Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 24 Pages
Author: Dana Bohlender
Subject: Art - Painting
Details
Institution/College: University of Marburg (Kunstgeschichtliches Institut)
Tags: Bildbeschreibung, Bildanalyse, Vasari, Staatsdienst, Kunstautonomie, Vorträge, Maler, Akademie, Paris
Year: 2002
Pages: 24
Grade: 3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17580-7
ISBN (Book): 978-3-638-69828-3
File size: 257 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Giorgio Vasari (1511-1574), ein humanistisch gebildeter Maler und Baumeister, veröffentlichte um 1550 erstmals ein Werk, welches Geschichte und Kunst verbindet und versucht deren Entwicklung darzustellen. Er gilt daher als Begründer einer neuen Gattung und wird vom Wiener Kunsthistoriker und Quellenforscher Julius von Schlosser als „Vater der Kunstgeschichte“ bezeichnet . Geschrieben ist das Werk aus seiner Sicht als Maler und richtet sich in erster Linie an Künstler. Er traf die Auswahl der „ausgezeichnetsten“ Künstler selbst und beurteilt sie ohne andere Meinungen dazu einzuholen. Insofern handelt es sich nicht um ein kunstkritisches Werk. Vasaris Viten behandeln neben dem Leben der Künstler an sich auch Informationen zu ihren Werken. Warum diese aus heutiger Sicht nicht als Bildbeschreibungen bezeichnet werden können, soll anhand ausgewählter Beispiele aus seinem Buch dargelegt werden. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie es sich mit den Bildbeschreibungen bei den nachfolgenden kunsttheoretischen Schriften von Bellori und Félibien verhält. Schlussendlich geht es um den jeweiligen Beitrag dieser unterschiedlichen Autoren, zur heutigen wissenschaftlichen Bildbeschreibung zu gelangen. Anfangs wird sich diese Arbeit allgemein mit dem Werk Vasaris beschäftigen um den Rahmen der „Bildbeschreibungen“ darzustellen und um Vasaris Ansichten zur Kunst kennen zu lernen.
Excerpt (computer-generated)
Bildbeschreibung/Bildanalyse bei Vasari
Porträt Vasaris aus der zweiten Ausgabe der Viten1
von Dana Bohlender
Gliederung:
1. Einleitung S. 2
2. Die beiden Ausgaben: 1550 und 1568 S. 3-5
3. Aufbau der Viten S. 5-9
4. Bildbeschreibung/Bildanalyse bei Vasari S. 9-11
4.1 Leonardo da Vinci „Mona Lisa“ S. 11-13
4.2 Raffael „Schule von Athen“ S. 13-14
4.3 Michelangelo „David“ S. 14-17
4.4 Masaccio „Der Zinsgroschen“ S. 17-18
5. Giovanni Pietro Bellori S. 18-19
5.1 Domenichino
„Kommunion des Heiligen Hieronymus“ S. 19-24
6. André Félibien S. 24-25
6.1 Nicolas Poussin „Mannalese“ S. 25-27
7. Résumé S. 27-28
8. Literaturverzeichnis S. 29
1. Einleitung:
Giorgio Vasari (1511-1574), ein humanistisch gebildeter Maler und Baumeister, veröffentlichte um 1550 erstmals ein Werk, welches Geschichte und Kunst verbindet und versucht deren Entwicklung darzustellen. Er gilt daher als Begründer einer neuen Gattung und wird vom Wiener Kunsthistoriker und Quellenforscher Julius von Schlosser als „Vater der Kunstgeschichte“ bezeichnet2. Geschrieben ist das Werk aus seiner Sicht als Maler und richtet sich in erster Linie an Künstler.3 Er traf die Auswahl der „ausgezeichnetsten“ Künstler selbst und beurteilt sie ohne andere Meinungen dazu einzuholen. Insofern handelt es sich nicht um ein kunstkritisches Werk. Vasaris Viten4 behandeln neben dem Leben der Künstler an sich auch Informationen zu ihren Werken. Warum diese aus heutiger Sicht nicht als Bildbeschreibungen bezeichnet werden können, soll anhand ausgewählter Beispiele aus seinem Buch dargelegt werden. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie es sich mit den Bildbeschreibungen bei den nachfolgenden kunsttheoretischen Schriften von Bellori und Félibien verhält. Schlussendlich geht es um den jeweiligen Beitrag dieser unterschiedlichen Autoren, zur heutigen wissenschaftlichen Bildbeschreibung zu gelangen. Anfangs wird sich diese Arbeit allgemein mit dem Werk Vasaris beschäftigen um den Rahmen der „Bildbeschreibungen“ darzustellen und um Vasaris Ansichten zur Kunst kennen zu lernen.
