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Subtitle: Eine randomisierte Multicenterstudie
Doctoral Thesis / Dissertation, 2007, 48 Pages
Author: Dr. med. Eva-Maria Wagner
Subject: Medicine
Details
Tags: Behandlung, Syndroms, Minimal-Change-Glomerulonephritis, Glomerulonephritis, Cyclosporin-A-Mikroemulsion, Tacrolimus
Year: 2007
Pages: 48
Grade: Cum laude
Bibliography: ~ 41 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-14469-3
ISBN (Book): 978-3-640-14592-8
File size: 640 KB
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Abstract
Das nephrotische Syndrom ist ein Sammelbegriff für mehrere Symptome, die bei verschiedenen Erkrankungen der Glomeruli auftreten. Kennzeichnend sind eine große Proteinurie (>3,5 g/d), eine daraus resultierende Hypo- und Dysproteinämie mit Abnahme des Plasmaalbumins, eine Hyperlipidämie und ausgeprägte Ödeme (4, 7, 23). Die weitaus häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms ist eine primäre, das heißt idiopathische Glomerulonephritis. Diese wird überwiegend immunologisch vermittelt und befällt beide Nieren. Bei etwa 20 % der Fälle liegt ein sekundäres nephrotisches Syndrom vor. Hier sind die Grundkrankheit und/ oder das auslösende Agens bekannt (10). Die Klassifikation der primären Glomerulonephritisformen erfolgt anhand eines feingeweblichen Befundes (35). Differenzierungsmerkmale sind u.a. ein diffuser Befall aller oder fokaler Befall einzelner Glomeruli, des weiteren ein segmentaler oder globaler Befall eines einzelnen Glomerulums. Folgende Formen werden unterschieden: a)mesangioproliferative Glomerulonephritis mit glomerulären IgA-Ablagerungen (IgA-Nephropathie) oder ohne b)minimal-change- Glomerulonephritis (MCGN) c)fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis (FSGN) d)membranöse Glomerulonephritis e)membranoproliferative (mesangiokapilläre) Glomerulonephritis-Typ I, -Typ II, -TypIII f) Antibasalmembran-Antikörper Glomerulonephritis ohne Lungenbeteiligung g) immunhistologisch negative, ANCA-positive Glomerulonephritis Ursachen für eine sekundäre Glomerulonephritis oder glomeruläre Schädigung sind eine diabetische Nephropathie, eine Systemerkrankung wie ein systemischer Lupus erythemathodes oder andere Kollagenosen, maligne Tumoren (Lymphome, multiples Myelom, Karzinome), Infektionen (nach Streptokokkeninfektionen, bei HIV, HBV, HCV), Medikamente wie Penicillamin, eine Amyloidose oder eine kongenitale Erkrankung im Rahmen von Morbus Alport. [...]
Fulltext (computer-generated)
AUS DEM LEHRSTUHL FÜR INNERE MEDIZIN II
DIREKTOR: PROF. DR. MED. G. RIEGGER
DER MEDIZINISCHEN FAKULTÄT
DER UNIVERSITÄT REGENSBURG
Behandlung des steroidresistenten nephrotischen Syndroms
bei Minimal-Change-Glomerulonephritis (MCGN) oder
fokal sklerosierender Glomerulonephritis (FSGN)
mit Cyclosporin-A-Mikroemulsion oder Tacrolimus -
eine randomisierte Multicenterstudie
Inauguraldissertation zur
Erlangung des Doktorgrades
der Medizin
Medizinische Fakultät
der Universität Regensburg
vorgelegt von
Eva-Maria Wagner
aus Mainz
2007
2
Dekan: Professor
Dr.
med.
M.
Nerlich
1. Berichterstatter:
Professor Dr. med. B. Krämer
2. Berichterstatter:
Priv.-Doz. Dr. med. M. Scherer
Tag der mündlichen Prüfung
:
07.01.2008
3
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung
4
2.
Material
und
Methoden
11
2.1.
Allgemeines
11
2.2.
Minimal-Change
Glomerulonephritis
(MCGN)
11
2.2.1.
Gruppe
A:
Cyclosporin
A
13
2.2.2.
Gruppe
B:
Tacrolimus
13
2.3. Fokal segmental sklerosierende Glomerulonephritis
(FSGN)
14
2.3.1.
Gruppe
A:
Angiotensinrezeptorantagonist
15
2.3.2.
Gruppe
B:
Tacrolimus
15
3.
Ergebnisse
17
3.1.
Mitwirkende
Kliniken
17
3.2. Patientengut, Alters- und Geschlechtsverteilung 17
3.3.
Patientenverteilung
in
Studienprotokoll
17
3.4. Wesentliche Untersuchungsbefunde der Patienten zu Studienbeginn
18
3.4.1. Klinische und biochemische Charakteristika, Vorbehandlung
18
3.4.2.
Histopathologische
Analyse
22
3.5. Ergebnisse unter 1-jähriger Behandlung mit Tacrolimus/ einem
23
Angiotensinrezeptorantagonisten
3.6.
Begleitmedikation 27
3.7. Langzeitergebnisse der Gruppe MCGN B (Tacrolimus) 2 und 4 Jahre
28
nach Studienende
4. Diskussion
31
5.
Zusammenfassung
39
6.
Literaturverzeichnis 40
Anhang
46
4
1. Einleitung
Das nephrotische Syndrom ist ein Sammelbegriff für mehrere Symptome, die bei
verschiedenen Erkrankungen der Glomeruli auftreten. Kennzeichnend sind eine große
Proteinurie (>3,5 g/d), eine daraus resultierende Hypo- und Dysproteinämie mit Abnahme des
Plasmaalbumins, eine Hyperlipidämie und ausgeprägte Ödeme (4, 7, 23).
Die weitaus häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms ist eine primäre, das heißt
idiopathische Glomerulonephritis. Diese wird überwiegend immunologisch vermittelt und
befällt beide Nieren. Bei etwa 20 % der Fälle liegt ein sekundäres nephrotisches Syndrom vor.
Hier sind die Grundkrankheit und/ oder das auslösende Agens bekannt (10).
Die Klassifikation der primären Glomerulonephritisformen erfolgt anhand eines
feingeweblichen Befundes (35). Differenzierungsmerkmale sind u.a. ein diffuser Befall aller
oder fokaler Befall einzelner Glomeruli, des weiteren ein segmentaler oder globaler Befall
eines einzelnen Glomerulums. Folgende Formen werden unterschieden:
a) mesangioproliferative Glomerulonephritis mit glomerulären IgA-Ablagerungen
(IgA-Nephropathie) oder ohne
b) minimal-change- Glomerulonephritis
(MCGN)
c) fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis
(FSGN)
d) membranöse Glomerulonephritis
e) membranoproliferative (mesangiokapilläre) Glomerulonephritis-Typ I, -Typ II,
-TypIII
f) Antibasalmembran-Antikörper Glomerulonephritis ohne Lungenbeteiligung
g) immunhistologisch negative, ANCA-positive Glomerulonephritis
Ursachen für eine sekundäre Glomerulonephritis oder glomeruläre Schädigung sind eine
diabetische Nephropathie, eine Systemerkrankung wie ein systemischer Lupus
erythemathodes oder andere Kollagenosen, maligne Tumoren (Lymphome, multiples
Myelom, Karzinome), Infektionen (nach Streptokokkeninfektionen, bei HIV, HBV, HCV),
Medikamente wie Penicillamin, eine Amyloidose oder eine kongenitale Erkrankung im
Rahmen von Morbus Alport.
Gemeinsam ist allen Formen die erhöhte Permeabilität der glomerulären Kapillarwand für
Plasmaproteine mit konsekutiver Proteinurie. Die verschiedenen Mechanismen, die für die
Dyslipoproteinämie in Form einer Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie, erhöhtem
LDL, erniedrigtem HDL und erhöhtem Lipoprotein a verantwortlich sind, konnten bisher
nicht vollständig erforscht werden. Der herabgesetzte onkotische Plasmadruck stimuliert, so
5
wird vermutet, die hepatische Synthese von Cholesterin und Apolipoprotein-B-haltigen
Lipoproteinen (28, 30).
Die Krankheitsbilder der MCGN und FSGN werden im Folgenden ausführlicher beschrieben.
MCGN:
Die MCGN ist im Erwachsenenalter mit 15 bis 25 % ein häufiger Grund für ein nephrotisches
Syndrom, bei Kindern und Jugendlichen sogar die Hauptursache (23). Es handelt sich um eine
meist idiopathische Erkrankung der Glomeruli, die lichtmikroskopisch als unauffällig
imponieren (7, 23) (Abb. 1), aber bei einer Immunfluoreszenzuntersuchung mesangiale
Ablagerungen von u.a. IgM und C3-Komplement nachweisbar sind (2) (Abb.2).
Elektronenmikroskopisch verschmelzen die Podozyten miteinander (10, 15, 29) (Abb. 3), was
zu einem Verlust der negativen Ladung der Basalmembran führt. Hierdurch sind wiederum
niedermolekulare Proteine wie Albumin in der Lage, die Basalmembran zu durchdringen (28).
Die tubuläre Rückresorptionskapazität wird überbelastet. Es resultiert eine selektive
Proteinurie.
Die Hauptsymptome der MCGN sind das akut einsetzende nephrotische Syndrom stets ohne
eine begleitende Niereninsuffizienz mit einer selektiven Proteinurie von bis zu 20 g/d bei
schweren Verläufen (10). Bei einem Drittel der Erwachsenen kommt noch eine Hypertonie
hinzu. Typische Befunde im Urin sind die selektive Proteinurie, zahlreiche hyaline und
granulierte Zylinder, selten Erythrozyten und nie Leukozyten. Zur Bestätigung der
Verdachtsdiagnose ist immer eine Nierenbiopsie erforderlich (7).
Abbildung 1: MCGN (HE-Färbung)
typischer Befund
bei MCGN:
unauffälliges
Glomerulum
(Jennette)
6
Abbildung 2: MCGN (Immunfloureszenz)
Mesangiale
Ablagerungen von
IgM- und C3-
Komplement
(15)
Abbildung 3: MCGN (Elektronenmikroskop)
beinahe
vollständiger Verlust
der viszeralen
epithelialen
Podozyten,
Verdichtung des
epithelialen
Zytoskeletts nahe
der Basallamina
(15)
7
FSGN:
Bei 10 bis 20 % aller Patienten mit nephrotischem Syndrom liegt ursächlich eine FSGN vor
(23, 41). Typisch bei dieser Erkrankung sind die schon im Lichtmikroskop erkennbare
Hyalinisierung und Sklerosierung der betroffenen Glomeruli (7, 10) (Abb.4). In ihrer Zahl
und Bedeutung steigend ist die sekundäre FSGN verursacht durch HIV-Infektionen,
Heroinabusus, eine abgeheilte rapid-progressive Glomerulonephritis mit fokalen Läsionen,
eine ausgeprägte Adipositas und die Endstadien chronischer Nephropathien (23). Die
Ursache der FSGN ist bisher weitgehend ungeklärt (5, 23). Diskutiert wird ein extrarenaler
Faktor in Form eines zirkulierenden 50 000 D schweren Faktors, der eine Steigerung der
glomerulären Permeabilität verursacht und eine segmentale Vernarbung hervorruft (28).
Die Symptome der FSGN ähneln denen der MCGN, jedoch kommt hier eine Hämaturie und
Hypertonie häufiger vor, der Urinbefund wird bestimmt durch eine unselektive Proteinurie
und Mikrohämaturie mit Akanthozyten >5%. Feingeweblich erkennbar sind außer der
segmentalen Sklerose immunfluoreszenzoptisch diffuse Ablagerungen von IgG, IgM und
auch C3-Komplement (10, 23) (Abb. 5). Analog zu der MCGN findet sich
elektronenmikroskopisch ein diffuser Verlust der Podozyten (Abb.6) (15).
