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Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft

Scholary Paper (Seminar), 2007, 18 Pages
Author: Stephanie Klingemann
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V112896
ISBN (E-book): 978-3-640-12268-4

File size: 230 KB

Abstract

Meine Arbeit behandelt das Thema „Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft“. Ich werde zunächst im ersten Kapitel die Begriffe „Bildungsungleichheit“ und „soziale Herkunft“ im soziologischen Sinne abgrenzen. Im nächsten Kapitel geht es dann einleitend um die Folgen von Bildungsungleichheiten, bevor ich dann im dritten Kapitel die Ursachen dieser Bildungsungleichheiten darstelle und jeweils kurz erläutere, um einen Überblick über die heutige Situation geben zu können. Im vierten Kapitel geht es dann um einige Theorieansätze, die versuchen, Bildungsungleichheiten aufgrund der sozialen Herkunft zu erklären. Auch hier geht es mir in der Hauptsache darum, einen Überblick über dieses komplexe Thema zu geben und die mir wichtigsten Punkte herauszuarbeiten. Abschließen möchte ich meine einleitenden Worte mit einen Zitat von Max Weber, dessen Inhalt leider nach wie vor, wenn nicht sogar mehr denn je den Tatsachen entspricht: „Unterschiede in der Bildung sind heute (…) zweifellos der wichtigste ständebildende Unterschied (…). Unterschiede der Bildung sind – man mag das noch so sehr bedauern – eine der allerstärksten rein innerlich wirkenden sozialen Schranken.“ (1) (1) Weber, Max (1921): Gesammelte politische Schriften, Stuttgart: UTB, S.279


Excerpt (computer-generated)

Universität

Würzburg

03.05.2007

Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung

Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Politische Theorie

Stephanie Klingemann

,,Aspekte der Bildungssoziologie: Schule und
Schulerfolg in Deutschland und im internationalen Vergleich"

Proseminar

,,Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft"

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3
1. Begriffdefinitionen 3
1.1 Bildungsungleichheit 3
1.2 Soziale Herkunft 4
2. Folgen von Bildungsungleichheit 5
3. Ursachen von Bildungsungleichheit 6
3.1 Bildungsniveau der Herkunftsfamilie 6
3.2 Einkommen 6
3.3 Segregation 7
3.4 Migrationshintergrund 8
3.5 Veränderte Familienformen 8
4. Bildungsungleichheit aufgrund sozialer Herkunft? Ein Erklärungsversuch 9
4.1 Der Ansatz von Boudon 9
4.2 Sozialisationstheroetische Ansätze 10
4.3 Soziales und kulturelles Kapital 11
4.4 Humankapitaltheorie 12
4.5 Soziokulturelle Erklärungsansätze 13
5. Fazit 14
Literatur 15
Internetquellen 16
Abbildungsverzeichnis 16

2

 


Einleitung

Meine Arbeit behandelt das Thema ,,Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft". Ich werde zunächst im ersten Kapitel die Begriffe ,,Bildungsungleichheit" und ,,soziale Herkunft" im soziologischen Sinne abgrenzen.

Im nächsten Kapitel geht es dann einleitend um die Folgen von Bildungsungleichheiten, bevor ich dann im dritten Kapitel die Ursachen dieser Bildungsungleichheiten darstelle und jeweils kurz erläutere, um einen Überblick über die heutige Situation geben zu können. Im vierten Kapitel geht es dann um einige Theorieansätze, die versuchen, Bildungsungleichheiten aufgrund der sozialen Herkunft zu erklären. Auch hier geht es mir in der Hauptsache darum, einen Überblick über dieses komplexe Thema zu geben und die mir wichtigsten Punkte herauszuarbeiten.

