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Die Henning-Parthenon-Replik

Scholarly Essay, 2008, 11 Pages
Author: Sigrid Vollmann
Subject: Archaeology

Details

Category: Scholarly Essay
Year: 2008
Pages: 11
Grade: "-"
Bibliography: ~ 2  Entries
Language: German
Archive No.: V113548
ISBN (E-book): 978-3-640-12935-5

File size: 6616 KB
Notes :
Ca. 3 Seiten Text plus Abbildungen.


Abstract

Der Parthenonfries ist der Fries am wohl bekanntesten Tempel der griechischen Antike: dem Parthenon auf der Athener Akropolis. Ein schottischer Künstler namens John Henning hatte das Glück, Zugang zu den Elgin Marbles - Lord Elgin hatte Teile des Parthenonfrieses mit nach London genommen - zu bekommen und so wurde er auf den Parthenonfries aufmerksam und fertigte etliche Miniaturkopien in aus verschiedenen Materialien an. Dabei war er nicht immer sehr genau, anderer Male jedoch wieder übergenau.


Excerpt (computer-generated)

Ein Vergleich zwischen seinem Werk und dem Original

1


Inhaltsverzeichnis:

Artikel 3

Abbildungen 6

Literatur 10

Abbildungsnachweis 10

2


Das neu eröffnete Schloss- und Schlüsselmuseum in Graz zählt zu seinen unzähligen

Schätzen eine reliefartige Eisenreplik des Parthenonfrieses mit den Ausmaßen 131,5 mal 34

cm. Der rechteckige Guss stammt von der Gießerei Ilsenburg, da er im Ilsenburger Tafelwerk

die Inventarnummer 794 trägt.

Der Parthenonfries befand sich am gleichnamigen Tempel in Athen. Heute sind die Platten,

die eine Gesamtlänge von 159,42 Meter haben und über 360 menschliche Gestalten, über 200

Pferde und mehr als ein Dutzend Rinder und Wägen beinhaltet, im British Museum und im

Akropolis Museum. Der Fries wurde von Pheidias im Jahre 480 errichtet und stellt

höchstwahrscheinlich den Panathenäischen Festzug, der in der Peplosübergabe seinen

Höhepunkt findet, dar.

Die Skulpturen des originalen Parthenonfrieses wurden von dem Eisengießer in sechs

horizontalen Streifen nachgeahmt, wobei jeweils zwei Streifen den Nord- bzw. Südfries

darstellen, und jeweils ein Streifen den West- und Ostfries.

Zwischen den Streifen findet sich immer wieder der Name Henning (Abbildung 2 +

Abbildung 3), der diese Replik gegossen hat. Es handelt sich dabei um den schottischen

Künstler John Henning, der 1771 bis 1851 lebte und 1811 von Paisley nach London kam. Er

war einer der ersten Künstler, der Zugang zu den ,,Elgin Marbles" (der Fries wurde im 19.

Jahrhundert von Lord Elgin nach London geschafft und die Monumente tragen seit damals

seinen Namen) hatte, die er zeichnete und versuchte, auch die fehlenden Stellen originalgetreu

wiederzugeben. 1812 erhielt Henning Aufträge von der Prinzessin Charlotte, die bei ihm eine

verkleinerte Elfenbeinnachbildung einer Gruppe des Parthenonfrieses bestellte. Es war

Hennings erste Arbeit in Elfenbein (insgesamt stellte er 19 Stücke aus diesem Material her1),

eine Arbeit, die ihn 6 Jahre beschäftigte.2 In weiterer Folge fertigte er eine Darstellung in

Schiefer, welche für 31,50 Pfund verkauft wurde, mehrere Gipsgüsse, einen Guss in Email

und 16 Kupferstiche. Insgesamt elf Jahre seines Lebens verbrachte Henning mit der

Restaurierung und Wiederherstellung der Elgin Marbles.3

Ein Gipsabguss Hennings ist heute im British Museum in London im Raum 1 - 3 zu sehen.4

(Abbildung 1) Dem Museum wurde dieser Guss 1886 von Gräfin Louisa von Seafiled

geschenkt. Kurze Zeit war er verschwunden, bis er im November 2003 durch Zufall wieder

zurück ins British Museum gelangte. Der Museumskurator meint dazu: ,,We have got the next

best thing to the original Elgin Marbles. In fact, in my opinion, we have better than the next

best thing. We have two drawings which no other museum in Britain has."5

Ein weiterer Gipsguss befindet sich im Paisley Museum in Schottland.

Cook erwähnt, dass John Henning ,,produced [:::] slate moulds, from which sets of plaster casts

werd sold"6 Und Tournikiotis sagt, dass " the Hennings family developed a minor industry in

reproductions of the frieze in miniature."7 Die Grazer Eisenreplik wurde jedoch bis jetzt noch

nirgends erwähnt.

Gemeinsam mit seinem gleichnamigen Sohn goss Henning 1828 weitere Repliken des

Parthenonfrieses, die am Athenaeum im Waterloo Palace (London) und auch am Hyde Park

Corner Screen (London) angebracht waren. Beim Athenaeum handelt es sich um einen

Gentelmen´s Club im Stil eines Tempels, der von Decimus Burton erbaut wurde.

1 Malden 1977, Brief von Henning an Miss Pigott, 6.12.1842

2 Malden 1977, Brief von Dr. Wyllie an William Mure, 3.1.1844

3 Malden 1977, Brief von Henning an Miss Pigott, 6. 12. 1842

4 http://www.thebritishmuseum.ac.uk/compass

5http://www.pressandjournal.co.uk/displayNode.jsp?nodeId=84092&command=displayContent&sourceNode=8

3929&contentPK=10267211

6

B.F. Cook, The Elgin Marbles (2003), 83

7

Tournikiotis, Panayotis, The Parthenon and Its Impact in modern Times (1994), 238

3



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