Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Der Bau einer Gesangskabine im Home-Studio close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Der Bau einer Gesangskabine im Home-Studio

Bachelorarbeit, 2006, 61 Seiten
Autor: Jürgen Eppinger
Fach: Technik

Details

Institution/Hochschule: SAE (SAE Institut)
Tags: Gesangskabine, Home-Studio
Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 61
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V111060
ISBN (E-Book): 978-3-640-09163-8

Dateigröße: 30150 KB


Volltext (computergeneriert)

Bachelor Arbeit

Der Bau einer Gesangskabine im Home-Studio

ausgeführt zur Erlangung des ,,Bachelor of Recording Arts (Honors)"

Jürgen Eppinger

BRA 106

SAE Wien


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung: 4

Hypothese: 4

1 Akustik und Schall 5

1.1 Die Geschichte der Akustik 5

1.2 Die Akustik 5

1.3 Der Schall 6

1.4 Schallpegel 6

1.5 Töne, Geräusche und Lärm 7

1.6 Frequenz und Frequenzpegel 7

1.7 Der Schall im Raum 9

2 Die Bauplanung 10

2.1 Bauakustik allgemein 10

2.2 Energiebilanz am Bauteil 11

2.2.1 Schalldämm-Maß R und verwandte Größen 11

2.2.2 Schallleistung ­ Definition 12

2.2.3 Messung der Luftschalldämmung (Schallschutz) 12

2.2.4 Messungen bei Schallschutz in Gebäuden 13

2.3 Raumakustische Grundlagen 13

3 Kabinenbau, Ausgangssituation 17

4 Home - Recording 18

4.1 Beurteilung der Raumlage 18

4.2 Studioeinrichtung 19

4.3 Zusammenfassung des von mir verwendeten Equipments 19

4.4 Zweck einer Kabine 19

4.5 Der Schallschutz 20

4.6 Der Lageplan 21

4.7 Die Lüftung 21

4.8 Die Resonanzfrequenz und schwingende Wände 22

4.9 Raum in Raum Prinzip 22

4.10 Verwendetes Material beim Bau der Kabine 23

4.10.1 Die Türe und das Fenster 23

4.10.2 Türstock 25

4.10.3 Metal ­ Rahmen 25

4.10.4 Schalldämmmatten / Noppenschaum 27

4.10.5 Kleber für die Dämmstoffmatten 28

- 2 -


4.10.6 Steinwolle 29

4.10.7 Gipskarton 31

4.11 Die Bauabschnitte 31

4.11.1 Planung und Vorarbeiten 31

4.11.2 Vermessungen, Raster 31

4.11.3 Zuschneiden der Profile 32

4.11.4 Montage der CW-Ständerprofile 32

4.11.5 Einsetzen der Türzarge 32

4.11.6 Einsetzen des Fensters 33

4.11.7 Montage der Gipskarton Wände 33

4.11.8 Ausfüllen mit Dämmstoff 34

4.11.9 Elektroinstallation 35

4.11.10 Verputzen & Verspachteln 35

4.11.11 Einhängen und Einpassen der Tür 36

4.11.12 Anbringen eines Außenanstrichs 36

4.11.13 Verkleben der Schalldämmmatten mit dem Zweikomponenten - Klebstoff 37

4.12 Aufgetretene Probleme 37

5 Messungen 39

5.1 Messdetails 39

5.2 Details zu den Messungen mit Musikinstrumenten 40

5.3 Fazit der Messungen 44

5.4 Die Schallabsorption 45

5.5 Normalschallpegeldifferenz 46

5.6 Die Nachhallzeit 47

5.7 Die Eigenresonanz 49

5.8 Die Dämpfung 50

5.8.1 Hohlraumdämpfung 50

5.8.2 Bodenbeläge 51

5.9 Absorptionsvermögen diverser Oberflächen und Personen 52

5.10 Genaue Daten der Kabine 54

5.11 Fazit und persönliche Bemerkungen zur Planung und zum Bau der Kabine 55

Schlusswort 56

Ich danke 57

Quellen- und Literaturverzeichnis, Audio CD (am Innencover) 58

Anhang 1, Beispiele für den Luftschall ­ Absorptionsgrad in % 59

Anhang 2, Kosten- und Budgetaufstellung für den Bau der Aufnahmekabine 60

- 3 -


Einleitung:

In meiner Bachelor Arbeit wird ausgearbeitet, ob es wirklich möglich ist, eine schalldichte

Kabine mit einem Budget von EUR 1.000,- zu bauen und wie man die vorgegebenen Daten

und Eigenschaften, die für das optimale Arbeiten in einer Kabine erforderlich sind, erreichen

kann. Diverse Messungen sollen neben dem eigentlichen Bau der Kabine einen Hauptteil der

Arbeit darstellen, da erst anhand der Ergebnisse ein eindeutiges und endgültiges Urteil

abgegeben werden kann. Um genau herauszufinden wie schalldicht eine solche Kabine nach

dessen Fertigstellung auch wirklich ist, ist unter anderem die Berechnung der

Schallpegeldifferenz nötig.

Hypothese:

Mit einem Budget von 1.000,- Euro ist bei der Errichtung einer schalldichten Kabine

eine Schallpegeldifferenz von 20 dBA zu erreichen.

Diese Schallpegeldifferenz ist zwar nicht sehr hoch und es bedeutet auch dass bei diversen

Messungen die Kabine wahrscheinlich nicht zu 100 % schalldicht sein wird, wenn man

jedoch diese 20 dBA mit diversen Schallschutz Normen vergleicht, welche im allgemeinen

Hochbau vorgeschrieben sind, dann wird man feststellen, dass 20 dBA eine hohe

Pegeldifferenz im Kabinenbau sind. Ob diese dann auch im Home- Studio Bereich reicht,

wird während und am Ende der Arbeit beschrieben und getestet.

Um jedoch mit den eigentlichen Messungen beginnen zu können, wird ein wenig auf die

Geschichte der Akustik eingegangen, als auch bauakustisches Grundwissen vermittelt,

welches für die Realisierung und den Bau einer solchen Kabine benötigt wird.

- 4 -


1 Akustik und Schall

1.1 Die Geschichte der Akustik

Die Akustik ist eine Naturwissenschaft, sie ist die Lehre vom Schall und seinen

Auswirkungen.

Schon im alten China war man sich der Nutzung von Resonanz (=Mitschwingen eines

Körpers mit dem eines anderen) und Schallreflexion bewusst.

In den laufenden Jahrhunderten wurde immer mehr in diesem Gebiet geforscht. Ende des 19.

Jahrhunderts begann dann die intensive Forschung der Elektroakustik, das heißt die

Umsetzung von akustischen Signalen in elektrische.

Diverse Erfindungen und Erkenntnisse von damals sind in unserer Wissenschaft nach wie vor

verankert, wenn auch in einer ganz anderen und moderneren Betrachtung. In unserer heutigen

Zeit ist aber die Akustik wieder ein sehr interessantes Thema, in dem mehr geforscht wird als

jemals zuvor. Das bezieht sich auf die verschiedensten Industriezweige die weit über die

,,klassische" Akustik im Häuser- und Tonstudiobau hinaus geht.

1.2 Die Akustik

Geräusche, Klänge und ,Sounds′ werden im Allgemeinen als Schall bezeichnet. Als

Luftschall bezeichnet man eine spezielle Form von Energie, die eine Schwingung von

Luftmolekülen um einen Ruhepunkt als Ursache hat. Wenn wir Schall hören, wird unser

Trommelfell in eine charakteristische Bewegung versetzt, die man Schwingung nennt. Diese

wird durch Druckschwankungen der Luft im Gehörgang ausgelöst, die von der auftreffenden

Schallwelle erzeugt werden. Schall ist die Ausbreitung von kleinsten Druck- und

Dichtestörungen in einem elastischen Medium wie zum Beispiel in Gase oder Flüssigkeiten.

Hier unterscheidet man zwischen dem Nutzschall und dem Störschall.

Die Akustik wird in mehrere Bereiche unterteilt:

Physikalische Akustik, physiologische Akustik und psychologische Akustik, auch als

Psychoakustik bekannt.1 Die physikalische Akustik ist ein Teilgebiet der Mechanik, die

physiologische Akustik ein Teilgebiet der sensorischen Physiologie und die Psychologische

1 Vgl.: Hellbrück, Ellermeier, Hören, 2004, Seite 17 ff

- 5 -


Akustik gehört zur Wahrnehmungspsychologie. Hierzu gehört auch die musikalische Akustik

und wird unter anderem in der Bau- und Elektroakustik angewendet. Aus all diesen Gebieten

nimmt unser Gehör einen Schall wahr.

Um den damit verbundenen Gleichgewichtssinn zum Beispiel zu verstehen, muss man sich

mit jedem der Gebiete auseinandersetzen um die komplizierten Vorgänge, die bei der

Aufnahme einer Schallwelle passieren auch zu verstehen.

1.3 Der Schall

Beim Schall unterscheiden wir auch

zwischen dem physikalischen Schall, der

akustischen Wahrnehmung und der

Bedeutung dieses Schalls.2 Zunächst

erfolgt eine Explosion. Wir nehmen sie

akustisch wahr und stellen einen

unmittelbaren Augenblick später fest,

was diese Explosion für uns bedeutet. So

kann man feststellen, dass Schall ein

Abb.: Grundbegriff einer Welle

natürlicher Reiz ist, der zu einer Hörempfindung führt. Es handelt sich hier um Schwingungen

und Wellen in einem elastischen Medium.3

Die Zahl der Schwingungen pro Sekunde wird als Frequenz bezeichnet. Die Einheit hierfür ist

das Hertz(Hz). Ein gesundes, menschliches Gehör nimmt Frequenzen zwischen ca. 20 und

20.000 Hertz wahr. Alles was sich unterhalb dieses Bereichs befindet, bezeichnet man als

Infraschall, alles oberhalb des Bereiches als Ultraschall.

1.4 Schallpegel

Der Schalldruckpegel wird in Dezibel (dB) angegeben.4

2 Vgl.: Hellbrück, Ellermeier, Hören, 2004, Seite 53

3 Vgl.: Juan, Physikalische und psychoakustische Grundlagen der Musik, 2000, Seite 19

4 Vgl. Andrea Stickel, Faszination Gehör, Seite 14ff

- 6 -


1.5 Töne, Geräusche und Lärm

Jeder Schall und jede Schallart setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Der

Sinuston ist die Grundwelle des Tones. Er

ist

durch

eine

harmonische

Sinusschwingung definiert.

Man unterscheidet verschiedene Arten von

Sinustönen. Reine Sinustöne kommen in der

Natur selten vor. Das Rauschen von

Blättern, der Wind, Wassergeplätscher usw.

bezeichnet man als aperiodische Schalle. Sie

werden oftmals in der Natur aber auch von

Maschinen erzeugt.

Anders hingegen sind periodische Schalle.

Abb.: Lärmtabelle

Sie werden hauptsächlich von Tieren und

Menschen erzeugt wie zum Beispiel Vogelstimmen, das Wiehern eines Pferdes, das Bellen

eines Hundes und auch von der menschlichen Stimme und deren Vokale. Hier wird eine

Grundschwingung von weiteren Schwingungen überlagert, den so genannten Obertönen.

Diese Obertöne und ihre jeweilige Intensität bestimmen nun die Klangfarbe. Dabei sind

Resonanzeigenschaften, Dynamik, Phasenalge und Räumlichkeiten für den jeweiligen Klang

der Klangfarbe verantwortlich.

1.6 Frequenz und Frequenzpegel

Als Frequenz f wird die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde bezeichnet und stellt somit

eine Wiederholungshäufigkeit dar. Diese wird in Hertz (1 Hz = 1/s) angegeben und

beschreiben die Tonhöhe eines Schallereignis.

Schallwellen beschreiben die Auswirkung von Druck- bzw. Dichteschwankungen in

elastischen Medien. Schallvorgänge, die aus einer einzigen Sinusschwingung bestehen,

bezeichnet man also als Töne. Die reinen Töne kommen in der Natur kaum vor sondern

setzten sich aus verschiedenen Teilfrequenzen und Amplituden zusammen

.

- 7 -


AMPLITUDE = maximale Auslenkung ­ maximale Ausweichung vom Ruhedruck, maßgeblich

für die Lautstärke.

Abb.: Die Amplitude als Maß für die
Lautstärke

5

Messgeräte mit denen Frequenzanalysen erstellt werden enthalten daher Oktav- und

Terzfilter.

FREQUENZ UND ZEITVERLÄUFE

Abb.: Typischer Frequenzverlauf
des Schalldruckpegels von
männlicher (a) und weiblicher (b)
Sprache

6

Zur Entscheidung über Maßnahmen der Raumakustik sind Kenntnisse über Frequenz- und

Zeitverläufe nötig. Die Mittelwerte des Frequenzverlaufes männlicher- und weiblicher

Stimme zeigen, dass die Stimmlage des Grundtones bei Männern eine Oktave tiefer ist als bei

Frauen. Der mittlere Schalldruckpegel weißt jedoch kaum Unterschiede zwischen den beiden

Stimmen auf. Die Grundtöne sind somit für die Verständlichkeit der Sprache unerheblich. Wo

es also alleine um die Aufnahme von Stimme und Gesang geht kann man auf die Übertragung

5 Vgl.: Grafische Darstellung: Diplomarbeit von DI Claus Huber, Seite 9

6 Vgl.: Grafische Darstellung: Diplomarbeit von DI Claus Huber, Seite 12

- 8 -


tiefer Frequenzen verzichten und sich auf akustische Maßnahmen im Frequenzbereich von

125 Hz bis 2000 Hz konzentrieren.

1.7 Der Schall im Raum

Wenn sich Schall durch ein Medium fortpflanzt, werden Teilchen des Mediums in

Schwingung versetzt und geben Teile des Schalls gedämpft wieder ab. Daraus kann man

schließen, dass eine hohe Abhängigkeit besteht, auf welches Medium, also auf welchen

Baustoff der Schall jeweils ,,trifft".

