Untertitel: Eine frustrierte Generation - Enttäuschungen und Desillusionierungen
Autor: Lisa Mülhausen
Fach: Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Details
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen
Jahr: 2008
Seiten: 29
Note: 3,0
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 114 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-14686-4
Strenger Porfessor: "Die Stärke dieser Hausarbeit, die klar und übersichtlich strukturiert ist, liegt in der intensiven Beschäftigung mit dem Theaterstück und der Sorgfalt ihrer Darstellung. Leider begnügen Sie sich in Ihren Ausführungen oft mit inhaltlichen Paraphrasen einzelner Szenen, und entschieden zu kurz kommt die kritische Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur zu Buero Vallejo (Sie rekurrieren mir auch einen einzelnen Titel von 1973)" (Professor) Das Inhaltsvezeichnis müsste in Punkt 10 geändert werden, weil "Binnengliederung erfordert mindestens 2 Binnenkapitel".
Zusammenfassung / Abstract
Die zentralen Themen des Dramas Historia de una escalera von Antonio Buero Vallejo sind Frustration und Vernichtung. Da es zu weitgreifend wäre, diese beiden tragenden Gesichtspunkte genau zu untersuchen, wird die Konzentration auf die Auslöser der Frustration gerichtet. Es handelt sich um ein Drama, in welchem drei Generationen vorkommen. Da die zweite Generation diejenige ist, die diese Themen vor allem verdeutlicht, da sie noch Träume und Zukunftspläne besitzt, wird hier ein Schwerpunkt gesetzt. Von dieser Altersgruppe werden allerdings die „round caracters“ Fernando, Urbano, Elvira und Carmina besonders herausgestellt, da sich zwischen diesen vier Figuren eine spannungsgeladene Konfliktsituation ergibt, die die Wege und Gründe der Frustration besonders deutlich machen. Auf Trini wird nur eingegangen, wenn es zur Klärung eines Sachverhalts oder wegen einer wichtigen Einmischung ihrerseits notwendig ist. Die Beziehung zwischen Pepe und Rosa wird kurz vorgestellt, soll aber nicht ausführlich behandelt werden. Im folgenden Kapitel wird kurz auf Antonio Buero Vallejos generelle Gestaltung seiner Theaterstücke eingegangen. Hierbei werden vor allem die Intentionen und Gedanken Vallejos über seine Dramen im Allgemeinen einbezogen. Zudem wird auf Antonio Buero Vallejos Gedanken zu diesem Theaterstück eingegangen. Um das Theaterstück zeitlich und gesellschaftlich einordnen zu können, ist es wichtig, diese Hintergründe im dritten Kapitel näher zu beleuchten. Auch der Ort des Geschehens wird hier genau beschrieben. Anschließend werden der erste und der zweite Akt jeweils kurz zusammengefasst. Hierbei wird bereits ein Schwerpunkt auf die zweite Generation gesetzt, für diese Arbeit nicht interessante Nebenhandlungen werden ausgelassen oder ganz kurz dargestellt. Der dritte Akt, der 30 Jahre nach dem ersten spielt, wird nur zur weiteren Interpretation der wichtigen Personen herangezogen, da sich hier für diese Arbeit nichts Wesentliches mehr verändert. Die Charaktere und Beziehungskonstellationen der zentralen Personen werden nun genauer untersucht, um herauszufinden, wodurch sich die Frustration jeweils entwickelt. Zum Schluss wird zusammengefasst, was sich aus den Interpretationen der Beziehungsgeflechte ergeben hat, um zu erkennen, welche Aspekte jeweils auf die behandelten Personen einwirken und Frustration entstehen lassen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Duisburg-Essen
Hauptseminar: Das Theater von Antonio Buero Vallejo
SS 2008-08-10
Hisoria de una escalera
Eine frustrierte Generation Enttäuschungen und
Desillusionierungen
Lisa Mülhausen
Fächer: Spanisch und Französisch
1
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 3
2
Das Theater von Antonio Buero Vallejo 4
3
Hintergrund: Zeit, Ort und Gesellschaft 5
4
Zusammenfassung des 1. Aktes 6
5
Zusammenfassung des 2. Aktes 7
6. Rosa und Pepe eine fatale Liebe 8
7. Fernando begabter Dichter oder Nichtsnutz? 10
7.1 Fernando Der Traum von einem besseren Leben 11
7.2 Fernando und die Frauen 13
7.3 Fernandos unerfüllte Träume 15
7.4 Gründe für die Frustration Fernandos 18
8. Elvira die Launenhafte 18
8.1 Elvira im Glück? 19
8.2 Gründe für Elviras Frustration 21
9. Urbano Der pessimistische Realist 21
9.1 Urbano und die Liebe 22
9.1 Wenn aus Freundschaft Feindschaft wird 24
9.2 Gründe für Urbanos Frustration 25
10. Carmina die von allen Geliebte 25
10.1 Gründe für Carminas Frustration 26
11. Fazit 27
12. Literatur 28
2
1 Vorwort
Die zentralen Themen des Dramas
Historia de una escalera
von Antonio Buero Vallejo sind
Frustration und Vernichtung. Da es zu weitgreifend wäre, diese beiden tragenden
Gesichtspunkte genau zu untersuchen, wird die Konzentration auf die Auslöser der
Frustration gerichtet.
