=35236.html, S.3 [20.02.2007]
6
Mit den Schwerpunkten 5 bis 7 wurde ein Block zur Thematik psychische und physische
Gesundheit erstellt. So war ,,Wohlbefinden" ein weiterer Bereich der erfragt wurde. Die
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben sowie die Stimmungslage waren Gegenstand des
Schwerpunkts 5. Überdies wurde der Schwerpunkt sechs auf ,,Psychische Aspekte" gelegt.
Fragen zu persönlichen Wertorientierungen und Lebenszielen sowie dem Umgang mit
Problemen und kritischen Lebensereignissen wurden den Befragten gestellt. In Schwerpunkt
7 ,,Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Pflegebedürftigkeit" wurden Fragen zu
Krankheiten und Beeinträchtigungen, dem Ausmaß von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit und
dem Gesundheitsverhalten und der Nutzung verschiedener Gesundheitsdienstleistungen
getätigt.6
Die Befragung der Teilnehmer wird auf der Basis eines persönlichen Interviews und
Fragebögen zum Selbstausfüllen verwirklicht. Jene Selbstauskünfte können zu Verzerrungen
führen. Es liegen keine Informationen von Dritten vor um diese überprüfen zu können.7 1996
wurden 4383 Personen deutscher Nationalität befragt, diese mussten in einem Privathaushalt
leben.8 Dadurch kann es ebenfalls zu einer Verzerrung kommen, da Personen die sich z.B.
aus gesundheitlichen Gründen in einer Pflegeeinrichtung befinden, nicht mit einbezogen
wurden und somit ein irreales Bild über den Gesundheitszustand dieser Altersgruppe
entstand.
Die Repräsentativität der Stichprobe wurde durch ein Zufallsverfahren gewährleistet. So
wurden Adressen aus den Adresspools der Einwohnermeldeämter gezogen. Dabei wurden
Frauen und Männer sowohl aus den alten als auch den neuen Bundesländern berücksichtigt.
Es ließen sich 3 Altersgruppen erstellen. Die jüngste Gruppe ist zwischen 40 und 54 Jahren,
die mittlere Altersgruppe zwischen 55 und 69 Jahren und die älteste Gruppe ist zwischen 70
und 85 Jahren alt. Insgesamt haben sich 60 Prozent der Befragten dazu bereit erklärt an der
zweiten Welle von 2002 teilzunehmen.9
2002 kontaktiere man die Studienteilnehmer von 1996, die sich zu einer zweiten Befragung
bereit erklärt hatten. Da in dem sechsjährigen Intervall bereits Personen verstorben, erkrankt,
unbekannt verzogen waren oder aus anderen Gründen unerreichbar waren, reduzierte sich die
Anzahl der Teilnehmer (die nun zwischen 46 und 91 Jahren alt sind) auf 1524 Personen, die
in die Panelstichprobe gelangten und zum zweiten Mal befragt werden konnten.
6 http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte,did=35236.html, S.3
7 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): S.10
8 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): S.11
9 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): S.11 - 13
7
Im Jahr 2002 wurden zusätzlich zwei neue Stichproben eingerichtet. Die Replikations-
Stichprobe sollte der Basis-Stichprobe ähneln. Es handelt sich wiederum um Personen im
Alter zwischen 40 und 85 Jahren, deutscher Nationalität und wohnhaft in einem
Privathaushalt. Die Stichprobenziehung wurde unter den gleichen Gesichtspunkten wie die
Basis-Stichprobe gezogen. Jedoch ist hier auf die Besonderheit hinzuweisen, dass die
Personen der Replikations-Stichprobe 2002 auch zwischen 40 und 85 Jahren alt waren,
demnach den Geburtskohorten 1917-1962 angehören, die Teilnehmer der Basis-Stichprobe
1996 hingegen Geburtskohorte 1911-1956 sind. Bei den beiden Stichproben handelt es sich
daher um Personen gleichen Alters, aber ungleicher Geburtskohorten. Die
Replikationsstichprobe ist mit 3084 Teilnehmern kleiner als die Basisstichprobe (mit 4383).10
Ferner wurde im Jahr 2002 eine Stichprobe von 586 nicht-deutschen Personen im Alter
zwischen 40 und 85 Jahren (die in der BRD in einem Privathaushalt leben) gezogen. Diese
Erweiterung wurde getätigt, da sich eine wachsende Zahl von Personen nicht-deutscher
Staatsangehörigkeit in der zweiten Lebenshälfte befindet und über die Lebenslage älterer bzw.
alter Ausländerinnen und Ausländer wenig bekannt ist.
E
s
gibt drei 3 Typen von Fragebögen, die für den Alterssurvey zum Einsatz gebracht wurden.
Dazu gehören das Sele-instrument, das mündliches Interview und der Drop-off Fragebogen
ohne Anwesenheit des Interviewers. Das SELE-Instrument ist ein Fragebogen zum
eigenständigen Ausfüllen, indem die Befragten 28 Satzanfänge ergänzen mussten, dabei war
der Interviewer anwesend. Das mündliche Interview wurde zur Erhebung der
zentralensoziologischen und psychologischen Variablen genutzt. Der Drop Off Fragebogen
zum Selbstausfüllen ohne Anwesenheit des Interviewers beinhaltet soziologische und
psychologische Fragestellungen, die aufwändige Filterführungen benötigen.11
Im Alterssurvey gibt es 2 Variablen zur Gewichtung. Die Variable für das mündliche
Interview ist gew_m2 und für den Drop-off Fragebogen stellt gew_d2 die
Gewichtungsvariable dar.
Der Alterssurvey eignet sich für die zugrunde liegende Fragestellung besonders gut, da er
Daten über ältere Menschen liefert. Diese Bevölkerungsgruppe wurde so ausführlich, wie
mittels des Alterssurveys, kaum betrachtet. Der Alterssuvey ist nicht öffentlich zugänglich,
10 http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte,did=35236.html, S.4
11 Dittmann-Kohli, Kohli, Künemund, Motel, Steinleitner, Westerhof, infas-Sozialforschung (1997):
Lebenszusammenhänge, Selbst- und Lebenskonzeptionen - Erhebungsdesign und Instrumente des Alters-
Surveys, In: Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): S.26 f
8
lediglich die Daten von 1996 können aus wissenschaftlichen Gründen von einem Lehrstuhl
beantragt werden und somit auch innerhalb eines Forschungspraktikums verwendet werden.
Daher kann wie in diesem Fall, für den Zweck eines Forschungspraktikums, wenn man ältere
Menschen betrachten möchte, die Wahl auf den Alterssurvey von 1996 fallen.
2. Studien mit den Alterssurveys
Der Alterssurvey eignet sich für eine Vielzahl an Forschungsfragen, da er verschiedene
Aspekte beinhaltet. Im Folgenden werden zwei Analysen, die auf der Datenbasis des
Alterssurveys angefertigt wurden, kurz dargelegt.
Die Studie ,,Zur Gesundheit älter werdender Menschen: Erfahrungen aus dem Alterssurvey"
wurde 2006 veröffentlicht und basiert auf den Daten von 2002. Unter der Leitung des DAZ
(Berlin) haben C. Tesch-Römer und S. Wurm Fragen zum Thema ,,Gesundes Altern" gestellt.
Zu diesen gehören zum Beispiel: ,,Wie verändert sich die Gesundheit im Erwachsenenalter?";
,,Bringt die wachsende Lebenserwartung eine Zunahme der gesunden oder der kranken
Jahre?" und ,,Welche personalen Ressourcen sind für Gesundheit im Alter bedeutsam?".12
Zentrale Ergebnisse dieser Untersuchung sind: 1. die Zunahme von Multimorbidität
(gleichzeitiges Bestehen mehrerer Krankheiten) und funktionellen Einbußen mit dem Alter
und 2. die Verschlechterung der subjektiven Gesundheit mit dem Alter und 3. die positive
Sicht auf das eigene Altwerden als Ressource für Gesundheit im Erwachsenenalter.