Nachdem nun die wichtigsten Grundbegriffe und Eigenschaften des Schalls und dessen

Ausbreitung in einem Medium bekannt sind, wird im folgenden Kapitel etwas genauer auf die

allgemeine Bauplanung und die Bauakustik eingegangen.

- 9 -


2 Die Bauplanung

Wichtige Voraussetzung für die Planung des Baus einer schalldichten Kabine ist die

Grundkenntnis des Schalls und der Bauakustik. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die

wesentlichen Grundbegriffe möglichst klar verständlich erläutert werden.

2.1 Bauakustik allgemein

Die Bauakustik befasst sich mit Luft- und Trittschall. Beide werden eigentlich nur durch die

Art der Anregung unterschieden:

- Beim Luftschall wird, wie schon im vorigen Kapitel erklärt, Luft in Schallschwingungen

versetzt, die erzeugte Schallenergie wird in den Raumbegrenzungsflächen in Körperschall

umgewandelt und im Nachbarraum wieder als Luftschall abgestrahlt. Das heißt es handelt

sich hier um eine großflächige Anregung von Strukturen, in denen erzwungene

Schwingungen erzeugt werden.

- Durch den so genannten Trittschall, wie schon der Name sagt, werden massivere

Strukturen wie Boden, Decken etc. durch äußere Kräfteeinwirkung angeregt wie zum

Beispiel durch begehen. Durch die einzelnen Schritte entsteht ein Schall, der von einem

darunter oder darüber liegenden Raum wahrgenommen wird. Durch diese einzelnen

Schritte wird die begangene Struktur zur Eigenschwingung angeregt. Durch diverse

Maßnahmen, wie zum Beispiel einem Estrich, kann man diesen Effekt stark beeinflussen

und demnach auch eindämmen. Problematischer wird es bei haustechnischen Maschinen,

welche beispielsweise eine periodische Krafteinleitung erzeugen

Das Thema Bauakustik beinhaltet somit nicht nur die Lehre von Baustoffen, sondern auch

wichtige Bereiche des Luftschallschutzes, des Trittschallschutzes und des wichtigen, leider

allzu oft unterschätzten ­ Körperschalls.

Die Bauakustik ist also sehr eng mit der Raumakustik verbunden. Das bedeutet, dass der

Schalldruckpegel von den raumakustischen Eigenschaften wie Größe, Baustoffe, Raumgröße

etc. abhängig ist und damit auch die Nachhallzeit stark beeinflusst wird.

- 10 -


2.2 Energiebilanz am Bauteil

Hier wird skizziert, dass die durchgelassene Luftschallübertragung vom verwendeten Bauteil,

bzw. Baustoff abhängig ist.

Abb.: Energiebilanz am Bauteil

7

2.2.1 Schalldämm-Maß R und verwandte Größen

Wird in einem Raum Luftschall erzeugt, so muss die Summe aus der im Raum absorbierten

und reflektierten Energie und aus der durchgelassenen Energie gerade gleich groß sein wie die

erzeugte Energie. Dabei jedoch ist die durchgelassene Energie umso kleiner, je stärker der

vorhandene Baustoff die Energie dämpft.8

Bei einer 24 cm dicken Wand aus Ziegeln wird zum Beispiel nur etwas ein

Hunderttausendstel der Summe die auf die Wand trifft, durchgelassen. Das heißt also, dass

selbst schon mit einem geringen Materialaufwand der Schall im Raum ,,gehalten" werden

kann. So sind beispielsweise Dämmwollen, Akustikschaumstoff und Styropor Materialien die

hierfür sehr gut geeignet wären. Die Aufgabe der Raumakustik ist also die im Raum

verbliebene Energie so ,,umzuwandeln" bzw. zu ,,absorbieren", so dass sich eine sehr geringe

Nachhallzeit ergibt.

7 Vgl.: Herwig Baumgartner, Roland Kurz, Schadenfreies Bauen, Band 27, Seite 13

8 Vgl.: Herwig Baumgartner, Roland Kurz, Schadenfreies Bauen, Band 27, Seite 11

- 11 -


2.2.2 Schallleistung ­ Definition

Der Schalldruckpegel ist ortsabhängig. Das heißt dass der Schall mit der Entfernung stetig

abnimmt. Daher definiert man zur akustischen Beschreibung von Schallquellen nicht den

Schalldruck sondern die Schalleistung.

2.2.3 Messung der Luftschalldämmung (Schallschutz)

Abb.: Schematische Darstellung
der verschiedenen Wege der
Schallübertragung mit
Kurzzeichen für die Ein- und
Austrittsflächen

9

Zwischen zwei verschieden geschlossenen Räumen wird die Schallpegeldifferenz errechnet.

Dabei wird im Senderaum ein stationäres Luftschallfeld durch eine Schallquelle erzeugt. Die

Schallpegel werden im Sende- und Empfangsraum gemessen. Aus ihrer Differenz ergibt sich

unter Berücksichtigung der Absorption im Empfangsraum das Schalldämm-Maß oder die

Schallpegeldifferenz. Der Schallsender soll hierbei allseitig gleichmäßig in den Raum

abstrahlen. Hier kann man einfache Lautsprecher verwenden und so anordnen, sodass eine

kugelförmige Abstrahlung erreicht wird.10 Der Schallpegel kann dann mit einem einfachen

Schallpegel-Meßgerät ermittelt werden. (Erhältlich zum Beispiel bei Conrad Electronics in

Wien-Vösendorf, SCS um ca. EUR 30,-).

Die Schallpegeldifferenz D zwischen 2 Räumen wird dabei folgendermaßen errechnet:

D = L ­ L

1

2

L = Schallpegel im Senderaum

1

L = Schallpegel im Empfangsraum

2

9 Vgl.: Schallschutz, Normen, DIN-Taschenbuch, 1994, Seite 157

10 Vgl.: Schallschutz, Normen, DIN-Taschenbuch, 1994, Seite 156

- 12 -


Auf diese Berechnungen wird aber im späteren Verlauf im Kapitel 5 noch detailliert

eingegangen.

2.2.4 Messungen bei Schallschutz in Gebäuden

Bei dem Bau Öffentlicher Gebäude, Häuser und Wohnungen wurden hinsichtlich des

Schallschutzes eigene Normen festgelegt. Diese können anhand von speziellen Messverfahren

grundsätzlich optimal erreicht werden.11 Spezielles Augenmerk wird auf die Luft- und

Trittschalldämmung gelegt. Ferner existieren klare Normen für Fenster und Scheiben, Türen

und Wände, wobei zwischen baurechtlich verbindlichen Anforderungen und Vorschlägen

zum erhöhten Schallschutz unterschieden wird.

Die meisten Normen dienen dazu, Personen in Wohnungen, aber auch Reihen-, Doppel- oder

Mehrfamilienhäusern vor störendem Lärm zu schützen und dafür Sorge zu tragen, dass

Geräusche normaler Lautstärke nicht von Dritten außerhalb der Wohnung gehört und

verstanden werden können. 12

2.3 Raumakustische Grundlagen

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls beträgt in der Luft etwa 343 m/s (auch

abhängig von der Temperatur). In einem störungsfreien Raum, sog. ein homogenes Medium,

erfolgt die Ausbreitung entlang einer Geraden. Unter der Annahme einer punktförmigen

Schallquelle erfolgt die Schwingungsanregung der Mediumteilchen gleichmäßig nach allen

Seiten. So breitet sich der Schall nach allen Seiten gleich schnell und gleich laut aus.

Atmosphärische Effekte, verschiedene Raumeigenschaften oder physikalische Hindernisse

können allerdings die Schallwellen ablenken, sodass es zu den nachstehend beschriebenen

Effekten kommen kann.

REFLEXIONEN

Beim Auftreten einer Schallwelle auf eine harte Oberfläche, treten je nach Abhängigkeit vom

Verhältnis der Wellenlänge zur Größe des Objekts unterschiedliche Effekte auf. Je nach

11 Vgl.: Schallschutz, Normen, DIN-Taschenbuch, 1994, Seite 15

12 Vgl.: Herwig Baumgartner, Roland Kurz, Schadenfreies Bauen, Band 27, Seite 13

- 13 -


Beschaffenheit der Oberfläche auf die der Schall trifft, wird die Schallquelle gespiegelt bzw.

reflektiert. Wenn die Oberfläche zum Beispiel rau ist, so findet eine diffuse Reflexion statt.

Hier entscheidet die Größe von Elementen bzw. die Oberflächen-Beschaffung über den

Ausfallswinkel und Einfallswinkel des Schalls und damit der Reflexion.

STEHENDE WELLEN

Zwischen parallelen, reflektierenden Wänden kann es zu sogenannten stehenden Wellen

kommen. Dabei wird eine senkrecht auftreffende Schallwelle immer wieder mit ihrer eigenen

Reflexion überlagert. Dadurch werden Schallwellen gegenseitig ausgelöscht oder verstärkt,

was sich negativ auf Sprach- oder Musik- Aufnahmen und Wiedergaben auswirken kann bzw.

auch bei speziellen Messungen sehr störend ist.

NACHHALLZEIT

Um einen Raum akustisch richtig einschätzen und beurteilen zu können, ist wohl die Kenntnis

über die Nachhallzeit das Wichtigste. Durch einfaches Händeklatschen kann man einen Raum

mit Schallenergie anregen und den Nachhallvorgang hören und abschätzen. Für eine genaue

Aussage über die akustischen Eigenschaften eines Raumes jedoch müssten der zeitliche

Verlauf des Schalldrucks und die für den Raum charakteristischen Reflexionen mit ihren

Pegeln bekannt sein.

Mit Hall ist der gesamte diffuse Schall im Raum gemeint. Der Nachhall ist die Abnahme des

Schallfeldes nach Abschalten der Schallquelle. Die Abnahme dieses Schallfeldes ist abhängig

von den Eigenschaften des Raumes d.h. abhängig von der Oberfläche der Wand, Böden,

Möbel, sowie Höhe und Breite des Raumes. Die Nachhallzeit ist somit vom Volumen und von

den schallabsorbierenden Oberflächen abhängig. 13

In meinem Fall bzw. bei der Größe meiner Gesangskabine haben wird die Nachhallzeit sehr

gering bzw. kaum vorhanden sein, da der Klang des Raumes mit dem Noppenschaum

nochmals so trocken wie möglich werden soll und das bedeutet auch eine geringe

Nachhallzeit.

Das Problem dabei ist jedoch, dass bei einer zu kurzen Nachhallzeit der Raum trocken wirkt

und man das Gefühl haben kann, dass der Raum nicht "trägt". Dieses Gefühl des

,,Nichttragens" kann dann sowohl den Zuhörer im Regieraum als auch den Sprechenden bzw.

13 Vgl.: http://www.ton.udk-berlin.de/tutorium/html/Tutorium.html, 12.5.2007

- 14 -


Sänger oder Sängerin betreffen. Die muss man durch das gezielte aber vorsichtige Einsetzen

eines Hall-Effekts auf der Stimme wieder ausgleichen. Auch im Mixdown sollte dann durch

Hall oder Delay Effekte die Stimme wieder ,,weicher" gemacht werden, um diesen Effekt der

kurzen Nachhallzeit nicht zu hören.

Bei zu kurzen Nachhallzeiten in großen Räumen kann der Effekt auftreten dass die

Lautstärke fehlt, da pegelerhöhende Reflexionen fehlen.

Bei der Abhörposition in meinem Studio spielt die Nachhallzeit keine große Rolle, da der

gesamte Raum mit Möbeln ausgestattet ist, eine Holzdecke eingezogen ist und der Boden mit

einem Schiffboden aus Fichtenholz ausgelegt ist. Diese Einrichtung ist von Haus aus sehr

schallschluckend.

Es gibt jedoch keine Regelung für eine ,,optimale" Nachhallzeit da hier auch

psychoakustische Kriterien eines jeden Hörers ausschlaggebend sein werden. Jede Person

entscheidet also am Ende für sich selber ob ihr die Akustik eines Raumes ,,behagt" oder nicht.

Für eine statistische oder durchschnittliche Auswertung, müsste man unterschiedliche

Hörtests durchführen und diese dann von mehreren Versuchspersonen beurteilen lassen.

Abb.: Nachhall in Konzertsälen mit Zuhörern

- 15 -


Bei dieser Tabelle14 ist zu beachten, dass die vorgegebenen Werte etwas kritisch betrachtet

werden müssen, da die angegebenen 2 Sekunden für einen sinfonischen Saal gelten.

Proberäume, Tonstudios und Gesangskabinen stellen natürlich andere Anforderungen an die

Nachhallzeit dar.

Grundkenntnisse über die Nachhallzeit, Schallausbreitung, stehende Wellen und über

Bauakustik allgemein ist also ein wichtiger Faktor sowohl beim Konstruktion- als auch bei

Baustoff-Auswahl einer Kabine. Nachdem wir nun diese Grundkenntnisse besitzen kann man

mit dem Bau beginnen.

14 Vgl.: Grafische Darstellung: Diplomarbeit von DI Claus Huber, Seite 35

- 16 -


3 Kabinenbau, Ausgangssituation

Seit nunmehr ungefähr drei Jahren nehme ich sowohl Vocals, als auch Gitarr- und Akustik-

Bass- Gitarre im Keller des Doppelhauses meiner Eltern auf.

Der Raum, der bisher als ,,Aufnahmeraum" diente, war zuvor ein ,,klassischer" Partykeller

meiner Eltern. Durch diverse Umbauarbeiten und Restaurierungen, unter anderem wie

Neutapezieren, Auswechseln einer alten Couch, dem Bau passender Tische für das

elektronische Equipment usw. ist der Raum zu einem Home-Studio umfunktioniert worden.

Abgesehen von einer relativ

niedrigen Raumhöhe, bietet

der Raum grundsätzlich gute

Bedingungen für ein Home

Studio.

