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Diploma Thesis, 2008, 105 Pages
Author: Manuela Kliem
Subject: Economics / Business: General
Details
Tags: Anwendung, Balanced, Scorecard, Supply, Chain, Management
Year: 2008
Pages: 105
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 84 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-12035-2
File size: 698 KB
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Abstract
Die Unternehmen befinden sich derzeit in einem turbulenten Wandel. Dementsprechend wird das Umfeld von verschiedenen Entwicklungstrends geprägt, wie beispielsweise der Globalisierung der Märkte, der Konzentration auf Kernkompetenzen, der zunehmenden Arbeitsteilung sowie der Wandel der Verkäufer- zum Käufermarkt. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, weitet sich der Blick zunehmend über die Unternehmensgrenzen aus, wobei das Management von Supply Chains immer mehr in den Mittelpunkt von Theorie und Praxis rückt. Die Supply Chain erstreckt sich im Extremfall von der Rohstoffquelle „source of supply“ bis zum Endkunden „point of consumption“. Entscheidungen des Supply Chain Managements sind folglich in einem Umfeld zu treffen, welches einem kontinuierlichen Wandel unterliegt und sich durch steigende Dynamik, Komplexität und Intransparenz von Handlungssituationen auszeichnet. Durch die angesprochenen Problemfelder wird ein erhöhter Koordinations- und Steuerungsbedarf deutlich. Das Supply Chain Management erfordert durch den gestiegenen Koordinations- und Steuerungsbedarf eine Unterstützung durch das Supply Chain Controlling. Die veränderten Bedingungen stellen steigende Anforderungen an die Instrumente, die im Supply Chain Management und im Supply Chain Controlling zum Einsatz kommen. Von der Wissenschaft werden diesbezüglich verschiedene Instrumente vorgeschlagen, um eine erfolgsorientierte Steuerung der Supply Chain zu gewährleisten. Im Rahmen dieser Arbeit wird das Instrument der Balanced Scorecard, welches derzeit in Theorie und Praxis eine hohe Aufmerksamkeit genießt, bezüglich seiner Anwendung im Rahmen des Supply Chain Managements eingehend untersucht. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen zwei Fragen: Stellt die Balanced Scorecard ein geeignetes Instrument dar, um das Supply Chain Management und –Controlling zu unterstützen? Wie ist die Balanced Scorecard inhaltlich und strukturell zu gestalten, um den spezifischen Anforderungen bzw. Aufgaben des Supply Chain Management und –Controllings gerecht zu werden?
Excerpt (computer-generated)
______________________________________________________________________
Wirtschaftsakademie Pfalz
Staatlich anerkannte Ergänzungsschule
Studiengang: Betriebswirtin WA mit Wirtschaftsdiplom
DIPLOMARBEIT
Anwendung der Balanced Scorecard für
das Supply Chain Management
vorgelegt bei
Technische Betriebswirtin
Industriemeisterin der Pharmazie
von Manuela Kliem
Thema erhalten am 31.03.2008
Abgabetermin am 30.06.2008
II
INHALTSVERZEICHNIS (1)
Seite
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
VI
1 EINLEITUNG
1
2 ÜBERBLICK ÜBER DAS MANAGEMENT UND DAS CONTROLLING
VON SUPPLY CHAINS
3
2.1 GEGENSTAND DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS UND
CONTROLLINGS
3
2.2 ZIELE DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS UND
CONTROLLINGS
7
2.3 AUFGABEN DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS UND
CONTROLLINGS
10
2.4 INTRUMENTE DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS
UND CONTROLLINGS
12
2.5 ZUSAMMENFASSUNG
16
3 GRUNDLAGEN DER BALANCED SCORECARD
17
3.1 ENTSTEHUNG UND EINORDNUNG DER BALANCED SCORECARD
17
3.2 DIE BALANECED SCORECARD ALS MANAGEMENTSYSTEM
21
