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Globalisierung und Menschenrechte am Beispiel der Sportartikelhersteller Adidas und Nike

Termpaper, 2001, 28 Pages
Author: Wassiliki Chassioti
Subject: Economics / Business: Business Ethics, Corporate Ethics

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 28
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V113966
ISBN (E-book): 978-3-640-15188-2
ISBN (Book): 978-3-640-15425-8
File size: 164 KB

Abstract

Das Thema „Globalisierung und Menschenrechte" wurde gewählt, da mit der Ausweitung der Globalisierung und damit auch durch den Machtzuwachs der Unternehmen der Gesichtspunkt Menschenrechte, insbesondere in den Industrieländern, zu wenig Beachtung geschenkt wird oder oftmals in Vergessenheit gerät. In dieser Hausarbeit sollen zuerst die Ursachen der Globalisierung erläutert werden und anschließend am Beispiel der großen Konkurrenten Adidas und Nike die Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern sowie die künftig zu erwartende Situation diskutiert werden. Ziel ist es, über den Tellerrand von erfolgreichen und von der Werbung hochgepriesenen gigantischen Konzernen zu schauen und sich einen kleinen Einblick über die Problematik der Produktionsstandorte in den Industrieländern (vor allem Deutschland) und die damit sich resultierenden Konsequenzen zu verschaffen. Gerade in unserer Zeit reicht es nicht mehr aus im globalen Wettbewerb, nur vor Ort, schlichte funktionsfähige Produkte anzubieten. Offenheit, Experimentierfreudigkeit, Phantasie und Sensibilität sind, gerade für internationale Unternehmen, wichtiger als je zuvor. Die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit werden immer mobiler. Die Auslandsinvestitionen sind seit den 80er Jahren um 22% gestiegen. Für die Wirtschaft sind daher transnationale Konzerne von enormer Wichtigkeit geworden. Durch die Globalisierung können heute Transaktionen, gleich welcher Größe, möglich gemacht werden. Aufgrund der Globalisierung ist ebenfalls ein Weltarbeitsmarkt ersichtlich, sodass mit dem weltweiten Wettbewerb immer kostengünstigere Arbeitsplätze entstehen. Dass nicht immer alles Gold ist, was glänzt, beweisen vor allem Menschenrechtsorganisationen wie die europäische Clean Clothes Compaign (CCC). Sie zeigen, dass der soziale Preis in vielen Fällen zu hoch ist, um die Vorteile der neuen Arbeitsplatzschaffung in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit zu rechtfertigen. Konkret geht es bei diesem sozialen Preis um Kinderarbeit, unmenschliche Arbeitsbedingungen, Unterbezahlung, Unterdrückung von Gewerkschaften und sexuelle Belästigung von Arbeitnehmerinnen: allesamt Verletzungen von Menschenrechten.


Excerpt (computer-generated)

1

BERGISCHE UNIVERSITÄT- GESAMTHOHSCHULE WUPPERTAL
INTEGRIERTER STUDIENGANG WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT

Hausarbeit für die Diplomvorprüfung

Thema
Globalisierung und Menschenrechte am
Beispiel der Sportartikelhersteller Adidas und Nike

Prüfungsgebiet:
Interdisziplinäre Veranstaltung - BWL

Abgabetermin: 28. 09. 2001
Vorgelegt von Chassioti, Wassiliki

 


Inhalt

1. Einleitung S. 3
2. Der Kerngedanke der Außenhandelstheorie S. 4
2.1 Vom klassischen Außenhandel zur Globalisierung S. 5
3. Konkurrenz um die Führung im globalen Markt: Adidas gegen Nike S. 8
3.1 Historische Entwicklung von Adidas S. 10
3.2 Historische Entwicklung von Nike S. 13
4. Wettbewerbsdruck und die Bedeutung des Produktionsstandortes transnationaler Konzerne im Zuge der Globalisierung S. 14
4.1 Die Folge von Wettbewerbsdruck: Produktions- Auslagerungen S. 16
4.1.1 Produktionsbedingungen im Ausland S. 18
5. Verhaltenskodizes S. 19
5.1 Monitoring bei Adidas und Nike S. 21
6. Was hat Globalisierung mit Menschenrechte zu tun und welche Entwicklungen sind künftig zu erwarten? S. 24
7. Literaturverzeichnis S. 26
8. Internetadressen S. 28
9. Anhang