Ein großes Problem entstand

jedoch bei den Aufnahmen.

Da sich meistens Sänger und

Tontechniker,

aber

auch

andere

Personen

im

Raum

befanden, waren Störgeräusche

kaum zu vermeiden. Besonders

PC-Lüfter, Tritte bzw. Lärm von

den oberen Stöcken oder ein

laufender

Fernseher

nahmen

negativen ,,Einfluss" und waren,

wenngleich nur ganz leise, aber

doch, auf den Aufnahmen hörbar.

Diese Geräuschekulisse zu unterbinden, bzw. Störgeräusche zu minimieren oder gar zu

eliminieren war nun ein der großen Herausforderungen.

- 17 -


4 Home - Recording

Der Begriff Home-Recording wird derzeit sehr oft verwendet, sobald jemand 2 Hi-Fi Boxen

und einen Personal-Computer mit Reason oder dergleichen privat betreibt. Allerdings gehört

zu einem semi-professionellen Home-Recording Studio mehr als diese minimale Ausrüstung.

In diesem Rahmen ergeben sind in ausstattungs-technischer Hinsicht ,,nach oben" keine

Grenzen. Auch gibt es bautechnisch vielerlei Unterschiede. Dadurch existieren kaum klare

Anleitungen oder Richtlinien wie ein solches semi- oder professionelles Home-Recording

Studio geplant, gebaut und betrieben werden kann.

4.1 Beurteilung der Raumlage

Grundsätzlich ist die akustische Umgebung ein wichtiges Merkmal im Home-Recording

Bereich

Glatte Wände, Möbel im Raum, Tapeten etc. haben hier einen großen Einfluss. Die

Reflexionen sind daher über ihren zeitlichen Verlauf und ihrer Art unterschiedlich zu

bewerten. Besonders kritisch ist der ,,zeitliche Bereich" von direkten Reflexionen in einem

durchschnittlichen Projektstudio innerhalb der ersten 10 bis 20 ms. Hier reagiert das

menschliche Gehör besonders empfindlich auf Einzelreflexionen. Die Kontrolle der frühen

ersten Reflexionen ist jedoch nicht schwierig. Frequenzbereiche zwischen 1 ­ 3 kHz lassen

sich mit akustischen Absorbern, die man teilweise sogar selber bauen kann, sehr leicht und

einfach behandeln. Diese Absorber ,,schlucken" den Schall und so kommt es zu keiner

,,Überlagerung" mit dem Direktsignal. Besonders effektiv arbeiten diese Absorber auf glatten

Wänden oder in kahlen Räumen.

Andere Probleme, die beim Abhören auftreten können, sind zum Beispiel sogenannte

,,Flatterechos", die zwischen zwei parallelen, stark reflektierenden Wänden hin und her

,,flattern".

Neben der Akustik zählt die so genannte ,,Kette", in die die diversen Geräte und Instrumente

wie Vorverstärker, Mikrofon etc. eingebunden sind, eine sehr wichtige Rolle. Die Qualität der

Aufnahme ist nur so gut oder schlecht wie die ihres schwächsten Gliedes.

- 18 -


Man sollte sich also von Anfang an klar sein, dass

jedes

einzelne ,,Teil" dieser Signalkette

ausschlaggebend für den Klang und die Qualität der Aufnahme ist. Die Auswahl an

Mikrofon-Vorverstärkern, Mikrofonen etc. ist sehr breit gefächert.

4.2 Studioeinrichtung

Das Ziel in einem Studio ist eine ist eine möglichst unverfälschte Übertragung ohne

Nebengeräusche wie Brummen, Rauschen oder Verzerrungen zu erreichen. Und zwar von der

Aufnahme bis Wiedergabe des Audiosignals!

Grundsätzlich ist es aber möglich, schon mit relativ niedrigen Budgetsein durchaus

respektables und komplettes Heimstudio einrichten.

4.3 Zusammenfassung des von mir verwendeten Equipments

- Mikrofon: SE Electronics 2200 A bzw. AKG C3000B

- Mikrofonvorverstärker: TL Audio 5050-Ivory Serie (mono, 1 Sovtek Röhre, 48V

Phantomspeisung, 90 Hz Filter, 30 db Pad)

- Mischpult: MITEC 28-Kanal INLINE Pult (8-Buse)

- Soundkarte: M-Audio Delta 1010 LT (10 Ein- und Ausgänge, 8x AD/DA, 24 bit/96

kHz) und für Mastering Digidesign M-Box (24bit/96 kHz, 2 Ein- und Ausgänge)

Mit diesem Equipment sind Aufnahmen möglich, die im Professionellen Audio Bereich

anzusiedeln sind. Natürlich entscheidet im Home-Recording Bereich auch das fachliche

Wissen und Erfahrung. Wenn man entsprechende Grundkenntnisse hat und sich fachlich

bildet und das Wissen vertieft, wie zum Beispiel am SAE-Institut, kann durchaus auch im

Low-Budget Bereich ausgezeichnete Sound-Qualität erzielt werden.

4.4 Zweck einer Kabine

Eine schalldichte Kabine sollte, wie der Name schon sagt, ,,schalldicht" sein. Das heißt, dass

so wenig Luftschall wie möglich sowohl nach außen als auch nach innen dringen kann.

- 19 -


Um einen ,,Dämpfungsgrad" kann man mit dem Verwenden von speziellem Material und

Anwenden verschiedener Techniken selbst bestimmen.

In beschriebenem Fall wird die Kabine nicht komplett von einem anderen Raum getrennt.

Dies hätte nicht nur jedweden finanziellen Rahmen gesprengt sondern wäre bautechnisch an

den vorhandenen Gegebenheiten gescheitert.

4.5 Der Schallschutz

Was genau bedeutet eigentlich ,,Schallschutz"? Unter Schallschutz versteht man einerseits

Maßnahmen gegen die Schallentstehung und andererseits Maßnahmen, welche die

Schallübertragung von einer Schallquelle zum Hörer vermindern. Bei einer

Sekundärmaßnahme muss man unterscheiden, ob sich Schallquelle und Hörer im selben

Raum befinden. Für das erste ,,Problem" wird hauptsächlich eine Schalldämmung, im

Sekundär-Problem eine Schallabsorption benötigt. In unserem Fall, also beim Bau einer

Aufnahmekabine eine Kombination aus beidem.

Bei der Schalldämmung unterscheidet man je nach Art der Schwingungsanregung der

Bauteile

zwischen

Luftschalldämmung

und

Körperschalldämmung.

Unter

Körperschalldämmung versteht man Maßnahmen, Schwingungsübertragungen von einem

Bauteil zu einem anderen zu verhindern. Zum Beispiel der Schutz gegen Anregung von

Trittschall durch einen extra gelegten Estrich im Tonstudiobau.

- 20 -


4.6 Der Lageplan

Die Kabine wird in der

Mitte des Raumes an eine

feste

Betonwand

angebaut.

Der

Standplatz

hat

folgende Vorteile:

a) Geringer

Standplatz

Platzverlust

b) Leichter Zugang

zum Eingang der

Kabine

c) Ideale Sicht vom Mischpult zu einem Sichtfenster seitlich der Kabine

Die Decke ist aus Holz aufgeschraubt auf Polsterhölzern, die wiederum auf den darüber

befindlichen Betonträgern verschraubt sind. Der Abstand von den Brettern zum Beton beträgt

3 cm und ist mit Styropor zur Wärme- und Schalldämmung ausgefüllt. Dadurch dass sich die

Kabine in einem Keller befinden würde, war kein Trittschall- Schutz vorgesehen. Lediglich

Styropor Platten und ein Teppich werden gelegt, dazu wir aber im späteren Verlauf der Arbeit

noch eingegangen.

4.7 Die Lüftung

Eine wichtige Überlegung musste in Bezug auf die Lüftung angestellt werden. Benötigt man

grundsätzlich eine solche in der Kabine und wenn ja, wie muss diese beschaffen sein, bzw.

welche Eigenschaften muss sie aufweisen. Natürlich dürfte diese keinen Schall etc. nach

draußen dringen lassen bzw. müsste sie akustisch optimiert sein. Bei den doch relativ

geringen Maßen der Kabine ist der Einbau einer Lüftung definitiv nicht zwingend nötig.

- 21 -


4.8 Die Resonanzfrequenz und schwingende Wände

Schall bringt Wände in Schwingung, was zu einer Schallübertragung führt. Diese Eigenschaft

wird mit dem Verwenden von ,,schwerem" Baumaterial verhindert. Denn man muss davon

ausgehen, dass je leichter ein Bauteil ist, desto leichter wird dieser in Schwingungen versetzt.

Ideal wäre also, die Bauteile so dick und schwer wie möglich zu gestalten. Dicke Wände zum

Beispiel sind nach wie vor einfach der beste und intensivste Schallschutz. Der Bau, vor allem

der nachträgliche Bau solcher Wände scheitert zumeist an Platzproblemen.

Eine zweite Wand zu erreichten bzw. eine zusätzliche Wand in einen Raum zu stellen ist

jedoch leicht möglich. Als bestes wird der Bau einer Kabine als freistehende biegeweiche

Vorsatzschale ausgeführt. Biegeweich sind alle Baustoffe deren Grenzfrequenz über 1500 Hz

liegt. Man kann sagen, dass alle Baustoffe biegeweich sind die eine ungefähre Dicke von 2 bis

2,5 cm haben. Hier zählt dazu: Sperrholz, Gipskarton und Schwerbeton, wobei bei einer

Schwerbetonplatte eine Dicke von 1 cm ausreichen würde. Am besten für den Bau einer

Kabine sind Gipskarton ­ Platten geeignet, auch sehr gut bekannt unter Rigips - Platten.

Rigips ist eine bekannte Firma, die Gipskarton Platten mit einer sehr guten Qualität und guten

Eigenschaften herstellt. Rigips bietet auch spezielle Schallschutzplatten an, welche aber etwas

teurer gegenüber den herkömmlichen Platten sind. Man könnte natürlich auch billigere

Sperrholzplatten nehmen, jedoch haben diese gegenüber den Gipsplatten geringere Masse.

Und schwere Bauteile sind aufgrund höherer Masse in Bezug auf Schallschutz leichterem

Material vorzuziehen, wenn man die Wahl und die Möglichkeiten hat.

4.9 Raum in Raum Prinzip

Ein Raum in Raum Prinzip beruht, wie schon der Name sagt, darauf, dass in einen

vorhandenen Raum ein zweiter Raum ,,hineingebaut" wird. Dieser ist jedoch akustisch

entkoppelt, also baulich nicht mit dem ersten, äußeren Raum verbunden. Dadurch kann kein

Schall (wie zum Beispiel Trittschall etc.) nach außen abgegeben werden, aber auch

aufgenommen werden.

Geht man davon aus, dass eine Raum in Raum - Konstruktion einen nicht unbeträchtlichen

Platzbedarf hat, bedeutet dass, dass man für das Entkoppeln einen Abstand von mehreren

Zentimetern beachten und einrechnen muss. Das Einbringen eines hierfür nötigen Estrichs ist

- 22 -


ohne entsprechendes Fachwissen über Trocknungsdauer und Mischverhältnis zumeist nicht

fehlerfrei möglich. Beachtet werden, sollte auch der Anschaffungspreis.

So ist auch der Anschaffungspreis für Schaumstoffmatten nicht unbeträchtlich, geht man vor

allem davon aus, dass zumeist das Auskleiden aller Wände notwendig ist.

Es existieren kaum Alternativen zu einem Raum in Raum Prinzip, falls man speziell

Schlagzeugaufnahmen machen will oder ganze Bands aufnimmt. Hier kann man kaum

Abstriche hinsichtlich der Schalldichte in Kauf nehmen.

Für einfache Sprach- bzw. Gitarren Aufnahmen ist eine solche Konstruktion jedoch nicht

erforderlich. Es gibt jedoch spezielle Materealien die man sowohl im Profi- als auch im

Semiprofi Kabinebau verwendet.

4.10 Verwendetes Material beim Bau der Kabine

4.10.1 Die Türe und das Fenster

Um nicht teure spezielle Schalldichte Fenster, Türen etc. verwenden zu müssen kann man auf

einige billigere aber auch sehr gute Alternativen greifen.

Es werden zum Beispiel von der Firma Tekla Teckentrup (www.teckentrup.biz) spezielle

Schallschutztüren aus Stahl mit Mineralwolleinlage angeboten. Bei Fenstern kommt die

luftschalldämmende Wirkung im wesentlichen durch die Glas - Dicke und die Art der

Verglasung zustande. Doppelte Fenster, also Mehrscheibenverglasungen, wie sie in großen

professionellen Studios vorhanden sind, erhöhen den schalldichten Effekt enorm. Natürlich

spielen aber auch der Fensterrahmen bzw. die Konstruktion, in die das Fenster eingebaut

wurde, eine große Rolle. Genauso wie die Abdichtung der Ränder.

Es sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden dass Fenster und Türen völlig luftdicht sind,

da der Schall vorzugsweise durch Luftspalten- und Ritzen dringen kann. Es werden daher

sämtliche Fugen, Öffnung usw. abgedichtet, sei es mit Silikon oder Wolle oder sonstigen

Schall - Wärme isolierenden Material. Aber auch Türen, die mit diesen Eigenschaften

ausgestattet sind, sind entsprechend kostspielig.

- 23 -


Aufgrund der budgetären Vorgaben wurde eine sehr gut schall absorbierende Tür selbst

gebaut. Hier reicht eine Türe, die für derzeit EUR 35,- in fast jedem Baumarkt erhältlich ist.

Wie bereits ausführlich beschrieben, schluckt Masse Schall. Das heißt je dicker die Tür, desto

mehr Schall wird absorbiert. Mit Mineralwolledämmplatten zum Beispiel (ca. 10 cm dick)

und darüber eine Sperrholzplatte, erreicht man schon eine hohe Dichtheit. Bei dem

Kabinenbau werden extra dicke und hohe Schaumstoffmatten, die zwar etwas teurer sind aber

die Mehrkosten einer speziellen Türe unterschreiten, verwendet. Diese Matten werden innen

an der Tür verklebt.

