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Bildungstheoretische Didaktik - Wolfgang Klafki

Hauptseminararbeit, 2003, 14 Seiten
Autor: Susanne Gerdon
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik

Details

Veranstaltung: Hauptseminar Theorien und Modelle der Didaktik
Institution/Hochschule: Pädagogische Hochschule Heidelberg (Schulpädagogik)
Tags: Bildungstheoretische Didaktik, Klafki, Didaktische Analyse, Perspektivenschema
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 14
Note: 1
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V11428
ISBN (E-Book): 978-3-638-17594-4

Dateigröße: 203 KB


Textauszug (computergeneriert)

"Theorien und Modelle der Didaktik"

Bildungstheoretische Didaktik – Wolfgang Klafki

WS 02/03
Referentinnen:
Marita Hettinger
Alexandra Horn
Susanne Gerdon

 

1. Der Bildungsbegriff als zentraler Begriff  2
2. Anthropologische Grundannahmen  3
3. Wissenschaftstheoretischer Hintergrund  5
4. Phasen der Modellentwicklung  6
5. Der Stellenwert der Schüler/Innen im Unterrichtsplanungskonzept von Klafki:  10
6. Die Aufgaben und Funktionen der Lehrer im Bildungstheoretischen Modell  11
7. Welchen Stellenwert haben die Sachen (Unterrichtsinhalte, / -themen) ?  12
8. Beeinflussung durch andere didaktische Modelle  12
9. Brauchbarkeit/ Zweckmäßigkeit des Modells  14
10. Literatur  14

 

1. Der Bildungsbegriff als zentraler Begriff

Der zentrale Begriff der bildungstheoretischen Didaktik ist der Bildungsbegriff. Dieser neue Bildungsbegriff wurde auf der Grundlage der klassischen Bildungstheorien neu definiert. Als klassische Bildungstheoretiker sind dabei beispielsweise Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Johann H. Pestalozzi (1746-1827), Friedrich D. E. Schleiermacher (1768-1834) oder Johann F. Herbart (1776-1841) zu nennen.

Gemeinsame Charakteristika der klassischen Bildungstheorien sind :

  • Bildung zielt auf die Befähigung zu vernünftiger Selbstbestimmung (Begriff der Selbsttätigkeit)
  • Bildung wird im Rahmen der historisch-gesellschaftlich-kulturellen Gegebenheiten erworben
  • Bildung kann jede(r) nur für sich selbst erwerben
  • der Bildungsprozess erfolgt in der Gemeinschaft

Zusammengefasst kann man sagen: Allgemeinbildung bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, kritisch, sachkompetent, selbstbewusst und solidarisch zu denken und zu handeln.

(Abb. in Downloadformular enthalten.]

1959 formulierte Klafki seine Forderung nach kategorialer Bildung. Kategoriale Bildung ist der Versuch Klafkis, den Einseitigkeiten vorwiegend objektbezogener (materialer) und vorwiegend subjektbezogener (formaler) Didaktiken durch die Verbindung beider Ansätze zu entgehen.

"Bildung (...) muss als selbsttätig erarbeiteter und personal verantworteter Zusammenhang dreier Grundfähigkeiten verstanden werden:

  • als Fähigkeit zur Selbstbestimmung jedes einzelnen über seine individuellen Lebensbeziehungen und Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer, religiöser Art.
  • als Mitbestimmungsfähigkeit, insofern jeder Anspruch, Möglichkeit und Verantwortung für die Gestaltung unserer gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse hat.
  • als Solidaritätsfähigkeit, insofern der eigene Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung nur Gerechtfertigt werden kann, wenn er nicht nur mit der Anerkennung, sondern mit dem Einsatz für diejenigen und dem Zusammenschluss mit ihnen verbunden ist, denen eben solche Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse, Unterpriveligierung, politischer Einschränkungen oder Unterdrückungen vorenthalten oder begrenzt werden." (Klafki, "Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik", 1994, S. 52)

Weiter schreibt er:

"Allgemeinbildung muss verstanden werden als Aneignung der die Menschen gemeinsam angehenden Frage- und Problemstellungen ihrer geschichtlich gewordenen Gegenwart und der sich abzeichnenden Zukunft und als Auseinandersetzung mit diesen gemeinsamen Aufgaben, Problemen, Gefahren." (Klafki, "Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik", 1991, S. 53)

Diese Probleme formuliert Klafki in seinen "Epochaltypischen Schlüsselproblemen" :

  • Friedensfrage/ Problem der Friedenssicherung
  • Umweltfrage
  • Problem der gesellschaftlich produzierten Ungleichheit
  • Gefahren und Möglichkeiten der neuen techn. Steuerungs-, Informations- und Kommunikationsmedien
  • Erfahrung der Liebe, der menschl. Sexualität,... im Spannungsfeld zwischen individuellem Glücksanspruch, zwischenmenschl. Verantwortung und der Anerkennung des/ der anderen.

2. Anthropologische Grundannahmen

Das Menschenbild der bildungstheoretischen Didaktik ist abgeleitet aus den Ideen der Aufklärung, des Neuhumanismus sowie aus den klassischen Bildungstheorien.

 

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