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Die Typologie und die Geschichte des christlichen Altars

Untertitel: Typenbeschreibungen und historische Entwicklung
Autoren: Peter Liptau, David Kiefer
Fach: Kunst - Uebergreifende Betrachtungen

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Details

Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 26
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2921 KB
Archivnummer: V113471
ISBN (E-Book): 978-3-640-13886-9
Anmerkungen :
Historischer Überblick über das Entstehen des Altars vom Ursprung bis zu den Unterschieden der heitigen Konfessionen. Typologien der einzelnen Altartypen. Fazit, Abbildungen, Quelle, Abbildungsnachweis

Zusammenfassung / Abstract

Der Altar beschreibt im christlichen Glauben den Ort, beziehungsweise den Opfertisch im eigentlichen Sinne, an dem die Eucharistiefeier abgehalten wird. Per sprachlicher Definition handelt es sich bei dem Begriff des Altares um einen Opfertisch. Nach der Lehre des urchristlichen Glaubens ist diese Handlung der Eucharistie sowohl Opfer als auch Abendmahl zugleich. Im Rahmen dieser Feier wird das Kreuzopfer Jesu erneuert. Seine Präsenz wird durch das Messopfer repräsentiert in Form von Brot und Wein als Symbol für sein Leib und sein Blut. Der Altar erscheint allgemein in zwei verschiedenen Arten, dem altare fixum, dem stationär eingerichteten Altar und dem altare portatile, oder altare mobile genannt, dem transportablen und beweglichen Altar. Auf diese verschiedenen Arten möchten wir hier in dieser Ausarbeitung eingehen. Ebenso wie auf verschiedene liturgische Kontexte und zuletzt auf einige einzelne Erscheinungsformen sowie kurz auf die Unterschiede im Umgang mit dem Altar in den heutigen Konfessionen.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Karlsruhe

Institut für Kunstgeschichte

PS, BKI: ,,Die Ausstattung des mittelalterlichen Kirchenraumes,

Form und Funktion"

Der christliche Altar - Typologie

David Kiefer / Peter Liptau

Kunstgeschichte/Baugeschichte

4. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1.

Einleitung / Definition des Begriffes ,,Altar" 3

2.

Der christliche Altar 3

2.1.

Beschreibung 3

2.2.

Geschichte des Altars im Altertum 4

3. Der Altar im Wandel der Zeit 4

3.1. Der christliche Altar in vorkonstantinischer Zeit 4

3.1.1 Der Altar von S. Pudenziana in Rom 6

3.1.2. Der Petrusaltar von S. Giovanni 6

3.1.3. Altäre zu Santiago de Compostella 7

3.2. Der christliche Altar in nachkonstantinischer Zeit 8

3.3. Der christliche Altar im weiteren Wandel der Zeit bis heute 9

4. Die Symbolik des Altars 10

5. Arten des christlichen Altars 11

5.1. Der altare portatile im Wandel zum altare fixum 12

5.2. Der altare quasi-fixum 13

6. Typen des christlichen Altars 14

6.1. Der Tischaltar 14

6.2. Der Kastenaltar 14

6.3. Der Blockaltar 15

6.4. Weitere Altartypen 16

7.Unterschiede in den heutigen Konfessionen 17

7.1. Der Altar im katholischen Glauben 17

7.2. Der Altar im protestantischen Glauben 17

8. Schlusswort 18

9. Quellenangaben 19

10.

Abbildungen 20

2


1. Einleitung / Definition des Begriffes ,,Altar"

Der Altar beschreibt im christlichen Glauben den Ort, beziehungsweise den

Opfertisch im eigentlichen Sinne, an dem die Eucharistiefeier1 abgehalten wird. Per

sprachlicher Definition handelt es sich bei dem Begriff des Altares um einen

Opfertisch.

Nach der Lehre des urchristlichen Glaubens ist diese Handlung der Eucharistie

sowohl Opfer als auch Abendmahl zugleich. Im Rahmen dieser Feier wird das

Kreuzopfer Jesu erneuert. Seine Präsenz wird durch das Messopfer repräsentiert in

Form von Brot und Wein als Symbol für sein Leib und sein Blut.

Der Altar erscheint allgemein in zwei verschiedenen Arten, dem altare fixum, dem

stationär eingerichteten Altar und dem altare portatile, oder altare mobile genannt,

dem transportablen und beweglichen Altar. Auf diese verschiedenen Arten möchten

wir hier in dieser Ausarbeitung eingehen. Ebenso wie auf verschiedene liturgische

Kontexte und zuletzt auf einige einzelne Erscheinungsformen sowie kurz auf die

Unterschiede im Umgang mit dem Altar in den heutigen Konfessionen.

