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Scholary Paper (Seminar), 2003, 10 Pages
Authors: Christoph Tschmelitsch, Simon Varga
Subject: Politics - International Politics - Topic: European Union
Details
Institution/College: University of Vienna (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: EU, Türkei, Erweiterung
Year: 2003
Pages: 10
Grade: Sehr Gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17589-0
File size: 64 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Europäische Union und die Türkei
Analyseaufgabe von
für die VO `Einführung in die Internationale Politik`
WS 2002 / 2003
Christoph Tschmelitsch / Simon Varga
Abschnitt A.) Problemstellung und persönliches Interesse 1
Abschnitt B.) Daten und Statistiken 2
Abschnitt C.) Historische Daten der Problemstellung 3
Abschnitt D.) Konstellationsanalyse 4
Abschnitt E.) Konstellationsanalyse 6
Abschnitt E.) Schlusswort 8
Abschnitt F.) Literaturverzeichnis 10
Abschnitt A.) Problemstellung und persönliches Interesse
Die Türkei hat der Entwicklung ihrer Beziehungen zu den anderen europäischen Ländern stets eine hohe Bedeutung zugemessen. Die türkische Kultur hinterließ im Laufe der europäischen Geschichte immer wieder einen nachhaltigen Einfluss auf einen großen Teil der Süd- und Osteuropäischen Länder. Im 19. Jahrhundert begann die Türkei sich immer stärker mit seinen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen an den anderen Ländern Europas zu orientieren, wenn auch nie vollständig. Nach dem ersten Weltkrieg und der Verkündung der Republik im Jahr 1923 wurde das gesamte Bild Westeuropas als Vor- bzw. als Leitbild genommen. Seit dieser Zeit hat sich die Türkei stark am Westen orientiert, jedoch aber auch eigene Denkweisen, Sitten und Gebräche bewahrt.
Die Türkei gehört zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen und ist Mitglied der NATO sowie der OSZE. Daher lässt sich schließen, dass die Türkei die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union als weiteren wichtigen Schritt in ihrer Geschichte ansieht. Seit knapp über 40 Jahren bemüht sich die Türkei nun ständig um die Zusammenarbeit mit Westeuropa, sowie um die Aufnahme in die EU.
Dennoch ist hier und da des Öfteren zu hören, dass die Türkei gar nicht zu Europa gehöre, sowie dass die EU mit Absicht den möglichen Beitritt der Türkei immer wieder hinausschiebe. Auch innerhalb der Organe der Europäischen Union, so hört man hinter den Kulissen, ist der Beitritt der Türkei zur EU nicht unumstritten. Das Interesse an jener Thematik weckte eine Diskussion mit Studienkollegen über die Rolle der Türkei innerhalb der EU. Somit wählten wir, Christoph Tschmelitsch und Simon Varga, jenes Thema. Aus purem Interesse. Wir sind uns bewusst, dass es sicher qualifiziertere Kollegen geben würde, welche vielleicht persönliche Beziehungen und genauere Hintergründe interessant darstellen und einbringen könnten. Wir beide haben keine familiären Kontakte in die Türkei bzw. türkische Verwandte oder Bekannte, auch waren wir nie längere Zeit in der Türkei. Dennoch ließ und das Thema nicht los. Verstärkt wurde jenes Interesse mit Sicherheit durch den letzten EU – Gipfel welcher in Kopenhagen stattfand.
Abschnitt B.) Daten und Statistiken
Innerhalb der Beitrittskandidaten, wovon 10 Länder von der EU bestätigt wurden, stellt die Türkei flächen- und bevölkerungsmäßig den größten möglichen Beitrittskandidaten dar. Ebenso befindet sich die größte europäische Stadt, Istanbul, in der Türkei. Zuerst war Istanbul die Hauptstadt des tausendjährigen byzantinischen Reiches, dann vom späten Mittelalter bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts des Osmanischen Reiches.
Die Türkei ist 779 452 km2 groß und beheimatet 66 700 000 Menschen. Flächenmäßig nimmt die Türkei im Vergleich mit allen Staaten der Welt den 36. Platz ein. Würde man sie in die Europäische Union aufnehmen, so wäre die Türkei das größte Mitgliedsland. Die Hauptstadt der Türkei ist aber dennoch Ankara mit 2 984 000 Einwohnern, obwohl Istanbul 8 260 000 Einwohner hat. Das Land ist in 79 Provinzen aufgeteilt. In der gesamten Türkei sind drei Sprachen vorherrschend. Türkisch, Kurdisch und Arabisch. 99 % Prozent aller Einwohner der Türkei sind Muslimen.1
Abschnitt C.) Historische Daten der Problemstellung
Im Juni 1959, kurz nach der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1958, bewarb sich die Türkei zum ersten Mal um eine Mitgliedschaft. Als Antwort auf diese Bewerbung schlug die EWG der Türkei eine Assoziierung vor, bis die Umstände der Türkei eine Mitgliedschaft erlaube. Die nachfolgenden Verhandlungen führten am 12. September 1963 zur Unterzeichnung des Abkommens von Ankara. Das Abkommen von Ankara sieht die schrittweise Errichtung einer Zollunion vor, die die beiden Parteien in Wirtschafts- und Handelsahngelegenheiten einander näher bringen soll. In der Zwischenzeit soll die EWG der Türkei finanzielle Unterstützung für einen sicheren Staat leisten. Obwohl das Abkommen von Ankara nicht nur freien Warenverkehr sondern auch Dienstleistungs- und Personenverkehr zwischen den Parteien ermöglichte, so schloss es dennoch die Türkei von Entscheidungsprozessen innerhalb der EWG aus. Dennoch bilden die grundlegenden Festsetzungen des Abkommens bis heute die rechtliche Grundlage der Assoziation zwischen der Türkei und der EU.
Am 13. November 1970 wurde ein Zusatzprotokoll zum Abkommen von Ankara angehängt. Dieses Zusatzprotokoll beschreibt detailliert den Ablauf für die Errichtung der bereits erwähnten Zollunion. Das Zusatzprotokoll brachte den Ausfuhren von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus der Türkei in die EU erhebliche Vorteile. Im Jahre 1971 haben 92 % der türkischen Ausfuhren von Landwirtschaftserzeugnissen von diesem Plan profitiert.
[....]
1 Vgl. Taschenatlas Erde. 1. Auflage 2002. (Gotha: 2002), S. 175.
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