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Details

Veranstaltung: Periodische Presse vor und während der Märzrevolution 1848
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 22
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 234 KB
Archivnummer: V113111
ISBN (E-Book): 978-3-640-13317-8

Zusammenfassung / Abstract

In der vorliegenden Arbeit soll ein allgemeiner Überblick über die Zustände in Deutschland unmittelbar vor und während der deutschen Revolution von 1848/49 hinsichtlich der periodischen Presse geschaffen werden. Um die diese Zustände beschreiben zu können, bedarf es einer kurzen Rückschau auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im davor liegenden halben Jahrhundert, insbesondere im Zeitraum des Vormärz. Diese Retrospektive muss sich sowohl auf die Entwicklungen innerhalb des deutschen Bundes, als auch auf signifikante Ereignisse in den umliegenden Nationen und weiterreichende internationale Veränderungen beziehen. In der Folge werden verschiedene bedeutende Zeitungs-publizistische Organe präsentiert und deren Entwicklung unter Bezug auf die jeweils geltenden Zensurgesetze- und Praktiken beschrieben. Abschließend soll kurz erläutert werden, welchen Einfluss die Geschehnisse und Entwicklungen in den Jahren 1848/49 auf den weiteren Verlauf der deutschen Zeitungs-Geschichte hatten. Als historischer Einstiegspunkt soll hier die Entstehung des Deutschen Bundes gewählt werden. Nach der ersten französischen Revolution 1789, in der Vertreter des dritten Standes durch eine provisorisch gegründete Nationalversammlung und eine „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ die alte feudalabsolutistischen Herrschaftsform ersetzt hatten, ergriff Napoleon Bonaparte als militärischer Führer und 1804 als selbst ernannter Kaiser die Macht in der jungen Republik und begann damit ganz Europa mit Krieg zu überziehen. „Im April 1792 beginnt eine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Kriegsepoche“, die zuerst von großen Erfolgen der napoleonischen Revolutionsarmee gekennzeichnet war und die dazu führte, dass Napoleon binnen weniger Jahre ein Herrschaftsgebiet erringen konnte, welches beinahe das komplette Europa umfasste. Nach Siegen über österreichische und russische Truppen und eine regionale Neuordnung Süddeutschlands, musste sich auch Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 geschlagen geben. Bereits im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erkannte das Reich diese Neuordnungen offiziell an. Durch die Ereignisse in den folgenden Jahren verlor „die Landkarte des Reiches […] einen guten Teil ihrer Buntscheckigkeit“.

Textauszug (computergeneriert)

Veranstaltung:

HS: Publizistik in der deutschen Revolution 1848

Referat am 21. 04. 2008

Thema: Periodische Presse vor und während der Märzrevolution 1848

SS 2008

Deutsche Periodika in Zeiten der Märzrevolution

Name:

Andreas Fingas

Studienfächer:

BA Germanistik/ KoWi/ Anglistik

Studiensemester:

05


Inhalt

1.Einleitung 3

2.Neuordnung nach den Befreiungskriegen 3

2.1 Eroberung durch Napoleon 3

2.2 Soziale Neuorientierung 4

2.3 Freiheitskriege 4

3.Verfassung, Repression und Hunger 5

3.1 Karlsbader Beschlüsse 5

3.2 Wirtschaftlicher Wandel und Pauperismus 6

4.Die Märzrevolution 7

4.1 Vormärz 7

4.2 Straßenschlachten 8

4.3 Volksversammlung und Grundrechte 8

4.4 Krise und Zusammenbruch 9

5.Die Periodische Presse vor und um 1848 10

5.1 Wichtige Periodika des Vormärz und der Revolution 11

5.1.1Der Rheinische Merkur 11

5.1.2Der Wächter am Rhein 13

5.1.3Die (neue) Rheinische Zeitung 13

5.1.4Struve und das Mannheimer Journal 14

5.1.5Seeblätter, Volksfreund, Deutsche Volkszeitung 15

5.1.6Das ,,Professorenblatt" 15

5.2 Presse und Zensur 16

5.3 Pressefreiheit um 1848 17

5.4 Politische Berichterstattung 18

6.Bedeutung der Revolution für die weitere Entwicklung der periodischen Presse in

Deutschland 19

Quellen 21

2


1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll ein allgemeiner Überblick über die Zustände in

Deutschland unmittelbar vor und während der deutschen Revolution von 1848/49

hinsichtlich der periodischen Presse geschaffen werden.

Um die diese Zustände beschreiben zu können, bedarf es einer kurzen Rückschau auf

die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im davor liegenden halben

Jahrhundert, insbesondere im Zeitraum des Vormärz. Diese Retrospektive muss sich

sowohl auf die Entwicklungen innerhalb des deutschen Bundes, als auch auf

signifikante Ereignisse in den umliegenden Nationen und weiterreichende

internationale Veränderungen beziehen. In der Folge werden verschiedene bedeutende

Zeitungs-publizistische Organe präsentiert und deren Entwicklung unter Bezug auf die

jeweils geltenden Zensurgesetze- und Praktiken beschrieben. Abschließend soll kurz

erläutert werden, welchen Einfluss die Geschehnisse und Entwicklungen in den Jahren

1848/49 auf den weiteren Verlauf der deutschen Zeitungs-Geschichte hatten.

2. Neuordnung nach den Befreiungskriegen

Als historischer Einstiegspunkt soll hier die Entstehung des Deutschen Bundes

gewählt werden.

Nach der ersten französischen Revolution 1789, in der Vertreter des dritten Standes

durch eine provisorisch gegründete Nationalversammlung und eine ,,Erklärung der

Menschen- und Bürgerrechte" die alte feudalabsolutistischen Herrschaftsform ersetzt

hatten, ergriff Napoleon Bonaparte als militärischer Führer und 1804 als selbst

ernannter Kaiser die Macht in der jungen Republik und begann damit ganz Europa mit

Krieg zu überziehen.