Der Langzeitverlauf der FSGN ist im Gegensatz zu dem der MCGN ungünstig (29). Bei fast
allen Patienten endet die Erkrankung in einer terminalen Niereninsuffizienz innerhalb von
sechs Jahren (4, 6). Ein großes Problem ist auch die nach Nierentransplantation mit 30-50%
häufige Rekurrenz der Erkrankung und die daraus resultierende schlechte Langzeitprognose
des Transplantats (10).
Abbildung 4: FSGN (PAS-Färbung)
perihiläre Sklerose
mit hyalin- und
fettgefüllten
Vakuolen und
Adhäsion an der
Bowman-Kapsel
(15)
8
Abbildung 5: FSGN (Immunfloureszenz)
Ablagerung von
C3 und IgM im
Bereich der
Sklerosezone
(15)
Abbildung 6: FSGN (Elektronenmikroskop)
weitgehend normales
Kapillargefäß links
mit einem diffusen
Verlust der Podozyten,
rechts Sklerosezone
mit elektronendichtem
Material (entspricht
hyalinen
Ablagerungen im
Lichtmikroskop) und
lipidgefüllten
Vakuolen
(15)
9
Therapiekonzept:
Die Behandlung beider Erkrankungen weist eine Reihe von Parallelen auf, sie besteht
zunächst in einer symptomatischen Therapie des nephrotischen Syndroms mit dem Ziel der
Reduktion der Proteinurie, der Behandlung des arteriellen Hypertonus, der Verbesserung der
Diurese und der Lipidsenkung. Zur speziellen Therapie gehören im Wesentlichen Steroide (1,
2, 5, 7, 10, 13, 14, 36, 41) und das Immunsuppressivum Cyclosporin A (6, 20, 29, 34, 36).
Das aktuelle therapeutische Vorgehen wird zu Beginn des Kapitels ,,Diskussion"
ausführlicher beschrieben. Immer häufiger zeigen beide Erkrankungen allerdings eine
Therapieresistenz für Glukokortikosteroide und auch ein Nichtansprechen auf Cyclosporin A.
Hieraus ergibt sich für eine Reihe von Patienten eine problematische Situation in der
Behandlung ihrer Grunderkrankung, wenn nämlich die üblicherweise eingesetzten
Medikamente nicht mehr wirken. Ein möglicher Ausweg ist Tacrolimus, ein
Immunsuppressivum, das bei der Transplantation solider Organe eingesetzt wird (31, 36, 37).
Bei Einzelfallbeobachtungen und ersten klinischen Studien zeigten sich Hinweise auf ein
Ansprechen der steroidresistenten Glomerulonephritis auf Tacrolimus (18, 19, 21, 26, 31, 32,
37, 40). Seine immunsuppressive Wirkung ist etwa 100-mal höher als die von Cyclosporin A
(8).
Bei dem Immunsuppressivum Cyclosporin A (Sandimmun optoral®) handelt es sich um ein
zyklisches Polypeptid, das von dem Pilz Tolypocladium inflatum gams produziert wird und
äußerst wichtig in der Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen ist (3). Es zeigt im Gegensatz zu
Kortikoiden und zytotoxischen Substanzen eine selektive immunsuppressive Wirkung mit
allerdings geringer therapeutischer Breite, weshalb eine regelmäßige Spiegelbestimmung im
Vollblut mit genauer Dosisanpassung obligat ist. Die Wirkung dieses Medikamentes erfolgt
über die Hemmung der Produktion und Sezernierung von Interleukin-2 aus T-Helfer-Zellen
(31), einem Kommunikationsprotein zur Immunregulation. Daraus resultiert eine
Unterdrückung der T-Lymphozyten-Aktivierung und dadurch die Hemmung der zellulären
Immunantwort. Detailliert wirkt Cyclosporin A über eine Bindung an Immunophilin und als
Komplex wiederum an Calcineurin (4, 9). Daraus resultiert die Blockade der über mehrere
Zwischenschritte verlaufenden Calcium-abhängigen intrazellulären Signalübertragung zum
Nucleus (18). Jedoch hat das Medikament auch zahlreiche Nebenwirkungen, u.a. wirkt es
nephrotoxisch, neurotoxisch, hepatotoxisch und kann auch einen Blutdruckanstieg bis zu
einer manifesten Hypertonie bedingen. Darüber hinaus wurden Gingivahyperplasien,
Hirsutismus, Haarausfall, Hyperkaliämien, eine erhöhte Infektanfälligkeit und auch eine
erhöhte Neigung für Malignome beschrieben (29). Außerdem muss die Interaktion mit
10
zahlreichen anderen Medikamenten bei der Gabe und Dosierung beachtet werden. Die
Indikation für eine Cyclosporin-A-Gabe ist neben dem steroidabhängigen und
steroidresistenten nephrotischen Syndrom die Organtransplantaion, die
Knochenmarkstransplantation und die Graft-versus-Host-Krankheit, aber auch die schwere
endogene Uveitis, die schwere therapieresistente Psoriasis und die schwere therapieresistente
atopische Dermatitis.
Das Immunsuppressivum Tacrolimus (FK 506, Prograf®) ist ein aus Streptomyces
tsukubaensis isoliertes Makrolid, dessen Wirkmechanismus ähnlich dem vom Cyclosporin A
ist (32). Es hemmt die IL-2-Produktion und Sezernierung (31) über die Bindung an das FK-
bindende Protein und als Komplex genau wie Cyclosporin A über die Bindung an
Calcineurin. Seine immunsuppressive Wirkung ist jedoch deutlich stärker als die von
Cyclosporin A (32). Tacrolimus verfügt aber ebenfalls über eine stark variable
Pharmakokinetik und zahlreiche komplexe Arzneimittelinteraktionen über das Cytochrom
P450 wie auch das Medikament Cyclosporin A. Die unerwünschten Arzneimittelinteraktionen
ähneln denen von Cyclosporin A, ein wichtiger Unterschied ist aber die gegenüber
Cyclosporin A häufiger vorkommende Diabetogenität (29). Beide Medikamente sollten nicht
miteinander kombiniert werden.
Die Indikationen für Tacrolimus sind streng determiniert. Es ist lediglich zugelassen für die
Prophylaxe der Transplantatabstoßung nach Nieren- und Lebertransplantation und die
steroidresistente Transplantatabstoßung unter Cyclosporin A bzw. eine Umstellung wegen
Cyclosporinunverträglichkeit (29). Ein Einsatz bei steroidresistenter Glomerulonephritis fand
bisher nur in wenigen klinischen Studien statt (18, 21, 26, 31, 32, 37, 40). Eine amtliche
Zulassung bei dieser Indikation liegt noch nicht vor. In der hier dargestellten Studie soll auf
der Basis einzelner bisher vorliegender Literaturdaten der Effekt von Tacrolimus bei MCGN
und FSGN weiter überprüft und mit dem von Cyclosporin A verglichen werden. Es handelt
sich dabei um eine randomisierte klinische Multicenter-Studie an insgesamt 10 Patienten mit
MCGN oder FSGN. Die Studienleitung lag bei Herrn Prof. Dr. B. Krämer, Nephrologische
Abteilung der II. Medizinischen Klinik der Universitätsklinik Regensburg.
11
2. Material und Methoden
2.1. Allgemeines
Einschlusskriterien
waren ein Nephrotisches Syndrom (Proteinurie > 3,5 g/24h bei
dreimaliger konsekutiver Messung) auf dem Boden einer primären Glomerulonephritis mit
einem Serumkreatininwert von < 2 mg/dl beim erwachsenen Patienten.
Zu den
Ausschlusskriterien
zählten eine sekundäre Glomerulonephritis z.B. im Rahmen
maligner Erkrankungen oder Systemerkrankungen, ein erhöhtes Risiko der durchzuführenden
immunsuppressiven Therapie bei z.B. chronischen, nicht beherrschbaren Infektionen oder
einer vorbestehenden Knochenmarksschädigung, potentiell lebensbedrohliche
Begleiterkrankungen und Non-Compliance.
Folgende
Studienabbruchkriterien
wurden festgelegt:
a) der Anstieg des Serumkreatinins um mehr als 100%, wobei eine Nierenbiopsie zur
Klärung der Frage, ob es sich um einen Tacrolimus- oder Cyclosporin A-Schadens
handelt, wünschenswert ist.
b) ein schwerstes, symptomatisches nephrotisches Syndrom ohne Ansprechen nach
sechsmonatiger Therapie nach Randomisierung als Studienabbruchkriterium, wobei
die weitere Therapie nach Studienabbruch freigestellt war, die Patienten aber
weiterhin im Rahmen der Studie verfolgt wurden.
c) nicht tolerable Nebenwirkungen der Therapie, wie z.B. schwere Neurotoxizität,
schwere Infektionen oder eine diabetische Entgleisung.
2.2. Minimal-Change-Glomerulonephritis (MCGN-Gruppe)
In der MCGN-Gruppe erfolgte zunächst ein Therapieversuch mit Prednisolon (Decortin H®)
in der Dosierung von 1 mg/kg KG/d für 6 Wochen bzw. bis einschließlich 14 Tage nach
Ansprechen der Therapie (24 h Proteinurie < 1 g). Danach wurde die Kortikosteroiddosis
stufenweise reduziert (wöchentliche Reduktion zunächst um 15 mg bis auf 20 mg/d, dann
weitere wöchentliche Reduktion um jeweils 5 mg). Bei einem Rezidiv (Proteinuire > 3,5 g/24
12
h bei dreimaliger konsekutiver Messung) innerhalb von zwölf Monaten oder
Steroidabhängigkeit wurde diese Therapie in gleicher Weise wiederholt. Wenn diese
Behandlung keine Rezidivfreiheit zur Folge hatte, wurde eine Re-Biopsie mit mindestens acht
zu beurteilenden Glomeruli und einer Beurteilung durch einen erfahrenen Nephropathologen,
im Zweifelsfalle in Rücksprache mit den Referenzpathologen Prof. Dr. Helmchen, Hamburg
oder Prof. Dr. Gröne, Göttingen durchgeführt. Falls es auf diese Therapie zu keinem
Ansprechen innerhalb von sechs Wochen (Steroidresistenz) oder zu einem wiederholten
Rezidiv innerhalb von einem Jahr kam, erfolgte eine Randomisierung in zwei Gruppen. Bei
Steroidresistenz der initialen Steroidtherapie erfolgte keine Wiederholung der Therapie mit
Prednisolon, sondern eine Weiterbehandlung mit Cyclosporin A oder Tacrolimus. Die
Gruppenzuteilung erfolgte randomisiert und blind mittels verschlossener, nummerierter
Umschläge, welche die jeweils anzuwendende Therapie enthielten. Die Randomisierung
erfolgte durch die Universitätsklinik Tübingen.
Kontrolluntersuchungen der Patienten sollten nach Möglichkeit alle acht Wochen
durchgeführt werden. Dabei wurden bestimmt: Blutdruck, Vollblutspiegel von Cyclosporin A
oder Tacrolimus, die Proteinausscheidung im 24 Stunden-Sammelurin, endogene
Kreatininclearance, Serumkreatinin, Serumgesamteiweiß, Serumalbumin, Serumglukose,
Serumcholesterin, Serumtriglyceride und HbA1c. Die Blutdruckmessung wurde
standardisiert am sitzenden Patienten dreimal hintereinander nach fünfminütiger Ruhe nach
Riva Rocci (mmHg) durchgeführt.
