Die japanische Gesellschaft und das Problem der Obdachlosigkeit close Bitte warten
Die japanische Gesellschaft und das Problem der Obdachlosigkeit

Untertitel: Effektivität der staatlichen und ehrenamtlichen Maßnahmen zur Reintegration Obdachloser in die Gesellschaft
Autor: Katharina Pleus
Fach: Judaistik

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Details

Veranstaltung: Einführung in das Sozialsystem Japans
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Lehrstuhl Modernes Japan)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 21
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 140 KB
Archivnummer: V113794
ISBN (E-Book): 978-3-640-15158-5
ISBN (Buch): 978-3-640-15409-8

Zusammenfassung / Abstract

Meine Arbeit mit dem Thema „Die japanische Gesellschaft und das Problem der Obdachlosigkeit – Effektivität der staatlichen und ehrenamtlichen Maßnahmen zur Reintegration Obdachloser in die Gesellschaft-“ zielt auf die Herausarbeitung der staatlichen und ehrenamtlichen Maßnamen zur Wiedereingliederung Obdachloser ab. Ich werde untersuchen wie effektiv die Hilfe der Non- Profit Organisationen (NPOs), der Hilfsorganisationen und des Staates ist. Ist sie ausreichend oder könnten noch Verbesserungen vorgenommen werden? Das Thema Obdachlose in Japan beinhaltet viele unterschiedliche Aspekte, ich aber habe mich für diesen Themenbereich entschieden, da der Staat meiner Meinung nach die größte und effektivste Hilfe für die Obdachlosen erbringen kann. Zwar gibt es auch viele ehrenamtliche Hilfsorganisationen, aber haben diese die Mittel, in dem Ausmaß Hilfeleistungen zu erbringen, wie es dem Staat möglich ist? Um dies nachvollziehbar zu gestalten und zu beantworten, habe ich mich dazu entschieden, zu Beginn meiner Arbeit einen Überblick über die allgemeine Obdachlosensituation in Japan zu geben. Dies beinhaltet zum einen eine Definition des Begriffs „Obdachloser“, um die zahlreichen Varietäten des Begriffs in Japan zu verdeutlichen. Auch die Geschichte der Obdachlosigkeit möchte ich erläutern, da es interessant zu sehen ist, wie sich die Obdachlosigkeit im Laufe der Zeit verändert hat und was für Gründe es hierfür gibt. Weiterhin werde ich die Gründe darlegen, die heutzutage zu Obdachlosigkeit führen, um im späteren Teil meiner Arbeit darauf aufbauen und Zukunftspläne nennen zu können. Ferner nenne ich Zahlen, die das Ausmaß der Obdachlosigkeit in Japan zeigen, damit die Dringlichkeit der Maßnahmen verdeutlicht wird. Den allgemeinen Teil zur Obdachlosigkeit schließe ich mit der Stellung der Obdachlosen in der Gesellschaft ab, da dies meiner Meinung nach ein weiterer wichtiger Punkt ist, um die Problematik der Obdachlosigkeit in Japan verstehen und begreifen zu können. Im nächsten Teil meiner Arbeit zeige ich die staatlichen und ehrenamtlichen Maßnahmen zur Wiedereingliederung Obdachloser auf, da sie Grundlage für meine folgenden Punkte, die Probleme der staatlichen und ehrenamtlichen Hilfe und Aufgaben für die Zukunft, sind.

Textauszug (computergeneriert)

Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Lehrstuhl Modernes Japan

Hauptseminar ,,Einführung in das Sozialsystem Japans"

Sozialwissenschaftliches Themenmodul

WS 07/08

Abschlussarbeit zum Thema:

Die japanische Gesellschaft und das Problem

der Obdachlosigkeit

Effektivität der staatlichen und

ehrenamtlichen Maßnahmen zur

Reintegration Obdachloser in die Gesellschaft

Datum der Fertigstellung: 07.04.2008

Verfasst von: Katharina Pleus

Studium: Modernes Japan (3.Semester)

Anglistik (3.Semester)


Inhaltsverzeichnis

Seite

1. Einleitung 3

2. Obdachlosigkeit in Japan 4

2.1. Definition des Begriffs Obdachloser 4

2.2. Geschichte der Obdachlosigkeit 5

2.3. Gründe für die Obdachlosigkeit 7

2.4. Anzahl der Obdachlosen und Dauer des Lebens in

Obdachlosigkeit 8

2.5. Stellung der Obdachlosen in der Gesellschaft 8

3. Maßnahmen zur Wiedereingliederung der Obdachlosen in die Gesellschaft

3.1. Non- Profit- Organisationen 9

3.2. Staatliche Maßnahmen 12

4. Fazit - Probleme der staatlichen und ehrenamtlichen Unterstützung

4.1. Effektivität der ehrenamtlichen Hilfe 15

4.2. Effektivität der staatlichen Hilfe 17

4.3. Aufgaben für die Zukunft 18

5. Anhang

5.1. Literaturverzeichnis 20

5.2. Eigenständigkeitserklärung 21

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1. Einleitung

Meine Arbeit mit dem Thema ,,Die japanische Gesellschaft und das Problem der

Obdachlosigkeit ­ Effektivität der staatlichen und ehrenamtlichen Maßnahmen zur

Reintegration Obdachloser in die Gesellschaft-" zielt auf die Herausarbeitung der

staatlichen und ehrenamtlichen Maßnamen zur Wiedereingliederung Obdachloser ab.

Ich werde untersuchen wie effektiv die Hilfe der Non- Profit Organisationen (NPOs),

der Hilfsorganisationen und des Staates ist. Ist sie ausreichend oder könnten noch

Verbesserungen vorgenommen werden?

Das Thema Obdachlose in Japan beinhaltet viele unterschiedliche Aspekte, ich

aber habe mich für diesen Themenbereich entschieden, da der Staat meiner Meinung

nach die größte und effektivste Hilfe für die Obdachlosen erbringen kann. Zwar gibt es

auch viele ehrenamtliche Hilfsorganisationen, aber haben diese die Mittel, in dem

Ausmaß Hilfeleistungen zu erbringen, wie es dem Staat möglich ist?

Um dies nachvollziehbar zu gestalten und zu beantworten, habe ich mich dazu

entschieden, zu Beginn meiner Arbeit einen Überblick über die allgemeine

Obdachlosensituation in Japan zu geben. Dies beinhaltet zum einen eine Definition des

Begriffs ,,Obdachloser", um die zahlreichen Varietäten des Begriffs in Japan zu

verdeutlichen. Auch die Geschichte der Obdachlosigkeit möchte ich erläutern, da es

interessant zu sehen ist, wie sich die Obdachlosigkeit im Laufe der Zeit verändert hat

und was für Gründe es hierfür gibt. Weiterhin werde ich die Gründe darlegen, die

heutzutage zu Obdachlosigkeit führen, um im späteren Teil meiner Arbeit darauf

aufbauen und Zukunftspläne nennen zu können. Ferner nenne ich Zahlen, die das

Ausmaß der Obdachlosigkeit in Japan zeigen, damit die Dringlichkeit der Maßnahmen

verdeutlicht wird. Den allgemeinen Teil zur Obdachlosigkeit schließe ich mit der

Stellung der Obdachlosen in der Gesellschaft ab, da dies meiner Meinung nach ein

weiterer wichtiger Punkt ist, um die Problematik der Obdachlosigkeit in Japan

verstehen und begreifen zu können.

Im nächsten Teil meiner Arbeit zeige ich die staatlichen und ehrenamtlichen

Maßnahmen zur Wiedereingliederung Obdachloser auf, da sie Grundlage für meine

folgenden Punkte, die Probleme der staatlichen und ehrenamtlichen Hilfe und Aufgaben

für die Zukunft, sind. Mit Problemen der staatlichen und ehrenamtlichen Unterstützung

meine ich die Effektivität der staatlichen Hilfeleistung, sowie die der NPOs für die

Obdachlosen. Schöpft der Staat alle möglichen Hilfestellungen aus oder bleiben

Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation der Obdachlosen ungenutzt? Können die

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NPOs trotz ihrer begrenzten Mittel mit dem Staat mithalten oder sogar mehr Hilfe für

die Obdachlosen leisten? Diese Fragen möchte ich als Fazit meiner Arbeit unter dem

Punkt ,,Probleme der staatlichen und ehrenamtlichen Unterstützung" bearbeiten. Im

letzten Punkt meiner Arbeit versuche ich, mögliche Aufgaben für die Zukunft für das

Problem der Obdachlosigkeit aufzuzeigen.

Anzumerken ist noch, dass es sehr schwer war, zu diesem doch sehr speziellen

Thema Literatur zu finden, da die meisten Quellen auf Japanisch sind und meine

bisherigen Japanischkenntnisse für diese leider noch nicht ausreichen. Daher habe ich

mich lediglich für Literatur auf Deutsch und Englisch entschieden, auch wenn ich somit

nur eine geringe Auswahl an Quellen für das Thema Obdachlosigkeit und Reintegration

in die Gesellschaft gefunden habe. Besonders deutsch- oder englischsprachige

Informationen zu den NPOs sind gar nicht in Büchern und nur sehr ungenügend im

Internet vorhanden. Somit beziehen sich meine Informationen nur auf einige Gegenden

in Japan und sind daher nicht für ganz Japan repräsentativ. Anfragen meinerseits per

Mail an einige Non- Profit- Organisationen wurden leider bis heute nicht beantwortet

und demnach bilden lediglich drei Bücher, sowie zwei Aufsätze und einige zuverlässige

Internetquellen die Grundlage für meine Arbeit.

2. Obdachlosigkeit in Japan

Seit Anfang der 90er Jahre ist die Zahl der Obdachlosen gestiegen. Ungefähr 95 % der

Obdachlosen sind Männer und das Durchschnittsalter liegt bei 55,9 Jahren, da sie

aufgrund ihres Alters schwer zu vermitteln sind (Goethe-Institut Japan). Oft sind sie

alleinstehend und schlafen in Parks und an anderen öffentlichen Plätzen. Wie die

Menschen ohne Heim in Japan genannt werden, wie sie obdachlos wurden, wie viele

Obdachlose es in Japan gibt und wie sie von der Gesellschaft akzeptiert werden, möchte

ich auf den folgenden Seiten meiner Arbeit erläutern.

2.1. Definition des Begriffs ,,Obdachloser"

In Japan gibt es diverse Begriffe um den Obdachlosen zu beschreiben bzw. zu

definieren. So ist der Landstreicher (

furôsha

) ein alter und bereits überholter Name für

den Obdachlosen, der das Bild einer faulen, heruntergekommenen Person beinhaltet

(Aoki:108,109). Weiterhin gibt es die

jûsho futeisha

, die Personen ohne festen

Wohnsitz. Dieser Begriff ist zwar etwas neutraler als der vorherige, beinhaltet aber nicht

nur die Obdachlosen an sich, sondern auch die Personen, die einfach keine feste

Adresse haben. Deshalb ist dieser Begriff als Definition des Obdachlosen unpassend,

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weil er zu weitläufig und ungenau ist (Aoki:109). Ferner gibt es noch die Personen, die

auf der Straße leben (

rojô seikatsusha

), was der Begriff ist, der offiziell von der Stadt

Tôkyô verwendet wurde, als das Problem der Obdachlosigkeit verstärkt sichtbar wurde

(Aoki:109). Der Begriff, der in der ganzen Welt für die Obdachlosen verwendet wird,

ist der

hômuresu,

der Mensch, der kein Zuhause hat. Hier kommt aber das Problem auf,

dass das Wort ,,Zuhause" zwei Bedeutungen hat: Haus und Familie (Aoki:110). Der

Obdachlose kann aber sehr wohl eine Familie haben, aber kein Haus und umgekehrt.

Zudem gibt es noch die

nojuku rôdôsha

, die obdachlosen Arbeiter. Dieser Begriff wird

jedoch lediglich von Menschen benutzt, die die Obdachlosigkeit als Arbeitsproblem

ansehen. Dieser Begriff ist also ,,a name linking the life process of `homelessness′ and

the work process of `labor′" (Aoki:111). Dieser Begriff ist aber wiederum

problematisch, da er nur die Seite der Arbeit betrachtet, und nicht die Obdachlosen mit

einschließt, die von der Wirtschaft ausgeschlossen sind (Aoki:112). Der minimalste

Begriff, um Obdachlose zu definieren ist

nojukusha,

,,die im Freien lebenden"

(Aoki:112; Saga, Joshiku). In meiner Arbeit werde ich den Begriff

hômuresu

verwenden, da diese Bezeichnung meiner Meinung nachvollziehbar im Hinblick auf die

Betroffenen ist, nämlich ,,people who ­ because of a variety of factors such as

unemployment, familiy breakdown and flight from social life- have no specific

residence" (Aoki:113).

2.2.

Geschichte der Obdachlosigkeit

Das Problem der Obdachlosigkeit ist in Japan nicht neu, denn schon um 1860 gab es

Obdachlose in den Städten Japans. Trotz Versuche der

Meiji-

Regierung, die

Obdachlosen zurück zu ihren Geburtsplätzen umzusiedeln, entstanden in den Städten

regelrechte Slums, da weiterhin die Mehrheit der Obdachlosen in den Städten blieb

(Iwata:192).

Diese in den Slums lebenden Menschen wurden von der Gesellschaft

ausgegrenzt, da sie als ,,anders" angesehen wurden. Der Staat bemerkte die

Dringlichkeit, Obdachlose in die Gesellschaft zu integrieren, unternahm aber nichts

Bewegendes. Erst als in 1890 bis 1920 die japanische Wirtschaft einen Aufschwung

erfuhr und viele Slums- Bewohner Arbeit fanden, wurde die Sozialpolitik und ein

Wohlfahrtssystem eingeführt. Der Wirtschaftsaufschwung war jedoch nicht von langer

Dauer und so stieg die Zahl der Obdachlosen in den 30er Jahren aufgrund einer

Wirtschaftrezension wieder an. Der Versuch der Regierung, diese Entwicklung durch

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