Eine weitere Untersuchung auf Basis der Alterssurveys 1996 und 2002 trägt den Titel
,,Geplantes und realisiertes Austrittsalters aus dem Erwerbsleben" und wurde 2004 als
Diskussionspapier des DZA (Nr. 41) veröffentlicht. Autor dieser Studie ist Heribert Engstler,
der sich die Frage stellt ,,(...)ob der in den vergangenen Jahren von Änderungen im Renten-
und Arbeitsförderungsrecht begleitete Paradigmenwechsel von der Frühausgliederung und
frühen Verrentung älterer Arbeitnehmer hin zum Ziel des längeren Verbleibs im
Erwerbsleben in den Erwartungen und Plänen der Erwerbstätigen bereits seinen Niederschlag
findet."13 In dieser Arbeit wurde die Entwicklung der Erwerbsbeendigungspläne der über 40-
jährigen Erwerbstätigen sowie die Korrelation zwischen geplantem und realisiertem
Ausstiegsalter untersucht. Die Resultate zeigen faktisch einen Einbruch in den Erwartungen
eines frühen Ruhestands: Der Anteil der Erwerbstätigen ab 40 Jahren, die planen, mit
12 http://www.forschungsdatenzentrum.de/aktuell/workshop_gesundheit_2006/workshop_berlin_12_10_06_
tesch-roemer.pdf [24.02.2007]
13 http://www.dza.de/download/DP_41_Erwerbsleben.pdf [22.02.2007]
9
spätestens 60 Jahren aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, fiel zwischen 1996 und 2002.
Hingegen konkretisierte sich die Abkehr von der Perspektive des Frühausstiegs noch nicht in
klaren Erwartungen darüber, wie viel länger man voraussichtlich im Arbeitsprozess
verbleiben wird: Der Anteil derer, die ein konkret geplantes Ausstiegsalter von über 60 Jahren
nennen, stieg gering. Stattdessen nahm bei den Erwerbstätigen die Ungewissheit über die
voraussichtliche Dauer ihres Erwerbslebens zu. Die Vermutung einer weitgehenden
Übereinstimmung zwischen dem geplanten und dem nachfolgend realisierten
Beendigungsalter hat sich bestätigt. Von denen, die 1996 planten, höchstens noch 6 Jahre
erwerbstätig zu sein, standen im Jahr 2002 tatsächlich 81 Prozent nicht mehr im
Erwerbsleben. Die Ausstiegspläne der älteren Erwerbstätigen sind somit ein guter Indikator
für den späteren Übergang in den Ruhestand. 14
Die Betrachtung dieser beiden Studien zeigt die Möglichkeiten auf, verschiedene
Forschungsfragen rund um das Thema Alter und Altern der Bevölkerung zu betrachten.
14 http://www.dza.de/download/DP_41_Erwerbsleben.pdf [22.02.2007]
10
III. Multivariate Analyse
In Kapitel III wird nun die Sekundäranalyse im Mittelpunkt stehen. Betrachtet wird das
Risiko einer Person sich jünger zu fühlen. Mittels multivariater Analysemethoden wie der
logistischen Regression, des Gütetests für die Modelle der logistischen Regression (Maximum
Likelihood Schätzung) und des Interaktionseffekts sollen die nun folgenden Annahmen,
bezüglich der Einflussgrößen auf das Risiko sich jünger zu fühlen, überprüft werden.
1. Hypothese
Innerhalb dieser Arbeit wird das Risiko sich jünger als das tatsächliche Lebensalter zu fühlen,
betrachtet. Für diesen Zweck wurde eine binäre Variable gebildet, welche die Differenz
zwischen dem tatsächlichen Lebensalter und dem gefühlten Lebensalter wiedergibt. Personen,
die sich jünger fühlen bilden dabei eine Kategorie und Personen, die sich ebenso alt wie ihr
tatsächliches Alter oder älter fühlen, bilden die andere Kategorie.
Dazu wurden verschiedene Annahmen in Erwägung gezogen. Diese Annahmen beziehen sich
jeweils auf die, später in die logistische Regression eingehenden, erklärenden Variablen
Geschlecht,
Alter,
Befragungsort,
Bildung,
Einkommen,
Gesundheitszustand
und
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben
.
So lautet die Annahme im Bezug auf den Einfluss der Variable
Geschlecht
, das ein
Unterschied zwischen der persönlichen Alterseinschätzung von Männern und Frauen besteht.
Für Frauen ist das Lebensalter, eben auch das steigende Lebensalter möglicherweise negativer
besetzt als für Männer. Dies hängt mit den, während der Sozialisation vermittelten,
geschlechtsspezifischen Wertprioritäten zusammen. Frauen erfahren in ihrer Sozialisation
(stärker als Männer), dass äußere Attraktivität und Jugendlichkeit für die Definition ihrer
Selbst wichtig sind. Mit dem Alter nimmt die äußere Attraktivität jedoch ab, daher versuchen
Frauen, möglicherweise stärker als Männer, gegen die Zeichen der Alterung anzugehen
durch bspw. bewusste Ernährung, Kosmetik oder körperliche Fitness und fühlen sich so auch
häufiger jünger als Männer oder aber haben ein größeres Bedürfnis sich jünger zu fühlen als
Männer und sind daher eher geneigt dies bei der Studie anzugeben.
Eine plausible Annahme im Bezug auf die Auswirkung des
Alters
auf das Risiko sich jünger
zu fühlen, stellt die Mutmaßung dar, dass je älter eine Person ist, desto eher ist sie belastet
von körperlichen Leiden und fühlt sich möglicherweise seltener jung als eine jüngere Person.
Aber durch den Ruhestand und Wegfall von Stress ist eventuell auch das Risiko für ältere
Personen größer sich jung zu fühlen als für jüngere.
11
Die favorisierte Annahme im Zusammenhang mit der Variable
Befragungsort
lautet, dass
Befragte aus den alten Bundesländern sich jünger fühlen als Befragte aus den neuen
Bundesländern. Begründung dafür könnte in einer höheren Beschäftigungsquote in den alten
Bundesländern und damit einem höheren Lebensstandard liegen.
Weiterhin wird die Vermutung im Bezug auf die Einflussgröße
Bildung
angestellt, das
Personen mit einer höheren Schulbildung sich eher jünger fühlen als Personen mit einer
niedrigen Schulbildung, da sie durch den Zusammenhang zwischen guter Bildung und
entsprechendem Beruf sowie Einkommen wahrscheinlich eher, über genügend monetäre
Mittel verfügen. Bildung stellt aber weiterhin auch einen Faktor dar, der zu einer gesunden
Lebensweise (Ernährung, Rauchverhalten, medizinische Versorgung) beiträgt.
Anknüpfend an Bildung stellt das
Einkommen
möglicherweise eine wichtige Variable dar. So
lautet hier die Annahme, dass Menschen die über ein höheres Einkommen verfügen (um sich
beispielsweise eine gute Gesundheitsversorgung, beziehungsweise Aktivitäten leisten zu
können) sich eher jünger fühlen als jene mit einem geringeren Einkommen.
Die Variable
Gesundheit
szustand ist ein weiterer Parameter. Die Erwartung besteht darin,
dass gesunde Menschen sich häufiger jünger fühlen als kranke, da ein kranker Mensch stark
an Lebensqualität einbüßt. Daran schließt sich die letzte Vermutung über die Variable
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben
an: Menschen die zufrieden mit ihrem eigenen Leben
sind, fühlen sich häufiger jünger als jene die unzufrieden sind.
