Bodenkundliche Untersuchungen in Auenwaldrelikten der Oder unter besonderer Berücksichtigung der Standortsansprüche der Esche (Fraxinus excelsior L.)

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Dipl.- Ing. (FH) Forstwirtschaft Vincent Luong
Fach: Forstwirtschaft / Forstwissenschaft
Institution/Hochschule: Fachhochschule Eberswalde
Jahr: 2005
Seiten: 77
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2110 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-09235-2
Zusammenfassung / Abstract
In der vorliegenden Fallstudie wurde zum einen ein periodisch- und zum anderen ein episodisch überfluteter Auenwaldrelikt an der Oder standortskundlich untersucht. Dabei sollten zwei Fragestellungen geklärt werden: Wie veränderte sich das Untersuchungsgebiet Brieskow standorts- bzw. bodenkundlich infolge der Eindeichung gegenüber dem periodisch überflutetem Eichwald? Gibt es standortsbedingte Gründe warum die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior L.) als typischer Vertreter der Hartholzaue in diesem Gebiet nicht vorkommt? Zur Beantwortung der Fragestellungen wurden in jedem Auenwald an einer repräsentativen Stelle jeweils eine Profilgrube angelegt. Die Untersuchungen wurden untergliedert in: Geländeaufnahmen (Bodenfarbe, Lagerungsdichte, Skelettanteile, Wasserhaushalt, Morphologie der Profilgrube) und Laboranalysen (Körnung, Bodenacidität, C/ N- Verhältnis, Nährstoffvorräte, Basensättigung, Schwermetalle, Humusstatus). Die aus der Untersuchung hervorgegangenen bodenphysikalischen- und bodenchemischen Ergebnisse wurden mit Hilfe von verschiedenen Bewertungsrahmen (BZE 1997, SEA, KNORR 1987 usw.) ausgewertet. Dabei wurden u. a. erhöhte Schwermetallgehalte, sehr hohe Calcium (Ca)-Vorräte, Nährelementmangel an Eisen (Fe) und Kalium (K) festgestellt. In der anschließenden Diskussion wurden zum einen die Ergebnisse beider Untersuchungsflächen miteinander verglichen und zum anderen ein Vergleich der eigenen laboranalytischen Daten mit den Standortsansprüche der Esche (Literatur) angestellt. Der Vergleich der beiden Standorte erbrachte u. a. erwartungsgemäß viele Gemeinsamkeiten, wie hohe Ca- Vorräte, Fe- Mangel, aber auch Unterschiede z. B. im Wasserhaushalt der Böden und der Bodenreaktion. Der Vergleich der laboranalytischen Daten mit den Literaturangaben zur Esche lässt schlussfolgern, dass beide Untersuchungsgebiete auf Grund ihrer Boden- und Standortsbedingungen durchaus (u. a. sehr hohe Basensättigung) in der Lage sind die bodenchemisch sehr anspruchsvolle Baumart Esche zu tragen.
Volltext (computergeneriert)
Fachhochschule Eberswalde
Fachbereich 1 - Forstwirtschaft
Bodenkundliche Untersuchungen in
Auenwaldrelikten der Oder unter besonderer
Berücksichtigung der Standortsansprüche der
Esche (Fraxinus excelsior L.)
Diplomarbeit zur Erlangung des Grades eines
,,Diplom- Forstingenieur (FH)"
vorgelegt von
Vincent Luong
(Matrikelnummer 120008)
geb. am 06. August 1972 in Erfurt
Eberswalde, im Januar 2005
Inhalt
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1.Auenböden 1
1.2.Anlass der Untersuchung 1
1.3.Zielsetzung 2
2. Untersuchungsgebiet 3
2.1.Geographische Lage 3
2.2.Geologie 6
2.3.Hydrologie 7
2.4.Klima 10
2.5.Vegetation 11
2.6.Anthropogene Beeinflussung 12
3. Methoden 15
3.1. Geländearbeiten 15
3.1.1. Versuchsflächenauswahl und Profilbeschreibung 15
3.1.2. Bodenprobeentnahme 15
3.2. Bodenphysikalische Untersuchungen 16
3.2.1. Körnung 16
3.2.2. Wassergehalte 17
3.2.3. Luftkapazität (LK), nutzbare Feldkapazität (nFK) und pflanzenverfügbaren Wassers 17
3.2.4. kapillare Aufstiegsrate 17
3.3. Bodenchemische Untersuchungen 18
3.3.1. pH- Werte in Wasser und Kaliumchlorid 18
3.3.2. C/N- Verhältnis 18
3.3.3. Kationenaustauschverhältnisse 18
3.3.4. Karbonatgehalte 19
3.3.5. Schwermetallgehalte 19
4. Ergebnisse 20
4.1. Standortsaufnahme am Bodenprofil 20
4.1.1. Bodenfarbe 20
4.1.2. Lagerungsdichte 20
4.1.3. Carbonatgehalt 21
4.1.4. Skelettanteile 21
4.1.5. Bodenwasser 21
4.1.5.1. Luftkapazität, nutzbare Feldkapazität und Wasserspeicherleistung
22
4.1.5.2. Mittlere kapillare Aufstiegsrate
22
4.1.6. Morphologie der Bodenprofile 24
4.1.6.1. Bodentyp
26
4.1.7. Standortsformengruppe 26
4.1.7.1. Herleitung nach dem Nordostdeutschen Erkundungsverfahren
27
4.2.Laboranalyse 27
4.2.1. Körnung 27
4.2.2. Humusstatus 29
4.2.2.1. Humusgehalt im Mineralboden
29
4.2.2.2. Kohlenstoff-, Stickstoff-, Phosphorvorräte, sowie C/N- Verhältnis
30
4.2.2.3. Humusform
31
4.2.3. Bodenacidität und Carbonatgehalt 32
4.2.3.1. pH- Wert und Säurebelastungsrisiko
32
4.2.3.2. Carbonatgehalt
33
4.2.4. Kationenaustauschverhältnisse 33
4.2.4.1. effektive Kationenaustauschkapazität, Sättigungsgrad der Elemente und S- Wert
34
4.2.4.2. Austauschbare Elemente und Elementvorräte
37
4.2.5. Schwermetalle 39
4.2.5.1. Schwermetallgehalte
40
5. Diskussion 42
5.1.Vergleich der Untersuchungsflächen 42
5.2.Vergleich der Labordaten mit den Standortsansprüchen der Esche 52
5.2.1. Standortsansprüche der Esche 52
5.2.2. Vergleich mit den erhobenen Daten 56
5.3.Schlussfolgerungen 62
6. Zusammenfassung 64
7. Literaturverzeichnis 65
8. Danksagung 69
9. Erklärung 70
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Topographische Karte ,,Brieskow- Finkenherd" 4
Abbildung 2: Topographische Karte ,,Eichwald und Buschmühle" 5
Abbildung 3: Überflutungstage im ,,Eichwald" 8
Abbildung 4: Jahresstände der Pegel Frankfurt/Oder 9
Abbildung 5: Niederschlagssummen Messstation Frankfurt/Oder 11
Abbildung 6: Durchschnittstemperaturen Messstation Frankfurt/Oder 11
Abbildung 6a: Intensive landw. Nutzung der eingedeichten Bereiche 14
Abbildung 7: Morphologie Profilgrube Brieskow 24
Abbildung 8: Morphologie Profilgrube ,,Eichwald" 25
Abbildung 9: Kationenaustauschkapazität Brieskow 34
Abbildung 10: Austauscherbelegung Brieskow 35
Abbildung 11: Kationenaustauschkapazität ,,Eichwald" 36
Abbildung 12: Austauscherbelegung ,,Eichwald" 36
Abbildung 13: Vergleich Korngrößenverteilung bis 90 cm Tiefe 43
Abbildung 14: Vergleich Luftkapazität und nutzbare Feldkapazität 45
Abbildung 15: Vergleich Bodenacidität 46
Abbildung 16: Nährstoffmangelgrenze Esche nach BINNER et al. (2000) 54
Abbildung 17: Vergleich Nährelementvorräte KNORR (1987) mit Untersuchungsfläche 57
Abbildung 17a: von Rehwild verbissene und gefegte Eschenpflanze (MÜLLER, 2004) 59
Abbildung 18: Pflanzenzustand der eingezäunten Fläche 60
Abbildung 19: Pflanzenzustand der Vergleichsflächen 60
Abbildung 20: Vergleich der Überflutungstage mit Toleranzgrenze von DIESTER (1983) 61
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Hydrologische und geographische Kenngrößen von Elbe und Oder 3
Tabelle 2: Stadien der Weichselkaltzeiten 7
Tabelle3: Klimadaten der Jahre 1900-2003 in der Messstation Frankfurt/Oder 10
Tabelle 4: Grundwasserpegel unter Flur 17
Tabelle 5: Bodenfarbe Brieskow 20
Tabelle 6: Bodenfarbe ,,Eichwald" 20
Tabelle 7:Lagerungsdichte Brieskow 20
Tabelle 8:Lagerungsdichte: "Eichwald" 21
Tabelle 9: Lk, nFK und Speicher in Brieskow 22
Tabelle 10: Lk, nFK und Speicher im ,,Eichwald" 22
Tabelle 11:kapillare Aufstiegsrate (Trockenperiode) in Brieskow 23
Tabelle 12:kapillare Aufstiegsrate (Nassperiode) in Brieskow 23
Tabelle 13: kapillare Aufstiegsrate (Trockenperiode) im ,,Eichwald" 23
Tabelle 14: kapillare Aufstiegsrate (Nassperiode) im ,,Eichwald" 23
Tabelle 15: Bodenproben: frisch, trocken u. Bodenskelett in Brieskow 28
Tabelle 16: Bodenproben frisch, trocken u. Bodenskelett im ,,Eichwald" 28
Tabelle 17: Bodenart in Brieskow 28
Tabelle 18: Bodenart im ,,Eichwald" 29
Tabelle 19: Humusgehalte der Profilgrube Brieskow 29
Tabelle 20: Humusgehalte der Profilgrube ,,Eichwald" 30
Tabelle 21: Kohlenstoff-, Stickstoff- Vorräte sowie C / N Verhältnis in Brieskow 30
Tabelle 22:Kohlenstoff-, Stickstoff- Vorräte sowie C / N Verhältnis im ,,Eichwald" 31
Tabelle 23: Humusform in Brieskow 31
Tabelle 24: Humusform im ,,Eichwald" 31
Tabelle 25: pH- Werte(KCL)und Säurebelastungsrisiko in Brieskow 32
Tabelle 26: pH-Werte(KCL) und Säurebelastungsrisiko im ,,Eichwald" 32
Tabelle 27: Carbonat- Gehalt in Brieskow 33
Tabelle 28: Kationenaustauschkapazität eff ( mmolc/100g) in Brieskow) 34
Tabelle 29: Sättigungsgrad der Elemente (%) in Brieskow 34
Tabelle 30: S- Wert Berechnung(molc/m²) in Brieskow 35
Tabelle 31: Kationenaustauschkapazität eff ( mmolc/100g) ) im ,,Eichwald" 35
Tabelle 32:Sättigungsgrad der Elemente (%) im ,,Eichwald" 36
Tabelle 33: S- Wert Berechnung(molc/m) im ,,Eichwald" 37
Tabelle 34: Austauschbare Elemente (µg/g) in Brieskow 37
Tabelle 35: Elementvorräte (Kg/ha) in Brieskow 37
Tabelle 36: Austauschbare Elemente (µg/g) im ,,Eichwald" 38
Tabelle 37: Elementvorräte (Kg/ha) im ,,Eichwald" 38
Tabelle 38: Schwermetallgehalte (µg/g) in Brieskow 40
Tabelle 39: Schwermetallgehalte (µg/g) im ,,Eichwald" 40
Tabelle 40: Vergleich Schwermetalle in 3 Strömen Ostdeutschlands 50
Tabelle 41: Statistische Kenngrößen von 81 untersuchte Flächen Bayerns 54
Tabelle 42: Elementvorräte in 3 Auenstandorten Bayerns 54
Abkürzungsverzeichnis
Haupt- und Zusatzsymbole der Bodenhorizonte 25
1.
Einleitung
1.1 Auenböden
Auen- oder Alluvialböden sind Böden holozäner Flusstäler. Sie werden bei unregulierten
Fließgewässern periodisch überflutet (Eichwald- Frankfurt/ Oder) oder vom Druck- bzw. Qualmwasser
(Auenwald Brieskow) überschwemmt (FRIESE et al., 2000 ). Dadurch werden feste und gelöste Stoffe
zugeführt, teilweise aber auch abgeführt. Die Bodenentwicklung wird durch Sedimentation bzw.
Erosion unterbrochen. Demzufolge liegt ein alluviales Ausgangssubstrat vor und der humose
Oberboden besteht aus mehreren Lagen mit wechselndem Humusgehalt (SCHEFFER &
SCHACHTSCHABEL, 1998). Ebenso wie Tier- und Pflanzengemeinschaften weisen die Böden der
Auen standorttypische Besonderheiten auf. Sie sind vor allem von den Eingriffen des Menschen
betroffen. Er wirkte direkt oder indirekt durch Flussbaumaßnahmen und Landnutzung auf die Böden
der Auen ein. So wurden ab dem 18. Jahrhundert alle großen Flüsse Deutschlands u. a. durch
Flussbegradigungen (z. B. Oder bei Reitwein um 1739), Uferverbauung (z. B. Eindeichung der Oder
von Lebus bis Zellin um 1717), Errichtung von Staustufen (z. B. Oder: Hohensaatener Wehr um 1840)
stark verändert, wodurch sich das Gefälle des Flusses erhöht hat, was eine (gewollte) Sohlenvertiefung
bewirkte. Die Folgen sind eine verringerte Reichweite der Hochwässer und eine Absenkung des
Grundwasserspiegels in der Aue. Beide Faktoren haben erhebliche Auswirkungen auf die Auenböden
(FRIESE et al., 2000).
Als Bestandteil des Ökosystems stehen die Böden der Aue in Wechselwirkung mit der Bio-, Atmo-,
Hydro-, und Lithosphäre. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge erweitert das Verständnis für die
Ökologie der Auen und verbessert die Prognose der Möglichkeiten der Renaturierungen (FRIESE et
al., 2000).