2.1 Eroberung durch Napoleon

,,Im April 1792 beginnt eine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Kriegsepoche", die

zuerst von großen Erfolgen der napoleonischen Revolutionsarmee gekennzeichnet war

und die dazu führte, dass Napoleon binnen weniger Jahre ein Herrschaftsgebiet

erringen konnte, welches beinahe das komplette Europa umfasste. Nach Siegen über

österreichische und russische Truppen und eine regionale Neuordnung

3


Süddeutschlands, musste sich auch Preußen in der Doppelschlacht von Jena und

Auerstedt am 14. Oktober 1806 geschlagen geben. Bereits im

Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erkannte das Reich diese Neuordnungen

offiziell an. Durch die Ereignisse in den folgenden Jahren verlor ,,die Landkarte des

Reiches [...] einen guten Teil ihrer Buntscheckigkeit"1. Neben einschneidenden

territorialen Veränderungen verlor die Kirche, im Zuge der Säkularisierung ihrer

Güter, an weltlicher Macht und Einfluss. Dies ,,bedeutet zugleich einen wichtigen

Schritt zur Auflösung der überkommenen feudalen und ständischen Gesellschaft"2,

wie sie zuvor noch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation über mehr als 800

Jahre fast unverändert geprägt hatte.

Es folgten, vor allem in Preußen, Reformkonzepte, wie etwa die ,, Reform der

preußischen Heeresverfassung", die zu Beginn des 19. Jahrhunderts ,,den bereits im

Absolutismus begonnenen Prozeß der modernen Staatsbildung fortführten"3.

2.2 Soziale Neuorientierung

Hatten unter dem ancien régime noch große Anteile der Bevölkerung als Unfreie oder

Leibeigene unter zahlreichen Junkern als Bauern gearbeitet, so veränderte sich die

Soziale Ordnung im Reich nun dahingehend, dass ,,Formen persönlicher

Leibeigenschaft [...] aufgehoben [...], die Dienste der Bauern [...] gegen Bezahlung

abgelöst [...] [und] Grund und Boden [...] frei verkäufliche Wirtschaftsgüter

[wurden]"4. Zweifellos waren dies essenzielle Meilensteine auf dem Weg zur

individuellen Mündigkeit der Bürger, auch wenn von Grundrechten im heutigen Sinn

noch nicht die Rede sein konnte.

2.3 Freiheitskriege

In Russland stieß Napoleons grande armé 1812 erstmals auf ernstzunehmenden und

überwältigenden Widerstand. 1813 wurde der französische Heerführer schließlich von

den ,,verbündeten preußischen, österreichischen und russischen Truppen"5 geschlagen

1 Deutscher Bundestag; Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hg):Fragen an die Deutsche Geschichte: Wege zur

parlamentarischen Demokratie. Bonn: Dt. Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit, 1996, S. 37.

2 Deutscher Bundestag (1996), S. 38.

3 Deutscher Bundestag (1996), S. 39.

4 Deutscher Bundestag (1996), S. 41.

5 Deutscher Bundestag (1996), S. 45.

4


und zum Rückzug gezwungen. Bereits ein Jahr später traten die Fürsten und

Gesandten der Koalitionsmächte Russland, Großbritannien, Österreich und Preußen,

sowie Abgesandte anderer europäischer Länder mit den Unterhändlern des besiegten

Frankreich auf dem Wiener Kongress zusammen, um über die zukünftigen

europäischen Verhältnisse zu verhandeln. Obwohl im restaurativen Sinne die alten

Zustände wieder hergestellt werden sollten, blieb ,,die territoriale Neuordnung

Deutschlands unangetastet"6. Die Folge war ein lockerer Staatenbund, der als

,,Deutscher Bund" in die Geschichte einging und bereits 1817 von dem Jenaer

Studenten Riemann auf dem Wartburgfest scharf kritisiert wurde.

Indem eine, im Licht früherer Verhältnisse, überschaubarere Anzahl einzelner Staaten

im Deutschen Bund zusammengeschlossen wurden, rückte aber auch in den Köpfen

der Anhänger einer wachsenden liberalen Bewegung die nationale Einheit der

Deutschen Staaten einen Schritt näher. Außerdem hatte 1792 in Mainz ,,die erste

Republik auf deutschem Boden" bestanden. Dieser Zustand hatte zwar nicht lange

vorgehalten, machte ein republikanisches Deutschland aber wesentlich vorstellbarer.

3. Verfassung, Repression und Hunger

In den Jahren nach 1815 flammten die Hoffnungen auf ein liberaleres Deutschland

erneut auf und der Widerstand gegen das restaurative System verstärkte sich vor allem

an den Universitäten, da die in der Bundesakte unter Artikel 13 zugesicherten

landesständischen Verfassungen vor allem, im süddeutschen Raum, großzügig

verwirklicht wurden. Diese Hoffnungen wurden allerdings durch die verschärft

restaurative Gesetzgebung nach der Ermordung des russischen Staatsrates August von

Kotzebue, durch den Studenten Karl Ludwig Sand 1819, wieder weitgehend zu Nichte

gemacht.

3.1 Karlsbader Beschlüsse

Nachdem sich auf dem Wartburg Fest 1817 hunderte Studenten, Anhänger der neu

aufkommenden Burschenschaften, in der Nachfolge der Widerstandbewegung in den

Freiheitskriegen, offen gegen das bestehende System ausgesprochen hatten, wurde die

6 Deutscher Bundestag (1996), S. 46.

5


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