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Politainment als Ursache für die Reduktion von Objektivität in der Kriegsberichterstattung

Subtitle: Eine Vergleichsanalyse des politischen und journalistischen Einflusses auf Objektivitätskriterien in den USA und Europa

Diploma Thesis, 2006, 114 Pages
Author: Mag.(FH) Tamara Renner
Subject: Communications: Media and Politics, Politic Communications

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2006
Pages: 114
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 141  Entries
Language: German
Archive No.: V113100
ISBN (E-book): 978-3-640-21163-0

File size: 311 KB

Abstract

Der ungehinderte Zugang zur Information mit Hilfe der Massenmedien hat nicht nur die Arbeit der Journalisten und die Rezeption der Zuschauer verändert, sondern diesen Informationskanal für die Politik interessant gemacht. Die Machtausübung und die Manipulationsmöglichkeiten mit Hilfe der Massenmedien bzw. in diesem speziellen Fall des Fernsehens, werden besonders im Rahmen der Kriegsberichterstattung deutlich. Durch die Ausnahmesituation Krieg werden nicht nur der enorme politische Einfluss auf TV-Stationen, die veränderten Informationsbedürfnisse der Rezipienten oder die journalistischen Einflüsse auf die Nachricht transparenter. Ein emotionales Arbeitsumfeld wie im Krieg macht den eigentlichen Verlust der Information und somit die sukzessive Reduktion der Objektivität erkennbar. Die Verfasserin konzentriert sich in der vorliegenden Arbeit auf die Objektivitätsreduktion in der Kriegsberichterstattung. Durch den Aufbau eines Spannungsfeldes, welches drei der wichtigsten Faktoren der Objektivitätsreduktion näher beschreibt: die Politik, den Rezipienten und den Journalisten, wird die Basis für die Objektivitätsdiskussion geschaffen. Anhand eines Nachrichtenvergleiches zwischen einer CNN und einer ORF Nachricht zum Thema „3 Jahre nach Beginn der Invasion im Irak“, werden weiters etwaige Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Medien herausgearbeitet. Zudem werden die theoretischen Ausführungen durch Exklusivinterviews mit Journalist1 (Name soll nicht genannt werden) sowie Karim El-Gawhary, Auslandskorrespondent des ORF und ebenfalls im Irak stationiert, untermauert. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden in wiefern Objektivität durch die behandelten Einflussfaktoren reduziert werden kann bzw. ob vollkommene Objektivität in der Kriegsberichterstattung überhaupt erreichbar ist.


Excerpt (computer-generated)

Diplomarbeit

Politainment als Ursache für die Reduktion von Objektivität

in der Kriegsberichterstattung. Eine Vergleichsanalyse

des politischen und journalistischen Einflusses

auf Objektivitätskriterien in den USA und Europa.

an der Fachhochschule St. Pölten

Ausgeführt zum Zweck der Erlangung des akademischen Grades

Mag. (FH) für wirtschaftswissenschaftliche Berufe

am Fachhochschul-Diplomstudiengang Medienmanagement St. Pölten

von:

Tamara Renner


.

Für meine Eltern Anna und Walter Renner, meine Schwester Manuela und meinen

Freund Jürgen.


Zusammenfassung

Der ungehinderte Zugang zur Information mit Hilfe der Massenmedien hat nicht

nur die Arbeit der Journalisten und die Rezeption der Zuschauer verändert,

sondern diesen Informationskanal für die Politik interessant gemacht. Die

Machtausübung und die Manipulationsmöglichkeiten mit Hilfe der Massenmedien

bzw. in diesem speziellen Fall des Fernsehens, werden besonders im Rahmen der

Kriegsberichterstattung deutlich.

Durch die Ausnahmesituation Krieg werden nicht nur der enorme politische

Einfluss auf TV-Stationen, die veränderten Informationsbedürfnisse der

Rezipienten oder die journalistischen Einflüsse auf die Nachricht transparenter.