2. Der

christliche

Altar

2.1. Beschreibung

Der Begriff ,,Altar" stammt ursprünglich aus dem lateinischen, und bedeutet

,,Opferstätte", bzw. ,,Brandopfer". Im Gesamten umschreibt der Begriff eine erhöhe

Opferstätte. Der Altar ist Sinnbild für den ,,Tisch des Herrn" ursprünglich ,,mensa

domini" genannt, an dem das letzte Abendmahl Jesu Christi zelebriert wurde.

Der ursprüngliche Sinn eines Altares erfüllt eine Opferfunktion. Diese blieb im

christlichen Glauben allerdings nach dem Tod Christi aus, da das durch seinen Tod

das Opfer der Menschheit laut dem Hebräerbrief auf ewig dargebracht sei.

Der heutige Altar ist also nur ein liturgisch genutztes Gegensymbol zum eigentlichen

Altar.

1 Abendmahl, (auch heilige Kommunion, Herrenmahl, Altarsakrament, Brotbrechen oder

Gedächtnismahl genannt) ist eine Mahlzeit im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes, die an das

heilvolle Sterben Jesu Christi erinnert und dieses vergegenwärtigt.

3


2.2. Geschichte des Altars im Altertum

Im abendländischen Glauben treffen wir auf zwei verschiedenen

Erscheinungsformen des christlichen Altars. Zum einen findet man den altare fixum

(altare immobile), der aus zwei Bestandteilen besteht. Der Altarplatte, Mensa

genannt, sowie den Trägern, Stipes genannt. Dieser Altartypus ist definiert durch

seinen feststehenden Aufstellungsort von dem er nicht fort bewegt werden kann.

Der altare portatile (altare mobile) besteht im Gegensatz dazu lediglich aus der

Altartafel, die beweglich und jederzeit an jeden beliebigen Ort getragen werden kann.

Es existiert noch ein Nebentypus des Altares, der altare quasi fixum. Dieser entsteht

automatisch, wenn ein altare portatile in einer geweihten Kirche dauerhaft den Platz

eines altare fixum einnimmt, da dieser entfernt wurde oder nicht konsekriert wurde.

Diese Unterscheidung ist sehr wichtig. In liturgischer Hinsicht handelt es sich bei

dem altare quasi fixum lediglich um ein portatile. Kirchenrechtlich wird nun aber aus

dem stationär eingerichteten portatile ein Altar der wiederum dem altare fixum

annähernd gleichgestellt ist.

3. Der Altar im Wandel der Zeit

3.1. Der christliche Altar in vorkonstantinischer Zeit

Es ist schwer bis unmöglich über den Altar und dessen Entstehen in den ersten

Jahrhunderten des Christentums Informationen oder Zeugnisse zu finden. Es ist im

Allgemeinen sehr wenig davon überliefert.

Einen konkreten Aufbau für einen Altar gab es zu dieser Zeit offensichtlich nicht. Man

findet lediglich wenige Zeugnisse die davon unterrichten, dass es sich bei dem Altar

in dieser Zeitspanne um einen profanen Tisch handelt, der zum Zwecke der

Eucharistiefeierlichkeit seine Bestimmung für diese erhält. Grundsätzlich war es auch

möglich andere tischartige Objekte, beispielsweise Steinblöcke für diesen Zweck zu

verwenden.

Obwohl man es vermuten könnte besteht keine entstehungsgeschichtliche

Verbindung zwischen dem christlichen Altar und dem alttestamentarisch oder antiken

Altar oder den adäquaten Opferstätten heidnischer Brauchtümer.

Der christliche Altar stellt eine eigene Schöpfung des Christentums dar. Er entstand

aus dem katholischen Dogma der Eucharistiefeier und ihrem Sinnbild vom unblutigen

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Opfer anstelle eines blutigen, da das Opfer der Christen durch den Kreuzigungstod

Jesu Christi auf ewig dargebracht ist.

In Hinblick des Verständnisses des Daseins des Altares bedarf es wegen seiner

unabhängigen Entwicklung von den heidnischen und antiken Altarformen keine

Betrachtung derer.

Betrachtet man allein das Objekt des christlichen Altars so stellt man fest dass ihn

optisch nichts von den zeitgenössischen profanen Tischen unterscheidet und er

lediglich für die liturgische Feier seinem geistlichen Zweck zugeführt wurde.

Ähnlich verhält es sich im Christentum zu dieser Zeit mit der Gewandung der

Geistlichen. Deren Erscheinungsbild zeigt auch keine neue, speziell für diesen

Zweck erdachte Schöpfung der Kirche dar, sondern lediglich die für den geistlichen

Zweck übernommene Alltagstracht dieser Zeit.

