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Untertitel: Gesundheitsförderung von Mitarbeitern in der Altenpflege am Praxisbeispiel der Biographiearbeit
Seminararbeit, 2006, 25 Seiten
Autor: Beate Schlüter-Rickert
Fach: Pflegewissenschaften
Details
Tags: Antonovsky`s, Modell, Salutogenese
Jahr: 2006
Seiten: 25
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-14076-3
ISBN (Buch): 978-3-640-14083-1
Dateigröße: 160 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Seit Antonovsky den Begriff der Salutogenese prägte, steht dieser in engem Zusammenhang mit dem Feld der Prävention und Gesundheitsförderung. Aber, ist Salutogenese gleich zu setzen mit diesen beiden Begriffen? Ist es in Antonovsky`s Sinn, diese Begriffe miteinamder zu verknüpfen? Was ist eigentlich Salutogenese und wo finden sich praktische Anwendungsfelder? In Hinblick auf diese Fragen, ist es sinnvoll zunächst Antonovsky`s Modell in seinen Grundzügen zu erläutern und mögliche Zielsetzungen hervor zu heben. Nach einer theoretischen Darstellung soll ein möglicher Transfer in die Praxis am Beispiel der Gesundheitsförderung von Mitarbeiter vollzogen werden. Exemplarisch soll die Biographiearbeit in der Altenpflege erläutert werden, die anhand von Erikson`s Werk „Der vollständige Lebenszyklus“ konkretisiert wird. Am Beispiel dieses Handlungsfeldes soll als eine von vielen möglichen Variablen gezeigt werden, wie eine positive Beeinflussung der Gesundheit von Mitarbeitern vollzogen werden kann. Anspruch dieser Hausarbeit ist es keineswegs, alle Facetten zu beleuchten. In diesem engen Rahmen kann es nur darum gehen: • Die Grundzüge des Salutogenese-Modells kennen zu lernen • In Zukunft der Verwendung des Begriffes der Salutogenese kritisch gegenüber zu stehen • Angeregt durch das Praxisbeispiel im eigenen Kontext nach Umsetzungsmöglichkeiten des Modells zu forschen Mit der Entwicklung des Modells der Salutogenese wollte Antonovsky der dichotomen Sichtweise von Krankheit und Gesundheit entgegentreten. Vor allem in der einseitigen Betrachtung der Pathogenese, konzentriert auf Symptome, Krankheitserreger und Möglichkeiten der Therapie sah er eine Verschwendung von Ressourcen.
Textauszug (computergeneriert)
Hamburger Fern-Hochschule
Studiengang Pflegemanagement
Essen
Studienfach Gesundheitswissenschaft
PM-GEW-P12
Hausarbeit zum Themenkomplex:
Antonovsky`s Modell der Salutogenese
Gesundheitsförderung von Mitarbeitern in der Altenpflege
am Praxisbeispiel der Biographiearbeit
Frühjahrssemester
von
Beate Schlüter-Rickert
Inhaltsverzeichnis
1. Erläuterung und Abgrenzung des Themas 3
2. Das Modell der Salutogenese 4
2.1. Ein kurzer Überblick 4
2.2. Das Kohärenzgefühl (Sense of coherence = SOC) 4
2.3. Wiederstandsressourcen und Wiederstandsdefizite- SOC und Gesundheit 6
2.4. Grenzen des SOC 9
2.5. SOC und Gesundheit 10
2.6. Der SOC im Lebensverlauf 10
3. Transfer der theoretischen Bausteine in die Praxis 12
3.1. Grundsätzliche Erwägungen 12
Verstehbarkeit 13
Handhabbarkeit 14
3.2. Praxisbeispiel Biographiearbeit 15
4. Erikson`s Lebenszyklusmodell 16
4.1. Hinführung zum Lebenszyklusmodell 16
4.2. Die psychosozialen Krisen 17
4.3. Die Tugenden 19
4.4. Die Einfluß der Umwelt 19
4.5. Schlußfolgerung 20
5. Zusammenfassung und kritische Würdigung 22
Quellenverzeichnis 24
2
1
.
Erläuterung und Abgrenzung des Themas
Seit Antonovsky den Begriff der
Salutogenese
prägte, steht dieser in engem Zusammenhang
mit dem Feld der Prävention und Gesundheitsförderung.
Aber, ist
Salutogenese
gleich zu setzen mit diesen beiden Begriffen?
