Autor: Andreas Fingas
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Jahr: 2008
Seiten: 22
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 234 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-13317-8
Zusammenfassung / Abstract
In der vorliegenden Arbeit soll ein allgemeiner Überblick über die Zustände in Deutschland unmittelbar vor und während der deutschen Revolution von 1848/49 hinsichtlich der periodischen Presse geschaffen werden. Um die diese Zustände beschreiben zu können, bedarf es einer kurzen Rückschau auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im davor liegenden halben Jahrhundert, insbesondere im Zeitraum des Vormärz. Diese Retrospektive muss sich sowohl auf die Entwicklungen innerhalb des deutschen Bundes, als auch auf signifikante Ereignisse in den umliegenden Nationen und weiterreichende internationale Veränderungen beziehen. In der Folge werden verschiedene bedeutende Zeitungs-publizistische Organe präsentiert und deren Entwicklung unter Bezug auf die jeweils geltenden Zensurgesetze- und Praktiken beschrieben. Abschließend soll kurz erläutert werden, welchen Einfluss die Geschehnisse und Entwicklungen in den Jahren 1848/49 auf den weiteren Verlauf der deutschen Zeitungs-Geschichte hatten. Als historischer Einstiegspunkt soll hier die Entstehung des Deutschen Bundes gewählt werden. Nach der ersten französischen Revolution 1789, in der Vertreter des dritten Standes durch eine provisorisch gegründete Nationalversammlung und eine „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ die alte feudalabsolutistischen Herrschaftsform ersetzt hatten, ergriff Napoleon Bonaparte als militärischer Führer und 1804 als selbst ernannter Kaiser die Macht in der jungen Republik und begann damit ganz Europa mit Krieg zu überziehen. „Im April 1792 beginnt eine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Kriegsepoche“, die zuerst von großen Erfolgen der napoleonischen Revolutionsarmee gekennzeichnet war und die dazu führte, dass Napoleon binnen weniger Jahre ein Herrschaftsgebiet erringen konnte, welches beinahe das komplette Europa umfasste. Nach Siegen über österreichische und russische Truppen und eine regionale Neuordnung Süddeutschlands, musste sich auch Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 geschlagen geben. Bereits im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erkannte das Reich diese Neuordnungen offiziell an. Durch die Ereignisse in den folgenden Jahren verlor „die Landkarte des Reiches […] einen guten Teil ihrer Buntscheckigkeit“.
Textauszug (computergeneriert)
Veranstaltung:
HS: Publizistik in der deutschen Revolution 1848
Referat am 21. 04. 2008
Thema: Periodische Presse vor und während der Märzrevolution 1848
SS 2008
Deutsche Periodika in Zeiten der Märzrevolution
Name:
Andreas Fingas
Studienfächer:
BA Germanistik/ KoWi/ Anglistik
Studiensemester:
05
Inhalt
1.Einleitung 3
2.Neuordnung nach den Befreiungskriegen 3
2.1 Eroberung durch Napoleon 3
2.2 Soziale Neuorientierung 4
2.3 Freiheitskriege 4
3.Verfassung, Repression und Hunger 5
3.1 Karlsbader Beschlüsse 5
3.2 Wirtschaftlicher Wandel und Pauperismus 6
4.Die Märzrevolution 7
4.1 Vormärz 7
4.2 Straßenschlachten 8
4.3 Volksversammlung und Grundrechte 8
4.4 Krise und Zusammenbruch 9
5.Die Periodische Presse vor und um 1848 10
5.1 Wichtige Periodika des Vormärz und der Revolution 11
5.1.1Der Rheinische Merkur 11
5.1.2Der Wächter am Rhein 13
5.1.3Die (neue) Rheinische Zeitung 13
5.1.4Struve und das Mannheimer Journal 14
5.1.5Seeblätter, Volksfreund, Deutsche Volkszeitung 15
5.1.6Das ,,Professorenblatt" 15
5.2 Presse und Zensur 16
5.3 Pressefreiheit um 1848 17
5.4 Politische Berichterstattung 18
6.Bedeutung der Revolution für die weitere Entwicklung der periodischen Presse in
Deutschland 19
Quellen 21
2
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit soll ein allgemeiner Überblick über die Zustände in
Deutschland unmittelbar vor und während der deutschen Revolution von 1848/49
hinsichtlich der periodischen Presse geschaffen werden.
Um die diese Zustände beschreiben zu können, bedarf es einer kurzen Rückschau auf
die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im davor liegenden halben
Jahrhundert, insbesondere im Zeitraum des Vormärz. Diese Retrospektive muss sich
sowohl auf die Entwicklungen innerhalb des deutschen Bundes, als auch auf
signifikante Ereignisse in den umliegenden Nationen und weiterreichende
internationale Veränderungen beziehen. In der Folge werden verschiedene bedeutende
Zeitungs-publizistische Organe präsentiert und deren Entwicklung unter Bezug auf die
jeweils geltenden Zensurgesetze- und Praktiken beschrieben. Abschließend soll kurz
erläutert werden, welchen Einfluss die Geschehnisse und Entwicklungen in den Jahren
1848/49 auf den weiteren Verlauf der deutschen Zeitungs-Geschichte hatten.
2. Neuordnung nach den Befreiungskriegen
Als historischer Einstiegspunkt soll hier die Entstehung des Deutschen Bundes
gewählt werden.
Nach der ersten französischen Revolution 1789, in der Vertreter des dritten Standes
durch eine provisorisch gegründete Nationalversammlung und eine ,,Erklärung der
Menschen- und Bürgerrechte" die alte feudalabsolutistischen Herrschaftsform ersetzt
hatten, ergriff Napoleon Bonaparte als militärischer Führer und 1804 als selbst
ernannter Kaiser die Macht in der jungen Republik und begann damit ganz Europa mit
Krieg zu überziehen.