2. Überblick über die abhängige und die unabhängigen Variablen
In die Gruppe der Personen, die sich jünger fühlen (1 65 Jahre jünger als ihr tatsächliches
Lebensalter) hat sich die Mehrheit der Befragten, nämlich 81,4 % (3936), eingeordnet.
Tendenziell älter als das tatsächliche Lebensalter bzw. gleichaltrig fühlten sich 13,2 % (640).
Lediglich 5,4% der Befragten haben diese Frage nicht beantwortet und entfallen somit aus der
Betrachtung.
Im Folgenden werden die Häufigkeiten der erklärenden Variablen näher betrachtet sowie ein
kurzer Überblick über die gewählten Kategorienzusammenfassungen gegeben.
Die Umfrage wurde mit 50,9 Prozent Männern (2464) und 49,1 Prozent (2374) Frauen
durchgeführt.
Die Variable Alter ist neben der Variable Geschlecht eine der kausalen Variablen für die
bereits im ersten Modell der logistischen Regression nach Korrelationen gesucht wird. Die
12
numerische Variable Alter wurde in 9 Kategorien eingeteilt, dabei ist ein Intervall von 5
Jahren gewählt worden. In der Altersgruppe 40 45 Jahren befinden sich 14,9 Prozent der
Befragten; zwischen 46 50 Jahren sind 11,6 Prozent; im Alter von 51 bis 55 Jahren sind
12,0 Prozent; in der Gruppe 56 60 Jahre befinden sich 15,1 Prozent; 61 65 Jahren sind
11,1 Prozent der Teilnehmer; 66 70 Jahre sind 9,3 Prozent der Befragten; 71 75 Jahre sind
13,2 Prozent; 76 80 Jahre alt sind 7,4 Prozent und in der Altersgruppe von 81 bis 85 Jahren
befinden sich lediglich 5,2 Prozent der Befragten.
Der größte Anteil der Befragten 67 Prozent (3242) stammt aus den alten Bundesländern. Nur
33 Prozent der Teilnehmer sind aus den neuen Bundesländern.
Die Verteilung der (Schul-)Bildungsabschlüsse der Befragten zeigt folgendes Bild: 1,8
Prozent (85) haben keinen Abschluss. Einen niedrigen Schulabschluss (Hauptschule bzw.
Volksschule) haben 62,2 Prozent (3008), einen mittleren Schulabschluss (Realschule bzw.
POS 10.Klasse) haben 20,4 Prozent (987) und ein Anteil von 15,4 Prozent (747 Personen) hat
einen hohen Schulabschluss (Fachabitur oder Abitur).
Die Einkommensverteilung zeigt folgendes Bild: über ein geringes Einkommen (300 1500
DM) verfügen 5,2 Prozent (253) der Befragten. Einkommen im Bereich des unteren
Mittelfelds (1501 3000 DM) erhalten 29,3 Prozent (1417) der Teilnehmer. Im oberen
Mittelfeld (3001 6000 DM) liegen 29,7 Prozent (1438) der Evaluierten. Ein Anteil von 6,2
Prozent (300) hat ein hohes Einkommen (6001 30000 DM) zur Verfügung.
Eines sehr guten Gesundheitszustandes, d.h. keiner der erfragten Erkrankungen erfreuen sich
23,7 Prozent (1147) der befragten Personen. Einen guten Gesundheitszustand (1 3
Erkrankungen) haben 32,5 Prozent (1571) der Befragten. Eher mittelmäßige
Gesundheitskonstitution (4 8 Erkrankungen) haben 35,6 Prozent (1723). Einen schlechten
Gesundheitszustand (mehr als 8 Erkrankungen) haben 8,2 Prozent (397) der Teilnehmer. Zu
diesen Erkrankungen gehören beispielsweise Herzkreislauferkrankungen; Diabetes; Magen-
Darmerkrankungen; Gallen-, Leber und Nierenleiden und Ohrenleiden.
Die Frage danach wie zufrieden die Teilnehmer mit ihrem Leben seien, haben 67,8 Prozent
(3280) mit zufrieden beantwortet. Als unzufrieden beschrieben sich 14,8 Prozent (718). Ein
Anteil von 17,4 Prozent hat diese Frage nicht beantwortet.
13
3. Analyse
3.1. Logistische Regression
Modell 1 Modell 2 Modell 3
Modell 4
Modell 5
Modell 6
Geschlecht
Referenzgruppe (Mann)
Frau
1,204*
1,205*
1,230*
1,353**
1,412***
1,212 ~
Alter
Referenzgruppe (40 45 Jährigen)
46 50 Jährigen
0,941
0,941
0,956
0,904
0,976
1,003
51 55 Jährigen
1,172
1,174
1,244
1,221
1,335 ~
1,704*
56 60 Jährigen
0,947
0,949
1,055
1,019
1,104
1,739*
61 65 Jährigen
1,019
1,020
1,179
1,236
1,402
1,490 ~
66 70 Jährigen
0,894
0,895
0,996
0,967
1,086
1,068
71 75 Jährigen
1,135
1,135
1,273
1,420 ~
1,680*
1,966**
76 80 Jährigen
1,388
1,386 ~
1,557
1,402
1,707*
1,914*
81 85 Jährigen
0,935
0,937
1,028
1,352
1,776*
2,103*
Befragungsort
Referenzgruppe (alte Bundesländer)
Neue Bundesländer
0,975
0,949
0,980
0,975
0,970
Bildung
Referenzgruppe (kein Abschluss)
Niedriger Abschluss
2,172**
1,885 ~
1,837 ~
3,144**
Mittlerer Abschluss
3,137***
2,388*
2,268*
3,971***
Hoher Abschluss
3,012***
1,754 ~
1,623 ~
2,595*
Einkommen
Referenzgruppe (geringes Einkommen)
Unteres Mittel
1,256
1,220
1,200
Oberes Mittel
1,893**
1,762**
1,665 ~
Hohes Einkommen
2,496**
2,302**
1,938 ~
Gesundheitszustand
Referenzgruppe (sehr guter
Gesundheitszustand)
Guter Gesundheitszustand
1,555**
1,119
Mittelmäßiger Gesundheitszustand
0,970
0,696
Schlechter Gesundheitszustand
0,482***
0,374***
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben
Referenzgruppe (zufrieden)
unzufrieden
0,680*
Maximum Likelihood Schätzung
- 2 LL Wert
3691,776
3691,696
3661,035
2514,865
2475,349
1,768,878
df
1
3
3
3
1
P - Value
0,7772974
1,00187E-06
3,5018E-248
1,34939E-08
1,171E-155
14
Legende:
*** hochgradig signifikant (0 0,001)
** sehr signifikant (0,001 0,01)
* signifikant (0,01 0,05)
~ borderline signifikant (0,05 0,1)
Die logistische Regression für das Risiko sich jünger zu fühlen soll zeigen, wie stark das
Risiko für Personen, zwischen dem 40.ten und 85.ten Lebensjahr, von den Variablen
Geschlecht und Alter, Befragungsort, Bildung, Einkommen, Gesundheitszustand und
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben abhängt. Dafür wurden die einzelnen Variablen nach
und nach zugefügt. Die SPSS-Befehle, die zur Generierung der Daten geführt haben, finden
sich im Anhang (S.27 f). Im weiteren Verlauf soll analysiert werden, inwiefern sich die Werte
und die Signifikanz jeder Variable durch die Einbeziehung der weiteren Variablen verändern
und welche Einflussgrößen, für das Risiko sich jünger als das tatsächliche Alter zu fühlen
entscheidend, sind.
