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Nachrichtenfaktoren in Fernsehnachrichten - Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell

Diploma Thesis, 2008, 145 Pages
Author: Anne Rasche
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2008
Pages: 145
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 30  Entries
Language: German
Archive No.: V111950
ISBN (E-book): 978-3-640-18579-5
ISBN (Book): 978-3-640-21837-0
File size: 560 KB

Abstract

Journalisten sind jeden Tag mit einem großen Problem konfrontiert: Aus einer Flut von Nachrichten, allein der dpa-Basisdienst umfasst rund 750 Meldungen täglich , müssen sie diejenigen auswählen, die sie in ihrem Medium veröffentlichen wollen. Doch nach welchen Kriterien sollen sie entscheiden? Die Medienwissenschaft hat drei Erklärungsansätze entwickelt nach denen Journalisten Nachrichten aussuchen: Die News-Bias-Forschung, den Gatekeeper-Ansatz und die Theorie der Nachrichtenfaktoren. Nachrichtenfaktoren sind das Thema dieser Diplomarbeit. Hierzu wird zunächst im deskriptiven Teil der Arbeit die Geschichte der Theorie anhand ihrer wichtigsten Vertreter dargestellt, um eine wissenschaftliche Basis für die selber erstellten Nachrichtenfaktoren der Analyse zu haben. Der deskriptive Teil umfasst des Weiteren die Darstellung der in der Erhebung zu analysierenden Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell. Es wird die Entstehung und Entwicklung, sowie das Profil der Sendungen vorgestellt. Das Profil nimmt dabei eine zentrale Stellung ein, denn es bestimmt, ob der Nachrichtenstil boulevardlastig oder sachlich orientiert ist. Die Hypothese dieser Diplomarbeit lautet, dass der Nachrichtenstil sich in den Nachrichtenfaktoren der Sendungen niederschlägt. Es ist zu erwarten, dass Elemente des Boulevardstils wie „Personalisierung, Dramatisierung und Emotionalisierung“ , deren Nachrichtenfaktoren Personalisierung und Bildliche Emotionen sind, bei RTL aktuell höhere Werte aufweisen. Zudem ist zu erwarten, dass Verbraucherthemen, die in dieser Arbeit mit dem neuen Faktor Service gemessen werden, bei RTL aktuell höher sind, da RTL laut Sendungsprofil Wert darauf legt, dass Zuschauer aus der Sendung Nutzen ziehen können. Der Tagesschau ist die Relevanz für den Zuschauer wichtig, so dass bei den Politik- und Wirtschaftsnachrichten eine große Reichweite zu erwarten ist. Um die Hypothese zu überprüfen, ist an den deskriptiven der analytische Teil der Diplomarbeit angeschlossen. Das Untersuchungsdesign sieht vor, die Nachrichtenfaktoren von Tagesschau und RTL aktuell anhand einer Inhaltsanalyse zu analysieren.


Excerpt (computer-generated)

Eberhard Karls Universität Tübingen

Medienwissenschaft/Medienpraxis

Diplomarbeit
Wintersemester 2007/08

Nachrichtenfaktoren in Fernsehnachrichten
Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell

Anne-Kathrin Rasche

 


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Themenverteilung in der Tagesschau in der Stichprobenwoche 62
Abbildung 2 Einfluss in der Themenübersicht von RTL aktuell in der Stichprobenwoche 67
Abbildung 3 Prominenz in der Themenübersicht von RTL aktuell in der Stichprobenwoche.68
Abbildung 4 Personalisierung in der Themenübersicht von RTL aktuell in der Stichprobenwoche 69
Abbildung 5 Emotionen in der Themenübersicht bei RTL aktuell in der Stichprobenwoche..71
Abbildung 6: Ortstatus im Themenkomplex nationale Politik 74
Abbildung 7 Einfluss im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche 76
Abbildung 8 Prominenz im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche 77
Abbildung 9 Personalisierung im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche 78
Abbildung 10 Reichweite im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche 79
Abbildung 11 Service im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche 80
Abbildung 12: Bildliche Emotionen im Themenkomplex nationale Politik 82
Abbildung 13: Status der Ereignisnation im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 83
Abbildung 14 Einfluss im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche...87
Abbildung 15 Prominenz im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 87
Abbildung 16 Personalisierung im Themenkomplex internationale Personalisierung in der Stichprobenwoche 88
Abbildung 17 Reichweite im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 89
Abbildung 18 Schaden im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 90
Abbildung 19 Kontroverse im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 91
Abbildung 20 Aggression im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 92
Abbildung 21Bildliche Emotionen im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche 93

