Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2007, 28 Pages
Author: Stefan Reuter
Subject: Sport - Sport Psychology
Details
Institution/College: University of Göttingen
Tags: Motivation, Leistungsmotivation, Theoretische, Grundlagen, Folgerungen, Handeln, Sport, Psychoregulation
Year: 2007
Pages: 28
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-13647-6
ISBN (Book): 978-3-640-13693-3
File size: 700 KB
Die Arbeit selbst wurde nicht benotet. Es gab nur einen benoteten Schein für das gesamte Seminar. Da zählte dann vor allem noch die Präsentation der Arbeit dazu. Dieser Schein ist mir mit "sehr gut" ausgestellt worden.
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Ob Lehrer, Trainer oder Leiter einer anderen Gruppe, ein entscheidendes Qualitätsmerkmal lautet heutzutage fast immer: Kann er seine Sportler motivieren oder nicht? Was aber verbirgt sich hinter diesem häufig verwendeten Begriff der Motivation und inwiefern kongruieren Alltagsvorstellungen mit der tatsächlichen psychologischen Definition? Eine weiterführende Frage wäre in diesem Zusammenhang: Welche Art von Motivation fördert er und wie ist diese kurz- oder langfristig zu bewerten? Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff der Leistungsmotivation. Spontan lässt sich aufgrund der Begriffsbildung vermuten, dass hiermit die Motivation gemeint ist, Leistung zu vollbringen. Fasst man das Konstrukt der Leistung allerdings physikalisch als Energie/Zeit auf oder ausschließlich als etwas, wofür man von anderen gelobt wird, so entspricht diese Erklärung nicht exakt der psychologischen Auffassung von Leistungsmotivation. Vor diesem Hintergrund scheint es nötig zu sein, die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Motivation und Leistungsmotivation aus psychologischer Sicht aufzuarbeiten. Auf dieser Basis kann herausgestellt werden, welche Bedeutung der Motivation beim Bewegungslernen und der Bewegungsausführung zukommen. Anschließend können Möglichkeiten vorgestellt werden, wie Motivation allgemein und insbesondere Leistungsmotivation im Sport gefördert werden können. Ein Schwerpunkt soll bei diesem Praxisbezug auf den Schulsport gelegt werden. Einer der Gründe hierfür ist, dass im Schulsport wesentlich mehr Motivationsprobleme zu erwarten sind als im Vereinssport und die Anwendung von wirkungsvollen Motivationsstrategien deshalb umso wichtiger ist. Andererseits ist auch zu berücksichtigen, dass im Vereins- und Spitzensport bei etwa gleichem Leistungsniveau die Motivation ein ausschlaggebender Faktor im Wettkampf sein kann. Viele der vorgestellten Motivationsstrategien lassen sich allerdings auch ohne Probleme auf andere Gruppen übertragen oder können mit Bezug zum theoretischen Hintergrund auf diese abgestimmt werden.
Excerpt (computer-generated)
Georg-August-Universität Göttingen
Institut für Sportwissenschaften
Im WS 2006/2007
Seminar: Handeln im Sport Psychoregulation
Hausarbeit zum Thema:
Motivation und Leistungsmotivation
Theoretische Grundlagen und praktische Folgerungen
Stefan Reuter
Fächerkombination: Sport/ Deutsch/ Mathe (LG)
8. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundlagen der Motivationspsychologie 3
2.1 Motivation 4
2.2 Leistungsmotivation 5
3. Motivation als Baustein des Bewegungslernens 10
4. Motivationsstrategien 11
4.1 Allgemeine Motivationsstrategien 11
4.2 Positive Beeinflussung des Leistungsmotivs 13
5. Schlussbetrachtung 18
Literaturverzeichnis 21
Anhang 23
2
1. Einleitung
Ob Lehrer, Trainer oder Leiter einer anderen Gruppe, ein entscheidendes Qualitätsmerkmal lautet heutzutage fast immer: Kann er seine Sportler motivieren oder nicht? Was aber verbirgt sich hinter diesem häufig verwendeten Begriff der Motivation und inwiefern kongruieren Alltagsvorstellungen mit der tatsächlichen psychologischen Definition? Eine weiterführende Frage wäre in diesem Zusammenhang: Welche Art von Motivation fördert er und wie ist diese kurz- oder langfristig zu bewerten?
Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff der Leistungsmotivation. Spontan lässt sich aufgrund der Begriffsbildung vermuten, dass hiermit die Motivation gemeint ist, Leistung zu vollbringen. Fasst man das Konstrukt der Leistung allerdings physikalisch als Energie/Zeit auf oder ausschließlich als etwas, wofür man von anderen gelobt wird, so entspricht diese Erklärung nicht exakt der psychologischen Auffassung von Leistungsmotivation. Vor diesem Hintergrund scheint es nötig zu sein, die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Motivation und Leistungsmotivation aus psychologischer Sicht aufzuarbeiten. Auf dieser Basis kann herausgestellt werden, welche Bedeutung der Motivation beim Bewegungslernen und der Bewegungsausführung zukommen. Anschließend können Möglichkeiten vorgestellt werden, wie Motivation allgemein und insbesondere Leistungsmotivation im Sport gefördert werden können. Ein Schwerpunkt soll bei diesem Praxisbezug auf den Schulsport gelegt werden. Einer der Gründe hierfür ist, dass im Schulsport wesentlich mehr Motivationsprobleme zu erwarten sind als im Vereinssport und die Anwendung von wirkungsvollen Motivationsstrategien deshalb umso wichtiger ist. Andererseits ist auch zu berücksichtigen, dass im Vereins- und Spitzensport bei etwa gleichem Leistungsniveau die Motivation ein ausschlaggebender Faktor im Wettkampf sein kann. Viele der vorgestellten Motivationsstrategien lassen sich allerdings auch ohne Probleme auf andere Gruppen übertragen oder können mit Bezug zum theoretischen Hintergrund auf diese abgestimmt werden.
2. Grundlagen der Motivationspsychologie
In diesem Abschnitt soll es darum gehen, für die Arbeit relevante und grundlegende Begriffe der Motivationspsychologie zu definieren und Zusammenhänge zwischen ihnen herzustellen. Dabei wird zunächst der Begriff der Motivation mit seinen theoretisch-psychologischen Hintergründen zu klären sein, bevor die Leistungsmotivation mit den zugehörigen Einflussgrößen vorgestellt wird.
3
2.1 Motivation
Der Begriff Motivation findet häufige Anwendung im Alltag und meint in der Regel etwas in einer Person, das bewirkt, dass diese aus eigenem Antrieb Anstrengung aufbringt um ein Ziel zu erreichen. DeCharms pointiert dies mit der Definition: ,,Motivation ist so etwas wie eine milde Form der Besessenheit (DeCharmes 1979, zitiert nach Rheinberg/Krug 2005, 55)."
Rheinberg definiert Motivation als die ,,aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand" (Rheinberg 2004, 15).
Alltagsgebräuchliche Vorstellungen vom Begriff der Motivation und wissenschaftliche Definitionen weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Jeweils erkennt man etwas, wie eine Bereitschaft, sich intensiv mit einer Sache zu beschäftigen um dadurch einen Zielzustand zu erreichen, den man als wünschenswert ansieht. Weiterhin ist damit in der Regel eine daraus resultierende Handlung zu erkennen.
Ein geringer Unterschied besteht darin, dass die Vorstellung im Alltagsgebrauch eher dahin geht, dass Motivation etwas wie ein Substrat ist, von dem Menschen mal mehr und mal weniger haben. Im wissenschaftlichen Sinne gilt Motivation eher als Gedankenkonstrukt, mit dem Zielgerichtetheit, Intensität und Ausdauer von Verhalten erklärbar werden (vgl. Rheinberg/Krug 2005, 23).