1.2 Anlass der Untersuchungen
Im Rahmen vegetationsökologischer Bestandesaufnahmen zur Charakterisierung potentieller
Auenwaldstrukturen (Forschungsprojekt FH- Eberswalde 2001-2004) im periodisch überfluteten
Naturschutzgebiet ,,Eichwald und Buschmühle" nahe Frankfurt/Oder und des episodisch (durch
Eindeichung) überfluteten Auenwaldes nahe Brieskow- Finkenherd wurde festgestellt, dass die
Gemeine Esche
(Fraxinus excelsior)
als Bestandteil der Hartholzaue, in diesem Gebiet fehlt.
DISTER (1983) weist die Gemeine Esche als typischen Bestandteil der Hartholzaue aus. Im
Übergansbereich zwischen Weich- und Hartholzaue wächst sie besonders gut auf feuchten Standorten.
Wo die Esche in Flussauen größere Bestände ausbildet, kann man annehmen, dass man sich außerhalb
der häufig überschwemmten Gebiete der Weicholzaue befindet (ELLENBERG, 1996).
1
Nach MRATZ (1965) stellt die Gemeine Esche (
F. excelsior
) hingegen eine Gastholzart in der
Tieflandsaue (Elbe) dar, die erst seit dem Jahre 1840 mit Erfolg von der Forstwirtschaft eingeführt
wurde und sich dort gut eingebürgert hat.
1.3 Zielsetzung
Da die in der Literatur publizierten Aussagen zur Bedeutung der Esche in der Tieflandsaue sehr
gegensätzlich sind, soll in einer
Fallstudie
*1 aus der Verbindung eigener Gelände- und
Laboruntersuchungen und einer Literaturrecherche zum Thema: Standortsansprüche der Esche im
Folgenden versucht werden die Fragestellung zu klären, ob sich die Esche aufgrund der vorhandenen
Bodenzustandseigenschaften auf beiden Standorten etablieren könnte.
Als zweite Fragestellung soll ein Vergleich der Bodenzustandseigenschaften beider Standorte
Aufschluss darüber geben, wie sich infolge der Eindeichung des Untersuchungsgebietes Brieskow um
das Jahr 1760 boden- bzw. standortskundliche Parameter im Laufe der Zeit verändert haben.
,,Eichwald" im Herbst 2001 (Quelle: MÜLLER E. 2004, unveröffentl.)
*1 Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine
Fallstudie
. Dieser Begriff stammt aus der empirischen Forschung, d h. eine
Untersuchung und Beschreibung eines Zusammenhanges oder eines Ereignisses an einer repräsentativen Sache. Ein Fall, den man
für "typisch" hält, wird untersucht (WAHRIG, 1991).
2
2. Untersuchungsgebiet
2.1 Geographische Lage
Die Untersuchungsflächen befinden sich im Nordostbrandenburger Jungmoränenland im periodisch
(Eichwald) bzw. episodisch (Brieskow) überflutetem Einzugsgebiet der Oder.
Das 1961 gegründete Naturschutzgebiet ,,Eichwald und Buschmühle" befindet sich ca. 3 km südöstlich
der Stadt Frankfurt/ Oder am westlichen Ufer des mittleren Oderlaufes. In diesem Bereich ist die Oder
beidseitig nicht eingedeicht, demzufolge treten hier periodische Überflutungen auf. Als natürliche
westliche Oderbegrenzung dient ein Höhenzug (Geländehöhe ca. 69 m Höhe ü. NN), welcher sich im
Untersuchungsabschnitt bei ,,Oderkilometer 479" mehr oder weniger parallel im Abstand von ca. 800
m zur Oder erstreckt. Die Profilgrube wurde in einer Geländehöhe 22,5m Höhe ü. NN angelegt und hat
einen Abstand von ca. 450 m zum Oderufer. Die genaue Lage der Profilgrube kann Abb.2 entnommen
werden.
Die Untersuchungsfläche Brieskow befindet sich 2 km östlich des Ortes Brieskow- Finkenherd. Es
befindet sich im Ausweisungsverfahren zum Naturschutzgebeit. In diesem Bereich ist die Oder am
westlichen Ufer (Untersuchungsgebiet) völlig eingedeicht. Die Profilgrube wurde im Abstand von ca.
200 m zum Oderufer bei ,,Oderkilometer 474,5" in einer Geländehöhe von 22,6 m Höhe ü. NN hinter
dem Deich angelegt. Die genaue Lage der Profilgrube kann Abb. 1 entnommen werden.
Um einen Eindruck geographischer und hydrologischer Parameter der Oder zu bekommen, wird die
Elbe, als längster Strom des Nordostdeutschen Tieflandes, vergleichend herangezogen (Tab. 1).
Tabelle 1
: Hydrologische und geographische Kenngrößen zweier Ströme des Nordostdeutschen Tieflandes: Oder und Elbe:
Oder
Elbe
Quellgebiet
Mährisches Gebirge
Riesengebirge
Länge
855 km
1094 km
Einzugsgebiet
118900 km
148300 km
Bedeutende Zuflüsse
7
10
Mittl. Gefälle
27 cm/km
32 cm/km
Mittl. Jahresabfluss
540 m³/s
860 m³/s
Hochwasser
Frühjahr
Frühjahr
Mündungsgebiet
Stettiner Haff- Ostsee
Nordsee
(Quelle: Wolf, C., 2003)
3
Abbildung 1:
Topographische Karte Untersuchungsgebiet Brieskow
(Quelle: Landesvermessungsamt Brandenburg)
Profilgrube
Maßstab 1:10000
(1 cm der Karte entspricht 100 m in der Natur)
4
Abbildung 2:
Topographische Karte ,,Eichwald und Buschmühle"
(Quelle:Landesvermessungsamt Brandenburg)
Profilgrube
Maßstab 1:10000
(1 cm der Karte entspricht 100 m in der Natur)
5
2.2 Geologie
Das Untersuchungsgebiet gehört zum Bereich des Nordostbrandenburger Jungmoränengebietes und ist
in erster Linie durch die landschaftsprägenden Einflüsse der Weichsel- Kaltzeit (Tab.2)
hervorgegangen.
Die aus nördlicher Richtung vorrückenden Eismassen transportierten Schutt über den Dauerfrostboden.
Durch klimatische Veränderungen stagnierte der Eisrand in verschiedenen Gebieten und es bildeten
sich meistens durch die anstauenden Gesteinsmassen hohe Endmoränenwälle aus (MEHL & THIELE,
1998). Beim Zurückschmelzen des Inlandeises kam es zur Bildung mehrerer Rückzugsstaffeln,
Bereiche, in denen der Gletscherrand längere Zeit stagnierte. Zu erwähnen wären hier die Frankfurter
Staffel (18.000-15.000 v. Chr.), in deren Vorfeld es zu der Ausbildung einer breiten
Schmelzwasserabflussbahn, dem Warschau- Berliner- Urstromtal kam (RIEK & STÄHR, 2004). Bei
erneuten Eisvorstößen (Pommersches Stadium; 14.000- 12.000 v. Chr.) mischte sich abgelagertes mit
bereits vorhandenem älteren Material. Die Bestandteile (des Materials) waren im wesentlichen Sand
und Geschiebemergel mit hohen Block- und Geröllanteilen. Während die wellig- flache Grundmoräne
mit ungeschichteten unsortierten Schluff, Ton, Sand, Kies, Steinen und Blöcken der Endmoräne
vorgelagert ist, folgen der Endmoräne die Sander, die aus im Schmelzprozess ausgeschwemmten
Kiesen und Sanden bestehen (MEHL & THIELE, 1998). Der Gletschervorstoß während des
Pommerschen Stadiums führte zur Ausbildung der markanten Pommerschen Eisrandlage und deren
Abflussbahnen, dem Thorn- Eberswalder Urstromtal. Durch dieses Urstromtal gelangten die
Schmelzwässer nach Südwesten, durchbrachen im Bereich der Havelniederung die Höhenzüge der
Frankfurter Staffel und flossen weiter durch das Warschau- Berliner- Urstromtal (RIEK & STÄHR,
2004). Der Abfluss der enormen Mengen an Schmelzwasser wurde in dieser Richtung von der
Inlandvereisung erzwungen, da das Gebiet der Ostsee von Eis bedeckt war. Auf diese Weise wurden
die Schmelzwässer (Vorgänger der Oder) über das Berliner- Urstromtal in die Nordsee abgeleitet. Im
Zuge des fortschreitenden Abtauens der Eismassen durch allmähliche Erwärmung durchbrach die Oder
die Endmoräne bei Frankfurt/Oder und mündet seit dem in das Stettiner Haff, nahe der Ostsee
(LUTZE, 2001). Nach LUTZE (2001) führen die heutigen Flüsse der Urstromtäler nur ca. 2% der
einstigen Schmelzwassermassen. Daraus resultieren die verhältnismäßig großen Niederungen, Brüche
(Oderbruch) und die Auen der Oder.
6
Tabelle 2:
Stadien der Weichselkaltzeiten:
Weichsel- Frühglazial
Jahre
Zeitabschnitt
Besonderheiten
113.000-18.000 v. Chr.
Weichsel- Frühglazial
kein Gletschervorstoß nach Brandenburg
sehr kaltes Klima
Weichsel-Hochglazial
18.000-15.000 v. Chr.
Brandenburger Stadium
erster und weitester Eisvorstoss der
(mit Frankfurter Rückzugsstaffel)
Weichsel- Kaltzeit
15.000- 14.000 v. Chr.
Blankenberg- Interstadial
kurze Erwärmung mit lokal geringer
Bodenentwicklung
14.000-12.000 v. Chr.
Pommersches Stadium
zweiter Gletschervorstoss nach Branden-
(mit Angermünder Rückzugsstaffel)
burg, sehr kaltes Klima
Weichsel- Spätglazial
12.000-10.300 v. Chr.
Älteste Tundrenzeit
Jahresdurchschnittstemp. 2°C, baumfreie
Tundra, Bildung dünner Flugsanddecken
10.300- 9900 v. Chr.
Bölling
Jahresdurchschnittstemp. 0°C, keine
nachgewiesene Bodenbildung
9.900-9.700 v. Chr.
Ältere Tundrenzeit
Jahresdurchschnittstemp. 2°C,
Bildung dünner Flugsanddecken
9.700- 8.900 v. Chr.
Alleröd
Jahresdurchschnittstemp.+ 3°C, in ganz
Brandenburg nachweißlich Bodenbildung
8.900- 8.200 v. Chr.
Jüngere Tundrenzeit
Jahresdurchschnittstemp. 3°C, trockenes
kaltes Klima, Bildung v. gr. Flugsanddünen
(Quelle: RIEK & STÄHR, 2004)
2.3 Hydrologie
Die jährliche Wasserführung der Oder ist i. d. R. durch zwei Hochwasserwellen, das
Frühjahrshochwasser in den Monaten März/ April (Schneeschmelze aus den kollinen und montanen
Gebieten des Einzugsgebietes) und relativ häufig durch ein Sommerhochwasser in den Monaten Juni/
Juli (starke Niederschläge in den Mittelgebirgen Beskiden, Ostsudeten und Lausitzer Gebirge)
gekennzeichnet. In der zweiten Jahreshälfte folgen häufig Niedrigwasserperioden, welche mehrere
Monate andauern. Der Durchfluss schwankt im Untersuchungsgebiet (Messwert Eisenhüttenstadt)
zwischen 70,4m³/s. und 2.585m³/s. Die größten Wasserstandsschwankungen (höchster
Hochwasserstand bzw. niedrigster Niedrigwasserstand) der Oder wurden mit 5,80 m in
Eisenhüttenstadt gemessen. Im Unterlauf verursachten Eisversetzungen die höchsten Wasserstände, im
Oberlauf traten sie während des Sommerhochwassers 1997 auf. Von den deutschen Strömen weist die
Oder infolge des Einflusses des Kontinentalklimas die häufigsten und längsten Vereisungsperioden auf
(VOLLBRECHT, 2001).
Aus der Topographischen Karte (Abb. 2.) lässt sich für den Standort ,,Eichwald" eine Geländehöhe
von 22,5 Höhe ü. NN ableiten. Abb. 4 (Daten: Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde) stellt die
Jahreswerte (Maximal-, Minimal-, und Mittelwert) von 1935-2001 dar. Die rot markierte Linie zeigt
die Pegel- bzw. Geländehöhe im ,,Eichwald" und stellt somit die Überflutungsereignisse der Jahre
1935- 2002 dar. Die im Säulen-Diagramm (Abb. 3) anhand der Wasserstandsganglinien (1935-2002)
abgeleiteten Daten (Quelle: Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde) spiegeln die Überflutungstage
7
pro Jahr der periodisch überfluteten Aue im ,,Eichwald" wieder. Jahre ohne Überflutungsereignisse
über 22,5 m Höhe ü. NN wurden in der graphischen Darstellung nicht berücksichtigt.
Deutlich hervor tritt der Jahrgang 1997 dem sogenannten ,,Jahrhundert-Hochwasser" mit über 20
Tagen permanenter Überflutung innerhalb der Vegetationsperiode. Darauf folgt der Jahrgang 1947, wo
das Flutereignis in der Winterperiode knapp 15 Tage dauerte. Im Jahrgang 1976 stand das Wasser der
Oder mit etwas über 10 Tagen innerhalb der Vegetationsperiode in der Aue. Aus diesen Kennwerten
lassen sich wichtige standortliche Rückschlüsse auf die Überflutungsdynamik des ,,Eichwaldes"
ziehen.
Für den Standort Brieskow lassen sich infolge der Eindeichung um 1760 keine Überflutungsereignisse
nachweisen. Ausnahme bildet das Überflutungsereignis 1997 (ca. 22 Tage Überflutung) aufgrund des
Deichbruches in der Ziltendorfer Niederung.
Abbildung 3:
Überflutungstage im " Eichwald "(22,5 m Höhe ü. NN)
Überflutungsdauer in Tagen
25
20
15
Tage 10
5
0
1997 1987 1984 1983 1982 1977 1968 1965 1958 1947 1941 1940 1938
Jahre
(Datenquelle: Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde, abgeleitet aus Wasserstandsganglinien 1935-02)
8
Abbildung 4:
Jahresstände Pegel Frankfurt/O.