Auf Missionsreisen, in Zeiten der Not oder der Flucht konnte dieser profane Tisch,

der sonst als Altar verwendet wurde, auch wie bereits kurz erwähnt durch ein

anderes profanes Objekt ersetzt werden. Hierfür genügte auch eine Tafel, ein

Votivstein oder ein vergleichbar kastenartiges Objekt. Möglich war auch die Nutzung

einer Nische auf dem Boden. Wichtig war es lediglich, dass die für die

Eucharistiefeier wichtigen Gaben entsprechend aufgestellt werden konnten.

Die profanen Tische, welche für die Feier verwendet wurden waren hauptsächlich

rechteckiger Form, da sie diese für die oftmals große Zahl an Teilnehmern als am

praktischsten erwies. Runde Tische oder gar Tische auf drei Beinen als Altar sind

nicht überliefert oder erhalten. Ebenso mussten die Tische im Laufe der Jahre auch

immer stabiler werden, da immer mehr Menschen den Feierlichkeiten beiwohnten

und es somit notwendig war, größere und schwerere Gefäße auf dem Altar zu

platzieren. In Zeiten der Not verwendete man natürlich weiterhin jeglichen

zugänglichen Tisch oder tischähnliches Objekt.

Durch die liturgische Trennung von Liturg und der Gemeinde war eine bestimmte

Aufstellung seither wichtig. Allerdings konnte der Tisch, beziehungsweise der Altar

meistens nicht dauerhaft aufgestellt bleiben. Es fanden sich bisher noch kaum feste

Räumlichkeiten für die Feier, und so musste man zum einen jedes Mal einen neuen

Tisch herbeischaffen und sich zum anderen oftmals in einigen verschiedenen

profanen Häusern versammeln.

Vereinzelt existierten, besonders in den östlichen Gebieten, feststehende

Räumlichkeiten, die allein einen liturgischen Zweck erfüllten. Allerdings wurde hier

5


darauf geachtet, dass diese Räume auf den ersten Blick nach wie vor nicht als diese

liturgisch genutzten erkennbar waren, da in dieser Zeit die Christen noch sehr stark

von heidnischen Glaubensanhängern verfolgt wurden, da das Christentum noch kein

geregeltes Existenzrecht besaß. So konnte man verhindern, dass die Güter der

Gemeinde in die Hände der Heiden fielen.

3.1.1 Der Altar von S. Pudenziana in Rom

Aus den ersten drei Jahrhunderten des Christentums finden sich annähernd keine

Relikte von Altären, da sie sich durch ihren Holzaufbau nicht erhalten haben, oder in

ihrer profanen Nutzung nicht weiter gewürdigt wurden.

In S. Pudenziana2 in Rom findet man noch einige Reste eines Holzaltares. Diese

Rudimente sind in die Stipes aus der Zeit des Barock in einem Nebenaltar im

Nebenchor links des Hochaltares eingearbeitet. Diese Stipes sind aus Marmor

gefertigt, und die Holzreste des altertümlichen Altares sind lediglich durch ein kleines

Fenster sichtbar. Angeblich handelt es sich bei diesen Resten um einen Altar den

Petrus genutzt haben soll.

Es sind nur einige Brettreste die sich hier finden lassen. Dies stellte man bei einer

Restauration des eigentlichen Altares aus dem Barock fest, die vor einigen

Jahrzehnten stattfand.

Da keine Strukturen erhalten sind, kann über den Aufbau des ehemaligen Altares

keinerlei Aussage getroffen werden. Auch wenn die Echtheit dieser Rudimente

vorausgesetzt sein sollte.

3.1.2. Der Petrusaltar von S. Giovanni

Ein besser erhaltenes Exemplar eines vorkonstantinischen Altares findet man in

Teilen des Hochaltares von S. Giovanni3 im Lateran. Hier sind im Hochaltar ebenso

einige Reste eines Holzaltares eingearbeitet, die man ebenso mit den Aposteln in

Verbindung bringt.

Heute steht an dieser Stelle ein Marmoraltar, bei dessen Bau im Jahre 1850 man

diese Reste des altertümlichen Altares genau untersuchte und dokumentierte.

Heute ist der alte Altar ringsum mit einer Marmorfassung versehen, so dass lediglich

seine Altarplatte oberhalb dieser gotisch gehaltenen Umrandung zum Vorschein

2 Santa Pudenziana (Sanctae Pudentianae) ist eine der ältesten Kirchen Roms. Wahrscheinlich schon

unter Pius I im 4. Jh erbaut.

3 Patriarchalbasilika San Giovanni di Laterano

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