Dafür wurden verschiedene Referenzgruppen festgelegt: Bezüglich des Geschlechts ist die
Referenzgruppe Männer. Um einen Vergleich der Altersgruppe zu ermöglichen wurden
Kategorien mit 5 Jahren Abstand erstellt, Personen zwischen 40 und 45 Jahren stellen die
Referenzgruppe dar. Die Referenzgruppe der Variable Befragungsort stellen die alten
Bundesländer dar. Bei der soziodemographischen Variable Bildung stellen Personen mit
keinem Abschluss die Referenzgruppe dar. Für die Variable Einkommen stellen Personen, mit
niedrigem Einkommen die Referenzgruppe dar. Der Faktor Gesundheitszustand wurde mit
einbezogen, hierfür stellen Personen mit sehr gutem Gesundheitszustand die Referenzgruppe
dar. Als letzte Einflussgröße geht die Lebenszufriedenheit mit ein. Referenzgruppe dafür
stellen jene Befragten dar, die sehr zufrieden mit ihrem Leben sind.
Die logistische Regression für
Modell 1
zeigt einen signifikanten Zusammenhang mit der
Variable Geschlecht. Frauen haben im Vergleich zu Männern ein 1,2mal höheres Risiko, sich
jünger zu fühlen. Der Parameter Alter stellt in diesem Modell keine signifikante Einflussgröße
dar. Keine der 8 Kategorien ist im Verhältnis zur Referenzgruppe der 40 45 Jährigen
signifikant. Es zeigen sich Tendenzen, Personen im Alter von 51 55, 61 65, 71 75 und
76 80 haben ein höheres Risiko sich jünger zu fühlen als die Referenzgruppe. Für die
übrigen Altersgruppen bleibt festzuhalten, dass sich die 46 50, 56 - 60, 66 70 und 81 85
Jährigen seltener jünger fühlen als die Referenzgruppe.
Durch die Zugabe der Variable Befragungsort in
Modell 2
bleibt der Geschlechtereffekt
ebenso wie der Alterseffekt mit sehr geringen Veränderungen bestehen. Dementsprechend
15
liegt kein Befragungsorteffekt vor. Lediglich eine der Altersgruppen zeigt eine nennenswerte
Veränderung. So ist der Wert der 76 80 Jährigen in Modell 2 nun borderline signifikant.
Jene haben ein um 1,386mal höheres Risiko sich jünger zu fühlen als die Referenzgruppe (40
- 45 Jährige). Hinsichtlich des Befragungsortes lässt sich feststellen, dass Teilnehmer aus den
neuen Bundesländern im Vergleich zu jenen aus den alten Bundesländern ein nur 0,025
Prozent geringeres Risiko haben, sich jünger zu fühlen, dieser Zusammenhang ist nicht
signifikant.
Unter Einbeziehung der Variable Bildung (
Modell 3
) verändern sich die Werte für
Geschlecht, Alter und Befragungsort wiederum nur geringfügig. Wie Modell 3 zeigt, spielt
die Größe Bildung eine bedeutende und hochgradig signifikante Rolle: Personen, mit
niedrigem Abschluss im Vergleich zu Personen mit keinem Abschluss haben ein 2,172mal
höheres Risiko sich jünger zu fühlen. Teilnehmer mit mittlerem Bildungsabschluss haben das
höchste Risiko sich jünger zu fühlen. Diese Befragten fühlten sich 3,137mal jünger als jene
mit niedrigem Bildungsabschluss. Studienteilnehmer mit hoher Bildung fühlen sich 3,012mal
häufiger jünger als Personen mit keinem Bildungsabschluss.
Die Überprüfung des Einflusses Einkommen der Befragten in
Modell 4
zeigt Veränderungen
im Vergleich zum vorherigen Modell. So hat die Signifikanz der Variable Geschlecht, von
signifikant zu sehr signifikant, zugenommen. Wenn beide Geschlechter um das Einkommen
bereinigt werden, dann wird der Geschlechtereffekt in Bezug auf das Risiko sich jünger zu
fühlen noch verstärkt. Frauen haben nun ein um 1,353mal höheres Risiko sich jünger zu
fühlen als Männer. Dies verweist auf einen Zusammenhang zwischen Einkommen und
Geschlecht.
Die Werte der Variable Alter haben sich nur leicht verändert. So ist nun der Wert der
Altersgruppe 71 75 Jahre erstmalig borderline signifikant. Das Risiko dieser Altersgruppe,
sich jünger zu fühlen als die Referenzgruppe, ist von Modell 3 (mit 1,273mal) zu Modell 4
(mit 1,420mal) gestiegen. Die Zugabe der Variable Einkommen bewirkt kaum Veränderungen
für den Parameter Befragungsort.
Jedoch zeigen sich starke Veränderung der Variable Bildung durch die Zugabe von
Einkommen. Dies lässt auf einen Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen
schließen. Es zeigt sich eine Abnahme der Signifikanz sowie des Unterschiedes zur
Referenzgruppe für die Einflussgröße Bildung. Beispielsweise haben die Personen mit
niedrigem Abschluss im Modell 4 im Vergleich zu Modell 3 einen abgeschwächten (von
16
2,172mal höher zu 1,885) und lediglich borderline signifikanten Zusammenhang (in Modell 3
war dieser noch sehr signifikant). Wenn also in diesem Modell Personen mit
unterschiedlichen Bildungsabschlüssen in ihrem Einkommen gleich gesetzt werden, dann
liegt kaum mehr ein Bildungseffekt mehr vor. Durch die Veränderung des Bildungseffekts
und aufgrund des prozentual unterschiedlichen Risikos für Personen mit niedrigem bis hohem
Einkommen, sich jünger zu fühlen, kann das Einkommen eine Erklärung für die
unterschiedliche Einschätzung des Lebensalters (im Verhältnis zum gefühlten Alter) von
Befragten mit niedriger bis hoher Schulbildung bieten. Aufgrund der veränderten Odds Ratio-
Werte und der Signifikanz für die Variable Bildung lässt sich auch in diesem Fall ein
Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen vermuten.
Der Parameter Einkommen, der in diesem Modell die Neuerung darstellt, zeigt folgendes
Bild: so haben Teilnehmer die sich mit ihrem Einkommen im unteren Mittelfeld befinden
(1501 3000 DM) ein um 25 Prozent höheres Risiko sich jünger zu fühlen als jene mit
geringem Einkommen (300 1500 DM), dies ist als Tendenz aufzufassen. Statistisch sehr
signifikant hingegen ist der Wert für Personen, die sich im oberen Mittelfeld (Einkommen
beträgt zwischen 3001 6000 DM) befinden. Jene haben ein um 89,3 Prozent höheres Risiko
als die Referenzgruppe (mit geringem Einkommen), sich jünger zu fühlen. Auch der Wert für
die Ausprägung hohes Einkommen ist sehr signifikant, Personen dieser Einkommensgruppe
haben das höchste Risiko sich jünger zu fühlen, dieses ist 2,496 mal so hoch, wie das der
Referenzgruppe.
In
Modell 5
wird die Variable Gesundheitszustand zugeführt. Es zeigt sich weiterhin eine
Entwicklung der Signifikanz der Variable Geschlecht. Im Vergleich zu Modell 4 haben
Frauen einen hochgradig signifikanten (nicht mehr nur sehr signifikanten) Wert. Das Risiko
für Frauen ist in Modell 5 um 41,2 Prozent höher als für Männer sich jünger zu fühlen. Dieses
Ergebnis hat den größten Unterschied (zur RG) und die stärkste Signifikanz in der gesamten
logistischen Regression erreicht, was wiederum auf eine Korrelation zwischen
Gesundheitszustand und Geschlecht hinweist. Der Brutto-Geschlechtereffekt wird durch die
Gleichsetzung des Gesundheitszustandes von Frauen und Männern demnach noch verstärkt.
Die Werte der Variable Alter haben sich durch die Einbeziehung des Gesundheitszustandes
verändert. So sind nun weitaus mehr Werte signifikant als in jedem anderen Modell zuvor.
