Stephanus close Bitte warten
Stephanus

Untertitel: Installationszyklus mit acht Steinen und acht Übergriffen
Autor: M.A. Aljoscha Kuch
Fach: Kunst - Uebergreifende Betrachtungen

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: Kunst und Religion
Institution/Hochschule: Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 32
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 11965 KB
Archivnummer: V112830
ISBN (E-Book): 978-3-640-13736-7

Zusammenfassung / Abstract

Grundsätzlich trägt diese Abhandlung neben essayistischen Zügen einen dokumentarischen Charakter. Die Arbeit gliedert sich in mehrere Ebenen. Von Ebenen spreche ich deshalb, weil die Kapitel weniger eine konsequente Einheit bilden als mehr verschiedene Blickwinkel oder Ebenen eines Themas beleuchten: das Märtyrertum. In der ersten Ebene wird die Ebene der Installation dokumentiert und gegründet. Die künstlerische Installation nähert sich auf unkonventionelle Weise dem Thema. In der nächsten Ebene wird Stephanus als historische Märtyrerperson und Matrix künstlerischer, geschichtlicher Reflexion näher beleuchtet. Die dritte Ebene evoziert eine Manifestation des christlichen Märtyrertums über die Jahrhunderte und versucht eine Art Denkmal zu verkörpern. Eine vierte Ebene wird damit impliziert. Es geht dabei um das eigene Verhältnis zu solchem Leiden in unserer heutigen Zeit. Somit geschieht hier ein Aufruf, dieses Leid nicht ungesehen und ungehört geschehen zu lassen. Eine Frage schließt sich an: Wie wird jeder einzelne mit dieser Realität umgehen? Das Thema des Martyriums in der Kunstgeschichte hat eine lange Tradition. Oft war es in der mittelalterlichen Kunst Anlass für größere ehrvolle und würdigende Bildzyklen oder Gemälde. Sie wurden verehrten Heiligen geweiht. In unserer Zeit gibt es mehr denn je Christen, die für ihren Glauben unterdrückt, gefoltert und getötet werden . Aber nicht nur das und nicht nur eigene Erfahrungen mit diesem Thema sind der Grund, sich diesem Thema wieder neu und mit einer neuen Materialästhetik zu stellen, sondern die Tragik und der Zeugnischarakter solcher Begebenheiten müssen wieder neu gehört und gesehen werden! Acht Stück, alle subjektiv spontan gesammelt, alle individuell, behauen oder unbehauen, einzeln, kalt, fest und hart, massiv oder porös, ... Steine eben.

Textauszug (computergeneriert)

S t e p h a n u s


Installationszyklus mit acht Steinen und acht Übergriffen.

Inspiriert durch Apostelgeschichte sechs bis acht.





Seminar Kunst und Religion WS 2002/2003

A l j o s c h a K u c h ­ S t u d i e n g a l e r i e P H Lu d w i g s b u r g ­ 1 7 . 0 2 . 2 0 0 3


Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung 3

2

Zyklus und Konzeption 4

2.1

Die Steine - Anstoß 4

2.1.1

Die Funddaten der Steine 4

2.1.2

Zum Finden der Steine 6

2.1.3

Zur Ambivalenz der Steine 7

2.2

Die Bohrung ­ Angriff 8

2.3

Die Stäbe ­ Dynamik 10

2.4

Die Reagenzgläser ­ Aufbewahrung 11

2.5

Der Dokumentarfilm ­ Schuldfrage 12

2.6

Der Raum ­ Organismus 12

2.7

Die Dokumentation ­ Denkmal 14

2.8

Die Komposition ­ Materialästhetik 15

2.8.1

Kompositorische Aspekte 15

2.8.2

Benötigte Materialien und Handwerkszeug 17

3

Stephanus 18

3.1

Historisches Ereignis 18

3.1.1

Der Bibeltext 18

3.1.2

Der Kontext 23

3.2

Geistige Dimension 24

3.3

Geistliche Dimension 25

3.4

Steinigung ­ der Vorgang 26

3.5

Martyrium ­ das Prinzip 27

3.5.1

Einige Begebenheiten der Verfolgung über die Jahrhunderte 28

3.5.2

Aktuelle Länder, in denen Christen verfolgt werden 29

3.5.3

Einige Organisationen, die verfolgten Christen helfen 30

Literatur 31

2


1 Einleitung

Grundsätzlich trägt diese Abhandlung neben essayistischen Zügen einen

dokumentarischen Charakter.