Desweiteren sollte zu Beginn der Studie, nach einem Jahr und nach zwei Jahren eine 24
Stunden-Blutdruckmessung mit z.B. 20minütigen Messintervallen während des Tages und
einstündigen Messintervallen während der Nacht durchgeführt werden. Die Patienten sollten
darüber hinaus nach acht Wochen und einem Jahr einen Fragebogen zur
Therapieverträglichkeit ausfüllen. Im Falle einer arteriellen Hypertonie (systolischer
Blutdruck 140 mmHg, diastolischer Brutdruck 90 mmHg) oder einer
Fettstoffwechselstörung erfolgte eine entsprechende standardisierte Therapie: bei einer
arteriellen Hypertonie wurde ein Angiotensin II-Rezeptor-Antagonist verabreicht, bei einer
Hypercholesterinämie (Behandlungsindikation LDL-Cholesterin 160 mg/dl,
Behandlungsziel < 190 mg/dl, Dosissteigerung bis zur halbmaximalen Dosis des CSE-
Hemmers) ein CSE-Hemmer. Falls diese Medikamente nicht ausreichten, sollte die
antihypertensive Therapie durch
a) Torasemid (10 mg/d),
13
b) einen langwirksamen Dihydropyridin-Kalziumantagonisten (z.B. Amlodipin 5-10 mg/d),
jedoch nicht Mibefradil und
c) durch einen langwirksamen Betarezeptorenantagonisten (z.B. Bisoprolol 5-10 mg/d)
ergänzt werden.
Dabei lag der zu erreichende Zielblutdruck unter einem mittleren arteriellen Druck (MAP)
von 100 mmHg. Eine cholesterin- und proteinarme Diät im Rahmen einer Diätberatung wurde
bei allen Patienten befürwortet, war jedoch nicht obligat. Sie wurde auch nicht durch eine
Proteinrestriktion festgelegt oder z.B. mittels einer Stickstoffausscheidung im Urin
kontrolliert. Eine Kontrollnierenbiopsie unter oder nach der Therapie mit Cyclosporin A bzw.
Tacrolimus war wünschenswert, wenn Zweifel an der Grunderkrankung bestanden oder
nephrotoxische Nebenwirkungen der Therapie vermutet wurden.
2.2.1. Gruppe A: Cyclosporin A
Die vorbestehende Prednisolon-Behandlung musste bei Therapiebeginn mit Cyclosporin A
über einen Zeitraum von höchstens 8 Wochen ausgeschlichen worden sein.
Die Cyclosporin A-Dosis wurde so angepasst, dass der Vollblutspiegel sich in einem Rahmen
von 100 bis 150 µg/l bewegte. Die Initialdosis lag bei 4 mg/kg KG, aufgeteilt in zwei Dosen à
2 mg/kg KG p.o.
Die Therapiedauer betrug 1 Jahr, wobei die Nachbeobachtungsdauer ebenfalls mindestens ein
Jahr betrug.
Endpunkte waren eine komplette Remission mit < 0,2 g Eiweiß/24 h, eine partielle Remission
mit < 3,5 g Eiweiß/24 h und eine normale Nierenfunktion mit einem Serumkreatinin von
unter 1,2 mg/dl
2.2.2. Gruppe B: Tacrolimus
Wie in Gruppe A musste die vorbestehende Prednisolon-Behandlung bei Therapiebeginn mit
Tacrolimus über einen Zeitraum von höchstens 8 Wochen ausgeschlichen worden sein.
Die Dosierung von Tacrolimus wurde so gewählt, dass eine Konzentration im Vollblut von
3,5 bis 8 µg/l erreicht wurde. Die Initialdosis betrug 0,1 mg/kg KG, aufgeteilt in zwei Dosen à
0,05 mg/kg KG.
Die Therapiedauer lag ebenfalls bei 1 Jahr und mindestens einem weiteren Jahr
Nachbeobachtungszeit.
14
Die Endpunkte waren eine komplette Remission mit < 0,2 g Eiweiß/24 h, eine partielle
Remission mit < 3,5 g Eiweiß/24 h und eine normale Nierenfunktion mit einem
Serumkreatinin von unter 1,2 mg/dl.
2.3. Fokal segmental sklerosierende Glomerulonephritis (FSGN-Gruppe)
Hier bestand die Therapie zunächst in einer Prednisolon-Gabe in einer Dosierung von 1,0
mg/kg KG/d über zwölf Wochen bzw. bis einschließlich 14 Tage nach Ansprechen der
Therapie (24 h Proteinurie < 1 g). Danach wurde die Dosis stufenweise reduziert
(wöchentliche Reduktion beginnend bei 15 mg bis auf 20 mg, dann weitere wöchentliche
Reduktion um jeweils 5 mg). Im Gegensatz zur MCGN-Gruppe wurde bei einem Rezidiv
diese Therapie nicht wiederholt. Sprach der Patient auf diese Therapie nicht an
(Steroidresistenz) oder erlitt ein Rezidiv, so erfolgte eine Randomisierung in zwei Gruppen.
Die Reihenfolge der Therapien wurde auch hier durch eine Zufallszahlentabelle zentral
festgelegt.
Kontrolluntersuchungen der Patienten sollten wie in der MCGN-Gruppe nach Möglichkeit
alle acht Wochen durchgeführt werden. Dabei wurden bestimmt: Blutdruck, Vollblutspiegel
von Cyclosporin A oder Tacrolimus, die Proteinausscheidung im 24 Stunden-Sammelurin,
endogene Kreatininclearance, Serumkreatinin, Serumgesamteiweiß, Serumalbumin,
Serumglukose, Serumcholesterin, Serumtriglyceride und HbA1c. Die Blutdruckmessung
wurde standardisiert am sitzenden Patienten dreimal hintereinander nach fünfminütiger Ruhe
nach Riva Rocci durchgeführt.
Desweiteren sollte analog zur MCGN-Gruppe zu Beginn der Studie, nach einem Jahr und
nach zwei Jahren eine 24 Stunden-Blutdruckmessung mit z.B. 20minütigen Messintervallen
während des Tages und einstündigen Messintervallen während der Nacht durchgeführt
werden. Die Patienten sollten darüber hinaus nach acht Wochen und einem Jahr einen
Fragebogen zur Therapieverträglichkeit ausfüllen. Im Falle einer arteriellen Hypertonie
(systolischer Blutdruck 140 mmHg, diastolischer Brutdruck 90 mmHg) oder einer
Fettstoffwechselstörung erfolgte eine entsprechende standardisierte Therapie: bei einer
arteriellen Hypertonie wurde ein Angiotensin II-Rezeptor-Antagonist verabreicht, bei einer
Hypercholesterinämie (Behandlungsindikation LDL-Cholesterin 160 mg/dl,
Behandlungsziel < 190 mg/dl, Dosissteigerung bis zur halbmaximalen Dosis des CSE-
15
Hemmers) ein CSE-Hemmer. Falls diese Medikamente nicht ausreichten, sollte die
antihypertensive Therapie durch
a) Torasemid (10 mg/d),
b) einen langwirksamen Dihydropyridin-Kalziumantagonisten (z.B. Amlodipin 5-10 mg/d),
jedoch nicht Mibefradil und
c) durch einen langwirksamen Betarezeptorenantagonisten (z.B. Bisoprolol 5-10 mg/d)
ergänzt werden.
Dabei lag der zu erreichende Zielblutdruck unter einem mittleren arteriellen Druck (MAP)
von 100 mmHg. Eine cholesterin- und proteinarme Diät im Rahmen einer Diätberatung wurde
bei allen Patienten befürwortet. Sie war auch in dieser Gruppe jedoch nicht obligat und wurde
auch nicht durch eine Proteinrestriktion festgelegt bzw. mittels einer Stickstoffausscheidung
im Urin kontrolliert. Eine Kontrollnierenbiopsie unter oder nach der Therapie mit Tacrolimus
war wünschenswert, wenn Zweifel an der Grunderkrankung bestanden, die Niereninsuffizienz
progredient war oder nephrotoxische Nebenwirkungen der Therapie vermutet wurden.
2.3.1. Gruppe A: Angiotensinrezeptorantagonist
Die vorbestehende Prednisolon-Behandlung musste zu Therapiebeginn über einen Zeitraum
von höchstens 8 Wochen ausgeschlichen worden sein.
In dieser Kontrollgruppe war ein Angiotensinrezeptorantagonist obligat, ein CSE-Hemmer
konnte bei Bedarf gegeben werden.
Die Therapiedauer betrug ein Jahr, wobei die Nachbeobachtungsdauer ebenfalls mindestens
ein Jahr betrug mit einer Fortführung der Angiotensinrezeptorantagonist- und auch
gegebenenfalls der CSE-Hemmer-Therapie.
Die Endpunkte waren eine komplette Remission mit < 0,2 g Eiweiß/24 h, eine partielle
Remission mit < 3,5 g Eiweiß/24 h, eine normale Nierenfunktion mit einem Serumkreatinin
von unter 1,2 mg/dl und eine Verdopplung des Serumkreatinins.
2.3.2. Gruppe B: Tacrolimus
Wie in Gruppe A musste die vorbestehende Prednisolon-Behandlung zu Therapiebeginn mit
Tacrolimus über einen Zeitraum von höchstens 8 Wochen ausgeschlichen worden sein.
Die Dosierung von Tacrolimus wurde so gewählt, dass eine Konzentration im Vollblut von
3,5 bis 8 µg/l erreicht wurde. Die Initialdosis betrug 0,1 mg/kg KG, aufgeteilt in zwei Dosen à
0,05 mg/kg KG.
16
Darüber hinaus war ein Angiotensinrezeptorantagonist obligat, ein CSE-Hemmer konnte bei
Bedarf verabreicht werden.
Die Therapiedauer bezogen auf Tacrolimus lag ebenfalls bei 1 Jahr und mindestens einem
weiteren Jahr Nachbeobachtungszeit.
Die Endpunkte waren eine komplette Remission mit < 0,2 g Eiweiß/24 h im Urin, eine
partielle Remission mit < 3,5 g Eiweiß/24 h im Urin, eine normale Nierenfunktion mit einem
Serumkreatinin von unter 1,2 mg/dl und eine Verdopplung des Serumkreatinins bezogen auf
den Ausgangswert.
17
3.
Ergebnisse
3.1. Mitwirkende Kliniken
In die Studie eingeschlossen wurden 10 Patienten aus folgenden Kliniken: Klinikum der
Universität Regensburg, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II (2 Patienten);
Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Klinik und Poliklinik, Abteilung Innere
Medizin III (2 Patienten); Medizinische Universitätsklinik Würzburg, Abteilung für Innere
Medizin (2 Patienten); Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III (1 Patient);
Medizinische Universität zu Lübeck, Medizinische Klinik I (2 Patienten); Medizinische
Einrichtungen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Medizinische Klinik und Poliklinik
(1 Patient).
3.2. Patientengut, Alters- und Geschlechtsverteilung
Bei den 10 in die Studie eingeschlossenen Patienten handelt es sich um 7 Frauen und 3
Männer mit der histologisch gesicherten Diagnose eines Nephrotischen Syndroms aufgrund
einer MCGN oder FSGN. Das Alter der Patienten betrug im Median 44,5 (27 bis 62) Jahre bei
Einschluss in die Studie.
3.3. Patientenverteilung in Studienprotokoll
Die 10 in die Studie eingeschlossenen Patienten wurden wie folgt verteilt:
MCGN: 4
Gruppe A: 0
Gruppe B: 4
FSGN: 6
Gruppe A: 3
Gruppe B: 3
18
3.4. Wesentliche Untersuchungsbefunde der Patienten zu Studienbeginn
3.4.1. Klinische und biochemische Charakteristika, Vorbehandlung
Die wichtigsten klinischen und biochemischen Charakteristika aller 10 Patienten sind in
Tabelle 1, 2 und 3 aufgeführt.
Folgende Normalwerte bezüglich der klinisch-chemisch bestimmten Laborparameter gelten:
Kreatinin i.S. (mg/dl):
< 1,36
Protein i.U. (g/d):
< 0,15
Glucose i.S. (mg/dl):
70 -100
Cholesterin i.S. (mg/dl):
< 200
Albumin i.S. (g/dl):
3,5 5,5
In die MCGN-Gruppe A (Cyclosporin A) wurde kein Patient randomisiert. Die Daten der
MCGN-Gruppe B (Tacrolimus) sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1: MCGN-Gruppe B (Tacrolimus)
Patienten
(Initialen)
R.G.
K.B.
L.A.
G.I.