Jahreswert Maximalwert
Jahreswert Minimalwert
Jahreswert Mittelwert
25,00 m
24,50 m
24,00 m
23,50 m
23,00 m
22,50 m
22,00 m
21,50 m
Höhe ü. NN
21,00 m
20,50 m
20,00 m
19,50 m
19,00 m
18,50 m
18,00 m
1935
1938
1941
1944
1947
1950
1953
1956
1959
1962
1965
1968
1971
1974
1977
1980
1983
1986
1989
1992
1995
1998
2001
Jahrgang
(Datenquelle: Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde)
9
2.4 Klima
Das Land Brandenburg befindet sich im Grenzbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägtem
Klima. Die durchschnittlich mittlere Jahrestemperatur Brandenburgs beträgt ca. 8,9°C. Die mittlere
Januartemperatur liegt bei -0,4°C, die Julitemperatur bei 18,0°. Die hohe Temperaturspanne zwischen
kältestem- und wärmstem Monat verdeutlicht die Kontinentalität des Klimas in Brandenburg (RIEK &
STÄHR, 2004). Von Westen nach Osten nimmt die Kontinentalität zu, dieses liegt vor allem an der
zunehmenden Entfernung von den Meeren (Atlantik, Nord- und Ostsee) und der Abnahme der
Bewölkung.
Die langjährigen Niederschlagsmittelwerte Brandenburgs liegen bei 570 mm mit regionalen
Unterschieden zwischen <540 mm und >600 mm. Den Niederschlägen stehen potenzielle
Verdunstungsraten von durchschnittlich 600 mm mit räumlichen Schwankungen zwischen <580 mm
(10. Perzentil) und >610 mm (90. Perzentil) gegenüber. Die klimatische Wasserbilanz als Differenz
von langjährigem Niederschlag und potenzieller Verdunstung beträgt in Brandenburg durchschnittlich
-30mm. Die Daten beruhen auf modellierten Klimadaten für die Bodenzustandserhebung (BZE) 1996.
Das in Ostbrandenburg liegende Odertal befindet sich zwischen den beiden Hauptklimazonen, der
maritimen- und der kontinentalen Zone Europas. An der mittleren Oder sind die Niederschläge <500
mm (<10. Perzentil) pro Jahr, mit 28 Eistagen, 120 Frosttagen und 33 Sonnentagen. Aufgrund dieser
Klimadaten ähnelt es mehr den kontinental- als den maritimen Werten (www.unteres-
odertal.de/nationalpark/info/klima.htm).
Da sich beide Untersuchungsflächen in Auenwäldern in unmittelbarer Nähe zur Oder befinden ist hier
eine gewisse Eigendynamik des Klimas zu vermuten. Hier wirkt sich der Einfluss der Oder u. a. mit
höherer Luftfeuchtigkeit, kälteren Temperaturen nach Eisgang (Kältespeicher) oder höheren
Temperaturen nach dem Sommer (Wärmespeicher) aus.
Tabelle3:
Klimadaten der Jahre 1900-2003 in der Messstation Frankfurt/Oder:
Ereignis
Datum
Wert
min. Monatsdurchschnittstemperatur
Feb. 1929
-10,9°C
max. Monatsdurchschnittstemperatur
Jul. 1994
22,2°C
min. monatlicher Niederschlag
Okt. 1908
0,2 l/m²
max. monatlicher Niederschlag
Aug. 1978
203,6 l/ m²
min. Monatsmittel der rel. Luftfeuchtigkeit
Jun. 1992
54%
(Vegetationsperiode)
max. Monatsmittel der rel. Luftfeuchtigkeit
Sep. 1901
88%
(Vegetationsperiode)
Temperaturanstieg
1900-2003
1,133 K
(Datenquelle: Deutscher Wetterdienst)
10
Abbildung 5:
Niederschlagssummen Messstation Frankfurt/Oder:
(Datenquelle: Deutscher Wetterdienst)
Abbildung 6:
Durchschnittstemperaturen Messstation Frankfurt/Oder:
(Datenquelle: Deutscher Wetterdienst)
2.5 Vegetation
Vegetationsaufnahmen von WOLF (2003) im ,,Eichwald" zeigen in der Bestandesoberschicht die Stiel-
Eiche
(Quercus robur)
als Hauptbaumart. Der Entwicklungszustand (Lebensphase, Wuchsklasse) der
Eiche kann als ,,starkes Baumholz" (BHD> 50cm) eingestuft werden. Sie ist mit einem Anteil von ca.
19% in der Baumartenverteilung vertreten und steht ,,locker bis geschlossen" im Bestand. Im
Zwischenstand befinden sich: Flatter- Ulme
(Ulmus laevis)
im ,,geringen bis mittleren Baumholz"
(BHD 20-50 cm) flächenweise ,,licht bis räumdig" (mehrere Kronenbreiten Zwischenraum) mit 79%
11
der Baumartenverteilung im Bestand. Stammweise finden sich Hainbuche
(Carpinus betulus),
, Winter-
Linde
(Tilia cordata)
und Amerikanische- Esche
(Fraxinus pennsylvanica)
mit ,,geringen bis mittleren
Baumholz" vor.
Flächenweise sind im Unterstand die Straucharten: Weißdorn
(Crataegus spec.)
mit 70%, Blutroter
Hartriegel (Cornus sanguinea) mit 17% der Strauchartenverteilung vertreten. Einzelstammweise treten
Exemplare des Europäischen Pfaffenhütchens
(Euonymus europaeus)
, und des Kreuzdorns
(Rhamnus
carthatica)
auf. Naturverjüngung ist auf den Fläche nur spärlich, liegende- und stehende Totholzanteile
sind mosaikartig in geringen Anteilen vorhanden.
Flussauf- und flussabwärts befinden sich zahlreiche Pappelbestände, die im Zuge der Anbauwelle von
Hybridpappelplantagen in den 1960er Jahren gepflanzt wurden (WOLF, 2003).
Im Untersuchungsgebiet Brieskow findet sich nach MÜLLER (2004, unveröffentlicht) in der
Bestandesoberschicht die Stiel- Eiche
(Quercus robur)
als Hauptbaumart. Der Entwicklungszustand
der Eiche kann als ,,starkes Baumholz" (BHD> 50cm) eingestuft werden. Sie ist mit einem Anteil von
ca. 37% in der Baumartenverteilung flächenweise vertreten und steht ,,geschlossen" im Bestand. Im
Zwischenstand sind die Flatter- Ulme
(Ulmus laevis)
,,räumdig" flächenweise mit 57%, die Hainbuche
(Carpinus betulus)
einzelstammweise mit 5% der Baumartenverteilung und einzelne Exemplare des
Wildapfels
(Malus sylvestris)
vertreten. Im Unterstand kommen die Straucharten: Blutroter Hartriegel
(Cornus sanguinea)
mit 70%, Weißdorn
(Crataegus spec.)
mit 15%, Schwarzer Holunder
(Sambucus
nigra)
mit 13% der Strauchartenverteilung flächenweise vor. Das Europäische Pfaffenhütchen
(Euonymus europaeus)
ist mit einzelnen Exemplaren vertreten. Totholzanteile sind auf der Fläche
mosaikartig in geringen Anteilen vorhanden. Naturverjüngung konnte bis auf wenige Keimlinge nicht
festgestellt werden.
Auf beiden Flächen ist die Gemeine Esche (als typischer Vertreter der Hartholzaue) nicht vorhanden.
2.6 Anthropogene Beeinflussung
Beide Untersuchungsgebiete sind Bestandteil der ,,historisch gewachsenen Kulturlandschaft" in
Mitteleuropa und sind somit stark anthropogen beeinflusst.
Ein Jahrtausend v. Chr. gewann die Haltung von Weidevieh (Pferde, Rinder, Schafe) eine große
Bedeutung. Die natürlichen mit üppigem Grün bewachsenen Flächen der Flussauen boten gute
Weidemöglichkeiten. Daher suchten die Menschen Niederungsgebiete auf, es entstanden auf Inseln
und Horsten größere Siedlungen. Die Siedlungen beschränkten sich auf Gewässerränder und
Talsandinseln, somit wirkte der Einfluss vor allem auf die grundwassernahen Standorte (CORNELIUS,
1995).
Im ,,Eichwald". bestätigt sich diese Aussage, so befindet sich zwischen 481. und 482. Oderkilometer
ein slawischer Burghübel (Abb. 2) aus dem 11. Jahrhundert.
In den Wäldern wurde die Bodengenese vor allem durch den stattfindenden Biomasseexport im Zuge
der Waldweide, Streunutzung und Holzentnahme beeinflusst. Diese Eingriffe beschleunigten in ihrer
12
Gesamtheit die natürlichen Degradationsprozesse der Böden und führten zur Verarmung an
Nährelementen und zur Oberbodenversauerung (RIEK & STÄHR, 2004). Historisch gewachsene
Gebietsbezeichnungen wie ,,Schweine- oder Ochsenwerder" (Abb. 2) verdeutlichen die anthropogene
Veränderung der Landschaft. Nach Aussagen des langjährigen Jagdpächters GREISER (2004) wurde
bis in das Jahr 1989 Weidevieh unkontrolliert durch den ,,Eichwald" zu den davor gelagerten
Oderwiesen getrieben (vgl. Abb. 2: Topographische Karte).
Nach LIBBERT (1941) handelt es sich im ,,Eichwald" um einen von der Forstwirtschaft gepflanzten
Stiel- Eichen Wald, bei dem zur Schaftpflege der Eichen Hainbuche beigemischt wurde. Vor der
Begründung des Stiel- Eichen- Hainbuchenwaldes sollen dort Gehölze der Weichholzaue (Pappeln und
Weiden) gestockt haben.
Das Naturschutzgebiet ,,Buschmühle und Eichwald" wurde 1961 gegründet. Infolge der schweren
Kriegshandlungen (Brückenkopf der Roten Armee) 1944- 45 im ,,Eichwald" sind die Eichen
größtenteils durch Granatsplitter o. ä. wirtschaftlich entwertet (Splitterholz).
Bis Ende der 1950er Jahre wurde der ,,Eichwald" intensiv von der Bevölkerung als
Naherholungsgebiet genutzt. So befand sich ein Bahnhof in unmittelbarer Nähe des ,,Eichwaldes" (vgl.
Abb. 2) auf den natürlichen Höhenzügen. Somit war das Gebiet infrastrukturell so erschlossen, dass
selbst Erholungssuchende aus Berlin den ,,Eichwald" problemlos erreichten. Unterhalb des Bahnhofes
befand sich das Restaurant ,,Buschmühle". Zahlreich angelegte Wege durch den ,,Eichwald" gaben
dem Wald in der überflutungsfreien Zeit einen parkähnlichen Charakter. Selbst in den Wintermonaten
bei Eisgang der Oder diente der ,,Eichwald" als ,,Schlittschuhauslaufgebiet" für die Bevölkerung
(Greiser, mdl. Mitteilung, 2004).
Das Untersuchungsgebiet Brieskow befindet sich im Ausweisungsverfahren zum Naturschutzgebiet.
Eine forstwirtschaftliche Nutzung lässt sich seit Ende des Krieges 1945 (durch eventuelle Stubben o.ä.)
nicht nachweisen (Splitterholz). Es ist zu vermuten, dass auch dieser Bestand, ähnlich dem des
,,Eichwaldes", künstlich durch die Forstwirtschaft begründet wurde.
Von Mitte des 18.- bis Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit umfangreichen Baumaßnahmen an
der Oder. Das Ziel dieser Maßnahmen waren die Errichtung von Deichanlagen, die Schutz vor
Hochwasser- und Eisgefahren boten sowie die Umgestaltung der Wasserläufe, d h. Veränderung der
Lage und Form des Strombettes der Oder mit dem Ziel den Fluss als Wasserstrasse für den
Schiffsverkehr auszubauen (VOLLBRECHT, 2001).
Infolge der Eindeichung des Odertals bis zum Jahre 1896 verringerte sich das natürliche
Überschwemmungsgebiet der Oder von ursprünglich 3700 km² auf 859 km². Sehr wahrscheinlich
schrumpften die auf polnischem Territorium gelegenen Retentionsflächen der Oder nach dem 2.
Weltkrieg durch Bewirtschaftung oder Besiedelung noch weiter (VOLLBRECHT, 2001).
Nach der Fertigstellung der Hochwasserschutzdeiche (18.-19. Jh.) begann man mit der Urbanisierung
der trockengelegten Gebiete. Die Bevölkerung siedelte sich nun in den Niederungen an und es
13
entstanden zahlreiche Ortschaften in den ehemaligen Retentionsflächen der Oder. Heute erkennt man
diese Ortschaften u. a. an der Präferenz (Vorwort) ,,Neu" vor der Ortsbezeichnung (z. B.; Neu- Lewin,
Neu- Bersinchen).
Aufgrund der Bodenfruchtbarkeit mit einer Ackerzahl 32-35 (Bewertungszahl für Ackerland mit
Reinertragsverhältnissen von 7-100) in den trockengelegten Gebieten werden die Flächen intensiv
landwirtschaftlich genutzt (Abb. 6a), so wurde z. B. Ost- Berlin (70 km Entfernung) bis in das Jahr
1989 vornehmlich mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus dem Oderbruch versorgt.
Die Folgen der Eindeichungen und Flussbegradigungen der Oder sind infolge von
,,Hochwasserkatastrophen" mit Deicheinbrüchen (1947, 1997) für die Region verheerend. So brach der
Deich am 24. Juli 1997 in der Ziltendorfer Niederung, nahe der Untersuchungsfläche Brieskow und
setzte das Gebiet ca. 20 Tage ,,Landunter".
Abbildung 6a:
Intensive landwirtschaftliche Nutzung der eingedeichten Bereiche (Neuzeller Niederung 2002)
(Quelle: MÜLLER E., 2004 unveröffentl.)
14
3. Methoden
3.1 Geländearbeiten
3.1.1 Versuchsflächenauswahl und Profilbeschreibung:
Im Rahmen der bodenkundlichen Untersuchungen wurden im Zeitraum Juni bis August 2004 eine
Profilgrube im Eichwald Frankfurt/ Oder und eine weitere im Auenwald bei Brieskow angelegt. Die
Anlage der Profilgruben erfolgten an einer für den Gesamtbestand repräsentativen, homogenen Stelle.