Ist es in Antonovsky`s Sinn, diese Begriffe miteinamder zu verknüpfen?
Was ist eigentlich
Salutogenese
und wo finden sich praktische Anwendungsfelder?
In Hinblick auf diese Fragen, ist es sinnvoll zunächst Antonovsky`s Modell in seinen
Grundzügen zu erläutern und mögliche Zielsetzungen hervor zu heben.
Nach einer theoretischen Darstellung soll ein möglicher Transfer in die Praxis am Beispiel der
Gesundheitsförderung von Mitarbeiter vollzogen werden.
Exemplarisch soll die Biographiearbeit in der Altenpflege erläutert werden, die anhand von
Erikson`s Werk ,,Der vollständige Lebenszyklus" konkretisiert wird. Am Beispiel dieses
Handlungsfeldes soll als eine von vielen möglichen Variablen gezeigt werden, wie eine
positive Beeinflussung der Gesundheit von Mitarbeitern vollzogen werden kann.
Anspruch dieser Hausarbeit ist es keineswegs, alle Facetten zu beleuchten. In diesem engen
Rahmen kann es nur darum gehen:
· Die Grundzüge des
Salutogenese-Modells
kennen zu lernen
· In Zukunft der Verwendung des Begriffes der
Salutogenese
kritisch
gegenüber zu stehen
· Angeregt
durch das Praxisbeispiel im eigenen Kontext nach
Umsetzungsmöglichkeiten des Modells zu forschen
3
2. Das Modell der Salutogenese
2.1. Ein kurzer Überblick
Mit der Entwicklung des Modells der
Salutogenese
wollte Antonovsky der dichotomen
Sichtweise von Krankheit und Gesundheit entgegentreten.
Vor allem in der einseitigen Betrachtung der Pathogenese, konzentriert auf Symptome,
Krankheitserreger und Möglichkeiten der Therapie sah er eine Verschwendung von
Ressourcen.
Sein Ansatz ist ein völlig anderer, ihn interessierte viel mehr die Frage, warum Menschen
trotz vieler gesundheitsgefährdender Einflüsse und den widrigen Umständen verschiedener
Kontexte gesund bleiben.
Der Perspektivenwechsel vollzieht sich dahin, daß Antonvsky alle Individuen auf einem
Kontinuum
, dessen eine Pol Gesundheit und der andere Krankheit ist, verortet sieht. Wobei
Bewegung in die eine oder andere Richtung möglich ist. Und somit ein Zustand von mehr
oder weniger gesund bzw. krank zu Grunde gelegt wird.
Maßgeblich für die Lokalisation auf dem
Gesundheits-Krankheits- Kontinuum
ist nach
Antonovsky das
Kohärenzgefühl
. (1997, S. 23)
Dieses wiederum setzt sich aus den drei Komponenten
Verstehbarkeit,
Handhabarkeit,
Bedeutsamkeit
zusammen. (1997, S. 34)
Weitere Kernbestandteile seines Konzeptes sind
generalisierte
Widerstandsresourcen
,
definiert als eine Vielzahl von Variabeln bzw. Ressourcen, die mobilisiert werden können, um
Probleme zu lösen.
2.2. Das Kohärenzgefühl (Sense of coherence = SOC)
,,Das
Kohärenzgefühl
ist eine Hauptderterminate sowohl dafür, welche Position man auf dem
Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
erhält als auch dafür, daß man sich in Richtung des
gesunden Pols bewegt". (Antonovsky 1997, S. 33)
Wobei es sich beim
Kohärenzgefühl
um eine individuelle sowohl kognitive als auch affetkiv-
motivationale Grundeinstellung handelt, die Menschen in die Lage versetzt, vorhandene
4
Resourcen zum Erhalt Ihrer Gesundheit und Ihres Wohlbefindens zu nutzen. (Bengel u.a.
2001, S. 28)
Nach Antonovsky ist das
Kohärenzgefüh
l ,,eine globale Orientierung die ausdrückt, in
welchem Ausmaß man ein durchdringendes, ausdauerndes und dennoch dynamisches Gefühl
des Vertrauens hat, daß
1. die Stimulie, die sich im Verlauf des Lebens aus der inneren und äußeren
Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind;
2. einem die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen die
diese Stimulie stellen, zu begegnen;
3. die Anforderungen, Herausforderungen sind, die Anstrengung und
Engagement lohnen". (1997, S. 36)
Um das eigentliche Konstrukt des
Kohärenzgefühls
zu identifizieren und die das
Kohärenzgefühl
beeinflussenden Komponenten zu extrahieren, führte er 51 Tiefeninterviews
durch, mit Personen nach schwerem Trauma aber dennoch guten Zurechtkommen im Leben.
