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Gut und Böse in John Bunyans -A Pilgrims Progress- und in Nathaniel Hawthornes -The Scarlet Letter-

Seminararbeit, 2002, 25 Seiten
Autor: Naemi Fast
Fach: Amerikanistik - Komparatistik

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 25
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V11381
ISBN (E-Book): 978-3-638-17557-9

Dateigröße: 291 KB


Textauszug (computergeneriert)

Gut und Böse in John Bunyans The Pilgrim‘s Progress
und in Nathaniel Hawthornes The Scarlet Letter

von Naemi Fast


Inhaltsverzeichnis

Einleitung S. 2

I. The Pilgrim‘s Progress und The Scarlet Letter 
– Inhalt und Zielsetzung S. 4

1. The Pilgrim‘s Progress von John Bunyan S. 4

a) Form S. 4

b) Inhalt S. 5

c) Personen und Umfeld S. 6

d) Interpretationsansätze S. 7

2. The Scarlet Letter von Nathaniel Hawthorne S. 8

a) Form S. 9

b) Inhalt S. 9

c) Personen und Umfeld S. 10

d) Interpretationsansatz S. 11

II. Gut und Böse in The Pilgrim’s Progress 
und in The Scarlett Letter S. 12

1. Das personifizierte Böse und das Gute S. 12

a) Die Personifikationen des Bösen S. 12

b) Das Gute S. 15

2. Der Kampf zwischen Gut und Böse
in Christian und Dimmesdale  S. 17

a) Die Entwicklung der Hauptpersonen S. 17

b) Der Umgang mit der Schuld und die Befreiung davon S. 19

c) Die Entscheidung am Scheideweg S. 20

Schluss S. 22

Benutzte Literatur S. 23

 

Einleitung

Eines der grundsätzlichsten Dinge, die die Menschheit in ihrer Entwicklung geprägt haben, ist die Auseinandersetzung mit dem Guten und dem Bösen. Soweit man in die Menschheitsgeschichte zurückblicken kann, hat jedes Volk eine Religion gehabt, die bei all ihren Unterschieden doch in fast jedem Fall etwas gemeinsam haben – eine höhere Macht und eine für den Menschen relevante Definition von Gut und Böse. Ob nun der Glaube an gute und böse Geister bei Naturvölkern, an Allah und Scheitan im Islam, an Jahwe und Satan im Judentum, an Gott und Teufel im Christentum das Handeln der Menschen bestimmte – alles ist geprägt von dem Gegensatz zwischen dem ethisch richtigen, guten und dem falschen, bösen. Auch jeder Staat als politische Instanz braucht eine Definition von Erlaubtem und Unerlaubtem, also von Gutem und Bösem. Der Mensch steht ständig vor der Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten – dem nach seiner Weltanschauung oder den Gesetzen seines Staates Guten und dem Bösen. Meistens steht dahinter auch die Angst vor Strafe bei falschem und die Hoffnung auf Belohnung bei richtigem Handeln. Allerdings ist das Böse und das Gute nicht in jedem Fall eindeutig definiert. In unserem christlichen Kulturkreis galt lange alles, was von Gott ausgeht, Sein Handeln, Seine Gebote als gut und richtig und im Gegensatz dazu alles, was vom Teufel ausgeht als falsch und böse. Da die Kirche jahrhundertelang die Politik beeinflusste, war gut und böse in vielen Fällen bei Kirche und Staat gleich definiert. In der Umbruchszeit der Renaissance und des Humanismus, in der die Menschen begannen, die Institution Kirche und den Glauben zu hinterfragen, fing auch der Wandel in dem Verständnis von gut und böse an. In unsrer pluralistischen Gesellschaft, kann niemand mehr so leicht eine Definition von gut und böse aufstellen, ohne damit die so wichtig gewordene Individualität des anderen zu verletzen. Gut und böse sind relativ geworden. Und doch stellt der christliche Glaube den Anspruch auf eine absolute Abgrenzung von gut und böse. Die Auseinandersetzung damit spielt in vielen Werken mit christlicher Thematik eine entscheidende Rolle. Als Beispiel dafür dienen in der vorliegenden Hausarbeit die Werke The Pilgrim’s Progress von John Bunyan und The Scarlet Letter von Nathaniel Hawthorne. In beiden geht es um die Entwicklung der Hauptfiguren, die sich in mehreren Stationen vollzieht, bei denen es jeweils um die Entscheidung zwischen richtig und falsch geht. Die Schwierigkeit dabei ist oft die Definition von gut und böse, die bei Bunyan ziemlich eindeutig ist, bei Hawthorne schon problematischer wird, da die Figuren in seinem Werk dabei von verschiedenen Standpunkten ausgehen. In der Hausarbeit soll es nun um den Kampf zwischen Gut und Böse in diesen beiden Romanen gehen. Da beide Werke recht einschlägig sind, gibt es auch ausreichend Sekundärliteratur, die Hauptarbeit für mich war in diesem Fall aber trotzdem die Analyse der Primärtexte selbst, da ich direkt zu meinem Thema passend keine Artikel oder Bücher gefunden habe. Zunächst liefere ich eine kurze Hintergrund- und Inhaltsinformation zu den Werken selbst, danach möchte ich auf die Problematik des Guten und des Bösen in beiden Werken eingehen. Beide Werke sind sehr komplex und inhaltsreich, so dass es unmöglich ist, alle Aspekte anzusprechen, die diese Problematik in den beiden Werken betreffen. Deshalb musste ich mich auf einige wenige Punkte beschränken. So bin ich z. B. nur sehr knapp auf die Rolle Pearls oder der alten Hibbins aus The Scarlet Letter eingegangen, die sicherlich auch bedeutend für das angesprochene Thema sind. Auch die von mir angesprochenen Punkte erschöpfen das Thema nicht vollständig, sondern sind eher Gedankenansätze in die genannte Richtung.

Naemi Fast, Eppstein, 19. September 2002

I. The Pilgrim‘s Progress und The Scarlet Letter – Inhalt und Zielsetzung

1. The Pilgrim‘s Progress von John Bunyan

Der volle Titel des Romans lautet: The Pilgrim’s Progress from this world, to that which is to come: Delivered under the Similitude of a Dream Wherein is Discovered, The manner of his setting out, His Dangerous Journey; And safe Arrival at the Desired Country. Das berühmteste Werk des Kesselflickers und Predigers John Bunyan (1628-1688) ist ein Erbauungsbuch in zwei Teilen und wurde hauptsächlich während Bunyans Inhaftierung verfasst. Der 1. Teil erschien 1678, der 2. Teil 1684. Das Buch wurde gleich nach seinem Erscheinen ein großer Erfolg - bereits zu Bunyans Lebzeiten gab es 12 Auflagen. Es gilt nach der Bibel als das am meisten gelesene Buch Englands und ist zweifellos das einzige erzählende Prosawerk des 17. Jahrhunderts, welches bis in die heutige Zeit allgemein bekannt und sowohl literarisch als auch geistesgeschichtlich von hoher Bedeutung ist. Der Literaturwissenschaftler Kurt Otten beurteilt den Stellenwert dieses Werkes folgendermaßen:

„Wenn aber Bunyans Werk in der literarischen Geschichte Englands mehr bedeutet, als eine religionsgeschichtliche Kuriosität, so beruht seine Stellung auf der Verbindung zwischen der künstlerischen Ausdruckskraft einfacher Formen, biblischer und volkstümlicher Sprachgewalt und religiösem und moralischem Engagement. Bunyans Hauptwerk [...] ist der große Bucherfolg seiner Epoche gewesen und gehört neben der Bibel und dem Robinson Crusoe zu den drei Büchern, ohne deren Kenntnis die englische und amerikanische Literatur in wesentlichen Zügen dem Verständnis des Lesers verschlossen bleibt.“1

Der Literaturhistoriker Hans-Dieter Gelfert ordnet The Pilgrim’s Progress folgendermaßen in die Geschichte der englischen Literatur ein: „Was Bunyans Werk von dem spätmittelalterlichen unterscheidet, ist die Tatsache, daß es darin nicht mehr nur um das Erreichen eines normativen Wertes geht. Vielmehr wird in Christian die Ausbildung einer sehr viel moderneren religiösen Subjektivität vorgeführt. Damit steht das Werk bereits an der Schwelle zum bürgerlichen Roman. Allerdings wird diese Schwelle noch nicht überschritten; denn Bunyans Ziel ist nicht die Erfahrung der Welt, sondern Erlösung von ihr. Damit steht er noch in der Tradition des Barock.“2

a) Form:

[...]


1 Kurt Otten: Der englische Roman vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, Berlin 1971, S. 43-44

2 Hans-Dieter Gelfert: Kleine Geschichte der englischen Literatur, München 1997, S. 119-120

 

 


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