Die Profilgrubenbreite betrug jeweils 1m. Bei der Tiefe der Grube wurde bis zu dem Ausgangssubstrat
gegraben. Die Stirnwand der Profilgruben wurde nach Süden ausgerichtet. Der Aushub wurde nach
Ober- und Unterboden getrennt rechts und links der Profilwand abgelegt. Die Profilwand wurde mit
dem Spaten abgestochen und mit dem Spachtel geglättet (RIEK, 2000).
An
den
Profilwänden
erfolgte
die
forstübliche
Standortsaufnahme
nach
AK-
STANDORTSKARTIERUNG (1996). Dabei wurden folgende Parameter horizont- bzw.
tiefenschichtweise erhoben:
-Mächtigkeit (Horizonte)
-Bodenfarbe ( Farbansprache erfolgte nach der Munsell- Farbtafel )
-Lagerungsdichte (Messerspitzen- Probe)
-Skelettanteil (am Gesamtboden visuell nach Volumenprozenten geschätzt )
-Besonderheiten (z. B. Freier Kalk, ermittelt mit HCl)
3.1.2 Bodenprobenentnahme
Die Kennzeichnung der Bodenmerkmale im Gelände richtete sich nach der Vorschrift zur bundesweit
einheitlichen Kartierung von Böden (AG Boden, 1996 ; AK Standortskartierung, 1996; sowie AK
Bodensystematik, 1998).
Der Mineralboden wurde im Eichwald Frankfurt/ Oder tiefenschichtweise für die Horizontgrenzen: 0-
17 cm, 17-48 cm, 48-72 cm, 72-91cm, 91-110cm, 110-160cm und für das Untersuchungsgebiet
Brieskow: 0-10 cm, 10-40cm, 40-75 cm, 75-98 cm, 98-119cm, 119-130 cm beprobt. .Zehn
Stechzylinder pro Tiefenschicht wurden zu einer Mischprobe zusammengeführt. Anschließend wurde
das Probenmaterial beschriftet und luftdicht verschlossen. Die Entnahme der Humusauflage erfolgte
mit einem Stechrahmen ( 250 cm² ) in einem Umkreis von 10 m um die Profilgruben. Dabei ergaben
jeweils zehn Stechrahmenproben eine Mischprobe.
Als erstes wurde das Nassgewicht der Proben durch Wägung ermittelt. Danach wurden 100g
Probenmaterial von jeder Probe entnommen und im Trockenschrank bei 105° C bis zur
Gewichtskonstanz getrocknet. Anschließend wurden die Bodenproben auf einer sauberen Unterlage
gut durchmischt und zerkrümelt. Flach ausgebreitet konnten nun die Bodenproben über einen Zeitraum
von einer Woche in einem gut durchlüftetem Raum trocknen. Nach der Trocknung wurden Steine und
andere grobe Bestandteile ausgelesen und die Proben durch ein 2 mm Kunststoffsieb gesiebt, wobei
15
lockere organisch- mineralische Partikel ebenfalls durch das Sieb gedrückt wurden ( KOJ, 2004 ). Die
Humusproben wurden ebenfalls gut durchmischt, luftgetrocknet und anschließend durch ein 2 mm Sieb
gerieben. Allen Proben wurde eine fortlaufende Nummer zugeteilt, um im Labor fehlerfrei arbeiten zu
können.
3.2 Bodenphysikalische Untersuchungen
3.2.1 Körnung
Die Kornfraktion des Bodenskelettes (Fraktion > 2 mm) ergab sich aus der Siebung der Proben mit
einem 2 mm Maschensieb. Es war besonders darauf zu achten, dass der Siebrückstand klumpenfrei
war. Durch mechanisches Zerkleinern per Gummihammer und dem Zerdrücken der Klumpen von
Hand konnte das Verfahren realisiert werden.
Zur Ermittlung der Korngrößen der Sandfraktion (Grobsand, Mittelsand; Feinsand; Feinstsand) wurde
ebenfalls das Verfahren der Siebungsanalyse durchgeführt. Um die Sandfraktion von der Schluff- und
Tonfraktion zu trennen wurden 20g Feinboden (<2 mm) mit 15 ml Natriumpyrophosphat- Lösung und
200 ml destilliertes Wasser versetzt und ca. 6 Minuten mit einem Motorrührer in einem 800 ml
Becherglas gerührt. Nach der Dispergierung wurde der Sandanteil der Probe über ein Sieb
(Maschenweite von 0,063 mm) von der feinen Schluff- und Tonfraktion im Nassverfahren getrennt.
Der Siebrückstand (Sandteil) wurde anschließend mit wenig destilliertem Wasser in ein Wägeglas
überführt, bei 105 °C im Trockenschrank getrocknet und anschließend ausgewogen (KOJ, 2004). Alle
12 Bodenproben kamen nun nacheinander in die automatische Siebmaschine (Siebgrößen: 1mm;
0,63mm; 0,2mm; 0,125mm; 0,063mm), wo innerhalb der 15- minütigen Siebungszeit die einzelnen
Sandfraktionen getrennt wurden. Die auf den Sieben verbliebenen Rückstände wurden in tarierte
Wägeschiffchen überführt und auf der Analysewaage ausgewogen.
Berechnung der einzelnen Siebfraktionen:
er
ausgewogen Rückstand (g)
on
Siebfrakti (%)
100 % - U
T
der
e
Einzelwert der Probe
100
%
(20g
-
Sandteil
Auswaage
in g )
%U
T
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
20g
Die Fraktion der Schluff- und Tonfraktion wurde gleich dem oben beschriebenen Verfahren von der
Sandfraktion getrennt. Das Filtrat wurde quantitativ aufgefangen und auf ein definiertes Volumen von
600 ml aufgefüllt. Nach einer Absetzungspause wurde die Suspension 2 min. manuell umgeschüttelt
und aufgestellt. Im Anschluss wurde die Senkspindel der Mohr- Westphal´schen Waage in den
Zylinder 10 cm tief eingeführt und durch Auflegen der Reitergewichte die Dichte der Summe von Ton
und Schluff bestimmt. Nach einer Wartezeit von 6 min erfolgte nun die zweite Messung in welcher die
Summe aus Mittelschluff und Ton ermittelt wurde. Nach einer Wartezeit von acht Stunden erfolgte die
letzte Messung, in der schließlich die Dichtemessung des Tones erfolgte. Zur Auswertung der
16
Messergebnisse der Sedimentationsanalyse hat man die Dichte der Suspension durch alle in der
Schwebe befindlichen Bodenbestandteile bestimmt (1. Messung). Daraus ergab sich, dass jede
Dichtemessung nach der vorgegebenen Fallzeiten auch die nachfolgenden Fraktionen enthält. Durch
die Subtraktion des jeweils nachfolgenden Ergebnisses konnten die Konzentrationsanteile der
einzelnen Fraktionen berechnet werden.
3.2.2 Wassergehalte
Eine 100g frische Bodenprobe wurde im Trockenschrank bei 105° C bis zur Gewichtskonstanz
getrocknet. Nach dem Abkühlen wurde die Probe erneut gewogen.
Berechnung des Wassergehaltes in % :
g Einwage ( vor der Trocknung ) - g Boden ( nach der Trocknung )
% Wassergehalt
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
-
100
g Einwage ( vor der Trocknung )
3.2.3 Luftkapazität, nutzbare Feldkapazität u. pflanzenverfügbares Wasser
Die
Luft-(LK), Feldkapazität (FK)
und das
Speichervermögen pflanzenverfügbaren Wassers
wurde an
Hand der Materialien zur Boden- und Standortsansprache (RIEK, 2000) ermittelt. Hierzu dienten die
Kenngrößen: Bodenart und Lagerungsdichte. Mit Hilfe der beiden bekannten Werte konnten LK, nFK
und FK tabellarisch abgelesen werden.
Zur Berechnung der pflanzenverfügbaren Speicherleistung des Bodens wurde folgende Formel
verwendet:
Wasserspeicher( l / ²)
m
nFK
Horizontmä
(
chtigkeit dm )
Skelletan
(%
teil
)
3.2.4 kapillare Aufstiegsrate
In der Trockenperiode (August 2003)und der Nassperiode (März 2004) wurden jeweils an jeder
Profilgrube drei Messungen der Grundwasserstände im wöchentlichen Abstand mit Hilfe des
Bohrstockes durchgeführt. Die ermittelten Tiefen (dm unter Flur) wurden als Mittelwerte
zusammengefasst.
Tabelle 4:
Grundwasserpegel unter Flur
Standort
2.August2003
9.August2003
16.August2003
Brieskow
25,1dm
25,5 dm
27,2 dm
Eichwald
17,1 dm
18,1 dm
18,3 dm
Standort
6.März 2004
13. März 2004
19.März 2004
Brieskow
1,0 dm
1,5 dm
2,0 dm
Eichwald
0,0 dm
1,0 dm
1,5 dm
Die kapillare Aufstiegsrate aus dem Grundwasser wurde bis zur Untergrenze des effektiven
Wurzelraumes (KRWE) mit Hilfe der Materialien zur Boden- und Standortsansprache (RIEK, 2000)
tabellarisch abgelesen.
Der S- Wert (molc/m²)
, auf der Grundlage von
Ake
und
BS
wurde horizontweise nach folgender Formel
berechnet (RIEK, 2000):
S
Wert( mol / ²)
m
BS
100
(
AKe cmolc / kg )
(
TDR g /
³)
cm
Horizont( dm )
17
3.3 Bodenchemische Untersuchungen
3.3.1 pH- Wert in Wasser und Kaliumchlorid
Um die saure, neutrale, oder alkalische Reaktion der Bodenproben zu ermitteln, wurden die Proben
zum einen in destillierten Wasser und zum anderen mit einer Salzlösung (Kaliumchlorid ) versetzt,
wobei die Gegebenheiten in der Salzlösung eher der natürlichen Bodenlösung entsprechen als in
destillierten Wasser. In ihm werden nur die dissoziierten H- Ionen in der Bodenlösung erfasst.
20 g lufttrockener Mineralboden wurden mit 50 ml destillierten Wasser versetzt. Das Gemisch blieb
dann zirka eine Stunde bei gelegentlichem Umrühren stehen. Anschließend stellte man mit einem pH-
Messgerät die Wasserstoffkonzentration der 12 Horizontproben einschließlich der beiden
Auflagehorizonte. Im Anschluss an diese Messungen gab man 2 ml Kaliumchloridlösung aus der
Dispensette zu jeder Probe. Nach einer kurzen Einwirkzeit konnte nun auch der pH- Wert in der
Salzlösung mit Hilfe des pH- Messgerätes ermittelt werden (KOJ, 2004).
3.3.2 C/ N Verhältnis
Zur Ermittlung des C /N- Verhältnisses der Bodenproben wurde je Bodenprobe ca. 20g fein gemörsert.
Die gemahlenen Bodenmischproben wurden anschließend in Reagenzgläser überführt. Im Labor der
FH- Eberswalde (FHE; FB2, Thomas) wurde der N- Gehalt
(mg/ g)
mit dem Verfahren der
Elementaranalyse mittels Elementaranalysatoren durchgeführt.
3.3.3 Kationenaustauschverhältnisse und Elementvorräte
Hierzu wurden jeweils 10 g lufttrockenen Mineralbodens in 500 ml Weithals- Plastikflaschen
eingewogen. Mit einem Messzylinder wurden nun 100 ml Ammoniumchloridlösung zugegeben und
anschließend eine Stunde in der Überkopfrüttelmaschine bei 30 U/ Min geschüttelt (beim Schütteln der
Bodenproben mit 0,5 mol/ l werden die Kationen des Bodens gegen Ammonium ausgetauscht und in
Lösung gebracht). Danach wurden alle Bodenproben über einen Trichter und Papierfilter in einen
Erlenmeyerkolben filtriert. Um eventuelle Verunreinigungen des Filtrats zu vermeiden, wurden die
ersten 20 ml des Filtrats verworfen. Alle 12 Filtrate wurden im Anschluss in gerätespezifische
Messrörchen gefüllt und zur Messung der Elemente in ein Fachlabor versandt. Zum Schluss erfolgte
die Bestimmung des pH- Wertes (=pH NH Cl) der mit Boden geschüttelten Lösung. Für die
4
Berechnung der Kationenaustauschkapazität eff ist die Summe der Kationenäquivalente und der
Protonenäquivalente notwendig. Die Berechnung erfolgte mit Hilfe des Computerprogramms
,,Berechnung Basensättigung" der FH- Eberswalde (KOJ, 2004).
Die Bestimmung der Verfügbarkeitsfraktionen löslicher und leicht austauschbarer Elemente erfolgte
durch die Extraktion mit Extraktionsmitteln unterschiedlicher Aggressivität. Hier werden verschiedene
Bindungsformen erfasst, um die Aneignungskraft der Pflanzenwurzeln nachzuahmen. Bei der
Untersuchung von forstlichen Böden wird die Extraktion und Perkolation mit Ammoniumchlorid
bevorzugt. Die Vorgehensweise im Labor gleicht der Durchführung zur Ermittlung der
18
Kationenaustauschkapazität eff , so dass dies an dieser Stelle nicht noch einmal näher erläutert werden
braucht. Die Messung der folgenden Elemente: Stickstoff, Phosphor, Schwefel, Kalium, Calcium,
Magnesium, Eisen, Mangan, erfolgte durch das Fachpersonal am ICP (Plasmaspektrometer). Die
Ergebnisse wurden in der Einheit
mg Element/ 1000 g
Boden ausgegeben (KOJ, 2004).
3.3.4 Karbonatgehalte
Alle 12 Bodenproben wurden im Labor auf ihren Carbonatgehalt (CaCO ) geprüft. Dabei wurde eine
3
Spatelspitze lufttrockener Boden auf ein Uhrglas mit einigen Tropfen 10- %iger Salzsäure versetzt.
Nach der Stärke des Aufschäumens wurde nun der ungefähre Carbonatgehalt entsprechend einer
Tabelle geschätzt und die Einwaagemenge für die quantitative Bestimmung abgeleitet. Je nach dem im
qualitativen Versuch abgeschätzten Karbonatgehalt wurden 5g gemörserter lufttrockener Feinboden in
das Entwicklungsgefäß der Scheibler Apparatur gefüllt. Die weitere Verfahrensweise erfolgte nach der
Gerätevorschrift zur Scheibler Apparatur. Nach dem Vorgang wurde das CO -Volumen in ml
2
abgelesen. Bei der Berechnung wurde von CO auf mg CaCO
2
3 umgerechnet. Zur Berechnung wurde
auch die Raumtemperatur in °C und der Luftdruck in Torr benötigt.