Für die 51 55 Jährigen besteht ein um 33,5 Prozent höheres Risiko sich jünger zu fühlen als
für die Referenzgruppe. Dieser Wert ist borderline signifikant (zuvor nicht signifikant). Für
die 3 ältesten Altersgruppen zeigen sich nennenswerte Entwicklungen. Für Personen im Alter
17
von 71 85 Jahren bewegt sich das statistisch signifikante Risiko zwischen 1,680 1,776 mal
höher zu sein, als das der Referenzgruppe. Somit kann gemutmaßt werden, dass ein
Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand einer Person und seinem Alter besteht.
Wenn also alle Altersgruppen den gleichen Gesundheitszustand haben, dann besteht für die
Ältesten ein höheres Risiko sich jünger zu fühlen. Es lässt sich also von einem nicht
unwesentlichen Gesundheitseffekt sprechen.
Der Befragungsort stellt auch in diesem Modell keine bedeutende Einflussgröße dar. Ebenso
hat sich der Bildungseffekt wie auch der Einkommenseffekt unmerklich im Vergleich zu
Modell 4 verändert.
Der Gesundheitszustand einer Person ist nach den vorliegenden Ergebnissen ein wichtiger
Faktor um herauszufinden wovon das Risiko sich jünger zu fühlen beeinflusst wird. Personen
mit einem guten Gesundheitszustand haben ein um 55 Prozent höheres Risiko, welches sehr
signifikant ist, sich jünger zu fühlen als Personen mit einem sehr guten Gesundheitszustand.
Für Personen mit einem mittelmäßigen Gesundheitszustand lassen sich keine signifikanten
Aussagen treffen. Hingegen haben Befragte mit einem schlechten Zustand ein (hochgradig
signifikant) niedrigeres Risiko (um 52 Prozent niedriger als die Referenzgruppe) sich jünger
zu fühlen (als die RG).
Für das
Modell 6
wurde die Variable Zufriedenheit mit dem eigenen Leben dazugegeben. Die
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben hat einen starken Einfluss auf beinahe alle anderen
Variablen. So zeigt sich, dass durch die neue Variable der Geschlechtereffekt verändert wird.
Wenn also eine gleiche Zufriedenheit mit dem eigenen Leben bei beiden Geschlechtern
vorliegt, dann existiert kein hochgradig signifikanter Zusammenhang mehr. Dieser ist
lediglich noch borderline signifikant. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist
darüber hinaus auch abgeschwächt. So haben Frauen (Modell 5: 41,2 Prozent höheres Risiko)
in Modell 6 ein 21,2 Prozent höheres Risiko als Männer sich jünger zu fühlen als ihr
tatsächliches Alter. Der Brutto-Geschlechtereffekt ist stark gemindert. Es kann von einem
Effekt der Variable Zufriedenheit mit dem eigenen Leben ausgegangen werden.
Für die Variable Alter gibt es ein umgekehrtes Ergebnis. Durch die Zugabe der Variable
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben werden weitaus mehr Werte statistisch signifikant als in
jedem anderen Modell. So haben Personen im Alter zwischen 51 und 60 Jahren ein um ca. 70
Prozent höheres (signifikantes) Risiko als die Referenzgruppe (40 45 Jährigen). Weiterhin
haben sich die Werte für die ältesten drei Altersgruppen auffällig verändert. Für jene stieg das
Risiko sich jünger zu fühlen (im Vergleich zur Referenzgruppe), wenn man dazu das
18
vorherige Modell in Betracht zieht. So ist das Risiko der 71 75 Jährigen nun statt 68,0
Prozent bereits 96,6 Prozent höher sich jünger als die Referenzgruppe zu fühlen. Dieser Wert
ist sehr signifikant. Wenn alle Altersgruppen die gleiche Zufriedenheit mit ihrem Leben
vorweisen, dann verstärkt sich der Alterseffekt.
Der Befragungsort hat auch in diesem Modell keine statistische Signifikanz aufzuweisen.
Der Parameter Bildungsabschluss wird in Modell 6 wieder signifikant bis hochgradig
signifikant. So haben Personen mit mittlerem Bildungsabschluss nun das höchste Risiko (in
diesem und auch allen anderen Modellen), welches 3,971mal so hoch ist wie das der
Referenzgruppe (kein Bildungsabschluss) sich jünger zu fühlen. Dieses Ergebnis ist
hochgradig signifikant. Wenn das Risiko um den Effekt durch die Variable ,,Zufriedenheit mit
dem eigenen Leben" bereinigt wird, ergibt sich ein beachtlicher Bildungseffekt.
Weiterhin zeigt sich bei dem Faktor Einkommen eine Veränderung. Die Resultate für die
Ausprägungen sind nun nicht mehr signifikant, lediglich borderline signifikant. Außerdem
haben sich die Werte für die drei Ausprägungen etwas (im Vergleich zu Modell 5) an die
Referenzgruppe genähert. Durch den Effekt der letzt hinzu gegebenen Variablen wird der
Einkommenseffekt abgeschwächt.
Ferner ist eine Änderung des Einflusses der unabhängigen Variablen Gesundheitszustand zu
betrachten. Die Signifikanz der Gruppe mit gutem Gesundheitszustand hat von hochgradig
signifikant (Modell 5) auf gar nicht signifikant abgenommen. Ebenso hat sich die Differenz
zwischen der Referenzgruppe und jenen mit gutem Gesundheitszustand verringert, dies gilt
auch für Personen mit mittelmäßigem Gesundheitszustand. Hingegen haben Befragte mit
schlechtem Gesundheitszustand ein nunmehr noch geringeres Risiko (als in Modell 5) sich
jünger zu fühlen als die Referenzgruppe. Dieser Wert bleibt hochgradig signifikant.
Abschließend wird das Ergebnis für die Frage nach der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben
betrachtet. Personen die unzufrieden mit ihrem Leben sind, haben ein um 32,0 Prozent
geringeres Risiko sich jünger zu fühlen als jene die zufrieden mit ihrem Leben sind. Dieses
Ergebnis ist statistisch hochgradig signifikant.
3.2. Gütetest logistische Modelle
Die Güte des logistischen Modells kann ermittelt werden. Dazu werden die Werte der -2
Likelihood Funktion sowie die Differenz der Freiheitsgrade zum vorherigen Modell genutzt.
19
Der Log- Likelihood Test erfolgt durch einen Vergleich des LN LF des aktuellen Modells mit
dem LN LF des vorherigen Modells.15
Es wird der Alpha-Fehler berechnet, dieser gibt eine Auskunft über die Signifikanz. Wenn der
Wert also unter 0,05 liegt, wird die Nullhypothese abgelehnt (und es besteht ein
Zusammenhang). Das beste Modell ist das Modell mit dem Wert, der am nahesten an Null
liegt.
Der Wert für das Modell 4 (3,5018E-248), ist jener der am nächsten an Null liegt.
Demzufolge ist das Modell 4 das beste Modell (Siehe Tab. Logistische Regression S.12).
Insgesamt kann festgestellt werden, das lediglich das Modell 2 (Geschlecht u. Alter) als statis-
tisch nicht signifikant einzuordnen ist. Die Modelle 3 6 hingegen sind statistisch signifikant.
15 Doblhammer, Gabriele (WS 2006/2007): Seminarunterlagen Multivariate Analysemethoden.
[8_logistische_Regression_III-1.pdf] S.14 ff
20
3.3. Interaktionseffekte
Der Interaktionseffekt wird als gemeinsamer Effekt zweier Variablen auf die untersuchte
abhängige Variable verstanden. Dieser kann mittels multivariater statistischer Analyse geprüft
werden. Ein Interaktionseffekt bezieht sich darauf, dass die Wirkung einer Variablen mit den
Ausprägungen der anderen Variablen variiert.16 Keine Interaktion liegt vor, wenn die Graphen
parallel verlaufen. Nichtparallele Verläufe stellen ein Indiz für das Vorhandensein und die
Stärke von Interaktion dar.17
Im Folgenden werden zwei Interaktionseffekte vorgestellt. Dazu gehören der
Interaktionseffekt zwischen der Variable Geschlecht und Bildung sowie zwischen Geschlecht
und Einkommen. Im Anhang (S. 28) finden sich die verwendeten SPSS-Befehle und die
Daten (Anhang S.29) für die, im laufenden Text, verwendeten Abbildungen.
