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Armut in Europa

Untertitel: Ein Vergleich von Wohlfahrtsstaatssystemen am Beispiel Deutschlands und Großbritanniens
Autor: Corinna Patrizia Franiek
Fach: Politik - Pol. Systeme - Allgemeines und Vergleiche

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Details

Veranstaltung: Wohlfahrtsstaaten im Vergleich: Armut im Sozialstaat
Institution/Hochschule: Universität Wien (Insitut für Politikwissenschaft)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 34
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 403 KB
Archivnummer: V113248
ISBN (E-Book): 978-3-640-13334-5

Zusammenfassung / Abstract

Fest steht, dass kein Wohlfahrtsstaat Armut verhindern kann, aber wie erfolgreich dies versucht wird, soll anhand dieser Arbeit dargestellt werden. Es soll aufgezeigt werden, wie sich die Armut in Großbritannien und Deutschland darstellt. Vergleichend soll betrachtet werden, wer von Armut bedroht und betroffen ist, warum dies so ist und wie die Staaten darauf zu reagieren versuchen. Die Arbeit gliedert sich in 3 Teile, einen Ländervergleich zwischen Deutschland und Großbritannien, eine Beschreibung der Wohlfahrtsstaatsregime allgemein und ein Vergleich bzw. eine Einordnung der ausgewählten Länder im EU-Kontext, mit besonderer Betrachtung der sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaaten.

Textauszug (computergeneriert)

Politikwissenschaft
Seminar: Wohlfahrtsstaaten im Vergleich: Armut im Sozialstaat

Armut in Europa ­

ein Vergleich von Wohlfahrtsstaatssystemen

am Beispiel

Deutschlands und Großbritanniens

Corinna Patrizia Franiek

7. Semester Sozialwissenschaften;


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Ländervergleich Deutschland und Großbritannien 3

2.1. Einkommen und Einkommensverteilung 3

2.2. Armutsgefährdung 8

2.3. Sozialtransfer 15

2.3.1. Arbeitslosigkeit, Wohlfahrtsstaatsregime und Einkommen 15

2.4. Deprivation 16

2.5. Zwischenresümee 23

3. Armut in Europa ­ eine EU-weite Betrachtung und die Einordnung der

Beispielländer in den Kontext 24

3.1. Sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaat kontra liberalen (Großbritannien) und konservativen

(Deutschland) Wohlfahrtsstaat? 24

3.2. Deutschland und Großbritannien im Vergleich zu den sozialdemokratischen

Wohlfahrtsstaaten 26

4. Fazit 30

5. Literatur 32

2


1. Einleitung

Fest steht, dass kein Wohlfahrtsstaat Armut verhindern kann, aber wie erfolgreich dies versucht

wird, soll anhand dieser Arbeit dargestellt werden.

Es soll aufgezeigt werden, wie sich die Armut in Großbritannien und Deutschland darstellt.

Vergleichend soll betrachtet werden, wer von Armut bedroht und betroffen ist, warum dies so ist

und wie die Staaten darauf zu reagieren versuchen.

Die Arbeit gliedert sich in 3 Teile, einen Ländervergleich zwischen Deutschland und

Großbritannien, eine Beschreibung der Wohlfahrtsstaatsregime allgemein und ein Vergleich bzw.

eine Einordnung der ausgewählten Länder im EU-Kontext, mit besonderer Betrachtung der

sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaaten.

2. Ländervergleich Deutschland und Großbritannien

2.1. Einkommen und Einkommensverteilung

Die Betrachtung des Einkommens ist in zweierlei Hinsicht wichtig, einmal weil das Einkommen

den Zugang zu Gütern sichert und diese Einfluss auf den Lebensstandard haben, zum anderen

weil Ungleichheit im Einkommen auch Ungleichheit in anderen Bereichen bewirken kann.1

Großbritannien

Das durchschnittliche wöchentliche mediane Einkommen beträgt in Großbritannien 484 , was

auf den Monat umgerechnet ca. 2178 sind. In Bezug auf die Einkommensverteilung und den

Wohlstand, sieht es in Großbritannien folgendermaßen aus: Die Graphik gibt die

Einkommensverteilung für die Jahre 2002/2003 an und weist eine erhebliche Ungleichheit auf.

Jeder Balken zeigt die Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben und ihr gleich

bleibendes wöchentliches Einkommen. Die Balken erfolgen in einem Abstand von 5-Pfund-

Schritten. Auffallend ist, dass die Konzentration der Personen, die eher wenig Einkommen zur

Verfügung haben größer ist. Der höchste Balken zeigt an, dass 0,9 Millionen Menschen mit

einem wöchentlichen Einkommen von £ 220 (=330 ) und £ 225 (337,5 ) (1,5 = 1 Pfund)

leben.2 Die Betrachtung der Graphik zeigt weiterhin, dass ca. 8 Millionen der Briten ein

Einkommen unterhalb des medianen Äquivalenzeinkommens beziehen.