Abschließen möchte ich meine einleitenden Worte mit einen Zitat von Max Weber, dessen Inhalt leider nach wie vor, wenn nicht sogar mehr denn je den Tatsachen entspricht:

,,Unterschiede in der Bildung sind heute (...) zweifellos der wichtigste ständebildende Unterschied (...). Unterschiede der Bildung sind ­ man mag das noch so sehr bedauern ­ eine der allerstärksten rein innerlich wirkenden sozialen Schranken."1

1. Begriffdefinitionen

1.1 Bildungsungleichheit

Bildungsungleichheit ist eine Form sozialer Ungleichheit. Bei der Begriffsdefinition sozialer Ungleichheit wird sich häufig grob darauf verständigt, dass es sich hier um eine Ungleichverteilung von Ressourcen oder dem Zugang zu diesen Ressourcen innerhalb einer Gesellschaft handelt. Hradil beschreibt soziale Ungleichheit folgendermaßen: ,,Menschen leben in der Regel nicht isoliert voneinander, sondern eingebunden in vergleichsweise stabile zwischenmenschliche Gefüge... Im Verlauf ihres Mit- und Gegeneinanders innerhalb dieser sozialen Gebilde geraten Menschen in vielfältige Beziehungen zueinander und nehmen darin unterschiedliche soziale Positionen ein...Je nachdem, welche sozialen Positionen sie jeweils innehaben, lassen sich zwischen Menschen bestimmte Gemeinsamkeiten (...) oder aber

1 Weber, Max (1921): Gesammelte politische Schriften, Stuttgart: UTB, S.279

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bestimmte Unterschiede (...) erkennen. Mit vielen sozialen Positionen sind jedoch Lebens- und Arbeitsbedingungen verknüpft, die ihre Träger gegenüber anderen nicht einfach als in bestimmter Hinsicht gegenüber anderen nicht einfach als in bestimmter Hinsicht unterschiedlich (...) erscheinen lassen, sondern gleichzeitig auch als besser- oder schlechter-, höher- oder tiefergestellt, bevorrechtigt oder benachteiligt."2

Auf soziale Ungleichheit trifft man also in unterschiedlichen Bereichen des Lebens, so auch im Bereich der Bildung. Unter Bildungsungleichheit versteht man in diesem Zusammenhang, dass Personen im Bezug auf den Zugang zu Bildung eingeschränkt sind, bzw. nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie andere Mitglieder einer Gesellschaft. Dies bedeutet auf der einen Seite, dass einige Personen aufgrund objektiver Beschränkungen (z.B. finanzielle Schwierigkeiten) einen anderen (Privatschule vs. Öffentliche Schule) oder keinen Zugang zu Bildung haben. Da es in Deutschland aufgrund sozialstaatlicher Regelungen aber nicht vorkommt, dass Personen formal keinen Zugang zu Bildung haben, soll in dieser Arbeit Bildungsungleichheit derart verstanden werden, dass Personen zwar objektiv die gleichen Möglichkeiten haben, ein Bildungsziel zu erreichen, dies aber aufgrund anderer Faktoren doch schwieriger ist. Hier sind Faktoren wie z.B. einer bildungsfernen Herkunftsfamilie gemeint. Dies soll aber im Kapitel zu den Ursachen von Bildungsungleichheit näher erläutert werden.

In diesem Abschnitt sollte zunächst nur gezeigt werden, was in dieser Arbeit unter Bildungsungleichheit verstanden werden soll. Es soll noch einmal festgehalten werden, dass es sich hier nicht um eine Herabsetzung von Personen handelt, sondern dass es sich bei den Begriffen sozialer Ungleichheit und Bildungsungleichheit um Benachteiligungen bestimmter Personengruppen handelt, welche objektiv beobachtbar und in Zahlen nachweisbar sind (siehe Kapitel 5).

1.2 Soziale Herkunft

Unter sozialer Herkunft soll hier ein System soziokultureller Werte und Normen verstanden werden, in welches man hineingeboren wird. Dabei haben Schichten, Milieus oder Klassen einer Gesellschaft jeweils ihr eigene Werte und Normen. Diese werden innerhalb der Sozialisation verinnerlicht. Maßgeblich hat Pierre Bourdieu auf diesem Gebiet gearbeitet und herausgestellt, dass die soziale Herkunft entscheidend an der Verinnerlichung von den

2 Hradil, Stefan (2005): Soziale Ungleichheit in Deutschland, Wiesbaden: VS Verlag, S.15

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