Eine andere Möglichkeit wäre eine zweite Tür einzubauen. Zwei Türen dämmen besser als

eine. Dies ist natürlich abhängig vom vorhandenen Platz. Da dieser Raum aber in unserem

Fall nicht vorhanden ist, wird von dieser Maßnahme abgesehen.

Auch als Sichtfenster wird ein normales Kellerfenster verwendet. Es wird auf ein teures

Schallschutzfenster verzichtet um mit einer zusätzlichen Plexiglasscheibe, die am inneren Alu

­ Fensterrahmen verklebt wurde, auszukommen. Bei diesem Fenster wurde die Schnalle

abmontiert und die dadurch entstandenen Öffnungen mit Silikon abgedichtet.

Es handelt sich um ein Fenster mit Glas und Alurahmen, mit einem U-Wert von 0,9W/m². Der

U-Wert (früher K-Wert) ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch einen Bauteil und wird

in W/ m2 angegeben. Der U-Wert beschreibt welche Leistung pro m2 benötigt wird, um eine

Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten. Je kleiner der U-Wert ist desto

weniger Wärme wird durch den Bauteil bzw. das Fenster geleitet.

Auch der Fenster - Rahmen spielt eine große, im wahrsten Sinne des Wortes, ,,tragende

Rolle" und auch hier gibt es Unterschiede: Kunststoffrahmen (auch Mehrkammerrahmen)

sind oft thermisch schlechter als Holz oder Alu Rahmen. Alu Rahmen haben eine längere

Lebensdauer, Holzrahmen können bei Wettereinwirkungen spröde werden und sollten nach

ungefähr 10 Jahren ausgewechselt werden. Bei dem Fenster für meine Kabine muss man

natürlich Witterungseinflüsse nicht beachten, da sie ja in einem geschlossenen Raum

aufgestellt ist. Der Alu Rahmen wird seitlich noch zusätzlich mit Noppenschaum beklebt um

ihn sowohl optisch ansprechender zu machen als auch keine ,,Angriffsflächen" für den Schall

zu bieten.

- 24 -


Wie oben erwähnt, wird vor der Glasscheibe noch zusätzlich eine dicke Plexiglas-Platte

montiert und am Alurahmen verklebt, um auch wirklich keinen Schall durch das Sichtfenster

dringen zu lassen. Dieses soll dicht schließen und etwaige Fugen werden mit Silikon noch

luftdicht abgeschlossen. Die häufigste Ursache für einen zu geringen Schallschutz sind

Undichtigkeiten in Türfälzen oder an der Bodenfuge. Diese müssen extra dicht ausgeführt

werden.

4.10.2 Türstock

Für die Verwendung einer Tür ist natürlich auch der Einbau eines Türstocks notwendig.

Türstöcke gibt es in den verschiedensten Formen und Maßen. Der Türstock ist mit dem

Baukörper verbunden. Er kann als Pfosten-, Rahmen- oder Futterstock ausgeführt sein. Er hat

auf jeden Fall die Aufgabe Beschlagsteile, allfällige Dichtungen sowie durch die

bestimmungsgemäße Verwendung des Türblattes Kräfte aufzunehmen und auf die

angrenzende Bauteile zu übertragen. Das heißt die Türe soll gut schließen können und dient

dadurch sowohl als Wärme- als auch als Schalldichtung. Die Önorm B5330-1 beschreibt eine

Türe bestehend aus Türstock, Holz- oder Stahlzarge mit maximaler Stocklichtenbreite 2,5 m

und einer maximalen Fläche von 6,25 m² als Abschluss der begehbaren Öffnungen.

Als Werkzeug wird eine Standard Wandzarge (Türstock) mit einer Durchgangsbreite von 75

cm und einer Höhe von 200 cm verwendet.

4.10.3 Metal ­ Rahmen

Es gibt natürlich verschiedene Arten und Möglichkeiten eine solche Kabine zu bauen. Eine

Möglichkeit wäre die ,,klassische" Methode durch Verwenden von Holz. Dabei wird ein

Holzgestellt mit Dachlatten gebaut. Solche eine Grundkonstruktion wäre preisgünstig und ist

relativ leicht zu verarbeiten. Des Weiteren werden an das Gerüst jeweils Spanplatten montiert

(zählt zu den preisgünstigsten Holzwerkstoffen) und in den dazwischen liegenden

Zwischenraum wird Glas- oder Steinwolle gegeben. Auf die letzte Spanplatte kommt dann

nochmals der Noppenschaum. Spanplatten schwinden nicht und sind formstabil. Jedoch gibt

es hier einige Vorschriften für Wohnräume die man beachten muss. Man sollte deshalb nur

Spanplatten der Klasse E1 verwenden oder noch besser Platten der Klasse E0, da diese kein

- 25 -


Formaldehyd beinhalten. Formaldehyd ist ein giftiges, farbloses und brennbares Gas, das bei

verleimten Produkten aus Holz, Korkplatten oder ähnlichen Materialien verwendet wird.15

In unserem Fall jedoch wird eine Konstruktion mit Metall -

Ständerwänden und Gipskarton ­ Platten verwendet.

Solche so genannten Ständerwände werden oft als

Trennwände zwischen Schlaf- und Kinderzimmern oder als

Wohnungstrennwände aufgestellt. Ständerwände sind

schall- und wärmedämmend und schützen auch im

Brandfall. Die Metall - Unterkonstruktion ist wesentlich

leichter zu bauen und technisch einfacher zu verarbeiten als eine Holz Unterkonstruktion.

Holz hat grundsätzlich ein höheres Gewicht und die Verarbeitung ist ebenfalls komplizierter

als das Arbeiten mit Metallschienen. Das Metall - Ständerwerk aus Stahlblechprofilen wird

einfach oder doppelt beplankt. Das heißt auf jeder Seite werden eine oder 2 Lagen Platten

befestigt und dazwischen dient Mineralwolle oder Steinwolle als Dämmstoff.

Die Vorteile einer solchen Metal - Konstruktion:

- Leichte Grundrissgestaltung. Besonders mit Parkett- oder Holzböden. Hier müssen die

Schienen einfach nur mit handelsüblichen Schrauben mit dem Boden verschraubt werden.

- Wärmedämmung: Gipsbaustoffe haben ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften und

damit auch eine sehr gute-

- Schalldämmung

- Leichtes Demontieren der Konstruktion. Sollte eines Tages die Aufnahmekabine zu klein

werden kann man sie sehr schnell und leicht ausbauen. Sollte man Sie an andere Plätze

transportieren bzw. aufstellen wollen, ist Sie mit relativ wenig Aufwand Abbaubar. Eine

Demontage ist gegenüber Holzkonstruktionen leichter und mit wesentlich weniger

Aufwand verbunden.

Der Großteil der Baustoffe wurde bei Quester Baustoffhandel GmbH, 1191 Wien gekauft. Die

Baumaterialien, wie Sie hier beschrieben werden und die für den Bau der Kabine verwendet

wurden, sind natürlich auch in den meisten anderen Baufachmärkten erhältlich.

15 Vgl.: http://enius.de/schadstoffe/formaldehyd.html, 12.5.2007

- 26 -


4.10.4 Schalldämmmatten / Noppenschaum

Die Schalldämmmatten wurden freundlicherweise von der Firma Eurofoam GmbH,

4550 Kremmünster, für diese Projektarbeit zur Verfügung gestellt!16

Für die fünf Wände (Seitenwände und Decke) wurde der Typ ,,audiotec Serie S230" mit dem

Material ,,audiotec S230 PU-Schaumstoff" verwendet. Die Schaumfarbe ist Anthrazit. Der

Schaum ist unbeschichtet und genoppt. Die Dicke beträgt 30 mm.

Hier sind weitere, spezielle Angaben zu diesem Werkstoff angeführt: Anwendungsgebiet: Zur

Luftschalldämmung ­ im Maschinenbau und Gerätebau bei geringen Einflüssen von Staub,

Schmutz, Öl und Feuchtigkeit. Eigenschaften: Brandverhalten: Nach US-Norm FMVSS 302

und DIN 75200 Klasse SE/NBR selbstverlöschend, erfüllt EG95/28.

Temperaturbeständigkeit: -30 Grad Celsius bis ca. +120 Grad Celsius Dauertemperatur.

Erhältlich ist die Plattenware in 1500 x 1000 mm und Dicke 20, 30, 40 und 60 mm. Die

Verarbeitung soll zwischen +18 Grad und 25 Grad liegen.

Die Türe wurde innen mit der Type

,,audiotec Serie S220" ausgekleidet und

unterscheidet sich im Gegensatz zum

,,audiotec S230" in der Oberfläche, die

Pyramiden mit einer Dicke von 100 mm

aufweist. Erhältlich ist dieser PU-

Schaumstoff in den Dicken 70 und 100

mm und haben die Abmessungen der Plattenware betragen 1000 x 1000 mm. Sonst weist er

die gleichen Eigenschaften wie der S230 PU-Schaumstoff auf.

Weiters noch einige grundlegende und allgemeine Angaben über Offenporige Schaumstoffe

(Noppenschaum):

16 Vgl.: www.eurofoam.at, 12.5.2007

- 27 -


Kunststoff - Schäume, besser bekannt als Noppenschaum oder ,,Pyramiden Matten", haben

feine Skelettstrukturen mit Poren um Sub-Millimeter Bereich die untereinander offen halten.

Dieser ,,Schallschluck" - Effekt funktioniert ähnlich wie der bei fasrigen Absorbern.

Noppenschaum Matten sind heute in fast jedem Studio zu finden. Sie haben eine hohe

Flexibilität, man kann sie leicht verarbeiten und formen und sie besitzen außerdem eine

dauerhafte Verbindungsmöglichkeit mit anderen Materialien.

Noppenschaum ist ein sehr gutes Material zur Schalldämmung und Schallisolierung sowohl in

Audio-Tonstudios als auch in Büros, Call-Center, Proberäumen usw.

Zur Funktion kann man sagen: Wenn eine Schallwelle auf die weiche, poröse und

verformbare Oberfläche des Schaumstoffes auftrifft, wird diese ganz oder teilweise

absorbiert. Physikalisch gesehen bedeutet dies die Umwandlung der auftreffenden

Luftschallwelle in Wärme. Der Absorptionsgrad, also die Größe um welche die Schallwelle

gedämpft wird, ist abhängig von der Dicke der Matte, dem Raumgewicht des

Noppenschaumstoffes und der Schallfrequenz. Man kann allgemein sagen, dass mittlere

Frequenzen mit Noppenschaumstoff am besten absorbiert werden. Bei tieferen Frequenzen

(unter 120 Hz) werden dickere Noppenschaumstoff Matten empfohlen bzw. die Kombination

mit weiteren schallabsorbierenden Materialien (Mineralwolle, Gipskarton, Holz usw.).17

4.10.5 Kleber für die Dämmstoffmatten

Der Kleber wurde freundlicherweise von der Firma Henkel Central

Easter Europe, Division Technologies, 1030 Wien Heidelberg zur

Verfügung gestellt.18

Beim Kleber handelt es sich um einen Zweikomponenten-Klebstoff mit

der Bezeichnung Terokal 723, bestehend aus der Komponente A mit 6kg

und B mit 2 kg.

17 Vgl.: http://www.schaumstoff.com/schallisolierung/schallisolierung.htm, 12.5.2007

18 Vgl.: www.henkel.com, 12.5.2007

- 28 -


Terokal-723 ist ein hochwertiger lösungsmittelfreier Zweikomponenten-Klebstoff auf

Polyurethanbasis. Er zeigt ein sehr gutes Standvermögen und kann an senkrechten Flächen bis

zu 10 mm stark aufgetragen werden, ohne dass es zum Ablaufen des Materials kommt. Der

ausgehärtete Klebstoff-Film ist hart-elastisch und praktisch geruchsfrei. Das

Mischungsverhältnis beträgt nach Gewicht 3:1. Die Farbe ist beige. Bei einseitigem

Klebstoffauftrag beträgt der Verbrauch je nach Beschaffenheit des Untergrundes ca. 300 - 600

g/m².

Bei der Durchführung werden Komponente A und Komponente B Gewichtsverhältnis

A:B=3:1 gemischt, bis ein gleichmäßiger, streifenfreier Farbton erreicht ist. Der angemischte

Klebstoff wird einseitig durch Spachteln, Rakeln, Walzen oder raupenförmig mittels

Fadenpistole aus der 2K-Anlage aufgetragen. Die Topfzeit einer 100-g-Mischung beträgt bei

20°C Raumtemperatur ca. 45 Minuten.

4.10.6 Steinwolle

Dieses Dämmmaterial wurde zum Auskleiden der inneren und äußeren Gipskartonplatten

verwendet.

Es handelt sich dabei um grundsätzlich fasrige

Materialien wie Glaswolle, Steinwolle etc.

Fasrige Materialien werden aus künstlichen

Stoffen hergestellt und werden als passive

Absorber

bezeichnet

weil

sie

von

Schallwellen

nicht

zum

Mitschwingen

angeregt werden. Fasrige Absorber sind gegen

Abrieb

und

andere

mechanische

Einwirkungen zu schützen. Als Mineralwolle

werden Dämmstoffe aus Glaswolle und Steinwolle bezeichnet.19 Die Produkte der Firma

ISOVER sind hier sehr gut, sie sind nicht brennbar, bieten sehr gute Schallschutz -

Eigenschaften und sind vielseitig einsetzbar. Mineralwolle besteht zu 90 % aus heimischen

bzw. Rohstoffen aus Deutschland wie Kalkstein, Feldspat, Sand und Zement sowie zum Teil

aus Altglas. Bei Glaswolle ist der Anteil an Altglas höher. Dieser beträgt 70 %. Glaswolle ist

19 Vgl.: http://www.gh-isover.de/Desktopdefault.aspx/tabid-19/147_read-56/, 12.5.2007

- 29 -


leicht, elastisch und verfügt über eine hohe Klemmwirkung. Sie kann genau zugeschnitten

werden und das passgenaue Arbeiten sorgt daher für eine optimale Dämmung.