Mittelwert
Alter
(Jahre)
56 32 39 36 40,75
RR
systolisch
(mmHg)
130 100 120 100
112,5
RR
diastolisch
(mmHg) 80 60 85 70 73,75
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
1,9 0,69 0,8 0,6
0,998
Protein
i.U.
(g/d)
7,8
2,8
11,04
0,52
5,54
Glucose
i.S.
(mg/dl)
102
97
95
102
99
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
365 380 268 172
296,25
Albumin
i.S.
(g/dl)
1,8 3,4 3,1 3,4
2,9
19
Bei den Patienten mit FSGN wurden je drei in die Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
und in die Gruppe B (Tacrolimus) randomisiert. Die Ergebnisse finden sich in den Tabellen 2
und 3.
Tabelle 2: FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
Patienten
(Initialen)
S.E.
M.C.
B.P.
Mittelwert
Alter
(Jahre)
43
35
39
39
RR systolisch (mmHg)
125
*
125
125
RR diastolisch (mmHg)
80
*
90
85
Kreatinin i.S.
(mg/dl)
1,04 1,76 1,04
1,28
Protein
i.U.
(g/d)
6,5
1,04
3,4
3,65
Glucose
i.S.
(mg/dl)
100
113
79
97
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
322 * 288
305
Albumin i.S. (g/dl)
3,13 4,2
4,5
3,94
* wurde bei Randomisierung nicht bestimmt
Tabelle 3: FSGN-Gruppe B (Tacrolimus)
Patienten (Initialen)
B.M. H.D. K.M.
Mittelwert
Alter
(Jahre)
62
27
41
43,3
RR
systolisch
(mmHg)
140 130 110
127
RR
diastolisch
(mmHg) 80 80 70 77
Kreatinin i.S.
(mg/dl)
0,84
0,8
0,73
0,79
Protein
i.U
(g/d)
20,0
5,3
3,0
9,4
Glucose
i.S.
(mg/dl)
230
140
96
155
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
* 450 324
387
Albumin i.S. (g/dl)
1,4
1,8
3,9
2,4
*
wurde bei Randomisierung nicht bestimmt
20
Nierenpunktion
Der Zeitabstand zwischen Nierenpunktion und Randomisierung in die Studie betrug im Mittel
in der
MCGN-Gruppe B (Tacrolimus)
8,7 Monate (R.G.: 1 Tag, K.B.: 2 Monate, L.A.: 14
Monate, G.I.: 10 Monate), wobei bei 3 Patienten bereits früher schon eine Nierenbiopsie
(K.B.: 12, L.A.: 42 und G.I.: 18 Monate vor Randomisierung) stattgefunden hatte und eine
zweite zur Verlaufskontrolle veranlasst worden war.
In der
FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
lag der Zeitabstand zwischen
Nierenpunktion und Randomisierung im Mittel bei 2,3 Monaten (S.E.: 1, M.C.: 5 und B.P.: 1
Monate), wobei auch hier bei einer Patientin bereits im Vorfeld eine Nierenbiopsie erfolgt
war (S.E.: 25 Monate vor Randimisierung).
In der
FSGN-Gruppe B (Tacrolimus)
betrug der Zeitabstand zwischen Nierenpunktion und
Randomisierung im Mittel bei 3,7 Monaten (B.M.: 5, H.D.: 2 und K.M.: 4 Monate). Auch hier
hatte bei einer Patientin bereits vorher eine Nierenpunktion stattgefunden (K.M.: 9 Monate).
Vorbehandlung
Die Vorbehandlung in der
MCGN-Gruppe B (Tacrolimus)
bestand vor Beginn der Therapie
mit Tacrolimus bei allen 4 Patienten in der Gabe von Kortikosteroiden (Prednisolon) über
einen Zeitraum von im Mittel 18 Monaten (R.G.: 9, K.B.: 12, L.A.: 34 und G.I.: 17 Monate).
Die Dosierung war gewichtsadaptiert und betrug zu Beginn der Therapie bei dem Patienten
R.G. 75 mg/d, bei der Patientin K.B. 60 mg/d, bei der Patientin L.A. 80 mg/d und bei der
Patientin G.I. 60 mg/d Bei allen Patienten führte diese Behandlung zunächst zu einer
Besserung des nephrotischen Syndroms. Im Verlauf entwickelten sie jedoch eine
Steroidresistenz, die Symptome waren somit mittels Kortison nicht länger beherrschbar.
Darüber hinaus wurden alle 4 Patienten mit einem ACE-Hemmer (Patient R.G. mit Captopril
25 mg/d, Patientin K.B. mit Enalapril 5 mg/d, Patientin L.A. und G.I. mit Enalapril 10 mg/d)
vorbehandelt, bei 2 Patienten (R.G. und K.B.) wurde zusätzlich eine Therapie mit einem
Diuretikum (R.G. mit Furosemid 160 mg/d und Spironolacton 50 mg/d, Patientin K.B. mit
Hydrochlorothiazid 12,5 mg/d) veranlasst, eine weitere Patientin (G.I.) erhielt einen CSE-
Hemmer (Simvastatin 20 mg/d). Zusätzlich zum steroidresistenten nephrotischen Syndrom
mit Proteinurie, Hypalbuminämie, Ödemen und Hypercholesterinämie, an dem alle 4
21
Patienten litten, klagten noch 2 der 4 Patienten über eine arterielle Hypertension, die jedoch
bei beiden durch die Therapie mit einem ACE-Hemmer gebessert werden konnte.
Eine Vorbehandlung in der
FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
mit
Kortikosteroiden fand nur bei einem der 3 Patienten statt. S.E. erhielt für 25 Monate
Prednisolon, die Dosierung zu Beginn betrug angepasst an das Gewicht 60 mg/d, sie
entwickelte jedoch eine Steroidresistenz. Bei der Patientin M.C. musste die Steroidtherapie
nach einem Monat wegen der übermäßigen Nebenwirkungen abgesetzt werden, beim
Patienten B.P. begann sie zeitgleich mit der Randomisierung gewichtsadaptiert in einer Dosis
von 100 mg/d. Zusätzlich wurde allen 3 Patienten ein Diuretikum (S.E. Furosemid 80 mg/d,
M.C. Hydrochlorothiazid 20 mg/d und B.P. Furosemid 20 mg/d) verabreicht, bevor sie in die
Studie eingeschlossen wurden. Die Patientin S.E. erhielt darüber hinaus zweimal eine
Therapie mit Cyclosporin A (200 mg/d), die jedoch beide Male wegen gravierender
Nebenwirkungen (starke Übelkeit, Erbrechen) beendet werden musste. Es schloss sich eine
Behandlung mit Cyclophosphamid (200 mg/d) für 2 Monate an, die jedoch auch nicht zu einer
Besserung des nephrotischen Systems führte. 2 Patienten bekamen im Vorfeld einen ACE-
Hemmer (B.P. Captopril 75 mg/d, M.C. Benazepril 10 mg/d)), die dritte Patientin (S.E.)
wurde mit einem AT II-Rezeptorantagonist (Losartan 50 mg/d) bereits vorbehandelt. B.P. und
S.E. berichteten in der Anamnese über die Einnahme eines CSE-Hemmers (B.P. Atorvastatin
10 mg/d, S.E. Fluvastatin 20 mg/d), B.P. zusätzlich noch über die Einnahme eines Calcium-
Antagonisten (Amlodipin 10 mg/d)und eines ß-Blockers (Bisoprolol 2,5 mg/d). Über eine
arterielle Hypertension klagten alle 3 Studienteilnehmer, ebenso über eine therapieresistente
Proteinurie mit Ödemen und Hypercholesterinämie.
Die Patienten in der
FSGN-Gruppe B (Tacrolimus)
wurden alle mit Kortikosteroiden
vorbehandelt. Der Zeitraum betrug im Mittel 5 Monate (B.M.: 5, H.D.: 1, K.M.: 9 Monate).
Auch hier war die Gabe gewichtsadaptiert und betrug zu Beginn der Therapie bei dem
Patienten B.M. 90 mg/d, bei der Patientin H.D. 75 mg/d und bei der Patientin K.M. 60 mg/d.
Bei allen zeigte sich eine Persistenz des Nephrotischen Syndroms, weshalb eine
Steroidresistenz diagnostiziert wurde. Ergänzt wurde die Therapie bei allen Patienten mit
einem Diuretikum (bei B.M. Hydrochlorothiazid 20 mg/d, bei H.D. Furosemid 40 mg/d und
bei K.M. Hydrochlorothiazid 12,5 mg/d) und einem ACE-Hemmer (bei B.M. Ramipril 1,25
mg/d, bei H.D. Captopril 100 mg/d und bei K.M. Enalapril 2,5 mg/d), bei zwei Patienten
darüber hinaus mit einem AT-II-Rezeptor-Antagonist (bei B.M. Valsartan 80 mg/d, bei K.M.
Candesartan 16 mg/d). Bei der Patientin H.D. wurde zusätzlich ein CSE-Hemmer
(Simvastatin 20 mg/d) verabreicht, bei dem Patienten B.M. ein ß-Blocker (Metoprololsuccinat
22
47,5 mg/d). Alle Patienten litten an einer therapieresistenten Proteinurie mit Ödemen und
Hypercholesterinämie, 2 der 3 Patienten (B.M., H.D.) zusätzlich an einer arteriellen
Hypertension, die jedoch durch die verabreichten Medikamente therapiert werden konnte.
3.4.2. Histopathologische Analyse
Die histopathologische Analyse wurde bei 9 von 10 Patienten lichtmikroskopisch in der PAS-
und HE-Färbung, immunhistologisch und elektronenmikroskopisch durchgeführt. Nur bei der
Patienten H.D. aus der FSGN-Gruppe B wurde ausschließlich eine lichtmikroskopische
Untersuchung angefertigt.
In der
MCGN-Gruppe B (Tacrolimus)
zeigte die Nierenpunktion in allen 4 Fällen
glomeruläre Minimalläsionen ohne fokal segmentale Glomerulosklerose. Bei 3 der 4
Patienten (K.B., L.A., G.I.) fanden sich keine glomerulären oder tubulointerstitiellen
Vernarbungen, lediglich bei dem Patienten R.G. zeigte sich eine mäßige herdförmige
Tubulusatrophie und eine interstitielle Fibrose der Nierenrinde. Der chronisch geschädigte
Anteil des Tubulussystems betrug bei dem Patienten R.G. 20 bis 30 %, bei der Patientin K.B.
5 bis 10 %, bei der Patientin L.A. <15 %. Bei der Patientin K.B. wurde zusätzlich eine
geringgradige mesangioproliferative Glomerulonephritis vom IgA-Typ diagnostiziert. Die
Immunhistologie zeigte beim Patienten R.G. glomerulär einen Nachweis von IgA, IgG und
IgM, bei der Patientin K.B. granuläre Ablagerungen innerhalb der glomerulären
Mesangiumfelder von IgA, IgM, Fibrin, C3- und C1q-Komplement, bei der Patientin L.A.
eine geringfügige Ablagerung an den Nierenkörperchen von IgM, C1q- und C3- Komplement
und Fibrin und bei der Patientin G.I. eine diskrete mesangiale Ablagerung von Fibrin.
In der
FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
war das Ergebnis der
Nierenpunktion bei allen 3 Patienten eine fokal segmentale Glomerulosklerose bei MCGN.
Bei einer Patientin (S.E.) zeigte sich darüber hinaus eine kleinherdige Tubulusatrophie mit
interstitieller Fibrose, bei der Patientin M.C. eine mittelschwere benigne Nephrosklerose und
eine chronische tubulo-intersitielle Schädigung, wobei der Anteil chronisch geschädigten
kortikalen Tubulointerstitiums ca. 40 % betrug. Die Immunhistologie ergab bei der Patientin
S.E. eine positive mesangiale Reaktion für IgM, C1q-Komplement und Fibrin-Fibrinogen und
eine positive tubuläre Reaktion für C3-Komplement und ebenfalls Fibrin-Fibrinogen. Bei der
23
Patientin M.C. zeigte sich eine mesangiale Ablagerung von IgM, C3- und C1q-Komplement,
eine tubuläre Ablagerung von IgA und eine interstitielle Ablagerung von IgA und Fibrin-
Fibrinogen. Die immunhistologische Untersuchung bei dem Patienten B.P. ergab eine diskret
positive Reaktion für IgM mesangial und in den präglomerulären Wandhyalinosen.