1 Vgl. Church, 2004: S. 42.

2 Vgl. Church, 2004: S. 42.

3


Verteilung der wöchentlichen Haushaltseinkommen, 2002/2003

Quelle: Church, 2004: S. 42.

Teilt man die Bevölkerung nach ihrem Einkommen in Dezile ein, so ist ersichtlich, dass das

oberste Dezil, also die 10 % Bevölkerung der obersten Einkommensklasse, 2002/2003 über 28 %

des Gesamteinkommens verfügte, bei einer Gleichverteilung müssten jeder Gruppe 10 %

zustehen.3 Rechnet man dies, aus Gründen der Vergleichbarkeit, in Quintile um, so ergibt dies,

dass das oberste Quintil über 42 % des gesamten Einkommens verfügt; hingegen das unterste

Quintil der Bevölkerung über rund 8 % des Einkommens (siehe Tabelle).

Einkommensverteilungen in Dezilen, 2002/2003

Quelle: Church, 2004: S. 43.

3 Vgl. Church, 2004: S. 43.

4


In den letzten 30 Jahren haben sich die Verhältnisse stark verändert. Während der 1970er Jahre

war die Verteilung noch stabil, von 1973 bis 1979 war ein Anstieg der Ungleichverteilung zu

beobachten, der sich während der 1980er Jahre noch verstärkte. Von 1981 bis 1989 wuchs das

durchschnittliche (mediane) Einkommen um 27 %, im selben Zeitraum wuchs das des 9. Dezils

um 38 % und das des 1. Dezils um nur 7 %. Von dem Zeitpunkt an war die Ungleichverteilung

relativ stabil und wurde im Wachstum der Einkommen und der weiteren Entwicklung

mittransportiert.4

82 % der Briten glaubten (2002), dass die Lücke zwischen Arm und Reich zu groß ist. Die Un-

gleichheit in der Einkommensverteilung ist in Großbritannien größer als in fast jedem anderen

EU-15-Land. In Quintile umgerechnet ist das Einkommen der höchsten Einkommensgruppe um

fast 5mal größer, als das der niedrigsten, im EU-15-Schnitt ist es ein Faktor von 4,4. Nur

Spanien, Griechenland und Portugal hatten eine höhere Ungleichverteilung. Die Zufriedenheit

mit dem Einkommen hängt immer davon ab, inwieweit die Personen ihre Bedürfnisse erfüllen

können. Die Einschätzungen der Briten haben sich von 1986 an bis 2002 dahingehend geändert,

dass die Zufriedenheit mit dem Einkommen gestiegen ist und die Zahl derer, die mit ihrem

Einkommen nicht leben können oder sehr schwer leben können, zurückgegangen ist.5

Einschätzungen der Bevölkerung über die Bedürfnisbefriedigung durch ihr Einkommen.

Quelle: Church, 2004: S. 44.

4 Vgl. Church, 2004: S. 43.

5 Vgl. Church, 2004: S. 44.

5


Deutschland

Das mittlere monatliche Haushaltseinkommen lag 2004 in Deutschland bei 1.808 6, was ca. 400

in der Woche sind, das monatliche mediane Äquivalenzeinkommen lag bei 1.427 .7 Die Haus-

haltstypen und Haushaltsgrößen sind hier nicht berücksichtig worden, daher ist die folgende Ta-

belle von Interesse, welche die Verteilung des Äquivalenzeinkommens auf die verschiedenen

Bevölkerungsschichten (Quintile) zeigt. Es ist zu sehen, dass in Deutschland die obersten 20 %

der Bevölkerung über 37 % des Einkommens verfügen und die untersten 20 % über 9 %. Im Ver-

gleich zu Großbritannien ist die Ungleichverteilung in Deutschland nicht ganz so ausgeprägt.

Diese ist in Großbritannien im obersten Quintil um 5 % höher, jedoch im untersten nur ein Pro-

zent und auch in Deutschland ist das unterste Quintil noch um 11 % von der Gleichverteilung

entfernt.

Verteilung der Äquivalenzeinkommen nach Einkommens-Quintilen 2004 in %

Quelle: Körner; Timm, 2006: S. 16.

Die folgende Tabelle zeigt auf, wie viel die einzelnen Personengruppen und Haushalte tatsächlich

an Einkommen zur Verfügung haben. So verfügen insbesondere Personen mit keinem Abschluss,

Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende und arbeitslose Personen über weniger als

90 % des medianen Äquivalenzeinkommens, jedoch liegen alle Gruppen im Durchschnitt be-

trachtet noch über der 60 %-Schwelle.

6 Vgl. Körner; Timm, 2006: S. 10.

7 Vgl. Körner; Timm, 2006: S. 13.

6


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