Steinwolle besteht aus 97 % aus natürlichen mineralischen Rohstoffen wie Feldspat (gehört

zur Gruppe der Silikat Minerale, sehr gute Spaltbarkeit)20, Dolomit (gehört zur Gruppe der

Karbonate, sehr Spröde - kristallartiges Gitternetz), Sand und Kalk und bis zu 30 % aus

Recycling - Glas. Steinwolle ist durch ihre Rohdichte sehr druckbeständig und bietet sehr

guten Brandschutz. Außerdem eignet sie sich sehr gut für Anwendungen im

Schallschutzbereich da sie ebenfalls wie die Glaswolle sehr leicht zu verarbeiten ist jedoch

weniger Arbeitsaufwand verlangt. Es gibt von ISOVER noch einen neuen speziellen

Hochleistungsdämmstoff mit dem Namen ,,Ultimate" welcher zwar ebenfalls sehr gute

Schall- und Wärmedämmeigenschaften besitzt und leicht zu verarbeiten ist jedoch teuerer als

Glas- und Steinwolle. Er ist eine Kombination aus beiden.

Es gibt einige ,,Gerüchte" über das Arbeiten mit Mineralwolle: Sie sollen angeblich

krebsfördernd sein, giftig und schädlich für die Lunge und die Atemwege21. Fakt ist dass bei

der Verarbeitung von Steinwolle und Glaswolle Feinstaub frei wird. Im winddichten Zustand

ist dies jedoch ungefährlich da es zu keiner gesundheitlichen Belastung kommt. Die

Gesundheitliche Gefahr kann mit der Gefahr von Asbestfasern auf jeden Fall nicht verglichen

werden. Die heute hergestellte Mineralwolle in Europa ist frei vom Verdacht der

Krebserregung. Lediglich eine Staubmaske sollte man bei der Verarbeitung verwenden, da

das Einatmen des Staubes der Matten sehr leicht zum Niesen oder Husten anregen kann.

Nachteile der Mineralwollen:

- Sehr feuchtigkeitsempfindlich ( Dämmwirkung schrumpft stark bei

Feuchtigkeitseinwirkung)

- Hoher Energieaufwand bei der Herstellung

- Nicht kompostierbar

Bekannteste Hersteller: ISOVER, URSA, Heralan, Rockwool.

Dieses Material wird meist zwischen 2 Wände eingelegt oder gut verbaut und ist ideal

geeignet für Schall- und Wärme Dämmung. Jedoch ist die Absorption tiefer Frequenzen eher

20 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Feldspat, 12.5.2007

21 Vgl.: http://www.energiesparhaus.at/ gebaeudehuelle/steinwolle.htm, 12.5.2007

- 30 -


unbefriedigend. Hier ist es sinnvoll, die Woll-Schichten mit Gipskarton Platten abzudecken.

Dies verbessert die Absorption der mittleren Frequenzen erheblich und verkleidet auch

gleichzeitig die empfindliche Wolle.

4.10.7 Gipskarton

Das Verkleiden der Alukonstruktion wurde anhand von Gipskarton ­ Platten vorgenommen.

Für die Doppelwandige Ausführung waren 15 m² notwendig.

Gipskartonplatten werden sowohl im Neubau als auch bei Altbausanierungen eingesetzt. Sie

sind leicht zu bearbeiten und sind preislich sehr günstig. Der Ausbau bzw. die Bearbeitung

der Platten kann weitgehend trocken und unabhängig der Witterung geschehen.

Das Zuschneiden der Platten kann mit einer Stichsäge vorgenommen werden oder mit einem

feinzahnigen Fuchsschwanz. Man sollte aber den Staub der dabei entsteht nicht unterschätzen,

dieser legt sich in ganz dünnen Schichten überall ab wo eine Angriffsfläche besteht, ist aber

mit einem feuchten Tuch wieder relativ leicht zu entfernen. Natürlich wäre auch hier das

Arbeiten mit Holzplatten möglich, jedoch das verschrauben bzw. anbringen der Platten an die

Metall-Scheinen komplizierter und würde mehr Arbeitsaufwand erfordern.22

4.11 Die Bauabschnitte

4.11.1 Planung und Vorarbeiten

Es wurden alle elektronischen Geräte, die sich im Raum befanden entsprechend verstaut und

abgedeckt, um Bewegungsfreiheit für die Arbeiten und Platz für die Kabine zu schaffen.

4.11.2 Vermessungen, Raster

Als erstes wurden die Grundlinien mit Bleistift auf den Holzboden gezeichnet. Der

ursprüngliche Plan, die Kabinenaußenmaße mit 1,50 m festzulegen, zeigte in der Realität,

22 Vgl.: http://www.rigips.de/ps_daemmstoffe_wand_rigitherm_1.asp, 12.5.2007

- 31 -


dass ein durchaus realistisches und optimales Maß gefunden werden konnte. Die Tür-Breite

musste extra eingezeichnet werden, da man hier kein durchgehendes UW-Profil befestigen

würde können.

4.11.3 Zuschneiden der Profile

Nach dieses Rastereinteilungen gemäß den Vermessungen,

wurden die Metallschienen (= das UW Randprofil) mit der

Blechschere zugeschnitten und anschließend mit Schrauben im

Abstand von jeweils ca. 20 cm im Boden festgeschraubt. Dieses

Randprofil bildet quasi den ,,Grundriss" der Kabine. Der Umgang mit einer Blechschere

erfordert eine gewisse Kraftanstrengung, aber auch eine hohe Genauigkeit.

Im nächsten Arbeitsschritt wurden die UW-Profile an den

eingezeichneten Grundlinien festgeschraubt.

4.11.4 Montage der CW-Ständerprofile

Als nächstes wurden die CW-Ständerprofile lotrecht in die

Randprofile eingestellt. Unten und oben wurden sie jeweils mit

der unteren und oberen Metallschiene verbunden, sprich

festgeschraubt. Die später darauf montierte Gipskarton Platte

sollte dann die Stabilität zusätzlich unterstützen.

4.11.5 Einsetzen der Türzarge

Die gemäß den Grundlinien eingesetzte Türzarge bildete stehend nach oben hin cirka 5 cm

Platz bis zum Holzdeckenunterrand, auf dem das Profil der Metallschiene aufgeschraubt war.

Dieser kleine Hohlraume wurde mit nun mit Steinwolle ausgefüllt, sowie auch die seitlichen

Öffnungen des Türstockes. Praktischerweise waren auf der Seite des Türstockes Halterungen

angebracht, in welche man dann die Dämmwolle sehr gut einlegen konnte. Somit war kein

aufkleben notwendig und die Handhabung dadurch sauberer und einfacher.

- 32 -


Grundsätzlich

solle

man

bei

der

Handhabung aber auch bei der Lagerung

von Stein- oder Glaswolle Vorsicht walten

lassen, da sich beim Berühren und

Bearbeiten

immer

wieder

leichter

Feinstaub bilden kann, der nicht nur beim

Einatmen stört, sondern auch die im Keller

befindlichen

Gerätschaften

in

Mitleidenschaft ziehen kann.

4.11.6 Einsetzen des Fensters

Das Kellerfester mit den Massen von 80 cm mal 60 cm wurde als nächstes eingebaut.

Nach reiflicher Überlegung wurde der ursprüngliche Plan

umgesetzt. Der sah vor, dass der Künstler in der Raummitte

den Blick nach vorne durch das Fenster frei hat.

Er hat, sollte er sitzen, den Notenständer vor sich, darüber

das Fenster und dahinter wiederum den Tontechniker. Die Tür

würde sich an der rechten Schulter befinden und nicht im

Rücken, was ich von vornherein als physisch unangenehm

betrachtete.

4.11.7 Montage der Gipskarton Wände

Nachdem das Metallgerüst im Großen und Ganzen fertig war wurde die erste Seite mit einer

Gipskarton Wand beplankt. Auch hier zeigte sich wieder, dass das Schneiden bzw. Bearbeiten

von Gipskarton um einiges leichter bewerkstelligt werden kann, als das Bearbeiten von Holz.

Mit einer Stichsäge lässt sich der Gipskarton problemlos zuschneiden. Es ist grundsätzlich

hier von Vorteil, wenn man bereits Erfahrung mit der Verarbeitung von Gipskarton hat. In

meinem Fall konnte mein Vater wertvolle Hilfestellung liefern.

- 33 -


Noch ein weiterer Vorteil von Gipskartonplatten besteht

darin, dass sie einen idealen Untergrund zum Tapezieren

oder für jedweden Anstrich bieten. Sie nehmen auch

nicht viel Platz weg und haben, wie schon oben genau

beschrieben,

sehr

gute

Schall-

und

Wärmedämmungseigenschaften.

Nachdem alle Gipskarton Platten nach Maß geschnitten

waren, musste das Fenster eingebaut werden. Dieses

wurde mit 4 Schrauben jeweils an jedem Ende auf die

Wand festgeschraubt. Die Seiten wurden jeweils mit

einem Dichtungsband isoliert und auch auf den inneren

Rahmen wurde das Dichtungsband geklebt, um das

Fenster nicht auf die ,,nackte" Metallschiene legen zu

müssen.

4.11.8 Ausfüllen mit Dämmstoff

Nun wurde die erste Wand mit Dämmwolle

,,ausgestopft". Gleich darüber die zweite Schicht

Gipskartonplatten montiert und auch wieder mit

Dämmwolle ausgefüllt.

Die Dicke der Wand mit ca. 10 cm sollte auf jeden Fall

für einen optimalen Schallschutz ausreichen, was sich in

den späteren Messungen auch bestätigen würde. Das

montieren der Gipskartonplatte mit speziellen Schrauben

gestaltete sich äußerst einfach. Natürlich können bei

falscher oder unsachgemäßer Handhabung Platten brechen, aber so ein Missgeschick blieb

uns glücklicherweise erspart.

- 34 -


Die vierte Wandseite, welche kein Gipskarton ist sondern der Kaminschacht wurde nun auf

beiden Seiten mit Fugenfüller abgedichtet.

4.11.9 Elektroinstallation

Um in der Kabine auch mit Strom versorgt

zu sein, wurden 2 Steckdosen installiert

um auch E-Gitarren mit Verstärker oder

Bassverstärker

bzw.

Kopfhörervorverstärker

betreiben

zu

können.

So wurde eine Leitung von außen direkt in

die Kabine verlegt und eine Zweier-

Steckdose montiert.

Ebenfalls wurde eine Neonlampe genau über dem Fenster montiert, die ich jedoch kurze Zeit

später durch eine optisch ansprechende Spot Lampe ersetzte habe.

4.11.10 Verputzen & Verspachteln

Nachdem alle Platten angebracht waren und genug Dämmwolle

dazwischen ,,verstaut" wurde, wurde mit dem Aufbringen eines

Verputzes

begonnen.

Dabei

wurden

alle

verbliebnen

Zwischenräume und Spalten mit Spachtelmasse verspachtelt.

- 35 -


4.11.11 Einhängen und Einpassen der Tür

Es wird eine Türe aus Buchenholz verwendet, die man im Baustoffhandel, z.B. im Bauhaus,

2351 Wiener Neudorf kaufen kann. Die Auswahl an passenden Türen ist grundsätzlich sehr

groß. Türen mit speziellen Wärme- und Schallschutzeigenschaften sind wiederum sehr

kostspielig. Im Rahmen meines Budgets musste abermals nach einer optimalen Lösung

gesucht werden. Eine Tür zum Preis von EUR 35,-, die später mit wenigen

Handgriffen durch Anbringen von einer Speziallage Noppenschaum

entsprechend schalldicht isoliert wurde, genügte den

Ansprüchen. Nach dem notwendigen, geringfügigen

Kürzen der Tür musste noch eine Drückergarnitur

montiert werden.

4.11.12 Anbringen eines Außenanstrichs

Mit einer Rolle wurde danach mit zweifachem Anstrich die Dispersionsfarbe ,,Lachsrosa"

aufgebracht. Dadurch integriert sich die Kabine optisch optimal in den Raum!

- 36 -


4.11.13 Verkleben der Schalldämmmatten mit dem Zweikomponenten - Klebstoff

Zunächst wurden die Innenwände der Kabine detailliert

vermessen. Die Maße wurden auf die Matten

übertragen und demgemäß mit einer Schere

zugeschnitten.

Darauf folgte das Anrühren des Zweikomponenten ­ Klebers, der dann mit einer

Zahnspachtel auf die Wand aufgetragen wurde. Letztlich wurden die Platten auf den

aufgetragenen Kleber gepresst. Nach cirka 40 Minuten waren diese nicht mehr ablösbar.

4.12 Aufgetretene Probleme

Probleme im eigentlichen Sinne hat es kaum gegeben. In der Planungsphase musste nur genau

überlegt werden, wie man die Kabine positioniert, wie man am besten Licht und Strom in der

Kabine installieren würde, welche Materialien man verwendet und schließlich natürlich wie

hoch der Budgetrahmen bemessen werden musste.

Außerdem war bis zum Bau nicht ganz klar ob die Kabine wieder ,,abbaubar" sein sollte. In

diesem Zusammenhang gab es die Überlegung, ob die über der Kabine befindliche Holzdecke

ausgeschnitten werden sollte, um so zusätzliche Raumhöhe in der Kabine zu gewinnen.

Allerdings wäre so die Holzdecke nicht mehr verwendbar und nur schwer zu ersetzen, sollte

die Kabine später wieder abgebaut werden. Diese Option wollte ich mir trotzdem offen halten

und so wurde diese Variante nicht weiter verfolgt.