Eine erste Klassifizierung von Motivation besteht in der Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Motivation wird als intrinsisch bezeichnet, wenn das dadurch ausgelöste Verhalten kein offensichtliches Ziel außerhalb der Handlung selbst hat.
Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist das Interesse, womit eine ,,besondere Beziehung einer Person zu einem Gegenstand" (Hasselhorn/Gold 2006, 103) gemeint ist. Dieser Gegenstand kann ein Objekt, ein Thema oder eine Tätigkeit sein. Entsprechend spricht man beispielsweise von gegenstandszentrierter, interessengeleiteter intrinsischer Motivation, wenn man sich (freiwillig) in einem Lexikon über die Besonderheiten eines bestimmten Gegenstandes informiert. Ein Beispiel für tätigkeitszentrierte intrinsische Motivation wäre ein Hobbyfußballer, der sich am ,,Kicken" erfreut, auch wenn es gar keinen Wettkampfcharakter hat. Ist Interesse vorhanden, hat das den Effekt, dass das kognitive System auf einem optimalem Niveau arbeitet (damit ist vor allem optimale Aufmerksamkeitszuwendung gemeint und eine optimale Zuwendung von Arbeitsgedächtniskapazität) (vgl. Hasselhorn/Gold 2006, 103f.).
4
Von extrinsischer Motivation spricht man hingegen, wenn die Ursache derselben nicht (nur) in der Handlung selbst, sondern vor allem auch außerhalb der Handlung liegt. Klassische Beispiele hierfür sind die Belohnung oder die Vermeidung von Unannehmlichkeiten.
Uneinigkeit herrscht in der Psychologie darüber, inwiefern zusätzliche extrinsische Motivation bereits bestehende intrinsische Motivation hemmt oder sogar schwächt. Man spricht hierbei vom so genannten Korrumpierungseffekt. Darunter kann man sich folgendes Problem vorstellen: Jemand betreibt etwas eigentlich aus Interesse und wird plötzlich zusätzlich dafür belohnt. Daraufhin fragt er sich vielleicht irgendwann, warum er das eigentlich jetzt genau tue. Fühlte er sich vorher noch selbstbestimmt und einzig interessegeleitet, beginnt er jetzt zu zweifeln, ob er das eigentlich noch wirklich selbst will oder nur wegen der Belohnung mache (vgl. Rheinberg 2006, 337ff). Es soll hier nicht erörtert werden, inwiefern diese Befürchtung zutreffend ist. Für den weiteren Verlauf der Arbeit soll nur bilanziert werden, dass es eine Unterscheidung zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation gibt. Außerdem sollte die intrinsische Motivation bei Schülern so weit und so gut wie möglich gefördert und in einer Wahlsituation der extrinsischen Motivation vorgezogen werden. Der offensichtliche Grund hierfür ist, dass bei extrinsischer Motivation zu befürchten ist, dass die Motivation ausbleibt, sobald der äußere Anreiz (z.B. Belohnung) wegfällt. Selbstverständlich ist es aber auch denkbar, äußere Anreize einzusetzen um eine Tätigkeit oder einen Gegenstand überhaupt erst kennen zu lernen und damit Gelegenheit zu geben, dass Interesse und damit intrinsische Motivation entstehen kann (vgl. Hasselhorn/Gold 2006, 104-106).
2.2 Leistungsmotivation
Wichtig, vor allem für intrinsische Motivation, war das Interesse an einer Handlung oder einem Gegenstand. Wichtig für Lern- und Leistungsmotivation sind neben den bisher vorgestellten themengebundenen Merkmalen aber auch themenunspezifische Dispositionen (systematische interindividuelle Unterschiede). Ein für diese Arbeit wichtiges Beispiel hierfür ist die Hoffnung auf Erfolg bzw. die Angst vor Misserfolg, die Menschen grundsätzlich bei der Lösung von Aufgaben haben.