Ein emotionales Arbeitsumfeld wie im Krieg macht den eigentlichen Verlust der

Information und somit die sukzessive Reduktion der Objektivität erkennbar.

Die Verfasserin konzentriert sich in der vorliegenden Arbeit auf die

Objektivitätsreduktion in der Kriegsberichterstattung. Durch den Aufbau eines

Spannungsfeldes, welches drei der wichtigsten Faktoren der Objektivitätsreduktion

näher beschreibt: die Politik, den Rezipienten und den Journalisten, wird die Basis

für die Objektivitätsdiskussion geschaffen.

Anhand eines Nachrichtenvergleiches zwischen einer CNN und einer ORF

Nachricht zum Thema ,,3 Jahre nach Beginn der Invasion im Irak", werden weiters

etwaige Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Medien

herausgearbeitet.

Zudem werden die theoretischen Ausführungen durch Exklusivinterviews mit

Journalist1 (Name soll nicht genannt werden) sowie Karim El-Gawhary,

Auslandskorrespondent des ORF und ebenfalls im Irak stationiert, untermauert.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden in wiefern Objektivität durch die

behandelten Einflussfaktoren reduziert werden kann bzw. ob vollkommene

Objektivität in der Kriegsberichterstattung überhaupt erreichbar ist.


Abstract

The unimpeded access to information of the massmedia has not just changed the

work of journalists and the reception of the viewers but has also made this

information channel more interesting to the mediation of political information. The

massmedia´s influence and opportunity to manipulate, especially via TV, is clearly

reflected in the field of war journalism.

As a result of the very emotinal working situation for war journalists the current

trends in news journalism - an enormous political influence on TV-Stations, the

permanently changing information-needs of the recipients as well as the

journalistic influence on the news ­ get more transparent. These factors of

influence favour the lack of information in our news as well as the permanent

reduction of objectivity.

Therefore the author concentrates on the reduction of objectivity in war journalism.

The focus on the three most important factors - politics, the recipients and the

journalists - will build the basis for the discussion about objectivity.

To examine the practical side of the objectivity problem the author provides a

comparative analysis of a CNN and ORF news broadcast about the situation in

Iraq three years after the invasion. In relation to these possible differences

between American and European news will be developed.

The theoretical information is also going to be supported by exclusive interviews

with journalist1 (full name is not going to be announced) as well as Karim El-

Gawhary, foreign journalist with ORF and also war correspondent in Iraq.

The aim of this work is to identify the intensity of the reduction of objectivity

through the handled factors of influence as well as to answer the question whether

it is possible to achive total objectivity in war journalism.