Eine weitere Überlegung war, ob ein Estrich gelegt werden sollte. Diese Idee wurde jedoch

fallen gelassen, und der bestehende Holzboden, es handelt sich dabei um einen Schiffboden

aus Fichtenholz, verlegt auf Polsterhölzern, als Studioboden verwendet und mit einem dicken

Teppich ausgelegt.

Bei fast jeder Ausbaustufe zeigte sich, dass eine genaue Vorausplanung und ein exaktes

Messen für das Gelingen jedweden Arbeitsschrittes und letztendlich für den Gesamterfolg

ungemein wichtig, wenn nicht sogar ausschlaggebend sind!

- 37 -


Da der Bau der Kabine nun abgeschlossen ist, werden mit der Hilfe spezieller Formel und

anhand eines Pegel- Messgerätes diverse Messungen durchgeführt um herauszufinden ob die

erhofften 20 dBA Schallpegeldifferenz erreicht werden können.

- 38 -


5 Messungen

Alle Messungen wurden mit einem VOLTCRAFT SL-100 dB Messgerät durchgeführt. Es ist

ein Digitales Schallpegel-Messgerät mit einem Messbereich von 30 bis 130 dB, einer

Ansprechzeit von 125 ms und einem Frequenzbereich von 31.5 - 8000 Hz.

5.1 Messdetails

Skizze:

Messgerät (in der Kabine)

Verstärker

Messgerät (außerhalb der Kabine im

Regieraum)

1m Entfernung

Bevor Messungen mit ,,alltäglichen" Instrumenten durchgeführt werden, wie Gitarre,

menschliche Stimmen etc., werden mit Hilfe einer speziellen Audio CD allgemeine

Testfrequenzen gemessen. Diese werden durch eine Behringer 2B - Box wiedergegeben,

welche sich auf einem Sessel im inneren der Kabine befindet. Die Lautstärke wird über das

Mitec Pult reguliert. Die Töne bzw. Geräusche reichen von einem ,,rosa Rauschen" bis hin zu

tief-frequenten Sinustönen.

Die Soundbeispiele können der der Arbeit beigelegten Audio CD entnommen werden.

- 39 -


Erste Messung mit Audio TEST CD:

Regieraum Schallpegel-

differenz

Messung 1

Sinuston 1 (Testfrequenz 220 Hz)

Gemessene dBA

89

53

36

Messung 2

Frequenzdurchlauf (Testfrequenz ca.15-

120 Hz)

Gemessene dBA

87

49

38

Messung 3

Frequenzdurchlauf (Testfrequenz ca.400-

600 Hz)

Gemessene dBA

91

60

31

Messung 4

Frequenzdurchlauf (Testfrequenz ca. 12-

15 kHz)

Gemessene dBA

85

43

42

Messung 5

Musikausschnitt ,,Get the kick"

Gemessene dBA

86

51

35

Fazit der ersten Messung

Anhand dieser Messungen mit Sinustönen kann man feststellen, dass die vorgegebene

Mindest-Schallpegeldifferenz von 20 dBA erreicht wird. Lediglich in den unteren tieferen

Frequenzen wird der Schall bzw. die Testfrequenz auch im Regieraum, das heißt außerhalb

der Kabine wahrgenommen. Besonders laut sind die Mittleren Frequenzen (im Bereich 200-

600 Hz, auf welchen sich zB. die Saiten A und H einer Gitarre befinden). Im unteren Bereich

15-120 Hz gelangen die tiefen Frequenzen jedoch leichter nach außen als bei den teilweise

lauteren mittleren Frequenzen. Höhere Frequenzen werden im Regieraum kaum

wahrgenommen. Eine sehr große Schallpegeldifferenz ergibt sich bei Frequenzen ab 12 kHz,

was bedeutet, dass diese sehr hohen Frequenzen sehr gut absorbiert werden.

5.2 Details zu den Messungen mit Musikinstrumenten

Die Verstärker befanden sich jeweils auf einer Erhöhung, einem Sessel bzw. am Boden der

Kabine. Die Position des Verstärkers hatte keine Auswirkung auf die gemessene Lautstärke.

Jedoch muss man beachten, dass aufgrund der Bauweise der Kabine, welche vom Boden nicht

zu 100% ,,isoliert" ist, die tiefen Frequenzen, besonders beim Bassverstärker, über leichtes

,,Vibrieren" bzw. über den Trittschall bei zunehmender Lautstärke wahrgenommen werden.

Man muss aber hinzufügen dass man selbst bei ¾ Lautstärke eines 50 Watt Vox- Verstärkers

- 40 -


noch problemlos auch spät in der Nacht Aufnahmen in Zimmerlautstärke getätigt werden

können, ohne Nachbarn oder Mitbewohner zu stören.

Grund des nach außen dringenden Schalls kann sowohl der

Holzboden sein als auch ein fehlender Estrich. Grundsätzlich reicht

jedoch die ,,Schalldichtheit" bei diesen Messungen für Home-

Recording Anwendungen völlig aus.

Als Basisinstrument für die Messung der unterschiedlichen

akustischen Schalldämmung diente eine E-Gitarre mit einem E-

Gitarren Verstärker ,,VOX" 50 Watt.

Abb.: E-Gitarren Verstärker auf Stuhl

Zweite Messungen mit alltäglichen Instrumenten bzw. menschlicher Stimme

Regieraum Schallpegel-

differenz

Messung Nr. 1

Verstärker in Kabine (Messgerät in 1 m

Entfernung), ½ Volume

Gemessene dBA

83

62

21

Messung Nr. 2

Verstärker in Kabine (Messgerät in 1 m

Entfernung), ¾ Volume

Gemessene dBA

90

73

17

Messung Nr. 3

Bassverstärker in Kabine (Messgerät in 1

m Entfernung), ½ Volume

Gemessene dBA

87

62

25

Messung Nr. 4

Sängerin in Kabine, 20 Jahre

Gemessene dBA

88

55

33

Messung Nr. 5

Rapper in Kabine (Männlich, 23 Jahre

alt)

Gemessene dBA

71

53

18

Messung Nr. 6

Werbe-Text Aufnahme in Kabine

(männlich, 23 Jahre)

Gemessene dBA

62

42

20

Messung Nr. 7

Gespräch zwischen 2 Personen im

Regieraum

Gemessene dBA

In der Kabine nicht hörbar und nicht

63

-

messbar

- 41 -


Messung

Nr. 1:

Messgerät in ca. 1 m Entfernung, Lautstärke (Master Volume) ½ aufgedreht, kein Effekt

(cleaner Sound)

Gemessene dBA in der Kabine 83

Gemessene dBA im Regieraum 62

Diese 1. Messung sollte die ,,klassische" Anwendung einer E-Gitarrenaufnahme in der

Kabine darstellen. Bei einem cleanen Sound, d.h. ohne Verzerrung und ohne Effekte ist die

Gitarre nur sehr leise bis kaum außerhalb der Kabine hörbar. Bei einem eingeschalteten

Effekt (z.B. Metal- Flange) werden schnell die tieferen Frequenzen hörbar (60 Hz und

darunter). Hier empfiehlt es sich den Verstärker auf jeden Fall auf eine Erhöhung zu

stellen, (siehe Abbildung), da dadurch die tiefen Frequenzen dann nicht zu sehr über den

Trittschall abgegeben werden weil, wie schon erwähnt unser verwendeter Boden-Belag

nicht optimal schalldicht ist.

Messung

Nr. 2

Verstärker in Kabine, Lautstärke (Master Volume) ¾ aufgedreht, kein Effekt (cleaner

Sound), Messgerät in ca. 1 m Entfernung

Gemessene dBA in der Kabine 90

Gemessene dBA im Regieraum 73

Bei dieser Messung wurde festgestellt, dass die Schallpegeldifferenz aufgrund der

Lautstärke mit ¾ aufgedrehten Master-Volumes niedriger ist als in Messung Nr. 1.

Messung Nr. 3

Bassverstärker 15 Watt, Lautstärke (Master Volume) ½ aufgedreht, kein Effekt (cleaner

Basssound), Messgerät in ca. 1 m Entfernung

Gemessene dBA 87

Gemessene dBA im Regieraum 62

Auch hier handelt es sich um eine ,,klassische" E-Bass-Aufnahme

mit einem kleinen 15 Watt Übungsverstärker. Ebenfalls wie bei

der Gitarre werden auch hier bei ansteigender Lautstärke

besonders die tieferen Frequenzbereiche außerhalb der

Abb.: Bass Verstärker auf Stuhl

Kabine hörbar bzw. spürbar. Es empfiehlt sich den Bassverstärker ebenfalls auf eine

Erhöhung wie Sessel etc. zu stellen um hier diesen Effekt der ,,Schallabgabe" über den

- 42 -


Boden einigermaßen zu verhindern. Ansonsten kann man vom Endergebnis sagen dass

sowohl der Sound sehr druckvoll klingt und man hier sehr schöne Aufnahmen erzielen

kann, natürlich mit der Auswahl eines geeigneten guten Mikrofons. Für Mitternachts

Aufnahme Sessions ist jedoch die Aufnahme einer Bassline mit erhöhter Lautstärke nicht

zu empfehlen.

Messung Nr. 4:

Sängerin, 20 Jahre alt, Messgerät in 1 m Entfernung

Gemessene dBA 88

Gemessene dBA im Regieraum 55

Die Messungen mit menschlichen Stimmen sind mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen

verbunden, d.h. es kommt darauf an wie hoch eine Sängerin singt, wie laut etc. Jedoch

kann man mit einer Lautstärke von ca. 88 dBA ausgehen, welche zum Großteil fast jede

Sängerin zustande bringt. Hier ist die ,,Schalldichtheit" der Kabine ausgezeichnet. Die

Sängerin ist kaum hörbar.

Messung Nr. 5:

RAP- Sprach - Gesang, Männlich 23 Jahre alt, Messgerät in 1 m Entfernung

Gemessene dBA 71

Gemessene dBA im Regieraum 53

Auch hier ist eine Messung abhängig von der ,,Rap" Lautstärke eines Künstlers, dessen

Stimmlage, dessen Alters etc. Die Stimme bzw. der Sprechgesang des Künstlers ist hier

nur ganz leise und vereinzelt im Regieraum wahrzunehmen. Etwas lauter sind hier tiefe

ausgesprochenen Vokale wie z.B. ein

M

oder ein

P

.

Messung Nr. 6:

Werbe-Text, 23 Jahre alt, Messgerät in 1 m Entfernung

Gemessene dBA 62 dBA

Gemessene dBA im Regieraum 42 (kaum bis gar nicht hörbar)

Bei der Aufnahme eines Werbe-Textes in der Kabine ist im Regieraum mit 42 dBA kaum

bis gar nichts zu hören.

- 43 -


Messung Nr. 7:

Gespräch, 2 Laute, 20 Jahre alt, Messgerät in 1 m Entfernung

Gemessene dBA des Gesprächs im Regieraum 63

Gemessene dBA in der Kabine, Gespräch findet im Aufenthaltsraum statt ­ nicht hörbar

Bei dieser Messung wurde die angewandte Messtechnik ,,umgedreht". Zwei Personen

unterhielten sich im Regieraum in normaler Lautstärke. In der Kabine war jedoch nichts

davon zu hören. Erst bei zunehmender Lautstärke des Gesprächs außerhalb der Kabine

konnte man vereinzelte ,,Töne" wahrnehmen, welche jedoch eine Aufnahme nicht stören,

da der gerade aufzunehmende Künstler Kopfhörer trägt.

5.3 Fazit der Messungen

Nach den diversen Messungen kann man allgemein sagen, dass verschiedene Ergebnisse

besser als erwartet ausfielen. Alleine die Tatsache, dass man sich nun im Regieraum ohne

weitere Probleme unterhalten kann, während man gleichzeitig eine Recording Session ,,fährt",

ist schon von großer Bedeutung. Auch der klangliche Unterschied ist enorm.

Ohne Kabine war der cirka 25 m² große Raum klanglich auch schon annehmbar, da sich viel

Holz, Möbel und andere schallschluckende Materialien darin befanden. Nun ist der Klang in

der Kabine nahezu perfekt. Trocken, sehr weich und perfekt für Nachbearbeitungen mit Hall,

Kompressor usw. Genau dafür ist die Kabine gebaut worden.

Natürlich spielt die Auswahl des Mikrofons sowie die eingesetzten Effekte eine wichtige

Rolle aber der ,,Grundklang" ist durchaus zufriedenstellend. Man merkt anhand der

Ergebnisse, wie schon bei den einzelnen Messungen erwähnt, dass der Schalldifferenzpegel

sehr unterschiedlich ist, obwohl bei manchen Messungen die gleiche dBA Lautstärke in der

Kabine besteht. Dies hat damit zu tun, dass die höheren Frequenzen einer weiblichen Sängerin

besser in der Kabine isoliert werden als die tieferen Frequenzen einer verzerrten E-Gitarre

oder eines Bass-Verstärkers. Zu den Aufnahmen mit Stimmen kann man im Allgemeinen

sagen, dass das Ergebnis auch sehr zufrieden stellend ist, da nur ganz vereinzelte Geräusche

wahrzunehmen sind.

Alle Messungen wurden auf einer soliden Basis an Grundwissen der allgemeinen Mathematik

durchgeführt und berechnet. Natürlich gibt es weiterführende Möglichkeiten bis ins kleinste

Detail verschiedene Stoffe und deren Eigenschaften testen, aber die Berechnungen zeigen

- 44 -


eindeutig, dass eine Kabine um EUR 1.000,- in der Lage ist, professionelle Aufnahmen

tätigen zu können.

