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Seminararbeit, 2003, 30 Seiten
Autor: Michael Hamoser
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte)
Tags: Bretton Woods; Leitwährung; IWF; Dollarkrise
Jahr: 2003
Seiten: 30
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17427-5
ISBN (Buch): 978-3-638-64177-7
Dateigröße: 311 KB
Zu Beginn der Arbeit wird die wirtschaftliche Lage vor Einführung des Systems von Bretton Woods geschildert. Im Anschluss daran werden die Kernbestandteile des Bretton Woods Systems beschrieben und erläutert. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der Position des Dollars als Leitwährung in diesem System, von seinem Aufstieg bis zu seinem Fall.267 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Im Juli 1944 fand in Bretton Woods die „Internationale Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten und Assoziierten Nationen“ statt. Erklärtes Ziel war eine umfassende Neuordnung der Weltwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, und so trat am 27. Dezember 1945 - nach der Ratifizierung durch 30 Staaten - das Abkommen von Bretton Woods in Kraft. Auf Basis dieses Abkommens wurden der Internationale Währungsfonds und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gegründet, Ziel war die Stärkung des internationalen Handels, eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit, sowie ein internes und externes Gleichgewicht. Des weiteren legten die USA und Großbritannien, als ehemaliges Leitwährungsland, in Bretton Woods den Grundstein für das Festkurssystem der Nachkriegszeit unter Gewährleistung möglichst freier Konvertibilität der Währungen. Die Mitgliedstaaten verpflichteten sich für ihre Währungen entweder Goldparitäten oder Paritäten zum US-Dollar, der wiederum selbst eine Goldparität aufwies, zu vereinbaren. Damit wurde der US-Dollar zur neuen Leitwährung der Weltwirtschaft und die Vereinigten Staaten von Amerika konnten sich ihre wirtschaftspolitische Vormachtstellung in der Nachkriegsära sichern, da das Abkommen von Bretton Woods eine enge Verflechtung von US-amerikanischer Wirtschaft und Weltwirtschaft unter US-amerikanischer Vorherrschaft zur Folge hatte. Dennoch hatte der US-Dollar als Leitwährung auch mit einigen Problemen zu kämpfen, auf die im vorliegenden Text ein besonderer Schwerpunkt gelegt wird.
Textauszug (computergeneriert)
Die Dollarkrise im Währungssystem
von Bretton Woods
von Michael Hamoser
Inhalt
Inhalt
1. Hintergründe der Konferenz von Bretton Woods
2. Das System von Bretton Woods
2.1 Die Internationale Währungs-
und Finanzkonferenz der Vereinen und Assoziierten Nationen
2.2 Der Internationale Währungsfonds
2.3 Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
2.4 Merkmale des Währungssystems von Bretton Woods
2.4.1 Die Konvertibilität
2.4.2 Das Wechselkursregime
2.4.3 Der Golddevisenstandard
2.4.4 Die Kreditfazilitäten des IWF
2.5 Positive Ergebnisse der Währungsordnung von Bretton Woods
3. Die Rolle des US-Dollars
4. Problematik der Leitwährung
4.1 Begriffsdefinition
4.2 Das Vertrauensproblem
4.3 Das Liquiditätsproblem
4.4 Das Redundanzproblem (Problem des n-ten Landes)
4.5 Das Anpassungsproblem
4.6 Das Problem der Goldeinlösepflicht
5. Strukturelle weltwirtschaftliche Probleme
6. Der Zusammenbruch
7. Quellenverzeichnis
1. Hintergründe der Konferenz von Bretton Woods
Die Konferenz von Bretton Woods und ihre Ergebnisse sind als Reaktion auf die Abwertungswettläufe und den Protektionismus zwischen den beiden Weltkriegen zu verstehen.
