Autor: Corinna Patrizia Franiek
Fach: Politik - Int. Politik - Region: USA
Details
Institution/Hochschule: Universität Wien (Politikwissenschaft und Staatswissenschaft)
Jahr: 2007
Seiten: 22
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 345 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-13336-9
Zusammenfassung / Abstract
Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts haben die USA eine einmalige Stellung in der Welt inne, mit der keines der antiken Imperien gleichziehen kann. Die USA sind militärisch, wirtschaftlich, in Wissenschaft und Technologie, ja sogar in der Popkultur dominant und richtungweisend. Während des letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts waren die USA Garant für Stabilität in der Welt, Vermittler in internationalen Konflikten und „Ursprungsnation“ der Demokratie. Amerikanische Truppen sind in der Folge überall in der Welt stationiert worden.
Textauszug (computergeneriert)
Fakultät für Politikwissenschaft und Staatswissenschaft
Seminar Imperien - Athen, Rom und USA
Die USA
Imperium oder Führungsnation?
vorgelegt von:
Corinna Patrizia Franiek
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Amerikanische Außenpolitik nach dem 2. Weltkrieg 4
3. Imperien 7
3.1. Definition 7
3.1.1. Nationalstaat vs. Imperium 10
3.2. Vergleich der USA mit den antiken Imperien Rom und Athen 14
3.3. Das demokratische Imperium? 17
4. Fazit 19
5. Literatur 21
2
1. Einleitung
Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts haben die USA eine einmalige Stellung in der Welt
inne, mit der keines der antiken Imperien gleichziehen kann. Die USA sind militärisch,
wirtschaftlich, in Wissenschaft und Technologie, ja sogar in der Popkultur dominant und
richtungweisend. Während des letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts waren die USA Garant
für Stabilität in der Welt, Vermittler in internationalen Konflikten und ,,Ursprungsnation" der
Demokratie. Amerikanische Truppen sind in der Folge überall in der Welt stationiert worden.1
Amerikanische Stützpunkte
Auf dieser Karte ist gut zu sehen, dass die USA über die ganze Welt verteilt ein dichtes Netz
an Stützpunkten unterhalten.
Quelle: Münkler 2005, Karten. Stand Dezember 2004.
Auf dem Gipfel der Macht tritt ein Paradoxon auf, denn die USA haben sich den
Herausforderungen nicht gestellt, die nach Ende des Kalten Krieges auf sie zukamen,
1 Vgl. Kissinger 2003, S. 7-8.
3
vielmehr sonnten sie sich in Selbstgefälligkeit. In der Folge wurde den wirtschaftlichen
Angelegenheiten mehr Beachtung geschenkt.2
Die USA sehen sich überall auf der Welt als Schiedsrichter für innerstaatliche Entschei-
dungen und es scheint, als ob die USA für jeden Konflikt die passende demokratische Lösung
hätten, jedoch ohne Rücksicht auf kulturelle und historische Gegebenheiten in den jeweiligen
Staaten.3
Die dominante Stellung bringt aber auch Verantwortung mit sich. So müssen die USA
erkennen, dass es in Anbetracht der gegenwärtigen Weltlage Konflikte gibt, die aktiv
angegangen werden müssen, da sie die internationale Ordnung bedrohen. Lange Zeit war es
den USA möglich auf ein System der Balance of Power zu verzichten, da sie sich entweder
aus Streitigkeiten heraushalten konnten oder dazu in der Lage waren, universalen Frieden zu
schaffen.4
Ziel dieser Arbeit ist zu ergründen, ob die USA tatsächlich eine Nation mit imperialem
Anspruch sind oder es sich nur um die Rolle einer Führungsnation handelt. Können die USA
auch in Zukunft die Stellung als Weltmacht ausfüllen oder ist ihr Ansehen gefährdet?
2. Amerikanische Außenpolitik nach dem 2. Weltkrieg
Da die USA die einzig verbliebene Weltmacht sind, bringt dies auch außenpolitische
Verpflichtungen mit sich. In der 200-jährigen Geschichte der USA bildete sich eine
außenpolitische Tradition heraus. Außenpolitik wird jedoch unterschiedlich gestaltet und es
gibt unterschiedliche Bedingungsfaktoren.5
Traditionell steht die Exekutivgewalt des amerikanischen Präsidenten im Konflikt mit der
legislativen Macht des Kongresses. Bis in die 1960er Jahre weist die Präsidentschaft
imperiale Züge auf, was sich natürlich auf die Außenpolitik auswirkt. An dieser Stelle sei
anzumerken, dass amerikanische Außenpolitik nicht mit der europäischen verglichen werden
kann, denn in Europa ist Außenpolitik eine Konstante, die auch im Fall von
Regierungswechseln bestehen bleibt. Ein Grund dafür mag sein, dass die amerikanische
Politik ohnehin personenbezogener ist, als die europäische. Besonders deutlich vollzog sich