Um auf diesen Bereich näher eingehen zu können muss zunächst der Begriff des Motivs geklärt werden. ,,Von Motiv sprechen wir, wenn es um individuelle zeitüberdauernde Vorlieben für bestimmte Klassen von Zuständen geht" (Hasselhorn/Gold 2006, 103). Wichtig ist, dass Motive als relativ zeitstabil gelten und Menschen in bestimmten Situationen nicht nur ein Motiv haben, das ihr Handeln bestimmt. Vielmehr ist von einem komplexen
5
Motivsystem auszugehen, wobei verschiedene Motive untereinander in Konkurrenz stehen und in bestimmten Situationen eine Motivhierarchie ausschlaggebend für die Handlung ist (vgl. Allmer 1984, 105f.). Beispiele für Motive sind das Anschlussmotiv (jemand findet es besonders Attraktiv sich in sozialen Gruppen aufzuhalten) oder das Machtmotiv. Für diese Arbeit besonders relevant ist das Leistungsmotiv. Hierbei geht es darum, dass man sich gerne im Lösen von herausfordernden Aufgaben als kompetent und tüchtig erlebt. ,,Leistungsmotiviert im psychologischen Sinne ist ein Verhalten nur dann, wenn es auf die Selbstbewertung eigener Tüchtigkeit zielt, und zwar in Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab, den es zu erreichen oder zu übertreffen gilt" (Hasselhorn/Gold 2006, 106). Die Motivation sich einer Lernanforderung zu stellen hängt also von einem subjektiven Gütemaßstab ab, wann ich eine Leistung als Erfolg oder Misserfolg wahrnehme. Dieser Gütemaßstab ist situationsabhängig (bei Krankheit zum Beispiel niedriger) und wird als Anspruchsniveau bezeichnet. Da mit dem jeweiligen Anspruchsniveau die entsprechende Zielsetzung (und damit der Schwierigkeitsgrad der bevorzugten Aufgaben) unmittelbar verknüpft sind, spricht man auch vom Ziel bzw. Anspruchsniveau.
Das Risiko-Wahl-Modell von Atkinson (1957) verdeutlicht, wovon zum Beispiel die individuelle Anspruchsniveausetzung (Zielsetzung) abhängen kann.
(Quelle: Rheinberg/Krug 2005, 27)
6
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Gesundheitstrainer, Planung und Konzepterstellung eines Präventiosangebotes
Author: Nadine SchrammSport - Sport Medicine, Therapy, Prevention, Nutrition, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Zur Entnazifizierung der Lehrerschaft in der Französischen und Britischen Besatzungszone im Nachkriegsdeutschland
Author: Andreas LeinertPolitics - Miscellaneous, 2007 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Heimatbezug im Sachunterricht
Author: Kathrin MorawietzRegional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy), 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Der Geschwisterinzest im Gregorius von Hartmann von Aue
Author: Morgana PerkowGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Die Wenn-Funktion in Excel (Unterweisung Industriekaufmann / -kauffrau)
Author: Silke ZisowskyInstructor Plans: Commercial Professions / Administration, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Vergleich zwischen Öko-Audit und ISO 14001
Author: Frank FergerEconomics / Business, Miscellaneous, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Leistungsmotivation im Sport - dargestellt am Beispiel einer Basketballtrainingsgruppe
Author: Nina LawitschkaPedagogy - Pedagogic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 29,90 EUR
Das Sportartenkonzept - Stärken und Schwächen
Author: Kathrin KaaschSport - Sport Pedagogy, Didactics, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Vorsatz, Erbschuld und Gericht: Die Schuldfrage in Hartmann von Aues "Gregorius"
Authors: Sabine Kowoll, Tanja AmonGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Gender Mainstreaming und Diversity Management
Author: Jana MarquardtSociology - Gender Studies, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: