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Untertitel: Migration - ein Hindernis im deutschen Schulsystem
Seminararbeit, 2006, 23 Seiten
Autor: Bachelor Soziale Arbeit Rebecca Brohm
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Institution/Hochschule: Hochschule für Sozialwesen Esslingen
Tags: Entwicklung, Risikobedingungen, Migration, Bildung, Migrationshintergrund
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-11708-6
ISBN (Buch): 978-3-640-11743-7
Dateigröße: 158 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die dritte PISA Studie hat es gezeigt: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund scheinen im deutschen Schul- und Ausbildungssystem Probleme zu haben. In einer Gesellschaft, in der schulische Leistungen von außerordentlicher Bedeutung sind für den zukünftigen Lebenslauf eines Menschen, sind die Ergebnisse alarmierend. Viele ausländische Familien leben bereits in der 2. oder 3. Generation in Deutschland, trotzdem scheint eine Integration nicht wirklich stattgefunden zu haben. Die Probleme der Kinder und Jugendlichen in Schule und Ausbildung sind ein Aspekt an dem dies deutlich wird. Ziel der Hausarbeit ist es mögliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu untersuchen und schließlich Schlussfolgerungen für eine gelingende Integration ziehen. Zunächst soll die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bezug auf Schule und Ausbildung dargestellt werden. Daraufhin soll der Frage nachgegangen werden, wieso dies so ist. Vorgestellt werden hierzu mögliche Risikofaktoren. Im darauffolgenden Teil schließlich werden Interventionsmöglichkeiten vorgestellt. Zuerst geht es um Möglichkeiten, die von Seiten der Schule angeboten werden könnten. Am Schluss wird anhand eines Beispiels aus der Praxis dargestellt, welche Rolle die Soziale Arbeit einnehmen kann um betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen. Eine wirklich umfassende Darstellung der Thematik ist in einer Hausarbeit leider nicht möglich, daher werden nur einzelne Aspekte dargestellt. Außerdem liegt die Konzentration auf Kindern und Jugendlichen in der Schule. Auch wird nicht im Speziellen zwischen der Situation von Jungen und Mädchen unterschieden, da es Ziel der Arbeit ist, einen allgemeinen knappen Überblick über das Thema darzustellen. Auch Probleme im Bereich Ausbildung, Studium etc. werden nur am Rande erwähnt, aber nicht extra beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und wie diese im bestehenden Schulsystem unterstützt und damit Leistungsunterschiede zu deutschen SchülerInnen verringert werden können. Es geht also nicht darum, ein komplett neues Schulsystemkonzept zu entwickeln.
Textauszug (computergeneriert)
Hochschule für Sozialwesen Esslingen
,,Du kommst hier nicht rein!"
Migration ein Hindernis im deutschen Schulsystem
Rebecca Brohm
Modul 2.2 Entwicklung unter Risikobedingungen
Wintersemester 2005/2006
Gliederung
Gliederung 1
1
Begriffsklärungen 3
1.1
Migration 3
1.2
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund 3
2
Aktuel e Lage 4
3
Mögliche Risikofaktoren 5
3.1
Aufeinanderpral en verschiedener Erziehungsvorstel ungen 6
3.2
Überforderung durch Selbstplatzierungsnotwendigkeit 7
3.3
Mangelnde Einbindung in die primäre Stufe des Bildungssystems
(Kindergarten) 8
4
Interventionsmöglichkeiten 10
4.1
Bilinguales Schulsystem 10
4.2
Individuel e Förderung 12
4.2.1
Kindergarten/Vorschule 13
4.2.2
Schulzeit 14
4.3
Rol e der Sozialen Arbeit 15
4.3.1
Interkulturel e Kompetenz 15
4.3.2
Projektvorstel ung Hamburg-Wilhelmsburg 17
5
Schlusswort 20
6
Literaturverzeichnis 21
Einleitung
Die dritte PISA Studie hat es gezeigt: Kinder und Jugendliche mit
Migrationshintergrund scheinen im deutschen Schul- und Ausbildungssystem
Probleme zu haben. In einer Gesel schaft, in der schulische Leistungen von
außerordentlicher Bedeutung sind für den zukünftigen Lebenslauf eines Menschen,
sind die Ergebnisse alarmierend.
Viele ausländische Familien leben bereits in der 2. oder 3. Generation in
Deutschland, trotzdem scheint eine Integration nicht wirklich stattgefunden zu haben.
Die Probleme der Kinder und Jugendlichen in Schule und Ausbildung sind ein Aspekt
an dem dies deutlich wird.
Ziel der Hausarbeit ist es mögliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu
untersuchen und schließlich Schlussfolgerungen für eine gelingende Integration
ziehen.
Zunächst sol die aktuel e Situation von Kindern und Jugendlichen mit
Migrationshintergrund im Bezug auf Schule und Ausbildung dargestel t werden.
Daraufhin sol der Frage nachgegangen werden, wieso dies so ist. Vorgestel t
werden hierzu mögliche Risikofaktoren. Im darauffolgenden Teil schließlich werden
Interventionsmöglichkeiten vorgestel t. Zuerst geht es um Möglichkeiten, die von
Seiten der Schule angeboten werden könnten. Am Schluss wird anhand eines
Beispiels aus der Praxis dargestel t, welche Rol e die Soziale Arbeit einnehmen kann
um betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen.