Es handelt sich um ein Drama, in welchem drei Generationen vorkommen. Da die zweite
Generation diejenige ist, die diese Themen vor allem verdeutlicht, da sie noch Träume und
Zukunftspläne besitzt, wird hier ein Schwerpunkt gesetzt. Von dieser Altersgruppe werden
allerdings die ,,
round caracters
" Fernando, Urbano, Elvira und Carmina besonders
herausgestellt, da sich zwischen diesen vier Figuren eine spannungsgeladene Konfliktsituation
ergibt, die die Wege und Gründe der Frustration besonders deutlich machen. Auf Trini wird
nur eingegangen, wenn es zur Klärung eines Sachverhalts oder wegen einer wichtigen
Einmischung ihrerseits notwendig ist. Die Beziehung zwischen Pepe und Rosa wird kurz
vorgestellt, soll aber nicht ausführlich behandelt werden.
Im folgenden Kapitel wird kurz auf Antonio Buero Vallejos generelle Gestaltung seiner
Theaterstücke eingegangen. Hierbei werden vor allem die Intentionen und Gedanken Vallejos
über seine Dramen im Allgemeinen einbezogen. Zudem wird auf Antonio Buero Vallejos
Gedanken zu diesem Theaterstück eingegangen.
Um das Theaterstück zeitlich und gesellschaftlich einordnen zu können, ist es wichtig, diese
Hintergründe im dritten Kapitel näher zu beleuchten. Auch der Ort des Geschehens wird hier
genau beschrieben.
Anschließend werden der erste und der zweite Akt jeweils kurz zusammengefasst. Hierbei
wird bereits ein Schwerpunkt auf die zweite Generation gesetzt, für diese Arbeit nicht
interessante Nebenhandlungen werden ausgelassen oder ganz kurz dargestellt. Der dritte Akt,
der 30 Jahre nach dem ersten spielt, wird nur zur weiteren Interpretation der wichtigen
Personen herangezogen, da sich hier für diese Arbeit nichts Wesentliches mehr verändert.
Die Charaktere und Beziehungskonstellationen der zentralen Personen werden nun genauer
untersucht, um herauszufinden, wodurch sich die Frustration jeweils entwickelt.
Zum Schluss wird zusammengefasst, was sich aus den Interpretationen der
Beziehungsgeflechte ergeben hat, um zu erkennen, welche Aspekte jeweils auf die
behandelten Personen einwirken und Frustration entstehen lassen.