2.1 Eroberung durch Napoleon
,,Im April 1792 beginnt eine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Kriegsepoche", die
zuerst von großen Erfolgen der napoleonischen Revolutionsarmee gekennzeichnet war
und die dazu führte, dass Napoleon binnen weniger Jahre ein Herrschaftsgebiet
erringen konnte, welches beinahe das komplette Europa umfasste. Nach Siegen über
österreichische und russische Truppen und eine regionale Neuordnung
3
Süddeutschlands, musste sich auch Preußen in der Doppelschlacht von Jena und
Auerstedt am 14. Oktober 1806 geschlagen geben. Bereits im
Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erkannte das Reich diese Neuordnungen
offiziell an. Durch die Ereignisse in den folgenden Jahren verlor ,,die Landkarte des
Reiches [...] einen guten Teil ihrer Buntscheckigkeit"1. Neben einschneidenden
territorialen Veränderungen verlor die Kirche, im Zuge der Säkularisierung ihrer
Güter, an weltlicher Macht und Einfluss. Dies ,,bedeutet zugleich einen wichtigen
Schritt zur Auflösung der überkommenen feudalen und ständischen Gesellschaft"2,
wie sie zuvor noch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation über mehr als 800
Jahre fast unverändert geprägt hatte.
Es folgten, vor allem in Preußen, Reformkonzepte, wie etwa die ,, Reform der
preußischen Heeresverfassung", die zu Beginn des 19. Jahrhunderts ,,den bereits im
Absolutismus begonnenen Prozeß der modernen Staatsbildung fortführten"3.
2.2 Soziale Neuorientierung
Hatten unter dem ancien régime noch große Anteile der Bevölkerung als Unfreie oder
Leibeigene unter zahlreichen Junkern als Bauern gearbeitet, so veränderte sich die
Soziale Ordnung im Reich nun dahingehend, dass ,,Formen persönlicher
Leibeigenschaft [...] aufgehoben [...], die Dienste der Bauern [...] gegen Bezahlung
abgelöst [...] [und] Grund und Boden [...] frei verkäufliche Wirtschaftsgüter
[wurden]"4. Zweifellos waren dies essenzielle Meilensteine auf dem Weg zur
individuellen Mündigkeit der Bürger, auch wenn von Grundrechten im heutigen Sinn
noch nicht die Rede sein konnte.
2.3 Freiheitskriege
In Russland stieß Napoleons grande armé 1812 erstmals auf ernstzunehmenden und
überwältigenden Widerstand. 1813 wurde der französische Heerführer schließlich von
den ,,verbündeten preußischen, österreichischen und russischen Truppen"5 geschlagen
1 Deutscher Bundestag; Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hg):Fragen an die Deutsche Geschichte: Wege zur
parlamentarischen Demokratie. Bonn: Dt. Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit, 1996, S. 37.
2 Deutscher Bundestag (1996), S. 38.
3 Deutscher Bundestag (1996), S. 39.
4 Deutscher Bundestag (1996), S. 41.
5 Deutscher Bundestag (1996), S. 45.
4
und zum Rückzug gezwungen. Bereits ein Jahr später traten die Fürsten und
Gesandten der Koalitionsmächte Russland, Großbritannien, Österreich und Preußen,
sowie Abgesandte anderer europäischer Länder mit den Unterhändlern des besiegten
Frankreich auf dem Wiener Kongress zusammen, um über die zukünftigen
europäischen Verhältnisse zu verhandeln. Obwohl im restaurativen Sinne die alten
Zustände wieder hergestellt werden sollten, blieb ,,die territoriale Neuordnung
Deutschlands unangetastet"6. Die Folge war ein lockerer Staatenbund, der als
,,Deutscher Bund" in die Geschichte einging und bereits 1817 von dem Jenaer
Studenten Riemann auf dem Wartburgfest scharf kritisiert wurde.
Indem eine, im Licht früherer Verhältnisse, überschaubarere Anzahl einzelner Staaten
im Deutschen Bund zusammengeschlossen wurden, rückte aber auch in den Köpfen
der Anhänger einer wachsenden liberalen Bewegung die nationale Einheit der
Deutschen Staaten einen Schritt näher. Außerdem hatte 1792 in Mainz ,,die erste
Republik auf deutschem Boden" bestanden. Dieser Zustand hatte zwar nicht lange
vorgehalten, machte ein republikanisches Deutschland aber wesentlich vorstellbarer.
3. Verfassung, Repression und Hunger
In den Jahren nach 1815 flammten die Hoffnungen auf ein liberaleres Deutschland
erneut auf und der Widerstand gegen das restaurative System verstärkte sich vor allem
an den Universitäten, da die in der Bundesakte unter Artikel 13 zugesicherten
landesständischen Verfassungen vor allem, im süddeutschen Raum, großzügig
verwirklicht wurden. Diese Hoffnungen wurden allerdings durch die verschärft
restaurative Gesetzgebung nach der Ermordung des russischen Staatsrates August von
Kotzebue, durch den Studenten Karl Ludwig Sand 1819, wieder weitgehend zu Nichte
gemacht.
3.1 Karlsbader Beschlüsse
Nachdem sich auf dem Wartburg Fest 1817 hunderte Studenten, Anhänger der neu
aufkommenden Burschenschaften, in der Nachfolge der Widerstandbewegung in den
Freiheitskriegen, offen gegen das bestehende System ausgesprochen hatten, wurde die
6 Deutscher Bundestag (1996), S. 46.
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