Interaktionseffekt Geschlecht u. Bildung
4
3
Männer (RG)
2
Frauen
1
Odds Ratios
0
keine B. niedrige mittlere hohe B.
Männer
1
1,842826 2,178448 2,394737
(RG)
Frauen 0,863333 2,158629 3,455319
2,85
Bildung
Abb.1. Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Bildung
Die Abbildung 1 zeigt den Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Bildung im Bezug auf
das Risiko sich jünger zu fühlen. Dabei sind Unterschiede der beiden Graphen für Männer
und Frauen ersichtlich, was darauf schließen lässt, dass ein Interaktionseffekt besteht. So wird
deutlich, dass für Frauen und Männer die Differenz der Affinität sich jünger zu fühlen mit
einem höheren Bildungsabschluss steigt (dies gilt für den niedrigen und mittleren
Bildungsabschluss im Vergleich zu keinem Bildungsabschluss). Frauen mit mittlerer
Schulbildung weisen dann die größte Differenz zu Männern auf (bezogen das Risiko sich
jünger zu fühlen bezogen). Bei Frauen und Männern mit hoher Schulbildung nähern sich die
16 http://www.lrz-muenchen.de/~wlm/ilm_i28.htm
17 Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber (2006): Multivariate Analysemethoden. Eine anwendungsorientierte
Einführung. 11. Auflage. Heidelberg, Berlin: Springer Verlag. S.132
21
Odds Ratio Werte wieder an. Die Differenz wird für hochgebildete Frauen im Vergleich zu
Männern demzufolge geringer.
Interaktionseffekt Geschlecht u. Einkommen
4
3
Männer (RG)
2
Frauen
1
Odds Ratios
0
wenig E. u.-mittel o.-mitte hohes E.
Männer
1
1,506762 1,895178 3,038994
(RG)
Frauen 1,637155 1,786164 3,149094 2,691824
Einkommen
Abb.2. Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Einkommen
Die Abbildung 2 zeigt den Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Einkommen in
Hinsicht auf das Risiko sich jünger zu fühlen. Dabei sind wiederum Abweichungen der
beiden Graphen für Frauen und Männer ersichtlich, was die Vermutung zulässt, dass ein
Interaktionseffekt besteht. Es zeigt sich, dass für Frauen und Männer die Differenz zu der
Neigung sich jünger zu fühlen bei wenig Einkommen und bei einem Einkommen, das sich im
oberen Mittelfeld befindet, besonders hervor tritt.
Für Frauen und Männer mit Einkommen im unteren Mittelfeld bzw. hohem Einkommen
zeigen sich keine großen Differenzen. Jedoch ist zu bemerken, dass bei hohen Einkommen
Männer sich häufiger (als Frauen) jünger fühlen.
22
4. Interpretation
Im Folgenden dieses Unterkapitels werden die einzelnen Einflussfaktoren, auf das Risiko sich
jünger zu fühlen, genauer beleuchtet. Dazu werden die gewonnenen Resultate aus der
logistischen Regression und der Überprüfung zweier Interaktionseffekte kurz
zusammengefasst.
Ein Ergebnis der voran gestellten Häufigkeitsanalyse war, dass sich ca. 80 Prozent der
befragten Personen jünger als ihr tatsächliches Alter fühlen. Diese große Neigung könnte ein
Ausdruck des Jugendfetischismus unserer Gesellschaft sein.
4.1. Logistische Regression
Die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse für die unabhängigen Variablen lautet:
1. Frauen haben ein höheres Risiko sich jünger zu fühlen.
2. Ältere Menschen (besonders im Alter zwischen 71 85 Jahren) haben ein höheres Risiko
sich jünger zu fühlen als jüngere Personen.
3. Der Befragungsort hat keinen Einfluss auf das Risiko sich jünger zu fühlen.
4. Personen mit höherer (besonders mittlerer Bildung) haben im Vergleich zu jenen mit
keinem Bildungsabschluss ein höheres Risiko sich jünger zu fühlen.
5. Höheres Einkommen bedeutet auch ein erhöhtes Risiko sich jünger zu fühlen.
6. Personen mit mittelmäßigem bis schlechten Gesundheitszustand haben im Vergleich zu den
gesunden (bis Befragten mit gutem Gesundheitszustand) ein niedrigeres Risiko sich jünger
zu fühlen.
7. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben wirkt sich positiv auf die Affinität sich jünger zu
fühlen aus.
Das erste Resultat, betreffs des erhöhten Risikos von Frauen sich jünger zu fühlen, entspricht
der zu Anfang getätigten Annahme, dass ein Unterschied zwischen der persönlichen
Alterseinschätzung von Männern und Frauen besteht. Dies kann damit zusammen hängen,
dass für Frauen Jugendlichkeit wichtiger ist als für Männer. Sie daher eventuell mehr
investieren um der Alterung entgegen zu wirken und sich somit auch häufiger jünger fühlen
als Männer. Diese verschiedenen Wertepräferenzen könnten durch in der Sozialisation
internalisierte Normen und Werte hervorgebracht worden sein. Diese Erklärung würde die
deutliche Wirkung der Variable Gesundheitszustand auf den Geschlechtereffekt (in Modell 4)
begreiflich machen.
23
Im Bezug auf das Ergebnis der verschiedenen Altersgruppen hat sich die eingängige
Annahme, dass jüngere Personen, da sie möglicherweise eine bessere körperliche
Konstitution haben, ein höheres Risiko sich jung zu fühlen, nicht bestätigt. Vielmehr hatten
die ältesten Befragten das größte Risiko sich jünger zu fühlen. Dies lässt sich eventuell mit
den veränderten Lebensumständen im höheren Lebensalter erklären. So haben diese Personen
durch ihren Ruhestand weitaus mehr Zeit und sind nicht mehr beruflichem Stress ausgesetzt.
Außerdem haben die ältesten 3 Befragungsgruppen einen viel größeren Spielraum (nach
unten) sich jünger zu fühlen.
Für die Variable Befragungsort konnten keine signifikanten Ergebnisse erzielt werden. Der
Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern ist schwindend gering, obgleich es
sich hier um Daten des Alterssurveys 1996 handelt. Ökonomische Abweichungen, also
(erwartete) verschiedene Lebensstandards sind kein hinreichender Erklärungsfaktor für die
Neigung sich jünger zu fühlen als man tatsächlich ist.
Die Vermutung, im Bezug auf die Einflussgröße Bildung, Personen mit einer höheren
Schulbildung fühlen sich eher jünger als Personen mit einer niedrigen Schulbildung, konnte
partiell (aber signifikant) bestätigt werden. Nicht wie erwartet waren jene mit höchster
Schulbildung, diejenigen mit dem größten Risiko sich jünger zu fühlen, sondern Personen mit
einem mittleren Schulabschluss. Dies lässt sich eventuell damit erklären, das Personen mit
hoher Schulbildung, wenn sie sich in einem adäquaten Beruf befinden möglicherweise
erhöhtem Stress ausgesetzt sind (z.B. in Führungspositionen) und dadurch bedingt das
gefühlte Alter nicht unter dem tatsächlichen Lebensalter liegt. Ferner könnte ein
Erklärungsgrund für die höhere Neigung sich jünger zu fühlen, bei den drei ältesten
Altersgruppen, darin bestehen, dass je älter eine Person ist, desto höher dann eventuell auch
das Risiko. Dies kann mit dem allgemeinen Wunsch jung zu sein, zusammen hängen.