2 Das Theater von Antonio Buero Vallejo
Unter seinen Zeitgenossen galt Antonio Buero Vallejo als kritischer Autor und Tadler sozialer
und moralischer Laster und wurde als solcher in seiner Gesellschaft auch akzeptiert.1
Er schrieb vor allem gesellschafts- und sozialkritische Stücke. Seine Theaterstücke haben
stets einen tragischen Charakter. Buero Vallejo sagte, dass diese Werke auf die Fragen, die sie
stellen, nur mit der Wiederholung der Frage oder mit dem Zweifel angesichts der
menschlichen Probleme antworten können. Zudem erklärte der Autor, dass es sich bei der
Tragödie um etwas Positives handele und dass sie dann entstehe, wenn man beginnt, das
Schicksal zu hinterfragen. Er betonte, dass Hoffnung und Tragödie gewissermaßen Synonyme
voneinander seien.2 Seine Art des Dramas hielt er für die hoffnungsvollste, obwohl sie
Verzweiflung zeigt.3
Buero Vallejo glaubte außerdem an den Menschen, die Schönheit, die Recht-schaffenheit und
die Freiheit, und schrieb aus diesem Glauben heraus über die Armen und die großen Dinge
des Menschen. 4 Gleichzeitig räumte er ein, dass die Gefahr bestehe, dass das Theater an Kraft
verliere und in die Willkür und Entmenschlichung abweiche. Seiner Meinung nach
überwindet ein großes Theater derartige Probleme, aber er gestand den Autoren auch gewisse
Fehler zu, da diese manchmal nötig seien.5
Beeinflusst wurde Buero Vallejo seinen Worten nach einerseits durch seine eigenen inneren
Impulse und andererseits durch Autoren wie Unamuno, Galdós und Ibsen. Auch die
Gesellschaft, in der der Autor lebt und sein Konflikt mit dieser haben ihn gelenkt.6
Da er von der Zensur ständig behindert wurde, entschied Buero Vallejo sich dafür, eine Praxis
des Möglichen einzuschlagen, den so genannten ,,Posibilismo". Demnach schrieb er seine
Theaterstücke so, dass sie der Zensur knapp entgingen. Sein höchstes Ziel war die
Aufführung seiner Theaterstücke, weshalb er von anderen regimekritischen Schriftstellern,
speziell durch Alfonso Sastre, heftig kritisiert wurde.7 Für Buero Vallejo selbst gab es nur den
,,Posibilismo", dieser war für ihn Realität. Er rief dazu auf, einen dynamischen,
fortschreitenden und kämpferischen ,,Posibilismo" zu vertreten.8
Zu seinem berühmtesten Theaterstück erklärt er folgendes:
1 vgl. Domenech (1973:24).
2 ebd. (27).
3 vgl. Buero Vallejo:
Obra completa
(428).
4 vgl. Domenech (1973:28).
5 ebd. (29).
6 vgl. Buero Vallejo:
Obra completa
(469-470).
7 vgl. Domenech (1973:30).
8 ebd.
4
Historia de una escalera es una obra en tres actos y en treinta años. Treinta años vistos desde
nuestro tiempo, y que no tienen por ello la fisonomía fácil (...) sino la áspera y angustiada de la
tragedia. Frente a las graves crisis que el mundo vive, caben dos salidas individuales:
refugiarse (...) o dar valerosamente cara a los problemas (...). Pero español (...) no tiene miedo a
mirar así.9
Buero Vallejo wollte also eine ehrliche Tragödie schreiben und verdeutlichen, was geschieht,
wenn man sich seinen Problemen nicht stellt. Weiterhin erläutert er noch:
Lo trágico de la historia de estas vidas sencillas reside en una férrea limitación de tiempo y
espacio, simbolizada por esa especie de cárcel que es la escalera donde se desarollan. 10
3 Hintergrund: Zeit, Ort und Gesellschaft
Das Drama beginnt im Jahre 1919. Damit hat Antonio Buero Vallejo bewusst ein zentrales
Jahr ausgewählt. Während Spanien durch Rohstofflieferungen an die Kriegsmächte einen
wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr, blieb die innenpolitische Situation weiter instabil. Dies
wurde durch die Zunahme der Inflation verstärkt. Arbeiter forderten damals mehr Lohn und
bessere Arbeitsbedingungen. Somit vergrößerte sich 1918 die acht Jahre zuvor gegründete
Confederación Nacional del Trabajo, ein Zusammenschluss aller freiheitlichen Gruppen und
Gewerkschaften. Diese kämpften für grundlegende gesellschaftliche und wirtschaftliche
Reformen.11 Bis 1923 hielt die wirtschaftliche und politische Krise in Spanien an.
Die zentralen Themen sind Unzufriedenheit, die heuchlerische Gesellschaft, fehlende
Willenskraft, Ausweglosigkeit, aber auch Liebe.
Die Tragödie spielt in einem Treppenhaus mit vier Wohnungstüren. Was hinter diesen Türen
stattfindet, sieht der Zuschauer nicht. Die Dynamik des Theaterstücks drückt sich dadurch
aus, dass stets mindestens eine Tür geöffnet wird. Hinter den Ausgängen wohnen zunächst
vier ärmliche Familien der ersten und zweiten Generation. Aufgrund von Heirat und
Todesfällen werden die Wohnungen nach dem ersten und zweiten Akt teilweise getauscht.
