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Analyse und Interpretation des Werkes «Casa tomada» von Julio Cortázar

Untertitel: Eine Untersuchung zur Traumentstellung und Wirklichkeitsreflexion
Autor: Enrico Quaas
Fach: Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

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Details

Veranstaltung: Argentinische Literatur im 20. Jahrhundert
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Romanistik)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 19  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 234 KB
Archivnummer: V113763
ISBN (E-Book): 978-3-640-14464-8
ISBN (Buch): 978-3-640-14588-1

Zusammenfassung / Abstract

In der vorliegenden Arbeit wird die Erzählung der «Casa tomada» des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar einer Analyse unterzogen, deren Schwerpunkt die Untersuchung hinsichtlich der in diesem Kurzwerk implizierten Wirklichkeitsdarstellung(en) darstellt. Auf Grund der außergewöhnlichen Umstände ihrer Entstehung erfolgt die Herangehensweise unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte, die für die Kontextualisierung der Ereignisse in der «Casa tomada» von entscheidender Wichtigkeit sind. Nach einer kurzen Einführung in das Leben und Schaffen Julio Cortázars schließt sich die Analyse der Erzählung an, wobei zunächst ein Exkurs in das Phantastik-Verständnisses des Argentiniers im Vergleich zur Forschung erfolgt, bevor uns die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der «Casa tomada», als deren Quelle sich ein Alptraum des damaligen Hochschuldozenten verantwortlich zeichnet, zur eigentlichen Intention dieser Abhandlung führt. Da – wie wir sehen werden – in erster Linie die inhaltliche Seite dieses Traumes Aufschluss darüber gibt, ob und inwiefern eine von der Forschung bevorzugte allegorische Interpretation haltbar erscheint oder nicht, wird sich der Fokus der vorliegenden Arbeit darauf konzentrieren, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob die Quelle der maison occupée einen realen Hintergrund hätte liefern können, den die Forschung in ihr vermutet.

Textauszug (computergeneriert)

Analyse und Interpretation des Werkes «Casa tomada» von Julio Cortázar

Eine Untersuchung zur Traumentstellung und Wirklichkeitsreflexion

Hausarbeit

im Proseminar

Argentinische Literatur im 20. Jahrhundert.

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

vorgelegt von

Enrico Quaas

4. Fachsemester M.A. Hispanistik/Galloromanistik

Halle a. d. Saale, August 2007


2

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung 3

1 Julio Cortázar 4

2 «Casa tomada» 5

2.1 Phantastik vs. Wirklichkeit 5

2.2 Der Traum 6

2.3 Interpretationen 7

2.4 Analyse des Werkes «Casa tomada» 8

2.4.1 Der Erzähler 8

2.4.2 Die Personen 9

2.4.2.1 Die «Casa» 9

2.4.2.2 Irene 11

2.4.2.3 «Yo» 12

2.4.2.4 Die Geräusche 13

2.5 Schlussfolgerungen 16

3 Bibliographie 17


0 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit wird die Erzählung der «Casa tomada» des argentinischen

Schriftstellers Julio Cortázar einer Analyse unterzogen, deren Schwerpunkt die

Untersuchung hinsichtlich der in diesem Kurzwerk implizierten

Wirklichkeitsdarstellung(en) darstellt. Auf Grund der außergewöhnlichen Umstände

ihrer Entstehung erfolgt die Herangehensweise unter Berücksichtigung verschiedener

Aspekte, die für die Kontextualisierung der Ereignisse in der «Casa tomada» von

entscheidender Wichtigkeit sind.

Nach einer kurzen Einführung in das Leben und Schaffen Julio Cortázars schließt sich

die Analyse der Erzählung an, wobei zunächst ein Exkurs in das Phantastik-

Verständnisses des Argentiniers im Vergleich zur Forschung erfolgt, bevor uns die

ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der «Casa tomada», als deren Quelle sich ein

Alptraum des damaligen Hochschuldozenten verantwortlich zeichnet, zur eigentlichen

Intention dieser Abhandlung führt. Da ­ wie wir sehen werden ­ in erster Linie die

inhaltliche Seite dieses Traumes Aufschluss darüber gibt, ob und inwiefern eine von der

Forschung bevorzugte allegorische Interpretation haltbar erscheint oder nicht, wird sich

der Fokus der vorliegenden Arbeit darauf konzentrieren, eine Antwort auf die Frage zu

finden, ob die Quelle der

maison occupée

einen realen Hintergrund hätte liefern können,

den die Forschung in ihr vermutet.

Halle/Saale, August 2007


4

1 Julio Cortázar

Julio Francisco Cortázar wurde am 28. August des Jahres 1914 in Brüssel geboren.

Nach Aufenthalten in der Schweiz und Spanien ließ sich die Familie 1918 in Bánfield,

einem Vorort von Buenos Aires, nieder.

Bereits in Cortázars Kindheit manifestierte sich dessen enorme Affinität zum Lesen und

Schreiben, welche ihn teilweise derart okkupierte, dass er kaum das Haus verließ (vgl.

M1):

[...] desde pequeño, mi relación con las palabras, con la escritura, no se diferencia

de mi relación con el mundo en general. Yo parezco haber nacido para no aceptar

las cosas como me son dadas. (Cortázar; in: María Rodríquez Ortiz 2000: 23)

Zu jener Zeit trat auch Cortázars «Doppelgesichtigkeit [...] ­ seine Neigung zum

intellektuellen ′Diskurs′ sowie die Fähigkeit zur ästhetischen Intuition, zur

phantastischen ′Einbildung′ [...] zutage», indem er sein Elternhaus in Bánfield in ein

«besetztes Haus» ′verwandelte′, das von Kobolden, kindlichen Phantasmen und Ängsten

heimgesucht wurde (Berg 1991: 62).

Nachdem er den Abschluss

profesor en letras1

erreicht hatte, arbeitete er von 1939 bis

1945 als Lehrer in Schulen der Provinzen Bolívar und Chivilcoy (ebd.: 68f.), bis er an

die junge und arme Universität von Mendoza (vgl. M1) berufen wurde. Nach Berg

(1991) trat zu jener Zeit Cortázar zum ersten Mal aus seiner «Haltung politischer

Anonymität» heraus und protestierte zusammen mit Studenten gegen die die Universität

betreffenden Maßnahmen der Perón-Regierung (74). Die Fakultät wurde daraufhin von

der Polizei ′besetzt′, wobei viele Demonstranten, darunter Cortázar, verhaftet wurden

(ebd.). In eben jener Zeit entstand Julio Cortázars Erzählung «Casa tomada», die im

Dezember 1946 schließlich vown Jorge Luis Borges in

Los anales de Buenos Aires

veröffentlicht wurde (Terramorsi 1994: 23).

Im Folgenden wird sich nunmehr eine Analyse der «Casa tomada» anknüpfen, wobei

wir jedoch zunächst einige theoretische Aspekte, die für unsere Untersuchung

unabdingbar sind, näher erläutern müssen.

1 Cortázar stellt im Interview 1977 in der Sendung «A Fondo» (M1) klar, dass dieser Abschluss

(«profesor en letras»)

absurd

sei, da er in keiner Weise etwas mit dem

profesor de letras

zu tun hat.

Als

profesor en letras

könne man, so Cortázar, alle möglichen Fächer unterrichten, was er auch tat, er

widmete sich also keinesfalls nur literarischen Fächern.


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