2. Die beiden Ausgaben: 1550 und 1568
Im April 1550 erscheint die erste Ausgabe der „Lebensbeschreibungen“ auf zwei Bände verteilt im Quartformat mit insgesamt 922 Seiten5. Sie trägt den Titel „Lebensbeschreibungen der ausgezeichnetsten italienischen Baumeister, Maler und Bildhauer von Cimabue bis in unsere Zeit, in toskanischer Sprache von Giorgio Vasari, Maler aus Arezzo, geschrieben mit einer hilfreichen und nützlichen Einführung in die Kunst“. Welchen Zweck Vasari mit seinem Werk verfolgt, ist bereits dem Titel zu entnehmen. Da es sich um „Lebensbeschreibungen“ handelt, geht es in erster Linie um den Künstler selbst, sein Leben und seine Persönlichkeit und wie dieses Einfluss auf sein Schaffen nahm und natürlich auch um seinen Beitrag zur Entwicklung der Kunst. Dass Vasari sich so intensiv mit dem Leben und dem Charakter des Künstlers auseinandersetzt ist nicht ungewöhnlich. Dieser Personenkult ist nicht seine Erfindung, sondern setzt in Italien bereits mit dem 12. und 13. Jahrhundert ein.6 Da Vasari sich als Maler im Titel nennt, gibt er Aufschluss über die Perspektive, aus der seine Schrift verfasst wurde, nämlich weniger aus der Sicht eines Gelehrten, als von jemandem, der sich mit den technischen Fertigkeiten der Kunst auskennt. Hinzu kommt, dass Vasari in toskanischer Sprache schreibt. Dies zeigt, dass er sich nicht nur an Gelehrte richtet, sondern eher an die Künstler, die selten so gebildet waren, wie es der Autor selbst war. Verleger des Buches ist Torrentino, daher stammt die Bezeichnung Torrentiniana für die erste Ausgabe der Viten.7 Anfang des Jahres 1568 erscheint die zweite Ausgabe mit dem Titel: „Lebensbeschreibungen der 4 ausgezeichnetsten Baumeister, Maler und Bildhauer, geschrieben von Giorgio Vasari, Maler und Architekt aus Arezzo, überarbeitet vom Autor persönlich, bereichert durch Künstlerporträts und seit dem Jahre 1550 bis 1567 um weitere Biographien von lebenden und verstorbenen Künstlern erweitert“. Hier können wir dem Titel Neuerungen entnehmen. Zunächst einmal ist auffällig, dass Vasari sich hier nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt ausgibt. Dies spricht für das gewachsene Selbstbewusstsein des Autors. Des weiteren werden Künstlerporträts erwähnt. Hierbei handelt es sich um Holzschnitte, die am Anfang einer jeden Biographie stehen. Die zweite Auflage erscheint in 3 Bänden, ebenfalls im Quartformat mit insgesamt 1012 Seiten und 4 Inhaltsverzeichnissen. Auch sie ist nach ihrem Verleger benannt worden und zwar als Giuntina. Ziel dieser zweiten Ausgabe war es das neue Material Vasaris, welches sich in den achtzehn Jahren zwischen den beiden Ausgaben angesammelt hatte, in das neue Werk einzugliedern, ohne die bestehende Struktur zu verändern. Im Gegensatz zu seiner ersten Ausgabe, deren Künstler bis auf Michelangelo zu diesem Zeitpunkt längst verstorben waren, befasst sich Vasari nun mit seinen Zeitgenossen. Hier sind u.a. zu nennen Primaticcio, Tizian, Sansovino, Künstler aus der Lombardei und aus Ferrara8. An den Schluss fügt er seine eigene Autobiographie, an dieselbe Stelle die er Michelangelo in der ersten Ausgabe zugedacht hatte. Dadurch bekundet er auch seinen eigenen Anteil an der Geschichte der Kunst. In der zweiten Auflage scheint sich auch seine Sicht der Kunstentwicklung zu ändern. Er scheint von der Idee abgekommen zu sein, dass sich die Entwicklung zwangsläufig bis hin zu einer Perfektion vollzieht, auf die ein Niedergang folgt. Durch das Einbeziehen der zeitgenössischen Künstler zeigt er Vertrauen in deren Wert.
3. Aufbau der Viten:
[...]
1 Boase 1971 S. 49
2 Vasari 1993 Nachwort S. 493-496
3 Vasari 1916 Schlußwort an die Künstler S. 26
4 Vite de´più eccelenti architetti, pittori, et scultori italiani, da cimabue insino a´tempi nostri. descrite in lingua Toscana, da Giorgio Vasri Pittore Aretino. Con una sua utile & neccessaria introduzzione a le arti loro (1550)
5 LeMollé 1998 S. 119
6 Ibid. S. 150
7 Titelblatt der Ausgabe von 1550 siehe S. 25
8 LeMollé 1998 S. 121f
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Italienische Kunsttheorie des 16. und 17. Jahrhunderts am Beispiel von Giorgio Vasari und Giovanni Pietro Bellori
Author: Christina WarnekeArt - Art Theory, General, 2007 Download as PDF-file for 19,99 EUR
Giorgio Vasaris Schilderung der Bauten Leon Battista Albertis für Sigismondo Malatesta in Rimini und für die Familie Rucellai in Florenz
Author: M.A. Melitta TöllerArt - Architecture / History of Construction, 2006 Download as PDF-file for 0,99 EUR
Mediation als Mittel zur Konfliktlösung
Author: Willfried WernerNursing / Foster Care Management / Social Services, 2004 Download as PDF-file for 3,49 EUR
'Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt' - zu Schillers Briefen 'Über die ästhetische Erziehung des Menschen'
Author: Elisabeth DonhauserPedagogy - History of Pedagogy, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Die Bedeutung der Unternehmenskultur für die Unternehmensentwicklung
Author: Gökce IpekliogluPsychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Der religiöse Hintergrund der Matrix
Author: Ariane MoßmannGerman Studies - Modern German Literature, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Organisationskultur Theoretische Grundlagen und praktische Problemstellungen
Author: Dennis MöhlmannPsychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Current developments of the telecommunication market in the People's Republic of China - domestic companies vs. foreign companies
Authors: Claas Bartels, Michael Mahlich, Holger WenkEconomics / Business: Operations Research, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Zu: Friedrich Schiller - "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"
Author: Karoline Kmetetz-BeckerPedagogy - General, 1997 Download as PDF-file for 4,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: