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Subtitle: System der festen Wechselkurse
Scholary Paper (Seminar), 2005, 16 Pages
Author: Geertje Itzenga
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Institut der ökonomischen Bildung)
Tags: Bretton-Woods-System, Internationale, Wirtschaftsbeziehungen
Year: 2005
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-15866-9
File size: 109 KB
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Abstract
Bretton Woods ist eigentlich ein kleiner Ort im US-Bundesstaat New Hampshire, im Nordosten der USA. Doch gab er der Währungs- und Finanzkonferenz der UNO, vom 1. bis zum 23.07.1944, die über die Neugestaltung der Weltwirtschafts- und Finanzordnung der Nachkriegsperiode beriet, seinen Namen. Das Währungssystem erwies sich bis Ende der sechziger Jahre als funktionsfähig und trug erheblich zur Intensivierung des internationalen Handels und zur Steigerung des Wohlstandes in der Welt bei. In der folgenden Arbeit möchte ich das Bretton-Woods-System erläutern sowie seine mögliche Übertragbarkeit auf die Gegenwart und Zukunft klären. „Die Roosevelt-Administration war in den vierziger Jahren der Überzeugung, dass die ökonomischen und politischen Krisen der zwanziger und dreißiger Jahre ihre Ursachen in nationalem Protektionismus hatten. Einzelne Regelungen hätten sich auf die Kosten des Funktionierens der Weltwirtschaft nur um die Lösung eigener Probleme gekümmert. Als weiteres Hindernis für das Funktionieren des Welthandels betrachtete man den internationalen Devisenhandel. Er wurde als Ursache für die Destabilisierung nationaler Ökonomien und für einem Abwertungswettbewerb der Währungen gesehen, der sich wiederum negativ auf den globalen Handel auswirke. Die Motive für die Festlegung der Wechselkurse waren sicher weniger selbstlos, als das aus heutiger Sicht klingen mag. So lag den USA insbesondere an einer weiteren Entmachtung des Britischen Empires, das durch Rüstungskredite (Lend and Lease Act) bei den Amerikanern zu Beginn der vierziger Jahre bereits hoch verschuldet war. Auch die Bindung der festen Wechselkurse an die Golddeckung des Dollars verdeutlicht das Anliegen der Amerikaner, ihre Stellung als Weltmacht zu festigen und die alten, aus der Kolonialzeit stammenden Machtverteilungen zu eigenen Gunsten aufzubrechen. Bei allen Differenzen stimmten die britischen und amerikanischen Vertreter doch in einer Frage überein: man wollte eine Rückkehr zur Situation vor dem Ersten Weltkrieg verhindern, als sich das Kapital frei über die ganze Welt bewegen konnte. Der internationale Handel sollte sich ohne die Einschränkungen entwickeln können, die sich in den dreißiger Jahren so verheerend auf die Weltwirtschaft ausgewirkt hatten. Aber das war nur möglich, wenn Welthandel und Währungsrelationen nicht durch Kapitalspekulation gestört wurden.“
Excerpt (computer-generated)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut der ökonomischen Bildung
Das Bretton-Woods-System
- System der festen Wechselkurse
Kurs: Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Abgabetermin: 31.05.2005
Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis
02
1. Einleitung
03
2. Die Geschichte des Bretton-Woods-Systems
03
3. Das Bretton-Woods-System (System fester Wechselkurse)
3.1. Das Bretton-Woods-System, dessen Basis das am
17.12.1945 in Kraft getretene ,,Abkommen über den
Internationalen Währungsfonds" bildet, lässt sich durch
folgende Merkmale charakterisieren:
05
a) Feste Wechselkurse im Rahmen enger Bandbreiten
05
b) Konvertibilität der Währungen
06
c) Gold-Dollar-SZR-Standard
06
d) Enge Kooperation der Währungsbehörden
07
3.2. Schwächen des Bretton-Woods-Systems
08
a) Unzureichender Anpassungsprozess
08
b) Mängel der Schaffung, Verteilung und Kontrolle der
internationalen Liquidität
10
c) Destabilisierende Kapitalbewegungen
11
4. Der IWF
12
4.1. Die Gründung des IWF in Bretton Woods
12
4.2. Veränderungen des IWF
13
5. Das System der festen Wechselkurse aus heutiger Sicht
13
5.1 Beispiel für die Gefahr von festen Wechselkursen
14
6. Abschließende Bemerkungen
14
7. Quellenverzeichnis
15
2
1. Einleitung
Bretton Woods ist eigentlich ein kleiner Ort im US-Bundesstaat New Hampshire, im Nordosten der USA. Doch gab er der Währungs- und Finanzkonferenz der UNO, vom 1. bis zum 23.07.1944, die über die Neugestaltung der Weltwirtschafts- und Finanzordnung der Nachkriegsperiode beriet, seinen Namen. Das Währungssystem erwies sich bis Ende der sechziger Jahre als funktionsfähig und trug erheblich zur Intensivierung des internationalen Handels und zur Steigerung des Wohlstandes in der Welt bei.
