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Betrieb des Fuhrparks des Landkreises Kassel mit Flüssiggas und damit verbundene ökonomische und ökologische Aspekte

Diplomarbeit, 2003, 41 Seiten
Autor: Marc Schoelzel
Fach: Umweltwissenschaften

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 41
Note: 11,5
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V112554
ISBN (E-Book): 978-3-640-12203-5

Dateigröße: 789 KB

Zusammenfassung / Abstract

In Zeiten knapper Haushaltsmittel bei der öffentlicher Hand und der nicht verstummenden Klimadiskussion suchen auch die Kommunen nach neuen Wegen, um Kosteneinsparungen zu erzielen und Umweltbelastungen zu reduzieren. Ein nicht geringes Einsparungspotential aus sowohl ökonomischer als auch ökologischer Sicht besteht beim Betrieb kommunaler Fahrzeugflotten mit alternativen Energieträgern wie zum Beispiel Rapsmethylester (Biodiesel), Wasserstoff, Erdgas und Autogas. Der Landkreis Kassel hat aufgrund dieser neuen Denkweise im Jahr 2005 eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen und begonnen, seinen Fuhrpark schrittweise auf Autogasantrieb umzustellen. Nachdem zum Zeitpunkt der Verfassung dieser Arbeit 18 Monate seit der Einführung verstrichen waren und der Umrüstgrad des Fuhrparks weiter fortgeschritten war, wird in dem Werk untersucht, ob sich der Flüssiggasbetrieb für den Landkreis Kassel tatsächlich als wirtschaft-lich erwiesen hat, welche zusätzlichen Einsparungen noch erzielt werden können und ob sich die Umstellung eventuell positiv auf die Umwelt auswirkt.


Textauszug (computergeneriert)

Betrieb des Fuhrparks des

Landkreises Kassel mit Flüssiggas und

damit verbundene ökonomische und

ökologische Aspekte

Diplomarbeit

Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden

Fachbereich Verwaltung

vorgelegt von

Marc Schölzel

Abteilung

Kassel

Erstgutachter(in)

Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden

Zweitgutachter(in)

Landkreis Kassel - Zentralbereich

Abgabetermin am

14. August 2007


Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung

1

1.1

Darstellung der Ausgangssituation

1

1.2

Der Einsatz von Flüssiggas in der Fahrzeugtechnik

2

2

Untersuchung der aktuellen Situation und Betrachtung unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten

5

2.1

Umrüststatus der Dienstfahrzeuge im Juli 2007

5

2.2

Standort Kassel

7

2.2.1

Dienstfahrzeugpool Wilhelmshöher Allee

7

2.2.2

Fahrzeuge der Zwangsvollstreckung am Standort Wilhelmshöher Allee

9

2.2.3

Sonstige Fahrzeuge Standort Kassel Wilhelmshöher Allee

10

2.2.4

Außenstelle Kulturbahnhof

11

2.2.5

Außenstelle Kassel Waldau

12

2.3

Standort Hofgeismar

13

2.3.1

Dienstfahrzeuge Manteufelanlage

13

2.3.2

Dienstfahrzeuge Garnisonstraße

14

2.3.3

Dienstfahrzeug Kasinoweg

14

2.4

Standort Wolfhagen

15

2.4.1

Wolfhagen Ritterstraße

15

2.4.2

Wolfhagen Liemeckestraße

15

2.5

Eigene Gastankstellenanlage am Standort Kassel Wilhelmshöher Allee

17

3

Kurzbetrachtung der Umstellung auf Autogas unter ökologischen
Gesichtspunkten

22

3.1

Reduzierung der CO²-Emmissionen

22

3.2

Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes

23

4

Probleme

24

4.1

Volkswagen

24

4.2

Schwierigkeiten bei der Einführung der ersten Autogasfahrzeuge

25

4.2.1

Ausschreibungstext

25

4.2.2

Fehlende Informationen zum Tankstellennetz

26


4.3

Bisherige Probleme bei der Betankung der Fahrzeuge und fehlende

Praxiserfahrung beim Fahren mit Autogas

27

5

Zusammenfassung

28

Literaturverzeichnis

30

Anhang

31


- 1 -

1

Einleitung

In Zeiten knapper Haushaltsmittel bei der öffentlicher Hand und der nicht verstummenden Kli-

madiskussion suchen auch die Kommunen nach neuen Wegen, um Kosteneinsparungen zu

erzielen und Umweltbelastungen zu reduzieren.

Ein nicht geringes Einsparungspotential aus sowohl ökonomischer als auch ökologischer Sicht

besteht beim Betrieb kommunaler Fahrzeugflotten mit alternativen Energieträgern wie zum

Beispiel Rapsmethylester (Biodiesel), Wasserstoff, Erdgas und Autogas.