2

 


Abbildung 22 Ortstatus im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 95

Abbildung 23Einfluss im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 96

Abbildung 24 Prominenz im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 97

Abbildung 25 Personalisierung im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 97

Abbildung 26 Reichweite im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 98

Abbildung 27 Service im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 99

Abbildung 28 Kontroverse im Themengebiet Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 100

Abbildung 29 Bildliche Emotionen im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche 101

Abbildung 30 Ereignisnation im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 102

Abbildung 31: Einfluss im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 105

Abbildung 32 Prominenz im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 106

Abbildung 33 Personalisierung im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 106

Abbildung 34 Überraschung im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 108

Abbildung 35 Schaden im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 109

Abbildung 36 Bildliche Emotionen im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche 110

Abbildung 37 Prominenz im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 113

Abbildung 38 Personalisierung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 114

Abbildung 39 Reichweite im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 115

3

 


Abbildung 40 Überraschung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 115

Abbildung 41 Service Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 116

Abbildung 42 Bildliche Emotion im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 118

Abbildung 43 Ereignisnation im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 119

Abbildung 44 Ortstatus Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 121

Abbildung 45 Einfluss im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 122

Abbildung 46 Prominenz im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 123

Abbildung 47 Personalisierung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 123

Abbildung 48 Überraschung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche 125

Abbildung 49 Schaden im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche ..126

Abbildung 50 Einfluss im Themenkomplex Service national in der Stichprobenwoche 129

Abbildung 51 Überraschung im Themenkomplex Service national in der Stichprobenwoche 130

Abbildung 52 Emotionen im Themenkomplex Service national in der Stichprobenwoche 132

4

 


Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis 5
Einleitung 7
1 Die Anfänge der Nachrichtenwerttheorie 9
1.1 Die amerikanische Tradition 9
1.2 Die Wegbereiter in Europa 11
1.2.1 Östgaard 11
1.2.2 Galtung und Ruge 13
1.2.3 Ein neuer methodischer Ansatz: Karl Erik Rosengren 17
1.2.4 Winfried Schulz: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien 19
1.2.5 Das Finalmodell von Joachim Friedrich Staab 24
1.2.6 Georg Ruhrmann: Der Wert von Nachrichten im deutschen Fernsehen . 28
1.2.7 Nachrichtenfaktoren in journalistischen Handbüchern 36
1.2.8 Diskussion der Nachrichtenfaktoren 37
2 Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell 40
2.1 Die Entwicklung der Tagesschau 40
2.2. Das Programmprofil der Tagesschau 43
2.3 Die Entwicklung von RTL aktuell 44
2.3.1 Die Entwicklung von RTL aktuell bis 1992 44
2.3.2 Die Entwicklung von RTL aktuell bis 2007 47
3 Untersuchungsdesign der Diplomarbeit 50
3.1 Die Nachrichtenfaktoren dieser Arbeit 51
3.2 Ereignisse in der Woche der Stichprobe 57
4 Die Nachrichtenfaktoren in der Tagesschau und RTL aktuell 62
4.1 Allgemeine Angaben zur Themenverteilung 62
4.2 Die Themenübersicht 65
4.3 Teaser 71
4.4 NiFs und Sprechermeldungen 72
4.5 Schalten, Verweise und Kommentare 72
5 Der Vergleich der Nachrichtenfaktoren bei den verschiedenen
Themenkomplexen 74

5

 


5.1 Der Vergleich des Themenkomplexes ,,Politik national" bei Tagesschau und RTL aktuell 74

5.2 Der Vergleich des Themenkomplexes ,,Politik international" bei Tagesschau und RTL aktuell 83

5.3 Nachrichtenfaktoren in Gesellschaft national 95

5.4 Nachrichtenfaktoren in Gesellschaft international 102

5.5 Nachrichtenfaktoren in soft news national 112

5.6 Nachrichtenfaktoren in soft news international 119

5.7 Nachrichtenfaktoren in Service national 128

Fazit 133

Literatur 136

Anhang 139

6

 


Einleitung

Journalisten sind jeden Tag mit einem großen Problem konfrontiert: Aus einer Flut von Nachrichten, allein der dpa-Basisdienst umfasst rund 750 Meldungen täglich1, müssen sie diejenigen auswählen, die sie in ihrem Medium veröffentlichen wollen. Doch nach welchen Kriterien sollen sie entscheiden?

Die Medienwissenschaft hat drei Erklärungsansätze entwickelt nach denen Journalisten Nachrichten aussuchen: Die News-Bias-Forschung, den Gatekeeper-Ansatz und die Theorie der Nachrichtenfaktoren. Die News-Bias-Forschung sieht den Journalisten als Werkzeug, der Nachrichten danach auswählt, ob sie seiner oder der politischen Überzeugung der Redaktion entsprechen. Im Gatekeeper-Ansatz ist der Journalist der Schleusenwärter, der Nachrichten nach subjektiven Gesichtspunkten durchlässt, sprich veröffentlicht. Der dritte und letzte Ansatz ist die Nachrichtenwerttheorie. Diese Theorie geht davon aus, dass Nachrichten klar bestimmbare Merkmale, die Nachrichtenfaktoren, besitzen, anhand derer Journalisten Nachrichten veröffentlichen. Dabei gilt, je mehr Nachrichtenfaktoren eine Nachricht auf sich vereinigt, desto größer die Chance, dass die Nachricht von einem Medium publiziert wird.2

Nachrichtenfaktoren sind das Thema dieser Diplomarbeit. Hierzu wird zunächst im deskriptiven Teil der Arbeit die Geschichte der Theorie anhand ihrer wichtigsten Vertreter dargestellt, um eine wissenschaftliche Basis für die selber erstellten Nachrichtenfaktoren der Analyse zu haben.

Der deskriptive Teil umfasst des Weiteren die Darstellung der in der Erhebung zu analysierenden Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell. Es wird die Entstehung und Entwicklung, sowie das Profil der Sendungen vorgestellt. Das Profil nimmt dabei eine zentrale Stellung ein, denn es bestimmt, ob der Nachrichtenstil boulevardlastig oder sachlich orientiert ist.

Die Hypothese dieser Diplomarbeit lautet, dass der Nachrichtenstil sich in den Nachrichtenfaktoren der Sendungen niederschlägt. Es ist zu erwarten, dass Elemente des Boulevardstils wie ,,Personalisierung, Dramatisierung und

1 http://www.dpa.de/de/produkte/wort/basisdienst.html vom 07.01.2008.
2 vgl, Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid: Nachrichtenauswahl, in: Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid (Hrsg): Publizistik, Ein Studienhandbuch, Köln 2001, S.241ff.

7

 


Emotionalisierung"3, deren Nachrichtenfaktoren Personalisierung und Bildliche Emotionen sind, bei RTL aktuell höhere Werte aufweisen. Zudem ist zu erwarten, dass Verbraucherthemen, die in dieser Arbeit mit dem neuen Faktor Service gemessen werden, bei RTL aktuell höher sind, da RTL laut Sendungsprofil Wert darauf legt, dass Zuschauer aus der Sendung Nutzen ziehen können. Der Tagesschau ist die Relevanz für den Zuschauer wichtig, so dass bei den Politik- und Wirtschaftsnachrichten eine große Reichweite zu erwarten ist.

Um die Hypothese zu überprüfen, ist an den deskriptiven der analytische Teil der Diplomarbeit angeschlossen. Das Untersuchungsdesign sieht vor, die Nachrichtenfaktoren von Tagesschau und RTL aktuell anhand einer Inhaltsanalyse zu analysieren.

3 Muckenhaupt, Manfred: Boulevardisierung in der TV-Berichterstattung, in: Holly, Werner/ Biere, Bernd Ulrich (Hrsg): Medien im Wandel, Opladen 1998, S. 118.

