Entstehung und Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters

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Details
Autor: Silvio Püschel
Fach: Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung
Institution/Hochschule: Technische Universität Bergakademie Freiberg
Jahr: 2004
Seiten: 146
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 85 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1922 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-15152-3
Diese Diplomarbeit wurde mit fuer das Buch "Go Deutschland Go" von Dr. Martin Gillo (Murmann Verlag Hamburg - ISBN 3938017317) verwendet (siehe Literaturverzeichnis des Buches).
Zusammenfassung / Abstract
Die Mikroelektronik ist eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Ihre Produkte begegnen uns häufig im täglichen Leben. Ohne sie würde es z.B. keine Mobil-funktelefone und Computer geben. Sie ermöglicht verbesserte Informations- und Kommunikationstechnologien und ebnete damit den Weg für die Globalisierung der Wirtschaft. Mit der Globalisierung verliert der Standort eines Unternehmens eigentlich an Bedeutung, da Kapital und Waren kostengünstiger transferierbar sind. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, der Standort und damit die Standortwahl von Unternehmen haben eine zunehmende Bedeutung bekommen (vgl. Fritsch et al., 1998, 244 f.). Dabei werden die innovativsten und wachstumsstärksten Regionen in der jeweiligen Branche bevorzugt. Der führende Standort in der Mikroelektronik ist das „Silicon Valley“ in den USA. Es ist das Musterbeispiel für einen erfolgreichen Cluster (vgl. Saxenian, 1985). Cluster bieten eine Erklärung dafür, warum der Standort immer wichtiger wird, sich bestimmte Regionen wirtschaftlich besser entwickeln und Unternehmen in diesen Regionen meist innovativer sind (vgl. Porter, 1998). Auch in Deutschland existieren Cluster, wie z.B. die opti-sche Industrie in Wetzlar (vgl. Enright, 2003, 109), die Essbesteckindustrie in Solingen (vgl. van der Linde, 2003, 141) und die optoelektronische Industrie in Jena (vgl. Krätke und Scheuplein, 2001, 9). Ein weiterer deutscher Cluster ist dem Vorbild „Silicon Valley“ im Bezug auf seinen Namen und der Branche ähnlich. Die Rede ist vom „Silicon Saxony“, dessen Zentrum in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden liegt. In dieser Stadt hat sich in den letzten Jahren ein innovativer und wachstumsstarker Standort der Mikroelektronik entwickelt.
Textauszug (computergeneriert)
Entstehung und Entwicklung
des Dresdner
Mikroelektronik-Clusters
Silvio Püschel
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
Technische Universität
Bergakademie Freiberg
Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades
,,Diplom-Kaufmann"
Dezember 2004
I
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1. Cluster 3
2.1.1. Begriffsdefinition 3
2.1.2. Merkmale 6
2.1.3. Entstehung und Entwicklung 8
2.2. Eigenschaften und Entstehung von Wissen 12
2.3. Lokales Wissen: Spillover und Transaktionskosten 18
2.4. Die Bedeutung von ,,face-to-face"-Kontakten 23
2.5. Pfadabhängigkeit von Regionen 25
3. Die Entstehung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters 29
3.1. Vielfältige Wurzeln 29
3.2. Gründung einer ,,Arbeitsstelle" 33
3.3. Zeit der Kombinate 36
3.4. Niedergang und Gründungswelle 44
3.5. Bau der ,,Leuchttürme" 49
3.6. Ergebnisse der bisherigen Entwicklung 56
4. Standortfaktoren 61
4.1. Humankapital 61
4.2. Infrastruktur 63
4.3. Netzwerke 67
4.4. Politik und finanzielle Förderung 70
4.5. Die räumliche Nähe zu Chemnitz und Freiberg 72
II
4.6. Weitere Standortfaktoren 74
5. Der Dresdner Mikroelektronik-Cluster 75
5.1. Beschreibung des Clusters 75
5.1.1. Geographischer Bereich 75
5.1.2. Internationale Bedeutung 79
5.1.3. Innovationsfähigkeit 80
5.1.4. Eigentümerstruktur 85
5.2. Funktionsweise des Clusters 87
5.2.1. Horizontale Beziehungen 87
5.2.2. Vertikale Beziehungen 91
6. Fazit 98
Literaturverzeichnis 100
Interviewpartner 107
Anhang A-1
I. Biographie: Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Hartmann A-1
II. Chronologische Übersicht zur Entwicklung der ZMD AG A-5
III. Profile von Unternehmen und Forschungseinrichtungen A-9
1. Hersteller A-9
a. Advanced Micro Devices, Inc. Saxony Limited Liability
Company & Co. KG A-9
b. Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. OHG A-11
c. KSW Microtec AG A-13
d.
Microelectronic Packaging Dresden GmbH A-14
e.