Der Landkreis Kassel hat aufgrund dieser neuen Denkweise im Jahr 2005 eine zukunftswei-

sende Entscheidung getroffen und begonnen, seinen Fuhrpark schrittweise auf Autogasan-

trieb umzustellen.

Nachdem zum Zeitpunkt der Verfassung dieser Arbeit 18 Monate seit der Einführung verstri-

chen sind und der Umrüstgrad des Fuhrparks weiter fortgeschritten ist, soll in diesem Werk

untersucht werden, ob sich der Flüssiggasbetrieb für den Landkreis Kassel tatsächlich als

wirtschaftlich erweist, welche zusätzlichen Einsparungen noch erzielt werden können und ob

sich die Umstellung eventuell positiv auf die Umwelt auswirkt.

1.1

Darstellung der Ausgangssituation

Der Landkreis Kassel ist ein 129 287 Hektar großer Flächenkreis an der Nordspitze Hessens

mit 242.117 Einwohnern1.

Aufgrund seiner weitläufigen Ausdehnung werden neben der Hauptdienststelle in der kreis-

freien Stadt Kassel zusätzlich in den Altkreisteilen die Dienststellen Hofgeismar und Wolfha-

gen sowie einige weitere kleinere Dienststellen unterhalten.

Die weiten Strecken innerhalb der Kreisgebietes machen es erforderlich, dass ein umfangrei-

cher Fuhrpark unterhalten wird und an fast allen Verwaltungsstellen Dienstfahrzeuge statio-

niert sind, die den Mitarbeitern für die erforderlichen Dienstfahrten zur Verfügung stehen.

So betrug der Fahrzeugbestand des Landkreises Kassel am 31. Dezember 2006 abzüglich

der Nutzfahrzeuge und der Fahrzeuge der landkreiseigenen Beschäftigungsgesellschaft Agil

33 Fahrzeuge. Davon waren 22 Fahrzeuge am Standort Kassel Wilhelmshöhe und den Au-

ßenstellen Kassel Kulturbahnhof und Kassel-Waldau stationiert. Die restlichen 11 Fahrzeuge

verteilten sich zu etwa gleichen Teilen auf die Standorte Hofgeismar und Wolfhagen mit ihren

einzelnen Dienststellen.

1 Hess. Statistisches Landesamt, Stand 31.12.2006, www.hsl.de


- 2 -

Abbildung 1: Aufteilung der Kfz auf die Dienststellen 2

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die weltweite Klimaerwärmung und ständig stei-

genden Treibstoffpreise und der Tatsache, dass für den Betrieb des o. g. Fuhrpark in den ver-

gangenen Jahren stets rund 60.000 Liter Superbenzin verbraucht wurden, entschied man sich

beim Landkreis Kassel Anfang des Jahres 2006 für die schrittweise Umrüstung des Fuhrparks

auf Flüssiggas.

1.2

Der Einsatz von Flüssiggas in der Fahrzeugtechnik

Der Begriff ,,Autogas" bezeichnet ein Flüssiggasgemisch aus Propan- und Butangas, welches

zum Betrieb von Fahrzeugmotoren vorgesehen ist. Das internationale Kürzel für Autogas ist

LPG 3 und es ist nicht mit dem CNG 4 zu verwechseln.

Autogas ist seit den 70er Jahren in Italien und den Niederlanden weit verbreitet 5 und

seit Mitte der 1990er Jahre auch in den restlichen Europäischen Ländern auf dem

Vormarsch. Es findet hauptsächlich in PKW und leichten Nutzfahrzeugen Verwen-

dung. Jedoch gibt es auch schon vereinzelt LKW die mit Autogas betrieben werden.

2 Abbildung 1: eigene Grafik

3 Liquefied Petroleum Gas

4 Compressured Natural Gas = Erdgas

5 Dingel 2004, Gasfahrzeuge ­ Die passende Antwort auf die CO²-Herausforderung der Zukunft, 6


- 3 -

Auch die Wiener Verkehrsbetriebe betreiben ihre gesamte Busflotte (1300 Fahrzeuge)

mit Flüssiggas 6.

Autogas ist mit rund 80% weniger Schadstoffausstoß von Stickoxiden, 50 % weniger unver-

brannter Kohlenwasserstoffe und rund 15 % weniger CO2-Emmissionen bedeutend umwelt-

freundlicher als Super- oder Dieselkraftstoff.