Bei der histologischen Untersuchung der Nierenbiopsate der
FSGN-Gruppe B (Tacrolimus)
war in allen 3 Fällen eine fokal segmentale Glomerulosklerose bei MCGN festzustellen. Bei
dem Patienten B.M. zeigte sich zusätzlich eine Nephrosklerose, eine mittelschwere
herdförmige Tubulusatrophie mit einem Anteil von ca. 50 % und eine interstitielle Fibrose der
Nierenrinde. Auch die Histologie bei der Patientin H.D. zeigte eine atrophische Veränderung
des tubulären Apparates, hier jedoch in einem Anteil von ca. 20 30 %. Die Punktion bei
der Patientin K.M. ergab außerdem einen kleinherdigen chronischen tubulo-interstitiellen
Schaden. Die immunhistologische Aufarbeitung zeigte bei dem Patienten B.M. glomerulär,
insbesondere im Bereich der segmentalen Schlingenverdichtungen eine Ablagerung von IgM
und C1q-Komplement, bei der Patientin K.M. eine mesangiale Ablagerung von IgM, C3- und
C1q-Komplement und eine interstitielle Ablagerung von Fibrin.
3.5. Ergebnisse unter 1-jähriger Behandlung mit Tacrolimus/Angiotensinrezeptorantagonisten
Nach dem Beginn der Behandlung mit Tacrolimus zeigten in der
MCGN-Gruppe B
(Tacrolimus)
3 der 4 Patienten ein Ansprechen auf die Therapie. Bei den Patienten K.B.,
L.A. und G.I. zeigte sich eine komplette Remission der Symptome, der Patient R.G. reagierte
nicht auf Tacrolimus. Bei den Patienten L.A. und K.B. konnte ein dauerhafter Rückgang der
Proteinausscheidung im Urin auf Werte unter 0,2 g/d erreicht werden, bei der Patientin G.I.
stieg nach Ende der Behandlung mit Tacrolimus die Proteinurie im Rahmen eines Rezidivs
wieder auf Werte von über 2,5 g/d, weshalb eine erneute Therapie mit Prednisolon in einer
Dosierung von 20 mg/d eingeleitet wurde. Diese bewirkte jedoch nur eine vorübergehende
Verbesserung der Symptome, ein Therapieversuch mit Cyclosporin A in einer Dosierung von
200 mg/d wurde gestartet. Der Patient R.G. zeigte zu keinem Zeitpunkt ein Ansprechen auf
die Therapie mit Tacrolimus, seine Proteinausscheidung blieb bei Werten um die 7,0 g/d. Die
Therapie wurde deshalb abgebrochen und eine Immunadsorptionstherapie eingeleitet, die
jedoch auch zu keiner Verbesserung der Symptomatik und zu einer Proteinurie von bis zu
24
12,9 g/d führte, der Patient wurde dialysepflichtig und verstarb im Jahr 2004. Die Tabelle 4
zeigt eine Auflistung der wichtigsten klinischen und labormedizinischen Parameter der 4
Patienten nach 6 Monaten (bzw. nach 4 Monaten bei R.G.), die Tabelle 5 nach 1 Jahr
Therapie mit Tacrolimus. Nebenwirkungen der Prüfsubstanz wurden nicht beobachtet,
insbesondere erfolgte kein Therapieabbruch wegen eventueller Nebenwirkungen.
Tabelle 4: MCGN-Gruppe B (Tacrolimus) nach 6 Monaten bzw. 4 Monaten (R.G.)
Patienten
(Initialen)
R.G.
K.B.
L.A.
G.I.
Mittelwert
RR
systolisch
(mmHg)
140 100 120 110
117,5
RR
diastolisch
(mmHg) 80 60 75 70 71,25
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
1,5 0,58 0,8 0,6
0,87
Protein
i.U.
(g/d)
6,2
0,027
0,19
0,17
1,647
Glucose
i.S.
(mg/dl)
* 99 87 84 90
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
323 126 220 134
200,75
Albumin
i.S.
(mg/dl)
2,1 4,99 4,3 3,8
3,798
* wurde nicht bestimmt
Tabelle 5: MCGN-Gruppe B (Tacrolimus) nach 1 Jahr
Patienten
(Initialen)
K.B.
L.A.
G.I.
Mittelwert
RR
systolisch
(mmHg) 90
110
105
101,67
RR
diastolisch
(mmHg) 60 77 70 69
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
0,53
0,9
0,7
0,71
Protein
i.U.
(g/d)
0,2
0,09
0,14
0,143
Glucose
i.S.
(mg/dl)
95
85
92
90,67
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
169 132 136
145,67
Albumin
i.S.
(mg/dl)
4,2
4,0
4,2
4,13
25
Nach dem Beginn der Behandlung mit einem Angiotensinrezeptorantagonist zeigten in der
FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
alle 3 Patienten keine Besserung der
Proteinausscheidung im Urin, der Patient B.P. berichtete jedoch über subjektives
Wohlbefinden nach drei Monaten Teilnahme an der Studie und entzog sich dann der Aufsicht
eines Arztes, weshalb die Unterlagen über ihn drei Monate nach Studienbeginn enden. Er
wird als Studienabbrecher wegen mangelnder Compliance gezählt. Bei den Patienten S.E. und
M.C. bessert sich das nephrotische Syndrom zu keinem Zeitpunkt innerhalb der Studie. Die
Patientin M.C. erhielt das Präparat Candesartan in einer Dosierung von 12 mg/d, die Patientin
S.E. das Präparat Losartan in einer Dosierung von 25 mg/d und der Patient B.P das Präparat
Eprosartan in einer Dosierung von 450 mg/d. Die Tabellen 6 und 7 zeigen die wichtigsten
klinischen und laborchemischen Parameter der drei Patienten, einmal nach 6 Monaten (bzw.
nach 3 Monaten bei dem Patienten B.P.) und einmal nach 1 Jahr.
Tabelle 6: FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist) nach 6 Monaten (bzw. 3
Monaten bei B.P.)
Patienten
(Initialen)
S.E.
M.C.
B.P.
Mittelwert
RR
systolisch
(mmHg)
117 120 130
122,3
RR
diastolisch
(mmHg) 90 85 80 85
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
1,04
1,76
0,7
1,167
Protein
i.U.
(g/d)
9,5
3,0
2,4
4,967
Glucose
i.S.
(mg/dl)
31
107
130
89,3
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
205 232 216
217,67
Albumin
i.S.
(mg/dl)
2,52
4,22
* 3,37
* wurde nicht bestimmt
26
Tabelle 7: FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist) nach 1 Jahr
Patienten
(Initialen)
S.E.
M.C.
Mittelwert
RR
systolisch
(mmHg) 130
120
125
RR
diastolisch
(mmHg)
80
90
85
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
0,84
2,15
1,495
Protein
i.U.
(g/d)
7,9
4,3
6,1
Glucose
i.S.
(mg/dl)
* 127
Cholesterin
i.S.
(mg/dl)
195
*
Albumin
i.S.
(mg/dl)
2,72
4,1
3,41
* wurde nicht bestimmt
Nach der Randomisierung in die
FSGN-Gruppe B (Tacrolimus)
erhielt lediglich ein Patient
das Studienmedikament Tacrolimus. Die Patienten H.D. und K.M. brachen ohne Angabe von
Gründen die Therapie noch vor Erhalt des Studienmedikamentes ab und zählen nun zu den
Studienabbrechern. Der Patient B.M. erhielt Tacrolimus, zeigte jedoch keine Besserung der
Symptomatik, weshalb nach drei Monaten die Therapie abgebrochen wurde. Das
diagnostizierte therapieresistente, lebensbedrohliche nephrotische Syndrom wurde dann mit
Cyclosporin A behandelt, was ebenfalls zu keiner Besserung führte. Der Patient wurde
dialysepflichtig und erhielt 12/2003 eine allogene Nierentransplantation. Tabelle 8 zeigt die
wichtigsten klinischen und laborchemischen Parameter des Patienten B.M. nach drei Monaten
Therapie mit Tacrolimus, als ein erneutes Rezidiv festgestellt und Tacrolimus deshalb
abgesetzt wurde. Auch hier zeigte Tacrolimus keine Nebenwirkungen.
27
Tabelle 8: FSGN-Gruppe B (Tacrolimus): B.M. nach 3 Monaten Therapie mit Tacrolimus
Patienten
(Initialen)
B.M.
RR systolisch (mmHg)
*
RR diastolisch (mmHg)
*
Kreatinin i.S. (mg/dl)
3,5
Protein
i.U.
(g/d)
23,0
Glucose
i.S.
(mg/dl)
107
Cholesterin i.S. (mg/dl)
346
Albumin i.S. (mg/dl)
1,2
3.6. Begleitmedikation
Die Begleitmedikation in der
MCGN-Gruppe B (Tacrolimus)
variierte von Patient zu
Patient stark. Der Patient R.G. erhielt neben dem Studienmedikament anfangs weiterhin
Prednisolon (40 mg/d), das aber bald ausgeschlichen wurde. Darüber hinaus wurden ihm das
Schleifendiuretikum Torasemid (100 mg/d), der Aldosteronantagonist Kaliumcanrenoat (100
mg/d), der 2-Rezeptor-Antagonist Moxinidin (0,4 mg/d), der CSE-Hemmer Simvastatin (10
mg/d), das Sympathomimetikum Etilefrin und zusätzlich ein Vitamin D- und Eisen-II-
Präparat verabreicht. Die Patientin K.B. erhielt Levothyroxin (75 µg/d), den Angiotensin-II-
Rezeptor-Inhibitor Eprosartan (300 mg/d) und den CSE-Hemmer Cerivastatin. Der Patientin
L.A. hingegen wurden der ACE-Hemmer Enalapril (10 mg/d), das Prostaglandin Misoprostol
(200 mg/d), den CSE-Hemmer Atorvastatin (10 mg/d), ein Vitamin-D- und Eisen-II-Präparat
und zur Antikoagulation Phenprocoumon nach Quick verschrieben. Die Patientin G.I. bekam
als Begleitmedikation lediglich den ACE-Hemmer Enalapril (10 mg/d), den H2-Blocker
Ranitidin (75 mg/d) und ein Vitamin-D- und Calcium-Präparat.
Die Begleitmedikation in der
FSGN-Gruppe A (Angiotensinrezeptorantagonist)
variierte
ebenfalls stark. Während die Patientin S.E. lediglich den CSE-Hemmer Pravastatin (10 mg/d),
ein Jod- und ein Vitamin D-Präparat erhielt und die Patientin M.C. nur den Xanthin-Oxidase-
Hemmer Allopurinol (100 mg/d), das Diuretikum Xipamid (10 mg/d) und den ACE-Hemmer
28
Benazepril (5 mg/d) neben dem Angiotensinrezeptorantagonist verabreicht bekam, nahm der
Patient B.P. zahlreiche Begleitmedikamente ein. Neben Levothyroxin (100 µg/d), dem
Calcium-Antagonisten Amlodipin (10 mg/d), dem CSE-Hemmer Atorvastatin (10 mg/d), dem
ß-Blocker Bisoprolol (2,5 mg/d), dem Schleifendiuretikum Furosemid (40 mg/d), den H2-
Blocker Famotidin (20 mg/d) wurde ihm auch Prednisolon (100 mg/d) verschrieben.
Die Begleitmedikation in der
FSGN-Gruppe B (Tacrolimus)
war ebenfalls sehr
unterschiedlich. Der Patient B.M. erhielt den Angiotensin-II-Rezeptorblocker Valsartan (80
mg/d), den ß-Blocker Metoprololsuccinat (47,5 mg/d), den H2-Blocker Ranitidin (150 mg/d),
den -Blocker Doxazosin und ein Vitamin-D-Präparat. Die Patientin nahm den Angiotensin-
II-Rezeptorblocker Candesartan (16 mg/d) und das Diuretikum Hydrochlorothiazid (25 mg/d)
ein und die Patientin K.M. den ACE-Hemmer Ramipril (5 mg/d), den H2-Hemmer Ranitidin
(150 mg/d) und den CSE-Hemmer Fluvastatin (20 mg/d).
3.7. Langzeitergebnisse der Gruppe MCGN B (Tacrolimus) 2 und 4 Jahre nach Studienende
Die Langzeitergebnisse aller 4 Patienten in der MCGN-Gruppe B sind aus den Tabellen 9 und
10 zu entnehmen und waren sehr unterschiedlich. Patient R.G., der von Anfang an nicht auf
die Tacrolimustherapie ansprach und somit als Non-Responder gewertet wurde, erhielt nach
der Studienteilnahme eine Therapie mit Cortison, Pankreatin und Vitamin D und wurde nach
2 Jahren dialysepflichtig. Hinzu kamen weitere Erkrankungen (Shuntaneurysma, sHPT, renale
Anämie, pAVK, cerebrale Insulte), die den Patienten zusätzlich zu der Nierenerkrankung
schwächten. Die Nierenretentionswerte verschlechterten sich innerhalb von 2 bis 4 Jahren,
wie in Tabelle 9 und 10 zu entnehmen, stetig, der Patient verstarb 2004.
Die nephrologischen Laborparameter der Patientin K.B. hingegen, die gut auf die
Tacrolimustherapie ansprach, verschlechterte sich initial nach Absetzten von Tacrolimus,
weshalb die Gabe von Tacrolimus fortgesetzt wurde. Die Patientin erhält bis heute das
Studienmedikament. Unter dieser Therapie konnten das Kreatinin i.S. und die
Eiweißausscheidung i.U. nach 2 und nach 4 Jahren (Siehe Tabelle 9 und 10) im Normbereich
gehalten werden, die Patientin klagte weiterhin über keinerlei Nebenwirkungen von
Tacrolimus. Zusätzlich erhielt sie lediglich den Angiotensin-II-Rezeptorblocker Eprosartan,
der inzwischen durch den ACE-Hemmer Ramipril ersetzt wurde. Die nephrologischen
29
Laborparameter liegen noch heute im Normbereich, die Patientin berichtet über allgemeines
Wohlbefinden.
Ähnlich verhält es sich bei der Patientin L.A.. Auch hier können wir über gute Ergebnisse
nach 2 und 4 Jahren nach Studienteilnahme berichten. Wie aus den Tabellen 9 und 10
ersichtlich liegen hier Kreatinin i.S. und die Proteinausscheidung i.U. im Normbereich. Auch
diese Patientin erhält weiterhin Tacrolimus. Nach Beendigung der Studie wurde das
Studienmedikament abgesetzt, die Patientin erlitt einen Rückfall, der mit Steroiden nicht in
den Griff zu bekommen war, weshalb erneut Tacrolimus zum Einsatz kam. Begleitend
verabreichte man der Patientin Corticosteroide, einen ACE-Hemmer, Magnesium, Vitamin D,
ein Eisenpräparat, einen Protonenpumpeninhibitor und Marcumar. Unter dieser Therapie
konnte die Nierenfunktion bis heute konstant im Normbereich gehalten werden.
Bei der Patientin G.I. hielt der positive Effekt von Tacrolimus leider nicht an. Nach Absetzten
des Tacrolimus erlitt die Patientin ein Rezidiv der MCGN. Man begann eine erneute Therapie
mit Corticosteroiden, nach deren Beendigung es erneut zu einem Rezidiv kam. Es wurde
eine Therapie mit Cyclosporin A in Kombination mit einem Corticosteroid eingeleitet, unter
der es nach 3 Jahren wieder zu einem Rediziv kam. Eine weitere Nierenbiopsie zeigte eine
FSGN zusätzlich zur MCGN, bei der ein idiopathisches Auftreten nicht ausgeschlossen
werden kann. Unter der aktuellen Therapie mit Cyclosporin A, einem ACE-Hemmer, einem
Protonenpumpeninhibitor und einem Schleifendiuretikum pendelte sich die Nierenfuntion
glücklicherweise im Normbereich ein.
Tabelle 9: Langzeitergebnisse nach 2 Jahren (MCGN-Gruppe B, Tacrolimus)
Patienten
(Initialen)
R.G.
K.B.
L.A.
G.I.
Mittelwert
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
9,3 0,55 1,1 0,9
2,963
Protein
i.U.
(g/d)
*
0,05 0,06 0,25
0,12
* wurde nicht bestimmt (Patient dialysepflichtig ohne Resturinausscheidung)
30
Tabelle 10: Langzeitergebnisse nach 4 Jahren (MCGN-Gruppe B, Tacrolimus)
Patienten
(Initialen)
R.G.
K.B.
L.A.
G.I.
Mittelwert
Kreatinin
i.S.
(mg/dl)
8,23
0,6
1,03
1,2
2,765
Protein
i.U.
(g/d)
*
0,22 0,06 0,08
0,12
* wurde nicht bestimmt (Patient dialysepflichtig ohne Resturinausscheidung)
31
4. Diskussion
Zur Behandlung der MCGN und FSGN stehen eine Basisbehandlung und eine spezielle
Arzneimitteltherapie zur Verfügung. Wichtigstes Ziel der Basistherapie ist eine Reduktion der
Proteinurie. Diese kann durch eine Blutdrucksenkung erreicht werden. Bei einem Zielwert
von systolisch 125 mmHg lässt sich eine Reduktion der Eiweißausscheidung im Urin um 50
% erreichen (35, 41). Hier sind ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten die
Präparate der ersten Wahl. Nichtmedikamentöse Maßnahmen wie eine kochsalzarme und
proteinreduzierte Diät können darüber hinaus zu einer signifikanten Reduzierung der
Proteinurie beitragen. Effektiv sind diesbezüglich auch eine Nikotinkarenz sowie eine
Reduzierung des Körpergewichts bei Adipositas. Auch eine lipidsenkende Behandlung, z.B.
mit CSE-Hemmern kann insbesondere bei einer Kombination mit ACE-Hemmern zu einer
Verminderung der Proteinurie führen. Ein allgemein anerkannter Zielwert des LDL-
Cholesterols lässt sich aber noch nicht benennen (41).
Ödeme lassen sich mit Schleifendiuretika ausschwemmen. Ist die Diurese hierbei nicht
ausreichend, kann eine sequenzielle Tubulusblockade durch Zugabe eines Thiaziddiuretikums
erreicht werden. Bei thrombembolischen Komplikationen besteht die Indikation zur oralen
Antikoagulation, der Stellenwert der prophylaktischen Antikoagulation ist umstritten.
Neben diesen allgemeinen Therapieempfehlungen zur symptomatischen Behandlung gibt es
spezielle medikamentöse Therapieansätze. Diese richten sich auf die mittels Nierenpunktion
diagnostizierte glomeruläre Grunderkrankung und sollten möglichst in speziell erfahrenen
nephrologischen Zentren durchgeführt werden. Dies gilt aufgrund des hoch-variablen
Krankheitsverlaufes insbesondere für die Langzeittherapie bzw. die Behandlung von
Rezidiven. Zum Einsatz kommen hier, wie in der einschlägigen Leitlinienempfehlung
angeführt, Immunsuppressiva wie Kortikosteroide, Cyclosporin A oder Cyclophosphamid
bzw. immunmodulierende Maßnahmen (35). Auch für Tacrolimus liegen erste positive
Erfahrungsberichte vor.
Die Langzeitprognose der MCGN ist günstig. Trotz einer hohen Rate von
Spontanremissionen sollten alle Patienten mit Glucocorticoiden behandelt werden. Bei 90 %
der Fälle kann dies zu einer kompletten Remission der Proteinurie führen (27). Innerhalb der
ersten Jahre nach Absetzten der Kortisonmedikation tritt bei 30 bis 50 % der Patienten ein
Rezidiv auf. Ein zweiter Kortisonzyklus führt dann bei 95 % der Fälle zu einer erneuten
Remission (41). Bei Steroidresistenz (fehlende Remission nach 8 Wochen Initialtherapie),
Versagen der Steroidmonotherapie oder gravierenden Nebenwirkungen sollte eine Therapie
32
mit Cyclosporin A eingeleitet werden. Ist auch diese ohne Erfolg, so kommt
Cyclophosphamid zum Einsatz (35, 41). Auch das nebenwirkungsarme Tacrolimus hat sich
bei dieser Indikation bewährt.
Die Prognose der FSGN ist deutlich ernster als die der MCGN, sie führt unbehandelt meistens
zu einer terminalen Niereninsuffizienz, die spontane Remissionsrate ist gering. 45 bis 60 %
der Fälle reagieren mit einer kompletten oder partiellen Remission auf Kortison, was hier
ebenfalls die primäre Therapieoption darstellt (41). Diese muss mindestens 6 Monate dauern,
bevor eine Steroidresistenz diagnostiziert werden kann (35). In einem solchen Fall schließt
sich ein Behandlungsversuch wie bei der MCGN mit Cyclosporin A an, eventuell
kombiniert mit Steroiden. Als Behandlungsdauer werden mindestens 6 Monate empfohlen.
Bei einem Rezidiv oder einer Teilremission ist eine Dauertherapie indiziert, dies ist leider
häufig erforderlich. Demgegenüber ist bei einer Vollremission der Versuch einer
Therapiebeendigung durch langsame Dosisreduktion gerechtfertigt (35). Bei einer
Cyclosporin-A-Resistenz kann ein Therapieversuch mit Cyclophosphamid unternommen
werden (41). Auch bei dieser Glomerulonephritisform gibt es erste günstige Hinweise für
einen Effekt von Tacrolimus.
Diese Ausführungen demonstrieren in besonderer Weise, wie schwierig und anspruchsvoll die
Therapie beider Glomerulonephritisformen sein kann. Ihre molekulargenetische Entstehung
ist noch weitgehend unbekannt, die Klassifikation orientiert sich bislang lediglich rein
deskriptiv an histopathologischen Kriterien. Die bisherige Therapie ist daher nicht kausal,
sondern rein empirischer Natur. Die empirische Einführung von Immunsuppressiva in das
Therapiekonzept der primären Glomerulonephritis hat in der Vergangenheit sicherlich
Ergebnisverbesserungen gebracht, kann aber das letztendliche Abgleiten in eine chronische
Niereninsuffizienz nicht in jedem Fall verhindern.
Die ersten Therapieversuche der primären Glomerulonephritis mittels Immunsuppression
stammen aus dem Jahre 1970. In einer kontrollierten klinischen Studie wurde damals der
Effekt von Prednisolon untersucht. Hierbei zeigte sich, dass ein Teil der Patienten auf eine
Immunsuppression reagiert und die Progression der Erkrankung bis hin zu einer terminalen
Niereninsuffizienz häufig verhindert werden kann. Die Langzeitmedikation mit
Kortikosteroiden zeigte aber auch eine Reihe von Nebenwirkungen, was wiederum Anlass
gab, nach medikamentösen Alternativen zu suchen. Dies waren zunächst andere
Immunsuppressiva wie Azathioprin, Cyclophosphamid und Chlorambucil. Als Ergebnis
resultierte eine Verbesserung und Stabilisierung des Outcomes, vor allem bei der FSGN und
der membranösen Glomerulonephritis, die sonst schlecht auf eine immunmodulierende
33
Therapie ansprechen. Seither wurde stetig weiter versucht, die Therapie des nephrotischen
Syndromes weiter zu optimieren.