In der folgenden Arbeit möchte ich das Bretton-Woods-System erläutern sowie seine mögliche Übertragbarkeit auf die Gegenwart und Zukunft klären.
2. Die Geschichte des Bretton-Woods-Systems
,,Die Roosevelt-Administration war in den vierziger Jahren der Überzeugung, dass die ökonomischen und politischen Krisen der zwanziger und dreißiger Jahre ihre Ursachen in nationalem Protektionismus hatten. Einzelne Regelungen hätten sich auf die Kosten des Funktionierens der Weltwirtschaft nur um die Lösung eigener Probleme gekümmert. Als weiteres Hindernis für das Funktionieren des Welthandels betrachtete man den internationalen Devisenhandel. Er wurde als Ursache für die Destabilisierung nationaler Ökonomien und für einem Abwertungswettbewerb der Währungen gesehen, der sich wiederum negativ auf den globalen Handel auswirke. Die Motive für die Festlegung der Wechselkurse waren sicher weniger selbstlos, als das aus heutiger Sicht klingen mag. So lag den USA insbesondere an einer weiteren Entmachtung des Britischen Empires, das durch Rüstungskredite (Lend and Lease Act) bei den Amerikanern zu Beginn der vierziger Jahre bereits hoch verschuldet war. Auch die Bindung der festen Wechselkurse an die Golddeckung des Dollars verdeutlicht das Anliegen der Amerikaner, ihre Stellung als Weltmacht zu festigen und die alten, aus der Kolonialzeit stammenden Machtverteilungen zu eigenen Gunsten aufzubrechen. Bei allen Differenzen stimmten die britischen und amerikanischen Vertreter doch in einer Frage überein: man wollte eine Rückkehr zur Situation vor dem Ersten Weltkrieg verhindern, als sich das Kapital frei über die ganze Welt bewegen konnte. Der internationale Handel sollte sich ohne die Einschränkungen entwickeln können, die sich in den dreißiger Jahren so verheerend auf die Weltwirtschaft ausgewirkt hatten. Aber das war nur möglich, wenn Welthandel und Währungsrelationen nicht durch Kapitalspekulation gestört wurden."1
1 http://www.handbuchderglobalisierung.de/artikel/grunde1.htm
3
,,Noch während des Zweiten Weltkriegs wurde im amerikanischen Bretton Woods der monetäre Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt. Das fundamental Neue am Bretton-Woods-System war, dass die USA sich entschlossen hatten, eine führende Rolle in der internationalen Wirtschaft zu übernehmen. Neben der Bildung des GATT und der Konzipierung des Marshall-Plans zur Wiederherstel-lung der kriegsgeschädigten europäischen Wirtschaft wurden die Weltbank und der Internationale Währungsfonds als übergeordnete monetäre Institutionen gegründet"2, ,,welche in erster Linie vom damaligen Staatssekretär im US-Schatzministerium Harry Dexter White und dem britischen Nationalökonomen John Maynard Keynes ausgearbeitet, der zu dieser Zeit das britische Schatzamt tätig war.
In Bretton Woods wurde das System der festen Wechselkurse vereinbart, welches den Welthandel anfänglich stabilisierte und fast dreißig Jahre lang für eine extreme Expansion der kapitalistischen Nationalökonomien sorgte. 1973 wurde es endgültig aufgegeben, nachdem die USA die Goldeinlösungsverpflichtung für den Dollar widerriefen.
Am 15.08.1971 gab US-Präsident Nixon in einer sonntäglichen Fernsehansprache bekannt, dass die USA die Golddeckung des Dollars aufheben würden. Die Garantie der USA, internationale Dollarguthaben zu einem festen Satz von 35 Dollar pro Feinunze Gold einzutauschen, hatte bis dahin eine zentrale Stütze des 1944 in Bretton Woods begründeten Nachkriegsfinanzsystems gebildet. (Durch Nixons einseitige Aufkündigung wurde dieses System beendet.) Im Dezember 1971 wurde mit dem Smithsonian Agreement in Washington D. C. versucht, das Bretton-Woods-System noch einmal zu retten."3
2 http://www.korbernet.de/docs/globalisierung/node6.html
3 http://www.handbuchderglobalisierung.de/artikel/brettonwoods.htm
4
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