Zunächst wohnen hinter der ersten Tür Señor Gregorio und Señora Generosa mit ihren
Kindern Pepe und Carmina. Don Manuel und seine Tochter Elvira wohnen hinter der zweiten
Tür. Diesen beiden geht es finanziell am besten. In der Wohnung III lebt Paca mit Señor Juan
und ihren drei Kindern Urbano, Rosa und Trini. Die letzte Wohnung gehört Doña Asunción
und Fernando.
Die Wohnverhältnisse ändern sich im zweiten Akt, der zehn Jahre später spielt, insofern, als
dass Fernando nach dem Tod ihres Vaters zu Elvira in die Wohnung II zieht. Pepe und Rosa,
9 Buero Vallejo:
Obra completa
. 2 Bd. (320)
10 Buero Vallejo:
Obra completa
. 2 Bd. (329)
11 vgl. Dieter Nohlen, Andreas Hildebrand (2005:247)
5
die ebenfalls in der Zwischenzeit geheiratet haben, ziehen in Fernandos alte Wohnung, da
auch Doña Asunción mittlerweile verstorben ist. Paca und Generosa leben weiterhin hinter
der dritten und der ersten Tür. Im letzten Akt, der in ,,nuestra época" spielt, womit 1949 und
somit die Restaurationszeit gemeint ist, wohnt Rosa wieder bei ihrer Mutter, die Wohnung IV
wird nun von einem anonymen
Señor
bewohnt und die ehemalige Wohnung Generosas von
einem ebenso anonymen
Joven
. Zwar ziehen neue Leute in das Haus ein, aber da diese keinen
Einfluss auf die anderen Personen haben, sind sie eher unwichtig. Sie dienen nur dazu, die
neue Ära zu symbolisieren, da diese beiden Herren besser verdienen und Erneuerungen der
Wohnungen wünschen. Insgesamt lässt es sich vorwegnehmen, dass es keine neuen Impulse
für die Hausbewohner gibt.
Die Treppe symbolisiert eine Grenze, sie führt sozusagen für die Hausbewohner ins
Nirgendwo. Sie stellt sowohl eine räumliche als auch eine zeitliche Grenze dar.12
4 Zusammenfassung des 1. Aktes
Der erste Akt dient der Vorstellung der Personen und ihren wirtschaftlichen Problemen.
Zu Beginn erscheint der
Cobrador de la luz
, der die Stromgebühren eintreibt. Paca und
Generosa empören sich lautstark über die hohen Kosten. Doña Asunción, die den Preis nicht
zahlen kann, versucht, den
Cobrador de la luz
dazu zu überreden, das Geld beim nächsten
Mal abzuholen. Doch dieser geht darauf nicht ein, da es nicht das erste Mal ist, dass sie nicht
zahlen kann und droht sogar damit, ihr den Strom abzustellen. Don Manuel hilft und leiht ihr
das Geld. Elvira hat ihn dazu überredet. Don Manuel ärgert sich daraufhin über sich selbst,
doch Elvira ist sehr froh, da sie Fernando, den Sohn von Doña Asunsción, liebt. In einem
Gespräch mit ihrem Vater will sie ihn überreden, Fernando in seiner Firma einzustellen, doch
dieser ist sehr unwillig, einen Träumer einzustellen.
Doña Asunción spricht ihren Sohn später darauf an, dass Don Manuel ihr das Geld geliehen
hat. Er reagiert mit Empörung darüber, dass sie ihm ihre Armut vor Augen hält.
Fernando und Urbano treffen sich im c
asinillo
, einem Treffpunkt zum Reden und Rauchen.
Sie sprechen über ihre Situation. Urbano ist in die Gewerkschaft eingetreten und plädiert für
Solidarität, während Fernando alleine für eine bessere Zukunft kämpfen will. Urbano sagt
seinem Freund direkt, dass er alleine nichts zu Stande bringe und zumindest eine Frau an
seiner Seite brauche, die ihn unterstütze.
12 vgl. Buero Vallejo, Antonio:
Obra completa
. 2 Bd. (329).
6
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