Philips Semiconductors Dresden AG A-15
f.
RHe Microsystems GmbH A-16
g.
SAW Components Dresden GmbH A-17
h.
Zentrum Mikroelektronik Dresden AG A-18
III
2. Forschungseinrichtungen A-20
a.
Advanced Mask Technology Center GmbH & Co. KG A-20
b. Forschungszentrum Rossendorf e.V.,
Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung A-21
c. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Außenstelle
Entwurfsautomatisierung Dresden A-22
d.
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme A-24
e.
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahlentechnik A-25
f. Technischen Universität Dresden,
Institut für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik A-26
3. Zulieferer A-27
a. DuPont Photomasks Germany GmbH A-27
b. Süss MicroTec Test Systems GmbH A-28
IV. Niederlassungen internationaler Ausrüstungshersteller in Dresden A-29
IV
Abkürzungsverzeichnis
ADZ
ADZ Sensortechnik GmbH
AMD
Arbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden
AMD
Advanced Micro Devices, Inc.
AME
Arbeitsstelle für Molekularelektronik
AMI
American Microsystems Semiconductor Inc.
AMTC
Advanced Mask Technology Center GmbH & Co. KG
ASIC
Application Specific Integrated Circuit
ASSP
applikationsspezifische Standardprodukte
BMBF
Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMW
Bayrische Motoren Werke AG
BTI
Beratungsgesellschaft für Technologietransfer und
Innovationsförderungs mbH
CMOS
Complementary Metal Oxide Semiconductor
CNT
Fraunhofer-Center für Nanoelektronische Technologien
DAS
Dünnschicht Anlagen Systeme Dresden GmbH
DDR
Deutsche Demokratische Republik
DERU
DERU Planungsgesellschaft für Energie-, Reinraum-
und Umwelttechnik mbH
DEWB
Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG
DIW
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
DPI
DuPont Photomasks, Inc. Germany GmbH
DRAM
Dynamic Random Access Memory
EAS
Außenstelle Entwurfsautomatisierung Dresden
EFDS
Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V.
FEP
Fraunhofer Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik
Fh Fraunhofer-Institut
FHR
FHR Anlagenbau GmbH
FZR
Forschungszentrum Rossendorf e.V.
F&E
Forschung und Entwicklung
HTT
high tech trade GmbH
V
HTW
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
i.L.
in
Liegenschaft
IBM
Intl Business Machines Corp.
IC
Integrated Circuit (integrierter Schaltkreis)
idv
Institut für Datenverarbeitung
IE
Institut für Elektronik
IHM
Institut für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik der TU Dresden
IIS
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen
IKB
Industrie
Kreditbank
IMD
VE Institut für Mikroelektronik Dresden
IMR
Institut für maschinelle Rechentechnik Dresden der Deutschen
Akademie der Wissenschaften Berlin
IMS
Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und
Systeme Duisburg, Institutsteil Dresden
Inc.
Incorporation
(Aktiengesellschaft)
Infineon
Infineon Technologies Dresden
IPMS
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme Dresden
ISS
ISS
GmbH
IWS
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahlentechnik
KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau
KME
VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt
LED
Light Emitting Diode (Leuchtdiode)
LLC
Limited Liability Company
MEMS
Mikro-Elektro-Mechanische-Systeme
MOEMS
Mikro-Opto-Elektro-Mechanische-Systeme
MOS
Metal-Oxid-Semiconductor
MPD
Microelectronic Packaging Dresden GmbH
MTG
Mikroelektronik und Technologie Gesellschaft mbH Erfurt
MZD
Maskenzentrum Dresden GmbH
NAGEMA
Nahrungs- und Genussmittelmaschinenbau
OLED
Organic Light Emitting Diode (organische Leuchtdiode)
Ortner c.l.s. Ortner cleanroom logistic systems GmbH
VI
P-MZD
Photronics MZD GmbH
RAFENA
Radeberger Fernseh- und Nachrichtentechnik
RHe
RHe (Radeberger Hybridelektronik) Microsystems GmbH
SAD
VEB Schwingungstechnik und Akustik
SAG
Sowjetische
Aktiengesellschaft
SAW
SAW Components Dresden GmbH
SC300
Semiconductor300 GmbH & Co. KG
SGT
Silicon-Gate-Technologies
SRAM
Static Random Access Memory
TH
Technische
Hochschule
TTL
Transistor-Transistor-Logik
TU
Technische
Universität
TUD
Technische Universität Dresden
VDE
Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik
VE
Volkseigen
VEB
Volkseigener
Betrieb
VVB
Vereinigung volkseigener Betriebe
WTZEM
