"Der Reichstag zu Worms von 1495 - Ein Vergleich zwischen dem tatsächlichen Ablauf, den Verhandlungspunkten und Ergebnissen und den von Maximilian I. im Reichstagsausschreiben erwogenen Absichten

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Details

Titel: "Der Reichstag zu Worms von 1495 - Ein Vergleich zwischen dem tatsächlichen Ablauf, den Verhandlungspunkten und Ergebnissen und den von Maximilian I. im Reichstagsausschreiben erwogenen Absichten
Autor: Eva Ortegel
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Veranstaltung: Zwischen Mittelalter und Moderne: Die Herrschaftszeit Maximilians I.
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 179 KB
Archivnummer: V112040
ISBN (E-Book): 978-3-640-10539-7
Anmerkungen :
"Sie haben sich viel Mühe gegeben und sich gut eingelesen. Auch der Aufbau ist geglückt."

Zusammenfassung / Abstract

Als Ziel dieser Arbeit habe ich angesetzt, zu vergleichen inwiefern sich die im Reichstagsausschreiben zum Wormser Reichstag von 1495, durch Maximilian geäußerten Anliegen mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen decken. Infolgedessen werde ich auf den Erfolg oder Misserfolg der Maximilianschen Reformpolitik schließen. Zunächst werden hierfür der genaue Verlauf des Wormser Reichstages, die Beteiligten Gruppen, und deren differente Forderungen, die Hintergrundsituation sowie die Ergebnisse, deren Umsetzung und Folgen für das Reich näher mit Hilfe ausgewählter Sekundärliteratur beleuchtet. Anschließend werde ich den Inhalt der Quelle des Ausschreibens zum Wormser Reichstag untersuchen, die Maximilian I. am 24. November 1494, aus Antwerpen an die verschiedenen Stände erließ. Auch die Analyse der Quellenart und der Edition sind hier darzulegen. Nach einer Erläuterung der Umstände, die zur Überlieferung der Quelle geführt haben und der Klärung des historischen Kontextes der Quelle werde ich die in den Kapiteln II.1. und II.2. gewonnen Ergebnisse miteinander vergleichen, um so letztendlich eine Antwort auf die Frage deren Übereinstimmung geben zu können.

Textauszug (computergeneriert)

Wintersemester 2004/ 2005

Friedrich- Alexander- Universität Erlangen- Nürnberg

Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte

Proseminar : Zwischen Mittelalter und Moderne: Die Herrschaftszeit

Maximilians I.

Hausarbeit aus der Mittelalterlichen Geschichte

Der Reichstag zu Worms von 1495 -

Ein Vergleich zwischen dem tatsächlichen Ablauf,

den Verhandlungspunkten und Ergebnissen und den von

Maximilian I. im Reichstagsausschreiben erwogenen Absichten

Verfasserin : Eva Ortegel

Fächerverbindung : Lehramt Gymnasium,

Deutsch, Geschichte

Semesterzahl : 3. Semester

Abgabedatum : 18. März 2005


Inhaltsverzeichnis

I.

Einleitung:

Anmerkungen zu Vorgehensweise und Zielen der Arbeit

II.

Hauptteil:

1.

Erschließung des Wormser Reichstages mit Hilfe ausgewählter

Sekundärliteratur

1.1

Allgemeines: Grober Verlauf, Hintergrundsituation

1.2 Teilnehmende

Gruppierungen und deren Rangordnung

1.3 Anstehende

Verhandlungspunkte der verschiedenen Gruppen

1.4

Schriftliche und nichtschriftliche Ergebnisse des Reichstages und deren

tatsächliche Realisierung

1.5

Positive und Negative Auswirkungen des Wormser Reichstages für die

Folgezeit des Reiches

2.

Beschäftigung mit der Quelle:

Angermeier, Heinz, Deutsche Reichstagsakten, Mittlere Reihe, Bd. 5,

Deutsche Reichstagsakten unter Maximilian I., hrsg. durch die Historische

Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Reichstag

von Worms 1495, Bd. 1, Teil 1, Akten, Urkunden und Korrespondenzen,

Göttingen, 1981, Nr. 27, Seiten 124- 129

2.1. Zusammenfassung

des

Quelleninhaltes und Vorstellung der Quellenart

sowie der Edition

2.2.

Darstellung der Umstände, die zur Überlieferung der Quelle geführt haben

und Klärung des historischen Kontextes

3.

Vergleich der beiden Befunde aus Kapitel II.1. und II.2.

III.

Schlussbemerkung

IV.

Literaturverzeichnis

2


I.

Einleitung:

Anmerkungen zu Vorgehensweise und Zielen der Arbeit

Als Ziel dieser Arbeit habe ich angesetzt, zu vergleichen inwiefern sich die im

Reichstagsausschreiben zum Wormser Reichstag von 1495, durch Maximilian geäußerten

Anliegen mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen decken. Infolgedessen werde ich auf

den Erfolg oder Misserfolg der Maximilianschen Reformpolitik schließen.

Zunächst werden hierfür der genaue Verlauf des Wormser Reichstages, die Beteiligten

Gruppen, und deren differente Forderungen, die Hintergrundsituation sowie die Ergebnisse,

deren Umsetzung und Folgen für das Reich näher mit Hilfe ausgewählter Sekundärliteratur

beleuchtet.

Anschließend werde ich den Inhalt der Quelle des Ausschreibens zum Wormser Reichstag

untersuchen, die Maximilian I. am 24. November 1494, aus Antwerpen an die

verschiedenen Stände erließ.1 Auch die Analyse der Quellenart und der Edition sind hier

darzulegen. Nach einer Erläuterung der Umstände, die zur Überlieferung der Quelle geführt

haben und der Klärung des historischen Kontextes der Quelle werde ich die in den Kapiteln

II.1. und II.2. gewonnen Ergebnisse miteinander vergleichen, um so letztendlich eine

Antwort auf die Frage deren Übereinstimmung geben zu können.

II.

Hauptteil:

1.

Erschließung des Wormser Reichstages mit Hilfe ausgewählter

Sekundärliteratur

1.1

Allgemeines: Grober Verlauf, Hintergrundsituation

Am 24. November 1494 schrieb Maximilian den Wormser Reichstag für den 2.Februar

1495 aus. Er galt bis dato als der Höhepunkt aller bisherigen Reformbewegungen und war

als ,,"Debut" eines neuen Herrschers besonders gut besucht."2 Maximilian glaubte die

Verhandlungen innerhalb von vierzehn Tagen hinter sich bringen zu können, aufgrund der

prekären Lage in Italien, das von Frankreich belagert war. Doch bald zeigte ihm der

Widerstand der Stände, dass an ein rasches Ende der Verhandlungen nicht zu denken war.

1 Angermeier, Heinz, Deutsche Reichstagsakten, Mittlere Reihe, Bd. 5, Deutsche Reichstagsakten unter

Maximilian I., hrsg. durch die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,

Reichstag von Worms 1495, Bd. 1, Teil 1, Akten, Urkunden und Korrespondenzen, Göttingen, 1981,

Nr. 27, Seite 124

2 Moraw, Peter, Hoftag und Reichstag von den Anfängen im Mittelalter bis 1806, in: Parlamentsrecht und

Parlamentspraxis in der Bundesrepublik Deutschland, Ein Handbuch, hrsg. von Schneider, Hans- Peter und Zeh,

Wolfgang, Berlin, New York, 1989, Seite 16

3


Nachdem Maximilian am 18.03.1495 in Worms eintraf, begannen nach einem Zeitraum von

acht Tagen die Verhandlungen im Wormser Rathaus. Am 7.08. 1495, also fast fünf Monate

später wurden die Beschlüsse verkündet. Die Hintergrundsituation des Reichstages ist vor

allem geprägt von außenpolitischen Bedrohungen. 1453 überrannten die Osmanen das

byzantinische Reich und rückten scheinbar unaufhaltsam donauaufwärts vor. Frankreich

hatte den Hundertjährigen Krieg gegen England gewonnen und musste sein Heer

weiterbeschäftigen. Bereits 1494 begann der französische König Karl VIII. seinen

Eroberungszug durch Italien, um das Anjou-Erbe, Mailand und Neapel, zurückzugewinnen.

Damit war die Vorherrschaft der Habsburger in Italien gefährdet. Nach hinhaltenden

Verhandlungen Mit Karl VIII. trat Maximilian im März 1495 in ein Bündnis mit dem Papst,

Spanien, Venedig und Mailand ein, die so genannte ,,Heilige Liga von Venedig". Dieses

Bündnis schreckte Karl VIII. dermaßen ab, dass er sich aus Italien nach Frankreich

zurückzog. Dies wäre Maximilians Chance gewesen, Frankreich zu schlagen. Doch die

Stände hinderten ihren König am Aufbruch, aus Furcht, er könne noch mächtiger und ihnen

damit noch gefährlicher werden.