INHALTSVERZEICHNIS

1. DER KRIEG IN 0 UND 1 1

1.1. FORSCHUNGSFRAGEN 5

1.2. BEGRIFFSABGRENZUNG 6

2. KRIEGSNACHRICHTEN IM SPANNUNGSFELD EXTERNER

BEEINFLUSSUNG 8

2.1. EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE KRIEGSNACHRICHTEN 8

2.2. DIMENSIONEN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG NACH MANGOLD UND ULTZSCH..12

2.3. ,,ENTERTAINISIERUNG" VON KRIEGSNACHRICHTEN 15

2.3.1. INFOTAINMENT 17

2.3.2. DER ,,FEEL-GOOD-EFFEKT" 19

2.3.3. ,,ENTERTAINISIERUNG" ALS URSACHE FÜR INFORMATIONSREDUKTION 20

2.4. SCHWERPUNKT 1: MEDIALE STEUERUNG DURCH DIE POLITIK 23

2.4.1. DIE POLITISCHE FUNKTION DER MASSENMEDIEN 23

2.4.2. FERNSEHEN ALS PLATTFORM FÜR KRIEGSPROPAGANDA 27

2.4.3. FORMEN DER ZENSUR 30

2.4.4. ,,EMBEDDED JOURNALISTS" ALS POLITISCHES UND MILITÄRISCHES

KONTROLLORGAN 32

2.4.5. DER POLITISCHE EINFLUSS AUF TV-STATIONEN IM NATIONENVERGLEICH 35

2.4.5.1. FALLBEISPIEL 1: CNN ALS INSTRUMENT DER POLITIK 35

2.4.5.2. FALLBEISPIEL 2: DER POLITISCHE EINFLUSS AUF DIE GREMIEN DES ORF 39

2.4.6. FAZIT: ZIELE POLITISCHER INTERVENTION IN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG ..41

2.5. SCHWERPUNKT 2: MEDIALE STEUERUNG DURCH DEN REZIPIENTEN 42

2.5.1.DIE BESTIMMUNG DES NACHRICHTENINHALTS DURCH DEN REZIPIENTEN 43

2.5.1.1. THEMENKOMPLEXITÄT 44

2.5.1.2. INTERESSEN VON POLITIK UND WIRTSCHAFT 44

2.5.1.3. KONKURRENZSITUATION 45

2.5.1.4. BOULEVARDISIERUNG DER NACHRICHTEN 45


2.5.1.5. INFORMATIONEN VON PR AGENTUREN 45

2.5.1.6. VISUALISIERBARKEIT 46

2.5.1.7.PERSONALISIERUNG 46

2.5.1.8. SCHLÜSSELWÖRTER 46

2.5.2. DIE INSZENIERUNG DER NACHRICHTEN NACH DEN BEDÜRFNISSEN DER

REZIPIENTEN 47

3. DER OBJEKTIVITÄTSFAKTOR IN DEN KRIEGSNACHRICHTEN 50

3.1. VOM EREIGNIS ZUR NACHRICHT 50

3.2. DER NACHRICHTENWERT EINES EREIGNISSES 52

3.2.1. DIE GATEKEEPER-THEORIE 53

3.2.2. DIE NEWS-BIAS-THEORIE 53

3.2.3. DIE NACHRICHTENWERTTHEORIE 54

3.2.3.1. NACHRICHTENFAKTOREN NACH ÖSTGAARD 54

3.2.3.2. NACHRICHTENFAKTOREN NACH GALTUNG UND RUGE 55

3.2.3.3. NACHRICHTENFAKTOREN NACH SCHULZ 58

3.3. MODELLE DER NACHRICHTENSELEKTION 59

3.4. FUNKTIONEN VON NACHRICHTEN 61

3.5. DAS THEORETISCHE OBJEKTIVITÄTSMODELL 63

3.5.1. FORMEN VON OBJEKTIVITÄT 63

3.5.1.1. INNERE UND ÄUßERE OBJEKTIVITÄT 63

3.5.1.2. ADDITIVE UND REDUKTIVE OBJEKTIVITÄT 64

3.5.1.3 SUBJEKTBEZOGENE UND OBJEKTBEZOGENE OBJEKTIVITÄT 64

3.5.1.4. MEDIENOBJEKTIVITÄT UND JOURNALISTISCHE OBJEKTIVITÄT 64

3.6. KRITERIEN DER OBJEKTIVITÄT 65

3.6.1. RELEVANZ 66

3.6.2. RICHTIGKEIT 67

3.6.3. SACHLICHKEIT 68

3.6.4. AUSGEWOGENHEIT 69

3.6.5. VIELFALT 69

3.6.6. TRANSPARENZ 70

3.7. FAKTOREN DER OBJEKTIVITÄTSREDUKTION IN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG .72


3.8. OBJEKTIVITÄT IN DER PRAXIS: FALLBEISPIEL CNN UND ORF ­ SPOTVERGLEICH..75

3.8.1. DER AUFBAU DER NACHRICHT 76

3.8.2. DIE INTERVIEWSITUATION 76

3.8.3. DIE INHALTLICHE AUFBEREITUNG 78

3.8.4. FAKTOREN DER ENTERTAINISIERUNG 81

3.8.5. DIE AUSPRÄGUNG DER OBJEKTIVITÄT 83

3.8.6. OBJEKTIVITÄTSBEWERTUNG 87

4. OBJEKTIVITÄT: QUOTENENTSCHEIDUNG ODER POLITISCHE TAKTIK ..89

5. LITERATURVERZEICHNIS 90

6. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 106


1. Der Krieg in 0 und 1

,,Moderne Kriege werden an zwei Fronten geführt:

