"Du kommst hier nicht rein!"

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Details

Titel: "Du kommst hier nicht rein!"
Untertitel : Migration - ein Hindernis im deutschen Schulsystem
Autor: Bachelor Soziale Arbeit Rebecca Brohm
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Veranstaltung: Entwicklung unter Risikobedingungen
Institution/Hochschule: Hochschule für Sozialwesen Esslingen
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 158 KB
Archivnummer: V112328
ISBN (E-Book): 978-3-640-11708-6
ISBN (Buch): 978-3-640-11743-7

Zusammenfassung / Abstract

Die dritte PISA Studie hat es gezeigt: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund scheinen im deutschen Schul- und Ausbildungssystem Probleme zu haben. In einer Gesellschaft, in der schulische Leistungen von außerordentlicher Bedeutung sind für den zukünftigen Lebenslauf eines Menschen, sind die Ergebnisse alarmierend. Viele ausländische Familien leben bereits in der 2. oder 3. Generation in Deutschland, trotzdem scheint eine Integration nicht wirklich stattgefunden zu haben. Die Probleme der Kinder und Jugendlichen in Schule und Ausbildung sind ein Aspekt an dem dies deutlich wird. Ziel der Hausarbeit ist es mögliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu untersuchen und schließlich Schlussfolgerungen für eine gelingende Integration ziehen. Zunächst soll die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bezug auf Schule und Ausbildung dargestellt werden. Daraufhin soll der Frage nachgegangen werden, wieso dies so ist. Vorgestellt werden hierzu mögliche Risikofaktoren. Im darauffolgenden Teil schließlich werden Interventionsmöglichkeiten vorgestellt. Zuerst geht es um Möglichkeiten, die von Seiten der Schule angeboten werden könnten. Am Schluss wird anhand eines Beispiels aus der Praxis dargestellt, welche Rolle die Soziale Arbeit einnehmen kann um betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen. Eine wirklich umfassende Darstellung der Thematik ist in einer Hausarbeit leider nicht möglich, daher werden nur einzelne Aspekte dargestellt. Außerdem liegt die Konzentration auf Kindern und Jugendlichen in der Schule. Auch wird nicht im Speziellen zwischen der Situation von Jungen und Mädchen unterschieden, da es Ziel der Arbeit ist, einen allgemeinen knappen Überblick über das Thema darzustellen. Auch Probleme im Bereich Ausbildung, Studium etc. werden nur am Rande erwähnt, aber nicht extra beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und wie diese im bestehenden Schulsystem unterstützt und damit Leistungsunterschiede zu deutschen SchülerInnen verringert werden können. Es geht also nicht darum, ein komplett neues Schulsystemkonzept zu entwickeln.

Textauszug (computergeneriert)

Hochschule für Sozialwesen Esslingen

,,Du kommst hier nicht rein!"

Migration ein Hindernis im deutschen Schulsystem

Rebecca Brohm

Modul 2.2 Entwicklung unter Risikobedingungen

Wintersemester 2005/2006


Gliederung

Gliederung 1

1

Begriffsklärungen 3

1.1

Migration 3

1.2

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund 3

2

Aktuel e Lage 4

3

Mögliche Risikofaktoren 5

3.1

Aufeinanderpral en verschiedener Erziehungsvorstel ungen 6

3.2

Überforderung durch Selbstplatzierungsnotwendigkeit 7

3.3

Mangelnde Einbindung in die primäre Stufe des Bildungssystems

(Kindergarten) 8

4

Interventionsmöglichkeiten 10

4.1

Bilinguales Schulsystem 10

4.2

Individuel e Förderung 12

4.2.1

Kindergarten/Vorschule 13

4.2.2

Schulzeit 14

4.3

Rol e der Sozialen Arbeit 15

4.3.1

Interkulturel e Kompetenz 15

4.3.2

Projektvorstel ung Hamburg-Wilhelmsburg 17

5

Schlusswort 20

6

Literaturverzeichnis 21


Einleitung

Die dritte PISA Studie hat es gezeigt: Kinder und Jugendliche mit

Migrationshintergrund scheinen im deutschen Schul- und Ausbildungssystem

Probleme zu haben. In einer Gesel schaft, in der schulische Leistungen von

außerordentlicher Bedeutung sind für den zukünftigen Lebenslauf eines Menschen,

sind die Ergebnisse alarmierend.

Viele ausländische Familien leben bereits in der 2. oder 3. Generation in

Deutschland, trotzdem scheint eine Integration nicht wirklich stattgefunden zu haben.

Die Probleme der Kinder und Jugendlichen in Schule und Ausbildung sind ein Aspekt

an dem dies deutlich wird.

Ziel der Hausarbeit ist es mögliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu

untersuchen und schließlich Schlussfolgerungen für eine gelingende Integration

ziehen.

Zunächst sol die aktuel e Situation von Kindern und Jugendlichen mit

Migrationshintergrund im Bezug auf Schule und Ausbildung dargestel t werden.

Daraufhin sol der Frage nachgegangen werden, wieso dies so ist. Vorgestel t

werden hierzu mögliche Risikofaktoren. Im darauffolgenden Teil schließlich werden

Interventionsmöglichkeiten vorgestel t. Zuerst geht es um Möglichkeiten, die von

Seiten der Schule angeboten werden könnten. Am Schluss wird anhand eines

Beispiels aus der Praxis dargestel t, welche Rol e die Soziale Arbeit einnehmen kann

um betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Eine wirklich umfassende Darstel ung der Thematik ist in einer Hausarbeit

leider nicht möglich, daher werden nur einzelne Aspekte dargestel t. Außerdem liegt

die Konzentration auf Kindern und Jugendlichen in der Schule. Auch wird nicht im

Speziel en zwischen der Situation von Jungen und Mädchen unterschieden, da es

Ziel der Arbeit ist, einen al gemeinen knappen Überblick über das Thema

darzustel en. Auch Probleme im Bereich Ausbildung, Studium etc. werden nur am

Rande erwähnt, aber nicht extra beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und

Jugendlichen mit Migrationshintergrund und wie diese im bestehenden Schulsystem

unterstützt und damit Leistungsunterschiede zu deutschen SchülerInnen verringert

werden können. Es geht also nicht darum, ein komplett neues Schulsystemkonzept

zu entwickeln.