Die Arbeit gliedert sich in mehrere Ebenen. Von Ebenen spreche ich deshalb, weil die

Kapitel weniger eine konsequente Einheit bilden als mehr verschiedene Blickwinkel

oder Ebenen eines Themas beleuchten: das Märtyrertum.

In der ersten Ebene wird die Ebene der Installation dokumentiert und gegründet. Die

künstlerische Installation nähert sich auf unkonventionelle Weise dem Thema.

In der nächsten Ebene wird

Stephanus

als historische Märtyrerperson und Matrix

künstlerischer, geschichtlicher Reflexion näher beleuchtet.

Die dritte Ebene evoziert eine Manifestation des christlichen Märtyrertums über die

Jahrhunderte und versucht eine Art Denkmal zu verkörpern.

Eine vierte Ebene wird damit impliziert. Es geht dabei um das eigene Verhältnis zu

solchem Leiden in unserer heutigen Zeit. Somit geschieht hier ein Aufruf, dieses Leid

nicht ungesehen und ungehört geschehen zu lassen. Eine Frage schließt sich an: Wie

wird jeder einzelne mit dieser Realität umgehen?

3


2 Zyklus und Konzeption

Das Thema des Martyriums in der Kunstgeschichte hat eine lange Tradition. Oft war

es in der mittelalterlichen Kunst Anlass für größere ehrvolle und würdigende

Bildzyklen oder Gemälde. Sie wurden verehrten Heiligen geweiht.

In unserer Zeit gibt es mehr denn je Christen, die für ihren Glauben unterdrückt,

gefoltert und getötet werden1. Aber nicht nur das und nicht nur eigene Erfahrungen

mit diesem Thema sind der Grund, sich diesem Thema wieder neu und mit einer

neuen Materialästhetik zu stellen, sondern die Tragik und der Zeugnischarakter

solcher Begebenheiten müssen wieder neu gehört und gesehen werden!

2.1 Die Steine - Anstoß

Acht Stück, alle subjektiv spontan gesammelt, alle individuell, behauen oder

unbehauen, einzeln, kalt, fest und hart, massiv oder porös, ... Steine eben.

2.1.1 Die Funddaten der Steine

Ort ­ Situation ­ Zeit ­ Datum ­ Gewicht ­ Format ­ Gesteinsorte ­

Steinform (chronologische Fundordnung):

0. Öhringen ­ Baustoffhandel Ziegler; Stein geschenkt bekommen, im Dunkeln

auf dem Haufen gesucht und Licht von einem freundlichen Staplerfahrer

bekommen ­ 17.40 Uhr ­ 17.01.2003 ­ 3220g ­ 21,5x11x11,25 ­ heller-beiger

Gneis ­ rundgeschliffen

1. Gemarkung Öhringen ­ Ohrntal, an der ersten Brücke von Unterohrn her auf

der rechten Seite, unter der Brücke aus dem Steinkomplex entnommen, der

Abhang zum Ufer war gut zugänglich, unter einem Nadelbaum durch ­ 13.21

Uhr ­ 18.01.2003 ­ 8800g ­ 24,5x22x11,75 ­ grauer Kalk-Schiefer -

quaderförmig

2. Unterohrn ­ Uferbefestigung an der Ohrn neben der Ohrnbrücke Richtung

Möhrig ­ Steiler, teils gefrorener und mit Gestrüpp bewachsener Hang, ca. 5m

hoch, bin zweimal ausgerutscht ­ 13.28 Uhr ­ 18.01.2003 ­ keine Gewichts-

und Maßangabe­ grauer Kalk-Schiefer ­ dreieckig ­ dieser Stein wurde

nachher gegen Nr. 8 dieser Aufzählung ausgetauscht.