Auf dem Schlachtfeld und in den Medien".1

Die Wandlung der Kriegsberichterstattung vom Krieg in der Ferne zum Live-Krieg

im Wohnzimmer der Rezipienten wurde in den letzten Jahrzehnten geprägt. Die

Informationsvermittlung per TV hat die Medienlandschaft nicht nur revolutioniert,

sondern gleichzeitig eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zwischen Medien,

Politik und Rezipient bewirkt, welche anhand von drei Fallbeispielen beschrieben

werden kann: dem Vietnamkrieg von 1946 bis 1975, dem ersten Golfkrieg von

1990 bis 1991 sowie dem Irakkrieg 2003, der nach wie vor andauert.

Der Vietnamkrieg, meist als ,,uncensored war" bezeichnet, hat die amerikanische

Politik und auch Geschichte nicht zuletzt durch die Live-Berichterstattung des

Fernsehens geprägt. Es war ein Krieg in dem die Berichterstatter weder mit

Zensur noch mit staatlicher Kontrolle zu kämpfen hatten, was auch

regierungskritische Berichte zur Folge hatte. Zum ersten Mal in der Geschichte

des Fernsehens wurde ein Medium benutzt um die Bevölkerung, allen voran die

amerikanische, für einen Krieg einzuschwören. Um dieses Ziel zu erreichen griff

man bereits damals auf patriotische und unterhaltende Berichterstattung zurück,

die wenig mit tatsächlicher Information für den Rezipienten zu tun hatte.

,,Die

Masse der Berichterstattung über diesen Krieg .. war für den Zuschauer ohnehin

schwer zu verstehen, da keine wirklichen Informationsgehalte vermittelt wurden".2

Dennoch haben Live-Übertragungen die öffentliche Meinung über den Krieg

geprägt. Der Rezipient bekam durch Live-Berichte einerseits das Gefühl hautnah

dabei und gut informiert zu sein, wurde allerdings durch die fehlende Zensur und

gezielte Auswahl von Bildern und Inhalten schnell mit den grausamen Tatsachen

des Krieges überfordert. Zu Beginn des Krieges dominierte der ,,Reiz" am Neuen,

1 Vgl. Höhne/Ruß-Mohl 2004, S. 11

2 Vgl. Albrecht/Becker 2002, S. 50

1


der ernste Hintergrund wurde teils bewusst von den TV-Anstalten in den

Hintergrund gerückt.

,,... Landende Hubschrauber, hohe Gräser, die durch den

Wind hin und her schwanken, dazu schussbereite Soldaten und ab und zu

Rauchsäulen, die stets einem brennenden Munitionslager der Vietkongs

zugeordnet wurden, konstituierten eine an Kinofilme erinnernde Realität ...".3

Mit dem sinkenden militärischen Erfolg der amerikanischen Truppen sank

allerdings auch das Interesse an den Live-Bildern vom Schlachtfeld in Vietnam.

TV-Anstalten wandelten sich schnell vom Kriegsunterstützer zum Kriegsgegner

und symphatisierten mit der öffentlichen Meinung. Die Politik musste erkennen,

dass es zu diesem Zeitpunkt für staatliche Kontrolle der Berichterstattung zu spät

war und das neue Massenmedium Fernsehen eine Eigendynamik entwickelt hatte.

Kritische Berichte über die amerikanische Politik im Vietnamkrieg prasselten

unzensiert auf die breite Öffentlichkeit ein, wodurch die Unterstützung für den

Krieg im eigenen Land auf den Nullpunkt sank. Boven beschreibt die mediale

Problematik im Vietnamkrieg wie folgt:

,,Vietnam war der erste Fernsehkrieg der Geschichte und niemand hatte Erfahrung

in diesem Zusammenhang im Umgang mit dem noch relativ neuen Medium und

seiner Wirkung als Massenkommunikationsmittel: weder die Regierung, noch die

Medienmacher selbst, noch die Bevölkerung".