1.2 Teilnehmende

Gruppierungen und deren Rangordnung

Der Hauptteil der Besucher reiste aus dem Süden und Südwesten des Reiches an. Im Grunde

waren die Teilnehmer in vier Gruppen gegliedert, nämlich in drei Kurien und Maximilian.

Sie waren alle verschieden alt und berechtigt aber gemeinsam dem König, der legitimen

Gewalt verpflichtet. Die älteste, ranghöchste Kurie stellten die Kurfürsten. Die mittlere

Kurie, mit dem zweitgrößten Einfluss wurde von den Fürsten, also den Grafen, Herzögen,

Bischöfen etc. vertreten. Die 100 freien Städte und Reichsstädte bildeten die letzte Kurie mit

dem geringsten Einfluss. Bis 1648 hatten sie nur beratende Funktion. Dennoch war auf sie

am meisten Verlass, was zum Beispiel die Zahlungen des Gemeinen Pfennigs anbelangte.

Obwohl alle Mitglieder zu ,,Rat und Hilfe", das heißt zum Kommen und Zahlen verpflichtet

waren und die Zustimmung der Kurien zwar wünschenswert aber keinesfalls notwendig

war, konnte sich Maximilian nicht gegen den Widerstand der Stände ( Reichsfürstlicher

Widerstand) durchsetzen, der ihn immer wieder zum Entgegenkommen zwang. Dies

4


verärgerte Maximilian einerseits: Die Deutschen sind ,,Bestien, mehr als Bestien"3,

andererseits kostete es wertvolle Zeit, die man in Italien besser hätte nutzen können.

1.3 Anstehende

Verhandlungspunkte der verschiedenen Gruppen

Als ein weiterer Grund für die lange Dauer des Reichstages ist die Unstimmigkeit zwischen

den Forderungen des Königs mit denen der Stände anzubringen. Beide Seiten erhoben

Maximalforderungen. Für Maximilian schien eindeutig die Außenpolitik des Reiches

Priorität zu haben. Als sein Hauptanliegen ist der Romzug, verbunden mit der

Kaiserkrönung zu nennen. Auch die baldige Durchführung eines Türkenkrieges der

gesamten Christenheit bringt er an. Eine ,,eylende hilff", also eine sofortige und intensive

finanzielle Beteiligung der Stände sollte zur Rettung Reichsitaliens beitragen, die

,,bestendige hilff" lästige Steuerbitten für die nächsten zehn bis zwölf Jahre ein für alle Mal

aufheben und dabei helfen, Feinde wie die Türken, Franzosen und Ungarn auch dauerhaft

abwehren zu können. Innenpolitisch standen die Wahrung des Friedens und des Rechts und

die spanische Heiratsfrage an.

Die Gegenforderungen der Stände zielten vor allem auf größere Selbstständigkeit und mehr

Mitspracherecht, vor allem bei Gerichtsdingen und finanziellen Betreffen ab. Sie forderten

ein dauerhaftes Gericht, Friede, Recht und Ordnung. Zudem sollte bereits zu diesem

Zeitpunkt Erzbischof Berthold v. Mainz ein Reichsregiment eingerichtet werden, was

Maximilian jedoch ablehnte, aus Angst, dass er durch diesen abgelöst werden könnte. ,,An

der Reaktion des König Maximilians auf das ständische Reichsregimentsprojekt ist vor

Allem bemerkenswert, dass er zwar dieses ständische Projekt ablehnte, aber sich nicht

grundsätzlich gegen den Regimentsgedanken verschloss."4

1.4

Schriftliche und nichtschriftliche Ergebnisse des Reichstages und deren

tatsächliche Realisierung

,,Die vier Grundurkunden des Wormser Reichstags verdienen als Beispiele des endlich doch

gelungenen Zusammenwirkens von König und Ständen Aufmerksamkeit."5 Sie beinhalteten

die Errichtung des ,,ewigen Landfriedens", der die Fehde als erlaubtes Rechtsverfahren zur

3 Wiesflecker, Hermann, Maximilian I.: Die Fundamente des habsburgerischen Weltreiches, Wien, München,

1991, Seite 264

4 Angermeier, Heinz, Die Reichsreform 1410- 1555, die Staatsproblematik in Deutschland zwischen Mittelalter

und Gegenwart, München, 1984, Seite 172

5Moraw, Peter, Hoftag und Reichstag von den Anfängen im Mittelalter bis 1806, Seite 19

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