Dieses Ziel konnte zunächst mit Cyclosporin A erreicht werden, das ursprünglich nur in der
Transplantationsmedizin Anwendung fand (31). So berichten Maher u. Mitarb. (22) 1988 über
eine Studie an 11 Patienten mit nephrotischem Syndrom bei MCGN (n=10) oder IgM-
Nephropathie (n=1), die auf Prednison ansprachen, und 4 Patienten mit nephrotischen
Syndrom bei steroidresistentem FSGN. Alle 15 Patienten erhielten Cyclosporin A. Die 10
MCGN-Patienten sprachen alle auf Cyclosporin A an und erreichten alle eine Vollremission
innerhalb von im Mittel 14,3 Tagen. Nach dem Absetzen des Studienmedikamentes
Cyclosporin A erlitten jedoch 5 der 10 Patienten einen Rückfall. 4 dieser 5 Patienten wurden
wieder mit Cyclosporin A behandelt und konnten erneut in eine Vollremission gebracht
werden. Der Patient mit der IgM-Nephropathie und die 4 FSGN-Patienten sprachen nicht auf
Cyclosporin A an. Andere Arbeitsgruppen konnten den günstigen Effekt von Cyclosporin A
bestätigen. Kiyomasu u. Mitarb. (16) zeigten in einem Fallbericht ein positives Ergebnis von
Cyclosporin A bei einem steroidresistenten Patienten mit membranoproliferativer
Glomerulonephritis Typ II. Heering u. Mitarb. (11) stellten in einer Studie an 19 Patienten mit
FSGN, MCGN und membranöser Glomerulonephritis ebenfalls den positiven Effekt von
Cyclosporin A auf das nephrotische Syndrom heraus. Sie starteten einen Auslassversuch des
Cyclosporin A nach einer mind. 6-monatigen Vorbehandlung mit diesem Medikament. Bei
allen konnte eine erhöhte Proteinurie im Cyclosporin A-freien Intervall beobachtet werden.
Hoyer u. Mitarb. (12) verglichen 2006 in einer Studie an Patienten mit idiopathischem
nephrotischen Syndrom das Outcome nach einer initialen Prednison-Therapie (55 Patienten)
im Vergleich mit einer initialen Prednison plus Cyclosporin A-Therapie (49 Patienten). In der
Prednison plus Cyclosporin A-Gruppe wurde ein Rückfall deutlich später beobachtet, im
Median 22,8 Monate im Vergleich zu 12,5 Monate in der Prednison-Gruppe. Außerdem
wurde in der Prednison-Therapie-Gruppe nach 6 Monaten bei deutlich mehr Patienten (31,5
%) ein Rückfall registriert als in der Prednison plus Cyclosporin A- Therapie-Gruppe (10,4
%). Die signifikante Verbesserung, die eine zusätzliche Medikation mit Cyclosporin A
erbrachte, endete nach 9 bis 12 Monaten. Brogan u. Mitarb. (4) verglichen im Jahr 2000 an 45
Patienten mit idiopathischen nephrotischen Syndrom den Effekt von Cyclosporin A im
Vergleich zu einer nur supportiven Therapie. Cyclosporin A erreichte in 65 % der Patienten
eine Remission im Vergleich zu nur 16 % bei den Patienten, die eine supportive Therapie
erhielten. Die Rückfallquoten nach dem Absetzten von Cyclosporin A waren jedoch hoch, so
dass Cyclosporin A über eine lange Zeit eingenommen werden musste. Da aber nach etwa
34
einem Jahr Cyclosporin A-Einnahme eine erhöhte Nephrotoxizität beobachtet wird, muss man
sorgfältig die Nutzen und Risiken der Cyclosporin A-Therapie abwägen (23).
Ein Ausweg kann hier das Immunsuppressivum Tacrolimus sein, bei dem unerwünschte
Arzneimittelnebenwirkungen seltener beobachtet werden (25). In der hier vorgelegten Studie
soll der Effekt dieser Testsubstanz an zwei der häufigen Formen der primären
Glomerulonephritis, der MCGN und FSGN weiter untersucht werden. Empirischer
Hintergrund ist ein Bericht von Krämer u. Mitarb. über eine Studie von McCauley und
Mitarb. (18, 24) bereits aus dem Jahre 1997. Damals wurden 18 Patienten mit nephrotischem
Syndrom bei erwiesener Steroidresistenz mit Tacrolimus behandelt. Bei 10 Patienten konnte
eine Teilremission, bei 4 eine Vollremission erreicht werden. Diese Erfahrungen wurden
zwischenzeitlich von anderen Arbeitsgruppen bestätigt (21, 26, 31, 37, 40).
Bei unseren Untersuchungen an einem zunächst zahlenmäßig kleinen Patientengut kam es bei
3 von 4 Patienten aus der MCGN-Gruppe unter Tacrolimus-Therapie zu einer kompletten
Remission des nephrotischen Syndroms (Responder). Bei einem der drei Responder kam es
nach Absetzten der Prüfsubstanz Tacrolimus allerdings zu einem Rezidiv, die beiden anderen
Patienten blieben in Remission. Dies lässt sich laborchemisch vor allem durch eine
Normalisierung der Proteinausscheidung im Urin, des Serum-Cholesterins und der
Albuminkonzentration im Serum belegen. Ähnliche gute Ergebnisse finden sich in der
Literatur. Loeffler u. Mitarb. (21) berichteten im Jahr 2006 über eine Studie an 16 Kindern
mit MCGN oder FSGN. Bei 15 Patienten lag eine therapieresistente oder -abhängige
Glomerulonephritis vor, der 16. Patient litt an starken Nebenwirkungen der initialen Therapie.
Bei 13 Patienten kam es zu einer kompletten Remission (81 %), wobei es bei drei von ihnen
unter der Tacrolimus-Therapie zu einem Rückfall kam. 2 Patienten zeigten eine
Partialremission (13 %), ein Patient zeigte keine Besserung. Keiner der Patienten zeigten
Nebenenwirkungen der Therapie. Die Autoren folgern daraus, dass Tacrolimus ein
wirksamer, gut verträglicher Wirkstoff zur Behandlung der therapieresistenten
Glomerulonephritis ist. Miao u. Mitarb. (26) berichteten über eine Studie, bei der 60 Patienten
mit Nephrotischen Syndrom entweder nur mit Prednison oder mit Prednison plus Tacrolimus
über einen Zeitraum von 6 Monaten behandelt wurden. In der Tacolimus-Gruppe wurde bei
29 (96,66 %) Patienten eine komplette Remission und bei einem Patienten eine partielle
Remission (3,33 %) erreicht. In der Kontrollgruppe (Prednison) zeigten aber auch 27
Patienten (90 %) eine komplette und 3 (10 %) eine partielle Remission. Die Erfolgsquote war
in beiden Gruppen zwar über oder gleich 90 %, die Proteinausscheidung in der Tacrolimus-
Gruppe konnte jedoch im Vergleich zur Kontroll-Gruppe bereits zwei Wochen nach
35
Therapiebeginn signifikant gesenkt werden. Ebenso konnte nach dem ersten Monat eine
signifikante Verbesserung der Albuminkonzentration in der Tacrolimus-Gruppe im Vergleich
zu der Kontroll-Gruppe beobachtet werden. Darüber hinaus zeigten sich in der Tacrolimus-
Gruppe ebenfalls keinerlei Nebenwirkungen, während in der Kontroll-Gruppe Akne und
Fettleibigkeit auftraten. Westhoff u. Mitarb. (40) berichteten über eine prospektive nicht-
randomisierte Studie an 10 Patienten mit steroidresistenter oder- abhängiger MCGN oder
FSGN. Nach 6 Monaten wurde bei 5 Patienten (50 %) eine komplette, bei 4 Patienten (40 %)
eine partielle Remission erreicht. Ein Patient zeigte eine primäre Tacrolimus-Resistenz, ein
anderer Patient eine sekundäre Resistenz, nachdem er zunächst auf Tacrolimus angesprochen
hatte. Es wurde eine signifikante Erniedrigung der Proteinausscheidung im Urin bei 77 % der
Patienten beobachtet, gefolgt von einem Anstieg des Serumalbumins. Bei 5 Patienten wurde
Tacrolimus ausschleichend reduziert, worauf es bei 4 von ihnen (80 %) zu einem Rückfall
kam.
Warum Tacrolimus nach einem initialen Versagen von Cyclosporin A sich oftmals als
wirksam zeigt, ist bisher unklar. Obwohl beide Wirkmechanismen sehr ähnlich sind, scheint
Tacrolimus oft eine Remission herbeiführen zu können, auch wenn die ursprüngliche
Behandlung mit Cyclosporin A versagt hatte. Dies ist vor allem aus den vorgelegten
Beobachtungen von Krämer u. Mitarb. (18) zu entnehmen, in denen immerhin 14 von 18
Patienten mit Cyclosporin A erfolglos vorbehandelt waren, in der Behandlung mit Tacrolimus
aber in 8 Fällen eine partielle und in zwei Fällen eine komplette Remission zeigten. In einer
weiteren Studie von Krämer u. Mitarb. (19) zeigten 3 von 7 Patienten eine Partial- und
weitere 3 Patienten eine Vollremission unter Tacrolimus-Therapie. 3 dieser 7 Patienten waren
vorher erfolglos mit Cyclosporin A behandelt worden. In einer Fallbeschreibung derselben
Arbeitsgruppe (32) zeigte die Therapie mit Tacrolimus nach einem ergebnislosen Versuch mit
Cyclosporin A eine bioptisch gesicherte Vollremission der MCGN mit einer Normalisierung
der Nierenfunktion.
Eine Ursache für das bessere Ansprechen des nephrotischen Syndroms auf Tacrolimus im
Vergleich zu Cyclosporin A vermuten Schweda u. Mitarb. in einem wirksameren Effekt von
Tacrolimus auf die Zytokinfreisetzung, oder in der höheren Suppression der Produktion des
vascular permeability factors (VPF).
Die von Dötsch vorgelegt Studie (9) kommt zu anderen Ergebnissen. Bei 5 Patienten mit
steroidresistentem nephrotischen Syndrom und einem Versagen der Therapie mit Cyclosporin
A konnte nur bei einem Patienten eine Verbesserung der Symptome unter Tacrolimus-
Therapie erreicht werden. Die Ursache für diese im Vergleich zu den von den anderen
36
Autoren angegebenen deutlich schlechteren Ergebnisse für Tacrolimus bleiben unklar,
nachdem die Behandlungsmodalitäten und die Eingangskriterien in die Studie vergleichbar
sind.
Warum bei manchen Patienten bei einer erfolglosen Cyclosporin-A-Therapie eine Remission
mit Tacrolimus erreicht werden kann und bei anderen nicht, ließ sich letztendlich nicht klären.
Da jedoch das Nebenwirkungsprofil von Tacrolimus etwas besser als das von Cyclosporin A
ist und auch Nebenwirkungen seltener auftreten, sollte bei einem therapierefraktärem
nephrotischen Syndrom nach genauem Nutzen-Risiko-Abwägen eine Therapie mit
Tacrolimus eingeleitet werden (7). In Laborversuchen an Ratten zeigten Kobayashi u. Mitarb.
(17), dass die Gabe von Tacrolimus keinerlei signifikante Nebenwirkungen oder histologische
Veränderungen zur Folge hatte. Dötsch u. Mitarb. (9) berichteten über Nebenwirkungen von
Tacrolimus bei nierentransplantierten Kindern. Dabei kam es bei 3 % zu einem
neuaufgetretenen, insulinabhängigen Diabetes. Veroux u. Mitarb. (39) legten einen Bericht
über 2 nierentransplantierte Patienten vor, bei denen unter Tacrolimus-Gabe eine ernste
Neurotoxizität mit tonisch-klonischen Anfällen beobachtet werden konnte. Diese
Nebenwirkungen verschwanden, nachdem die Therapie auf Cyclosporin A umgestellt worden
war.
Ein eigener Patient (R.G.) sprach nicht auf die Therapie mit Tacrolimus an (Non-Responder).