3. Gemarkung Öhringen ­ Ortsverbindungsstraße Unterohrn, Möhrig,

Straßenrand, möglicherweise Steinhaufen auf Privatgrundstück, schon

überwachsen mit Gras und Moos ­ 13.32 Uhr ­ 18.01.2003 ­5800g ­

43,5x14,75x9,5 ­ brauner Sandstein ­ rechteckig langgezogen und flach

1 Vgl. dazu Seite 21, Kap. 2.5 Absatz 3

4


4. Möhrig ­ Ortsdurchfahrt Richtung Öhringen rechter Hand auf einer

Stellfläche, abgeladenen Sandsteine, sicher privat, losgeeist vom Boden ein

Bruchstück ­ 13.35 Uhr ­ 18.01.2003 ­ 4550g ­ 16,5x21,25x ­ oliv-grüner

feiner Sandstein ­ quaderförmig mit Einkerbung

5. Gemarkung Öhringen ­ Ortsverbindungsstraße Stadtteil Zwetschgenwäldle,

Öhringen; rechts neben der Ohrbrücke im eiskalten Wasser ­ 13.39 Uhr ­

18.01.2003 ­ 1950g ­ 20,5x12x10,5 ­ roter Buntsandstein ­ unförmig

6. Öhringen ­ Baustoffhandel Zentler, unterschiedlichste Steinsorten und Formen

bieten genügend Auswahl, ein festgefrorener Pflasterstein hat schöne

Maserungen, Preis 1 ­ 13.48 ­ 18.01.2003 ­ 7625g ­ 17,75x13,5x17,5 ­

beige-roter grober Sandstein ­ würfelförmig

7. Öhringen ­ Baustoffhandel Zentler, unterschiedlichste Steinsorten und Formen

bieten genügend Auswahl, ein kleinerer gelber fürs Sortiment, Preis 0,50 ­

13.51 Uhr ­ 18.01.2003 ­ 2650g ­ 19,5x12,5x10,75 ­ gelber Kalkstein (Jura)

­ unförmig rundlich

8. Windischenbach ­ Vorgarten von Löwenzahnweg 3, entpuppt sich als

Jungschneckenversteck, Schnecken und Dreck entfernen, Privatbesitz ­ 14.35

Uhr ­ 20.01.2003 ­ 6410g ­ 21,75x16,5x13,5 ­ gelb-brauner Merkel/Ton/Kalk

­ fünfeckig

Die gesammelten Steine kurz nach dem Anbohren

5


2.1.2 Zum Finden der Steine

Steine zu finden ist gar nicht leicht hier im westlichen Hohenlohe. Das vorkommende

Gestein im Untergrund ist hauptsächlich grau-blauer Kalk-Schiefer, der u.a.

kommerziell abgebaut wird. Oft findet man darin Versteinerungen ­ aber das tut

eigentlich nichts zur Sache.

Sucht man hier Steine in gewissem Format, muss man feststellen, dass Steine hier

nicht einfach herumliegen. Sie sind mit Wert behaftet, sie sind Besitz, sie werden

besessen. In Vorgärten als Zierde und Befestigung, als Baumaterial in Baumärkten

und im Baustoffhandel, auf Privatgrundstücken hinter Zäunen, in verriegelten

Steinbrüchen allenfalls an/in Bächen oder am Straßenrand. Diese aber gehören oft

abschnittweise zu den jeweiligen Anliegern. Braucht man also Steine, so muss man

sie kaufen oder ausborgen. Letzteres bedeutet, dass sie wieder zurück gebracht werden

müssen. Dies wird die letzte Handlung meines Installationszyklus darstellen.

Fundort Garten ­ Ansicht senkrecht von oben

6


Kommentare

Kommentar hinzufügen

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/112830/