Jeder Staat versuchte durch eine Abwertung der heimischen Währung die Exporte zu erhöhen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Diese nicht-kooperative Maßnahme des Gefangenendilemmas konnte jedoch nur erfolgreich sein, wenn ein Staat stärker abwertete als ein anderer. Daraus ergab sich eine sogenannte "beggar-my-neighbour-policy", d.h., es wurde durch eine Währungsabwertung Arbeitslosigkeit ins Ausland exportiert, um so die inländische Beschäftigung zu stabilisieren. Daraus ergab sich unweigerlich ein Teufelskreis, der Abwertungswettlauf, der in Massenarbeitslosigkeit und Hyperinflation in den einzelnen Staaten gipfelte.
Protektionismus hingegen meint handelspolitische Konzeptionen, die verschiedene Maßnahmen beinhalten, deren Zweck es sein soll, einzelne Sektoren oder die gesamte Volkswirtschaft vor Importkonkurrenz zu schützen.
Die Folge des Abwertungswettlaufes und des Protektionismus war der Zusammenbruch des Goldstandards (darunter versteht man die Bindung eines Wertes der Währungseinheit an den Goldwert), daraus wiederum resultierte die Weltwirtschaftskrise zwischen 1929 und 1932.
Eine Reform des Weltwährungssystems war des weiteren so dringend erforderlich, da sich vor und während des Zweiten Weltkrieges eine extreme Massierung der Bestände an Währungsgold in den USA vollzogen hatte (1938 besaßen die USA ca. 55% der offiziellen Goldreserven - die UDSSR nicht miteinbezogen - zehn Jahre später bereits 71%).
Zusätzlich zu dem Mangel an internationalen Reserven und der daraus resultierenden fehlenden internationalen Liquidität, führten Devisenkontrollen zu der Idee einer stabilen Währungsordnung, um die Funktionsfähigkeit des Güter- und Kapitalverkehrs zwischen den Staaten zu gewährleisten.
Darüber hinaus wurden die einzelnen Bestimmungen des Bretton-Woods-Abkommens stark von der Instabilität des Preisniveaus, der Unbeständigkeit der Finanzlage und der fehlenden internationalen wirtschaftlichen Integration in den Jahren zwischen den Kriegen beeinflusst. Es sollte versucht werden, eine Wiederholung dieser Ereignisse zu vermeiden, indem ein internationales Währungssystem geschaffen wurde, das Vollbeschäftigung und Preisniveaustabilität fördern würde. Jedoch sollte es den einzelnen Ländern möglich sein, ein Zahlungsbilanzgleichgewicht zu erreichen, ohne dass Restriktionen den internationalen Handel beschränkten.
Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen hatte die geistigen Väter des Bretton-Woods-Abkommens überzeugt, dass floatende Wechselkurse der Grund für vorhersehbare Unbeständigkeiten und schädlich für den internationalen Handel waren.
Ebenso hatte diese Periode gezeigt, dass die Regierungen der einzelnen Länder nicht bereit waren, sowohl den Freihandel als auch feste Wechselkurse aufrechtzuerhalten, wenn der Preis dafür langfristige Arbeitslosigkeit in ihren Ländern wäre.
Um einer ähnlichen Situation in Zukunft entgegenzuwirken, beauftragte Großbritannien den Nationalökonom, Diplomat, Politiker und Publizist John Maynard Keynes und die USA Harry Dexter White, den Assistenten des Finanzministers Henry Morgenthau, Modelle für die Neuordnung der Weltwirtschaft zu entwickeln. Die beiden Staaten verfolgten jedoch unterschiedliche Ziele: Die USA als größte internationale Gläubigernation präferierte Inflationsvermeidung, das weltweit hochverschuldete Großbritannien dagegen gab der nationalen Vollbeschäftigung den Vorzug. In den Vorschlägen der Ökonomen wurden diese Präferenzen berücksichtigt, schließlich jedoch eine Kompromisslösung gefunden, wobei die Vorschläge Whites etwas überwogen.
2. Das System von Bretton Woods
2.1 Die Internationale Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten und Assoziierten Nationen
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