Hier lag bei Therapiebeginn im Gegensatz zu den anderen Patienten das Serumkreatinin mit
1,9 mg/dl deutlich über dem Normbereich, das Albumin im Serum war mit 1,8 g/dl etwa halb
so niedrig wie bei den 3 Respondern. Ob solche pathologischen Laborwerte einen
Voraussagewert für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen haben, ist aus der Literatur nicht
genau herzuleiten. Segarra u. Mitarb. (34) konnten zeigen, dass vor allem das
Nichtansprechen auf eine frühere Cyclosporin A-Therapie ein negativer Prädiktor auch für
den Tacrolimus-Effekt ist, weniger die oben genannten Laborwerte.
In der FSGN-Gruppe A (Angiotensin-II-Rezeptorantagonist) konnte bei keinem der Patienten
eine Besserung des nephrotischen Syndroms erreicht werden. Bei allen 3 Patienten zeigte sich
eine Progredienz der Proteinurie, der Angiotensin-II-Rezeptorantagonist zeigte keinerlei
Wirkung, obwohl er zur Standardtherapie der FSGN zählt. Demgegenüber berichtet
Dendorfer (7) 2006 über den günstigen Effekt des Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten beim
nephrotischen Syndrom in Hinblick auf die Proteinurie. So könne die Eiweißausscheidung im
Urin durch eine Dilatation der efferenten glomerulären Arteriolen um 40 bis 50 % gesenkt
werden. Zusätzlich wirke diese Substanzgruppe nephroprotektiv bei chronischer
Niereninsuffizienz und senke darüber hinaus den Blutdruck. Schwimmer u. Mitarb. (33),
37
sowie Usta u. Mitarb. (38) beschreiben eine Verbesserung des arteriellen Hypertonus und eine
Reduktion der Proteinurie mit dem Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten Losartan bei
steroidresistenten FSGN-Patienten (13). Bei unseren Patienten konnten wir diese Effekte
leider nicht beobachten.
In der FSGN-Gruppe B (Tacrolimus) erhielt ein Patient Tacrolimus, zwei weitere in diese
Gruppe randomisierte Patienten nahmen diese Therapie nicht auf. Bei dem einzigen Patienten
in der Tacrolimus-Gruppe zeigte die Prüfsubstanz keine Wirkung, die Behandlung wurde
nach 3 Monaten abgebrochen. In dieser Zeit war das Serumkreatinin von 0,84 mg/dl auf 3,5
mg/dl gestiegen, die Proteinurie von initial 20 auf 23 g/d und das Serumalbumin vom sehr
niedrigen Ausgangswert 1,4 weiter auf 1,2 g/dl gefallen. Die Literatur liefert hier jedoch
deutlich ermutigendere Ergebnisse. So berichten unter anderem McCalley u. Mitarb. (24) von
einer Studie an 7 steroidresistenten Patienten (4 mit FSGN), die mit Tacrolimus behandelt
wurden. Zusätzlich war zuvor bei zweien die Therapie mit Cyclosporin A, bei zweien die
Therapie mit Cyclophosphamid und bei einem die Therapie mit Chorambucil erfolglos
gewesen. Unter Tacrolimus-Therapie zeigten alle bis auf einen Patienten eine Verbesserung
der Proteinurie um mindestens 50 %. Drei Patienten erreichten sogar eine Vollremission. Kein
Patient klagte über Therapienebenwirkungen, bei einigen wurde eine reversible
Nephrotoxizität beobachtet. Nach Absetzten der Prüfsubstanz wurde ein Rückfall jedoch
gehäuft registriert. Hsieh u. Mitarb. (14) berichteten 2006 über einige Einzelfälle und kleinere
klinische Studien an Cyclosporin A- und steroid- resistenten oder abhängigen Patienten, die
Tacrolimus erhalten hatten. Eine Verbesserung des Outcomes war unter Tacrolimus-Therapie
bei FSGN-Patienten erkennbar. Tsugawa u. Mitarb. (37) berichteten über ein 9-jähriges Kind
mit FSGN, das zunächst erfolglos mit Steroiden und Cyclosporin A behandelt worden war.
Wegen gravierender Nebenwirkungen von Kortison musste die Therapie umgestellt werden,
man entschied sich für einen Versuch mit Tacrolimus. Innerhalb von 4 Monaten nach
Therapiebeginn wurde eine komplette Remission des Proteinurie erreicht, die Steroide
konnten ausgeschlichen werden und es kam zu keinem Rückfall. Darüber hinaus zeigte die
Therapie mit Tacrolimus keinerlei Nebenwirkungen.
Die Tatsache, dass bei den in der Literatur vorgestellten FSGN-Patienten eine durchaus
positiver Effekt von Tacrolimus beobachtet werden konnte und unser Patient von der
Prüfsubstanz nicht profitierte, lässt sich nicht dadurch erklären, dass Tacrolimus bei dieser
Grunderkrankung keinen therapeutischen Effekt besitzt. Es ist statistisch eine zufällig
negative Einzelfallbeobachtung, die keine allgemeingültige Aussage zulässt. Auffällig bei
diesem Patienten ist, dass auch die anschließende Therapie mit Cyclosporin A zu keiner
38
Besserung führte. Ob dies eine mögliche Analogie zu der oben erwähnten gelegentlichen
Beobachtung darstellt, dass Tacrolimus nach einer erfolglosen Cyclosporin A-Behandlung
ebenfalls unwirksam ist, muss offen bleiben, nachdem es sich statistisch um eine
Einzelfallbeobachtung handelt. Es ist jedoch eine interessante Beobachtung. Dieses Problem
könnte dagegen in einer zahlenmäßig größeren Studie untersucht werden. In der Literatur sind
bisher keine diesbezüglichen Angaben zu finden.
Insgesamt erhielten in der hier vorgelegten, eigenen Studie 5 Patienten Tacrolimus, 3 zeigten
eine Vollremission, 2 keinen Effekt. Daraus lässt sich folgern, dass zumindest ein relativ
großer, prozentual noch nicht genau zu beziffernder Teil der Patienten in Übereinstimmung
mit der Literatur mit dem problematisch zu therapierenden steroidresistenten nephrotischen
Syndrom bei MCGN und FSGN von einer Therapie mit Tacrolimus profitiert. Diese
Prüfsubstanz zeigte darüber hinaus bei unseren Patienten keinerlei Nebenwirkungen. In der
Literatur wird zwar von ernsten Nebenwirkungen wie Neurotoxizität und Diabetes mellitus
berichtet, diese treten jedoch äußerst selten auf (9, 39). Beim Großteil der Patienten ist
Tacrolimus dagegen gut verträglich. Aus diesem Grunde kann eine diesbezügliche Therapie
bei den hier untersuchten Formen der primären Glomerulonephritis im Rahmen weiterer
Studien befürwortet werden, vor allem im Hinblick auf das im Vergleich zu anderen
Immunsuppressiva günstige Nebenwirkungsprofil.
39
5. Zusammenfassung
Die häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms ist mit etwa 80 % eine primäre
Glomerulonephritis. Die Therapie besteht hierbei in einer symptomatischen Basisbehandlung
zur Reduktion der Proteinurie. Medikamente der ersten Wahl sind dabei ACE-Hemmer und
Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten. Hinzu kommt eine spezielle Medikation mit
Immunsuppressiva, zunächst mit Kortikosteroiden. Bei fehlendem Effekt oder starken
Nebenwirkungen greift man auf neuere Substanzen wie Cyclosporin A oder
Cyclophosphamid zurück. Zwischenzeitlich gibt es aber auch Hinweise auf einen günstigen
Effekt von Tacrolimus in dieser Indikation. Für letztere Substanz wird in der Literatur eine
höhere immunsuppressive Wirkung als für Cyclosporin A angegeben.
In der hier vorgelegten randomisierten klinischen Studie wurde die Wirkung von Tacrolimus
mit der von Cyclosporin A verglichen. Wir behandelten 10 Patienten mit steroidresistentem
nephrotischen Syndrom bei MCGN (n=4) und FSGN (n=6). In der MCGN-Gruppe wurden
alle 4 Patienten in den Tacrolimus-Arm randomisiert, keiner in den Cyclosporin A-Arm. In
der FSGN-Gruppe erhielten jeweils 3 Patienten einen Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten
(Kontroll-Arm) und 3 Patienten Tacrolimus, wovon aber 2 Patienten die Therapie noch vor
Erhalt der Prüfsubstanz abbrachen. In der MCGN-Gruppe zeigten 3 Patienten eine
Vollremission, der vierte Patient reagierte nicht auf Tacrolimus. In der FSGN-Gruppe war bei
den 3 Patienten im Kontrollarm keine Besserung der Symptome zu verzeichnen, das
nephrotische Syndrom war deutlich progredient. Auch der mit Tacrolimus behandelte Patient
zeigte keinerlei Veränderung der Symptomatik, vor allem der Proteinurie.
Unsere Ergebnisse bestätigen die bisherigen Literaturangaben, dass Tacrolimus bei Patienten
mit steroidresistenter primärer Glomerulonephritis, insbesondere bei der MCGN, einen
therapeutischen Effekt auf den Krankheitsverlauf hat. Dies trifft für die meisten so
behandelten Patienten zu. Als besonders erfreulich erwies sich bei unseren Patienten die
Tatsache, dass keine Nebenwirkungen auftraten. Auch in der Literatur wird wiederholt auf
das günstige Nebenwirkungsprofil von Tacrolimus hingewiesen. Dennoch bleibt festzustellen,
dass Tacrolimus bisher noch nicht als Standardmedikament zur Behandlung der primären
Glomerulonephritis herangezogen werden kann, da die Datenlage hierfür bisher nicht
ausreicht. Im Rahmen kontrollierter klinischer Studien ist sein Einsatz aber auf jeden Fall zu
befürworten.
40
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46
Lebenslauf:
Persönliche
Daten
Name:
Eva-Maria
Wagner
Staatsangehörigkeit: deutsch
Geburtsdatum:
23.10.1980
Geburtsort:
Mainz
Adresse:
Weinmannstr. 2
93049
Regensburg
Familienstand:
ledig
Familie:
Dr. med. Ingrid Wagner, FÄ Innere Medizin
Prof. Dr. Peter Wagner, Chefarzt der Chirurgischen Klinik, Klinikum
Rosenheim
Bruder Tilmann Wagner, geb. 29.09.1988, Schüler (Matura 2007)
Schulbildung
1987 1991 Grundschule des Landkreises Marburg- Biedenkopf in Wetter
1991 1993 Gymnasium Elisabethschule in Marburg
1993 2000 Karolinen- Gymnasium Rosenheim
Juni
2000
Abitur
Hochschulbildung
2000 2002 Studium der Humanmedizin an der Ludwig-Maximilian-Universität München
Sept. 2002
Ärztliche Vorprüfung
2002 2006 Studium der Humanmedizin an der Universität Regensburg
Sept. 2003
Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Okt. 2005
Zweiter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Okt. 2006
Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Berufsausbildung
Jan. 2007 -
Assistenzarztstelle in der Radiologischen Abteilung des Klinikums Hohe
Dez. 2007 Warte Bayreuth
Jan. 2008
Assistenzarztstelle in der Radiologischen Abteilung des Klinikums der
Barmherzigen Brüder Regensburg
47
Danksagung:
Ich möchte Herrn Prof. Dr. B. Krämer für die Überlassung des Themas und die Betreuung
danken.
Bedanken will ich mich auch bei meinen Eltern für die vielfältige Unterstützung bei meinem
Studium. Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Mutter. Sie hat mich in verschiedene
auswärtige Universitätsstädte begleitet, wo ich die umfangreichen Patientenakten für meine
Doktorarbeit kopiert habe. Meinem Bruder Tilmann und meinem Freund Peter danke ich
besonders für die zahlreichen Tricks, die sie mir am PC gezeigt haben, damit das Layout
dieser Arbeit dem erforderlichen Standard gerecht wird.
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