 


3

1. Einleitung
Für die Bearbeitung wurde das Thema ,,Globalisierung und Menschenrechte" gewählt, da mit der Ausweitung der Globalisierung und damit auch durch den Machtzuwachs der Unternehmen der Gesichtspunkt Menschenrechte, insbesondere in den Industrieländern, zu wenig Beachtung geschenkt wird oder oftmals in Vergessenheit gerät.
In dieser Hausarbeit soll zuerst die Ursachen der Globalisierung erläutert werden und anschließend am Beispiel der großen Konkurrenten Adidas und Nike die Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern sowie die künftig zu erwartende Situation diskutiert werden. Ziel ist es, über den Tellerrand von erfolgreichen und von der Werbung hoch gepriesenen gigantischen Konzernen zu schauen und sich einen kleinen Einblick über die Problematik der Produktionsstandorte in den Industrieländern (vor allem Deutschland) und die damit sich resultierenden Konsequenzen zu verschaffen. Gerade in unserer Zeit reicht es nicht mehr aus im globalen Wettbewerb, nur vor Ort, schlichte funktionsfähige Produkte anzubieten. Offenheit, Experimentierfreudigkeit, Phantasie und Sensibilität sind, gerade für internationale Unternehmen, wichtiger als je zuvor. Die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit werden immer mobiler. Die Auslandsinvestitionen sind seit den 80er Jahren um 22%1 gestiegen. Für die Wirtschaft sind daher transnationale Konzerne von enormer Wichtigkeit geworden. Durch die Globalisierung können heute Transaktionen gleich welcher Größe möglich gemacht werden.

1 Vgl. Gadamer, H.-G., Globalisierung (1997), S.1f.

 


4

Aufgrund der Globalisierung ist ebenfalls ein Weltarbeitsmarkt ersichtlich, so dass mit dem weltweiten Wettbewerb immer kostengünstigere Arbeitsplätze entstehen.
Dass nicht immer alles Gold ist was glänzt, beweisen vor allem Menschenrechtsorganisationen wie die europäische Clean Clothes Compaign (CCC). Sie zeigen, dass der soziale Preis in vielen Fällen zu hoch ist, um die Vorteile der neuen Arbeitsplatzschaffung in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit zu rechtfertigen. Konkret geht es bei diesem sozialen Preis um Kinderarbeit, unmenschliche Arbeitsbedingungen, Unterbezahlung, Unterdrückung von Gewerkschaften und sexuelle Belästigung von Arbeitnehmerinnen: allesamt Verletzungen von Menschenrechten.
2. Der Kerngedanke der Außenhandelstheorie
Außenhandel ist dadurch entstanden, dass bestimmte Güter nur in bestimmten Ländern vorhanden sind, z.B. Kaffeebohnen, Bananen etc. Während A.Smith die Entstehung des Außenhandels durch absolute Unterschiede bei den Produktionskosten erklärt, weist David Ricardo2 nach, dass Außenhandel auch dann vorteilhaft für ein Land ist, wenn es alle Güter billiger als das Ausland produzieren kann. Für beide Länder ist Außenhandel dann vorteilhaft, wenn die Güter in beide Länder zu stark unterschiedlichen Kosten produziert werden können.
Das jeweilige Land wird diese Güter exportieren, die mit relativ wenig Aufwand und billig produziert werden können und die relativ teuren Güter importieren. Dadurch entstehen nicht nur niedrigere Kosten, sondern auch eine höhere Güterversorgung. (Theorie der komparativen Kosten).