Dabei machte er drei Themen aus, die bei allen Personen mit hohem
SOC
stark ausgeprägt
waren und bei der anderen Gruppe fehlten.
Diese drei Themen waren:
Verstehbarkeit, Handhabbarkeit
und
Bedeutsamkeit.
Seither gelten diese drei Themenbereiche als Kernstücke des
Kohärenzgefühls
.
Verstehbarkeit (Sens of comprehenssibilty)
Verstehbarkeit definiert Antonovsky als, ,,das Ausmaß, in welchem man interene und externe
Stimulie als kognitiv sinnvoll wahrnimmt, als geordnete, konsistente, strukturierte und klare
Informationen und nicht als rauschen- chaotisch, ungeordnet, willkürlich, zufällig und
unerklärlich". (1997 S. 34)
Es handelt sich hierbei um die Interpretationsfähigkeit von Personen, Ereignisse als sinnvoll
und erklärbar einzuordnen.
5
Handhabbarkeit (sense of manageability)
Spiegelt sich in der Überzeugung wieder, mit Problemen umgehen zu können, sie nicht als
Last, sondern als Herausforderung zu sehen und über Ressourcen zu verfügen, um diese zu
bewältigen. Wobei es sich bei den Ressourcen sowohl um internale Fähigkeiten als auch
Einflüsse von Außen wie z.B. soziale Beziehungen oder der Glaube an Gott handeln kann.
Nach Antonovsky ist
Handhabbarkeit
,,das Ausmaß, in dem man wahrnimmt, daß man
geeignete Ressourcen zur Verfügung hat, um den Anforderungen zu begegnen, die von den
Stimulie, mit denen man konfrontiert wird, ausgehen. ,,(1997 S. 35).
Bedeutsamkeit (sense of meaningfulness)
,,Formal bezieht sich diese Komponente auf das Ausmaß, in dem man das Leben emotional
als sinnvoll betrachtet". (Antonovsky 1997 S. 35)
Personen mit einer hohen Ausprägung dieser Komponente verfügen über Lebensbereiche, die
ihnen nicht nur kognitiv sondern vor allem emotional wichtig sind.
Unter dieser Prämisse lohnt es sich, Energien zu investieren, sich zu engagieren und
Anforderungen in diesen Bereichen als sinnvoll zu betrachten.
Zwar sind diese Komponenten einzeln definierbar, stehen aber unweigerlich in engen
Zusammenhang und sind nicht nur in linearer Abfolge zu betrachten.
Sie hängen voneinander ab und bedingen sich auch gegenseitig. Wobei Antonovsky der
Bedeutsamkeit
eine zentrale Stellung einräumt. Denn erst wenn uns Dinge tatsächlich
interessieren, nutzen wir die
Verstehbarkeit
und
Handhabbarkeit.
2.3. Wiederstandsressourcen und Wiederstandsdefizite- SOC und Gesundheit
Widerstandsdefizite
, die Antonovsky auch als Stressoren bezeichnet, sind allgegenwärtig in
unterschiedlicher Ausprägung und Intensität, und erzeugen zunächst einen Spannungszustand,
was nach Antonovsky nicht gleichzusetzen ist mit Stress (1997, S. 125) und nicht
zwangsläufig negativ sein muß.
Antonovsky definiert einen Stressor als ,,Merkmal, daß Entropie ins System bringt, d.h. eine
Lebenserfahrung, die durch Inkonsistenz, Unter- und Überforderung und fehlende Teilhabe
am Entscheidungsprozeß charakterisiert ist". (1997, S. 44).
Ob aus dem, von den Stressoren ausgelösten Spannungszustand Stress entsteht, hängt
maßgeblich davon ab, wie das Individuum den Kontakt mit dem Stimulie
bewertet
und
welche Variablen der Bewältigung zur Verfügung stehen. Die vorhandenen Möglichkeiten der
Bewältigung bezeichnet Antonovsky als
generalisierte
Widerstandsressourcen
. Folgt man
6
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