Im Vergleich zu Benzin entsteht beim Autogasbetrieb eines Fahrzeuges ein Mehrverbrauch

von 5 bis 15 %. Dieser Mehrverbrauch ist notwendig, um mit dem Autogasbetrieb verbundene

Leistungseinbußen auszugleichen. Positive Auswirkungen auf die Motoren hat die höhere re-

lative Oktanzahl (ROZ) des Autogases. Sie liegt (je nach Propan-Butan-Mischungsverhältnis)

zwischen ROZ 108 und ROZ 112 Oktan.

Bis 2018 ist der Treibgassteuersatz, der auch auf dem Autogas liegt, um 7% vermindert. Mine-

ralölsteuer wird auf Autogas nicht erhoben. Somit liegt der Preis für Autogas derzeit bei durch-

schnittlich 61 Cent pro Liter7.

Die Automobilindustrie bietet ab Werk nur wenige OEM8-Fahrzeuge mit Autogasantrieb an.

Somit ist eine Umrüstung herkömmlicher Fahrzeuge mit Ottomotoren notwendig.

Abbildung 2: Schematische Systemskizze eines Autogasfahrzeuges 9

Die Umrüstung ist relativ unkompliziert und kostet je nach Leistung und Anzahl der Zylinder

zwischen 1800,00 und 3000,00 Euro. Dabei wird in der Regel ein Rundtank in die vorhandene

Reserveradmulde installiert und dieses durch ein Tire Fit (Pannenspray) ersetzt.

Bei diesem Umbau bleibt der Benzintank erhalten, so dass das Fahrzeug sowohl mit Autogas,

als auch mit Ottokraftstoffen betrieben werden kann. Man spricht hier vom bivalenten Antrieb.

6 http://www.wiener-linien.at/wl/wlinien/jsp/content/busse.htm vom 22. Juli 2007

7 http://www.gas-tankstellen.de vom 22. Juli 2007

8 Original Equipment Manufacturer, englisch für Originalausrüstungshersteller

9 Abb. 2: Schematische Systemskizze eines Autogasfahrzeuges http://www.spathiadis.de/5.html vom 24.07.2007


- 4 -

Das Umschalten zwischen dem Gas- und dem Benzinmodus erfolgt automatisch während der

Fahrt und kann zudem manuell gesteuert werden.


Bei der derzeitigen Autogasanlagentechnik erfolgt der Start der Motoren immer im Benzinmo-

dus und die Motoren wechseln beim erreichen einer vordefinierten Betriebstemperatur auto-

matisch in den Gasbetrieb. Falls der Gastank während der Fahrt einmal leer ist, wechselt der

Motor automatisch in den Benzinmodus zurück.

Im Gasbetrieb wird das Autogas im flüssigen Zustand in den Motorraum geführt. In einem dort

installierten, vom Kühlwasser beheizten, Verdampfer wird es in den gasförmigen Zustand ver-

wandelt und in den Motor eingeblasen. Ein ebenfalls zusätzlich installiertes Steuergerät be-

rechnet dabei ständig die zum Benzin äquivalenten Gaswerte und die erforderlichen Mengen,

die dem Motor zugeführt werden müssen.

Autogas ist im Vergleich zu Ottokraftstoffen nicht gefährlicher. Die Anlagen entsprechen den

neusten Erkenntnissen der Technik und sind mit zahlreichen Sicherheitseinrichtungen verse-

hen. So verfügen alle Anlagen über Rohrbruchventile und Schmelzsicherungen an den Tanks,

die im Brandfall das Gas kontrolliert entweichen lassen und somit eine Explosion oder gar den

Druckbehälterzerknall unmöglich machen.

Die Betankung der Gasfahrzeuge erfolgt ähnlich wie beim Benzintanken. Größter Unterschied

ist, dass die Zapfpistole auf den Einfüllstutzen mit einer großen Muffe aufgeschraubt wird. In

Deutschland ist der ACME-Anschluss (Euroanschluss) am weitesten verbreitet. Jedoch gibt es

auch noch 2 andere Anschlusstypen, bei denen vor dem Tankvorgang ein Adapter ange-

schraubt werden muss. Der Tankvorgang selber dauert nur unwesentlich länger als das Tan-

ken von Ottokraftstoff.

In Deutschland ist in den letzten 2 Jahren das Gastankstellennetz rapide erweitert worden und

es wird davon ausgegangen, dass schon Ende 2007 die Zahl von 3000 Autogastankstellen

erreicht wird. Diese Zahl ist für Deutschland recht beachtlich (Zum Vergleich: es gibt derzeit

ca. 700 Erdgastankstellen in Deutschland 10), im europäischen Vergleich steht Deutschland

damit jedoch im letzten Drittel der Gastankstellendichte.

10 http://www.gas-tankstellen.de vom 22. Juli 2007



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