2 Rürup, B., Fischer Wirtschaftslexikon (1995), S. 83.

 


5

Es sind vor allem die Kapitaleigentümer in den Industrieländern und die Arbeitskräfte in den Entwicklungsländern (theoretisch jedenfalls), die von einer höheren Produktivität profitieren. Dies ist der Kerngedanke der klassischen Außenhandelstheorie.
Während alle Theorien von David Ricardo von der modernen Nationalökonomie zunehmend kritisiert wurden, hat seine Methode, Probleme in einem sehr abstrakten, jedoch einfachen Modell zu analysieren, viele Ökonomen stark beeinflusst. 2.1 Vom klassischen Außenhandel zur Globalisierung Manche sind der Auffassung, dass Globalisierung die Ursache für Massenarbeitslosigkeit, für Sozialabbau und Steuerflucht sei. Andere erhoffen sich von der Globalisierung eine Befreiung aus den Fesseln der staatlichen Überreglementierung und übermäßigen Besteuerung.
Globalisierung bedeutet, dass ein Unternehmen selbst entscheiden kann, wann und zu welchen Bedingungen es produzieren will. Im volkswirtschaftlichen Sinne meint Globalisierung eine Intensivierung der Außenhandelsbeziehungen durch den Wegfall der Handelsgrenzen. Der Globalisierung liegen verschiedene Ursachen zugrunde. Die Ursachen der Globalisierung sind u. a. dem technischen Fortschritt auf dem Gebiet des Transports von Nachrichten, Gütern und Personen zurückzuführen. Moderne Kommunikationstechinken wie Fax, TDSL, ISDN und Internet haben den Transport von Nachrichten schneller, billiger und sicherer gemacht.3 Dies ermöglicht der globalen Standortkonkurrenz preisgünstiger und kundenorientierter zu produzieren. Aufgrund dessen haben auch weniger entwickelte Länder die Chance ihre Standortvorteile einzubringen.

3 Vgl. Beamish, P., Internationales Management (1999), S. 77.

 


6

Zu dem gewinnen Unternehmen mehr Unabhängigkeit vom einzelnen Staat, während die Regelungskompetenz der Nationalstaaten offensichtlich abnimmt.
Wesentlich vorangetrieben wurde die Globalisierung in den 80er und 90er Jahren durch weltweite Veränderungen im Verhältnis der Staaten untereinander und durch grundlegende politische Entscheidungen der Regierungen. Als Folge daraus konnten die Welthandelsströme sogar schneller wachsen als die weltweite Produktion.
Zwischen 1950 und 1996 stieg der Welthandel jahresdurchschnittlich um 6,5%, die Weltproduktion jedoch um 4%. Dieses überproportionale Wachstum von Importen und Exporten verdeutlicht die zunehmende Integration der Weltwirtschaft.4
Die Globalisierung ist vor allem auf den Finanzmärkten am weitesten vorangeschritten. Seit den 80er Jahren haben sich die weltweiten Umsätze im Devisen- und Wertpapierhandel mehr als verzehnfacht. Dabei hat sich der Devisenhandel vom Warenverkehr weitgehend abgeseilt.
,,Der tägliche Umsatz an den Devisenmärkten der Welt betrug im April 1995 durchschnittlich 1,2 Billionen US-$, während sich der Weltexport für das gesamte Jahr 1994 lediglich auf 4,2 Billionen US-$ belief. Die Emission von Anleihen auf internationalen Kapitalmärkten hat sich auf das Vierzigfache erhöht"5
Supranationale Zusammenschlüsse wie das GATT6 (General Agreement on Trafics and Trade) und die NAFTA7 (North American Free Trade Area) spielen eine zentrale Rolle zur weiteren Liberalisierung des Welthandels. Hauptziel des GATT ist, durch Senkung der Zölle und Abbau sonstiger
Außenhandelsbeschränkungen den Welthandel auf der Grundlage der Meistbegünstigung und Nichtdiskriminierung zu fördern. Danach müssen Zollvergünstigungen allen Handelspartnern eines Landes gleichermaßen

4 Vgl. Beamish, P., a.a.O., S. 77f.
5 Beamish, P., a.a.O., S. 77f.
6 Vgl. Rürup, B., a.a.O., S. 105.
7 Eröffnet wurde die NAFTA im Jahre 1994 zwischen den Staaten USA, Kanada und Mexiko.

 



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