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Unterrichtsstunde: Minijobs im Rahmen der externen Personalbeschaffung

Subtitle: Fallorientierte Erarbeitung, Anwendung und Visualisierung ausgewählter rechtlicher, betriebs- und volkswirtschaftlicher Sichtweisen unter besonderer Berücksichtigung der Erweiterung der Präsentationskompetenz

Lesson Plan, 2005, 28 Pages
Author: Diana Ivanjic
Subject: Economics / Business: Didactics, Economic Pedagogy

Details

Category: Lesson Plan
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V113772
ISBN (E-book): 978-3-640-14808-0
ISBN (Book): 978-3-640-14823-3
File size: 625 KB

Abstract

Der didaktische Schwerpunkt der heutigen Stunde besteht darin, die Schüler mit den gesetzlichen Regelungen für Minijobs vertraut zu machen, ihnen die unterschiedliche sozialversicherungsrechtliche Behandlung zu verdeutlichen und sie für die Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse im Einzelhandel zu sensibilisieren. Damit ist nicht gemeint, dass die Schüler sich mit dieser Situation abfinden, sondern vielmehr die Pro- und Contraargumente für sich selbst abwägen und über die Zusatzmöglichkeiten, z.B. Verzicht auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung informiert sind. Die Fragestellung zum Umfang der geringfügigen Beschäftigung stellt sich insbesondere im Einzelhandel, da diese Form des Beschäftigungsverhältnisses seit Beginn der 90er Jahre zu einem quantitativ bedeutsamen Segment (jeder dritte Beschäftigte im Einzelhandel ist ein Minijobber5) und hier insbesondere der Frauenbeschäftigung geworden ist (vgl. Abb. 2). Darüber hinaus soll die Präsentationskompetenz geschult und optimiert werden. Da einige Schüler bereits im Mai die Verkäuferprüfung machen und im Rahmen dieser Prüfung eine Warenpräsentation bevorsteht, ist diese Schulung von besonderer Bedeutung.


Excerpt (computer-generated)

Studienseminar für das Lehramt

für die Sekundarstufe II

- Wuppertal -

3. Unterrichtsentwurf für das Fach Handelsbetriebslehre

Studienreferendarin: Diana Ivanjic
Ausbildungsschule: Berufskolleg der Stadt X.

Unterrichtsfach:
Einzelhandelsbetriebslehre (EHBWL)
Datum: 15. April 2005
Klasse: 03EB1 (Verkäufer/in/Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Mittelstufe, Block)
Raum: K1O1
Uhrzeit: 08.45 Uhr ­ 09.30 Uhr (2. Stunde)
Ausbildungsbeginn: 06. September 2004

Didaktisches Fenster

Thema der Stunde:
Minijobs im Rahmen der externen Personalbeschaffung:
Fallorientierte Erarbeitung, Anwendung und Visualisierung ausgewählter rechtlicher, betriebs- und volkswirtschaftlicher Sichtweisen unter besonderer Berücksichtigung der Erweiterung der Präsentationskompetenz.

1

 


1. Angaben zur Lerngruppe

1.1 Lerngruppenzusammensetzung

Die 03EB1 ist eine Mittelstufenklasse des Bildungsganges Einzelhandel, die im Block unterrichtet wird und sowohl den Ausbildungsberuf Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel als auch Verkäufer/in umfasst. Von den 9 Schülerinnen und 10 Schülern im Alter von 17 bis 25 Jahren, machen 5 Schüler/innen den Abschluss zum/zur Verkäufer/in. Neben 14 deutschen Schülern bilden 2 türkische SchülerInnen, 1 italienische Schülerin, 1 jugoslawische Schülerin und 1 kroatische Schülerin die Klassengemeinschaft. Partner der Berufsausbildung sind Edeka (2 Schüler1), Ikea (2 Schüler), Galeria Kaufhof (5 Schüler), Deutsche Post (7 Schüler), Orlen Tankstelle (2 Schüler) sowie der Lebensmittelmarkt Bilgin Market (1 Schüler).

1.2 Besonderheiten der Lerngruppe

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Einblick in die Vorbildung der Lerngruppe:

 

Erworbener Abschluss   Anzahl der Schüler ( = 24)
Allgemeine Hochschulreife   1
Fachoberschulreife mit Qualifikation   3
Fachoberschulreife ohne Qualifikation   10
Hauptschulabschluss   5

Die Schüleraktivität und das Leistungsniveau kann somit als relativ heterogen eingestuft werden. Es können vier Leistungsträger und fünf äußerst schwache Schüler wahrgenommen werden. Die Defizite der schwächeren Schüler liegen mehr im sprachlichen als im schriftlichen Bereich, da in der Klasse, insbesondere im Hinblick auf Klassenarbeiten eine enorme Lernbereitschaft festzustellen ist. Auch im Zusammenhang mit der Abschluss- bzw. Zwischenprüfung besitzen die Schüler einen auffällig hohen Ehrgeiz, was sich insbesondere dadurch bemerkbar macht, dass sie großen Wert legen auf eine Ergebnissicherung und Prüfungsvorbereitung in Form von Besprechungen der alten Prüfungsaufgaben. Es ist anzumerken, dass zwei Schüler sehr hohe Fehlzeiten aufweisen. So ist einer der beiden Schüler dem Unterricht bereits seit mehreren Wochen ferngeblieben. Die zurückhaltende Teilnahme der schwächeren Schüler am Unterrichtsgeschehen, kann durch einen motivierenden Unterrichtseinstieg und anschauliche Unterrichtsmaterialien durchbrochen werden.

1 Zur Vereinfachung des Leseflusses sind mit der Bezeichnung Schüler im laufenden Text Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gemeint.

2

 


Die Atmosphäre in der Klasse kann als familiär bezeichnet werden. Dieses Klassenklima wird sicherlich durch die Rahmenbedingungen des Blockunterrichtes gefördert.

Da die Klassenmitglieder sehr kommunikativ sind, kommt es gelegentlich zu Privatgesprächen. Diese Störungen lassen sich aber in der Regel durch persönliche Ansprache unterbinden.

Die Lerngruppe ist mir im Rahmen der Hospitation mit Beginn des Blockunterrichts seit Anfang Februar mit drei Stunden in der Woche bekannt. Seit Mitte März unterrichte ich in der Klasse regelmäßig drei Stunden in der Woche den Themenkreis 8: Personalwesen des Faches Einzelhandelsbetriebslehre.2 Meine Unterrichtserfahrungen in dieser Klasse sind sehr positiv, da die Schüler mir gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich sind.

1.3 Ausprägungen der Kompetenzbereiche in der Lerngruppe Zur Fachkompetenz

Durch die eineinhalbjährige Ausbildung der Schüler konnten diese bereits vielfältige berufliche Erfahrungen sammeln, die sich gut in den Unterricht einbringen. Die Lerngruppe ist mit den Zweigen der Sozialversicherung und den sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen vertraut. Sie wissen, welche Aufgabenbereiche dem Personalwesen zuzuordnen sind und welche Varianten die Personalbeschaffung haben kann. Daneben kennen sie zahlreiche Quellen der internen und externen Personalbeschaffung. Darüber hinaus sind die Schüler in der Lage, die jeweiligen Vor- und Nachteile beider Beschaffungsvarianten abzuwägen.

Zur Lern- und Methodenkompetenz

Die Lernbereitschaft der Lerngruppe ist im oberen Bereich anzusetzen. Die Schüler haben Erfahrungen in der Erarbeitung fachlicher Inhalte in den Sozialformen der Partner- und Gruppenarbeit. Die anschließende Präsentation der Ergebnisse vor dem Plenum bereitet einigen Schülern immer noch Schwierigkeiten, so dass diese Schüler Hemmungen haben, in der Präsentationsphase aktiv zu werden. Nach einer direkten Aufforderung zur Präsentation wurden die Probleme dieser Schüler durch folgende Aussagen deutlich: ,,präsentieren können die Anderen doch eh viel besser," ,,ich komme mir komisch vor, weil ich mich selber nicht sehen kann."

2 Vgl. Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen 1989.

3

 


Somit ist die Präsentationskompetenz dieser Schüler förderungsbedürftig. Aus diesem Grund wurde ein Präsentationsleitfaden gemeinsam mit den Schülern erarbeitet. Die Folien- und Kartengestaltung als Präsentationsmittel bereitet den Schülern keine größeren Schwierigkeiten.

Zur Sozialkompetenz

Kennzeichen der Klasse ist ein familiäres Klassenklima, das sich am freundlichen und hilfsbereiten, aber auch kritikfähigen Umgang untereinander bemerkbar macht. Dieser innere Zusammenhalt wurde insbesondere deutlich, als den Schülern mitgeteilt wurde, dass es in Zukunft keinen Blockunterricht mehr geben wird und die Klassenmitglieder auf verschiedene Teilzeitklassen aufgeteilt werden. Obwohl die Schüler keine Probleme haben, in neuen Gruppen zusammenzuarbeiten, kann beobachtet werden, dass bei freier Gruppenbildung immer dieselben, meist gleichgeschlechtliche Konstellationen zustande kommen.

2. Didaktische Schwerpunkte

2.1 Vorgaben der Richtlinien / Legitimation des Themas

Obwohl seit dem 01.08.2004 für die Ausbildungsberufe Verkäufer/in und Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel erstmals ein Rahmenlehrplan wirksam geworden ist, der nach dem Lernfeld-Konzept strukturiert ist, wird diese Blockklasse noch nach dem alten Rahmenlehrplan unterrichtet. Nach diesem lässt sich das Thema des Unterrichtsbesuches in den Themenkreis 8 des Faches Einzelhandelsbetriebslehre einordnen. Dieser Themenkreis sieht unter anderem die Behandlung folgender Lerninhalte vor:

Personalpolitik: Beschaffung, Auswahl, Einsatz und Beurteilung

Personalkosten

Sozialleistungen

- gesetzliche

- freiwillige

In der Zielformulierung für das Fach Einzelhandelsbetriebslehre heißt es: ,,Durch grundlegende wirtschaftliche Einsichten, erweitert durch Kenntnisse und Fähigkeiten, die für den Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel erforderlich sind, sollen sie Wertungen unter unterschiedlichen Interessenslagen vornehmen können,

4

 



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