Gesamtgleichung:
ml CO2
Faktor
ml
100
CO2
Faktor
CaCO3
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
-
-
- - - - - - - - - - - - - - - -
Einwage in g
100
Einwage in g
10
3.3.5 Schwermetallgehalte
Im Rahmen der Schwermetalluntersuchung wurden die Elemente: Blei (Pb), Kupfer (Cu) und Zink
(Zn) im Oberboden labortechnisch durch Fachpersonal mit der Methode des
HNO3- Druckaufschluss
analysiert. Die Ergebnisse wurden in
µg/g
ausgegeben.
Die Bewertung der ermittelten Ergebnisse der Bodeneigenschaften beruht auf folgenden Bewertungsrahmen:
-
Bundesweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE)
(WOLFF & RIEK, 1997).
-
Mitteilungen der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft
( 1998, Band 86)
-
Materialien zur Boden- und Standortsansprache
(RIEK, 2000).
-
Anleitung für die forstliche Standortserkundung im
nordostdeutschen Tiefland (SEA 95)
(SCHULZE, 1996).
- AG Boden (1996) Bodenkundliche Kartieranleitung
19
4. Ergebnisse
4.1 Standortsaufnahme am Bodenprofil
4.1.1 Bodenfarbe (nach MUNSELL- Farbtafel)
Tabelle 5:
Bodenfarbe Brieskow:
Horizont Tiefe
Hue
Chroma
Value
in cm
Farbton Farbtiefe Farbhelligkeit
aAa-M
0-10
10YR
2
1
aM
10-40
10YR
3
3
aGo
40-75
10YR
3
4
aGro
75-98
10YR
4
3
aGro
98-119
10YR
4
4
aGor
119-130 10YR
4
3
Die Ansprache nach der MUNSELL- Farbtafel ergibt eine farbliche Abstufung von der Bodenfarbe
black
in der humusangereicherten Tiefenschicht -5 cm über
dark brown
in den darunter liegenden
Tiefenschichten bis hin zu
dark yellow wish brown
- Tönen in den Tiefenschichten -100 cm.
Tabelle 6:
Bodenfarbe Standort ,,Eichwald":
Horizont Tiefe
Hue
Chroma
Value
in cm
Farbton Farbtiefe Farbhelligkeit
aAh-M
0-17
10YR
2
1
aM
17-48
10YR
3
3
aGo-M
48-72
10YR
3
4
aGro
72-91
10YR
4
4
aGro
91-110
10YR
5
3
aGor
110-160
2,5Y
5
3
Im Oberboden lassen sich Vergleiche mit der Profilgrube in Brieskow ziehen. In den unteren
Tiefenschichten ab 110 cm wird der Boden mit der Farbe
brown
angesprochen. Im sandigen
Ausgangssubstrat fällt der Boden relativ hell aus und wird hier mit der Farbe
light olive brown
angesprochen.
4.1.2 Lagerungsdichte
Tabelle 7:
Lagerungsdichte Brieskow:
Horizont
Tiefe
Code
in cm
aAa-M
0-10
Ld2
aM
10-40
Ld3
aGo
40-75
Ld4
aGro
75-98
Ld4
aGro
98-119
Ld4
aGor
119-130
Ld3
In der Tiefenschicht 0-10 cm zerfällt die Probe bereits bei leichtem Druck in zahlreiche Bruchstücke.
Im Bewertungsrahmen kann die Lagerungsdichte (Ld) mit
gering
eingestuft werden. In der darunter
liegenden Tiefenschicht 10-40 cm kann das Messer mit wenig Kraft in den Boden gedrückt werden.
Aus dem Bewertungsrahmen kann dadurch die Lagerungsdichte
mäßig dicht
abgeleitet werden. In der
Tiefenstufe 40-119 cm ist das Messer nur schwer bis ca. 2 cm in den Boden zu drücken. Hieraus ergibt
20
sich aus dem Bewertungsrahmen eine Lagerungsdichte die mit
dicht
einzustufen ist. In der
Tiefenschicht 119-130 cm nimmt die Lagerungsdichte wieder ab. Das Messer kann mit wenig Kraft in
den Boden gedrückt werden. Im Bewertungsrahmen kann die Lagerungsdichte als
mäßig dicht
eingestuft werden (AG BODEN, 1996).
Tabelle 8:
Lagerungsdichte: "Eichwald":
Horizont
Tiefe
Code
in cm
aAh-M
0-17
Ld2
aM
17-48
Ld3
aGo-M
48-72
Ld3
aGro
72-91
Ld3
aGro
91-110
Ld4
aGor
110-160
Ld2
In der Tiefenschicht 0-17 cm kann das Messer mit sehr wenig Kraft in den Boden gedrückt werden.
Die Probe zerfällt bereits bei leichtem Druck in zahlreiche Bruchstücke. Im Bewertungsrahmen kann
die Lagerungsdichte mit gering eingestuft werden. In der Tiefenschicht 17-91 cm ist das Messer mit
wenig Kraft in den Boden zu drücken. Im Bewertungsrahmen ist die Lagerungsdichte als
mäßig dicht
einzustufen. In der Tiefenschicht 91-110 cm ist das Messer nur schwer in den Boden zu drücken. Im
Bewertungsrahmen kann die Lagerungsdichte als
dicht
eingestuft werden. In der Tiefenschicht 110-
160 cm wechselt die Körnung sichtbar. Es liegt ein Feinsand vor. Die Probe zerfällt bereits bei
leichtem Druck in ihre Einzelteile. Im Bewertungsrahmen kann die Lagerungsdichte als
gering
eingestuft werden (AG BODEN, 1996).
4.1.3 Carbonatgehalt
Bei der Versetzung der jeweiligen Tiefenschicht mit einigen Tropfen 10%iger HCl kann lediglich in
der Profilgrube Brieskow in der Tiefenschicht 0-10 cm freier Kalk durch
nicht anhaltendes Brausen
festgestellt werden (AG BODEN, 1996). Eine genaue Untersuchung erfolgt im Rahmen der
chemischen Laborarbeiten.
4.1.4 Skelettanteile
Die Abschätzung des Kies- und Steingehaltes nach Flächenanteil ergibt für beide Bodenprofile einen
Wert von <2% Fläche. Eine genaue Ermittlung des Skelettanteils erfolgt im Rahmen der
physikalischen Laborarbeiten.
4.1.5 Bodenwasser
Unter natürlichen Bedingungen enthält jeder Boden Wasser. Es wird über die Niederschläge, das
Grundwasser, Überflutungen, und in geringem Maße über Kondensation aus der Atmosphäre ergänzt.
Wenn das Wasser den gesamten Porenraum des Bodens erfüllt, bezeichnet man diesen Zustand des
Bodens als
wassergesättigt
(SCHEFFER &SCHACHTSCHABEL 1998). Das in den Boden
eindringende Wasser verbleibt in dem Boden als Haftwasser oder durchsetzt ihn als Sickerwasser und
bildet Grund- oder Stauwasser. Durch kapillaren Aufstieg kann Wasser aus Grund- und Stauwasser das
Haftwasser wieder ergänzen (SCHRÖDER 1992).
21
4.1.5.1 Luftkapazität, nutzbare Feldkapazität und Speicherleistung für pflanzenverfügbares
Wasser
Wichtige Kennwerte des Wasser- und Lufthaushaltes sind die (nutzbare) Feldkapazität (nFK) und die
Luftkapazität (LK). Unter Feldkapazität wird die Wassermenge des Bodens verstanden, die er maximal
gegen die Schwerkraft zurückhalten kann. Subtrahiert man das Totwasser (Wasseranteil an FK,
welcher nicht pflanzenverfügbar ist) von der Feldkapazität erhält man die nutzbare Feldkapazität.
Die Luftkapazität entspricht dem Porenvolumen das bei Feldkapazität entwässert und mit Luft gefüllt
ist (RIEK, 2000).
Tabelle 9:
Lk, nFK und Speicher in Brieskow
:
Horizont
Tiefe Code Bodenart Horizont
nFK
LK Speicherleistung
in cm
dm
%
%
mm
aAa-M
0-10
Ld2
Su2
1
17,5
17
17,4
aM
10-40
Ld3
Lt2
3
16,5
6,5
49,5
aGo
40-75
Ld4
Ls2
3,5
13,8
6,5
48,3
aGro
75-98
Ld4
Ls2
2,3
13,8
6,5
31,7
aGro
98-119
Ld4
St2
2,1
13,5
11
28,3
aGor
119-130 Ld3
Sl4
1,1
17
10
18,7
Die Einstufung der nutzbaren Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes wird laut AG Boden (1996)
bis zu einer Tiefenschicht von 1 m Tiefe veranschlagt. Sie liegt bei dieser Tiefenschicht bei ca. 147
mm Regenhöhe und kann im Wertebereich als
mittel(nFKWe3)
eingestuft werden.
Die Luftkapazität ist in der Tiefenschicht 0-10 cm als
hoch (LK4)
im Wertebereich einzuordnen. Ab
der Tiefe 10 cm ist das Porenvolumen, das mit Luft gefüllt ist in der Bewertungsskala mit dem Wert
mittel (LK3)
einzustufen.
Tabelle 10:
Lk, nFK und Speicher im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe Code Bodenart Horizont
nFK
LK Speicherleistung
in cm
dm
%
%
mm
aAh-M
0-17
Ld2
Slu
1,7
31,5
11
53,5
aM
17-48
Ld3
Sl4
3,1
17,5 10,5
54,2
aGo-M
48-72
Ld3
Sl3
2,4
18
11
42,6
aGro
72-91
Ld3
Sl4
1,9
17
10
32,3
aGro
91-110
Ld4
Lt2
1,9
11,5
4
21,9
aGor
110-160 Ld2
Msfs
5
14,5
23
72,5
Die nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes bei 1 m Tiefe bei einer Regenhöhe von
ca.193 mm und kann in der Bewertung als
mittel (nFKWe3)
angesehen werden.
Die Luftkapazität kann in der Tiefenschicht 0-110 cm als
mittel (LK3)
im Wertebereich eingestuft
werden. Ab der Tiefenstufe 110 mit der Bodenart
mittelsandiger Feinsand
steigt die Luftkapazität im
Wertebereich an und ist als
sehr hoch (LK5)
einzustufen (AG BODEN, 1996).
4.1.5.2 Mittlere kapillare Aufstiegsrate aus dem Grundwasser
Durch kapillaren Aufstieg gegen die Schwerkraft kann Wasser aus Grund- und Stauwasser das
Haftwasser wieder ergänzen (SCHROEDER, 1992). Als Kapillarwasser bezeichnet man das durch
Menisken im Boden gehaltene Wasser. Die Menisken werden von zwei Kräften gebildet, den
22
Adhäsionskräften zwischen der Teilchenoberfläche und den Kohäsionskräften zwischen den
Wassermolekülen (MÜCKENHAUSEN, 1993).
Als Bewertungsschema der Grundwasserform dient SCHULZE (1996): Anleitung für die forstliche Standortskartierung im
nordostdeutschen Tiefland- SEA95.
Tabelle 11
:kapillare Aufstiegsrate in Brieskow:
Trockenperiode (August 2003)
Horizont
Tiefe Code Bodenart Abstand kapillarer Aufstieg
in cm
in dm
mm/ Tag
aGro
98-119
Ld4
St2
16
0
aGor
119-130 Ld3
Sl4
14,1
0,125
Der mittlere Grundwassertiefstand wurde in der Trockenperiode ( August 2003) direkt an der
Profilgrube ermittelt und lag bei 26 dm unter Flur. Die Bewertung der kapillaren Aufstiegsrate aus dem
Grundwasser nimmt als kleinsten Wert annähernd die Null an und kann somit im Wertebereich als
sehr
gering
eingestuft werden.
Tabelle 12:
kapillare Aufstiegsrate in Brieskow:
Nassperiode (März 2004)
Horizont
Tiefe Code Bodenart Abstand kapillarer Aufstieg
in cm
in dm
mm/ Tag
aGro
98-119
Ld4
St2
0
> 5
aGor
119-130
Ld3
Sl4
0
> 5
Der Grundwasserpegel der Frühjahrsmessung (März 2004) lag im Mittel bei 1,5 dm unter Flur. Auf
Grund dieser hohen Grundwasserstände kann die kapillare Aufstiegsrate aus dem Grundwasser mit
sehr hoch
im Wertebereich eingestuft werden.
Nach dem Schema zur Ableitung der Grundwasserform nach SCHULZE (1996)kann für den Standort
Brieskow , welcher dem Qualmwasser der Oder unterliegt die Grundwasserform:
kurzzeitig stark
grundsumpfig
im Bewertungsschema zugeordnet werden.
Tabelle 13:
kapillare Aufstiegsrate im ,,Eichwald":
Trockenperiode (August 2003)
Horizont
Tiefe Code Bodenart Abstand kapillarer Aufstieg
in cm
in dm
mm/ Tag
aGro
91-110
Ld4
Lt2
8
0,3
aGor
110-160 Ld2
msfS
7
1,5
Der mittlere Grundwassertiefstand wurde in der Trockenperiode (August 2003) direkt an der
Profilgrube ermittelt und lag bei 1,80 m unter Flur. Den kleineren der ermittelten Werte beurteilend,
kann er in der Bewertungsskala mit
sehr gering
eingestuft werden.
Tabelle 14:
kapillare Aufstiegsrate im ,,Eichwald":
Nassperiode (März 2004)
Horizont
Tiefe Code Bodenart Abstand kapillarer Aufstieg
in cm
in dm
mm/ Tag
aGro
91-110
Ld4
Lt2
0
> 5
aGor
110-160 Ld2
msfS
0
> 5
23
In den Wintermonaten (Januar, Februar 2004) war der Eichwald in Frankfurt/ Oder vom Hochwasser
der Oder überflutet.
Die Grundwasserpegelstände der Frühjahrsmessung (März 2004) ergaben einen errechneten Mittelwert
von 0,8 dm unter Flur. In der Bewertungsskala ist die kapillare Aufstiegsrate aus dem Grundwasser
somit als
sehr hoch
einzustufen.
