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"Teenager außer Kontrolle"

Subtitle: Erziehungslager als sinnvolles reformpädagogisches Konzept?

Scholary Paper (Seminar), 2008, 17 Pages
Author: Inga Hemmerling
Subject: Pedagogy - Reform Pedagogics

Details

Event: "Alte" und "neue" Reformpädagogik
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Institut für Pädagogik)
Tags: Teenager, Kontrolle, Alte, Reformpädagogik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V112514
ISBN (E-book): 978-3-640-10847-3
ISBN (Book): 978-3-640-11002-5
File size: 127 KB
Notes :
17 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 13 Internetquellen.


Abstract

[...] In den „Bootcamps“ wird der Wille der Insassen systematisch und entwürdigend gebrochen. Es soll, so Wolfgang Bosbach von der CDU, darum gehen, den Kriminellen eine Einrichtung anzubieten, in denen sich die Straftäter unter geschulter pädagogischer Aufsicht an einen geregelten Tagesablauf und an bestimmte einzuhaltende Regeln gewöhnen sollen. Ziel der Unionsfraktion ist es, Jugendliche schnellst möglich aus ihren kriminellen Milieus herauszuholen und ihnen die strikte Beachtung von Normen und Werten in Erziehungslagern beizubringen. Da die SPD aber anders als die CDU Erziehungslager als Verstoß gegen die Menschenrechte definiert, ist der Streit zwischen den Parteien um das Reizthema „Erziehungslager“ noch nicht beendet. Was aber ist nun die richtige Entscheidung in der Diskussion um Erziehungslager? Können sie so aufgebaut und konzeptioniert sein, dass sie ihr Ziel, das Herausführen der Jugendlichen aus ihren kriminellen Milieus, ohne menschenunwürdige Aspekte erfüllen können? Um sich an eine Antwort dieser Fragen annähern zu können, müssen verschiedene Modelle von Erziehungscamps benannt und hinsichtlich ihrer inneren Struktur betrachtet werden. In dem Rahmen dieses Aufsatzes werden zwei Formen eines Erziehungslagers vorgestellt werden: Das Wildnis-Therapie-Programm der Organisation Catherine Freer und das „Boxcamp“ von Lothar Kannenberg. In beiden Konzepten stehen bestimmte leitende Elemente im Mittelpunkt. In dem Konzept Cetherine Freers ist die Natur das Herzstück des Programms, während sich in dem Erziehungslager Lothar Kannenbergs alles um den Sport dreht. Die Thematik der Erziehungslager soll anschließend in die pädagogische Linie dreier Ansätze eingegliedert werden, die von Aspekten geprägt sind, die sich auch die Konzepte der Erziehungslager zu Eigen machen. Näher betrachtet werden soll im Rahmen dieser Arbeit die Idee der Charaktererziehung von Foerster, die Erlebnispädagogik Hanhs und die Konzeption der Landerziehungsheime von Lietz. Abschließend werden die Modelle des Erziehungslagers kritische reflektiert, um im Fazit eine erste vorsichtige Beantwortung der zu Beginn gestellten Fragen nach der Sinnhaftigkeit von Erziehungslagern geben zu können.


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum

Institut für Pädagogik

WiSe 07/08

Seminar: ,,Alte" und ,,neue" Reformpädagogik

,,Teenager außer Kontrolle"

Erziehungslager als ,,neues"

reformpädagogisches Konzept?

Verfasserin: Inga Hemmerling

Studienfächer: Deutsch, Pädagogik


Gliederung

1

EINLEITUNG

2

2

,,TEENAGER AUßER KONTROLLE ­ LETZTER AUSWEG WILDER WESTEN"

3

3

DAS ,,BOXCAMP"

5

4

EINORDNUNG DER KONZEPTIONEN IN REFORMPÄDAGOGISCHE IDEEN

6

4.1

Die Charaktererziehung Foersters

7

4.2

Die Erlebnispädagogik

8

4.3

Die Landerziehungsheime Lietz′

9

5

ERZIEHUNGSLAGER ALS REFORMPÄDAGOGISCHES KONZEPT? EINE KRITISCHE

REFLEXION

11

6

FAZIT

13

7

LITERATURANGABEN 15

1


1 Einleitung

,,Kriminelle Jugendliche immer brutaler" (Focus); ,,Alptraum Jugend - Wo gibt es Hilfe für

kriminelle Jugendliche?" (MDR); ,,Der finale Tritt des Teufelsmädchens" (spiegel online);

,,Kriminelle Jugendliche

-

Ratlose Politiker" (n-tv)

Die Zeitungen und Online-Magazine sind voll von Artikeln, die Überschriften wie diese

tragen. Obwohl Jugendkriminalität durchaus kein neues Problem der modernen Gesellschaft

ist, ist es zum momentanen Zeitpunkt eines der am brisantesten diskutierten Themen. Vor

allem nach dem brutalen Überfall zweier Jugendlicher auf einen Rentner in der Münchener U-

Bahnstation wird heftig darüber diskutiert, wie mit kriminellen Jugendlichen umgegangen

werden soll.

