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Termpaper, 2008, 21 Pages
Author: Gregor Nielebock
Subject: Pedagogy: Common Didactics, Educational Objectives
Details
Institution/College: Dresden Technical University
Tags: Didaktik, Berliner, Modell, Didaktische, Theorien
Year: 2008
Pages: 21
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-12548-7
File size: 166 KB
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Abstract
Die lehr- und lerntheoretische Didaktik stellt eine didaktische Theorie zur Abgrenzung gegen die bildungstheoretische Didaktik Wolfgang Klafkis dar. Die Kritik der Lehr- und Lerntheoretiker am bildungstheoretischen Modell bezieht sich vor allem auf den Bildungsbegriff Klafkis, welcher im Mittelpunkt seiner Unterrichtskonzeption steht. Sie bezeichnen den Begriff der ,,Bildung“ als ,,subtile Vorgänge“ (Heimann 1962), die im Schulalltag keine Rolle spielen, wodurch sich seine Theorie zu einem ,,bildungsphilosophischen Stratosphärendenken“ (Heimann 1962) gewandelt hat. Um eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis zu ermöglichen, bezeichnet Heimann ,,jene Vorgänge, um die es im didaktischen Bereich geht, schlicht als ,,Lehr- und Lernvorgänge“ (Heimann 1962). Weiterhin wird an dem Bildungsbegriff der bildungstheoretischen Didaktik kritisiert, dass diese Bezeichnung ,,eine von Anfang an ideologisch aufgeladene Begriffsbildung darstellt“ (Heimann 1962, S. 410), denn sie ist stets eine normativ, politisch beeinflusste Aussage. Heimann strebt jedoch eine norm- und wertfreie Theorie an. Ein dritter Kritikpunkt befasst sich mit dem Bildungsinhalt von Unterricht, welcher Klafki als den ,,Primat der Didaktik vor der Methodik“ bezeichnet, indem der Inhalt durch eine höhere vorrangige Priorität im Unterricht gekennzeichnet ist. Jedoch wird dies als eine Vernachlässigung der Methode verstanden, welche aber nach der Interdependenztheorie im Berliner Modell stets in einer gegenseitigen Wechselbeziehung zwischen Inhalt – Methodik – Medien – Intention aufgefasst werden soll. Im Mittelpunkt der lehr- und lerntheoretischen Didaktik steht nun nicht der Bildungsbegriff, sondern der Begriff des ,,Lernens“. Lernen wird definiert als eine aktive Auseinandersetzung von Personen mit Informationen, die relativ überdauernde Veränderungen im Wissen und Können zur Konsequenz hat. Das Lernen führt folglich auch zu einer Änderung im Verhalten bzw. im Verhaltenspotential des Lernenden und erfolgt stets auf Grund von Erfahrungen, die in der Auseinandersetzung mit der Umwelt gewonnen werden. Die Lehr- und Lerntheoretiker untersuchen dabei die Einflüsse, Voraussetzungen und die Wirkungen vom Lernen und stellen dazu deren Zusammenhänge zueinander dar. Diese Aussagen sollen Voraussagen und Kontrollen des Lernens ermöglichen.
Excerpt (computer-generated)
TU Dresden
Fakultät Erziehungswissenschaften
Seminar
Didaktische Theorien
Hausarbeit
zu
,,Die lehr- und lerntheoretische Didaktik -
Das Berliner Modell"
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die lehr- und lerntheoretische Didaktik 1
2. Das Berliner Model 2
2.1. Hintergrund 2
2.2. Die Strukturanalyse das Kernstück des Berliner Model s 4
2.2.1. Die Entscheidungsfelder 5
2.2.2. Die Bedingungsfelder 9
2.3. Die Faktorenanalyse 10
3. Planung einer eigenen Unterrichtsstunde nach dem Berliner Model 12
3.1. Einführung 12
3.2. Anthropogene und soziallkulturelle Voraussetzungen 12
3.3. Rahmenbedingungen und Medieneinsatz 13
3.4. Methodik und Thematik 14
3.5. Intentionalität / Lernziele 15
3.6. Tabellarischer Ablauf des Unterrichts 16
4. Literaturverzeichnis 18
II
1. Einführung in die lehr- und lerntheoretische Didaktik
Die lehr- und lerntheoretische Didaktik stellt eine didaktische Theorie zur Abgrenzung gegen die bildungstheoretische Didaktik Wolfgang Klafkis dar. Die Kritik der Lehr- und Lerntheoretiker am bildungstheoretischen Model bezieht sich vor allem auf den Bildungsbegriff Klafkis, welcher im Mittelpunkt seiner Unterrichtskonzeption steht.