Wissenschaftlich-Technisches Zentrum der Elektronischen
Messtechnik
XENON
XENON Automatisierungstechnik GmbH
ZFT
VEB Zentrum für Forschung und Technik des Kombinats Robotron
ZFTM
VEB Zentrum für Forschung und Technologie Mikroelektronik
Dresden
ZMD
Zentrum Mikroelektronik Dresden
ZIA
Zentralinstitut für Automatisierungstechnik
ZKI
Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse
VII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Arten von Wissen 13
Abbildung 2: Beziehung zwischen Individuum, Organisation und Region 15
Abbildung 3: Die Entstehung von neuem Wissen 17
Abbildung 4: Entstehung der Betriebe des Kombinates Robotron in Dresden ..37
Abbildung 5: Die Unternehmen und Forschungseinrichtungen der
Mikroelektronik bis 1989 43
Abbildung 6: Die Entwicklung von standortprägenden Unternehmen
seit
1989 55
Abbildung 7: Beschäftigungsentwicklung von Infineon, AMD und ZMD in
Dresden 56
Abbildung 8: Investitionen von Infineon, AMD und ZMD in Dresden
seit
1993 57
Abbildung 9: Umsatzentwicklung der ZMD AG, ihrer Tochter-GmbH MPD
und der XENON GmbH 58
Abbildung 10: Entwicklung des Halbleitermarkt in Millionen US$ 59
Abbildung 11: Jährliches Wachstum des Halbleitermarktes 60
Abbildung 12: Die geographische Lage von Akteuren des Clusters 76
Abbildung 13: Die Konzentration von Akteuren des Clusters im und um den
Stadtteil
Dresden-Klotzsche 79
Abbildung 14: Segmente des Halbleitermarktes 87
Abbildung 15: Fertigungsprozess der Chipherstellung 93
Abbildung 16: Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie 94
Abbildung 17: Interaktion ausgewählter Akteure des Clusters 97
VIII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Anzahl der Beschäftigten in außeruniversitäre Forschungs-
einrichtungen mit Bezug zur Mikroelektronik 66
Tabelle 2:
Akteure des Dresdner Mikroelektronik-Clusters (siehe
Abbildung 12 und 13) 78
Tabelle 3:
Eigentümer ausgewählter Unternehmen 86
Tabelle A1:
Chronologische Übersicht zur Entwicklung der ZMD AG A-5
1
1. Einleitung
Die Mikroelektronik ist eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Ihre Produkte
begegnen uns häufig im täglichen Leben. Ohne sie würde es z.B. keine Mobil-
funktelefone und Computer geben. Sie ermöglicht verbesserte Informations- und
Kommunikationstechnologien und ebnete damit den Weg für die Globalisierung
der Wirtschaft. Mit der Globalisierung verliert der Standort eines Unternehmens
eigentlich an Bedeutung, da Kapital und Waren kostengünstiger transferierbar
sind. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, der Standort und damit die Standortwahl
von Unternehmen haben eine zunehmende Bedeutung bekommen (vgl. Fritsch et
al., 1998, 244 f.). Dabei werden die innovativsten und wachstumsstärksten Regio-
nen in der jeweiligen Branche bevorzugt. Der führende Standort in der Mikro-
elektronik ist das ,,Silicon Valley" in den USA. Es ist das Musterbeispiel für einen
erfolgreichen Cluster (vgl. Saxenian, 1985). Cluster bieten eine Erklärung dafür,
warum der Standort immer wichtiger wird, sich bestimmte Regionen wirtschaft-
lich besser entwickeln und Unternehmen in diesen Regionen meist innovativer
sind (vgl. Porter, 1998). Auch in Deutschland existieren Cluster, wie z.B. die opti-
sche Industrie in Wetzlar (vgl. Enright, 2003, 109), die Essbesteckindustrie in
Solingen (vgl. van der Linde, 2003, 141) und die opto-elektronische Industrie in
Jena (vgl. Krätke und Scheuplein, 2001, 9). Ein weiterer deutscher Cluster ist dem
Vorbild ,,Silicon Valley" im Bezug auf seinen Namen und der Branche ähnlich.
Die Rede ist vom ,,Silicon Saxony", dessen Zentrum in der sächsischen Landes-
hauptstadt Dresden liegt. In dieser Stadt hat sich in den letzten Jahren ein innova-
tiver und wachstumsstarker Standort der Mikroelektronik entwickelt.
Wie bilden sich aber Cluster? Was macht sie erfolgreich? In der Literatur über
Cluster wird verstärkt davon ausgegangen, dass die Wissensbasis einer Region
entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Innovationen entstehen durch
neues Wissen, dafür ist aber bereits vorhandenes Wissen notwendig. Wissen ist
kumulativ, es baut aufeinander auf und entwickelt sich entlang eines bestimmten
Pfades. Weitere Pfade können entstehen, eine Wissensbasis bildet sich heraus.
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