Ausgehend von der winterlichen Überflutung durch die Oder ergibt sich aus dem Schema zur
Ableitung der Grundwasserform nach SCHULZE (1996) die Grundwasserform:
kurzzeitig stark
überwässert
im Bewertungsschema.
4.1.6 Morphologie der Bodenprofile
Abbildung 7:
Profilgrube Brieskow:
+2cm
L/Of
schwach schluffiger Sand
-10cm
aAa-M
schwach toniger Lehm
-40cm
aM
schwach sandiger Lehm
-75cm
aGo
schwach sandiger
-119cm
aGro
Lehm
-
>130cm
aGor
schwach toniger
Sand
Bodentyp: Gley- VEGA mit mullartigem Moder
24
Abbildung 8:
Profilgrube ,,Eichwald":
+2cm
L/Of
schluffig
lehmiger Sand
-17cm
aAh-M
stark lehmiger Sand
-48cm
aM
mittel lehmiger Sand
-72cm
aGo-M
stark lehmiger Sand
-110cm
aGro
>160cm
aGor
feinsandiger Mittelsand
Bodentyp: Gley- VEGA mit mullartigem Moder
Die Ansprache der Böden erfolgt nach MITTEILUNGEN der DEUTSCHEN BODENKUNDLICHEN GESELLSCHAFT (Band
86) 1998
Horizontbezeichnungen (Symbole):
L
= Organischer Horizont aus Ansammlung von nicht und wenig zersetzter Pflanzensubstanz an der Bodenoberfläche; die
organische Substanz besteht zu <10 Vol.-% aus Feinsubstanz
O
= Organischer Horizont aus organischer Substanz über dem Mineralboden; die organische Substanz besteht i. d. R. zu >
10 Vol.-% aus Feinsubstanz; der Grenzwert zum Mineralboden liegt bei 70 Masse-% mineralischer Substanz
Of
= O-Horizont, in dem neben Pflanzenresten die organische Feinsubstanz deutlich hervortritt, ihr Anteil liegt i. d. R.
zwischen 10-70 Vol.-% der Summe von organischer Feinsubstanz und Sprossresten
a
= Auendynamik; kombinierbar mit A-,C-,G- und M- Horizonten
M
= Mineralbodenhorizont, entstanden aus fortlaufend sedimentierten holozänem Solummaterial i. d. R. mit einem
Mindestgehalt an organischer Substanz bei < 17 Masse-% Ton und < 50 Masse-% Schluff; bei < 17 Masse-% und > 50
Masse-% Schluff bzw. 17-45 Masse-% Ton
25
Aa
= Mineralischer Oberbodenhorizont mit 15-30 Masse-% organischer Substanz (anmoorig), unter Grundwasser- oder
Stauwassereinfluss an der Oberfläche entstanden
Ah
= Mineralischer Oberbodenhorizont mit bis zu 30 Masse-% akkumuliertem Humus, dessen Menge i. d. R. nach unten hin
abnimmt; Mindestgehalt an organischer Substanz bei < 17 Masse-% Ton und < Masse-% Schluff, bei 17 Masse-% Ton und
> Masse-% Schluff bzw. 17- 45 Masse-% Ton, bei > 45 Masse-% Ton
Go
= Mineralbodenhorizont mit Grundwassereinfluss, oxidiert, mit > 10 Flächen-% Rostflecken, besonders an
Aggregatoberflächen und im Grundwasserschwankungsbereich einschließlich Schwankungsbereich der Obergrenze des
geschlossenen Kapillarraumes entstanden
Gro
= Go- Horizont, teilweise reduziert, mit 5 10 Flächen-% Rostflecken
Gor
= G- Horizont mit reduzierenden Verhältnissen mit < 5 Flächen-% Rostflecken, nicht an Wurzelbahnen gebunden und
nass an über 300 Tagen im Jahr
4.1.6.1 Herleitung des Bodentyps
Die Böden der Untersuchungsgebiete werden in der Bodensystematik der Klasse der Auenböden
zugeordnet. In dieser Klasse werden Böden aus holozänen fluviatalen Sedimenten in Tälern von
Flüssen und Bächen zusammengefasst, die z. T. periodisch überflutet werden bzw. wurden. Sie
besitzen i. d. R. ein stark schwankendes Grundwasser, das im allgemeinen mit dem Flusswasserspiegel
in Verbindung steht. Die Schwankungsamplitude nimmt meist mit der Entfernung zum Fluss ab.
Eingedeichte Auenböden werden z. T. noch durch Druckwasser des Flusses überstaut.
Bei den ,,braunen Böden mit Auendynamik" werden Allochtone Vega und Autochtone Vega zur Vega
zusammengefasst, da sie meistens nicht einwandfrei unterschieden werden können (MITTEILUNGEN
der DEUTSCHEN BODENKUNDLICHEN GESELLSCHAFT Band 86; 1998).
Die Abgrenzung zwischen Auenböden und der Klasse: GLEYE besteht darin, dass GLEYE unter
nachhaltig höherstehendem Grundwasser (zeitweilig bis mindestens 4 dm unter Geländeoberfläche bei
geringen Schwankungsamplituden) entstanden sind. Bei der Klasse: AUENBÖDEN befindet sich
hingegen die Obergrenze des aG- Horizontes unterhalb 8 dm unter Geländeoberfläche.
Da bei beiden Profilgruben die Hydromorphiemerkmale zwischen 4-8 dm unter Geländeoberfläche
(vgl. Merkmale der Horizontabfolge) zu finden sind, können beide Böden nach MITTEILUNGEN der
DEUTSCHEN BODENKUNDLICHEN GESELLSCHAFT als Gley- VEGA klassifiziert werden.
Dabei handelt es sich um einen sog. ,,Subtyp" des Bodentypes: VEGA (Braunauenboden).
4.1.7 Standortsformengruppe
Bei dem Standortserkundungsverfahren für das Nordostdeutsche Tiefland werden definierte
Standortsformenkomponenten als räumliche Befundeinheit kartiert. Alle Komponenten werden unter
dem Aspekt der Gleichwertigkeit für das Waldwachstum zu Standortsformengruppen
zusammengefasst. Die Grundlage für die Zuordnung zu Standortsformengruppen ist die qualitative
Ansprache von Geländewasserhaushalt und Nährkraft auf der Basis von Bodenform (Substrat u.
Bodentyp), Relief, sowie Grund- bzw. Stauwassereinfluss. Die Standortsformengruppe kann als eine
forstökologische Auswerteeinheit angesehen werden, auf deren Grundlage Entscheidungen für den
praktischen Waldbau (Baumartenwahl) getroffen werden (RIEK, 2000).
26
4.1.7.1 Herleitung der Standortsformengruppe nach dem Nordostdeutschem
Erkundungsverfahren
Standort Brieskow:
Aufgrund der Disharmonie, d h. in Relation zur Basenversorgung und der Bodenacidität weite C/ N-
Verhältnisse (vgl. Kap. 4.2.3.3. Humusform), wird der Standort Brieskow nicht als
reich (R )
, was für
lehmreiche Auenböden mit hoher Basensättigung zutreffen würde eingestuft ,vielmehr wird er um eine
Stufe ärmer eingestuft und gilt somit als (
kräftiger)
K
-
Standort (RIEK, 2004 mdl. Mitteilung).
Nach der Einteilung der Standorte nach dem Wasserhaushalt kann der Standort Brieskow als
mineralischer
Grundwasserstandort (N)
ausgewiesen werden. Auf Grund des mittleren
Grundwasserhöchststandes im Frühjahr von 0,15m unter Flur (vgl. Kap. 4.1.5.2. Mittlere kap.
Aufstiegsrate) kann der Standort in der Wasserhaushaltsstufe als
grundnass (1)
eingestuft werden. Aus
diesen einzelnen Komponenten ergibt sich für Brieskow die Standortsformengruppe:
NK1- Standort
(SCHULZE, 1996).
Standort ,,Eichwald":
Aufgrund der Disharmonie, d h. in Relation zur Basenversorgung und der Bodenacidität weite C/ N-
Verhältnisse (vgl. Kap. 4.2.3.3. Humusform),wird auch der Standort ,,Eichwald" nicht als
reich (R )
,
was für lehmreiche Auenböden mit hoher Basensättigung zutreffen würde eingestuft ,vielmehr wird er
um eine Stufe ärmer eingestuft und gilt somit als (
kräftiger)
K- Standort (RIEK, 2004 mdl. Mitteilung).
Nach der Einteilung der Standorte nach dem Wasserhaushalt kann der Standort ,,Eichwald" als
Auenstandort (mineralisch bzw. organischer Überflutungsstandort, zeitweilig unter Wasser)
ausgewiesen werden. Aus diesen einzelnen Komponenten ergibt sich für den ,,Eichwald" die
Standortsformengruppe:
AK- Standort
(SCHULZE, 1996).
4.2 Laboraranalysen
4.2.1 Körnung:
Bei dem Transport und entsprechend bei der Sedimentation im Fluss findet eine von der
Strömungsgeschwindigkeit abhängige Korngrößensortierung statt. Der Charakter von Auensedimenten
wird entscheidend durch die Gesteins- und Bodeneigenschaften im Einzugsgebietes des Flusses
bestimmt. So finden wir im Bereich der Norddeutschen Sand- Landschaften sandige Auen vor.
Die Ablagerung von Auenlehmen über dem Ausgangssubstrat steht im Zusammenhang mit
Klimaänderungen und der Besiedlungsgeschichte. Seit der Umwandlung von Lößgebieten in
Ackerkultur (vor ca. 2500 Jahren) erodierte der Boden stark und die Flüsse transportierten die
Sedimente über sehr große Entfernungen (SCHEFFER & SCHACHTSCHABEL, 1998).
Als Bewertungsgrundlage für die Körnungen dient: AG BODEN (1996): Bodenkundliche Kartieranleitung, Arbeitsgemeinschaft
Boden Hannover
27
Tabelle 15:
Brieskow:
Horizont
Tiefe
frisch
trocken trocken / 100 Steine(2-6 mm) Bodenskelett
in cm
in g
Gewichts- %
aAa-M
0-10
933
652
69,84
4,75
0,73
aM
10-40
1419
1203
84,76
0,03
0,00
aGo
40-75
1524
1302
85,41
0,04
0,00
aGro
75-98
1575
1316
83,55
2,13
0,16
aGro
98-119
1448
1335
92,18
4,53
0,34
aGor
119-130
1703
1409
82,74
0,93
0,07
Tabelle 16:
,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
frisch
trocken trocken / 100 Steine(2-6 mm) Bodenskelett
in cm
in g
Gewichts- %
aAh-M
0-17
1135
811
71,44
0,9
0,11
aM
17-48
1490
1239
83,17
1,68
0,14
aGo-M
48-72
1625
1409
86,7
20,15
1,43
aGro
72-91
1613
1352
83,81
0,03
0,00
aGro
91-110
1708
1355
79,31
0,04
0,00
aGor
110-160
1692
1487
86,8
0,03
0,00
Nach der graduellen Abstufung der Skelettanteile der Bodentextur nach AG BODEN (1996) ergibt sich
aus den einzelnen Tiefenschichten jeweils ein Gewichts- % < 2. Da sich aus der Zusammensetzung des
Skelettanteils und der Skelettgröße Rückschlüsse auf die Fließgeschwindigkeit (je höher die
Skelettgröße, desto höher die Strömungsgeschwindigkeit) der Oder ziehen lassen, kann man davon
ausgehen, dass an der Stelle der Profilgruben die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses bei
Überflutung niedrig ist. Die Korngrößen der Skelettfraktion lassen sich in einem Bereich von 2-6 mm
einordnen und sind somit
sehr schwach kiesig
(Kurzzeichen:g´´).
Tabelle 17:
Korngrößenverteilung Brieskow:
Horizont
Tiefe
Sand
Schluff
Ton
Kurz-
Bodenart
in cm
in Gew.-%
zeichen
aAa-M
0-10
81
16
4
Su2
schwach schluffiger Sand
aM
10-40
33
42
25
Lt2
schwach toniger Lehm
aGo
40-75
39
43
18
Ls2
schwach sandiger Lehm
aGro
75-98
36
47
17
Ls2
schwach sandiger Lehm
aGro
98-119
89
6
5
St2
schwach toniger Sand
aGor
119-130
49
39
12
Sl4
stark lehmiger Sand
Der oberste Bereich der Profilgrube wird durch einen schwach schluffigen Sand gekennzeichnet.
In den darunter folgenden Schichten ist ein wesentlich höherer Schluff- und Tonanteil vorzufinden. So
finden sich dort im Bereich von 10 100 cm Tiefe schwach- tonige bis schwach- sandige Lehme,
welche noch bis 120 cm Tiefe von schwach tonigen Sanden unterlagert sind.
Als Ausgangssubstrat liegt ab 120 cm Tiefenschicht stark lehmiger Sand vor, der wieder hohe Schluff-
und Tonanteile aufweist.
Der abrupte Wechsel der Bodenart in einem Band von 105-115 cm Tiefe lässt auf veränderte
Ablagerungsbedingungen zur Zeit der Sedimentation schließen.
28
Tabelle 18:
Korngrößenverteilung ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
Sand
Schluff
Ton
Kurz-
Bodenart
in cm
in Gew.-%
zeichen
aAh-M
0-17
43
43
15
Slu
schluffig- lehmiger Sand
aM
17-48
49
35
15
Sl4
stark lehmiger Sand
aGo-M
48-72
61
27
10
Sl3
mittel lehmiger Sand
aGro
72-91
51
35
14
Sl4
stark lehmiger Sand
aGro
91-110
23
48
29
Lt2
schwach toniger Lehm
aGor
110-160
95
3
2
Msfs
feisandiger Mittelsand
Im ,,Eichwald" Frankfurt/ Oder sind die Tonanteile in den oberen Bereichen von 0-100 cm mit 10-15
Gew.-% relativ ähnlich. Hier liegen mittel lehmige bis stark lehmige Sande vor. Ab 100 cm
Tiefenschicht vollzieht sich ein Wechsel hin zu schwach tonigen Lehmen, die sich mit Tonanteilen von
29 Gew.- % und Sandanteilen von nur 23 Gew.- % deutlich von den oberen Schichten unterscheiden.
Ab 150 cm Tiefenschicht wechselt die Bodenart erneut. Das Ausgangssubstrat ist ein feinsandiger
Mittelsand.