Roland Koch ist sich seines Zeichens sicher, dass das Problem der überhöhten und immer

brutaler werdenden Jugendkriminalität nur durch eine Verschärfung des Jugendstrafrechts

behoben werden könne. Koch fordert einen ,,Warnschussarrest", der bei Bewährungssatrfen

zusätzlich verhängt werden solle. Nach ihm könnten kriminelle Karrieren nur schnell genug

unterbrochen werden, wenn die Jugnedlichen neben einer Bewährungsstrafe zusätzlich

spüren, was es heißt, sich in einem freiheitseinschränkenden Arrest zu befinden.1 Dabei ginge

es nicht um militärischen Drill oder menschenverachtende Methoden, wie es aus dem

amerikanischen Modell der ,,Bootcamps" bekannt ist. In den ,,Bootcamps" wird der Wille der

Insassen systematisch und entwürdigend gebrochen. Es soll, so Wolfgang Bosbach von der

CDU, darum gehen, den Kriminellen eine Einrichtung anzubieten, in denen sich die Straftäter

unter geschulter pädagogischer Aufsicht an einen geregelten Tagesablauf und an bestimmte

einzuhaltende Regeln gewöhnen sollen.2 Ziel der Unionsfraktion ist es, Jugendliche schnellst

möglich aus ihren kriminellen Milieus herauszuholen und ihnen die strikte Beachtung von

Normen und Werten in Erziehungslagern beizubringen. Da die SPD aber anders als die CDU

Erziehungslager als Verstoß gegen die Menschenrechte definiert, ist der Streit zwischen den

Parteien um das Reizthema ,,Erziehungslager" noch nicht beendet.3

Was aber ist nun die richtige Entscheidung in der Diskussion um Erziehungslager? Können

sie so aufgebaut und konzeptioniert sein, dass sie ihr Ziel, das Herausführen der Jugendlichen

aus ihren kriminellen Milieus, ohne menschenunwürdige Aspekte erfüllen können?

Um sich an eine Antwort dieser Fragen annähern zu können, müssen verschiedene Modelle

von Erziehungscamps benannt und hinsichtlich ihrer inneren Struktur betrachtet werden. In

1 Zucchi, U.: Ruf nach ,,Warnschussarrest, Erziehungslager und Abschiebung. Januar 2008.

http://www.zeit.de/online/2008/01/jugendstrafrecht-koch-zypries

2 http://www.philosophie.uni-karlsruhe.de/files/uploads/382_Maring_EPG1_Materialien_0701_2008.pdf S.1.

3 Zucchi, U.: Ruf nach ,,Warnschussarrest, Erziehungslager und Abschiebung. Januar 2008.

http://www.zeit.de/online/2008/01/jugendstrafrecht-koch-zypries

2


dem Rahmen dieses Aufsatzes werden zwei Formen eines Erziehungslagers vorgestellt

werden: Das Wildnis-Therapie-Programm der Organisation Catherine Freer und das

,,Boxcamp" von Lothar Kannenberg. In beiden Konzepten stehen bestimmte leitende

Elemente im Mittelpunkt. In dem Konzept Cetherine Freers ist die Natur das Herzstück des

Programms, während sich in dem Erziehungslager Lothar Kannenbergs alles um den Sport

dreht.

Die Thematik der Erziehungslager soll anschließend in die pädagogische Linie dreier Ansätze

eingegliedert werden, die von Aspekten geprägt sind, die sich auch die Konzepte der

Erziehungslager zu Eigen machen. Näher betrachtet werden soll im Rahmen dieser Arbeit die

Idee der Charaktererziehung von Foerster, die Erlebnispädagogik Hanhs und die Konzeption

der Landerziehungsheime von Lietz.

Abschließend werden die Modelle des Erziehungslagers kritische reflektiert, um im Fazit eine

erste vorsichtige Beantwortung der zu Beginn gestellten Fragen nach der Sinnhaftigkeit von

Erziehungslagern geben zu können.

2 ,,Teenager außer Kontrolle ­ Letzter Ausweg wilder Westen"

Ein erstes Beispiel eines Erziehungslagers soll hier das Wildnis-Therapie-Programm der

Organisation Catherine Freer betrachtet werden. Bis Ende April zeigte RTL mittwochs abends

das Erlebnis und den Kampf der 8 Jugendlichen mit sich selbst, den Erziehern und der Natur

im wilden Westen.

Das Wildnis-Therapie-Programm existiert seit 20 Jahren und verbindet seither den

Programmmittelpunkt der Natur mit der Erziehung krimineller Jugendlicher. ,,Die Therapie

verbindet individuelle Therapie und Gruppen-Therapie mit therapeutischem

Verhaltensmanagement in der natürlichen Umgebung der Wildnis. Die Jugendlichen

gewinnen weit entfernt von den Ablenkungen und Gewohnheiten ihres Alltags eine neue

Perspektive und entdecken die Werte neu, die wichtig sind, um ein erfolgreiches Leben zu

führen."4

Das Wildnistherapieprogramm soll Jugendlichen helfen, die essentiellen Werte

wiederzuentdecken, die sie zu einer erfolgreichen Gestaltung ihres Lebens benötigen. Diese

Werte sind laut dem Programm von Catherine Freer Familie, Verantwortung, Ehrlichkeit,

Vertrauen und Respekt.5 Die Jugendlichen nehmen an

4 http://www.rtl.de/tv/tv_933447.php? (Konzept)

5 http://www.cfreer.com/german-homepage/

3



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