3.3 AUFBAU UND FUNKTIONSWEISE DER BALANCED SCORECARD
24
3.4 PERSPEKTIVEN DER BALANCED SCORECARD
27
3.4.1 FINANZWIRTSCHAFTLICHE
PERSPEKTIVE
28
3.4.2 KUNDENPERSPEKTIVE
29
3.4.3 INTERNE
PROZESSPERSPEKTIVE
30
3.4.4 LERN- UND ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVE
31
3.4.5 WEITERE
PERSPEKTIVEN
32
3.5 MERKMALE DER BALANCED SCORECARD
33
3.6 ZUSAMMENFASSUNG
37
III
INHALTSVERZEICHNIS (2)
Seite
4 DIE BALANCED SCORECARD IM SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
UND CONTROLLING
38
4.1 ANFORDERUNGEN AN DAS CONTROLLING VON SUPPLY CHAINS
39
4.2 EIGNUNG DER BALANCED SCORECARD ALS INSTRUMENT
DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS UND CONTROLLINGS
44
4.3 INHALTLICHE DARSTELLUNG UND BEWERTUNG EXISTIERENDER
ANSÄTZE ZUR KONZEPTION EINER BALANCED SCORECARD FÜR
DAS SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
47
4.3.1 INHALTLICHE MODIFIKATION BEI GLEICHBLEIBENDER
STRUKTUR DER TRADITIONELLEN BALANCED SCORECARD
49
4.3.1.1 INHALTLICHE DARSTELLUNG
49
4.3.1.2 BEWERTUNG
52
4.3.2 INHALTLICHE UND GERINGFÜGIGE STRUKTURELLE
MODIFIKATION DER TRADITIONELLEN BALANCED SCORECARD 54
4.3.2.1 INHALTLICHE DARSTELLUNG
55
4.3.2.2 BEWERTUNG
58
4.3.3 INHALTLICHE UND UMFANGREICHE STRUKTURELLE
MODIFIKATION DER TRADITIONELLEN BALANCED SCORECARD 61
4.3.3.1 INHALTLICHE DARSTELLUNG
61
4.3.3.2 BEWERTUNG
67
4.4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
69
IV
INHALTSVERZEICHNIS (3)
Seite
5 IMPLEMENTIERUNG EINER BALANCED SCORECARD FÜR
DAS SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
74
5.1 KLÄRUNG DER STRATEGISCHEN GRUNDLAGEN
74
5.2 ENTWICKLUNG DES ORGANISATORISCHEN RAHMENS FÜR
DIE IMPLEMENTIERUNG
75
5.3 ENTWICKLUNG DER BALANCED SCORECARD
78
5.4 MANAGEMENT DES ROLL-OUT
84
5.5 SICHERSTELLUNG DES KONTINUIERLICHEN EINSATZES DER
BALANCED SCORECARD
85
5.6 ZUSAMMENFASSUNG
85
6 FAZIT
86
LITERATURVERZEICHNIS
VII
V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
APS
ADVANCED PLANNIING SYSTEM
BSC BALANCED
SCORECARD
CPFR COLLABORATIVE
PLANNING
FORECASTING AND REPLENISHMENT
CVA CASH
VALUE
ADDED
CVR
CUSTOMER VALUE RATIO
DCF
DISCOUNTED CASH FLOW
DLZ DURCHLAUFZEIT
DRP
DISTRIBUTION REQUIREMENT PLANNING
DV DATENVERARBEITUNG
ERP
ENTERPRISE RESOURCE PLANNING
EVA
ECONOMIC VALUE ADDED
IT INFORMATIONSTECHNOLOGIE
KRP KOSTENRECHNUNGSPRAXIS
MRP MATERIAL
REQUIREMENT
PLANNING
PPS
PRODUCTION PLANNING AND
SCHEDULING
ROA
RETURN ON ASSETS
ROCE
RETURN ON CAPITAL EMPLOYED
ROI
RETURN ON INVESTMENT
SC SUPPLY
CHAIN
SCC SUPPLY
CHAIN
CONTROLLING
SCM
SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
SCOR STRENGTHS
WAEKNESSES
OPPORTUNITIES THREATS
WIWO WIRTSCHAFTSWOCHE
ZVEI ZENTRALVERBAND
DER
ELEKTROTECHNISCHEN INDUSTRIE
VI
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Seite
Abbildung
1: Entwicklungsphasen der Logistik und Herausbildung des SCMs
5
2: Bull-Whip-Effekt
8
3: Darstellung einer Supply Chain von Wertschöpfungsstufe
2 bis +2 mit Hilfe des SCOR Modells
14
4: Die Balanced Scorecard als Strategischer Handlungsrahmen
23
5: Grundstruktur der Balanced Scorecard nach Kaplan / Norton
27
6: Beispiel einer Strategy Map nach Kaplan / Norton
36
7: Linking the SCM to BSC nach Brewer / Speh
49
8: Darstellung der Kaskade von Balanced Scorecard
über verschiedene Ebenen
63
9: Die Balanced Scorecard auf Ebene der
Supply Chain nach Weber / Bacher / Groll
67
10: Beispielhafte Darstellung von strategischen Zielen,
Messgrößen und Maßnahmen für die vier
Dimensionen einer BSC der Supply Chain
79
11: Beispielhafte Darstellung von Ursache-Wirkungszusammenhängen
einer
BSC
für
das
Supply
Chain
80
______________________________________________________________________
1 EINLEITUNG
Die Unternehmen befinden sich derzeit in einem turbulenten Wandel.