Eine wirklich umfassende Darstel ung der Thematik ist in einer Hausarbeit
leider nicht möglich, daher werden nur einzelne Aspekte dargestel t. Außerdem liegt
die Konzentration auf Kindern und Jugendlichen in der Schule. Auch wird nicht im
Speziel en zwischen der Situation von Jungen und Mädchen unterschieden, da es
Ziel der Arbeit ist, einen al gemeinen knappen Überblick über das Thema
darzustel en. Auch Probleme im Bereich Ausbildung, Studium etc. werden nur am
Rande erwähnt, aber nicht extra beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und
Jugendlichen mit Migrationshintergrund und wie diese im bestehenden Schulsystem
unterstützt und damit Leistungsunterschiede zu deutschen SchülerInnen verringert
werden können. Es geht also nicht darum, ein komplett neues Schulsystemkonzept
zu entwickeln.
2
1 Begriffsklärungen
1.1 Migration
1
,,Migration bezeichnet als Oberbegriff den Wanderungsprozess von Einzelnen und
Gruppen über Nationalitätsgrenzen hinweg."2
Die Gründe für Migration sind sehr verschieden: Kriege, wirtschaftliche
Gründe, Menschenrechtsverletzungen im Heimatland, politische Verfolgung u.a..
Ethnische Herkunft, sozialer, kulturel er und/oder religiöser Hintergrund
unterscheiden MigrantInnen von der mehrheitlichen Gesel schaft im Aufenthaltsland.
Deutschland liegt mit einem Ausländeranteil (Personen ohne deutsche
Staatsangehörigkeit) von 9% an dritter Stel e al er Staaten der Europäischen Union
(Stand
1999).
Zu
beachten
sind
al erdings
unterschiedliche
Staatsangehörigkeitsregelungen in den EU-Ländern. Deutlich wird hiermit, dass
Deutschland ein Einwanderungsland ist. Ein Drittel al er Ausländer wohnt bereits 20
Jahre und länger in Deutschland. Von ihnen sind die meisten als Gastarbeiter zu
Beginn der 60er Jahre in die Bundesrepublik gekommen.
1.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
Die Kinder und Enkel der früheren Gastarbeiter sind in Deutschland geboren.
Daher lässt sich bei ihnen wohl kaum noch von Migranten und Migrantinnen
sprechen. Dennoch scheint die Einwanderung der (Groß-)eltern großen Einfluss auf
das Aufwachsen dieser Kinder im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne
Migrationshintergrund zu haben.
Diesen in Deutschland geborenen Kindern wird zusätzlich zur
Staatsangehörigkeit der Eltern auch die deutsche Staatsangehörigkeit zuerkannt.
Daher tauchen sie in vielen Ausländerstatistiken nicht mehr auf, weil die
Staatsangehörigkeit oft ein Unterscheidungsmerkmal ist.
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind daher ,,...al e, die
entweder selbst einwanderten oder deren Eltern Migranten waren, auch wenn sie
selbst in Deutschland geboren wurden und den deutschen Pass besitzen." 3 Unter
diese Definition fal en mittlerweile fast ein Drittel al er Kinder und Jugendlichen in
Deutschland. In Nordrhein-Westfalen sind es sogar nahezu 40%.4
1 Vgl. Braun 2002, S.643-644
2 Braun 2002, S.643
3 http://www.schader-stiftung.de/wohn_wandel/848.php vom 28.Januar 2006
4 Kraus 2005, S. 260
3
Im Folgenden wird häufig von ausländischen SchülerInnen, Kindern oder
Jugendlichen sowie Migrantenkindern gesprochen. Gemeint sind in der Regel, sofern
nicht
ausdrücklich
anders
erwähnt,
Kinder
und
Jugendliche
mit
Migrationshintergrund, also sowohl solche, die einen deutschen Pass haben, als
auch welche ohne.
2 Aktuelle Lage
Beide Pisa Studien (2000 und 2003) beklagen die Bildungssituation in
Deutschland besonders im Zusammenhang mit Bildungschancen für Kinder und
Jugendliche mit Migrationshintergrund und solchen aus sozial schwachen Familien.
Pisa 2003 sieht einen engen Zusammenhang zwischen Kompetenzen in den
verschieden Bereichen (Mathematik, Lesefähigkeit) und Migration.5 Zum Vergleich
wurde die Mathematikkompetenz herangezogen. Die Ergebnisse sind jedoch mit
denen aus anderen Kompetenzbereichen (z.B. Lesen) nahezu identisch. In der
Stichprobe für Deutschland waren 20,6 % Jugendliche mit Migrationsstatus vertreten.
Sie erreichten ein deutlich geringeres Kompetenzniveau als Gleichaltrige ohne
Migrationshintergrund. Besonders erstaunlich ist, dass SchülerInnen, die in
Deutschland geboren sind und von Anfang an das deutsche Schulsystem besucht
haben, schlechter abschneiden als neu zugewanderte Jugendliche (diese liegen aber
dennoch weit unter den Ergebnissen deutscher Jugendlicher).6 Ähnliche Tendenzen
finden sich auch in den anderen OECD-Staaten, jedoch liegt Deutschland hier
deutlich unter dem internationalen Durchschnitt.
Hierzulande besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft
und mathematischer Kompetenz, welche vor al em über Beteiligungschancen an
Schulformen vermittelt wird. Diese sind für SchülerInnen aus sozialschwachen
Familien (aus denen ein Großteil der ausländischen SchülerInnen kommt) deutlich
niedriger als in der oberen Bevölkerungsschicht. Ähnliche Tendenzen gibt es auch in
den anderen untersuchten Ländern. Schaut man jedoch nur auf die Lesekompetenz,
so sind in keinem anderen der 32 Pisa-Länder die Unterschiede zwischen
Jugendlichen aus höheren und niedrigeren Sozialschichten so groß wie in
Deutschland.7
5vgl. Pisa-Konsortium Deutschland 2003, S.22-26
6 vgl. Pisa-Konsortium Deutschland 2003, S.22-26
7 vgl. Bertelsmann Stiftung, S.3
4
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