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Das Journalistische Interview - Von der Entstehung bis zur Präsentation

Termpaper, 2002, 19 Pages
Author: Sebastian Hagedorn
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2,7
Language: German
Archive No.: V11377
ISBN (E-book): 978-3-638-17555-5

File size: 166 KB


Excerpt (computer-generated)

Germanistisches Institut der RWTH-Aachen/ Abteilung Sprachwissenschaft
Lehr- und Forschungsgebiet Textlinguistik
Sommersemester 2002

 

Das Journalistische Interview
Von der Entstehung bis zur Präsentation

 

Sebastian Hagedorn

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Allgemeines zum Interview
2.1. Definition
2.2. Rahmenbedingungen
2.3. Regeln der Interviewtechnik

3. Vorbereitung

4. Verschiedene Arten von Fragen

5. Checkliste zur Qualität eines Interviews

6. Formen des Interviews
6.1. Das Recherche Interview
6.2. Das Reportagen Interview
6.3. Das Interview als Darstellungsform
6.4. Das telefonische Interview
6.5. Spezielle Formen des Interviews

7. Live Interview vs. aufgezeichnetes und gedruckte Interview

8. Beeinflussung des Interviews

9. Rechte des Journalisten

10. Präsentation des Interviews

11. Zusammenfassung

12. Literaturangaben

 

1. Einleitung:

Das Interview ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Journalismus und nebenbei gesagt auch der Sozialforschung, in der es zu Datenerhebungszwecken verwendet wird. Ich beschränke mich jedoch auf das journalistische Interview, welches in vielen verschiedenen Gebieten eingesetzt werden kann: als gedrucktes (z.B. Zeitung) oder gesendetes (z.B. Fernsehen, Radio). Dies kann in Form von Studiogesprächen, Informationen zu politischen Entscheidungen oder anderen Themen, aber auch Talkshows geschehen. Mit diesen wenigen Beispielen ist natürlich nur ein kleines Gebiet des Interviews abgedeckt, der aber denke ich aussagekräftig genug ist.

Aber wann ist ein Interview auch ein Interview? Wenn sich ein Reporter zufällig mit einer zum Beispiel prominenten Person unterhält, ist das schon ein Interview? Was nur Geschwätz, was ein Dialog und was ein Interview ist, hängt also von bestimmten Rahmenbedingungen ab, auf die ich noch später zu sprechen komme. In den folgenden Abschnitten habe ich die Absicht, dem Leser zu erklären, was ich zum Teil oben schon angerissen habe aber auch welche verschiedenen Formen des Interviews es gibt, wie sie vorbereitet werden und welche Regeln es einzuhalten gilt. Natürlich ist es auch wichtig, wie man das fertige Interview am Ende auf Papier (oder ins Radio bzw. Fernsehen) bringt. Ich habe ebenfalls die Rechte des Journalisten betrachtet und zudem auch Allgemeines wie zum Beispiel die Definition des Wortes „Interview“ an sich.

Die grobe Reihenfolge der Themenabschnitte dieser Hausarbeit ist nach der Entstehung eines Interviews eingeteilt, also von der Vorbereitung über Teilgebiete wie Regeln, usw. über das Gespräch bis hin zur Präsentation. Natürlich lässt sich dies nicht in jedem Punkt genau einhalten, weshalb einige Aspekte schon vorweggenommen werden müssen oder später ergänzt werden.

2. Allgemeines zum Interview:

2.1. Definition:

Das Wort Interview stammt ursprünglich vom französischen Verb „entrevoir“ ab und bedeutet „sich begegnen, treffen“. Daraus hat sich nach einiger Zeit das Wort „entreview“ gebildet, was „verabredete Zusammenkunft“ bedeutet. Dieses Wort wurde von der englischen Hofsprache übernommen, bevor es von englischen und amerikanischen Journalisten in der Mitte des vorigen Jahrhunderts übernommen wurde. Seit dieser Zeit bedeutet das Wort „eine Befragung durch einen Journalisten, die in Zeitungen oder Zeitschriften veröffentlicht oder über Rundfunk oder Fernsehen gesendet wird“ (Universal Lexikon (2000): S. 402).

2.2. Rahmenbedingungen:

Im folgenden werde ich mehrmals von einer Interviewsituation sprechen. Um dem Leser genauer zu zeigen, was das bedeutet, werde ich jetzt die Rahmenbedingungen eines Interviews genauer erklären. Allgemein formuliert bedeutet es: „Wann ist ein Interview ein Interview?“

Trifft zum Beispiel ein Reporter zufällig „zwischen Tür und Angel“ einen Prominenten und sie betreiben Smalltalk, ist es dann schon eine Interviewsituation? Hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel. Wenn man die obige Definition etwas weiter wählt, ist das Interview eine gezielte Befragung von Personen/ Informanten zur Ermittlung allgemein sachlicher oder personenbezogener Information. Der Reporter muss also ein Ziel haben, nämlich die bestimmte Information, die er sucht. Es muss zudem um eine Interviewsituation zu erlangen beiden Partnern (Interviewer und Interviewter) bewusst sein, dass sie sich zwar auf einen persönlichen Dialog einlassen, dieser aber gleichzeitig auch öffentlich ist. Beide denken daher auch an den Effekt ihrer Fragen bzw. Aussagen in der Öffentlichkeit. Der Dialog in einem Interview hat neben den allgemeinen Regeln der Konversation (es muss mindestens zwei Teilnehmer geben, Informationen werden ausgetauscht, ...) drei wichtige kennzeichnende Strukturmerkmale: Der Journalist muss, auch wenn er keine Fragen stellt, zuvor das Thema nennen, über das geredet werden soll. Zudem muss er den Interviewpartner dazu veranlassen zu diesem Thema Aussagen zu machen: „Asymmetrie des Dialogs“ (vgl. Jürgen Friedrichs 1979, S. A 1). Die Journalisten sind sich einig, dass man mindestens drei Fragen und drei Antworten innerhalb des Dialogs getätigt haben muss, um die Situation auch Interview nennen zu können.

Jetzt kann man auch die oben gestellte Frage (zufälliges Gespräch zwischen Reporter und Prominenten) ob die Situation ein Interview ist oder nicht klären. Bleibt es demnach bei einem zufälligen Dialog ohne Ziel und vorheriger Absprache über die Veröffentlichung, ist es ein normales privates Gespräch. Fängt jedoch der Reporter mit „können sie mir kurz diese Frage beantworten“ oder ähnlichem an, kann sich schnell eine Interviewsituation bilden. Hierzu empfiehlt es sich auch das nächste Kapitel über die Regeln der Interviewtechnik genauer zu betrachten.

2.3. Regeln der Interviewtechnik:

[...]


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