4.2.2 Humusstatus
4.2.2.1 Humusgehalt im Mineralboden
Das meist schichtweise angelandete Solum- Material der einzelnen Tiefenschichten enthält mehr oder
weniger erodiertes Material der Ah- Horizonte. Es ist mit organischer Substanz durchsetzt und daher
meist biologisch aktiv (MÜCKENHAUSEN, 1993). Bei einem Mineralbodenhorizont des
Allochthonen Braunen Auenbodens definiert sich der Mindestgehalt an organischer Substanz bei den
vorliegenden Tongehalten < 17 % und Schluffgehalten < 50 % mit 0,6 Gew.- %, bzw. Tongehalten
>17 % mit 0,9 Gew.- % für den Humusanteil (KUNTZE et al., 1994).
Als Bewertungsschema des Humusstatus dient SCHULZE (1996): Anleitung für die forstliche Standortskartierung im
nordostdeutschen Tiefland- SEA95.
Tabelle 19:
Humusgehalte Brieskow:
Horizont
Tiefe in cm
Humus
in Gew.- %
L/Of
2
34,65
aAa-M
0-10
16,57
aM
10-40
2,67
aGo
40-75
1,02
aGro
75-98
1,19
aGro
98-119
0,16
aGor
119-130
0,43
Die Tiefenschicht 0-10 cm weist sehr hohe Humusanteile auf und kann somit als
anmoorig(h6)
im
Wertebereich eingestuft werden. Die Tiefenschicht 10-40 cm weist einen
mittel humosen (h3)
Zustand
auf. In der Tiefe von 40-98 cm ist der Humusanteil im Mineralboden als
schwach humos (h2)
einzustufen. In der Tiefenschicht 98-130 cm geht der Humusanteil im Mineralboden auf
sehr schwach
humos (h1)
im Wertebereich zurück.
29
Tabelle 20:
Humusgehalte ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe in cm
Humus
in Gew.- %
L/Of
2
37,07
aAh-M
0-17
11,35
aM
17-48
1,48
aGo-M
48-72
0,49
aGro
72-91
0,58
aGro
91-110
1,27
aGor
110-160
0,07
In der Tiefenschicht 0-17 cm findet sich ein deutlicher Humusanteil im Mineralboden. Er konnte im
Wertebereich als
sehr stark humos (h5)
eingestuft werden. In der darunter folgenden Schicht gehen die
Humusanteile stark zurück. Im Wertebereich lassen sie sich als schwach humos (h2) einordnen. In der
Tiefenschicht 48-91 cm geht der Humusanteil weiter zurück und lässt sich im Bereich als sehr schwach
humos (h1) ansprechen. In der Tiefe von 91-110 cm steigt er wieder leicht an
(h2).
In der letzten
beprobten Tiefenschicht, dem feinsandigen Mittelsand geht der Humusanteil wieder zurück und kann
im Wertebereich mit
nur stellenweise humos (h)
eingestuft werden.
4.2.2.2 Kohlenstoff-, Stickstoff-, Phosphorvorräte, sowie C/N- Verhältnis
Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt an Hand des BZE- Berichtes (WOLFF & RIEK, 1996). Er beinhaltet für alle bundesweit
ausgewerteten Daten die
prozentualen komulativen Häufigkeitsverteilungen (PKH).
Diese Form der Darstellung erlaubt die
unmittelbare Bestimmung des Medians (jeweils mind. 50% der Messungen einen Wert größer o. gleich bzw. kleiner o. gleich dem
Median) sowie die Darstellung beliebiger Perzentile. Diese geben einen Einblick in die Streuung der Merkmalswerte einer
Messgröße.
Tabelle 21:
Brieskow:
Horizont
Tiefe
Kohlenstoff
Stickstoff
C / N
in cm
%
Verhältnis
L
2
20,10
1,01
19,98
aAa-M
0-10
10,22
0,38
24,98
aM
10-40
1,55
0,13
11,51
aGo
40-75
0,59
0,05
11,85
aGro
75-98
0,69
-*
-*
aGro
98-119
0,09
-*
-*
aGor
119-130
0,25
-*
-*
(-*= Werte nicht interpretierbar)
Der Vorrat an Stickstoff ist in der Tiefenschicht 0-10 cm
sehr gering
einzustufen. In der Tiefenschicht
10-40 cm steigen die Vorräte leicht an und sind im Wertebereich als
gering
einzuordnen.
Der Kohlenstoff- Vorrat lässt sich in der Tiefenschicht 0-40 cm im Wertebereich als
gering
einstufen.
Die darunter liegenden Schichten sind als
sehr gering
einzustufen.
Das C / N-Verhältnis im Humus als Hinweis für biologische Aktivität und Stoffumsetzung liegt in der
Tiefenschicht 0-10 cm im
mäßig weiten
bis
weiten
Wertebereich. In der darunter liegenden
Tiefenschicht 10-75 cm ist das Verhältnis als
eng
in der Bewertungsskala einzustufen und somit als
günstig einzuschätzen (BZE, 1996).
30
Tabelle 22:
,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
Kohlenstoff
Stickstoff
C / N
in cm
%
Verhältnis
L/Of
2
21,50
1,07
20,09
aAh-M
0-17
6,59
0,36
18,55
aM
17-48
0,86
0,08
11,42
aGo-M
48-72
0,28
0,02
12,58
aGro
72-91
0,34
-*
-*
aGro
91-110
0,74
-*
-*
aGor
110-160
0,04
-*
-*
(-*= Werte nicht interpretierbar)
Der Stickstoff- Vorrat ist in der Tiefenschicht 0- 48 cm als
gering
einzustufen. Ab der Tiefenschicht
48- 160 cm fallen die Vorräte auf ein
sehr geringes
Niveau ab.
Der Vorrat an Kohlenstoff ist in der Tiefenschicht 0-17 cm im Wertebereich als
gering
mit einer
Tendenz zu
mittel
zu bewerten. Ab der Tiefenschicht 17-72 cm fallen die Kohlenstoff- Vorräte auf ein
sehr geringes
Niveau ab.
Der Phosphor- Vorrat ist auf der gesamten Fläche im Wertebereich als
sehr gering
einzustufen.
Das C / N-Verhältnis im Humus als Hinweis für biologische Aktivität und Stoffumsetzung befindet
sich in der Tiefenschicht 0-17 cm im
mittleren
Wertebereich. In der darunter liegenden Tiefenschicht
kann der ermittelte Wert als
eng
und somit günstig eingeordnet werden (BZE, 1996).
4.2.2.3 Humusform
Die Humusform ist ein Ausdruck der aktuellen Oberbodenfruchtbarkeit. Sie kann durch menschliche
Einflussnahme in relativ kurzen Zeiträumen stark verändert werden. Sie wird daher als
Zustandseigenschaft bezeichnet. Zur Charakterisierung und Differenzierung der aktuellen Humusform
(NO-dt. Erkundungsverfahren) werden laboranalytische Parameter (pH, Basensättigung, C/N) zur
Auswertung der Ergebnisse beurteilt (RIEK, 2000).
Tabelle 23:
Humusform in Brieskow:
Horizont
Tiefe
C/N
BS
pH
in cm
%
KCl
aAa-M
0-10
20*
100
7,38
(*= bezieht sich auf die L/Of Schicht)
Die Werte für BS und pH liegen im Bereich der Humusform
Mull
, während dass
mäßig weite
C/N-
KCl
Verhältnis auf Grund der erhöhten Stickstoffeinträge hingegen auf die Humusform
rohhumusartiger
Moder
schließen lässt. Es lässt sich hier eine Disharmonie zwischen Stickstoff- und Säure- Basenstufe
feststellen. Nach SCHULZE (1996) zu Nährkraftstufen bei Disharmonie ist aus dem Ableitungsschema
die Humusform
sehr basenreicher und hoch gesättigter mullartiger Moder
mit drei Stufen
Abweichung über der natürlichen Form abzuleiten.
Tabelle 24:
Humusform im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
C/N
BS
pH
in cm
%
KCl
aAh-M
0-17
20*
100
5,20
(*= bezieht sich auf die L/Of Schicht)
31
Die Werte BS und pH liegen im Bereich der Humusform
Mull
. Das
mittlere
C/N- Verhältnis ordnet
KCl
sich hingegen in der Humusform des
Moders
ein. Es lässt sich auch hier eine Disharmonie zwischen
Stickstoff- und Säure- Basenstufe feststellen. Nach SCHULZE (1996) zu Nährkraftstufen bei
Disharmonie ist aus dem Ableitungsschema die Humusform
sehr basenreicher und hoch gesättigter
mullartiger Moder
mit drei Stufen Abweichung über der natürlichen Form abzuleiten.
4.2.3 Bodenacidität und Karbonatgehalt
Der pH- Wert lässt Aussagen über die effektive Kationenaustauschkapazität und die relative
Verfügbarkeit von Nährelementen zu. Außerdem steuert er wichtige Bodenprozesse wie z B. die
Verwitterungsintensität, Tonverlagerung und die biologische Aktivität ( RIEK, 2000).
Da die Gegebenheiten in KCl eher der natürlichen Bodenlösung mit ihrem Ionengehalt entsprechen,
wird bei den Ergebnissen vornehmlich mit diesen ermittelten Werten gearbeitet. Durch Austausch mit
den Kationen eines Salzes gelangt ein Teil der am Sorptionskomplex haftenden H- und Al- Ionen in
die Bodenlösung, wodurch sich ein tieferer pH- Wert als in Wasser ergibt (KOJ 2004).
4.2.3.1 pH- Wert (KCL)und Säurebelastungsrisiko
Tabelle 25:
Brieskow:
Horizont
Tiefe
pH- Wert
in cm
H2O
KCl
NH4Cl
L/Of
2
6,83
6,51
aAa-M
0-10
7,8
7,38
7,31
aM
10-40
7,81
7,14
6,98
aGo
40-75
7,08
6,49
5,94
aGro
75-98
7
6,49
6,16
aGro
98-119
6,84
6,51
5,96
aGor
119-130
7,12
6,7
6,22
Die Azidität ( KCl) in der Auflageschicht ist als
schwach sauer
in der Reaktion einzustufen. Die
Tiefenschicht 0-40 cm befindet sich im
schwach alkalischem
Reaktionsbereich.. Ab der Tiefenschicht
40-130 cm lässt sich die Reaktionsbezeichnung des Bodens als
schwach sauer
einstufen. Der gesamte
Boden befindet sich hier im
Carbonat
- Pufferbereich (BZE, 1996).
Das Säurebelastungsrisiko für mittlere und anspruchsvolle Pflanzengesellschaften (AK
STANDORTSKARTIERUNG 1996) ist für das untersuchte Bodenprofil als
minimal
einzustufen.
Tabelle 26:
,,Eichwald":
5
Horizont
Tiefe
pH- Wert
pH- Wert
pH- Wert
in cm
H2O
KCl
NH4Cl
L/Of
2
5,58
5,33
aAh-M
0-17
5,82
5,2
5,21
aM
17-48
5,97
5,29
5,2
aGo-M
48-72
6,4
5,86
5,58
aGro
72-91
6,65
6,02
5,78
aGro
91-110
6,98
6,19
5,7
aGor
110-160
7,03
6,49
5,77
Die Azidität (KCl) in der Auflageschicht ist als
mäßig sauer
einzustufen. Auch in den darunter
folgenden Tiefenschichten 10-70 cm ordnet sich die Bodenreaktion im
mäßig sauren
Wertebereich ein.
32
Ab der Tiefenschicht 90 cm bis zum Ausgangssubstrat steigt der Aziditätswert leicht an und siedelt
sich im Bereich
schwach sauer
an (BZE, 1996).
Die sandige Schicht des Ausgangssubstrates weist eine deutlich mildere Azidität auf, was auf den
Einfluss des hier leicht eindringenden kalkreichen Grundwassers zurückgeführt werden kann. In der
Tiefenschicht 0-110 cm befindet sich der Boden im Silikat- Pufferbereich. Ab der Tiefe von 110 cm
steigt der Wertebereich an und liegt hier im
Carbonat-
Pufferbereich (BZE, 1996).
Das Säurebelastungsrisiko für mittlere und anspruchsvolle Pflanzengesellschaften nach AK
STANDORTSKARTIERUNG (1996) ist für das untersuchte Bodenprofil als
minimal
einzustufen.
4.2.3.2 Carbonat- Gehalt
Tabelle 27:
Brieskow:
Horizont
Tiefe
CaCO
3
in cm
in Gew.-%
aAa-M
0-10
5,12
aM
10-40
-*
aGo
40-75
-*
aGro
75-98
-
aGro
98-119
-*
aGor
119-130
-*
(*=karbonatfrei)
In der Tiefenschicht von 0-10 cm konnte Carbonat nachgewiesen werden. Dieser Carbonat- Gehalt
wird als
mäßig
im Wertebereich der BZE (1996) eingestuft.
Im ,,Eichwald" kann an Hand der Laboruntersuchungen kein Carbonat nachgewiesen werden.
4.2.4 Kationenaustauschverhältnisse
Die
Kationenaustauschkapazität
erfasst die Summe aller an Humus und Tonminerale gebundene
Kationen. Dabei unterscheidet man sog. saure Kationen mit den Elementen: Al+++, Fe++, Mn++, H+ und
sog. basisch wirkende Kationen mit den Elementen: Ca++, Mg++,K+, Na+ (RIEK, 2000). Die Summe der
basisch wirkenden Metallkationen wird als
Basensättigung
ausgedrückt. Je höher hierbei der Anteil der
Anteil der
Basensättigung (BS)
der Bodenaustauscher ist, desto geringer ist der mit den Säurebildnern
H+, Al+++ belegte und die potentielle Bodenazidität bestimmende Teil bestimmende Teil (KUNTZE et
al., 1994). Auf der Grundlage von AKeff und BS lässt sich horizontweise der Gehalt an austauschbaren
basisch wirkenden Kationen, der sog.
S- Wert
berechnen. Die Summe der
S- Werte
aller Horizonte im
Hauptwurzelraum kann als Näherungsmaß der pflanzenverfügbaren Nährstoffe verwendet werden
(RIEK, 2000).
Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt an Hand des BZE- Berichtes (WOLFF & RIEK, 1996). Er beinhaltet für alle bundesweit
ausgewerteten Daten die
prozentualen komulativen Häufigkeitsverteilungen (PKH).
Diese Form der Darstellung erlaubt die
unmittelbare Bestimmung des Medians (jeweils mind. 50% der Messungen einen Wert größer o. gleich bzw. kleiner o. gleich dem
Median) sowie die Darstellung beliebiger Perzentile. Diese geben einen Einblick in die Streuung der Merkmalswerte einer
Messgröße.
33
4.2.4.1 Effektive Kationenaustauschkapazität (mmolc/100g), Sättigungsgrad der Elemente (%)
sowie S- Wert Berechnung(molc/m²)
Tabelle 28:
Kationenaustauschkapazität eff
( mmolc/100g)
in Brieskow:
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
in cm
mmolc/kg
aAa-M
0-10
17,24
1,88
0,23
0,11
aM
10-40
19,76
2,47
0,16
0,11
aGo
40-75
9,47
1,78
0,15
0,14
aGro
75-98
14,24
2,48
0,16
0,51
aGro
98-119
2,76
0,51
0,03
0,1
aGor
119-130
10,02
1,87
0,11
0,55
Horizont
Tiefe
Al
Fe
Mn
KAK eff
in cm
mmolc/kg
aAa-M
0-10
0,01
0
0
19,47
aM
10-40
0,01
0
0
22,52
aGo
40-75
0
0
0,01
11,54
aGro
75-98
0,01
0
0
17,4
aGro
98-119
0
0
0
3,41
aGor
119-130
0
0
0
12,55
Abbildung 9:
Brieskow:
Kationenaustauschkapazität
Kationen
0-10
10-40
40-75
75-98
Tiefe in cm
98-119
119-130
0
5
10
15
20
25
30
mmolc/kg
Tabelle29:
Sättigungsgrad der Elemente
(%)
in Brieskow :
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
BS
cm
Sättigung %
aAa-M
0-10
89
9,6
1,2
0,6
100
aM
10-40
88
11
0,7
0,5
100
aGo
40-75
82
15,4
1,3
1,2
100
aGro
75-98
82
14,3
0,9
2,9
100
aGro
98-119
81
15
0,9
2,9
100
aGor
119-130
80
14,9
0,9
4,4
100
Die Basensättigung ist auf Grund der hohen Ca- Vorräte im Wertebereich mit
sehr hoch
(BZE, 1996)
einzustufen.
34
Abbildung 10:
Brieskow:
Austauscherbelegung
Ca
Mg
K
Na
0-10
10-40
40-75
75-98
Tiefe in cm
98-119
119-130
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
%
Tabelle 30:
S- Wert Berechnung
(molc/m²)
in Brieskow:
Horizont
Tiefe
S- Wert
TRD
Horizont
S- Wert
in cm
cmolc/kg
g/cm³
dm
molc/m²
aAa-M
0-10
19,47
0,65
1
12,7
aM
10-40
22,52
1,2
3
81,1
aGo
40-75
11,54
1,3
3,5
52,5
aGro
75-98
17,4
1,32
2,3
52,8
aGro
98-119
3,41
1,34
2,1
9,6
aGor
119-130
12,55
1,41
1,1
19,5
Im Hauptwurzelraum, d h. bis zu einer Tiefe von 1 m kann der ermittelte
S- Wert
als Maß der
pflanzenverfügbaren Nährstoffe im Wertebereich als
sehr hoch
eingestuft werden (RIEK, 2000).
Tabelle 31:
Kationenaustauschkapazität eff
( mmolc/100g)
im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
in cm
mmolc/kg
aAh-M
0-17
14,45
2,17
0,24
0,22
aM
17-48
8,35
1,2
0,08
0,2
aGo-M
48-72
5,37
0,8
0,07
0,13
aGro
72-91
7,66
1,14
0,1
0,18
aGro
91-110
23,08
3,34
0,28
0,53
aGor
110-160
1,77
0,31
0,03
0,07
Horizont
Tiefe
Al
Fe
Mn
KAK eff
in cm
mmolc/kg
mmolc/kg mmolc/kg mmolc/kg
aAh-M
0-17
0,01
-
0,12
17,2
aM
17-48
0,01
-
0,03
9,86
aGo-M
48-72
0
-
0,01
6,38
aGro
72-91
0
-
0
9,08
aGro
91-110
0,01
-
0
27,24
aGor
110-160
0
-
0
2,18
35
Abbildung 11:
,,Eichwald":
K a tio n e n a u sta u sch ka p a z itä t
K a tione n
0 -1 7
1 7 -4 8
4 8 -7 2
7 2 -9 1
Tiefe in cm
9 1 -1 1 0
1 1 0 -1 6 0
0
5
1 0
1 5
2 0
2 5
3 0
m m o lc/kg
Tabelle 32
:Sättigungsgrad der Elemente
(%)
im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
BS
cm
Sättigung %
aAh-M
0-17
84
12,6
1,4
1,3
99
aM
17-48
85
12,1
0,8
2,1
100
aGo-M
48-72
84
12,6
1
2
100
aGro
72-91
84
12,5
1
2
100
aGro
91-110
85
12,3
1
2
100
aGor
110-160
81
14,3
1,4
3
100
Die Basensättigung ist auf Grund der hohen Ca- Vorräte im Wertebereich mit
sehr hoch
(BZE, 1996)
einzustufen.
Abbildung 12:
Eichwald":
Austauscherbelegung
Ca
Mg
K
Na
0-17
17-48
48-72
72-91
Tiefe in cm
91-110
110-160
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
%
36
Tabelle 33:
S- Wert Berechnung (
molc/m
) im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
S- Wert
TRD
Horizont
S- Wert
in cm
cmolc/kg
g/cm³
dm
molc/m²
aAh-M
0-17
17,2
0,81
1,7
23,7
aM
17-48
9,86
1,24
3,1
37,9
aGo-M
48-72
6,38
1,41
2,4
21,6
aGro
72-91
9,08
1,35
1,9
23,3
aGro
91-110
27,24
1,36
1,9
70,4
aGor
110-160
2,18
1,49
5
16,2
Im Hauptwurzelraum, d h. bis zu einer Tiefe von 1 m kann der ermittelte S- Wert als Maß der
pflanzenverfügbaren Nährstoffe im Wertebereich als
sehr hoch
eingestuft werden (RIEK, 2000).
4.2.4.2 Austauschbare Elemente (µg/g) und Elementvorräte (kg/ha)
Der Boden ist Träger und Vermittler von Nährstoffen für Pflanzen und Mikroorganismen. Neben
Wasser und Kohlendioxid sind auch Ionen für die Pflanzenernährung erforderlich (KUNTZE et al.,
1994).In der laboranalytischen Untersuchung wurden die Hauptnährelemente: K, Ca, Mg, S, Na; P und
N, sowie die Spurenelemente:, Fe, Mn, B sowie ermittelt.
Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt an Hand des BZE- Berichtes (WOLFF & RIEK, 1996). Er beinhaltet für alle bundesweit
ausgewerteten Daten die
prozentualen komulativen Häufigkeitsverteilungen (PKH).
Diese Form der Darstellung erlaubt die
unmittelbare Bestimmung des Medians (jeweils mind. 50% der Messungen einen Wert größer o. gleich bzw. kleiner o. gleich dem
Median) sowie die Darstellung beliebiger Perzentile. Diese geben einen Einblick in die Streuung der Merkmalswerte einer
Messgröße.
Tabelle 34:
Austauschbare Elemente
(µg/g)
in Brieskow:
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
Al
Fe
in cm
µg/g
aAa-M
0-10
3455 228,1
88,84
25,41
0,968
-*
aM
10-40
3960 300,8
62,77
26,01
0,7595
-*
aGo
40-75
1898
216
57,84
33,14
-*
-*
aGro
75-98
2854 301,7
61,67
117,4
0,6007
-*
aGro
98-119
553,6 62,26
11,79
22,92
-*
-*
aGor
119-130 2008
227
42,14
126,5
-*
-*
Horizont
Tiefe
S
B
P
N
C
in cm
µg/g
aAa-M
0-10
42,28
5,433
1,947
3847,1 96100
aM
10-40
15,46
3,812
0,9229
1346
15490
aGo
40-75
20,57
2,413
0,2385
501,2
5939
aGro
75-98
97,39
3,042
0,4198
528,4
6927
aGro
98-119 19,32
1,064
0,313
72,1
949,2
aGor
119-130 199,7
2,166
0,5428
195,7
2484
Tabelle 35:
Elementvorräte
(Kg/ha)
in Brieskow:
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
Al
Fe
Mn
in cm
Kg/ha
aAa-M
0-10
2236,25
147,64
57,5
16,45
0,63
-*
0,75
aM
10-40
14291,28 1085,56 226,53
93,87
2,74
-*
1,55
aGo
40-75
8648,92
984,28
263,57 151,01
-*
-*
6,7
aGro
75-98
8624,51
911,71
186,36 354,77
1,82
-*
1,59
aGro
98-119
1546,75
173,95
32,94
64,04
-*
-*
1,11
aGor
119-130 3110,15
351,6
65,27
195,93
-*
-*
1,04
(-*=Nachweisgrenze < 0,050)
37
Horizont
Tiefe
S
B
P
N
C
in cm
Kg/ha
aAa-M
0-10
27,37
3,52
1,26 2490,02 62200,73
aM
10-40
55,79
13,76 3,33 4857,59 55902,02
aGo
40-75
93,73
11
1,09
2283,9
27063,19
aGro
75-98
294,3
9,19
1,27 1596,77 20932,71
aGro
98-119
53,98
2,97
0,87
201,45
2652,05
aGor
119-130 309,31
3,35
0,84
303,12
3847,41
Der Kalium-Vorrat ist in der Tiefenschicht 010 cm (Ah- Horizont) und in der Tiefenschicht 98-130
cm (Gr- Horizont) als
sehr gering
einzustufen. In der Bewertung als
gering
lassen sich sich die
Tiefenschicht von 10-98 cm (Bv- Go Gor- Horizonte) einordnen (BZE, 1996).
Der Calcium- Vorrat ist im gesamten Profil als
hoch
bzw. in der Tiefenschicht 10-98 cm (Bv- Go
Gor- Horizonte)als sehr hoch im Wertebereich einzuordnen (BZE, 1996).
Der Vorrat an Magnesium ist in der Tiefenschicht 0-10 cm als
mäßig
zu bewerten. In der Tiefenschicht
10-98 cm lassen sich die Vorräte als
hoch
zu bewerten. Im unteren Bereich der Bodengrube sinken die
Werte wieder ab und lassen sich als
mäßig
bis
mittel
einstufen (BZE, 1996).
Der Mangan-, Aluminium-, Eisen- Vorrat ist in der gesamten Profilgrube im Wertebereich als
sehr
gering
einzustufen (BZE, 1996).
Tabelle 36:
Austauschbare Elemente
(µg/g)
im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
Ca
Mg
K
Na
Al
Fe
in cm
µg/g
aAh-M
0-17
2895 263,4
94,95
50
0,8529
-*
aM
17-48
1673 145,6
30,47
46,55
0,7875
-*
aGo-M
48-72
1077 97,55
26,03
29,92
-*
-*
aGro
72-91
1536
138
37,16
41,99
-*
-*
aGro
91-110
4625 406,2
109,8
122,2
0,6817
-*
aGor
110-160
355
37,8
11,58
15,22
-*
-*
(-*=Nachweisgrenze < 0,050)
Tabelle 36:
Austauschbare Elemente
(µg/g)
im ,,Eichwald":
Horizont
Tiefe
S
B
P
N
C
in cm
µg/g
aAh-M
0-17
23,85
1,434
3,247
3550
65850
aM
17-48
30,82 0,7423 0,3136
753,4
8605
aGo-M
48-72
15,8
0,5557 0,1986
224,3
2822
aGro
72-91
32,39 0,5667 0,2881
273,9
3359
aGro
91-110 37,33 0,8444 0,5486
680,8
7359
aGor
110-160 14,96 0,5331 0,4181
35,7
412,5
Tabelle 37:
Elementvorräte
(Kg/ha)
im ,,Eichwald":
Horizont Tiefe
Ca
Mg
K
Na
Al
Fe
Mn
in cm
Kg/ha
aAh-M
0-17
3986,91
362,75
130,76
68,86
1,17
-*
44,03
aM
17-48
6417,11
558,48
116,87 178,55
3,02
-*
26,68
aGo-M
48-72
3589,9
325,16
86,76
99,73
-*
-*
6,36
aGro
72-91
3945,59
354,49
95,45
107,86
-*
-*
3,03
aGro
91-110
11906,71 1045,73 282,67 314,59
1,75
-*
2,04
aGor
110-160
2639,37
281,04
86,1
113,16
-*
-*
2,26
(-*=Nachweisgrenze < 0,050)
38
Horizont
Tiefe
S
B
P
N
C
in cm
Kg/ha
aAh-M
0-17
32,85
1,97
4,47 4888,95 90686,64
aM
17-48
118,22
2,85
1,2
2889,81 33006,13
aGo-M
48-72
52,67
1,85
0,66
747,65
9406,4
aGro
72-91
83,2
1,46
0,74
703,58
8628,41
aGro
91-110
96,1
2,17
1,41 1752,67 18945,19
aGor
110-160 111,23
3,96
3,11
265,42
3066,88
Der Vorrat an Kalium ist als
sehr gering
einzustufen. Lediglich in der Tiefenschicht 91- 110 cm lassen
sich die Vorräte in dem Bewertungsrahmen der BZE als
gering
einstufen (BZE, 1996).
Der Vorrat an Calcium ist in der Tiefenschicht 0-91 und 110-160 cm als
hoch
im Wertebereich
einzuordnen. In der Tiefenschicht 91-110 cm sind die Vorräte als
sehr hoch
einzustufen (BZE, 1996).
Der Magnesium- Vorrat ist als
mittel
zu bewerten. Lediglich in der Tiefenschicht 91-110 cm steigen
die Vorräte an und lassen sich im Wertebereich (BZE, 1996) mit
hoch
einstufen.
Die Mangan- Vorräte fallen in der Tiefenschicht 0-48 cm
gering
bis
mäßig
aus. Ab