dieser Bruch mit dem Amtsantritt von George W. Bush.6
2 Vgl. Kissinger 2003, S. 9.
3 Vgl. Kissinger 2003, S. 9-10.
4 Vgl. Kissinger 2003, S. 17.
5 Vgl. Schneider, Hahne: http://www.histinst.rwth-achen.de/default.asp?documentId=85.
6 Vgl. Schneider, Hahne: http://www.histinst.rwth-achen.de/default.asp?documentId=85.
4
Amerikanische Außenpolitik versuchte immer, dass außenpolitische Engagement mit den
nationalen Traditionen und Visionen einer neuen und besseren Welt(ordnung) zu verbinden
und an diesem Leitmotiv orientieren sich die Amerikaner noch heute. Unter
Alexander
Hamilton
(1755-1805), Vertreter des Realismus, war amerikanische Außenpolitik nicht von
Expansionsdrang geprägt, denn er vertrat die Auffassung, dass Gleichheit zwischen den
Staaten besteht und die USA keine besonderen Tugenden vertritt. Außenpolitisch führte dies
zu Neutralität, Balancepolitik und zur Sicherung des Status quo. Während dieser Phase war es
den USA möglich, sich innenpolitisch zu festigen und zu entwickeln.7
Thomas Jefferson
(1743-1826) vertrat andere Ansichten als Hamilton und war so der
Überzeugung, dass eine Expansion Amerika gut tut, da er mit Vergrößerung des Landes auch
eine Vergrößerung des Wohlstandes in Verbindung brachte. Amerika sollte politisch
unabhängig bleiben und nur ,,lockere" wirtschaftliche Verbindungen eingehen. Schlagworte
seiner Theorie sind ,,Freihandel" und ,,Nichteinmischung" und viele Amerikaner sehen dieses
Vorgehen noch heute als richtig an und stehen im Kontrast zum Denken in Europa.8
In den USA ist die Auffassung verbreitet, dass ihre Nation der Idealstaat sei. Dominant ist
auch das One-World-Konzept, nach dem alle Nationen in Gerechtigkeit, Wohlstand und
Frieden leben sollten. Hamiltons Konzept des Realismus, wonach sich die USA an den
machtpolitischen Gegebenheiten und der Weltlage orientieren sollen, steht dem Idealismus
gegenüber, aber die beiden Traditionen ergänzen sich auch. Gerade im Bereich der
Außenpolitik legitimieren beide die Macht und die Ausdehnung der USA. Bei der
Außenpolitik sind wirtschaftliche Interessen nach wie vor von besonderer Bedeutung. Bis zur
Wende des 20. Jahrhunderts war der Isolationismus dominant und ließ sich durch politische
Wertvorstellungen auch begründen. Mit der Monroe-Doktrin von 1823 (nach
James Monroe
)
verzichten die USA auf Einmischung in europäische Angelegenheiten, wenn die Europäer
sich ihrerseits nicht in amerikanische einmischen. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts waren die
USA zur stärksten Wirtschaftsmacht aufgestiegen und es herrschte, bedingt durch die
Entfernung zu den europäischen Konflikten, das Gefühl der Sicherheit. Unter
Franklin D.
Roosevelt
(1882-1945) wurde die Frage aufgeworfen, ob es nicht im amerikanischen Interesse
sei, das Gleichgewicht in Europa wieder herzustellen und er wurde so Begründer der neuen
interventionistischen Tradition. Gleichzeitig sollte das System der USA, ganz im Sinne des
Idealismus, Vorbild für eine neue Weltordnung sein. Unter
Woodrow Wilson
(1913-1921)
griffen die USA unmittelbar in europäische Angelegenheiten ein. Die Außenpolitik wurde
wieder ,,realistisch" und dem Wechsel folgte Wilsons idealistische und interventionistische
7 Vgl. Schneider, Hahne: http://www.histinst.rwth-achen.de/default.asp?documentId=85.
8 Vgl. Schneider, Hahne: http://www.histinst.rwth-achen.de/default.asp?documentId=85.
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