Es zeigte sich wie angedacht ein Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen, da
Bildung (in einer Wissens- und Informationsgesellschaft) maßgeblich das Einkommen
beeinflusst. Weiterhin wurde auch zwischen Bildung und Zufriedenheit mit dem eigenen
Leben ein Zusammenhang ersichtlich. Eine Begründung könnte darin liegen, dass bei höherer
Bildung (und dadurch besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, mehr Wissen um eine
gesunde Lebensweise) auch die eigene Zufriedenheit positiv beeinflusst wird und somit
Personen ein erhöhtes Risiko haben sich jünger zu fühlen.
Anschließend an Bildung stellt das Einkommen einen Einflussfaktor dar, der jedoch im
letzten Modell (durch die Zugabe der Variable Zufriedenheit mit dem eigenen Leben) an
Signifikanz verliert. Die Annahme das Menschen, die über ein höheres Einkommen verfügen
24
sich eher jünger fühlen als jene mit einem geringeren Einkommen, konnte tendenziell
bestätigt werden. Das Einkommen als finanzielle Sicherheit kann somit auch als
Einflussfaktor gesehen werden. Jedoch scheint die Bildung einer Person von größerer
Bedeutung.
Wie sich zeigte hatte der Parameter Gesundheitszustand einen signifikanten Einfluss auf das
Risiko sich jünger zu fühlen somit konnte die anfängliche Vermutung bestätigt werden.
Besonders Menschen mit einem schlechten Gesundheitszustand hatten ein viel geringeres
Risiko sich jünger zu fühlen als ihre gesunden Mitmenschen. Dieses Ergebnis würde die
Autorin, ausgehend von der gestellten von Vermutung, das ein kranker Mensch stark an
Lebensqualität einbüßt und sich dementsprechend seltener jünger fühlt, erklären. Die
Gesundheit einer Person wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, daher stellt dieser Faktor eine
entscheidende Einflussgröße dar. Das Ergebnis betreffs des Gesundheitszustands zeigte eine
Wechselwirkung bei der Zugabe der letzten Variable (Zufriedenheit mit dem eigenen Leben).
Diese lässt sich plausibel begründen, da Teilnehmer mit einer guten körperlichen Verfassung
aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine höhere Affinität haben, sich selbst als jünger
einzuschätzen.
Die Annahme, dass sich die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben auf das Risiko sich jünger
zu fühlen auswirkt, konnte ebenso bestätigt werden. Studienteilnehmer, die sich selbst als
zufrieden einstuften, hatten ein weitaus höheres Risiko sich jünger zu fühlen als unzufriedene.
4.2. Interaktionseffekte
Auch für die geprüften Interaktionseffekte wird ein kurzer Überblick über die bedeutendsten
Ergebnisse gegeben.
So ist bei dem Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Bildung besonders bei mittlerer
Schulbildung ein Unterschied, zwischen Frauen und Männern (im Bezug auf das Risiko sich
jünger zu fühlen), ersichtlich. Dieses Ergebnis plausibel zu interpretieren ist eine diffizile
Aufgabe. Die Bildungslage der Frauen (der Geburtskohorte 1911 1956 zu Tage) war eine
andere als sie heute ist. Erst mit Einsetzen der Bildungsexpansion (ab den 1960er Jahren)
machten auch vermehrt Frauen höhere Bildungsabschlüsse. Zuvor war es eher für Männer
selbstverständlich sich zu bilden als für Frauen. Eventuell ist daher eine mittlere Schulbildung
für Frauen weitaus positiver als für Männer. Frauen mit mittlerer Schulbildung haben die
Möglichkeit am Arbeitsmarkt teilzuhaben und ein eigenständiges Leben zu führen. Diese
25
Erklärung kann jedoch nicht für die Angleichung der Werte von Frauen und Männer für
höhere Bildung erklären.
Es gibt einen Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Einkommen. Dieser wird deutlich,
da für Frauen und Männer die Differenz, zu der Neigung sich jünger zu fühlen, bei wenig
Einkommen und Einkommen im oberen Mittelfeld, besonders groß ist. Wenn Frauen also
über ausreichend (Mittelfeld) Einkommen verfügen (gilt für Einkommensgruppe oberes
Mittelfeld), dann sind sie in der Lage die nötigen Ausgaben zu tätigen, die für einen
Lebensstil notwendig sind, der einen positiven Einfluss auf das Risiko sich jünger zu fühlen
hat. Diese Ausgaben, können wie bereits erwähnt für eine bewusste Lebensweise (verbunden
mit Ernährung, medizinischen Ausgaben, Ausgaben für Freizeitaktivitäten) förderlich sein.
Eine mögliche Interpretation der Tatsache das Frauen mit wenig Einkommen sich jünger
fühlen als Männer, kann darauf zurück zu führen sein, das diese Frage auf das eigene Einkom-
men abzielt und Frauen eventuell stärker (als Männer) vom Einkommen des (Ehe-)Partners
profitieren. Somit die Tatsache eines geringen Einkommens keine so enorme Einschränkung
wie für Männer darstellt.
26
IV. Management Summary
Die grundlegende Fragestellung dieser Untersuchung war: Von welchen Faktoren hängt das
Risiko sich jünger zu fühlen als man tatsächlich ist ab? Eine erste wichtige Information, die
erlangt wurde ist, dass ca. 80 Prozent der Befragten sich jünger fühlen als ihr tatsächliches
Alter. Das Risiko wurde anhand verschiedener Annahmen über den Einfluss der
unabhängigen Variablen Geschlecht, Alter, Befragungsort, Bildung, Einkommen,
Gesundheitszustand und Zufriedenheit mit dem eigenen Leben überprüft. Dabei
kristallisierten sich einige maßgeblich beeinflussende Variablen heraus. So lässt sich eine
Gruppe von Personen beschreiben, die ein besonders hohes Risiko, sich jünger zu fühlen, hat.
Diese Beschreibung könnte wie folgt ausfallen: Frauen im Alter von 71 85 Jahren mit
mittlerer Schulbildung und hohem Einkommen sowie einem guten Gesundheitszustand und
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, fühlen sich besonders häufig jünger als andere.
Die Ergebnisse der angefertigten Sekundäranalyse können als Hinweis verstanden werden. So
sind bereits verschiedene Einflussfaktoren auf das Risiko sich jünger zu fühlen entdeckt
worden. Zu diesen Einflussgrößen gehört das Geschlecht (jedoch müssen hier Korrelationen
mit Drittvariablen bedacht werden), das Alter der Befragten, die Bildung, Gesundheit und die
Zufriedenheit mit eigenen Leben. Es bleibt zu vermuten, dass weitere Variablen (die in der
Sekundäranalyse noch nicht betrachtet wurden) wie z.B. soziale Kontakte und
Freizeitaktivitäten auch einen Einfluss haben.
Diese Untersuchung kann partiell wegweisend für ein besseres Wohlbefinden im Alter sein.
So zeigt sie, dass ausreichend Bildung und ein hinreichendes Einkommen sowie ein guter
Gesundheitszustand maßgeblich das Risiko sich jünger zu fühlen beeinflussen. Themen wie
Bildung und Gesundheitsvorsorge sind also in der Zukunft nur noch wichtiger, wenn es um
das Wohlbefinden der älteren Bevölkerung (die schon bald einen Großteil der Bevölkerung
stellen wird) geht. Ausserdem zeigt sich nochmals der positive Zusammenhang zwischen
Bildung und Gesundheit, der für die gesamte Bevölkerung nützlich sein könnte.
Die Frage dieser Arbeit nach Einflussfaktoren auf das Risiko sich jünger zu fühlen und das
Wohlbefinden ist somit (aus demographischer Sicht) auch von Bedeutung für die
wissenschaftliche Forschung.