8

 


1 Die Anfänge der Nachrichtenwerttheorie

Die amerikanische und europäische Nachrichtenwerttheorie entwickeln sich weitgehend unabhängig von einander. Während Walter Lippmann im Jahr 1922 mit ,,Public Opion" die erste Theorie zum Thema veröffentlicht, entwickelt Einar Östgaard die europäische Tradition erst im Jahr 1964. Auf seine Arbeit aufbauend, folgen in Europa weitere. Besonders in den siebziger Jahren ist die Theorie der Nachrichtenfaktoren ein populärer Zweig der Medienwissenschaften. Nachdem sich die Forschung in den achtziger anderen Themen zugewendet, ist seit den neunziger Jahren ein neues Interesse an der Nachrichtenwertforschung zu erkennen. Seit Mitte der siebziger Jahre liegt ein Schwerpunkt der Forschung in Deutschland, vertreten durch Winfried Schulz oder Friedrich Staab und seit Anfang der neunziger Jahre durch mehrere Studien von Georg Ruhrmann. Da in der Diplomarbeit die Nachrichtenfaktoren der Sendungen Tagesschau mit denen von RTL aktuell verglichen werden, ist es sinnvoll, den Schwerpunkt auf die europäischen Studien zu legen.

1.1 Die amerikanische Tradition

Lippmann stellt 1922 die These auf, dass die Wirklichkeit zu komplex sei, um von den Menschen gänzlich erfasst zu werden: ,,Von jedem öffentlichen Ereignis von breiter Wirkung sehen wir bestenfalls nur eine Phase und einen Aspekt."4 Stattdessen bilden Menschen Stereotypen. Wie alle anderen schaffen auch Journalisten Stereotype, denn ,,ohne Standardisierung, ohne Stereotypen, ohne Routineurteile, ohne eine ziemlich rücksichtslose Vernachlässigung der Feinheiten stirbt der Redakteur bald an Aufregung", 5 erklärt Lippmann. Stereotype erleichtern laut Lippmann nicht nur dem Journalisten die Arbeit, sie bieten dem Leser einen ,,vertrauten Anhaltspunkt".6 Identifikation zu schaffen, ihn emotional zu berühren, sei eine wichtige Aufgabe, die ein Journalist bei seinem Leser erreichen müsse.

Andere Aspekte, die ein Ereignis zur Nachricht machen sind, laut Lippmann Eindeutigkeit des Geschehens, Überraschung, Konflikt, räumliche Nähe, zeitliche Begrenztheit, Bezug zu bereits eingeführten Themen, Einfachheit, sowie Beteiligung

4 Lippmann, Walter: Die öffentliche Meinung, deutsche Übersetzung, Bochum 1964, S. 61.
5 vgl. ebd, S. 240.
6 ebd, S.242.

9

 


einflussreicher und bekannter Persönlichkeiten. Je mehr dieser Faktoren ein Ereignis enthält, desto größer der Nachrichtenwert, ,,news value"7, des Ereignis′. Obwohl Lippmann die Hypothese der Nachrichtenfaktoren nicht empirisch überprüft, und ,,Public Opinon" somit eine methodische Schwäche aufweist, ist die Theorie der Nachrichtenfaktoren und der Begriff des ,,news value" in den USA in der Journalistenausbildung noch heute von Bedeutung.

Während sich Lippmann in ,,Public Opinion" auf das Medium Zeitung beschränkt, verfasst James K. Buckalew die erste Studie zu Nachrichtenfaktoren im Fernsehen. In ,,A Q-Analysis of Television News Editors′ Decisions"8 analysiert er die Nachrichtenfaktoren, nach denen Fernsehjournalisten ihre Nachrichten auswählen. Dazu legt er zwölf TV-Redakteuren, aus verschieden großen Städten des mittleren Westens, eine Auswahl von 64 Nachrichten vor, die sie in eine Rangordnung bringen sollen. Bei der Analyse stellt Buckalew fest, dass die Redakteure weitestgehend die gleichen Nachrichten auswählen. Unterschiede gibt es bei den Faktoren Nähe und Zeitlosigkeit. Während für die Redakteure aus den kleineren Städten der Faktor Nähe besonders wichtig ist, legen Redakteure aus größeren Städten mehr Wert auf die Faktoren Konflikt, Zeitlosigkeit und Video. Faktoren, die alle Redakteure bei ihrer Nachrichtenauswahl berücksichtigen, sind Konflikt, Nähe und die Verfügbarkeit von Bildmaterial.9 Diese Studie ist besonders erwähnenswert, denn Buckalew ist der Erste, der Visualität als Nachrichtenfaktor in einer Studie untersucht und ihre Wichtigkeit für das neue Medium Fernsehen nachweist.

7 Lippmann, S.237.
8 Buckalew, James K.: A Q-Analysis of Televsion News Editors′ Decisions, in: Journalism Quarterly 46 (1969),
135-137.
9 vgl, Buckalew, S. 136.

10

 



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