Dementsprechend wird das Umfeld von verschiedenen Entwicklungstrends geprägt,
wie beispielsweise der Globalisierung der Märkte, der Konzentration auf
Kernkompetenzen, der zunehmenden Arbeitsteilung sowie der Wandel der Verkäufer-
zum Käufermarkt. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, weitet sich
der Blick zunehmend über die Unternehmensgrenzen aus, wobei das Management von
Supply Chains immer mehr in den Mittelpunkt von Theorie und Praxis rückt. Die Supply
Chain erstreckt sich im Extremfall von der Rohstoffquelle ,,source of supply" bis zum
Endkunden ,,point of consumption". Entscheidungen des Supply Chain Managements
sind folglich in einem Umfeld zu treffen, welches einem kontinuierlichen Wandel
unterliegt und sich durch steigende Dynamik, Komplexität und Intransparenz von
Handlungssituationen auszeichnet. Durch die angesprochenen Problemfelder wird ein
erhöhter Koordinations- und Steuerungsbedarf deutlich. Das Supply Chain
Management erfordert durch den gestiegenen Koordinations- und Steuerungsbedarf
eine Unterstützung durch das Supply Chain Controlling.
Die veränderten Bedingungen stellen steigende Anforderungen an die Instrumente, die
im Supply Chain Management und im Supply Chain Controlling zum Einsatz kommen.
Von der Wissenschaft werden diesbezüglich verschiedene Instrumente vorgeschlagen,
um eine erfolgsorientierte Steuerung der Supply Chain zu gewährleisten.
Im Rahmen dieser Arbeit wird das Instrument der Balanced Scorecard, welches derzeit
in Theorie und Praxis eine hohe Aufmerksamkeit genießt, bezüglich seiner Anwendung
im Rahmen des Supply Chain Managements eingehend untersucht. Im Mittelpunkt
dieser Arbeit stehen zwei Fragen:
Stellt die Balanced Scorecard ein geeignetes Instrument dar, um das Supply Chain
Management und Controlling zu unterstützen?
Wie ist die Balanced Scorecard inhaltlich und strukturell zu gestalten, um den
spezifischen Anforderungen bzw. Aufgaben des Supply Chain Management und
Controllings gerecht zu werden?
2
In Kapitel 2 wird zunächst ein einführender Überblick über das Management und
Controlling von Supply Chains gegeben. Gegenstand, Ziele, Aufgaben sowie
spezifische Instrumente des Supply Chain Managements und Controllings, die in
diesem Zusammenhang diskutiert werden, stehen dabei im Mittelpunkt.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Instrument der Balanced Scorecard, um dem Leser
einen Überblick über die Grundlagen der Balanced Scorecard zu vermitteln.
In Kapitel 4 werden schließlich die beiden Themenkomplexe der Kapitel 2 und 3
zusammengeführt, indem die Balanced Scorecard als Instrument des Supply Chain
Managements und Controllings vorgestellt wird. Nachdem die generelle Eignung der
Balanced Scorecard, anhand der spezifischen Anforderungen von Supply Chains,
untersucht wurde, werden im Anschluss verschiedene Ansätze zur Konzeption einer
Balanced Scorecard für das Supply Chain Management inhaltlich vorgestellt und
untersucht, inwieweit sie in der Lage sind, unternehmensübergreifende Sachverhalte
und beziehungsrelevante Aspekte abzubilden, um letztendlich den Anforderungen des
Supply Chain Managements gerecht zu werden und eine erfolgreiche Steuerung der
Supply Chain zu gewährleisten.
Kapitel 5 stellt schließlich ein Beispiel für den Vorgang der Implementierung einer
Balanced Scorecard für das Supply Chain Management dar, bevor die Arbeit mit einem
Fazit in Kapitel 6 abgeschlossen wird. 1
1 Für die Begriffe Supply Chain Management, Supply Chain Controlling und Balanced Scorecard werden
im Folgenden die Abkürzungen SCM, SCC und BSC verwendet.
3
2
Überblick über das Management und Controlling
von Supply Chains
Das folgende Kapitel soll dem Leser einen einführenden Überblick über den
Untersuchungsbereich dieser Arbeit geben. Als zentrale Begriffe hinsichtlich ihres
Gegenstandes sowie ihre Ziele und Aufgaben werden das SCM und das SCC
betrachtet. Des Weiteren erfolgt eine kurze Darstellung von Instrumenten des SCMs
und Controllings.
2.1.
Gegenstand des Supply Chain Managements
und Controllings
In der Praxis stellt die Supply Chain ein Netzwerk von Organisationen dar, die an der
Leistungserstellung mitwirken.
Die Supply Chain kann folgendermaßen übersetzt werden: Lieferkette,
Versorgungskette oder auch als unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette.
Im Extremfall erstreckt sie sich von der Rohstoffquelle ,,source of supply" bis zum
Endkunden ,,point of consumption" (vgl. Busch/ Dangelmeier 2002, S. 4).
Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich noch keine einheitliche Definition für das SCM
durchgesetzt. Dies hängt im Wesentlichen davon ab, dass es sich beim SCM um eine
relativ junge betriebswirtschaftliche Disziplin handelt, die sich noch in einem
fortschreitenden Entwicklungsprozess befindet.
Die Vielfalt der Definitionsvorschläge kann jedoch auf zwei grundlegende
Betrachtungsweisen reduziert werden.
Anhänger der ersten Betrachtungsweise beziehen den Gegenstand des SCMs direkt
auf die Logistik. Es wird also überhaupt kein Unterschied zwischen
Logistikmanagement und SCM gemacht: ,, we do not distinguish between logistics
and SCM" (Simchi-Levi, D./ Kaminsky / Simchi-Levi, E. 2000, S. 3). Dementsprechend
dient SCM als alternative Bezeichnung des integrierten, unternehmensübergreifenden
Logistikmanagements (vgl. Kotzab 2000, S. 40).
4
Im Gegensatz dazu zeigt die zweite Betrachtungsweise keinen unmittelbaren Bezug
des SCMs zur Logistik auf, sondern definiert SCM als umfassendes
Managementkonzept, interorganisationales Management von Geschäftsprozessen
bzw. Kooperations- oder Beziehungsmanagement (vgl. Kaufmann / Germer 2001,
S.177 f.; Seuring 2001, S. 6 ff; Weber, J. / Dehler, M./ Wertz, B. 2000, S. 264 f.; Krüger
/ Steven 2000, S. 503).
Betrachtet man eine Wertschöpfungskette genauer, so wird deutlich, dass die
einzelnen Unternehmen, die am Leistungserstellungsprozess beteiligt sind, durch die
Güter-, Informations- und Geldflüsse miteinander verbunden sind. Legt man
dementsprechend die Flussperspektive zugrunde, so zeigt sich der Zusammenhang
zwischen dem SCM und der Logistik, die sich traditionell mit Objektflüssen beschäftigt
(vgl. Göpfert 2002, S. 30; Göpfert / Neher 2002a, S. 35). ,,Werden
Wertschöpfungssysteme aus dieser Flussperspektive heraus betrachtet, dann kann die
Komplexität der Leistungsbeziehungen zwischen Wertschöpfungspartnern auf den
Güter-, Informations- und Geldfluss reduziert werden" (Göpfert 2002, S. 30). Mängel in
der Handhabung der Objektflüsse haben u. a. zur Entwicklung des SCMs beigetragen
(vgl. Göpfert 2002, S. 30).
Im Folgenden soll die erste Betrachtungsweise dargestellt werden.
SCM als unternehmensübergreifendes Logistikmanagement ist als eine qualitativ
höhere Entwicklungsstufe des Logistikmanagements anzusehen und stellt aktuell die
letzte Phase der Logistikentwicklung dar (vgl. Werber 2002a, S. 19). ,,SCM ist und
bleibt Logistik, jedoch auf einer qualitativ hohen Entwicklungsstufe" (Göpfert 2001a, S.
348).
Abbildung 1, auf der nächsten Seite, zeigt die Entwicklungsphasen der Logistik hin
zum SCM.
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