4

Im Golfkrieg 1991 war die politische Weltöffentlichkeit bereits auf die Macht des

Massenkommunikationsmittels Fernsehen vorbereitet.

,,George Bush hatte es

eindeutig geäußert: ,,Es wird kein zweites Vietnam geben!" ... Das bedeutet:

kompromisslose Zensur und nur Weitergabe von gefilterten Informationen".5

Mit

Hilfe des ,,Pool Systems" kontrollierte die amerikanische Regierung den

Informationsfluss. Als Vorgänger zu den ,,embedded journalists", die George W.

Bush jr. im Irakkrieg einsetzte, wurden Journalisten gelegentlich in das Militär

eingegliedert, um von der Front berichten zu können. Dennoch war bereits damals

die Verbindung der Journalisten mit dem Militär im Krieg umstritten.

,,Das Pool

3 Vgl. Albrecht/Becker 2002, S. 50

4 Vgl. Boven 4.1.2006, Verz. Nr. 1, Macht der Medien? ­ Vietnamkrieg,

www.kommunicare.de/01_themen/011_kb/vietnam.htm

5 Vgl. Birkner 1993, S. 51

2


System ist im Grunde genommen nichts anderes, als eine eindeutig auf

Militärinteressen ausgerichtete Informationssteuerung, da nur ausgewählte

Gruppen .. bei militärischen Einsätzen (die mehr einem Truppenbesuch

gleichkommen) dabei sein darf. Diese wurden von der Militärführung ,,abgecheckt",

d.h. auf Linientreue geprüft".

6

Diese Inszenierung der Berichte ist auch auf den Unterhaltungsdrang der

Rezipienten zurückzuführen.

,,Der Rezipient interessiert sich nicht mehr für die

Nachricht in Form von reiner Information, er will vielmehr unterhalten werden,

selbst um den Preis der Qualität".

7

Hinter den Kulissen gab es in diesem Krieg allerdings vor allem einen Verlierer:

die Journalisten. Sie mussten sich den Zensurbestimmungen der US-Regierung

beugen und patriotisch berichten.

,,Wer es zu diesem Zeitpunkt noch wagte, eine

kritische Kolumne gegen den bevorstehenden Krieg zu schreiben, wurde entweder

fristlos entlassen oder zu einem Erholungsurlaub in die Ferien geschickt".

8

In Medienkreisen wurde außerdem behauptet, dass CNN, aus medialer Sicht, den

Krieg dominierte. Aufgrund knapper personeller und finanzieller Kapazitäten der

kleineren TV-Stationen Europas und den USA, waren diese zum Großteil von

Informationen CNNs abhängig. Hinzu kamen Zensurmaßnahmen der USA, die

amerikanische Medien aufgrund ihrer patriotischen Berichterstattung bevorzugten,

allen voran CNN, das für eine regierungsnahe Linie bekannt war bzw. ist.

Dennoch waren für die regierungsnahe Berichterstattung der US TV-Stationen im

Golfkrieg nicht nur patriotische Gründe ausschlaggebend. Auf diesen Aspekt wird

die Verfasserin zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen kommen.

Betrachtet man die Berichterstattung aus dem Golfkrieg 1991 wird besonders

deutlich, dass vor allem die USA mit aller Kraft versuchten, die freie Presse, die

der Regierung im Vietnamkrieg zum Verhängnis wurde, zu unterbinden. Tatsache

ist dennoch, dass mit dieser restriktiven Zensur und Kontrolle das Problem der

objektiven und freien Berichterstattung im Krieg nicht gelöst und vor allem der

6 Vgl. Schrader 2002, S. 51

7 Vgl. Birkner 1993, S. 37

1

8 Vgl. Meier/Schanne 1996, S. 150

3



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