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Subprime-Krise

Scholary Paper (Seminar), 2008, 34 Pages
Author: Achim Steffan
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 34
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 64  Entries
Language: German
Archive No.: V113359
ISBN (E-book): 978-3-640-14146-3
ISBN (Book): 978-3-640-14158-6
File size: 1354 KB

Abstract

Über die Subprime-Krise, die inzwischen zu weit über 400 Mrd. Dollar Abschreibungen bei den Banken und im März zum Notverkauf der US-Investmentbank Bear Stearns an JP Morgen Chase geführt hat, ist seit ihrem Beginn im Sommer des vergangenen Jahres viel berichtet worden. Der Zusammenhang zwischen dem US-Immobilienmarkt und seinen Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte ist dabei nicht immer deutlich geworden. Alles fing damit an, dass sich US-Bürger den American Dream vom eigenen Haus erfüllen wollten, obwohl sie es sich nicht leisten konnten. Den-noch räumten US-Banken den Hauskäufern mit schlechter Bonität, so genannten Subprime-Kreditnehmern, Hypothekendarlehen zu Lockvogel-Zinsen ein, um sie anschließend an Zweckgesellschaften weiterzureichen. Diese bündelten u.a. die Hypothekenkredite. Von Rating-Agenturen zu optimistisch bewertet, wurden sie anschließend als Finanzinnovationen an andere Banken, Hedge-Fonds und sonstige Investoren weiterverkauft, was weitreichende Konsequenzen hatte. Diesen Sommer begehen wir den ersten Jahrestag der Subprime-Krise. Grund genug einmal näher zu beleuchten, wie genau es zu der weltumspannenden Finanzmarktkrise kam, die ursprünglich von zwei Teilsegmenten des amerikanischen Hypothekenmarktes ausgeht. Zu Beginn dieser Arbeit soll ein Überblick über die Immobilienfinanzierung in den USA gegeben werden. Untersuchungsgegenstand sind dabei der US-Hypothekenmarkt und die Bonität des Schuldners. In Kapitel drei werden die Hintergründe der Subprime-Krise anhand der Zinspolitik der Federal Reserve (Fed), der Preisentwicklung auf dem US-Wohnimmobilienmarkt und die Auswirkungen von Zinspolitik und Preisentwicklung näher beleuchtet. Im vierten Kapitel ist der Wandel von der US-Immobilienkrise zur internationalen Finanzkrise Gegenstand der weiteren Untersuchung. In diesem Zusammenhang wird die Auslagerung der Kreditrisiken mittels Verbriefung thematisiert. Im Rahmen der Verbriefungsformen wird mit der Verbriefung von Krediten jenes Instrument erklärt, welches in Kombination mit anderen Einflussfaktoren zur steigenden Kreditvergabe sowie der Verbreitung von Risiken geführt hat und mithin letztlich Ursache für die Entstehung und Ausbreitung der Krise war. Überdies wird der Rolle der Ratingagenturen und den Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Finanzmärkte besonderes Augenmerk geschenkt. Abgeschlossen wird die vorliegende Arbeit mit einigen Schlussbemerkungen.


Excerpt (computer-generated)

Subprime-Krise

Seminararbeit von
Achim Steffan

9. Juli 2008

 


Seite II

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1 EINLEITUNG 1
2 IMMOBILIENFINANZIERUNG IN DEN USA 2
2.1 US - Hypothekenmarkt 2
2.2 Bonität des Schuldners 4
3 HINTERGRÜNDE DER SUBPRIME-KRISE 6
3.1 Zinspolitik der Federal Reserve 6
3.2 Preisentwicklung auf dem US - Wohnimmobilienmarkt 7
3.3 Auswirkungen von Zinspolitik und Preisentwicklung 9
4 VON DER US-IMMOBILIENKRISE ZUR INTERNATIONALEN FINANZKRISE 13
4.1 Auslagerung der Kreditrisiken mittels Verbriefung 13
4.2 Verbriefungsformen 14
4.3 Rolle der Ratingagenturen 17
4.4 Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Finanzmärkte 18
5 SCHLUSSBEMERKUNGEN 21
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 22
ANLAGEN 27

 


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Struktur des US-Hypothekenmarktes 2
Abbildung 2: Entwicklung des US-Leitzinses zwischen den Jahren 1998 und 2008 6
Abbildung 3: Entwicklung des Standard & Poor´s/ Case-Shiller US National Home Price Index (Quartalswerte) 8
Abbildung 4: Immobilienpreisentwicklung in großen Städten und Zwangsversteigerungen in den Landkreisen der USA 11
Abbildung 5: Prozess der Verbriefung am Beispiel von MBS 14

 


Abkürzungsverzeichnis

Abb. - Abbildung
ABS - Asset Backed Securities
ARM - Adjustable Rate Mortgage
bspw. - beispielsweise
CDOs - Collateralised Debt Obligation
d.h. - das heißt
Fed - Federal Reserve (US-Notenbank)
FRM - Fixed Rate Mortgage
i.d.R. - in der Regel
LIBOR - London Interbank Offered Rate
MBS - Mortgage Backed Securities
S & P - Standard & Poor´s
SPV - Special Purpose Vehicle
USD - US Dollar
u.a. - unter anderem
vgl. - vergleiche
z.B. - zum Beispiel