5.4 Die Schallabsorption

Fällt in der Kabine auf ein Bauteil (Schaumstoffmatte, Sichtfenster etc.) eine Schallenergie so

wird diese zum Teil reflektiert (Schallreflexion), transmitiert (Schalltransmission) und zum

Teil im Bauteil in Wärme umgewandelt (Schalldissipation). Die Summe aus transmitiertem

und disspartiertem Anteil wird als tatsächliche absorbierte Schallenergie (Schallabsorption)

bezeichnet. Die Formel hierfür lautet:

Ie = I + (I + I) = I + I

I = Iñ + (

+

) =

+

Ie

Ie

Ie

Ie

Ie

1 = + ( + ) = +

Zeichen

Größe

Einheit

I ...

auftreffende Schallintensität

(W/m2)

e

I ...

reflektierte Schallintensität

(W/m2)

I ...

absorbierte Schallintensität

(W/m2)

I ...

disspartierte Schallintensität

(W/m2)

(in Wärme umgeleitet Schallenergie)

R...

Reflexionsgrad

d...

Dissipationsgrad

t...

Transmissionsgrad

a...

Schallabsorptionsgrad

Der Schallabsorptionsgrad a () beschreibt das Absorptionsvermögen eines Materials. Als

Schallabsorptionsgrad ist das Verhältnis von absorbierter zu auffallender Schallenergie

definiert. Bei vollständiger Reflexion ist s =0, bei vollständiger Absorption ist s =1.

Die meisten Materialien die im Baubereich zu kaufen sind welche Schalldämmende

Eigenschaften besitzen haben meist Zusatzangaben dabei die die Schallabsorbierungen

beschreiben wie z.B.: Akustik Noppenschaumstoff, geeignet für leichte Schallabsorbierungen

(Schallisolierungen) in mittlerem bis höher frequenten Bereichen (ab 900 Herz 50%

- 45 -


Schallabsorption) oder z.B. in mittleren bis tiefen Frequenzbereichen (ab 300 Herz 50%

Schallabsorption). Da der Schallabsorptionsgrad frequenzabhängig ist, erfolgt die Messung in

Terzbandbreite im Frequenzbereich 100 bis 5000 Hz.23

Tabelle Schallabsorptionsgrad:24

Format

Höhe

Aufteilung

Absorptionsgrad nach DIN 52212

in mm

in mm Basis/Noppe

125 Hz

250 Hz

500 Hz

1000 Hz

2000 Hz

4000 Hz

1000 x 500

30

15/15

0,10

0,21

0,50

0,90

0,98

0,93

1000 x 500

40

20/20

0,11

0,32

0,63

0,90

0,91

0,95

1000 x 500

60

30/30

0,16

0,54

1,01

0,99

1,01

1,02

5.5 Normalschallpegeldifferenz

Oft ist die Berechnung der Schallpegeldifferenz D nicht exakt möglich, da aufgrund von

Veränderungen der Raumeigenschaften zum Beispiel durch das Aufstellen einer

Polstergarnitur, das Ergebnis verändert werden kann. Dies gilt sowohl für den Regie- als auch

für den Aufnahmeraum.

Hier wird die so genannte Normalschallpegeldifferenz verwendet. Hier wird die tatsächlich

vorhandene Absorptionsfläche A im Raum ermittelt. Die Normschallpegeldifferenz ist

frequenzabhängig.

Die Formel lautet:

A

0

D = D + 10

...

dB

n

A

D ... Normalschallpegeldifferenz in dB

n

A ... Bezugsabsorptionsfläche in m2

0

A... gemessene, äquivalente Absorptionsfläche des Empfangsraums in m2

In unserem Falle würde diese Berechnung dann folgendermaßen aussehen:

Um diese Formel anwenden zu können müssen wir hier die äquivalente Absorptionsfläche im

Empfangsraum ca. einschätzen können da sich im Empfangsraum neben Mischpult und

Elektronischen Geräten auch noch diverse andere zum teil schallschluckende Möbel wie

Holzregale, Couch, Pölster usw. befinden. Ich gehe hier von einer Fläche von (2,2 x 10,50 x 2

= 46,2 + 19,8 = 66 m2 ­ ca. 25 m2 ((Couch 3x3m, Pölster, Regale etc.)) 41 m2 aus.

23 Vgl.: http://www.uni-essen.de/ibpm/BauPhy/, 12.5.2007

24 Vgl.: http://www.aixfoam.de/cgi-

bin/shop/sh_app.pl/TElEPWRlJnNoY2F0PTEmQVJUX0lEPTMyJkZVTkNfSUQ9ODAwNA, 15.5.2007

- 46 -


Berechnung mit der Schallpegeldifferenz D einer E-Gitarre mit 21 dBA:

,

10 462

D = 21 + 10

= 21,25 dB

n

41

Die Normschallpegeldifferenz beträgt nun 21,25 dB, was im Gegensatz zur

Schallpegeldifferenz D mit 21 dB kein wirklich großer Unterschied ist. In die Berechnung

wurden wie schon erwähnt Gegenstände einbezogen welche sich im Regieraum befinden wie

z.B. die Couch, Regale, Pölster etc.

Die Normalschallpegeldifferenz wird überall dort verwendet wo der Bezug auf eine

Prüffläche nicht möglich bzw. sinnvoll ist bzw. bei nicht oder nur versetzten benachbarten

Raumpaaren.

5.6 Die Nachhallzeit

Die Nachhallzeit T ist die Zeit in der nach dem Abschalten einer Schallquelle der Schallpegel

um um 60 dB abfällt, d.h., in der sich die Schallenergie auf 1/1000000stel der Schallenergie

vor Abschalten der Schallquelle verringert. Die Nachhallzeit T ist frequenzabhängig.

Abb.

: Typischer

Tonintensitätsaufbau- und

Abklang am Mess-Beispiel

eines Saals

Die Nachhallzeit ist von sowohl von den schallabsorbierenden Oberflächen als auch vom

Volumen abhängig. Die etwas vereinfachte Sabine`sche Gleichung lautet daher:

V

A = 0,163

T

T...

Nachhallzeit (in s)

V...

Volumen des Raumes ( m3)

A... Äquivalente Schallabsorptionsfläche des Raumes (m2)

- 47 -


Eine etwas abgewandelte Formel die aber die gleichen Faktoren beinhaltet lautet:

V

T = 0,163

...

s

A

In unserem Falle würde sich folgende Berechnung ergeben:

Volumen des Raumes...2,34 m3

Äquivalente Schallabsorptionsfläche des Raumes...8,232 (4 Wände ) + 2,23 (Boden und

Decke) ­ 0,34 (Fenster) = 10,802 m2

34

,

2

T = 0,163

= 0,035 sek.

802

,

10

Mit dieser Berechnung würde es bedeuten dass meine Schalldichte Kabine eine Nachhallzeit

von 0,035 Sekunden hat. Dies ist zwar keine optimale Nachhallzeit laut der unten angeführten

Tabelle jedoch weißt eine derart kurze Nachhallzeit auf einen sehr trockenen und Schalltoten

Raum hin, dessen Eigenschaften ich ja bezwecken will.

Tabelle:

Optimale mittlere Nachhallzeiten T

bei 550 bis 1000 Hz für verschiedene

Raumfunktionen, Abhängig vom

Raumvolumen

Bei eher trockenen Räumen wie Studios oder Schalldichten Kabinen kann man auch die

Nachhallformel von

Eyring

anwenden: (S.31 Diplomarbeit)

V

T= 0,613

4

mV

"

S

1

( " !)

S...Oberfläche(m2)

- 48 -


! ...Schallabsorptionsgrad

* (Der in einem Raum erzeugte Schall breitet sich als

Luftschallwelle aus und trifft auf Raumbegrenzungsflächen, die den Schall z.T. absorbieren

und z. T. reflektieren. Teppiche sind die einzigen Bodenbeläge, die eine ausreichende

Schallabsorption luftgetragener Geräusche ermöglichen. Bei der raumakustischen

Berechnung wird für den Teppichboden der geforderte Schallabsorptionsgrad festgelegt. Die

Messung erfolgt in einem Hallraum durch Vergleich der Nachhallzeiten mit und ohne

Belag.)25

m...Dämpfungskoeffizient als Funktion von Luftabsorption und Frequenz

5.7 Die Eigenresonanz

Um weitere interessante und ausschlaggebende Berechnungen durchzuführen möchte ich kurz

die Eigenresonanz etwas genauer beschreiben. Die Eigenresonanz ist ein molekular bedingtes

Resonanzverhalten eines Werkstoffes. Jeder Werkstoff schwingt bei einer bzw. ab einer

bestimmten Frequenz mit wenn er durch diese ,,angestoßen" wird. Diese Resonanz (das

,,Mitschwingen") ist abhängig von Form, Gewicht und Steifigkeit des Werkstoffes.

Die so genannte Resonanzfrequenz tritt in 2 verschiedenen Systemen auf mit jeweils 2

verschiedenen Energiespeichern auf, das heißt in unserem Falle zwischen den 2 Rigips

Wänden mit der sich dazwischen befindlichen Dämmwolle bzw. mit einem dazwischen

befindlichen Luftpolster (wenn wir die Berechnung ohne die Dämmwolle durchführen).26

Die Resonanzfrequenz dieses Schwingungssystems wird bei biegeweichen Schalen definiert

durch die Formel:

600

1

1

f0=

+

...

Hz

d

1

m

m

2

fo...

Resonanzfrequenz der Zwei Schalen Konstruktion in Hz

d...

Schalenabstand in cm (in meinem Falle die Dicke des Bauteils)

m1, m2...

Flächenmasse der Schalen in kg/m2

25 Vgl.: http://www.biw.fhd.edu/alumni/1999/beyer/aequi.htm, 12.5.2007

26 Vgl.: http://www.hifi-regler.de/lexikon/e/eigenresonanz.php?menu=no, 12.5.2007

- 49 -


Falls eine Schale sehr viel schwerer als die andere ist, kann der Einfluss der schwereren

Schale vernachlässigt werden.

Die Formel lautet dann:

600

F0=

...

Hz

m

·

d

Fo... Resonanzfrequenz der Vorsatzschale in Hz

M... Flächenmasse der leichteren Vorsatzschale in kg/m2

600

1

1

Diese Formel f0=

+

will ich nun anhand der Daten meiner Kabine anwenden

d

1

m

m

2

und die Resonanzfrequenz der Vorsatzschale herausfinden:

600

F0 =

= 39, 57 Hz

20 ·

5

,

11

Flächenmasse der Schalen ­ Schaumstoff:

Schaumstoffplatte 3 cm...20 kg/m2

Schaumstoffplatte 7 cm...25 kg/m2

Hier gibt es unterschiedlichste Materialien an Schaumstoff etc., und die Eigenschaften sind

abhängig von verschiedenen Faktoren wie z.B. Dicke der Noppen usw., jedoch kann man im

allgemein sagen dass die Grundeigenschaften sich nicht sonderlich stark voneinander

unterscheiden. Auch ist die Verbesserung von Vorsatzschalen abhängig ob eine feste

Verbindung zwischen Vorsatzschale und Massivwand z.B. besteht. 27

5.8 Die Dämpfung

5.8.1 Hohlraumdämpfung

Schallabsorbierende Materialien im Zwischenraum einer zweischaligen Konstruktion, in der

Regel wie die bei unserem Projekt verwendeten Mineralfasermateralien in Platten oder

27 Vgl. Wärme- und Schalltechnik, Forschungsarbeit, 1985, S.13

- 50 -


Mattenform oder auch andere schallabsorbierende Kunststoffschäume, wirken sich positiv auf

die Kopplung der beiden Schalen aus. 28

Die folgende Abbildung zeigt dass wie durch eine Hohlraumdämpfung zum einen der

Dämmungseinbruch bei der Zweischallresonanz reduziert zum anderen aber auch eine bessere

Schalldämmung in den übrigen Frequenzbereichen erzielt werden kann.

A...

leere Doppelwand

B...

mit 4 cm dicken

Mineralfaserplatten gefüllt

C...

mit 16 mm dicken

Mineralfaserplatten gefüllt

5.8.2 Bodenbeläge

Da kein schwimmender Estrich oder ähnliches gelegt

wurde, ist der Bodenbelag der Kabine nicht von

minderer Bedeutung. Zwar werden hier nicht mehr

wirklich wichtige Ergebnisse erzielt werden können

jedoch ist der Bodenbelag nicht ganz unwichtig für

den Endgültigen Klang der Kabine. Hier gibt eine

breite Auswahl von Linoleum-, PVC,- und

Steinfußböden bis hin zu Teppichen. Textile

Bodenbeläge wie z.B. ein Teppich haben ebenso wie

Linoleum-, PVC- oder Gummibodenbeläge einen

Trittschallschutz von über 15 dB, bei besonders

dicken Velourbelägen sogar Maße bis über 35 dB. 29

28 Vgl.: Schallschutz im Massivbau, Sälzer, Elmar, 1990, S. 47

- 51 -


Die Abbildung zeigt verschiedne textile charakteristische Bodenbeläge


A...

12 mm Velours mit Waffelfilzunterlage

B...

8 mm Velours mit Kompaktschaumrücken

C...

6 mm Nadelvlies, geklebt

Ins unserem Falle wird wie schon erwähnt nicht wirklich viel isoliert werden können. Ein

dicker Teppich mit einer Styropor Platten-Unterlage soll hier tieffrequente Geräusche etwas

reduzieren obwohl das ohne einen Estrich sehr schwer zu realisieren ist. Barfußgehende oder

laufende Kinder beispielsweise erfahren selbst durch dicke Teppiche keine wirkliche

Reduktion des Schalls, was aber in unserem Falle nicht ausschlaggebend ist.

Aufgrund erster Messungen in- und außerhalb der Kabine kann man schon hören dass ein

Großteil des Schalls durch den Boden ,,verloren" geht bzw. nach außen dringt. Dieses

Lautstärkenmaß hält sich jedoch in Grenzen. Falls die Kabine im 3. Stock einer

Gemeindebauwohnung aufgebaut werden soll dann würde ich zu einem dickeren

Teppichboden raten bzw. trittfeste dickere Styroporplatten verwenden. Auch im

herkömmlichen Baumarkt erhältliche, so genannte Waffelfilzunterlagen, reduzieren den

Trittschallschutz erheblich.

5.9 Absorptionsvermögen diverser Oberflächen und Personen

Technische Schallabsorber haben die Aufgabe, raumakustische Kriterien und Ziele in einem

Raum zu erfüllen und akustische Merkmale zu verbessern. Jede Oberfläche reagiert anders

auf akustische Ereignisse, manche absorbierend, manche absorbierend. Dadurch haben

besonders Einrichtungsgegenstände einen erheblichen Einfluss au das gesamte

Absorptionsverhalten eines Raumes und sollten bei der raumakustischen Planung

berücksichtigt werden. In unserem Falle würde ein Notenständer und ein Barhocker in einer 2

x 2 m Kabine nicht allzu viel an der Akustik verändern. Für die Gestaltung eines größeren

Aufnahmeraums sollten diese Eigenschaften jedoch berücksichtigt werden.30

Tabelle: Diverse Materialien und ihre Schallabsorptionsgrade

29 Vgl.: Schallschutz im Massivbau, Sälzer, Elmar, 1990, S.79

30 Room acoustics, Kuttruf Heinrich, 2000, S.64

- 52 -


Eine andere Absorption ,,geschieht" durch die Person selber, welche sich gerade in der

Aufnahmekabine befindet. Besonders stark tritt dieses ,,Phänomen" in Theatersälen oder

Konzerthallen, die sich erst bei einer Vorstellung mit Menschen füllen, auf. Aufgrund dieser

unterschiedlichen Bedingungen stellt sich ein Sound zwischen Soundcheck und Konzert sehr

unterschiedlich dar. Auch kann die Kleidung der Besucher absorbierend wirken. Ein

Sommerkleid z. B. hat eine äquivalente Schallabsorptionsfläche von 0,4 m². Ein Wintermantel

Werte bis zu 1,4 m².

Diese Bedingungen sind allerdings kein wichtiger Faktor für eine kleine

Gesangsaufnahmekabine. Einzig die fehlende Lüftung kann Bedingungen erzeugen, die

Pausen notwendig machen, um die Türe zu öffnen und Frischluft zuzuführen.

Die Schallabsorptionsfläche eines Menschen würde in der beschriebenen Kabine erst eine

Rolle spielen, wenn sich mehrere Personen in der Kabine aufhalten. Dies wird aufgrund des

begrenzten Platzangebots nur selten bis gar nicht der Fall sein.

Um trotzdem anschaulich zu machen, wie sehr sich diverse Materialien mit Personen in einem

großen Raum auswirken, ist die folgende Tabelle angeführt:

- 53 -


Schallabsorptionsflächen spielen in größeren Räumen wie Theater, Opern, großen

Studioräumen usw. natürlich eine wichtige Rolle. In unserem Falle ist die Auswirkung der

Schallabsorptionsfläche einer Person, welche sich in der Kabine befindet, auf den ,,Klang"

vernachlässigbar.

5.10 Genaue Daten der Kabine

(

alle Maßangaben in cm)

Außen:

122 x 143

(Breite x Länge)

Innen:

.

98 x 114

Höhe Innen:

210

Höhe Außen:

219

Gesamtdicke der Wände

(mit Schaumstoff und Verputz):

11,5

Fenster:

77 x 44

Türe:

68 x 198

Die Raummaße:

Länge: 10,5 m

Breite: 4,5 m

Höhe: 2,2 m

- 54 -


5.11 Fazit und persönliche Bemerkungen zur Planung und zum Bau der Kabine

Grundsätzlich ist das Arbeiten mit Gipskarton und Metallschienen relativ einfach.

Handwerkliches Geschick und ein routinierter Umgang mit Stichsägen, Metallscheren,

Bohrern, usw. ist zwar Voraussetzung für eine erfolgreiche Bautätigkeit, lässt sich aber mit

geringfügigen Anweisungen und Instruktionen durchaus leicht erlernen beschleunigt die

Fertigstellung.

Letztendlich soll auch

diese

Arbeit eine

Hilfestellung und Informationsgrundlage

bieten, ein solches Projekt in die Tat

umsetzen zu können, und einen Dynamo für

weitere Ideen und Aktivitäten bilden.

Das Ziel, das in dieser Arbeit gesteckt wurde,

nämlich die Schallschutz - Kabine so zu

gestalten und zu bauen, dass sie sich erstens

optisch harmonisch in den Raum integriert,

zweitens Störgeräusche von außen fernhält

und drittens Schallquellen innerhalb der

Kabine stark nach außen dämpft, wurde

eindeutig erreicht. Dies konnte anhand der

Messungen genau belegt werden.

Abb.: Kabine nach der Fertigstellung

Somit steht fest, dass mit dem Bau und der Fertigstellung der Studio - Kabine nun alle

Voraussetzungen für schöne und klare Audio - Aufnahmen erfüllt sind.

- 55 -


Schlusswort

Der Wunsch von Sängern und Rappern, die seit einigen Jahren bei mir aufnehmen, nach einer

schalldichten Aufnahmekabine konnte nun erfüllt werden! Auch ist jetzt möglich in

Zimmerlautstärke einen mix zu erstellen während gleichzeitig Gesangsstimmen

aufgenommen werden. Somit gibt es jetzt einen Regie- und Aufnahmeraum bzw. eine Vocal

booth.

Die Atmosphäre im gesamten Studiobereich konnte dadurch stark verbessert werden. So ist es

jetzt möglich im Hintergrund zur Entspannung fernzusehen, Computer und Internet zu

benutzen oder auch nur normale Unterhaltungen zu führen, während die Aufnahme-Sessions

laufen. Das ist ein sehr wesentlich Faktor: Es kann eine produktive Kommunikation

stattfinden, während aufgenommen wird!

Man muss jedoch auch bedenken, dass die Kabine nicht nur ausschließlich den physikalischen

Vorteilen der Audio Aufnahme dient, sondern auch der ,,Wohlfühl" - Faktor für den Künstler

eine sehr große Rolle spielt.

Anhand der vorgenommenen Messungen kann man sagen dass die Ergebnisse mehr als

zufrieden stellend sind. Dass eine 100%ige Schalldichtheit nicht möglich ist war von Anfang

an klar, da sowohl hierfür der Platz fehlt, ein Estrich gelegt werde hätten müssen bzw. eine

die finanzielle Umsetzung nicht möglich war. Jedoch ist der Bau bzw. die Umsetzung des

Baus mit einer finanziellen Grenze von 1000 Euro sehr gut gelungen. Eine sehr geringe

Nachhallzeit um hier saubere und trockene Sprach-Aufnahmen tätigen zu können, konnte

erreicht werden.

Auch die Schalldichtheit ist absolut ausreichend für verschiedenste Aufnahmetätigkeiten. Die

vorgegebene Schallpegeldifferenz von 20 dBA konnte erreicht werden und auch sonst sind

die Messergebnisse mehr als zufrieden stellend.

- 56 -


Ich danke..

..der Firma

Haberkorn Ulmer, 1030 Wien

(www.haberkorn.at) für die Beratung und

Vermittlung zur Verwendung von Dämmstoffen,

..der Firma

Eurofoam GmbH, 4550 Kremmünster

(www.eurofoam.at), die mir die

Schalldämmmatten für dieses Projekt kostenlos zur Verfügung gestellt hat,

..der

Firma Henkel Central Eastern Europe

, Division Technologies, 1030 Wien Heidelberg

(www.henkel.com), die mir den Kleber für das Anbringen der Schalldämmmatten für

dieses Projekt zur Verfügung gestellt hat,

..und

meinen Eltern

für die verständnisvolle Akzeptanz und Unterstützung meines

Bauvorhabens.

- 57 -


Quellen- und Literaturverzeichnis

Bücher

- Herwig Baumgartner, Roland Kurz, Schadenfreies Bauen, Band 27, Fraunhofer IRB

Verlag, Stuttgart, 2003

- DIN-Taschenbuch 35, Schallschutz, Beuth 1995

- Jürgen Hellbrück, Wolfgang Ellermeier, Hören, Verlag Hogrefe, Göttingen, 2004

- Roland Enders, das Homerecording Handbuch, GC Carstensen, München 1999

- Andrea Stickel, Faszination Gehör, PPVMEDIEN, Bergkirchen, 2003

- Elmar Sälzer, Schallschutz im Massivbau, Bauverlag GmBh, 1.Auflage, Berlin1990

- Room acoustics, Heinrich Kuttruff, Spon Press, 4.Edition, New York, 2000

- Forschungsarbeit der physikalisch-technischen Versuchsanstalt für Wärme- und

Schalltechnik, Wirtschaftliche Erfüllung des normgemäßen Schallschutzes im

Wohnungsbau, Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft ­ Sektion Industrie, 1985

Internet

- www.ton.udk-berlin.de/tutorium/html/Tutorium.html, 12.5.2007

- www.teckentrup.biz, 12.5.2007

- http://enius.de/schadstoffe/formaldehyd.html, 12.5.2007

- www.eurofoam.at, 12.5.2007

- www.schaumstoff.com/schallisolierung/schallisolierung.htm, 12.5.2007

- www.henkel.com , 12.5.2007

- www.gh-isover.de/Desktopdefault.aspx/tabid-19/147_read-56/, 12.5.2007

- http://de.wikipedia.org/wiki/Feldspat, 12.5.2007

- www.energiesparhaus.at/ gebaeudehuelle/steinwolle.htm, 12.5.2007

- www.rigips.de/ps_daemmstoffe_wand_rigitherm_1.asp, 12.5.2007

- www.haberkorn.at, 12.5.2007

- http://www.uni-essen.de/ibpm/BauPhy/, 12.5.2007

- www.aixfoam.de/cgibin/shop/sh_app.pl/TElEPWRlJnNoY2F0PTEmQVJUX0lEPTMyJkZV

- www.aixfoam.de/cgibin/shop/sh_app.pl/

TElEPWRlJnNoY2F0PTEmQVJUX0lEPTMyJkZVTkNfSUQ9ODAwNA, 12.5.2007

- http://www.biw.fhd.edu/alumni/1999/beyer/aequi.htm, 12.5.2007

- http://www.hifi-regler.de/lexikon/e/eigenresonanz.php?menu=no, 12.5.2007

Audio CD, Test-CD (

Am Innencover angebracht)

Track 1

:

Sinus Sweep ­ Frequenzdurchlauf 15 Hz ­ 18 kHz,

Track 2

: Musikausschnitt Stereo

"Get the kick"

- 58 -


Anhang 1, Beispiele für den Luftschall ­ Absorptionsgrad in %31

Material

125 Hz

250 Hz

500 Hz

1 KHz

2 KHz

4 KHz

Beton

1

1

1

1,5

2

3

Holzboden

15

11

10

7

6

7

Holzverkleidung mit

Schaumstoff

30

25

20

17

15

10

Unterkonstruktion

Nadelfilz

5

8

20

30

35

40

Vorhänge

5

10

25

30

40

50

Akustik Noppenplatte

10

4 cm

20

55

80

85

85

Absorber aus 10cm PUR

35

Schaumstoffplatten

45

90

95

98

98

Verbundplattenabsorber

20cm

55

70

98

98

98

98

Gesamtschichtdicke

31 Vgl.: http://www.schaumstoff.com/schallisolierung/schallisolierung.htm

- 59 -


Anhang 2, Kosten- und Budgetaufstellung für den Bau der Aufnahmekabine

Artikel

Anzahl

Detailpreis

Summe

STRUKTUR

Gipskarton Bauplatten

20 m²

80,00

Aluverstrebungen: "UW-Randprofil"

4 Lfm

10,00

Aluverstrebungen: "CW-Ständerprofil"

2,6 Lfm

25,00

Fenster mit Alurahmen

1 Stk.

30,00

Plexiglas (auf Alurahmen aufgeklebt)

1 Stk.

5,00

Türstock (Ständerwandzarge)

1 Stk.

50,00

Tür (in Buche gehalten)

1 Stk.

35,00

Beschlag für Tür (innen u. außen)

1 Stk.

20,00

Farbe (Dispersion - in Orange gehalten)

2 Kg

10,00

Kleinmaterialien (Schrauben, Klebstoff etc.)

25,00

290,00

INNENAUSBAU

Halogenleiste mit 3 Spots

1 Stk.

20,00

1,4 m

Teppich

10,00

Schukostecker, 2fache Ausführung

1 Stk.

5,00

Schalldämmmatten, Berechnungsgrundlage:

11 m

11 m á 30,- ¹)

330,00

Klebstoff für die Schalldämmmatten ²)

5 Kg

40,00

405,00

AUSSTATTUNG

(ohne Kostenberechnung)

Sitzgelegenheit (Barhocker)

Notenständer

Aufnahme - Equipment Verkabelung/Mikrofon

MONTAGEKOSTEN

Arbeitsleistung, Berechnungsgrundlage:

20 Mannstunden á 15,- ³)

Diese beinhalten

- Materialeinkauf

- Montage der Verstrebungen

- Verschraubung der Gipskartonplatten

- Verspachtelung der Fugen

- Einsetzen des Fensters

- Einschäumen des Türstocks

- Einpassen und Einsetzen der Tür

- Montage der Stecker

- Montage der Beleuchtung

- Ausmalen der Außenstruktur

- Verkleben der Schalldämmmatten

- Verkleben des Bodenbelags

300,00

300,00

GESAMT

995,00

¹) Die Schalldämmmatten wurden von der Firma Eurofoam für diese Projektarbeit kostenlos zur Verfügung

gestellt.

²) Der Kleber für die Schalldämmmatten wurde von der Firma Henkel für diese Projektarbeit kostenlos zur

Verfügung gestellt.

³) Die Montage wurde in Eigenleistung vorgenommen.

Alle Preisangaben beruhen auf EUR.

- 60 -



Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/111060/der-bau-einer-gesangskabine-im-home-studio
please wait Bitte warten