27
V. Literaturangaben
Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber
(2006): Multivariate Analysemethoden. Eine
anwendungsorientierte Einführung. 11. Auflage. Heidelberg, Berlin: Springer Verlag
Dittmann-Kohli, Kohli, Künemund, Motel, Steinleitner, Westerhof, infas-
Sozialforschung
(1997): Lebenszusammenhänge, Selbst- und Lebenskonzeptionen -
Erhebungsdesign und Instrumente des Alters-Surveys, In:
Doblhammer, Gabriele
(WS 2006/2007): Seminarunterlagen Demographische und sozioöko-nomische
Datenquellen. Der_Alterssurvey.pdf
Doblhammer, Gabriele
(2006/2007): Seminarunterlagen Demographische und sozioöko-
nomische Datenquellen. Der_Alterssurvey.pdf
Doblhammer, Gabriele
(WS 2006/2007): Seminarunterlagen Multivariate
Analysemethoden. [8_logistische_Regression_III-1.pdf]
Internetquellen:
http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte,did=35236.html
[20.02.2007]
http://www.bpb.de/files/NEJNL8.pdf [25.02.2007]
http://www.dza.de/download/DP_41_Erwerbsleben.pdf [22.02.2007]
http://www.forschungsdatenzentrum.de/aktuell/workshop_gesundheit_2006/workshop_berlin
_12_10_06_tesch-roemer.pdf [24.02.2007]
28
VI. Anhang
1. SPSS-Befehl: Logistische Regression
********1. Geschlecht********
LOGISTIC REGRESSION Alter1
/METHOD = ENTER sex Lebensalter
/CONTRAST (sex)=Indicator (1) /CONTRAST (Lebensalter)=Indicator (1)
/CRITERIA = PIN(.05) POUT(.10) ITERATE(20) CUT(.5) .
********2. Geschlecht + Lebensalter + Befragungsort********
LOGISTIC REGRESSION Alter1
/METHOD = ENTER sex Lebensalter Befragungsort
/CONTRAST (sex)=Indicator (1)
/CONTRAST (Lebensalter)=Indicator (1)
/CONTRAST (Befragungsort)=Indicator (1)
/CRITERIA = PIN(.05) POUT(.10) ITERATE(20) CUT(.5) .
********3. Geschlecht + Lebensalter + Befragungsort + Bildung********
LOGISTIC REGRESSION Alter1
/METHOD = ENTER sex Lebensalter Befragungsort Bildung1
/CONTRAST (sex)=Indicator (1)
/CONTRAST (Lebensalter)=Indicator (1)
/CONTRAST (Befragungsort)=Indicator (1)
/CONTRAST (Bildung1)=Indicator (1)
/CRITERIA = PIN(.05) POUT(.10) ITERATE(20) CUT(.5) .
******4. Geschlecht + Lebensalter + Befragungsort + Bildung + Einkommen*******
LOGISTIC REGRESSION Alter1
/METHOD = ENTER sex Lebensalter Befragungsort Bildung1 Einkommen
/CONTRAST (sex)=Indicator (1)
/CONTRAST (Lebensalter)=Indicator (1)
/CONTRAST (Befragungsort)=Indicator (1)
/CONTRAST (Bildung1)=Indicator (1)
/CONTRAST (Einkommen)=Indicator (1)
/CRITERIA = PIN(.05) POUT(.10) ITERATE(20) CUT(.5) .
******5. Geschlecht + Lebensalter + Befragungsort + Bildung + Einkommen +
Gesundheitszustand2******
LOGISTIC REGRESSION Alter1
/METHOD = ENTER sex Lebensalter Befragungsort Bildung1 Ausbildung1 Einkommen
Gesundheitszustand2
/CONTRAST (sex)=Indicator (1)
/CONTRAST (Lebensalter)=Indicator (1)
/CONTRAST (Befragungsort)=Indicator (1)
/CONTRAST (Bildung1)=Indicator (1)
/CONTRAST (Einkommen)=Indicator (1)
/CONTRAST (Gesundheitszustand2)=Indicator (1)
/CRITERIA = PIN(.05) POUT(.10) ITERATE(20) CUT(.5) .
29
*******6. Geschlecht + Lebensalter + Befragungsort + Bildung + Ausbildung + Einkommen
+ Gesundheitszustand2 + Zufriedenheit******
LOGISTIC REGRESSION Alter1
/METHOD = ENTER sex Lebensalter Befragungsort Bildung1 Ausbildung1 Einkommen
Gesundheitszustand2 zufrieden
/CONTRAST (sex)=Indicator (1)
/CONTRAST (Lebensalter)=Indicator (1)
/CONTRAST (Befragungsort)=Indicator (1)
/CONTRAST (Bildung1)=Indicator (1)
/CONTRAST (Einkommen)=Indicator (1)
/CONTRAST (Gesundheitszustand2)=Indicator (1)
/CONTRAST (zufrieden)= Indicator (1)
/CRITERIA = PIN(.05) POUT(.10) ITERATE(20) CUT(.5) .
2. Interaktionseffekt
2.1. SPSS-Befehl
*******
Interaktionseffekt Geschlecht und Bildung********
logistic regression var=Alter1
/method=enter sex Bildung1 Bildung1*sex
/contrast (sex)=indicator(1)
/contrast (Bildung1)=indicator(1).
*******Interaktionseffekt Geschlecht und Einkommen****
logistic regression var=Alter1
/method=enter sex Einkommen Einkommen*sex
/contrast (sex)=indicator(1)
/contrast (Einkommen)=indicator(1).
30
2.2. Interaktionseffekt
2.2.1. Geschlecht und Bildung
RegressionskoeffizientB
sex(1)
-0,146954413
Bildung1
Bildung1(1)
0,61130031
Bildung1(2)
0,778612823
Bildung1(3)
0,873273347
Bildung1 * sex
Bildung1(1) by sex(1)
0,305127605
Bildung1(2) by sex(1)
0,608256416
Bildung1(3) by sex(1)
0,32100006
Bildung
keine B. (RG)
niedrige B.
mittlere B.
hohe B.
Männer
Geschlecht (RG)
0 0,61130031 0,77861282 0,87327335
Frauen
-0,146954413
0,7694735 1,23991483 1,04731899
Bildung
keine B. (RG)
niedrige B.
mittlere B.
hohe B.
Männer
Geschlecht (RG)
1 1,84282609 2,17844828 2,39473684
Frauen
0,863333333 2,15862944 3,45531915
2,85
2.2.2. Geschlecht und Einkommen
RegressionskoeffizientB
sex(1)
0,492960161
Einkommen
Einkommen(1)
0,409963241
Einkommen(2)
0,63931287
Einkommen(3)
1,111526444
Einkommen * sex
Einkommen(1) by sex(1)
-0,322853367
Einkommen(2) by sex(1)
0,014841634
Einkommen(3) by sex(1)
-0,614267612
Einkommen
wenig E. (RG) u-mittel E.
o.-mittel E.
hohes E.
Männer
Geschlecht (RG)
0 0,40996324 0,63931287 1,11152644
Frauen
0,492960161 0,58007004 1,14711466 0,99021899
Einkommen
wenig E. (RG) u.-mittel E.
o.-mitte E.
hohes E.
Männer
Geschlecht (RG)
1
1,5067624
1,8951782 3,03899371
Frauen
1,637155298 1,78616352
3,1490936
2,6918239
31
VII. Selbstständigkeitserklärung
Ich erklären hiermit, dass ich diese Arbeit selbstständig erarbeitet und keine anderen als die
angegebenen Quellen benutzt habe. Alle Stellen, die sinngemäß oder wörtlich aus Quellen
entnommen wurden, habe ich als solche gekennzeichnet. Diese Arbeit hat in gleicher oder
ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen.
02.04.2007, Rostock
Datum, Ort
J. Gentz
32
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