 


1 Einleitung

Über die Subprime-Krise, die inzwischen zu weit über 400 Mrd. Dollar Abschreibungen bei den Banken und im März zum Notverkauf der US-Investmentbank Bear Stearns an JP Morgen Chase geführt hat, ist seit ihrem Beginn im Sommer des vergangenen Jahres viel berichtet worden. Der Zusammenhang zwischen dem US-Immobilienmarkt und seinen Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte ist dabei nicht immer deutlich geworden.1

Alles fing damit an, dass sich US-Bürger den American Dream vom eigenen Haus erfüllen wollten, obwohl sie es sich nicht leisten konnten. Dennoch räumten US-Banken den Hauskäufern mit schlechter Bonität, so genannten Subprime-Kreditnehmern, Hypothekendarlehen zu LockvogelZinsen ein, um sie anschließend an Zweckgesellschaften weiterzureichen. Diese bündelten u.a. die Hypothekenkredite. Von Rating-Agenturen zu optimistisch bewertet, wurden sie anschließend als Finanzinnovationen an andere Banken, Hedge-Fonds und sonstige Investoren weiterverkauft, was weitreichende Konsequenzen hatte.2

Diesen Sommer begehen wir den ersten Jahrestag der Subprime-Krise. Grund genug einmal näher zu beleuchten, wie genau es zu der weltumspannenden Finanzmarktkrise kam, die ursprünglich von zwei Teilsegmenten des amerikanischen Hypothekenmarktes ausgeht.

Zu Beginn dieser Arbeit soll ein Überblick über die Immobilienfinanzierung in den USA gegeben werden. Untersuchungsgegenstand sind dabei der US-Hypothekenmarkt und die Bonität des Schuldners. In Kapitel drei werden die Hintergründe der Subprime-Krise anhand der Zinspolitik der Federal Reserve (Fed), der Preisentwicklung auf dem US - Wohnimmobilienmarkt und die Auswirkungen von Zinspolitik und Preisentwicklung näher beleuchtet. Im vierten Kapitel ist der Wandel von der US - Immobilienkrise zur internationalen Finanzkrise Gegenstand der weiteren Untersuchung. In diesem Zusammenhang wird die Auslagerung der Kreditrisiken mittels Verbriefung thematisiert. Im Rahmen der Verbriefungsformen wird mit der Verbriefung von Krediten jenes Instrument erklärt, welches in Kombination mit anderen Einflussfaktoren zur steigenden Kreditvergabe sowie der Verbreitung von Risiken geführt hat und mithin letztlich Ursache für die Entstehung und Ausbreitung der Krise war. Überdies wird der Rolle der Ratingagenturen und den Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Finanzmärkte besonderes Augenmerk geschenkt. Abgeschlossen wird die vorliegende Arbeit mit einigen Schlussbemerkungen.

1 Vgl. Das Wirtschaftsstudium (2008b), S. 514
2 Vgl. Das Wirtchaftsstudium (2008a), S. 150

 


2 Immobilienfinanzierung in den USA

2.1 US - Hypothekenmarkt

Um die Verwerfungen der letzten Wochen und Monate am US-Hypothekenmarkt nachvollziehen zu können, ist im Folgenden dessen Struktur Gegenstand der Betrachtung.

Wie Abbildung 1 veranschaulicht, wird der US-Hypothekenmarkt grundsätzlich in die drei Kategorien Prime, Alt-A und Subprime unterteilt. Insgesamt beträgt das ausstehende Volumen etwa 10.000 Mrd. USD. Hiervon entfallen 75 Prozent bzw. 7.500 Mrd. USD auf den Prime-Markt und insgesamt 25 Prozent respektive 2.500 Mrd. USD auf Subprime-Kredite in den beiden Marktsegmenten Subprime und Alt-A, mit je einem Volumen von 1.400 Mrd. USD bzw. 1.100 Mrd. USD.

Abbildung 1: Struktur des US-Hypothekenmarktes3

Wie Anlage A1 zu entnehmen ist, prosperierte das Subprime-Neugeschäft in den letzten Jahren enorm. Es stieg von fast 200 Mrd. USD im Jahr 2002 auf den bisher höchsten Stand von 625 Mrd. USD im Jahr 2005. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 50 Prozent.
In Abbildung 1 ist ebenfalls zu sehen, dass Prime-, Alt-A- und SubprimeKredite entweder fest oder variabel verzinst sind. Während festverzinsliche Darlehen als Fixed Rate Mortgage (FRM) bezeichnet werden, firmieren variabel verzinsliche als Adjustable Rate Mortgage (ARM). FRMs haben einen Zins, der über die Laufzeit von meist 30 Jahren fest ist. Sie [...]

3 Quelle: DB Research (2007), S. 28

 



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