Sie bezeichnen den Begriff der ,,Bildung" als ,,subtile Vorgänge" (Heimann 1962), die im Schulal tag keine Rolle spielen, wodurch sich seine Theorie zu einem ,,bildungsphilosophischen Stratosphärendenken" (Heimann 1962) gewandelt hat. Um eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis zu ermöglichen, bezeichnet Heimann ,,jene Vorgänge, um die es im didaktischen Bereich geht, schlicht als ,,Lehr- und Lernvorgänge" (Heimann 1962). Weiterhin wird an dem Bildungsbegriff der bildungstheoretischen Didaktik kritisiert, dass diese Bezeichnung ,,eine von Anfang an ideologisch aufgeladene Begriffsbildung darstellt" (Heimann 1962, S. 410), denn sie ist stets eine normativ, politisch beeinflusste Aussage. Heimann strebt jedoch eine norm- und wertfreie Theorie an.
Ein dritter Kritikpunkt befasst sich mit dem Bildungsinhalt von Unterricht, welcher Klafki als den ,,Primat der Didaktik vor der Methodik" bezeichnet, indem der Inhalt durch eine höhere vorrangige Priorität im Unterricht gekennzeichnet ist. Jedoch wird dies als eine Vernachlässigung der Methode verstanden, welche aber nach der Interdependenztheorie im Berliner Model stets in einer gegenseitigen Wechselbeziehung zwischen Inhalt Methodik Medien Intention aufgefasst werden soll.
Im Mittelpunkt der lehr- und lerntheoretischen Didaktik steht nun nicht der Bildungsbegriff, sondern der Begriff des ,,Lernens".
Lernen wird definiert als eine aktive Auseinandersetzung von Personen mit Informationen, die relativ überdauernde Veränderungen im Wissen und Können zur Konsequenz hat. Das Lernen führt folglich auch zu einer Änderung im Verhalten bzw. im Verhaltenspotential des Lernenden und erfolgt stets auf Grund von Erfahrungen, die in der Auseinandersetzung mit der Umwelt gewonnen werden.
1
Die Lehr- und Lerntheoretiker untersuchen dabei die Einflüsse, Voraussetzungen und die Wirkungen vom Lernen und stellen dazu deren Zusammenhänge zueinander dar. Diese Aussagen sollen Voraussagen und Kontrollen des Lernens ermöglichen.
Dem Lehrer wird dabei die Wichtigkeit aufgezeigt, beeinflussende Faktoren auf den Unterricht zu erkennen und zu berücksichtigen, damit ein gezieltes und geplantes Lehren und Lernen ermöglicht wird.
Die Theoretiker der lehr- und lerntheoretischen Didaktik lassen sich aus erziehungswissenschaftlicher Position den Positivisten zuordnen, welche sich auf eine wertfreie empirische Analyse von Unterricht, ohne jeglichen Einfluss der persönlichen Meinung, stützen. Die beleg- und prüfbaren Aussagen von Unterricht basieren dabei auf erfahrungswissenschaftlich fassbaren Fakten und nicht auf hermeneutisch geisteswissenschaftlichen Weg, um sich damit auch deutlich von Klafkis Model abzuwenden.
Ziel soll es sein, ein praktisches Entscheidungsmodel , basierend auf der Grundlage des Berliner Model s, für den Lehrenden auf empirischen Weg zu erstel en, um seinen Unterricht didaktisch analysieren und planen zu können. Das Berliner Model stützt sich auf die lehr- und lerntheoretische Didaktik und versucht diese Eigenschaften in ihre Unterrichtsplanung und auswertung einzubeziehen.
Sie stellt sich dabei deutlich als Gegenpunkt zur bildungstheoretischen Didaktik Klafkis dar.
2. Das Berliner Modell
2.1. Hintergrund
Das Berliner Model wurde von Paul Heimann (1901 1967) Anfang der 1960er Jahre und als Abgrenzung gegen die bildungstheoretische Didaktik Klafkis entwickelt.
Heimann hatte großen Einfluss auf verschiedene Schulreformen und Lehrerausbildungen in Berlin. Sein Entwurf wurde 1962 von Professoren und Lehramtsstudenten an der Pädagogischen Hochschule sowie in der Schulpraxis im Zuge eines Praktikums im Grundstudium, dem sogenannten Didaktikum, erprobt.
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