2


1 Begriffsklärungen

1.1 Migration

1

,,Migration bezeichnet als Oberbegriff den Wanderungsprozess von Einzelnen und

Gruppen über Nationalitätsgrenzen hinweg."2

Die Gründe für Migration sind sehr verschieden: Kriege, wirtschaftliche

Gründe, Menschenrechtsverletzungen im Heimatland, politische Verfolgung u.a..

Ethnische Herkunft, sozialer, kulturel er und/oder religiöser Hintergrund

unterscheiden MigrantInnen von der mehrheitlichen Gesel schaft im Aufenthaltsland.

Deutschland liegt mit einem Ausländeranteil (Personen ohne deutsche

Staatsangehörigkeit) von 9% an dritter Stel e al er Staaten der Europäischen Union

(Stand

1999).

Zu

beachten

sind

al erdings

unterschiedliche

Staatsangehörigkeitsregelungen in den EU-Ländern. Deutlich wird hiermit, dass

Deutschland ein Einwanderungsland ist. Ein Drittel al er Ausländer wohnt bereits 20

Jahre und länger in Deutschland. Von ihnen sind die meisten als Gastarbeiter zu

Beginn der 60er Jahre in die Bundesrepublik gekommen.

1.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Die Kinder und Enkel der früheren Gastarbeiter sind in Deutschland geboren.

Daher lässt sich bei ihnen wohl kaum noch von Migranten und Migrantinnen

sprechen. Dennoch scheint die Einwanderung der (Groß-)eltern großen Einfluss auf

das Aufwachsen dieser Kinder im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne

Migrationshintergrund zu haben.

Diesen in Deutschland geborenen Kindern wird zusätzlich zur

Staatsangehörigkeit der Eltern auch die deutsche Staatsangehörigkeit zuerkannt.

Daher tauchen sie in vielen Ausländerstatistiken nicht mehr auf, weil die

Staatsangehörigkeit oft ein Unterscheidungsmerkmal ist.

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind daher ,,...al e, die

entweder selbst einwanderten oder deren Eltern Migranten waren, auch wenn sie

selbst in Deutschland geboren wurden und den deutschen Pass besitzen." 3 Unter

diese Definition fal en mittlerweile fast ein Drittel al er Kinder und Jugendlichen in

Deutschland. In Nordrhein-Westfalen sind es sogar nahezu 40%.4

1 Vgl. Braun 2002, S.643-644

2 Braun 2002, S.643

3 http://www.schader-stiftung.de/wohn_wandel/848.php vom 28.Januar 2006

4 Kraus 2005, S. 260

3


Im Folgenden wird häufig von ausländischen SchülerInnen, Kindern oder

Jugendlichen sowie Migrantenkindern gesprochen. Gemeint sind in der Regel, sofern

nicht

ausdrücklich

anders

erwähnt,

Kinder

und

Jugendliche

mit

Migrationshintergrund, also sowohl solche, die einen deutschen Pass haben, als

auch welche ohne.

2 Aktuelle Lage

Beide Pisa Studien (2000 und 2003) beklagen die Bildungssituation in

Deutschland besonders im Zusammenhang mit Bildungschancen für Kinder und

Jugendliche mit Migrationshintergrund und solchen aus sozial schwachen Familien.

Pisa 2003 sieht einen engen Zusammenhang zwischen Kompetenzen in den

verschieden Bereichen (Mathematik, Lesefähigkeit) und Migration.5 Zum Vergleich

wurde die Mathematikkompetenz herangezogen. Die Ergebnisse sind jedoch mit

denen aus anderen Kompetenzbereichen (z.B. Lesen) nahezu identisch. In der

Stichprobe für Deutschland waren 20,6 % Jugendliche mit Migrationsstatus vertreten.

Sie erreichten ein deutlich geringeres Kompetenzniveau als Gleichaltrige ohne

Migrationshintergrund. Besonders erstaunlich ist, dass SchülerInnen, die in

Deutschland geboren sind und von Anfang an das deutsche Schulsystem besucht

haben, schlechter abschneiden als neu zugewanderte Jugendliche (diese liegen aber

dennoch weit unter den Ergebnissen deutscher Jugendlicher).6 Ähnliche Tendenzen

finden sich auch in den anderen OECD-Staaten, jedoch liegt Deutschland hier

deutlich unter dem internationalen Durchschnitt.

Hierzulande besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft

und mathematischer Kompetenz, welche vor al em über Beteiligungschancen an

Schulformen vermittelt wird. Diese sind für SchülerInnen aus sozialschwachen

Familien (aus denen ein Großteil der ausländischen SchülerInnen kommt) deutlich

niedriger als in der oberen Bevölkerungsschicht. Ähnliche Tendenzen gibt es auch in

den anderen untersuchten Ländern. Schaut man jedoch nur auf die Lesekompetenz,

so sind in keinem anderen der 32 Pisa-Länder die Unterschiede zwischen

Jugendlichen aus höheren und niedrigeren Sozialschichten so groß wie in

Deutschland.7

5vgl. Pisa-Konsortium Deutschland 2003, S.22-26

6 vgl. Pisa-Konsortium Deutschland 2003, S.22-26

7 vgl. Bertelsmann Stiftung, S.3

4


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